Dienstag, 31. Januar 2017

Review: Old Throne - O Começo do Nada (CD, Wolfmond Production - 2017)

Neues gibt es auch aus dem Hause Wolfmond Production zu vermelden: diese haben nämlich vor einiger Zeit das neue Album des brasilianischen Ein-Mann-Projekts OLD THRONE veröffentlicht. Und erneut ist es eine süd-amerikanische Underground-Kapelle, die von dem deutschen Label einen Support erfährt. Die Band präsentiert hier das bereits dritte Album.







"O Começo do Nada", zu Deutsch etwa "Der Anfang des Nichts" geht dabei nach einem kurzen instrumentalen Intro auch gleich in die Vollen und haut auch gleich mit einem überlangen Song auf die Kacke (knapp 15 Minuten Spielzeit). Schnell wird allerdings eines klar: für die dargebotene Musik ist das doch eindeutig zu lang. Der Titelsong hat zwar seine Stärken, kann dieses Niveau aber leider nicht über die gesamte Spieldauer halten und verkommt zu einem monotonen Einheitsbrei, der kaum nennenswerte Höhepunkte bietet. Anders beim nachfolgenden Stück, welches mit gut 9 1/2 Minuten zu Buche schlägt und immer noch ein wenig zu langatmig erscheint, aber deutlich mehr Atmosphäre und Abwechslung bietet, etwa Gitarrensoli, Tempowechsel und akustische Momente. Das letzte Lied geht dann wieder geschlagene 13 Minuten und erinnert in seiner Machart etwas an alte NARGAROTH. Der durchgängig nach vorne gehende und zu monotone Drumcomputer nervt jedoch auch hier schon nach einer Weile.

Fazit:
Ich möchte dem Projekt noch nicht einmal spielerisches Unvermögen unterstellen, im Gegenteil ist die Darbietung der Gitarren einfach aber klassisch gehalten. Eine Spur zu schrammelig, aber das geht noch in Ordnung. Der Gesang bewegt sich auch im recht soliden Mittelfeld, besitzt aber keinerlei Wiedererkennungswert. Was gar nicht geht, ist das Schlagzeug aus der Konserve, welches einfach nur MG-mäßig nach vorne rattert und dabei jedwede Abwechslung und jede Spur von Individualismus vermissen lässt. Mit einem richtigen Trommler (der sein Handwerk beherrscht, um das dabei zu sagen) wäre hier wohl mehr rauszuholen gewesen. Pro-CDr im Jewelcase, limitiert auf 100 hand-nummerierte Exemplare. Bestellungen gehen wie immer an Wolfmond Production.

Muss ich nicht haben. Für Alles-Hörer evtl. noch interessant. Hier wäre definitiv mehr drin gewesen.


Darbietungen:
01. Intro
02. O Começo do Nada
03. Reinando Sobre Uma Linha do Tempo Inexistente
04. Em Meu Mundo

Laufzeit: ca. 39 Minuten

Montag, 30. Januar 2017

Review: Liturgia Maleficarum - Totus Tuus (CD, A Fine Day To Die Records - 2016)

Aus Italien stammt die mysteriöse Kombo LITURGIA MALEFICARUM (und nicht aus UK wie verschiedene Quellen angeben; von sich selbst sagt sie "we don't come from the UK, we come from there below..."). Zelebriert wird ein Mix aus ranzigem Underground Black Metal mit Dark Ambient und Funeral Doom-Einschlag. Musik, die also definitiv nicht für jeden gemacht ist, um es gleich einmal vorweg zu sagen. Darüber hinaus ist "Totus Tuus" auch kein vollkommen neues Werk, sondern eine Zusammenstellung aus den Beiträgen der Split "Once Upon A Timeless Void" mit FUNGI FROM YUGGOTH und dem älteren "Ecclesia Incuborum" aus dem Jahr 2014.


Gut, im Grunde genommen sagten mir bis dato beide Werke nichts - von daher konnte ich mit dieser Band auch vorher absolut nichts anfangen, da sie mir rein gar nichts sagten. Eine Recherche im Internet bringt dann auch nur mehr als dürftige Ergebnisse. Es gibt lediglich ein Profil auf Bandcamp, sowie auf Visagenbuch und einen Eintrag in Discogs. Es handelt sich laut dem Beiheft wohl um ein Duo, welches seine Musik wie folgt beschreibt: "Liturgia Maleficarum is the soundtrack of the most hideous nightmares of your subconscious". Lassen wir mal so stehen. Fakt ist, dass die Musik wirklich sehr obskur anmutet und man stets das Gefühl hat, hier dem Erguss zweier paranoider und durch und durch kranken Seelen zu lauschen. Sehr ambient-lastiger Black Metal, der in seinen besten Momenten wie eine auf Droge wirkende Version der Schweden von BEKËTH NEXËHMÜ anmutet oder auch gerade wegen des teils sehr gutturalen Gesangs an die okkulten Zwischenspiele von HETROERTZEN erinnert, trifft hier auf düsteren Funeral Doom, von der Art wie ihn die Amis WRAITH OF THE ROPES zelebrierten. Allerdings nicht so Horror-Soundtrack-mäßig. Dennoch beherbergt auch die Musik der zwei angeblichen Briten atmosphärische Synth-Klänge, die ein wenig an 70er und 80er Jahre Horror-Soundtracks erinnern, vor allem an die schmantiger Italiener oder auch etwas an alte Roger Corman-Produktionen. Hinzu kommt rituell anmutender Industrial, der gerne mit ganzen Sample-Collagen arbeitet, was verstärkt an MELEK-THA aus Frankreich erinnert. Musik, die durchaus hypnotische, beängstigende und unheimliche Atmosphären erschaffen kann und wirklich nichts für Zartbesaitete darstellt.

Fazit:
Ich muss wirklich gestehen, dass ich anfangs nicht so recht wusste, was ich von dieser CD halten soll, und dass ich mit der Musik im ersten Moment überhaupt nichts anfangen konnte. Auf den ersten Blick, bzw. im ersten Hördurchlauf vermag sie auch eher abzuschrecken und einfach nicht zu gefallen, gar abstoßend zu wirken. Doch beschäftigt man sich intensiver mit "Totus Tuus" wird man schnell gewahr werden, dass hinter dieser abstoßenden Düsternis ein Plan und größerer Zusammenhang steckt und sich das Werk als detailreicher und atmosphärischer erweist, als man zunächst annimmt. Allerdings muss man sich auch wirklich darauf einlassen können - und dazu wird nicht jeder bereit sein. Anhänger von obskurer Tonkunst Marke STALAGGH (Projekt Misanthropia), BEKËTH NEXËHMÜ, SUMMUM, WRAITH OF THE ROPES, YHDARL etc. können hier aber ruhig mal beide Ohren riskieren. Die CD im Vinyl-Look (silberne Abspielseite) kommt im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft und ist limitiert auf 666 durchnummerierte Exemplare. Bestellungen sind direkt an die Tonschmiede A Fine Day To Die aus Spanien zu entrichten. Für 10,- Euronnen ist man dabei.

Düsterer und paranoider Trip in eine Welt voller Schmerz und Pein. Muss man sich definitiv drauf einlassen. Das wohl obskurste und kränkste Werk, welches ich seit langem gehört habe! Dennoch kann ich es auch nur bedingt empfehlen, da sich "Totus Tuus" doch an ein sehr spezielles Publikum richtet. Für jene spreche ich aber eine klare Kaufempfehlung aus!


Darbietungen:
01. Ex Divina Luce Repulsus Sum
02. Humanae Vitae Taedemus
03. Mater Abominationum, Ante Te Genuflecto
04. In All His Fathomless Glory, He Appears
05. In Perpetua Obscuritas Iacebo
06. Demonem Invito
07. In Ignem Aeternum Infernorum Detrude Me
08. Adoratio Mortis - Violatio Sepulcrorum
09. Humiliter Majestati Gloriae Tuae Supplicamus
10. A Presence Wandering In The Dark Corridors Below
11. Non Clamabunt In Gutture Suo

Laufzeit: ca. 69 Minuten

Review: Defeat - The Winds Have Changed (CD, A Fine Day To Die Records - 2016)

Ursprünglich erschien das zweite Album von DEFEAT, einem Pagan Black/Viking Metal Projekt aus Amiland, bereits im Jahre 2014 auf Kassette durch das polnische Label Werewolf Promotion. Ende des letzten Jahres folgte dann auch eine Auflage auf CD durch die spanische Schmiede A Fine Day To Die, die noch dazu eine komplette remasterte Aufnahme zum Inhalt hat. Das erste Album erschien indes unter dem Banner des NSBM-Labels Hakenkreuz Productions, welches sich aber inzwischen wohl aufgelöst hat. Die Band selbst scheint zumindest von ihren Texten her unpolitisch zu sein...




Letztlich ist so etwas aber auch nur sekundär von Interesse - gibt es doch in der Historie so manch einer inzwischen kommerziell erfolgreichen Band so einige Schnitzer, die zumindest als politisch äußerst fragwürdig gelten dürften (MACABRE OMEN, DARKTHRONE oder DARK FORTRESS, um nur einige zu nennen). Und so lange die Werke nicht von politischer Propaganda durchzogen sind, was ich auch einfach persönlich nicht tolerieren kann (und dabei ist es mir egal, in welche Richtung tendiert wird), ist es doch relativ egal. Aber da bin ich wohl ziemlich abgeschweift... also erneuter Versuch.

"The Winds Have Changed" (ein Titel, den man wohl auch auf verschiedene Art und Weise interpretieren kann) stellt wie schon erwähnt das zweite Album des Solo-Projektes DEFEAT dar, hinter welchem sich der einsame Krieger Vidarr (u.a. noch LEGENDRY) verbirgt. Nicht nur diese Tatsache stellt unweigerlich Parallelen zu anderen Bands wie BATHORY oder etwa auch FALKENBACH her, auch musikalisch wird hier eine sehr schöne Mixtur aus rauem Black Metal mit reichlich Pagan-Einschlag und epischem Viking Metal geboten, was sich in etwa wie eine Kreuzung aus BATHORY's "Blood Fire Death" und "Hammerheart" (vor allem im Gitarrenspiel), FALKENBACH's Epos "...magni blandinn og megintiri..." (was die Epik angeht), den epischen Momenten von MORRIGAN ("Giants of Stone", "Teutates Warcult" etc) und GRAVELAND der "Thousand Swords"- und "Immortal Pride"-Ära (allgemeine Instrumentalisierung und vor allem der Gesang) anhört. Die Grundmelodie ist dabei in jedem Lied recht simpel gehalten, wird aber durch melodische Keyboard-Teppiche und erfrischend epischen und spielfreudigen Gitarren enorm aufgewertet. Im Gegensatz zur Tape-Version hält die CD in Form von "The Storm of War" auch einen weiteren Song bereit, ein gut 13 Minuten umfassendes Schlachtengemälde, welches schlicht und ergreifend als 'episch' zu bezeichnen ist und dabei komplett auf Gesang verzichtet.

Fazit:
Ich hatte vor dieser CD noch nie etwas von dem Projekt gehört und bin nun umso erfreuter darüber, dass ich auf DEFEAT aufmerksam geworden bin. Ein Album, an welchem sich mit Sicherheit all jene erfreuen dürften, die oben genannte Bands ebenfalls sehr schätzen. Für alle, die sich vor einem Kauf erst noch selbst überzeugen möchten, gibt das offizielle Bandcamp-Profil von AFDTD die Möglichkeit, in das Werk reinzuhören. Die CD kommt im Vinyl-Look (silberne Abspielseite) und im Jewelcase mit vier-seitigem Beiheft und ist limitiert auf 500 handnummerierte Exemplare. Bestellungen gehen direkt an A Fine Day To Die Records.

Ob man es jetzt Heathen, Pagan Black oder Viking Metal nennt: "The Winds Have Changed" ist ein starkes, episches und kraftvolles Werk, welches ich uneingeschränkt empfehlen kann!


Darbietungen:
01. A Journey From Far Away (Introduction)
02. We are the Guardians of Asgard
03. The Worlds Numbered Nine
04. The Darkness of Mimir's Well
05. Who Guards the Rainbow Bridge
06. What Man Could Not Attain
07. Ready for War
08. The Winds Have Changed
09. Heathen Battle Ode (Outroduction)
10. The Storm of War (Bonus Track 2016)

Laufzeit: ca. 77 Minuten

Donnerstag, 12. Januar 2017

Review: Darlament Norvadian - Throne Of The Darkness Souls (CD, Wolfmond Production - 2017)

DARLAMENT NORVADIAN aus El Salvador melden sich nun auch zum ersten Mal im neuen Jahr zurück. Wolfmond Prodution veröffentlichte just am gestrigen Tag "Throne Of The Darkness Souls", das erste Album der Horde aus dem Jahr 2007, welches damals in einer äußerst geringen Stückzahl und in Eigenregie auf CDr veröffentlicht wurde.






Zu der Band brauche ich eigentlich nicht mehr viele Worte verlieren, ich halte sie für eine der besten mir bekannten Horden diesen Breitengrades. Diesen Eindruck untermauern auch ihre bisherigen Werke, von denen sich jeweils eine Rezension zur EP "Days Of Suicide" und zur Split "Atmospheric Black Metal" mit dem Polen von MORNIË UTÚLIË auf diesen Seiten finden lassen. Auch das zweite Album "When the Wolves Are Hungry", welches bisher nur auf MC veröffentlicht wurde, konnte absolut überzeugen. Nun also ein Re-Release der allerersten Demo. Insgesamt bekommt man hier vier Lieder um die Ohren, wobei das erste lediglich ein Intro mit Samples und Geschrei darstellt. Der erste Song "Darkness In Lament" geht da dann aber gleich in Vollen und macht deutlich, dass die Herren bereits damals ihr Handwerk verstanden. Klar, der gebotene Black Metal ist straight forward, ohne Kompromisse und nicht gerade innovationsreich - erwartet aber auch keiner. Der DSBM-Einfluss wird im Gesang leicht deutlich, aber es ist sogar für Phobiker des Genres erträglich. Instrumental gesehen geht das aber wie gesagt doch deutlich in die richtig räudiger Underground Black Metal, der hasserfüllt vorgetragen ist. Dabei fällt das interessante Detail auf, dass sich die Titelliste im Gegensatz zur Erstpressung ein wenig geändert hat, vielleicht um so eine sinnvollere Abfolge zu schaffen.

Fazit:
Für eine erste Demo ist das hier vorliegende Werk eigentlich gar nicht einmal so schlecht. "Throne Of The Darkness Souls" ist voller Schwärze, ist jedoch auch mit zahlreichen Ecken und Kanten bestückt, was das Ganze aber irgendwie ziemlich sympathisch und authentisch macht. Dass es die Band inzwischen besser kann, hat sie ja bereits mehrfach bewiesen. Die CD erschien als Pro-CDr im Digipak und ist auf 100 Stück limitiert. Zwecks einer Bestellung wendet euch am besten gleich an Wolfmond Production.

Solider Vertreter des räudigen Underground Black Metal. Schön, dass diese Demo nun einem etwas breiteren Publikum zugänglich gemacht wurde.


Darbietungen:
01. Throne Of The Darkness Souls (Intro)
02. Darkness In Lament
03. Immortal Fragment Of Sorrow
04. Dark Northern Throne

Laufzeit: ca. 17 Minuten

Montag, 9. Januar 2017

Review: Beheat Gorum de Mentheurd - The Frostbitten Path (CD, Kristallblut Records - 2016)

Das kleine Label Kristallblut veröffentlichte jüngst in Zusammenarbeit mit Wolfmond, die den Vertrieb übernehmen, das Album "The Frostbitten Path" des Projekts BEHEAT GORUM DE MENTHEURD aus Italien, welches nach der ersten instrumentalen Demo der Band benannt wurde, welche den gleichen Titel trug. Angekündigt wird melodischer Black Metal mit symphonischer Note... das ist allerdings nur sehr bedingt zutreffend...



Bei BEHEAT GORUM DE MENTHEURD handelt es sich eher um eine ziemlich experimentierfreudige Band, die zwar summa summarum nichts Neues abliefert, aber doch im Stil sehr gekonnt auf beinahe schon vergessenen Pfaden wandelt. Die Herren mixen ihren erhabenen Melodic Black Metal, der insgesamt an Vertreter der kalten Tage der 90er erinnert mit allerlei Ambient und vor allem Dungeon Synth uind Folklore. Das klingt dann ungefähr so, als hätten sich EVOL noch einmal zusammen getan, um ein gutes Werk aufzunehmen, zusammen mit alten MORTIIS, THORNIUM und DEATH IN JUNE hätten sie zusätzlich nochmal als Gastmusikanten eingeladen. Da tritt der reine Black Metal fast schon etwas zu sehr in den Hintergrund - glücklicher Weise versteht man es aber, aus der doch recht tristen Monotonie des Liedgutes wunderbare Atmosphären zu zaubern. Und gerade bei Dungeon Synth bin ich doch recht vorsichtig geworden, da mich kaum ein Werk dieses Genres seit den letzten Epen von MORTIIS aus dieser Ära mehr berühren konnte. Nämlich genau in diesen Stücken wie "Snowflakes" oder "Malström" liegt die Kraft und Stärke dieses Werkes.

Fazit:
Ein Wagnis, was eindeutig geglückt ist, zwar hatte ich am Anfang noch meine Bedenken, doch dieser Zweifel verfliegt im weiteren Verlauf des Werkes. Man muss sich jedoch öffnen können für diese Atmosphären, die durch ihre monotone Schlichtheit und dauernde Wiederholung dem unaufmerksamen Hörer einiges abverlangen werden. In der Musik sind es Begriff wie 'Sequenz' oder 'Klimax', die solch einen Stil beschreiben. Ein interessantes und effektives Meisterwerk aus dem Underground, was - das kann ich jetzt schon prophezeien - von vielen nicht verstanden werden wird. Bestellungen sind an Kristallblut Records oder Wolfmond Production zu entrichten.

Ein Album, welches sicherlich nicht jeden ansprechen wird. In meinen Augen auch alles andere als perfekt, aber ein starker Beitrag aus dem Untergrund und daher empfehlenswert!


Darbietungen:
01. The Frostbitten Path
02. Across The Icy Stream
03. The Curse Of Kastanje
04. Snowflakes
05. Winds Of Loneliness
06. White Moth
07. Realm Frost
08. Maelström

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Samstag, 7. Januar 2017

Review: Blood Tyrant - Aristocracy of Twilight (LP, Iron Bonehead - 2016)

Die Niederländer BLOOD TYRANT melden sich ebenfalls mit einem neuen Werk zurück. Bereits im Oktober letzten Jahres wurde klammheimlich diese LP unter dem Banner von Iron Bonehead aus Deutschland veröffentlicht. Das Nachfolgewerk zu "Night of Blood Moon", welches es in meine Liste "Empfehlenswerte Demos/EPs 2016" geschafft hat, stellt dann auch gleich einmal klar, dass es sich bei diesem Duo mitnichten um eine Eintagsfliege handelt, sondern um ein ernst zunehmendes Projekt zweier überzeugter dunkler Seelen.




Nun, das konnte man sich eigentlich schon nach dem Genuss von "Night of Blood Moon" denken. Um solch ein Werk dermaßen authentisch rüber zubringen braucht es mehr als nur musikalisches Können. Es gehört Überzeugung dazu, Herzblut - man muss dem Schwarzmetall seine Seele offenbaren und seine Emotionen durch ihn sprechen lassen. Und ja, BLOOD TYRANT scheinen ihre Seelen dem Teufel höchstselbst verscherbelt zu haben, um ihm durch ihre Musik zu preisen. "Aristocracy of Twilight" ist ein Erzeugnis schwarzen Stahls, wie man es heute nur sehr selten findet. Es ist durch und durch hässlich, es strahlt keinerlei Schönheit aus und verteilt auch keinen Funken Hoffnung auf Leben. Da ist nur endlose Kälte und Negativität. Ein Abgrund so schwarz, dass man am liebsten auf der Stelle erblinden möchte. Die Zeit der mystischen und nebelverhangenen 90er Jahre ist hier abermals wirklich sehr gut eingefangen worden, nicht nur in musikalischer, eben auch in ideologischer Hinsicht. Ein Werk, was für sich sicherlich nicht das Prädikat 'Kunst' vereinnahmen möchte, sondern einfach nur zerstören will.

Fazit:
Das zweite Werk der Niederländer steht dem ersten in nichts, aber auch rein gar nichts nach - ganz im Gegenteil. Es steht dabei sehr angenehm im derzeitigen Trend zum 'lebensbejahenden' Black Metal (ein Widerspruch in sich - es amüsiert mich immer wieder aufs neue) der heutigen Zeit. BLOOD TYRANT werden wohl erst verstummen, wenn sich auch der letzte Unwürdige unter dem Einfluss ihrer Musik das Licht ausgeblasen hat. No Trends - No Posers - No Life - No Fun! Fucking Old School und definitiv nichts für Zartbesaitete. Die auf 300 Exemplare LP kommt wahlweise auf schwarzem (150) oder rotem (150) Vinyl. Bestellungen gehen an Iron Bonehead Productions (sind noch bis zum 17. Januar im Urlaub). Mit etwas Glück könnt ihr dann noch ein Exemplar abstauben.

Listen to BLOOD TYRANT and kill yourself or someone you love. True Black Metal it was meant to be! Total Support!


Darbietungen:
A
01. Dawn of a New Supremacy
02. The False Heresy
03. Undying Iron Will
04. Barbaric Wampyrism
B
05. Clandestine Bloodmists
06. Engulfed by Purifying Flames
07. Inertia Meditation

Laufzeit: ca. 29 Minuten

Review: Moongates Guardian - Let Horse Be Bridled, Horn Be Sounded! (Digitales Album, Eigenproduktion - 2017)

Aus Russland stammt das Duo MOONGATES GUARDIAN, welche mit "Let Horse Be Bridled, Horn Be Sounded!" Anfang des Jahres ihr sechstes Album veröffentlicht haben. Wohl gemerkt existiert die Band seit 2013 - man zeigt sich also durchaus produktiv. Was das oftmals über die Qualität der Werke aussagt, brauche ich wohl keinem mehr zu erzählen. Andererseits kann man sich als Künstler auch sehr gut austoben, wenn man nur auf selbst-veröffentlichte digitale Werke setzt.





Immerhin überrascht das Album gleich zu Anfang mit einer guten Produktion und einer Aufnahme, die für den geneigten Hörer von atmosphärischem und epischem Black Metal Marke CALADAN BROOD oder SUMMONING kaum Wünsche offen lässt. Epische Sphären, jeder Song eine Hymne für sich, folkloristische Instrumente, akustische Momente, viel Sample-Bombast, die nötige Härte aber nicht vernachlässigend. Das ist genau das, was ich von einem Epic Black Metal-Album erwarte, und genau das bekommt man hier auch in Form von neun Liedern vorgesetzt. Etwas merkwürdig mutete es auch zunächst einmal an, dass sich unter den Liedern auch ein BLIND GUARDIAN Cover in Form von "Lord of the Rings" fand. Das ist aber überraschend gekonnt in ein passendes Gewand gesteckt worden. Fragt sich nur, was die Deutschen davon halten, bzw. ob sie überhaupt wissen, was man hier aus ihrem Lied gemacht hat... aber egal. Hörenswert ist es jedenfalls geworden.

Fazit:
Epic Black Metal aus Russland? Ja, das klappt durchaus. MOONGATES GUARDIAN ist der Beweis dafür. Aber auch EORONT bewiesen ja schon gekonnt, dass sehr atmosphärische Schwarzmetall-Klänge aus Russland möglich sind. Zu den alten Alben kann ich leider überhaupt nichts sagen, wohl habe ich mitbekommen, dass "The Eagle's Song" eine Auswertung auf CD erfuhr - bleibt zu hoffen, dass hier vorliegendem Machwerk das gleiche Schicksal zuteil wird. Lohnen würde es sich allemal. Bis dahin bleibt nur ein Blick auf das Bandcamp-Profil der beiden Mannen, auf welchem man sich das aktuelle Werk in voller Länge anhören und gegen eine Gebühr von knapp 6,80 Euronnen auch herunterladen kann.

Erhabener Epic Black Metal aus Russland. Empfehlenswert für alle Anhänger des Genres!


Darbietungen:
01. Let Horse Be Bridled, Horn Be Sounded! (Instrumental)
02. I Sit Beside the Fire and Think
03. The Dragon Is Withered
04. Elbereth Gilthoniel
05. The Mirror of Galadriel
06. The Lord of the Rings (BLIND GUARDIAN Cover)
07. Beren and Luthien
08. Tom Bombadil
09. The Wind Was on the Withered Hearth


Laufzeit: ca. 41 Minuten

Review: Antiquus Scriptum & Xerión - ...Parábolas, Fantasías & Quimeras... (Unha Alianza Lusitana e Galega de Honra e Sangue) Split (CD, Wolfmond Production - 2017)

Das Trio ANTIQUUS SCRIPTUM aus Portugal meldet sich einmal mehr zu Wort. Soweit nichts neues. Da kommt ja gerade in letzter Zeit gefühlt jede Woche neues Material rein. Wenn es sich meist auch um Wiederveröffentlichungen handelt. Die Band scheint nämlich erst wirklich bekannt zu werden in Deutschland. Hier liegt nun eine Split mit den Spaniern XERIÓN vor, die ihrerseits ja auch schon auf eine beachtliche Anzahl von Veröffentlichungen zurückblicken können. Beide Kombos trafen allerdings selten meinen persönlichen Geschmack, ob sich das hier ändert? Ich lass' mich überraschen.



Die CD beginnt mit den Portugiesen, die die ersten sechs Lieder beisteuern. Zelebriert wird der bewährte räudige Black Metal Stil der Band, der mit allerlei atmosphärischen Effekten und wilden Viking Metal-Parts aufgewertet wird. Ich habe schon so manches von der Band gehört und soweit ich mich erinnern kann, ist das hier ihr bisher hörenswertestes Material, ich zumindest konnte es mir an einem Stück anhören, ohne aus den Ohren zu bluten. Immerhin. Solche Peinlichkeiten wie den Anfang von "Eu, O Misantropo..." hätte man sich dennoch in meinen Augen sparen können. Das wirkt einfach nicht seriös. Auch polarisiert hier mal wieder ganz klar der Gesang, der mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack treffen wird. Ansonsten wird hier recht solide Kost geboten.

Die ersten Klänge von XERIÓN wirken mystisch und folkloristisch. Was folgt ist kerniger und ursprünglicher Pagan Black Metal. Räudig, mit ein paar melodischen Samples und Tasten unterlegt, dazwischen immer mal wieder folkloristische Einschübe und Zwischenspiele. Letztlich ist das Material der Spanier eine Spur eingängiger, wenn auch nicht unbedingt abwechslungsreicher. Leider reicht die Qualität auch nicht gänzlich an vergleichbare Sachen heran. Trotzdem klar mein Favorit dieser Split.

Fazit:
Bleiben wir doch mal auf dem Teppich - beide Bands kann man sich hier ganz gut anhören, und wer noch nie von beiden gehört hat, dem wird hier eine gute und kostengünstige Möglichkeit geschaffen, sich mit der Musik der beiden Horden vertraut zu machen. Interessenten wenden sich am besten gleich an Wolfmond Production, die die auf 300 Exemplare limitierte CD für faire 6,- Euronnen anbieten.

Wer solcherlei Musik mag, oder auch Anhänger einer oder beider Bands ist, der wird mit dieser Split mehr als glücklich werden. Anhänger des Pagan Black Metal dürfen auch ruhig einmal ein oder zwei Ohren riskieren.


Darbietungen:
Antiquus Scriptum
01. Conselho De Guerra (Præludium Bellicum)
02. Aljubarrota 1385
03. Terras D'el Rey (Domínios Antigos)
04. A Tear For Atægina (Trova Di Tristezza ; Movimento I)
05. Eu, O Misantropo
06. Tertúlia Das Bruxas Dançantes (Allegro Moderato ; Movimento IV)
Xerión
07. Entre As Muras Da Pena Escura
08. Na Fraga Estremecida
09. A Pena Da Moura
10. Nós, Os Miñotos
11. Os Vellos Rapaces Do Rei Celta
12. Cabaleiro Negro

Laufzeit: ca. 66 Minuten

Vorab-Review: Mosaic - Old Man's Wyntar (CD, Eisenwald - 2017)

Die deutsche Horde MOSAIC meldet sich im neuen Jahr auch wieder zu Wort. Nicht in Form eines komplett neuen Werkes zwar, aber in gewisser Weise lässt sich hier doch schon davon reden. "Old Man's Wyntar" fand anno 2014 das erste Mal eine Veröffentlichung als EP unter dem Banner von Amor Fati, welche das Werk im letzten Jahr erstmalig auf Vinyl auswerteten, und die ursprünglichen sechs Lieder zum Inhalt hatte. Nun folgt bald eine Art 'extended edition', welche komplett neu gemastert wurde und zudem drei zusätzliche Lieder enthält, welche das Werk zu einem vollwertigen Album werden lassen.



Somit stellt dieses Machwerk nicht nur die erste selbständige EP der Band, sondern gleichzeitig auch das erste Voll-Album dar. Die ersten sechs Lieder sind dabei die bereits bekannten von der bereits veröffentlichten "Old Man's Wyntar" EP, welche mit ihren stattlichen 44 Minuten Spielzeit ja eigentlich auch schon gar keine wirkliche EP mehr ist. Zelebriert wird hier eine wilde Mixtur aus Gedichte-Rezitation, atmosphärischem Dark Ambient, schamanistischen Klängen, die sich ohne weiteres mit der Klasse ala ACHERONTAS messen lassen, etwas Neo-Folk und natürlich Schwarzmetall, der dabei sehr ritueller Natur ist. Die drei zusätzlichen Lieder sind dabei auch nicht bloße Lückenfüller, sondern fügen sich nahtlos an die letzte Klänge von "Black Glimmer" an, "Silent World, Holy Awe" stellt dabei den ersten neuen Beitrag dar: ein sehr hymnisches Stück, was gemächlich beginnt, sich aber mit der Zeit immer weiter steigert und ein wahrer Hinhörer ist... da ist es beinahe schade, dass nach vier Minuten auch schon Schluss ist. "Vom ersten Schnee" beginnt wieder sehr lyrisch und poetisch, begleitet von dezenten Gitarren und leisen Glockenspielen bzw. Schellen. Das lyrische Konzept zieht sich durch das gesamte weitere Geschehen, Sprechgesang mischt sich allmählich mit einem poetischen Monolog, der an ein Sample aus irgendeinem alten Film oder einem alten Hörspiel erinnert und schließt das Lied letztlich ab. Der letzte Song stellt "Silver Nights" dar und erinnert am Anfang etwas an DEATHGATE ARKANUM, macht aber ein weiteres Mal sehr schnell deutlich, dass sich die Musik von MOSAIC nicht einfach mit der von anderen Bands vergleichen lässt. Insgesamt entwickelt sich der letzte Beitrag zu einem der traditionellsten Schwarzmetall-Beiträge auf "Old Man's Wyntar" was noch einmal einen mehr als krönenden Abschluss für dieses Debüt-Album darstellt. Bleibt noch zu erwähnen, dass das Projekt in den letzten drei Liedern von namhaften Gastmusikern Unterstützung fand, u.a. durch NACHTREICH, Scorpios Androctonus (die Deutschen CRIMSON MOON), sowie von Musikern von u.a. GRIFT und WOLFHETAN.

Fazit:
MOSAIC präsentieren hier ein überragendes erstes Album. Die Songs sind jeder für sich einfach wunderbar, stilvoll und bis ins kleinste Detail mit Liebe und Hingabe vorgetragen. Eine Huldigung an den natürlichen Kreislauf, das Leben, den Tod und den Winter. Die CD erscheint am 20. Januar in einem edlen A5-Digibuch, mit einem umfangreichen Beiheft samt allen Texten (inkl. deren englischen Übersetzungen!). Ein Werk, das sich sicherlich nicht an jeden wendet und auch nicht jeden erreichen will, sondern sich an jene Schar richtet, die bereit sind der Finsternis zu lauschen und ihr ihre Köpfe und Herzen zu öffnen. Ein Werk, welches den kalten Hauch der Dunkelheit atmet und den Geist des schwarzen Stahls nicht nur nach außen trägt, sondern spürbar verinnerlicht hat. Ganz groß! Vorbestellt werden kann das ganze unter der offiziellen Bandcamp-Seite von MOSAIC.

Kleines Meisterwerk aus Deutschen Landen. Total Support!


Darbietungen:
Chapter I: Erweckunge & Winteren
01. Incipit: Geherre
02. Onset of Wyntar
03. Im Winter
Chapter II: Zoubar & Tunkalheyt
04. Snowscape
05. White Gloom
06. Black Glimmer
Chapter III: Vröudenhüge & Rouchnaht
07. Silent World, Holy Awe
08. Vom ersten Schnee
09. Silver Nights

Laufzeit: ca. 76 Minuten

Review: Beelzebub - Dark Landscapes of My Imagination (CD, Pyewacket Productions - 2016)

BEELZEBUB ist ein inzwischen aufgelöstes Projekt aus der schier endlos erscheinenden Reihe von 'Bands', die der Herr Orlok aus England am Start hat. Eines verbindet alle aber alle irgendwie: sie stellen nichts wirklich großartiges dar, sondern eher 0815 Black Metal, der mal die nationale, depressive oder okkulte Schiene fährt. Manchmal auch direkt dem NSBM zuzurechnen ist. Eines haben diese ganzen 'Bands' aber gemeinsam: sie klingen irgendwie nichts-sagend, nach 0815 und absolut austauschbar, zudem klingen sie überwiegend gleich, was immer ein wenig schade ist - dann sollte man es doch lieber bei einem großen Projekt belassen.



BEELZEBUB befasste sich der Beschreibung nach inhaltlich mit Okkultismus, Satanismus und auch Vampirismus. Geboten wird auf diesem zweiten Album, welchem noch eine EP und eine Split folgten, rauer lofi-Black Metal, der - man muss es lei|der sagen - ziemlich uninspiriert aus den Boxen erschallt. Das liegt noch nicht einmal primär nur an den Instrumenten, die sind noch als 'ok' zu bezeichnen, wobei das Ganze doch recht simpel gehalten ist und es auch kaum vermag, wirklich mitreißend auf den Hörer zu wirken und ihn wirklich zu fesseln. Der Gesang klingt darüber hinaus ziemlich gelangweilt und emotionslos, was für Schwarzmetall natürlich das absolute k.o.-Kriterium darstellt.

Fazit:
Old School hin oder her, diese Art von Black Metal kann heute doch nicht ernsthaft jemanden vom Hocker reißen? "Dark Landscapes of My Imagination" ist zwar kein kompletter Griff ins Klo, doch so identitätslos, dass es fast schon ein Trauerspiel ist und man sich als Anhänger des Kultes doch schon einmal fragen darf, ob es eine solche Band überhaupt gebraucht hätte. Immerhin scheint man das Projekt ja konsequenter Weise in den Boden gestampft zu haben. Ob weitere Projekte aus der Feder von Orlok dieses Schicksal auf Dauer teilen werden, bleibt abzuwarten.

Uninspiriertes Machwerk. Braucht wirklich niemand!


Darbietungen:
01. Dark Landscapes Of My Imagination (Intro)
02. Forest Of The Impaled
03. Black Dreams Of War
04. Eternal Winter
05. Black Spirits Of Malevolence
06. Shadows Of Shelob's Night
07. Into The Dark Winter War

Laufzeit: ca. 34 Minuten

Review: Paria - Knochenkamp (CD, W.T.C. Productions - 2016)

Gut drei Jahre nach dem letzten Voll-Album "Surrealist Satanist" überraschten die deutschen Sado-Okkultisten PARIA Ende vergangenen Jahres noch mit einer neuen Veröffentlichung, welche erneut auf W.T.C. erschien. "Knochenkamp" stellt dabei eine EP dar, die den eingeschlagenen Pfad des letzten Albums konsequent weiterführt.







Das wird nicht zuletzt durch die wieder durch die Aufmachung deutlich, die einmal mehr sehr psychedelisch, aber auch traditionell gehalten ist. Genauso präsentiert sich auch wieder die Musik: bestialischer Black Metal der alten (deutschen) Schule paart sich hier mit düsteren Psychedelic-Elementen. Dabei artet es nicht in solchen Triaden Marke ORANSSI PAZUZU aus, welche dann doch noch einen Tick konsequenter den psychedelischen Pfad beschreiten und das nicht nur in ihrer Musik zeigen, sondern auch anhand der Laufzeiten ihrer Stücke. Bei PARIA verhält es sich eher so, dass diese Elemente sich vorwiegend im Gitarrenspiel, aber auch teilweise im Gesang widerspiegeln. Der Black Metal dient hier jedoch mehr als zum Grundgerüst - er ist die treibende Kraft dieses Werkes. Und der präsentiert sich im Falle von PARIA einmal mehr als ziemlich räudig und vor allem krank und das die Interpretation von BATHORY's "Call from the Grave" am Ende der CD ist an Eigenwilligkeit wohl kaum mehr zu überbieten. Ein Mix aus Black Metal, Doom und Stoner, mit beschwörendem Singsang.

Fazit:
PARIA vermögen es immer wieder zu begeistern. Gut, die Herren haben mit "VerminRace" seiner Zeit auch ein unglaublich schwaches Album abgeliefert (in meinen Augen), aber seit "Surrealist Satanist" ist die Faszination für diese Band wieder ungebrochen... und gerade live ist die Horde einfach eine Macht! Musik von Überzeugungstätern für eben diese. Derzeit liegt die EP leider nur als CD im Digipak vor, ob eine Auflage auf Vinyl erfolgt, weiß ich leider nicht zu sagen - scheint aber angesichts der Tatsache, dass das letzte Werk von W.T.C. auch keine Auswertung auf diesem Format erfuhr eher unwahrscheinlich. Bestellungen sind am besten direkt an das World Terror Committee zu entrichten.

Psycho Schwarzmetall aus Deutschland. Räudig, kalt und verstörend. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Intro
02. Pergamentikkch Nemesis
03. So Far from the Hidden God
04. Cyclikkch Ovogenesis
05. Call from the Grave (BATHORY Cover)

Laufzeit: ca. 28 Minuten

Vorab-Review: The Flight Of Sleipnir - Skadi (CD, Eisenwald - 2017)

Ihr bereits fünftes Album präsentieren uns die Amis THE FLIGHT OF SLEIPNIR mit "Skadi". Mit ihrem Mix aus Stoner Rock, Doom und Black Metal konnten die Mannen schon so manche Aufmerksamkeit auf sich lenken und weichen auch mit dem hier vorliegenden aktuellen Werk nicht von ihrer Linie ab.








Im Gegenteil zeigt man sich auf "Skadi" gar noch eine Prise mutiger. Der Black Metal tritt dabei allerdings immer weiter in den Hintergrund und räumt den eher langgezogenen, träumerischen Sphären mehr Platz ein. So beherrschen auch eher die Facetten des Prog Rock und des Stoner Rock / Metal das Gesamtgeschehen auf "Skadi", teilweise begleitet von psychedelischer Orgelmusik. Der Gesang ist dementsprechend auch eher traditioneller Art, wenn dann doch einmal der Black Metal durchscheint ("Falcon White") erinnert das ganze an Sachen wie WILDERNESSKING aus Süd-Afrika oder auch die Franzmänner ALCEST - für den Puristen also wohl eher weniger relevant, dafür aber für alle, die gerne mal einen Blick über den Tellerrand riskieren und sich auch post-modernen, bzw. in diesem Fall auch traditionellen Prog Rock-Elementen nicht verschließen, ein wahres Fest. Die Lieder weisen dabei allesamt Überlänge auf (bis an die 12 Minuten), alles andere wäre aber auch reiner Hohn an das Genre gewesen. Die Songs sind sehr gut arrangiert, besitzen sehr feine Stimmungswechsel, verschiedene Atmosphären und sprechen unterschiedlichste Emotionen an. Die instrumentale Darbietung ist über jedwede Kritik erhaben und bietet eigentlich alles, was ein Freund guter handgemachter Musik erwarten darf. Aber immer werden sie dem Titel gerecht: Skadi als nordische Göttin der Jagd und des Winters.

Fazit:
THE FLIGHT OF SLEIPNIR polarisieren schon seit Beginn ihrer Karriere die Gemüter. Anhängern des traditionellen Black Metal sind sie zu seicht, experimentell und zu aufgeschlossen, was Genre-fremde Einflüsse anbelangt, allerdings sind sie auch keine Mainstream-Band, da sie dafür doch eine Spur zu ungewöhnlich mit ihrem Stil anmuten und dem Durchschnitts-Konsumenten dann doch zu hart sein dürften. So wendet sich die Musik eher an jene, die ein Gespür für solch eine Mixtur haben, die einerseits traditionell anmutet und doch in gewisser Weise modern klingt. Die Produktion ist perfekt, beinahe schon eine Spur zu perfekt, wie ich finde - soll dem Ganzen aber nicht zum Makel gereichen. Das Album wird ab dem 20. Januar über die Eisenwald Tonschmiede aus Deutschland erhältlich sein, in den Formaten CD und LP, eine digitale Version wird darüber hinaus auch angeboten. Im Februar soll wohl noch eine Auflage in einer limitierten Box folgen, welche die LP, die CD, eine Slipmat und vier hand-signierte Artworks enthält. Vorbestellen kann man das Album bereits über die Eisenwald-Bastion bei Bandcamp.

Alles andere als ein gewöhnliches Werk - "Skadi" wird alle begeistern, die sich auf solche Art Musik einlassen können. Empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Awaken
02. Earthen Shroud
03. Falcon White
04. Tenebrous Haze
05. Voices

Laufzeit: ca. 45 Minuten

Sonntag, 1. Januar 2017

Review: Wolves Eyes & Likvann - Split (CD, Werewolf Promotion / Witches Sabbath Records - 2016)

Eine nicht ganz politisch korrekte Split zwischen einer Ein-Mann-Band aus England und einem Solo-Projekt aus Norwegen? Wenn das mal nicht nach einer Veröffentlichung aus dem Hause Werewolf Promotion riecht... hehe. Aber Spaß bei Seite: die beiden Horden WOLVES EYES und LIKVANN zelebrieren hier jeweils recht soliden Black Metal mit reichlich Pagan-Einschub.







Wo der Hase läuft sollte auch spätestens nach Sichtung des Covers klar sein. Stichwort Heathen Pride, Wotanic Black Metal. Der Engländer holt sich für den Gesang bei WOLVES EYES Verstärkung von Wolf. Zusammen zelebriert man die drei ersten Stücke der Split CD. Dabei klingt man einerseits doch recht typisch für englischen Underground Heathen Black Metal, weist aber auch einige Parallelen zu Bands wie alten GRAVELAND auf. Die Texte sind alle abgedruckt und sind entsprechend patriotisch und gegen globales Denken gerichtet (da erscheint der letztjährige EU-Austritts-Entscheid der Briten ja wohl nur als Bestätigung).

Der Norweger von LIKVANN dagegen gibt räudigen Black Metal der alten nordischen Schule zum besten und stellt die letzten drei Stücke. Die Musik geht in Ordnung, kommt schnell und aggressiv rüber, enthält vereinzelt auch einige dreckige Rock-Attitüden. Nix Neues also, aber gutes Altbewährtes. Die Texte sind in Landessprache verfasst, wer sie zu lesen vermag, wird aber recht schnell klar werden, dass der gute Mann einem gemeinsamen europäischen Gedanken auch nicht gerade wohlgesonnen gegenüber steht.

Fazit:
Beide Bands können hier musikalisch vollkommen überzeugen. Ideologisch sicher für einige fragwürdig bis nicht vertretbar, aber schließlich hat in einer Demokratie auch jeder das Recht auf seine eigene Meinung. Neben der CD in einer Auflage von 1000 Stück, existiert auch eine Fassung auf Kassette, welche auf lediglich 300 Exemplare limitiert ist. Interessenten wenden sich zwecks einer Bestellung direkt an Werewolf Promotion oder Witches Sabbath, die ihren Sitz beide in Polen haben, oder wenden sich an Obscure Abhorrence, der die CD ebenfalls im Distro führt.

Solider Vertreter des patriotischen Heathen Black Metal.


Darbietungen:
Wolves Eyes
01. Sons of Heathen Fire
02. Legacy in Fire
03. Wolves of Europa
Likvann
04. Europa Star i Brann
05. Ta Ditt Vapen Fatt
06. Blod og Arv

Laufzeit: ca. 27 Minuten

Vorab-Review: Beyond of Desolation - Mile (CD, Wolfmond Production - 2017)

BEYOND OF DESOLATION ist ein Ein-Mann-Projekt aus Venezuela, welches einer melancholischen Variante des Black Metal mit Post Rock- und Dark Ambient-Elementen frönt. Soweit also nichts Neues. An dem Stil versuchen sich ja so einige Kombos. In den seltensten Fällen gelingt dieses Unterfangen aber wirklich, denn oft kommt es vor, dass man dann doch einfach zu viel möchte und sich im Laufe des Werkes verrennt.






Ähnliches könnte man auch über "Mile", dass aktuelle Werk des Projekts sagen, bietet der einleitende Song "Forever And Ever" nämlich noch reichlich depressiven Black Metal, nebst passendem Gesang, der für DSBM absolut in Ordnung geht. Insgesamt macht das Stück Hoffnung auf mehr in der Richtung. Leider wird man dann aber bereits mit dem zweiten titel-gebenden Lied enttäuscht, da dieses mit seiner jenseits der 15 Minuten-Grenze andauernden Spielzeit eher dem Dark Ambient und Instrumental Black Metal zugerechnet werden kann. Eine schöne Atmosphäre hat das Stück, ohne Zweifel, jedoch hat man sich dann doch ein wenig was anderes verhofft. Immerhin muss man "Mile" zugute halten, dass es nicht langweilig vorgetragen ist - also wesentlich facettenreicher als alles, was man aus jüngerer Vergangenheit von vergleichbaren Projekten wie SIEGHETNAR oder dergleichen zu hören bekommen hat. Das nächste Stück ist vom gleichen Schlag, allerdings noch etwas träumerischer, zudem ist der Ambient hier wesentlich dominanter. Das letzte Stück ist in meinen Augen einfach nur schlimm, klingt es doch fast schon poppig.

Fazit:
Ja, was soll ich dazu jetzt schreiben? "Mile" ist ein Werk, was vielversprechend beginnt, im Mittelteil einen abrupten Stilwechsel in rein instrumentale Gefilde einschlägt und ein, aus schwarzmetallischer Sicht katastrophales Ende nimmt. Ein Mini-Album für ruhigere Momente, wenn man den letzten Titel außer Acht lässt, auch noch ganz gut hörbar. Viel mehr Wohlwollendes vermag ich allerdings nicht über diese EP zu berichten. Die Erstauflage erschien bei den Russen von Cvlminis, wie immer in einer lächerlich geringen Stückzahl von 20 Exemplaren - unwahrscheinlich, dass da alle von weg gegangen sind. Demnächst erscheint unter dem Banner von Wolfmond Production eine weitere Auflage mit einer Limitierung von 100 Stück als Pro-CDr im Jewelcase. Interessenten wenden sich vertrauensvoll direkt an das Label.

Für Anhänger des DSBM, vermengt mit Dark Ambient, Instrumental BM und Post Rock mal einen Probelauf wert. Ob die Anschaffung hier aber wirklich lohnenswert ist, muss wie immer jeder für sich selbst entscheiden.


Darbietungen:
01. Forever And Ever / Keine Tränen
02. Mile
03. Noches de Inviernos
04. A Distancia

Laufzeit: ca. 36 Minuten

Das Jahr 2016 im musikalischen Rückblick - Ein Fazit:




Das vergangene Jahr brachte viele gute Veröffentlichungen mit sich, einige davon habe ich besprochen, andere gingen leider an mir vorbei. Allerdings gab es auch ziemlich viel Mittelmäßigkeit, der Hipster Black Metal nimmt immer mehr Überhand, und Schwarzmetall scheint als Konsumgut längst im Mainstream angekommen zu sein. Das war 2016 noch einmal mehr als spürbar. Traurig, dass wohl auch immer mehr Distros sich diesem Trend anschließen.

Abseits diesen Treibens lebt der Untergrund jedoch weiter, und auch 2016 hat gezeigt, dass er mehr als vital ist.

Für alle Fanatiker lassen sich hier nun ein paar persönliche Listen finden, die meinen subjektiven Eindruck wiederspiegeln. Nicht jeder muss mit meiner Meinung konform sein, interessiert mich ehrlich gestanden aber auch eher weniger. Political correctness darf wie immer für sich behalten werden. This is the real Black Metal. Non-konform, Anti-Mainstream, Anti-Human, Anti-Life!


Die 15 wärmsten Empfehlungen meiner Seits aus 2016:
01. Stygian Temple - In The Sign Of The Five Angles (Penetration Hammer)
02. Forteresse - Thèmes pour la Rébellion (Sepulchral Productions)
03. Kill - Great Death (Amor Fati)
04. Odal - Geistes Unruh (Eisenwald)
05. Burkhartsvinter - Burkhartsmal (Eigenproduktion)
06. Shards of a lost World - Primum Ritual (Wolfmond Prodcution)
07. Adversum - In The Sign Of Satan (Inferna Profundus)
08. Caverne - Sentiers d'avant (Résilience)
09. Graveland - 1050 Years of Pagan Cult (Heritage Recordings)
10. Aryman - Czarne Ritualy Otchlani (Hass Weg)
11. Occultum - Towards Eternal Chaos (Old Throne)
12. Flavros - Det Svarta Riket (Ewiges Eis)
13. Panphage - Drengskapr (Nordvis)
14. Ewiges Reich - ...nur frei bei Nacht (Obscure Abhorrence)
15. Antimateria - Valo Aikojen Takaa (Purity Through Fire)

Die Reihenfolge ist beliebig und ist nur eine Auflistung von besonders empfehlenswerten Alben.


Hier noch eine Auflistung von einigen empfehlenswerten EPs und Demos:
01. Norns - Pazuzu (Deviant Records)
02. Havukrunnu - Rautaa ja tulta (Naturmacht)
03. Blood Tyrant - Night of Blood Moon (The Shadow Kingdom)
04. Nocturnal Werewolf - Howl of Frozen Graves (Darker Than Black)
05. Mooncitadel - As Nightwind Embraced and the Shadows Caressed (Darker Than Black)
06. Froststarr - Essenz Demo-Album (Eigenproduktion)
06. Erlöser - The Grail of Perdition (Lupus Tonkunst)
07. Witte Wieven - Silhouttes of an Imprisoned Mind (Eigenproduktion)
08. Fänggen - Geist des Waldes (Eigenproduktion)

Überraschungen des Jahres:
Sapientia - Circulata Mercurius (Lamech Records)
Gebrechlichkeit - Aphorismen der Angst (Human to Dust)
Vike Tare - Feed The Flames (Einheit Productions)

Enttäuschung des Jahres:
Inquisition - Bloodshed Across the Empyrean Altar Beyond the Celestial Zenith

Schrott des Jahres:
stellvertretend für alle gammeligen Veröffentlichungen: Impallus Mortiis - Fight with Blood and Honour