Samstag, 14. Oktober 2017

Review: Helvetespine - Forheksede visjoner (CD, Self Mutilation Services - 2014)

Unglaublich, dass dieses Werk schon satte drei Jahre auf dem Buckel hat. HELVETESPINE zählen zu den Bands, die mal so absolut an mir vorbei gegangen sind - dabei zählt die Ein-Mann-Kapelle um Mastermind Wiik (Banehogg) zur Riege von Mysticism, welche das Debüt auf Vinyl veröffentlichten. "Forheksede visjoner" stellt das zweite Voll-Album dar, welchem noch eine frühe Demo-Präsentation sowie eine EP, die bereits 2005 unter dem Namen MARERITT schon einmal veröffentlicht wurde, vorausgingen.





Bei dem vorliegenden Werk des Norwegers handelt es sich schlicht und ergreifend um düsteren und traditionellen nordischen Schwarzmetall. Gleich das erste Lied "Døde toner - et drømmespill i tåke" macht deutlich, wohin die Reise auf dieser Scheibe geht. Atmosphärische, erhabene Black Metal-Musik, die ganz im Zeichen nordischer Mythologie steht und ihre Inspiration aus langen Aufenthalten an Norwegens Fjorden und in seinen Wäldern bezieht. Dunkelheit ist ebenso ein fester Bestandteil der Lieder als auch eine melancholische Nostalgie, die manches Mal gar in eine Art depressiver Stimmung umschlägt. Auch die Tatsache, dass sich das Album in seinen langsamen Spannungsaufbauten sehr viel Zeit (aber nicht ZU viel Zeit) nimmt, ist als definitiver Pluspunkt zu werten - Black Metal gegen den schnell-lebigen Zeitgeist.

Fazit:
Ein grandioses Werk, welches keiner großen Worte bedarf, gerade auch weil man es an sich selbst erfahren sollte. HELVETESPINE inszenieren tiefgreifende musikalische Landschaften, die ihre Stärke ganz klar aus der düsteren Kargheit, die ihnen innewohnt, beziehen. Passend dazu kommt die CD in einer edlen Aufmachung daher: stabiles ausklappbares Digipak aus Raukarton mit Silberdruck. Limitiert ist das gute Stück auf 500 Exemplare, die ersten 100 wurden mit einem schicken Logo-Aufnäher ausgeliefert. Deutsche Interessenten sollten sich zwecks einer Bestellung an Sol Records wenden, welche das Album im Distro führen.

Norsk Atmospheric Black Metal. Only for the Nostalgic Black Hearts!


Darbietungen:
01. Døde toner - et drømmespill i tåke
02. Choirs of the Last Aeon
03. ...og en navnløs engel steg ned, fra et rike langt bortenfor stjernene
04. Forheksede visjoner del I
05. Forheksede visjoner del II


Laufzeit: 31 Minuten



Freitag, 13. Oktober 2017

Zmora - Czarne otchłanie i martwe cienie (CD, Werewolf Promotion - 2017)

Neues gibt es auch aus Polen zu vermelden: die Kapelle ZMORA veröffentlichte nämlich bereits im März ihr neues Album "Czarne otchłanie i martwe cienie", was so viel wie "Schwarze Abgründe und tote Schatten" bedeutet. ZMORA heißt im Deutschen auch so viel wie "Fluch" - der Titel stellt zusammen mit dem Namen des infernalischen Trios eine Art Symbiose dar. Diesem gingen bereits zwei Alben voraus, von denen mir allerdings nur das Debüt "Popioły tego świata" ("Asche dieser Welt") bekannt ist, sowie eine erste Demo-Präsentation aus dem Jahr 2011.




Gleich zu Beginn wird deutlich, was den geneigten Hörer auf dem aktuellen Auswurf der Horde erwartet: exzellenter polnischer Black Metal der alten Schule. Dem bin ich persönlich ja bekanntlich auch nie abgeneigt, sofern er gekonnt in Szene gesetzt ist. Und das beherrschen die drei Mannen von ZMORA außerordentlich gut, auf "Czarne otchłanie i martwe cienie" wird das noch einmal deutlicher als auf ihrem Erstlingswerk. Das lässt sie ohne weiteres in einer Liga mit PLAGA, MGLA oder ARYMAN mitspielen - natürlich werden hier auch die alten (ehemaligen) Helden der polnischen Szene zitiert. Anklänge alter GRAVELAND lassen sich ebenso ausmachen wie VELES oder BEHEMOTH zu "The Return Of The Northern Moon" oder "...From The Pagan Vastlands"-Zeiten. ZMORA zelebrieren ihren Schwarzmetall einerseits also brachial, versetzen ihn jedoch mit reichlich hymnischen Sphären und klingen an manchen Stellen ziemlich okkult und mystisch. Auch akustische oder klassische Momente scheuen die Herren nicht. So bietet beispielsweise "Nienasycenie" ein eindringliches Klavierstück im ersten Drittel.

Fazit:
Ein durch und durch gelungenes Album, welches die Polen von ZMORA hier gezaubert haben. Eigentlich auch gar nicht mehr direkt mit den anfänglichen Werken der Horde zu vergleichen, was die Qualität angeht. Ob die CD limitiert ist, weiß ich nicht zu sagen, aber die Tatsache, dass sie bereits bei sämtlichen mir bekannten deutschen Mailordern ausverkauft ist, spricht schon für sich. Interessenten sollten sich daher am besten direkt an Werewolf Promotion aus Polen wenden, da mir auch sonst keine andere Bezugsquelle bekannt wäre. Der Versand von Polen ist ja auch nicht so teuer...

True Polish Black Metal the old way. Nothin' more to say! Support the Darkness!


Darbietungen:

01. Straszliwych widm nawoływanie
02. Tu cisza zalega głęboka...
03. Błądzę pośród umarłych
04. Północnego wiatru skowyt
05. Trujący oddech podziemi
06. Czarne całuny nocy
07. Nienasycenie
08. Pośród zimna gwiazd
09. Na zawsze śmierć


Laufzeit: ca. 44 Minuten



Mittwoch, 11. Oktober 2017

Review: Zepharnecron - Necro Catacombs From The Ancient Paths (CD, Caligo Arcanum Productions - 2017)

Einmal mehr Mexiko... das Label Caligo Arcanum präsentiert uns mit "Necro catacombs from the Ancient Paths" eine Zusammenstellung auf CD des vollständigen Werkes von ZEPHARNECRON. Die Horde hat sich inzwischen aufgelöst und bestand auch nur von 2007 bis 2011, was eigentlich schade ist, da ihr Black Metal im Gegensatz zu so vielen anderen Bands aus diesen Breitengraden deutliches Potential erkennen ließ...






Die ersten beiden Lieder "Woods ov aeternus desolation" und "Master black light storm" stammen von der ersten Veröffentlichung der Band, der 3-Wege-Split "Pact ov Lycanthropy Blood" mit WOLFHERR aus Brasilien und NIHIÜRBTRATH aus Venezuela.  Der Opener ist dann auch eher depressiver und irgendwie typisch für konsequenten Suicide Black Metal - der Gesang ist hier jedoch alles andere als jämmerlich, sondern mehr voller Verachtung gegenüber dem eigenen Leben und allem anderen, was lebt. Ein überraschend guter Einstieg. Lied Nummer zwei gibt dann mehr Gas, scheint auf Grund des leicht veränderten Klangbildes auch aus einer anderen Schaffensperiode / Aufnahme-Session zu stammen. "Master black light storm" ist lupenreiner Underground Black Metal mit einer sehr hymnischen Atmosphäre, die auch etwas Okkultes an sich hat. Geknüppelt wird hier vorwiegend im Midtempo, ein schnelleres Tempo scheut man allerdings auch nicht. "Thy dwell in the darkest flames" und "Unholy chaos" sind der Split mit KRYPTHALL (ebenfalls aus Mexiko) entnommen und bieten ebenfalls räudigen Schwarzmetall, dem trotzdem eine gewisse Erhabenheit inne wohnt. Alleine daran erkennt man, dass diese Horde ihre Musik nicht einfach nur eingeprügelt hat, sondern einen Plan von dem hatte, was sie tat. Was nun folgt sind Aufnahmen, die von alten, sehr raren oder auch unveröffentlichten Demos stammen und welche über die gesamte aktive Zeit der Band eingespielt wurden. Die Klangqualität schwankt dementsprechend auch von Lied zu Lied, klingt mal übersteuert und manchmal auch einfach zu stumpf in der Aufnahme - Freunde von unverfälschten Rehearsal-Aufnahmen dürften hier aber voll und ganz auf ihre Kosten kommen.

Fazit:
Die Zusammenstellung "Necro catacombs from the ancient paths" ist ein mehr als stolzer Nachruf an diese leider aufgelöste Band aus Mexiko, die hier ihr gesamtes Portfolio bis zu ihrer Trennung darbieten. Kann sich verdammt noch einmal hören lassen und ist gehaltvoller als so vieles andere, was ich bisher aus Mexiko ertragen musste. Die CD kommt als Pro-CDr im Jewelcase und ist auf 100 hand-nummierte Exemplare limitiert. Wenn ihr das Album also noch irgendwo sichten solltet, zögert nicht lange, sondern greift zu... es lohnt!

ZEPHARNECRON are dead. Long live ZEPHARNECRON! Ein düsteres Vermächtnis par excellence!


Darbietungen:
01. Woods ov aeternus desolation
02. Master Black Light Storm
03. Thy dwell in the darkest flames
04. Unholy Chaos
05. Awaiting for the black dream
06. Black essence ov serpentis pestilence
07. Prayers
08. Reaper Of The Faith II
09. Advokun aquelarre
10. On spectris damnation
11. Wolves sorrow
12. Crossing the aeterious fire
13. Frozen inferi
14. Oblivion
15. When Our Visions Are Cold Ov Death

Laufzeit: 77 Minuten



Review: Tempers Creature - Schwäbisch-Fränkischer Sagenschatz (Lieder aus bayerischen Landen) (CD, Wolfmond Production - 2017)

Das Duo TEMPERS CREATURE existiert nun seit knapp 10 Jahren (die Gründung fand 2008 statt). 2011 folgte das Debüt "Thanatos", welchem eine Demo-Präsentation vorausging und dem im Laufe der Jahre noch zwei weitere Voll-Alben folgten, sowie eine Split mit ERDENTHRAENE. Genügend Stoff, um auf sich aufmerksam zu machen, ist also vorhanden - trotzdem sagte mir die Kapelle bis zu hier vorliegendem Werk absolut überhaupt nichts.






Das mittlerweile vierte Album der Mannen nennt sich "Schwäbisch-Fränkischer Sagenschatz (Lieder aus bayerischen Landen)" und lässt vermuten, dass es sich hier um volkstümliche Texte und Melodien handelt, die hier vertont und neu interpretiert wurden. Zum Teil ist trifft dies auch zu: so stammt gleich der Text zu "Der alte Barbarossa" aus der Feder des deutschen Dichters Friedrich Rückert (1788 - 1866), genau wie die Rieser Sagen und Volksmärchen "Der Schmied vom Niederhaus" und "D' Schnitere" oder das von dem deutschen Lyriker Graf Christian zu Stolberg-Stolberg (1748 - 1821) inspirierte Stück "Die weiße Frau von Bayreuth". In musikalischer Hinsicht vermischen TEMPERS CREATURE verschiedene Einflüsse zu einem ganz eigenen Stil. Die Band selbst benannte ihren Stil einmal selbst "Atmospheric Suedian Depressive Heathen Metal" und das passt auch irgendwie, wenn es der Sache auch nur zum Teil gerecht wird. Das erste Lied ist eher dem Folklore zuzuordnen und erinnert in seiner Machart ein wenig an EMPYRIUM's Werk "Where at Night the Wood Grouse Plays" oder im Gesang teilweise auch an "Weiland". Der erste wirkliche Metal-Song präsentiert sich in "Fiarlesfiaß". Die Musik ist minimalistisch produziert, offenbart aber gleich einmal die wichtigsten Elemente, die man im Verlauf des Albums noch öfter antreffen wird: hymnische und erhabene Melodiebögen, die sich mit räudigen und schnellen Passagen abwechseln. Der keifende Gesang erinnert hier etwas an andere deutsche Horden vom Schlage WOLFSMOND (und Bands, die mit diesem Projekt zusammenhängen) oder RAUHNACHT. Das bereits erwähnte "D' Schnitere" bietet indes wieder einige musikalische Anleihen an den nostaligisch-romantischen Dark Metal, während "Der Schmied vom Niederhaus" eher einen sehr räudigen und kompromisslosen Stil inne hat, der im Gesang wie auch in den Instrumenten beinahe typisch für Vertreter des NSBM klingt, wenn gleich TEMPERS CREATURE natürlich absolut nichts Politisch-Extremes an sich haben und trotz ihres deutlichen Patriotismus ganz klar nicht in eine rechts-extreme Ecke zu stellen sind! Es gibt einen Unterschied zwischen Heimatliebe und Nationalsozialismus, auch wenn das einige Gutmenschen vielleicht nicht wahrhaben wollen. Der "Kirchseeoner Perchtenlauf" handelt textlich gesehen von einer alten Tradition aus den südlichen Gefilden Deutschland sowie Österreichs, welches auch heute noch als Volksfest in der Zeit der Rauhnächte gefeiert und begangen wird. Franz Kugler's Text "An der Saale hellem Strande" wurde zu einer düsteren Folk-Hymne mit Metal-Elementen und abschließendem Chor. Den in seiner Darbietung wohl reinrassigsten Black Metal bietet man bis dahin jedoch mit "Die weiße Frau von Bayreuth". Hier geben sich hymnisches Midtempo und rasende Verzweiflung die Klinke in die Hand. Dieser Stil wird dann auch bei "Der Teufelstisch" fortgesetzt. "Hämann" beschäftigt sich mit der Sage um den Hämann, einen Wildling, der auf dem Döbra in Frankenwald gelebt haben soll. Daraus geworden ist eine sehr gute Heathen Black Metal-Hymne, inklusive erhabenem Solo. Mit "Pulschnitzglitzern" folgt der letzte eigene Song - eine Liebeserklärung an Bayern und seine Alpenlandschaften. "Ein Heimatlied" ist eine Nachspielversion der Niederländer HEIDEVOLK und basiert auf deren Lied "Een Geldersch lied" (zu finden auf dem Album "Uit oude grond"), wurde übersetzt und im Text angepasst. Den Schluss bildet wieder ein gemischter episch erklingender Chor. Würdiger hätte dieses Album wohl kaum enden können!

Fazit:
Beim ersten Durchlauf hatte ich noch so meine Zweifel, ob mir das wirklich gefallen könnte, nun rotiert die Scheibe bereits seit einigen Malen in meiner Anlage und ich muss sagen, dass ich doch ziemlich angetan von der Art dieser beiden Herren. Natürlich muss man bedenken, dass es sich hier um ein Werk aus dem Untergrund handelt, daher sollte man auch keine allzu großen Ansprüche an die Produktion hegen. Auch nicht alle Beiträge des Albums zünden, sondern sind eher schon etwas nervig - vor allem der recht eigenwillige Gesang wird nicht jedem gefallen. Auch der ganz eigene Stil von Aurgelmir (Gesang, Saiteninstrumente, Keyboard) und Náttfari (Schlagwerk) wird nicht bei allen auf Gegenliebe stoßen, da bin ich mir sicher. Letztendlich ist den beiden aber ein meiner Meinung nach insgesamt sehr starkes Werk gelungen, welches von seiner Nostalgie und romantischen Heimatverbundenheit lebt. Aurgelmir's Definition von eben jener ging mir persönlich auch sehr nahe und bedarf eigentlich keiner weiteren Worte. Pro-CDr im Digipak, welches ein 12-seitiges Beiheft mit allen Texten und Illustrationen und Erläuterungen enthält. Leider hält das Digipak keinen Einleger für das Beiheft bereit, so dass es lose drin liegt - ein verschmerzbarer Schönheitsfehler. Für 10,- Euronnen könnt ihr euch die CD im Mailorder von Wolfmond Production bestellen.

TEMPERS CREATURE zelebrieren mehr als nur Musik. Sie stehen für ein Gefühl von Heimat und Verbundenheit, jenseits politischer Idiotie. Vielleicht genau das, was in dieser Zeit der innerlichen Zerrissenheit von Nöten ist.


Darbietungen:
01. Der alte Barbarossa
02. Fiarlesfiaß
03. Der Schmied vom Niederhaus
04. D' Schnitere
05. Kirchseeoner Perchtenlauf
06. An der Saale hellem Strande
07. Die weiße Frau von Bayreuth
08. Der Teufelstisch
09. Hämann
10. Pulschnitzglitzern
11. Bonusstück: Heimatlied (HEIDEVOLK Cover)

Laufzeit: 66 Minuten




Montag, 9. Oktober 2017

Review: Vfanhthore - Tremebunda Caligine Regionalista (CD, Caligo Arcanum Productions - 2017)

Auf meiner Suche nach immer wieder neuen, mir unbekannten Sachen, die mich auf vielleicht auf höhere musikalische und emotionale Ebenen führen, kam ich mit dem Schaffen von VFANHTHORE aus Mexiko in Kontakt. Bei jener Horde handelt es sich um ein Mitglied der obskuren "Congregación de la Suprema Entropía Arcana", eine Bruderschaft des luziferischen Glaubens, der auch viele weitere Personen und Bands aus Mexiko angehören, und die auch nicht nur ausschließlich aus dem Black Metal stammen.





"Tremebunda Caligine Regionalista" stellt das eigentlich die erste Demo-Veröffentlichung der beiden Mannen dar, welche im letzten Jahr das Licht dieser jämmerlichen Welt erblickte und zwar im Kassetten-Format. Die CD-Version wurde dann im Mai diesen Jahres nachgeschoben. Inzwischen existiert auch eine Split-CD mit den Süd-Koreanern SHADOWS OF BLACK CANDLELIGHT, welche ebenfalls über Caligo Arcanum veröffentlicht wurde. Aber wie steht es nun um das vorliegende Werk? VFANHTHORE richten sich mit ihrer Musik ganz klar an die Underground-Fraktion und Freunde räudiger Klänge. In der Musik schwebt ein beständiger Hauch von Pestilenz mit, auch Satanismus und Okkultismus sind allgegenwärtige Themen, ein wenig Einfluss nahm auch der extreme Suizid Black Metal, der sich ja auch gerade in Mexiko ständiger Beliebtheit erfreut. Die sieben Songs als 'räudig produziert' zu beschreiben, würde ihnen noch schmeicheln. Ja, VFANHTHORE sind mit Sicherheit nichts für Leute, die ihren Black Metal stolz und erhaben oder auch gut produziert mögen. "Tremebunda Caligine Regionalista" ist der vertonte Auswurf der Hölle, die mit Blut vermengte Kotze eines Tuberkulose-Kranken. Ranziger,nach verdorbener Fäulnis stinkender Zerfall.

Fazit:
Nein, in der Musik von VFANHTHORE steckt wahrhaftig nichts Schönes. Kein Schimmer am Horizont, kein Licht am Ende des Tunnels, keine Hoffnung auf Frieden nach dem Tod. Da ist nur vollkommene Schwärze, endlose Leere und karge Trostlosigkeit. Diese Aspekte lassen "Tremebunda Caligine Regionalista" zu einer interessanten Angelegenheit werden, da man hier endlich mal wieder ein reines, wenn auch minimalistisches Black Metal-Werk vorliegen hat. Die Musik, die dann aber bei Leibe auch nicht jedem gefallen wird (und auch ich kann mich mit ihr größtenteils doch nicht so recht anfreunden), präsentiert auch erst bei eingehenderer Beschäftigung einige gute Details, welche erkennen lassen, dass es sich bei dieser Horde um keine bloßen Stümper handelt. Aktuell ist mir nur noch der Mailorder von Wolfmond Production bekannt, der die CD im Angebot hat - aber auch dort sind nicht mehr viele Exemplare der insgesamt 500 vorrätig.

Wer endlich mal wieder ein total ranziges Black Metal-Album hören will, welches dazu noch ziemlich authentisch rüberkommt, der kann hier getrost zugreifen!


Darbietungen:

01. Altiva Embocadura Lúgubre
02. 424 Millones de Escombros
03.Camposanto
04. El Polvo Consumirá la Luz
05. Vorágine de Lluvia y Niebla
06. C.A.T.A.R.S.I.S
07. ...


Laufzeit: ca. 36 Minuten



Dienstag, 3. Oktober 2017

Review: Sarg & Lupan - Beben Janus Split (CD, Wolfmond Production - 2017)

Die noch relativ junge Horde SARG (gegründet 2014) und LUPAN veröffentlichten Ende letzten / Anfang diesen Monats die Split "Beben Janus" über Wolfmond Production. LUPAN gründeten sich Ende der 90er (1998), haben bisher vier Demos hervorgebracht, sowie das Album "Zeichen" aus dem Jahr 2015.








Den Anfang machen SARG aus Sachsen-Anhalt, welche hier vier Live-Aufnahmen zum besten geben. Die Lieder stammen allesamt von ihrem bisher einzigem Demo "Geflüster". "I Am The Spirit" dient dabei lediglich als Intro, mit "Panzerpogo" geht es dann aber auch gleich in die Vollen und man zeigt gleich einmal, dass man auch die Live-Performance beherrscht. Ein Song, der seinem Namen alle Ehre macht, schnurstracks nach vorne geht und dabei für ordentliche Nackenbrecher sorgt. "Child from below" beginnt da etwas gediegener, präsentiert sich im ersten Augenblick gar etwas melancholisch bis episch, bis erneut die Messer gewetzt werden und dem Publikum ein ordentliches Geknüppel aus Hass, Krieg, Tod und Chaos entgegen peitscht. "Throne of Mist" ist dann leider auch schon der letzte musikalische Beitrag der Horde und zieht noch einmal ohne Verluste nach vorne.

Es folgen nun LUPAN, die gleich zu Beginn keine Zweifel an ihrer Intention aufkommen lassen: "König Mortifer" ist räudig gespielter Black Metal, der eine wohlige Rehearsal-Attitüde inne hat. Trotz des recht rotzigen Underground-Sounds weist man doch eine Menge atmosphärischer Finesse auf, die die Sache wirklich interessant macht und nicht zum x-ten Mittelmaß verkommen lässt. Dies wird vielleicht im nächsten Beitrag "Im Namen von..." nochmals etwas deutlicher. Erhabenheit paart sich hier mit räudiger Kälte und unbändiger Wut. Am eingängigsten präsentiert sich aber der letzte Song der Band: in "Der letzte Pfad" regiert ein melancholisch anmutendes Midtempo das Geschehen und verweist auch die letzten Zweifler auf ihre Plätze.

Fazit:
Ein mehr als solides Underground-Release! SARG zelebrieren mit ihren Live-Stücken einen sehr brachialen Black Metal mit eindeutiger "fuck off and die"-Attitüde. Gefällt mir persönlich recht gut, allerdings gibt es wie bei fast 98% aller Live-Aufnahmen aus dem BM-Sektor hörbare Schnitte zwischen den Liedern, zudem ist das Publikum bis auf ein, zwei Ausnahmen kaum zu vernehmen, was den Live-Eindruck insgesamt etwas trübt. Klar, bestand der Gig mit Sicherheit auch nicht nur aus diesen vier Liedern. LUPAN machen ihre Sache ebenfalls recht ordentlich und zeigen, dass sie sowohl Kotze als auch Erhabenheit gekonnt vertonen können. Was man hier innerhalb dieser drei Lieder geboten bekommt, sucht man auf manchem Album vergebens. "Beben Janus" kommt als Pro-CDr im Jewelcase und ist auf 100 Exemplare limitiert. Interessenten wenden sich zwecks einer Bestellung am besten direkt an Wolfmond Production. Die 6,- Euronnen sind hier mehr als gut investiert!

Gelungene Split aus dem deutschen Untergrund. Just Support It!


Darbietungen:
Sarg:
01. Intro (I Am The Spirit)
02. Panzerpogo
03. Child from Below
04. Throne of Mist
Lupan:
05. König Mortifer
06. Im Namen von...
07. Der letzte Pfad

Laufzeit: ca. 27 Minuten




Preview: Pestheim - Schattenwelt (DVD, Eigenproduktion - 20??)

Es ist noch gar nicht so lange her, dass das Ein-Mann-Projekt PESTHEIM aus Ennepetal sein letztes Album "Winterstille im Morgengrauen" auf CD im Digipak veröffentlichte (Rezension gibt es >>hier<< zum nachlesen). Nun hat Mastermind M.H. Frost seinem künstlerischen Trieb wieder freien Lauf gelassen und ist seiner zweit-größten Leidenschaft neben dem Produzieren von Musik nachgegangen - nämlich dem Erstellen von passenden Videos. Und genau die präsentiert man auf der kommenden DVD "Schattenwelt"...






Dabei wird "Schattenwelt" acht Lieder, inklusive einem Einklang enthalten, bei denen es sich um Stücke vom letzten Album sowie auch von der "The Darkness Shall Be Eternal" EP handelt, allerdings kommen alle in remasterten Fassungen, die speziell für diese Kollektion produziert wurden. Auch das Video zu der BURZUM-Nachspielversion "Dunkelheit" ist exklusiv für die DVD entstanden und wird sich somit von jenem unterscheiden, welches seit einer Weile im Internet zu finden ist. Darüber hinaus wird es auch einiges an Bonus-Material geben, zu welchem zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nichts näheres bekannt ist.

Vorläufiges Fazit:
Schon der Trailer, den M.H. Frost vor einigen Tagen online gestellt hat, verspricht ein gutes Werk - zumal die Videos aus seiner Feder immer ziemlich sehenswert und hochwertig ausfallen. Ich bin gespannt, was "Schattenwelt" letztendlich bieten wird, sehe dem End-Produkt aber sehr zuversichtlich entgegen, da mich die Arbeiten von PESTHEIM bisher selten enttäuscht haben. Puristen, die sich fragen, in wie weit Black Metal-Videos überhaupt Sinn machen, werden die DVD ignorieren - an diese wendet sich das kommende Werk aber ohnehin nicht. Ein genaues Datum für die Veröffentlichung ist noch nicht offiziell bekannt. Einfach die Augen offen halten und öfters auf der offiziellen Visagenbuch-Seite von PESTHEIM reinschauen lohnt sich also.
Anbei gibt es noch den Preview-Trailer von M.H. Frost.

Weckt Hoffnungen auf ein gutes Werk!


Darbietungen:
01. Introduction
02. Winter Dream
03. Hymns from the Majestic Nature
04. Dunkelheit (BURZUM Cover)
05. Storm of Darkness
06. In den Tiefen der Waelder
07. Auf des Raben Schwingen
08. The Icy Cold of Winter
+ Bonus Material




Review: Adventum Diaboli & Donarhall - Cemetery of Hopes Split (CD, Wolfmond Production - 2017)

Nachdem ich es bereits in meiner Rezension zum letzten ADVENTUM DIABOLI-Album "I Walk in Solitude" angekündigt hatte (siehe >>hier<<), folgt nun eine Besprechung zu ihrer aktuellen Split mit dem deutschen Ein-Mann-Projekt DONARHALL mit Namen "Cemetery of Hopes". Veröffentlicht wurde die CD unter dem Banner des sächsischen Labels Wolfmond Production. Insgesamt warten sechs Lieder auf den geneigten Hörer...






Die Griechen stellen dabei die ersten drei Beiträge. "Hangover, Overdose and the Grave" stellt dabei aber lediglich einen instrumentalen einleitenden Part dar, der jedoch recht atmosphärisch und gar etwas harmonisch in seiner Tristesse anmutet. "Razorblades and Alcohol" beginnt ähnlich: still und leise erklingt eine einsame Gitarre im akustischen Stil, bis sich dann nach knapp zwei Minuten das Klanggewand wandelt und es in einen eher räudigen Depressive Black Metal über geht. ADVENTUM DIABOLI zelebrieren also auch hier wieder DSBM, der aber erfreulicher Weise nicht zu jämmerlich und gekünstelt erscheint. Im Gegenteil hat dieses Stück einiges an grimmigem Potential. "The Day That I Touched Death" zeigt sich etwas atmosphärischer als sein Vorgänger, die Gitarren sind epischer und auch hypnotischer in ihrem Spiel, durch die Monotonie der Darbietung wird dieser Eindruck sogar noch etwas verstärkt. Insgesamt aber vielleicht nicht ganz so konsequent wie "Razorblades and Alcohol"...

DONARHALL, in Persona Gnev (u.a. auch bekannt durch sein Projekt URSCHMERZ, welches ebenfalls bereits Erwähnung auf diesen Seiten fand, zu lesen >>hier<<) steuert dann die letzten drei Lieder bei. Die Lieder "Cemetery of Hopes I - III" sind rein instrumentaler Natur und dem atmosphärischen Black Metal zuzuordnen, auch existieren einige depressive Bezüge. Ganz klar im Vordergrund steht hier die Gitarre, die mit ihren sphärischen Klängen im Stande ist, den Zuhörer auf eine mentale Reise durch karge Wälder und über nächtliche Friedhöfe zu entführen. Ein toller Beitrag zum Nischen-Genre Instrumental Black Metal.

Fazit:
Beide Horden machen ihre Sache recht ordentlich, wobei mir DONARHALL mit diesem sehr atmosphärischen Stil eine Spur mehr zusagen. ADVENTUM DIABOLI schließen mit ihrem Beitrag zu dieser Split nahtlos an ihr vorheriges Album an, schaffen es jedoch letztendlich nur mit einem Song, mich wirklich zu überzeugen. Ob dies einen Kauf rechtfertigt, muss wie immer jeder für sich selbst entscheiden. "Cemetery of Hopes" erschien als Pro-CDr im Jewelcase, ist limitiert auf gerade einmal 30 Exemplare und schlägt mit einem Preis von 5,- Euronnen zu Buche. Bestellungen sind wie immer am besten direkt an Wolfmond Production zu entrichten.

Eine nicht immer gänzlich überzeugende Split-CD, die einiges zu bieten hat, jedoch weitab vom perfekten Release ist.


Darbietungen:
Adventum Diaboli:
01. Hangover, Overdose and the Grave
02. Razorblades and Alcohol
03. The Day That I Touched Death
Donarhall:
04. Cemetery of Hopes I
05. Cemetery of Hopes II
06. Cemetery of Hopes III

Laufzeit: ca. 32 Minuten




Montag, 2. Oktober 2017

Vorab-Review: Black Lord - Ritual Under The Full Moon (CD, Tribulacion Productions - 2017)

Demnächst wird über das Label Tribulacion Productions aus Kolumbien das neue Album der mexikanischen Horde BLACK LORD veröffentlicht werden, welches da auf den Namen "Ritual Under The Full Moon" getauft wurde. Regelmäßigen Lesern dieser Seiten wird das infernalische Duo vielleicht sogar etwas sagen, hatte ich doch letztes Jahr eine Rezension zu ihrem Debüt "Black Ritual Forest" aus 2015 verfasst (>>hier<< nachzulesen). Zwischendurch war die Band auch alles andere als untätig und kann auf eine weitere Split mit u.a. LUCIFERIAN RITES, sowie eine Demo zurückschauen.



Der Stil des neuen Werkes dürfte eigentlich kaum überraschen. Man ist sich seiner Linie weiterhin treu geblieben und zelebriert ordentlichen Schwarzmetall aus dem Untergrund, der zwischen räudiger und ungezähmter Finsternis und brachialer dunkler Erhabenheit schwankt. Die leicht depressiven Züge des Debüts sind dabei eher auf der Strecke geblieben und es regiert hier die pure Essenz dessen, was Black Metal ausmacht. Das Cover fängt die allgemeine Stimmung des Albums dann vielleicht auch wirklich sehr gut ein, denn so dunkel und Klischee beladen es wirkt, so zeigt sich auch letztlich die Musik der Herren Black Lord (Gesang, alle Instrumente) und Astarot (Schlagwerk): 100% Old School und ohne jegliche Kompromisse, und sich beinahe für kein Klischee zu schade, wie es scheint. Von der Machart her können mich auch hier - wie schon beim Debüt - nicht gänzlich alle Lieder wirklich überzeugen oder gar mitreißen. Songs vom Schlage eines "Night Storm" können aber gerade dank ihrer räudigen Atmosphäre, die auch vereinzelte Ausflüge in den alten Thrash Metal unternimmt, punkten. Zu guter Letzt werden dann noch zwei Nachspielversionen geboten. Zum einen den MAYHEM-Klassiker "Deathcrush", der sich in dieser Version als ziemlich eigenwillig präsentiert und dem Original in Sachen Brutalität wohl in nichts nachsteht. Die beste Neu-Interpretation des Titels stammt meiner Meinung nach aber immer noch von OPHTHALAMIA. Als nächsten Cover-Song versuchen sich die beiden Mexikaner an "I Burn For You", im Original aus der Feder des relativ kurzlebigen US-Black Metal-Phänomens LORD FOUL. An dem Song versuchte sich auch NARGAROTH, transportierte die Musik zwar in eine druckvolle Produktion, kratzte jedoch nur an der räudig-brachialen und hasserfüllten Essenz der Original-Aufnahme - da muss ich sagen, kommen die Mexikaner dem Kern etwas näher.

Fazit:
BLACK LORD präsentieren der geneigten Hörerschaft mit ihrem neuen, bald erscheinenden Album ein räudiges und düsteres Werk ungeschliffenen und ursprünglichen Underground Black Metals. Chaos, Hass, Dunkelheit und Tod. Wer hier mehr erwartet, wird wohl bitter enttäuscht sein und hat wohl auch nichts anderes als die Verachtung verdient, die ihm hier entgegen geworfen wird. Wer eine saubere Produktion sucht, ist hier ebenfalls an der falschen Adresse und vielleicht sollte man hier auch einfach einmal das Cover für sich sprechen lassen, welches sich auch ganz klar an Puristen richtet. Die CD wird im Jewelcase erscheinen, in einer Auflage von 500 Stück.

Pure Dark & Fuckin' Maniac Black Metal Attakk. Only For The Black Hearts!


Darbietungen:
01. Ancient Mist
02. Dark Life
03. When You Get Death
04. Soul of a Werewolf
05. Night Storm
06. Where Souls Dwell
07. Journey Under The Darkness
08. Towards Final Destiny
09. Deathcrush (MAYHEM Cover)
10. I Burn For You (LORD FOUL Cover)

Laufzeit: ca. 38 Minuten




Vorab-Review: Schleiße Stankend Gliud - Die satanische Ferse & Hartnäckige Nebelfelder (CD, Wolfmond Production - 2017) Teil 2

Lange hat er auf sich warten lassen... Teil 2 meiner zweiteiligen SCHLEIßE STANKEND GLIUD Vorab-Rezension widmet sich dem baldigen Re-Release der zweiten Scheibe der Heren mit Namen "Hartnäckige Nebelfelder". Und wer nun denkt... 'ui, da hört sich ja verdammt nach einem geilen Black Metal-Titel an' der hat noch gar nicht einmal so Unrecht...








In der Tat lehnt sich die Horde hier nämlich stilistisch gesehen eher am Melodie betonten Mitt-90er Black Metal der nordischen Schule an. Das äußerst sich vor allem im ausgiebigen Einsatz von Synths und Keyboards. Auch gibt es lange und erhabene Klangteppiche in Form von Soli zu hören. Das kommt vor allem in Liedern wie "Satanic Witches" oder der Neuaufnahme "Kleinchrist Part II" (und ja, es ist eine Neuaufnahme und keine wirkliche Fortsetzung, wie der Titel vielleicht suggerieren könnte, hehe). Aber von Anfang an: mit dem Intro "InClou (Thema von Scott Joplin)" interpretiert man den vielleicht bekanntesten Piano Rag des Komponisten Scott Joplin - auf Akkordeon! Heiliger Klabautermann... nahtlos geht es über in "Satanic Witches", der dem Hörer gleich erstmal ein fettes Gitarrenbrett an den Kopf klatscht. Mit ordentlich Druck dahinter gibt's hier zunächst Death/Thrash Metal Riffing vom feinsten, bis sich ein erhabenes Keyboard hinzu gesellt, danach wird es nach dem kurzen Break auch Dank des Gesangs etwas typischer Black Metal - dieser bestimmt das Geschehen letztlich dann aber auch nicht gänzlich, denn hier nimmt auch immer wieder der Death seinen Einfluss und zu ist dieser Song wohl am ehesten mit Sachen wie DUNKELGRAFEN in ihren besten Minuten zu vergleichen, die einen ähnlich chaotischen, aber erhaben-melodischen Stil inne hatten. Hier natürlich nur in besser, versteht sich. "Abra Kadabra" zeigt sich dann aber wieder ganz im Death Metal-Gewand mit zweistimmigen Gesang - erinnert so ein wenig an die ebenfalls deutsche Formation BESESSEN, die sich nicht nur selber nicht ernst nahm, sondern auch von Kritiken und Hörer nicht sonderlich ernst genommen werden konnte, weshalb sie es auch auf lediglich ein Demo und ein Album brachten. "Lechland Dreams - Spezial Long Version" stellt die erste Neuaufnahme eines Liedes des Debüt-Albums dar, und erweitert dieses sogar noch etwas. Auch fällt hier im direkten Vergleich besonders die viel bessere, weil druckvollere Produktion auf. Ein Grund zum Jubilieren bekommt man dann mit "Habemus Papam" geboten - denn nicht nur der Papst wird diesen Mix aus Black/Death/Thrash lieben. Was man dann aus den Neuinterpretationen der Stücke "Kleinchrist (hier einfach nur "Part 2" betitelt) und "Die satanische Ferse" gemacht hat, ist einfach nur als genial zu bezeichnen. Bei "V.W." gehen schließlich 12 Points to SCHLEISSE STANKEND GLIUD und zeigen einmal mehr den Humor der Mannen auf. Einen Hauch von Grindcore erwartet den Hörer dann bei "Latsch, latsch die Heide brennt...", was in Zügen so ein wenig an die Klassiker der EXCREMENTORY GRINDFUCKERS erinnert (ich denke da vornehmlich an Titel wie "Picknick im Zenit metaphysischen Wiederscheins der astralen Kuhglocke"). Es folgt mit "Nachtschicht" der letzte Song vor dem etwas psychedelischen Outro.

Fazit:
Wie bereits das Debüt ist auch "Hartnäckige Nebelfelder" ein augenzwinkerndes Album, welches von den Texten nicht ganz ernst genommen werden möchte. Musikalisch ist die Band jedoch über jeden Zweifel erhaben und es zeigt sich hier auch, dass sie sowohl in instrumentaler wie auch in produktions-technischer Hinsicht dazu gelernt haben, denn das zweite Album ist nicht nur fetter und druckvoller produziert, sondern ist auch von spielerischer Seite her ausgewogener als das erste Werk. Ein deutlicher Schritt nach vorne also - was "Die satanische Ferse" nun aber im Nachhinein nicht zu einem schlechten Album verkommen lässt (dieses Werk sollte man weiter unter dem Aspekt eines nicht ganz perfekten, unbefangenen Erstlings betrachten). Da ich nun auch in den Besitz des letzten S.S.G.-Albums "Definitiv Morsch" gelangt bin, wird eine Besprechung dieses Machwerkes auch nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Inzwischen hat Wolfmond Production das Debüt veröffentlicht, dieses Re-Release wird somit auch bald erfolgen, ebenfalls limitiert auf 100 Exemplare.

Geiler Mix aus majestätischem Black, groovendem Death und ranzigem Thrash, mit augenzwinkerndem Humor. Scheiße stinkend glatt... this is the real Metal!


Darbietungen:
01. InClou
02. Satanic Witches
03. Abra Kadabra
04. Lechland Dreams - Special Long Version
05. Habemus Papam
06. Kleinchrist Part II
07. V.W.
08. Die satanische Ferse - Deep Version
09. Latsch, latsch die Heide brennt...
10. Nachtschicht
11. Outro mit Mund

Laufzeit: ca. 43 Minuten



Sonntag, 1. Oktober 2017

Review: Vargshelske - Unlimited Hate (CD, Wolfmond Production - 2017)


"Nanu?" dachte ich, als ich von dieser Veröffentlichung hörte. Ein neues Werk von VARGSHELSKE, dem Projekt von Thorkraft (ASKUROR, SIEGHETNAR) und Bariton (ASKUROR)? Immerhin sprach der Herr Thorkraft in einem von mir geführten Interview ja schließlich auch einmal davon, dass er sich noch ein eigenes Werk unter VARGSHELSKE vorstellen könne. Doch in diesem Fall dann doch wohl falsch gedacht: bei "Unlimited Hate" handelt es sich lediglich um die Lieder der VARGSHELSKE-Seite von der "Kirchenbrand"-Split mit ASKUROR aus dem Jahr 2005.



Ich kann mich noch daran entsinnen, dass ich vor gut 11 Jahren bereits eine Rezension zu besagter Split-CD schrieb, damals für ein geplantes Magazin-Projekt, welches jedoch niemals realisiert wurde. Irgendwo in den Untiefen meiner einer externen Festplatte sollten diese Schriften sogar noch abgespeichert sein - evtl. lade ich diese sogar einmal hier hoch, um diese ersten Review-Versuche mal festzuhalten. Aber kommen wir zu VARGSHELSKE: die Split habe ich eigentlich noch als ziemlich durchschnittlich im Kopf, was nicht zuletzt auch an dieser Band hier lag. "Unlimited Hate" beginnt mit einem Intro, welches dem Dark Ambient / Dungeon Synth zuzuordnen ist. Der folgende Titel gebende Song geht dann gleich in die Vollen und mäht einfach mal alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Black Metal, der definitiv keine Gefangenen macht und auch dem Hörer keine langen Verschnaufpausen vergönnt. Durch einige gesetzte Breaks und Tempowechsel kommt auch die nötige Abwechslung ins Spiel. Jedoch fällt hier auch bereits der Gesang etwas negativ ins Gewicht, der etwas 'schrill' (mir fällt auf Anhieb kein passenderes Wort dafür ein) klingt. "Nocturnal Horizon" entpuppt sich dann im selben Stil und bietet im Vergleich zu seinem Vorgänger nur wenig Abwechslung. Erst im Verlauf zeigt sich die instrumentale Finesse. Gleiches gilt auch für "Perish". Die Songs beginnen alle sehr ähnlich und ähneln sich in ihrer Struktur sehr, weisen dann aber bei genauerer Betrachtung doch einige Feinheiten. Einzig "Hollow Moon" und "Eternal Frost" bilden hier eine Ausnahme. Das Outro ist dann noch ein recht folkiger Song zum Abschluss.

Fazit:
Diese CD richtet sich wohl eher an all jene, die nicht im Besitz der "Kirchenbrand"-Split mit ASKUROR sind. Auch hat sich das Projekt mittlerweile aufgelöst. Bariton ist lediglich noch in ASKUROR aktiv, deren letztes Werk aber auch schon wieder einige Jahre zurückliegt. Thorkraft scheint sich wohl auch eher auf seine Arbeit mit SIEGHETNAR zu konzentrieren, jedoch hat dieses Projekt meiner Meinung nach seinen Zenit auch schon lange überschritten und kaum noch nennenswerte Akzente setzen kann. Auch VARGSHELSKE wird nicht umsonst als Projekt eingestampft worden sein, denn letztlich wird hier nichts Neues geboten, was man nicht schon vorher in besserer oder schlechterer Form gehört hätte. Wirklich schlecht ist "Unlimited Hate" zwar nicht, aber auch kein Werk, welches ernsthaft im Kopf des Hörers einprägen könnte. Wer sein Glück hier trotzdem einmal probieren möchte, kann die Pro-CDr im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft käuflich über den Mailorder von Wolfmond Production erwerben. Die Auflage umfasst 100 Kopien und schlägt mit 5,- Euronnen zu Buche.

German Hateful Black Metal, welcher einige nette Ideen beinhaltet und Potential erkennen lässt, letztendlich aber kaum im Kopf haften bleibt.


Darbietungen:
01. Intro
02. Unlimited Hate
03. Nocturnal Horizon
04. Perish
05. Hollow Moon
06. Eternal Frost
07. Outro

Laufzeit: ca. 30 Minuten




Review: Adventum Diaboli - I Walk in Solitude (CD, Cvlminis - 2017)

Bereits im Juni diesen Jahres veröffentlichte die griechische Horde ADVENTUM DIABOLI ihr bereits drittes Voll-Album. Seit dem Erscheinen von "Rise of the Pagans" 2014 hat sich jedoch einiges getan - so zelebriert die Band mittlerweile einen eher depressiven Stil und bezeichnet ihren Stil selbst auch als DSBM. Grundsätzlich nicht verwerflich, auch weil sich dieser Stilwechsel ja auch immer mal in den vergangenen Arbeiten der Band zeigte.






Der gleichnamige erste Song beginnt mit atmosphärischen Klängen und wird auch über seine gesamte Laufzeit von mehr als neun Minuten instrumental dargeboten. Eine triste und erhabene Melancholie, in der man sich hier als Hörer wiederfindet, zudem lässt dieser Song auch hoffen, dass es sich hier um etwas mehr als nur 0815-DSBM handelt.. "For Her" ist dann auch wieder rein instrumentaler Natur, und - ich muss es leider sagen - etwas langweilig geraten. Dagegen präsentiert sich mit "There Is No World Without You" als erster Beitrag mit Gesang. Und dieser wird dann auch erwartungsgemäß etwas klagend dargebracht, ist aber durchaus in der Lage, ein authentisches Gefühl zwischen Grimmigkeit und Weltschmerz zu vermitteln. Die Instrumente sind hier im einleitenden Teil wieder eher atmosphärisch und im akustischen Bereich angesiedelt, während der folgende Black Metal-Teil eher primitiv und puristisch gehalten ist, dabei aber auch einige atmosphärischen Aspekte bietet. Mit "Endless Anxiety Trip" folgt ein instrumentales Zwischenspiel, welches auch einige Dark Ambient-Einflüsse inne hat. Insgesamt recht ordentlich und auch nicht zu lang. "Slow Euthanasia (Sick Of Your World)" beginnt mit einem Sample (ich kann jedoch nicht heraus hören, aus welcher Quelle) und geht dann über in einen gleichsam primitiven wie auch hypnotischen Depressive Black Metal, der ebenfalls atmosphärische Züge, gerade in den Gitarren aufweist. Das folgende Stück "Funeral Of Feelings" bietet dann wieder mehr reinen DSBM und schließt mit seinem Stil etwas an "There Is No World Without You" an. Mit "Ματαιοπονία" präsentiert man dann ein Lied am Klavier, bevor man mit "The Lethal Dose (Goodbye)" das letzte Lied dieses Werkes präsentiert, welcher noch einmal alle musikalischen Aspekte des Albums zusammenfügt.

Fazit:
Alles in allem ist "I Walk in Solitude" ein sehr eindringliches und persönliches Album geworden, wie man auch den liner-notes von Leviathan entnehmen kann. So scheinen die Titel nicht von ungefähr den Verlauf einer gescheiterten Beziehung oder den Tod eines geliebten Menschen nachzuzeichnen. Ich bin gespannt, welches Pfad ADVENTUM DIABOLI in Zukunft einschlagen werden, eine Rezension ihrer im August veröffentlichten Split mit DONARHALL wird noch folgen. Das Werk erschien als Pro-CDr im Jewelcase in einer Auflage von gerade einmal 20 Stück. Zu ergattern gibt es das Teil derzeit lediglich über den Mailorder von Rigorism Production aus Russland (Cvlminis agiert lediglich als Unter-Label von Rigorism) und kann dort für 5,- Euronnen geordert werden.

Primitiver, aber atmosphärischer DSBM mit viel Melancholie und Authentizität.


Darbietungen:
01. I Walk in Solitude
02. For Her
03. There is No World Without You
04. Endless Anxiety Trip
05. Slow Euthanasia (Sick of Your World)
06. Funeral of Feelings
07. Ματαιοπονία
08. The Lethal Dose (Goodbye)

Laufzeit: ca. 55 Minuten