Mittwoch, 30. August 2017

(Nostalgie-)Review: Nebulah - Dark Deister Demos 1992-1993 (Astral Nightmare Productions - 2016)

Bei dieser CD, die mir vor gut einem Monat in die Hände fiel, handelt es sich um eine Zusammenstellung zweier alter Demos der heute nur noch sehr Wenigen bekannten Ein-Mann-Horde NEBULAH aus Deutschland. Das Projekt von Macabros (u.a. auch bei der ehemaligen BM-Schunkel-Kapelle PRIESTERMORD tätig gewesen; hier übernahm er unter dem Namen Morbid den Gesang) existierte von 1992 bis mindestens 1999, als das erste Album und gleichzeitig letzte Werk der Band veröffentlicht wurde.




Astral Nightmare hat nun die beiden ersten Demos des Projekts auf eine CD gepresst. Die Aufnahmen sind in ihrer ursprünglichen Fassung enthalten und glücklicher Weise nicht digital nachbearbeitet oder dergleichen. Die ersten sechs Lieder umfassen dabei die Debüt-Demo "Pure Dark Evil" aus dem Jahr 1992. Misanthropischer und eiskalter Schwarzmetall, der hier zelebriert wird. Gesang und Qualität der Aufnahme erinnern stark an gute Beiträge von MOONBLOOD. "Black Hand Lie in Wait" wird noch mit einem recht stimmungsvollen und gemächlichen Instrumental-Part eingeleitet, wandelt sich dann aber schnell in den weiter oben beschriebenen Stil, der so typisch für die damalige deutsche Untergrund-Szene klingt, aber in keinster Weise irgendwie abgelutscht klingt. Auf Grund der Erscheinungsdaten darf sich NEBULAH ja schließlich auch noch zu den ersten Generationen der deutschen Black Metal-Bands zählen, zu jenen, die noch wirklich etwas bedeuteten (womit ich jetzt nicht sagen möchte, dass es heutzutage nicht auch wieder immer mehr ernst zunehmende BM-Kombos gibt!). Dass das Projekt auch gnadenlos unterschätzt und zu unrecht derlei unbekannt war/ist, zeigt sich auch in folgenden Beiträgen wie "Cold Time of the Black Winds", der sich schon beinahe melodisch zeigt oder in "Dance of the Diabolical Shadows", der gar Referenzen an die meiner Meinung nach genialen Schweden OPHTHALAMIA, die ihrer Zeit weit voraus waren (und vielleicht auch gerade deswegen so unbeliebt waren zur damaligen Zeit... schließlich fanden ihre alten Werke erst in jüngster Vergangenheit ein 'Revival'). Die letzten sechs Lieder stellen dann das zweite Demo "Sceptre of Violence" aus dem Jahr 1993 dar. Insgesamt ist die Aufnahme hier eine Spur lauter. Musikalisch betrachtet geht es hier aber ebenso misanthropisch und hasserfüllt zu, wie auf dem Vorgänger. Schwarzmetall in seiner reinsten Form. Böse, kalt und besessen. Auch hier sind Vergleiche mit gleichartigen Bands wie THA-NORR nicht von der Hand zu weisen und auch die alten Werke von MAYHEM dürften hier als Inspiration gedient haben (ich sag' mal nur "Creeping Fog").

Fazit:
Was man auf dieser CD-Zusammenstellung geboten bekommt, ist nicht mehr und nicht weniger als ursprünglicher und hasserfüllter deutscher Black Metal. Daher kommt wohl auch kein Purist an dieser Veröffentlichung vorbei, denn meiner Meinung nach gehört dieser Tonträger in jede ernst zunehmende Sammlung! Die CD erschien im Jewelcase, beinhaltet ein 2-seitiges Cover und ist auf gerade einmal 222 Exemplare limitiert und von Hand durchnummeriert. Eure Bestellungen könnt ihr direkt an Astral Nightmare Productions entrichten, jedoch haben auch noch weitere kleinere Labels wie Sol Records die CD im Distro-Angebot.

Good Olde True German Black Metal. Nothin' more, nothin' less. Buy ör Die!


Darbietungen:
Pure Dark Evil Demo '92
01. Black Hand Lies in Wait
02. Cold Time of the Black Winds
03. Journey to Damnation
04. Dance of the Diabolical Shadows
05. Cold Light of the Wintermoon
06. Howl of the Black Wolves
Sceptre of Violence Demo '93
07. Cry of the Winterdemons
08. I am the Dark Lord
09. Creeping Fog
10. Day of Darkness
11. Pagan Burial
12. The Cold Path of Sorrow

Laufzeit: ca. 58 Minuten




Review: Urschmerz - Melencolia (CD, Wolfmond Production - 2017)

Natürlich habe ich auch während meiner Urlaubszeit einiges zu hören bekommen. Eines dieser Werke stellt dieses Debüt des deutschen Ein-Mann-Projekts URSCHMERZ dar. Hinter der Band steckt Gnev, dem einen oder anderen evtl. auch durch seine Arbeit mit DONARHALL bekannt (deren aktuelle Split mit den Griechen ADVENTUM DIABOLI auch noch eine Besprechung erfahren wird).






Nun, was erwartet den geneigten Hörer auf "Melencolia"? Ich für meinen Teil assozierte den Band-Namen und den Titel in Verbindung mit einer düsteren Burgruine gleich mit extrem schmantigen DSBM - alternativ auch einen BURZUM-Klon. Um es kurz zu machen: das erste Werk aus der Feder von URSCHMERZ ist weder das eine noch das andere. Gnev zelebriert mit seinem Projekt eine Mischung aus atmosphärischem Schwarzmetall mit ambienten Einflüssen und klassischem Dungeon Synth. Dabei ist die Musik komplett und durchgehend rein instrumental gehalten, bietet ergo keine Gesangs-Passagen, was einerseits schade ist, andererseits aber auch überhaupt nicht nötig ist, um packende Stimmungen zu erzeugen und der Atmosphäre vielleicht sogar eher dienlich ist. "Truebsal" ist da so ein perfektes Beispiel für, welche ergreifenden Momente dieser triste Minimalismus bietet. Das folgende Lied "Schwermut" bietet da wieder Dark Ambient Black Metal, der rein von seinem düsteren und melancholischen, nichtsdestotrotz erhabenen Gitarrenspiel lebt, nebenher lediglich ein hintergründigen Dark Ambient Platz bietet und dabei komplett ohne Schlagwerk auskommt. Dieser minimalistische Stil wird das gesamte Werk über beibehalten, bietet aber noch ein genügendes Maß an Abwechslung, um beim Hörer nicht das Gefühl von Langeweile aufkommen zu lassen.

Fazit:
Gut, um Geschmäcker lässt sich ja bekanntlich streiten. URSCHMERZ präsentiert mit dem ersten, acht Kapitel umfassenden Werk mitnichten ein innovatives Album und bietet musikalisch nichts, was nicht schon einmal vor knapp 20-30 Jahren da gewesen wäre. Und trotzdem finde ich es immer wieder faszinierend, solcher Musik zu lauschen. Dungeon Synth Marke alter MORTIIS und WONGRAVEN paart sich hier mit instrumentalen Black Metal-Parts, die ein wenig an die alten BURZUM-Demos erinnern. Wie bereits erwähnt: vielleicht nicht unbedingt innovativ, dafür aber äußerst ergreifend in Szene gesetzt. Die CD erschien als Pro-CDr im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft und ist auf gerade einmal 30 Exemplare limitiert. Ebenfalls erschienen ist eine Version auf Kassette, die über Narbentage Produktionen veröffentlicht wurde, auf lediglich 66 Stück limitiert ist und am einfachsten auch direkt dort zu beziehen ist. Die CD kann direkt bei Wolfmond Production bestellt werden. Die Kosten belaufen sich auf gerade einmal 5,- Euronnen - eine Investition, die sich meiner Meinung nach definitiv lohnt.

Musik, die definitiv nicht jedem gefallen wird. Für alle aber, die mit traditionellem Dungeon Synth bis hin zu instrumentalen Black Metal Atmosphären etwas anfangen können, für die spreche ich hier eine klare Empfehlung aus!


Darbietungen:
01. Zerstörung
02. Trübsal
03. Schwermut
04. Schmerz
05. Kummer
06. Qual
07. Leid
08. Verzweiflung

Laufzeit: ca. 41 Minuten



Freitag, 11. August 2017

Hinweis

Moin werte Leser!

Mit der Vorab-Rezension zu dem meisterhaften Werk "In Traumschwebe erstarrt" der Österreicher Hāg verabschiede ich mich nun für eine Woche in den Urlaub.

Vom 14. bis zum 19. August werde ich meine Blog-Arbeit ruhen lassen und bin nur sporadisch über Email zu erreichen.

An alle Bands und Labels: ihr könnt mir in dieser Zeit natürlich gerne weiter eure Review-Anfragen unter der bekannten Adresse kraehenblut@gmx.de zukommen lassen - ich werde diese dann sobald wie möglich bearbeiten und euch darüber informieren.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal explizit bei allen Lesern, Unterstützern, sowie bei allen interessierten Bands und Labels, mit denen ich in Kontakt stehe, bedanken.

Piss dahin,

Kraehenblut

Wieder da, weiter geht's!

Vorab-Review: Hāg - In Traumschwebe erstarrt (CD, Wolfmond Productions - 2017)

Aus Österreich stammt die Truppe HĀG, welche nach zwei vorangegangenen Demo-Präsentationen nun bald ihr erstes Voll-Album veröffentlicht. Dies wird unter dem Banner von Wolfmond Production geschehen, welche das Album in überraschend aufwendiger Form auf CD veröffentlichen werden - doch dazu später mehr. Das Trio aus Wien kann bisher wie gesagt auf zwei Demos zurückblicken: "Ein nächtlich' Ritt" aus dem Jahr 2010 und ein selbst-betitelte Werk aus dem letzten Jahr, wobei das Letztgenannte zwei Lieder aus dem kommenden Album enthält - allerdings in einer anderen Form.


So beginnt das Werk auch gleich mit dem ersten Beitrag der beiden erwähnten Stücke: "Verhallende Schritte im Herbst". Wenn man hier den direkten Vergleich zur Demo heranzieht, wird einem schnell auffallen, dass die Aufnahme hier etwas hallender ist, was aber wirklich nicht zum Nachteil gereichen soll, denn fängt sie auf diese Weise von Anfang an genau das ein, was man mit dem Albumtitel assoziieren würde. Schlachttrommeln gleich erklingt das Schlagzeug, begleitet von rhythmischem Gitarrenspiel, welches sich im Verlauf wirklich sehr spielfreudig und abwechslungsreich zeigt, ohne aber überladen zu wirken. Dann ein Break. Akustische Gitarren treffen auf einen geflüsterten Klargesang, bevor es dann mit einer Verzerrung an der Gitarre erst so richtig losgeht. Der Sinn für rhythmische Atmosphäre wird beibehalten, der Gesang erschallt kreischend aus den Boxen und erinnert mich auf Anhieb an Horden Marke BROCKEN MOON oder AASKEREIA... nur dass sich die Österreicher eine Spur (wenn nicht zwei) musikalisch gehaltvoller präsentieren als die Deutschen. Das liegt vor allem an ihren Ideen und eingearbeiteten Details, immer mal wieder eingebaute Breaks, Tempowechsel oder auch die Solo-Parts im letzten Viertel. Und da ist es passiert: HĀG haben mich bereits mit ihrem ersten Lied komplett in ihren Bann gezogen. Ab jetzt kann es eigentlich nur noch schlechter werden, oder etwa nicht? "Im Fluss der Zeit" setzt quasi genau dort an, wo der letzte Song endete und geht gleich in die Vollen. Kurzer Break und ein instrumental Death Metal-lastiger Part setzt ein, danach geht's dann über in einen recht atmosphärischen Midtempo Black Metal, der auch hier und da mal einen Gang zulegt. Was hier allein in den ersten vier Minuten geschieht, ist einfach nur sehr erfreulich anzuhören, da die Band mit einer solch energischen und vitalen Kraft zu Werke schreitet und sich dermaßen unverbraucht präsentiert, dass es eine wahre Wonne ist. Unglaublich, dass dieser Song knappe 11 1/2 Minuten lang ist... eigentlich noch viel zu kurz. Denn auch hier lassen sich wieder sehr viele Details ausmachen, inklusive einem akustischen Zwischenspiel im letzten Viertel, welches dann noch einmal von rasantem Schwarzmetall abgelöst wird, bevor dieser kongeniale Beitrag endgültig sein Ende findet. Mit "Zyklus" folgt der wohl wildeste Beitrag des Albums und zeigt von Anfang an die Reißzähne. Hier ist vor allem das Schlagzeug zu erwähnen, dass sich wirklich ungezügelt präsentiert. Der sehr progressive, an die seligen 70er Jahre erinnernde Mittelteil ist einfach unbeschreiblich in seiner atmosphärischen Intensität. Der Beginn von "Gedankenflut" ist dagegen eher melancholischer und besinnlicher Natur, ist der akustische einleitende Teil aber erst einmal vorbei, erklingt eine im Midtempo gehaltene und sehr erhabene Black Metal-Hymne, mit vereinzelten Anleihen an den Blackgaze. Abermals zeigen sich hier die instrumentalen Fähigkeiten dieser Musiker und mit jeder gespielten Note scheint sich dem Hörer ein neues Universum aufzutun. Mit dem knapp 16-minütigen Titelsong schließt das Album schließlich ab. Bereits der Anfang zeigt die atmosphärischen Feinheiten und das Hymnenhafte dieses Liedes, welches noch einmal alle prägenden Momente der Musik HĀG's zu verbinden scheint. Atmosphärischer Black Metal trifft auf Folklore, trifft auf wilde Raserei und traumwandlerische Erhabenheit.

Fazit:
Was für ein Werk! Immer wenn man kurz glaubt, nichts mehr von wirklichem Belang aus unserem Nachbarland Österreich zu hören, kommt da so eine Band wie HĀG daher und gibt einem nicht nur diese Einsicht zurück, sondern auch den generell den Glauben an diese Musik. "In Traumschwebe erstarrt" präsentiert sich als sehr facettenreich und kombiniert viele einzelne Elemente zu einem Ganzen, welches ganz im Zeichen des Black Metal steht. Ihr Klangbild zeigt sich einerseits wirklich unverbraucht und erfrischend modern, und doch verleugnen die Mannen ihre Wurzeln nicht. Genau solche Horden wie HĀG und deren Alben sind es, denen die Zukunft gehört. Das Werk erscheint als auf 100 Exemplare limitierte Pro-CDr im Jewelcase und wird voraussichtlich in zwei Wochen über Wolfmond Production erhältlich sein. Es wird zudem ein 16-seitiges Beiheft mit Texten umfassen - eine Aufmachung, die für dieses Label schon recht aufwendig ist. Ich bin gespannt, wie das Endergebnis aussehen wird. Für eure Bestellungen haltet ihr am besten ab sofort die Augen offen und besucht regelmäßig den Mailorder von Wolfmond Production. Die Anschaffungskosten werden sich auf faire 7,- Euronnen belaufen. Bis dahin gibt es auf der offiziellen Bandcamp-Seite von HĀG sich beide Demos kostenlos herunterzuladen.

Ein finsteres Meisterwerk! Mir bleibt hier nichts anderes, als eine unbedingte Kaufempfehlung auszusprechen!


Darbietungen:
01. Verhallende Schritte im Herbst
02. Im Fluss der Zeit
03. Zyklus
04. Gedankenflut
05. In Traumschwebe erstarrt

Laufzeit: ca. 48 Minuten




Dienstag, 8. August 2017

Review: Swine Soul & Ruins of Unlight - Two Tyrants of Terror Split (MC, Narbentage Produktionen - 2017)

Im Juni diesen Jahres veröffentlichten die deutschen Untergrund-Schergen RUINS OF UNLIGHT zusammen mit der amerikanischen Ein-Mann-Horde SWINE SOUL die Split "Two Tyrants of Terror". Veröffentlicht wurde das ganze bisher auf Kassette unter dem Banner der deutschen Schmiede Narbentage Produktionen. Nun, da ich von SWINE SOUL zwar namentlich schon einmal gehört, sie mir aber noch nie musikalisch zu Gemüte geführt habe, stellt diese aktuelle Split meinen ersten Kontakt mit dem Projekt dar, während RUINS OF UNLIGHT zumindest mich mit ihrer Demo bereits überzeugen konnten.



Den Anfang macht Akhyls mit seinem Projekt SWINE SOUL. Von ihm stammen die ersten fünf Lieder. "Bats Crawl from the Lady's Maw" stellt ein ambientes Intro dar, welches zwar recht atmosphärisch ist, mir persönlich aber mit knappen vier Minuten etwas zu lang gezogen ist für eine Introduktion. Das darauf folgende "Animalistic Deathcry of Despair" beginnt dann auch recht abrupt und präsentiert sich mit ordentlich Noise. Was ich von solcher Art gearteter Musik halte, sollte jedem Leser dieser Seiten hinlänglich bekannt sein und so möchte ich auch nicht viel mehr zu dem Geschehen sagen, als dass es sich hier um recht chaotisch, irgendwie unzusammenhängend wirkende Kakophonie handelt. "Dying Disharmonies of a Soul's Light" bietet in meinen Augen etwas mehr an kompositorischer Finesse, wenn sich diese aber auch hier in überschaubarem Rahmen hält. Der Gesang gefällt mir darüber hinaus aber auch hier nicht, da er mir den Fokus einfach zu sehr auf den Noise anstatt auf reinen Black Metal legt. Was hier jedoch aufhorchen lässt ist der End-Part, der etwas sehr Morbides inne hat und auch am ehesten an reinen Schwarzmetall denken lässt. "Dead Blossom" stellt eine Mischung aus Dark Ambient mit Sample-Einspielungen und räudigem Black Metal dar, der etwas hintergründig produziert wurde. Das klingt gar nicht einmal verkehrt und vielleicht liegt es am weitestgehend fehlendem Gesang, dass der Song hier heraussticht. Auch finden hier weitere Details wie einige Tempo- und Stimmungswechsel ihren Einsatz, was das Geschehen etwas abwechslungsreicher gestaltet. "Dog Meat" stellt dagegen einen ziemlich banalen Beitrag des Dark Ambient mit Sample-Kollagen dar, ganz im Stile von MELEK-THA, ohne jedoch die Klasse eines Werkes wie "De Magia Naturali Daemoniaca" zu erreichen. Einzig die letzten paar Sekunden der knapp 11 Minuten Spielzeit bringen hier okkulte Abwechslung.

Es folgt mit dem Titel gebenden Song ein kooperativer Beitrag beider Bands. Da hier auch zweistimmiger Gesang genutzt wird, kann sich das hier ganz klar von den bisherigen Liedern abheben, auch der ambiente Einspieler zur Mitte hin sorgt für eine nötige Aufwertung.

Mit "Bastion of Chaos" eröffnen dann RUINS OF UNLIGHT ihren Teil der Split. Im schnelleren Midtempo geht es räudig nach vorne. Die Aufnahme ist hier auch weniger klar ausgefallen, wie noch auf der Demo-Präsentation. Gegen Ende zaubert man dann noch einmal einen ordentlich erhabenen und atmosphärischen Teil mit Keyboard-Einsatz. "Krampus" beginnt recht chaotisch und gleicht auch im weiteren Verlauf einer wilden Jagd durch nächtliche Wälder. Definitiv mein bisheriger Favorit dieser Kassette! "Ophiuchus" erklingt zunächst auf Grund seines eigenwilligen Drummings sehr ähnlich, jedoch geht man hier wesentlich gediegener zu Werke. Es folgt mit "Ea, Lord of the Depths" eine Nachspielversion eines Klassikers von BURZUM. Eine der stärksten Kompositionen von Count Grishnakh - wenn auch nicht die intensivste (die bleibt für mich immer noch unumstritten "A Lost Forgotten Sad Spirit"). Das Cover präsentiert sich recht solide und hält sich auch nah am Original. Der Mehrwert ist hier natürlich wie bei 99 % aller Coversongs zumindest fraglich. Mit "Driven Shivering Chant" verabschiedet man sich in Form eines fünf einhalb-minütigen Outros mit Dark Ambient und Samples.

Fazit:
Der Ami von SWINE SOUL präsentiert seinen Black Metal mit ordentlich Noise, Dark Ambient und Industrial Sample-Collagen versetzt. Meinen Geschmack trifft das eher weniger. Der Stil wird aber trotzdem seine Anhängerschaft finden. RUINS OF UNLIGHT zelebrieren auf dieser Split eine weitaus räudigere Gangart des Black Metal als noch auf ihrer Demo und präsentieren dem geneigten Hörer damit eine, wenn auch nicht gänzlich, andere Seite von sich. Nichtsdestotrotz lässt man hier neben dem Chaos nicht die Atmosphäre außer Acht, so dass man auch auf "Two Tyrants of Terror" überzeugen kann. Die Frage, ob es sich hier nun um eine wirklich lohnenswerte Split handelt, muss daher jeder für sich selbst beantworten - in meinen Augen sind aber allein die Beiträge der Deutschen einen Kauf wert. Die Kassette ist über Narbetage Produktionen erhältlich und kostet dort 4,- Euronnen, die digitale Version ist über die Bandcamp-Seite von RUINS OF UNLIGHT für 3,- Euronnen zu beziehen.

Eine zwiespältige Angelegenheit. SWINE SOUL überzeugen mich im Ganzen betrachtet nicht wirklich, während RUINS OF UNLIGHT ihre Sache solide zelebrieren. Definitiv ein Werk, auf das man sich einlassen muss. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob das allein einen Kauf des Tapes rechtfertigt.


Darbietungen:
Swine Soul:
01. Bats Crawl from the Lady's Maw (Intro)
02. Animalistic Deathcry of Despair
03. Dying Disharmonies of a Soul's Light
04. Dead Blossom
05. Dog Meat
Swine Soul & Ruins of Unlight:
06. Two Tyrants of Terror
Ruins of Unlight:
07. Bastion of Chaos
08. Krampus
09. Ophiuchus
10. Ea, Lord of the Depths (BURZUM Cover)
11. Driven Shivering Chant (Outro)

Laufzeit: ca. 64 Minuten




Review: Ruins of Unlight - Allegory of Death (Digitales Album, Eigenproduktion - 2017)

Bereits im letzten Jahr wurde die erste Demo-Präsentation dieses Projekts aus Deutschland und Österreich veröffentlicht, und zwar als auf 100 Stück limitiertes Tape durch die inzwischen aufgelöste Schmiede Schwarz Klang Produktionen. Wahrscheinlich entschied man sich auch deshalb zu einem erneuten Release in digitaler Form, dieses Mal in Eigenregie. RUINS OF UNLIGHT bestand zu diesem Zeitpunkt noch lediglich aus den beiden Mannen Infaustus (u.a. OBSCURYS, oder als Sadomator auch durch OLD SKULL bekannt) und Terror Tyrant (mir persönlich jetzt noch lediglich durch die grindige Death Metal-Kombo TORTURED WHORE bekannt).



Allein anhand der Namen der Beteiligten lässt sich bereits erahnen, auf was man sich hier einlässt. Nach dem kurzen Intro "Luciferi Excelsi" geht es dann auch gleich mit dem Titel gebenden Song in die Vollen und die Vorahnung wird bestätigt: hier regiert rotziger Untergrund Schwarzmetall mit einer gewissen Rock-Attitüd, was sich vor allem in den rhythmischen Gitarren und dem Schlagzeug widerspiegelt. Die dezent eingesetzten Keyboards verleihen dem ganzen darüber hinaus noch eine gewisse erhabene Atmosphäre, der Gesang verbreitet aber hauptsächlich Chaos, Pest, Hass und Tod. Der zweite Liedbeitrag "Summoning Anael" steht dem in nichts nach, zeigt sich sogar eine Spur räudiger und bestialischer in seiner Ausführung - RUINS OF UNLIGHT machen hier definitiv keine Gefangenen, sondern hinterlassen auf ihrem Weg nur Zerstörung und Leid. Im Mittelteil wird es gar etwas rituell angehaucht durch einen wohl platzierten Break. Den Totentanz thematisiert das nächste Lied "Tanz der Gerippe", welches auch in musikalischer Hinsicht die größte Eingängigkeit auf dem Demo bietet und sich daher auch perfekt für einen Probehörgang eignet. Mit seinem rhythmischen Midtempo-Stil erinnert gerade dieser Song schon mehr an andere deutsche Underground-Kombos wie PESTHEIM oder auch MORBID CONTEMPT. Auch "Gottesleugner" schlägt in die gleiche Kerbe, zeigt sich in instrumentaler Hinsicht ganz dem deutschen Underground Black Metal verschworen und erfüllt auch durch den recht plump gehaltenen Text so ziemlich jedes denkbare blasphemische Klischee. Es folgt ein kurzes Outro in Form von "Keuchhusten" mit Tonaufnahmen von eben... Husten. Das war's.

Fazit:
Gut, dass man hier kein Überwerk erwarten sollte, dürfte eigentlich schon von Anfang an klar sein. Habe ich aber auch gar nicht. RUINS OF UNLIGHT präsentieren mit ihrer Toten-Allegorie ein recht solides Debüt, welches sich gerade für Demo-Verhältnisse nicht zu verstecken braucht. Der Klang ist räudig und authentisch und für eine erste Demo auch an den richtigen Stellen mit dem nötigen Druck ausgestattet - eine Produktion, die für diese Umstände absolut in Ordnung geht. Musikalisch bietet man zwar absolut nichts Neues, kann sich aber auf Grund einiger spielerischer Details doch noch vom nichts-sagenden Einheitsbrei hervortun - was aber sicherlich nicht alle so sehen werden. Diese Art von Musik ist halt nicht für jedermann gemacht und möchte auch nicht unbedingt jedem gefallen. Ob die Version auf Pro-Tape noch zu beziehen ist, weiß ich aktuell nicht zu sagen, evtl. hilft da aber eine Kontakt-Aufnahme mit der Band weiter. Die digitale Version kann via der Bandcamp-Präsenz für 3,- Euronnen bezogen werden.

Für Underground-Maniacs sehr zu empfehlende Erst-Veröffentlichung! Black Metal ohne Schnörkel und großartigen Firlefanz.


Darbietungen:
01. Luciferi Excelsi (Intro)
02. Allegory of Death
03. Summoning Anael
04. Tanz der Gerippe
05. Gottesleugner
06. Keuchhusten (Outro)

Laufzeit: ca. 18 Minuten




Donnerstag, 3. August 2017

Review: Ohtar - Euthanasia of Existence (CD, Deathrune Records - 2016)

OHTAR, wer kennt diesen Namen nicht? Zugegebener Maßen ein Name, der viele Kontroversen ausgelöst hat und auch immer noch für Diskussionen sorgt. Gegründet im Jahr 1996 war OHTAR schon in früher Phase eine der wichtigsten Bands im polnischen NSBM-Underground. Es folgten einige Demos und Splits, die von der politischen Motivation der Horde zeugten, bis im Jahr 2003 das erste Voll-Album "When I Cut the Throat" veröffentlicht wurde. Neben Demos, Splits und EPs brachte man dann vor diesem aktuellen Werk noch zwei weitere Alben hervor, bis sich OHTAR dann vorerst im Jahr 2012 auflösten...




"Euthanasia of Existence" stellt nun das erste Album der beiden Mannen nach der Wiedervereinigung der Horde dar. Die beiden Individuen hinter dem Projekt Slawomir am Schlagzeug, sowie Necro (u.a. HATEFUL, zu deren aktuellem Werk sich >>hier<< eine Rezension finden lässt) am Gesang sowie an den Saiten. Der Titel spricht mal wieder für sich und bedarf, wenn man um die Einstellung der Band weiß, keiner weiteren Interpretationen. Ich persönlich habe ich mich bisher noch nie so wirklich mit der Musik von OHTAR auseinandergesetzt, weswegen ich jetzt auch keine großartigen Vergleiche ihrer früheren Werke anstellen möchte, was die Qualität anbelangt. Was ich jedoch sagen kann, dass das mir hier vorliegende Werk sehr kraftvoll produziert wurde und die nötige Portion Druck hinter den Aufnahmen steht. Dabei bieten die zwei Protagonisten in musikalischer Hinsicht alles andere als Standard-Kost, vor allem wenn man so bedenkt, was sich sonst so alles NSBM schimpft. Die Lieder sind einerseits voll von Stolz und Erhabenheit, gleichzeitig zeugen sie aber auch von tiefer Verzweiflung, Tristesse und Todessehnsucht. Die einzelnen Songs sind dabei kompositorisch ausgefeilt und bieten jede Menge Details, die für die notwendige Abwechslung sorgen und das Werk weit über Durchschnitt heben.

Fazit:
Gut, man mag jetzt von NSBM halten, was man möchte und auch ich kann mit Bands, die extreme politische Inhalte vertreten, nicht sonderlich viel anfangen - einfach auf Grund dessen, dass mir Politik zuwider ist. Ich glaube allerdings auch an die Meinungs- und Kunstfreiheit, und die möchte ich keinem absprechen. Zudem haben OHTAR in all der Zeit ihres Bestehens wohl ihren ganz eigenen Stil gefunden zu haben, was sie deutlich vom Einheitsbrei abhebt. Die spanische Tonschmiede Deathrune Records brachte das Werk sowohl als CD wie auch als LP heraus. Die LP kommt wahlweise in schwarz, weiß oder rot (wobei weiß wohl schon vergriffen zu sein scheint) und die CD erhaltet ihr wahlweise im Bündel mit einem Shirt. Preislich gesehen liegt die CD bei 8,- Euronnen, während ihr die LP ab 16,- Euronnen erhaltet. Bestellungen sind am besten direkt an Deathrune Records zu entrichten.

Elitist Polish Black Metal. Militant, misanthropisch, voll Verachtung und Agonie!


Darbietungen:
01. Cyanosis of Senility
02. Euthanasia of Existence
03. Portrayal of Damage
04. The End is not Coming
05. The Soul in a Cage of Thorns
06. Weary Thoughts

Laufzeit: ca. 43 Minuten




Mittwoch, 2. August 2017

Review: Myling - Sotpuke (CD, Amor Fati Productions - 2017)

Mal wieder etwas aus Schweden. Hatte ich ja auch schon längere Zeit nicht mehr. Zur Abwechslung auch mal etwas völlig neues, was nichts mit Ancient Records, Mysticism, Sir N., Swartadauþuz oder deren zahllosen Projekten zu tun hat. Bei MYLING handelt es sich um ein Projekt von Orm (u.a. ORMGÅRD) und Käärmeenkieli (KIIRA). Nachdem das erste abendfüllende Demo-Werk der beiden Mannen erstmals im Jahre 2009 durch Scythe of Death auf Kassette veröffentlicht wurde, folgte 2013 eine Auflage auf Vinyl (Final Agony Records), bis schließlich das deutsche Label Amor Fati Anfang diesen Jahres eine CD-Version veröffentlichte...





Diese kommt im edlen und stabilen A5-Digipak daher und enthält neben der CD auch ein mehrseitiges Beiheft mit allen Texten, die wie die Titel auch komplett in Runenschrift abgedruckt wurden. Der Begriff MYLING geht auf alt-schwedische Märchen- und Sagenwelt zurück und beschreibt einen Wiedergänger oder den Geist eines toten, neu geborenen und noch nicht getauften Kindes. Dabei soll es sich um die Seelen dieser, meist von der Mutter ermordeten, Kinder handeln, die als ruhelose Rachegeister umherwandeln. Was den Titel des Werkes betrifft, so präsentiert sich dieser auch in mehrerlei Hinsicht interpretierbar. Letztlich ist es eine Hommage an Surtr, den Feuerriesen und Herrscher von Muspellsheim, der in der nordischen Götterwelt an Ragnarök die Welt in Flammen setzte und alles Leben auf ihr zum erlöschen brachte. Thematisch setzt man sich dementsprechend auch mit der dunklen Seite nord-germanischer Mythologie auseinander, genau wie mit alten Ritualen und lange vergessenem Wissen über Magie. Nach einem sehr stimmungsvollen und folklorischen Intro geht es auch gleich über in den ersten wirklichen Song. Und der verspricht von Anfang an eine Reise in die räudigen Gefilde des klassischen Pagan Black Metal. Da klingen dann sogar ein paar Mal alte GRAVELAND durch, vor allem wenn die Orgeln einsetzen, lässt sich dieser Vergleich im Zusammenspiel mit dem Schlagzeug eindeutig heraus hören. Aber das soll nun kein Vorwurf sein... "In the Glare..." ist wohl eines der prägendsten Alben in diesem Genre, was es jemals gegeben hat (und allen Kontroversen zum Trotz, ich liebe dieses Album einfach!). Aber ich schweife ab... schließlich hat auch der erste Titel bereits wesentlich mehr zu bieten, als bloßes Nachspielen von Kult-Werken. Die Band scheint dafür, dass es sich hier um ihre erste Demo-Präsentation handelt, ihren Stil sehr gut entwickelt, und ihm eine ganz eigene Note verpasst zu haben. So finden sich hier ebenso klare Gesangspassagen wieder wie auch chorale Anklänge. Das wird auch nahtlos bei "ᚾᚠᚵᚢᚿᚦᛆᚳᛌ·ᚩᛅᛚᛚ" fortgesetzt. Heidnische Stimmungen paaren sich gekonnt mit eingängiger und rauer, dennoch rhytmischer Black Metal-Musik. "ᛆᛚᚦᛒᛦᚳ" etwa dreht zur Mitte hin noch einmal ordentlich auf, bis wieder ein düsterer Midtempo-Part einsetzt, der mit unheilvollen Turmglocken unterlegt ist. Einem regelrechten wüteten Anfall gleicht "ᛆᚵᚵᛅ·ᛆᛐᛐᛆᚱᛌᛚᚽᚴ", mal abgesehen vom folgenden Outro leider auch schon der letzte Beitrag dieser grandiosen Veröffentlichung.

Fazit:
Kaum zu glauben, dass ich erst jetzt, wo eine deutsche Schmiede die CD-Version dieses Demos veröffentlicht hat, auf diese Horde aufmerksam geworden bin. Naja, besser spät als nie, wie man so schön sagt. Für das von mir favorisierte Format Vinyl scheint es aber schon reichlich zu spät zu sein, finde ich doch keinen Mailorder mehr, der die LP noch im Distro führen würde - jedenfalls nicht in Europa. Im Netz wird sie zwar noch vereinzelt angeboten, aber die Preise sind teilweise ein echter Witz. Da bleibe ich doch vorerst bei meiner wirklich sehr schicken CD im A5-Digibook. Über eine Limitierung ist mir nichts bekannt. Für 15,- Euronnen gibt es das gute Stück direkt bei Amor Fati Productions, aber auch solche Underground-Labels wie Sol Records haben das Teil im Distro.

Grim Swedish Folk Black Metal. Raw, cold and mystical Art!


Darbietungen:
01. ᛐᚱᚽᛚᛚᚦᚽᛘ (Intro)
02. ᛘᛁᚦᚳᛅᛐᛐᛌᛒᛚᚽᛐ
03. ᚾᚠᚵᚢᚿᚦᛆᚳᛌ·ᚩᛅᛚᛚ
04. ᛆᛚᚦᛒᛦᚳ
05. ᛆᚵᚵᛅ·ᛆᛐᛐᛆᚱᛌᛚᚽᚴ
06. ᚬᚦᛆᚱᛚᚬᛐᚳᛁᚳᚵ (Outro)

Laufzeit: ca. 30 Minuten




Review: Black Blood Invocation - Black Blood Invocation (CD, Deathrune Records - 2017)

Aus Griechenland stammt dieses okkulte Duo. BLACK BLOOD INVOCATION stellt ein Projekt zwischen Nyogtha (CULT OF EIBON, zu deren aktuellem Werk auch noch eine Rezension erfolgen wird) und Xexanoth (GOAT SYNAGOQUE). Das Werk umfasst vier Lieder und wurde in seiner Urfassung bereits Anfang des Jahres via Vonfrost Records (Kanada) auf Kassette veröffentlicht. Im Juni wurde dann die CD-Auflage von Deathrune Records aus Spanien nachgeliefert.






Nach dem recht stimmigen und düsteren Intro wird dann auch direkt in Form des Titel gebenden Songs ordentlich Gas gegeben. "Black Blood Invocation" beginnt ziemlich doomig, wandelt sich aber alsbald in einen reinrassigen Goat Worshipping Black / Death Metal, der kompromisslos alles niedermäht und keine Gefangenen macht. Der Gesang ist durch die Produktion etwas in den Vordergrund gerückt, was in sofern interessant ist, da es gerade in diesem speziellen Sub-Genre nicht gerade wenige Kombos gibt, die ihren Gesang so klingen lassen, dass er eher aus den tiefsten hinteren Ecken des Jenseits zu erschallen scheint. Versteht mich nicht falsch... die Stimmgewalt verbreitet immer noch einen nach Fäulnis stinkenden Pestatem. "Ceremonial Worship of an Ancient God" schlägt in die gleiche Kerbe, gibt sich insgesamt aber etwas ritueller und erhabener, die Instrumente bewegen sich zeitweise auch eher im schnelleren Midtempo. Eine wahre infernalische Hymne, der auch etwas an ältere INQUISITION denken lässt. Der letzte Song "Baphometical Prayers" holt dann aber noch einmal den Knüppel aus dem Sack und entfacht einen regelrechten Sturm voller Finsternis, fauliger Gruftkälte, ranzigem Blut und verwesender Gedärme. Der Outro-Part mit dem Orgelspiel scheint da nur mehr die letzte logische Konsequenz.

Fazit:
Zugegeben ist Bestial War / Goat / Black / Death Metal... wie man das Kind jetzt auch nennen mag, nicht immer leicht zugänglich, reichlich konventionell und bewegt sich meistens (in 99% der Fälle) in sehr eng gesteckten Grenzen - großartig viel Spielraum wird da einer Horde eher nicht zuteil. Trotzdem schaffen es einige, diesem eigentlich recht ausgelutschten Genre noch immer Leben einzuhauchen (ein gutes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit war da für mich sicherlich das letzte SATANIZE Album, zu welchem ihr auf diesen Seiten auch eine Rezension findet) oder die beiden EPs von CULT OF EIBON. BLACK BLOOD INVOCATION zelebrieren ihr satanisches Ritual sehr solide und machen auch schnell klar, dass sie hier keine Kompromisse eingehen und nicht gekommen sind, um zu reden, sondern um zu zerstören, zu vernichten und in Fetzen zu reißen! Auch Anhänger solcher Horden wie VON, BESTIAL WARLUST, alten BEHERIT und ARCHGOAT werden sich hier sehr schnell heimisch fühlen. Die Demo-EP erschien bisher als Kassette Anfang des Jahres über das kanadische Undergroud-Label Vonfrost Records in einer Auflage von 100 Exemplaren und kann auch dort noch geordert werden. Die CD-Version erschien im Juni über Deathrune Records aus Spanien, limitiert auf 500 Exemplare. Für Interessenten aus der EU bietet sich daher eher eine Bestellung über Deathrune Records an, welche die CD für 7,- Euronnen anbieten und sogar das Pro-Tape im Distro führen (dieses schlägt allerdings mit satten 9,- Euronnen zu Buche).

Pure Goatworshipping & Bestial Satanic Black / Death Metal in its finest way - nothin' more, nothin' less. Buy and enter the Cult!


Darbietungen:
01. Impious Liturgies to Baal (Intro)
02. Black Blood Invocation
03. Ceremonial Worship of an Ancient God
04. Baphometical Prayers

Laufzeit: ca. 18 Minuten




Dienstag, 1. August 2017

Review: Dark World's Spell - Fog of mystic minds (CD, Wolfmond Production - 2017)

Das Duo DARK WORLD'S SPELL hat vor nicht allzu langer Zeit mit ihrem "Fog of mystic minds" ein sehr starkes atmosphärisches, wenn auch minimalistisches Demo hervorgebracht, welches mit Sicherheit noch im Underground nachklingen wird. Veröffentlicht wurde es gemeinschaftlich von Wolfmond Production und Haeretikus Productions.








Als 'Minimalistic Ambient Black Metal' bezeichnet die Band selbst ihren Stil, und das passt auch ziemlich genau. Nach einem etwa 1-minütigen Intro geht es dann auch gleich los. "Spectral Thoughts in Eternal Forests" entpuppt sich als nihilistische Black Metal Tonkunst, die dank des langsameren Midtempo-Klangbildes eine sehr erhabene Atmosphäre inne hat, und das trotz der allgemein doch eher räudigen Produktion. Eine eher getragene, beinahe melancholische Stimmung, die hier erzeugt wird und den Albtraum-gleichen Wandel des Hörers durch die Düsternis nächtlicher Wälder begleitet. "From Old Spiritual Tales" stellt dann ein ambientes Zwischenspiel dar, welches noch zusätzlich mit Flöten unterlegt wurde. "About The Old Awakening" ist etwas schwächer in der Aufnahme geraten, so scheint mir. Insgesamt erinnert mich das ein wenig an die ersten SIEGHETNAR, vor allem in den verzerrten Gitarren, THRONDT scheinen mit ihrem Debüt auch einen nicht zu leugnenden Einfluss gehabt zu haben, was DARK WORLD'S SPELL nun aber nicht negativ angelastet werden sollte - handelt es sich doch bei den beiden Vergleichen um zwei (ehemals) sehr solide deutsche Underground-Kapellen aus dem Gefilde des Dark Ambient / Black Metal. Das letzte Stück "Chambers of the Forgotten Night" ist dann noch ein instrumentaler Ausklang.

Fazit:
Insgesamt bleiben hier also unter'm Strich ein instrumentales Intro sowie ein Outro, ein weiteres Instrumental als Zwischenspiel und zwei wirkliche Songs. Warum sich das Zweier-Gespann aus NRW trotzdem aus der Masse hervortut ist einfach darin begründet, dass es ihre Musik gekonnt versteht, den Hörer mitzureißen. Nicht aus dem Grund, weil sie sonderlich innovativ oder spielerisch ausgefeilt wäre, sondern deswegen, weil sie es versteht durch ihre minimale Machart eine stimmungsvolle und düstere Atmosphäre zu erschaffen, in die man einfach eintauchen möchte, um sich in ihr zu suhlen und um sich in ihr zu verlieren. Die CD kommt in einer Kartonstecktasche und ist auf lediglich 35 Stück limitiert, was den Demo-Charakter abermals unterstreicht. Eure Bestellungen könnt ihr wie immer direkt an Wolfmond Production richten, die die CD für äußerst faire 6,- Euronnen anbieten.

Minimalistic & Mystical Ambient Black Metal. Willkommen in der Dunkelheit!


Darbietungen:
01. Intro
02. Spectral Thoughts in Eternal Forests
03. From Old Spiritual Tales
04. About The Old Awakening
05. Chambers of the Forgotten Night

Laufzeit: ca. 16 Minuten




Vorab-Review: Totensucht - Leitbild & Teufelswerk (CD, Wolfmond Production - 2017) - Teil 2

Der zweite Teil der als Gesamt-Rezension zu betrachtenden TOTENSUCHT-Besprechung widmet sich nun dem Album "Teufelswerk (Compilation of Confusion)", welches bereits 2013 komponiert wurde, aber nun nachträglich erst eingespielt wurde. Man sieht es bereits am eigentlichen Datum: auch dieses Werk war genau wie "Leitbild" noch vor dem eigentlichen Debüt-Album angedacht. Dies hängt wohl zum größten Teil damit zusammen, dass das die Band 2014 notgedrungen zu einem Solo-Projekt transformierte, und so die Aufnahmen erst einmal auf Eis lagen. Darüber hinaus hatte man mit seinem sehr experimentierfreudigen "Leitbild" ja schon nicht viel Glück bei Labels...


Nun, jene Labels, die TOTENSUCHT wohl mangels Interesses damals ablehnten, werden sich wohl aus heutiger Sicht extrem in den Arsch treten, denn meiner Meinung nach nimmt diese Ein-Mann-Kapelle im deutschen Underground eine absolute Ausnahmestellung ein. Innovativ, wie man Black Metal selten hört, gerade aus den untergründigen Gefilden - dabei zeigt sich Keltor jedoch auch durchaus traditionsbewusst. So verkommt die Musik auch nie zum Mittel zum Zwecks und stellt eher eine Hommage dar, als den Kult mit Füßen zu treten. Daran sollten sich so ein paar dieser hoch gefeierten BM-Revival-Bands heutzutage ein Beispiel nehmen. Aber wie schon erwähnt, das ist meine Meinung.

Wie steht es nun aber wirklich um dieses Album? Nun, mit "Teufelswerk" präsentiert TOTENSUCHT zunächst einmal ein Werk, welches auf den ersten Blick wesentlich mehr direkten Black Metal bietet und daher auch etwas leichter zugänglicher für Puristen erscheint. In der Tat zeigt man sich hier ein wenig eingängiger, was den Stil anbelangt, wenngleich natürlich das dargebotene Schwarzmetall sehr atmosphärischer Natur ist. Das zeigt sich auch gleich beim ersten Lied "The Hope is the First": epische Sphären paaren sich hier mit einer nihilstischen Grundstimmung, erneut muss man hier auch einfach die instrumentale Darbietung würdigen, die aus den limitierten Mitteln ein Maximum an Emotionen heraus holt. So finden sich hier wieder zahlreiche Tempowechsel und gezielte Breaks, die dem Stück die nötige Abwechslung verleihen, inklusive akustischem Zwischenspiel und anschließendem erhabenen Epik-Part, der sogar ein wenig in DSBM-Gefilde abgleitet im Gesang, bevor es wieder harsch nach vorne drescht. Auch "Die Rückkehr auf Sensus" steht dem in nichts nach und legt gar noch etwas an Geschwindigkeit zu, doch auch hier lassen sich wieder viele Details finden, die von der Hingabe zur Musik und zur Freiheit der Gedanken zeugen, die Glockenspiele gegen Ende sind da wohl besonders erwähnenswert, da sie doch recht ungewöhnlich sind. "Tanz der (Mi)Mösen" hat den Charakter einer persönlichen Abrechnung inne, und "Psycho Neumond" wandelt sich nach einem psychedelischen Beginn zu einem kompromisslosen Black Metal-Song, der mit zweistimmigem Gesang aufwartet. Ambient wird es dann am Anfang von "Conatum ad Videre", welches von einem Klavierspiel eingeleitet wird und in einen sehr rockigen schwarz angehauchten Metal übergeht, doch gerade in dem Riffing der Gitarren sehr viel Heavy Metal erkennen lässt. Die Gesellschafts- und Sozialkritik aus "Leitbild" kommt auch hier wieder zu tragen, wenn man da sich da etwa "The Walking Dead" anhört - präsent ist sie aber allgemein in dem Werk. Zum Abschluss geht es dann mit "Radjebalges" in Richtung Folklore und vermixt dies mit, für diese Thematik passend, typisch nordischen Black Metal.

Fazit:
"Teufelswerk" ist definitiv anders als "Leitbild". War das erst genannte Werk noch von einer gewissen Punk-Attitüde geprägt, so findet sich dieses Stilmittel in hier vorliegendem Album nicht wieder. Hier herrscht eher eingängiger Black Metal vor, der sich aber typisch für diese Band alles andere als gewöhnlich gibt. Die Musik ist gleichzeitig räudig, dann aber wieder verspielt und voller Details, die es zu entdecken gilt. Traumwandlerische Atmosphären paaren sich nicht selten mit Pest ausspeienden Hasstiraden. Die CD erscheint ebenso wie "Leitbild" aller Voraussicht nach im Laufe der nächsten zwei Wochen. Sie wird in einer Kartonstecktasche ausgeliefert und wird auf lediglich 50 Exemplare limitiert sein - schnell sein ist also alles. Preislich gehe ich auch mal wieder von den üblichen 5,- bis max. 8,- Euronnen aus. Bestellungen können direkt an Wolfmond Production entrichtet werden, sobald das Werk erhältlich ist.

Innovatives, alles andere als gewöhnliches Black Metal-Werk aus dem deutschen Underground. Trifft nicht ganz die Klasse von "Leitbild" in meinen Augen, ist aber immer noch mehr als empfehlenswert!


Darbietungen:
01. The Hope is the First
02. Die Rückkehr auf Sensus
03. Gilded Port
04. Tanz der (Mi)Mösen
05. Psycho Neumond
06. Conatum ad Videre
07. Der falsche Sadismus
08. Blutseuche
09. Slave in Heaven, God in Hell
10. The Walking Dead
11. Radjebalges

Laufzeit: ca. 65 Minuten