Montag, 31. Juli 2017

Vorab-Review: Totensucht - Leitbild & Teufelswerk (CD, Wolfmond Production - 2017) - Teil 1

TOTENSUCHT... ein selten bescheidender Name, wie ich schon von Anfang an fand, jedoch verbirgt sich hinter diesem Ein-Mann-Projekt großartige und klangvolle Schwarzmetall-Tonkunst, wie ja schon das letztjährige Debüt-Album "Black-Demonical-Accursed" eindrucksvoll unter Beweis stellte (die Rezension lässt sich >>hier<< nachlesen). Bei "Leitbild", dem kommenden Werk des Projektes um Mastermind Keltor handelt es sich um das ursprünglich angedachte Debüt.




Das Material des Werkes stammt bereits aus dem Jahr 2011, wurde aber noch einmal komplett neu überarbeitet. So klingt die Produktion dem letzten Album zumindest ebenbürtig, die Intention von "Leitbild" lässt sich ebenso mit der von "Black-Demonical-Accursed" vergleichen: die totale Freiheit, das Sprengen von Ketten und von selbst gesteckten Grenzen, Anarchie, Zerstörung, Tod und Misanthropie, welche nicht selten mit einer gewissen Gesellschaftskritik einher geht.
"Ebenbild" leitet das Werk mit einem instrumentalen Dark Ambient-Part ein, zu dem sich rasch eine Gitarre hinzugesellt, bevor das Schlagzeug und schließlich der bekannte raue und keifende Gesang einsetzt. Ein recht flotter Einstieg, der allerdings auch nichts an Rhythmus und Melodie einbüßt, denn schon hier zeigt sich einmal mehr die tiefe Hingabe und das spielerische Geschick des Protagonisten. Hier ein Tempowechsel, da ein instrumentaler Wandel und schon fühlt man sich dem Album ergeben. Was für ein Beginn! Ähnlich kreativ und hochkarätig geht es mit "Im Zwiespalt mit mir" weiter, wenn dieser auch insgesamt einen Gang runter schaltet, was die Geschwindigkeit anbelangt. Ansonsten gibt es hier wieder jede Menge Details zu entdecken: effektiv eingesetzte Breaks, Stimmungswechsel und sogar Genre übergreifende Stilmittel werden hier verwendet. Anklänge an den Viking lassen sich hier ebenso ausmachen, wie auch DSBM, Old School Black Metal, Post Punk und instrumentale Finesse (der akustisch anmutende Mittelteil erinnert mich in seinem Riffing an etwas, ist das NARGAROTH?). "Conception Destroyer" ist dann endgültig als Kampfansage an alle Kleingeister zu sehen, die die freie Entfaltung der Gedanken nicht erfassen können und sie genau deswegen missbilligen - dementsprechend ist die Stimmung dieses Stückes auch wesentlich aggressiver geraten, als noch auf den Vorgängern. "Tenere Cosmica" könnte auch von BETHLEHEM aus ihrer "Dictus Te Necare"-Ära stammen, wenn man sich so den einleitenden Teil in Verbindung mit dem darauf folgenden instrumentalen Gewitter anhört. Ein stolzer und erhabener atmosphärischer Black Metal, der hier geboten wird, der wieder mit allerhand liebenvollen Details aufwartet. Kritisch und mit viel Verachtung wird dann in dem sehr verzweifelten und wohl auch bewusst etwas monotoner gehaltenem Stück "Gesellschaft = Tumor", in welchem sich gar einige progressive wie auch Einflüsse aus dem Stoner Rock finden lassen, die Menschheit besungen. Dieses Konzept findet dann schließlich seinen Höhepunkt in dem drei Lieder weiter folgenden "What has happened", welches sich als Post Black Metal Nummer erweist, die einen gewissen Shoegaze-Faktor auch nicht verbergen kann, dann wird es etwas rockiger und auf einmal gibt es einen kurzen Break und die Instrumente wie auch der Gesang wandeln sich in einen traditionellen Oi! und Melodic Hardcore-Sound, der Vergleiche mit alten PENNYWISE oder auch deutschen Sachen wie SLIME bis VOLXSTURM zulässt. Dann ein erneuter Break und man findet sich wieder in Black Metal-Gefilden wieder. Klingt skurril und nicht wirklich zusammenpassend? Passt aber wie Arsch auf Eimer! Das folgende letzte Lied "Demonical Alphatier" kann als geistiger Vater für "The Alphatier is Back" gesehen wird und macht einmal mehr die Stellung der Band klar: Frei und anders denkender Black Metal ohne irgendwelche Grenzen!

Fazit:
Meiner Meinung nach ein mehr als beeindruckendes Werk, welches dem ja eigentlich später aufgenommenen Debüt-Album in keiner Weise nachsteht, sondern ihm im Gegenteil sogar noch einige Facetten hinzufügt. Die Musik von TOTENSUCHT ist wahres Gold und das Klangbild kann sich für ein Ein-Mann-Projekt aus dem Underground mehr als nur hören lassen. Ein nahezu perfektes Werk! Die CD erscheint im Laufe der nächsten zwei Wochen bei dem deutschen Label Wolfmond Production und kann dann auch dort erworben werden. Der Preis dürfte auch dieses Mal die üblichen 5 - max. 8,- Euronnen nicht überschreiten. Die CD kommt, wie auch die "Teufelswerk" in einer Kartonstecktasche und ist auf 50 Exemplare limitiert. Es heißt also schnell sein und nicht zu lange zu zögern! Bestellungen gehen wie immer an Wolfmond Production.

Free-Minded Black Metal without any Borders! Für Freigeister, die sich ihre eigenen Gedanken machen, und nicht nur stumpf konsumieren und den Szene-Idealen und ihren Idolen nacheifern, eine wahre Erfüllung!


Darbietungen:
01. Ebenbild
02. Im Zwiespalt mit mir
03. Conception Destroyer
04. Tenere Cosmica
05. Gesellschaft = Tumor
06. Im Namen des Teufels
07. Schattenexistenz
08. What has happened
09. Demonical Alphatier

Laufzeit: ca. 62 Minuten




Sonntag, 30. Juli 2017

Review: Orek - Orek (MC, Eigenproduktion - 2017)

Aus Stuttgart stammt das noch relativ junge Ein-Mann-Projekt OREK, welches im Jahr 2011 gegründet wurde und wohl bereits auf ein Demo aus dem Jahr 2012 zurückblicken kann, das ich allerdings nicht kenne, was aber meiner Recherche nach wohl auch nicht sonderlich gut bei Kritikern angekommen zu sein scheint. Sonderlich viele Information zum Projekt lassen sich aber auch nicht im Netz finden, so dass ich noch nicht einmal sagen kann, ob es sich da nicht eher um eine Vorab-Promo handelte oder um etwas Offizielles. Auf der eigenen Bandcamp-Seite wird hier vorliegendes Tape jedenfalls als das erste Werk angepriesen...




Nach einem recht unspektakulären Intro geht es dann auch gleich mit "Erbreche das Kreuz" in die Vollen. Räudiges Underground Black Metal Geschrammel passt als Ausdruck wohl am besten - und das ist noch nicht einmal sehr negativ gemeint. So kann man gleich mit dem ersten Liedbeitrag mit einigen wohl platzierten Tempowechseln und Breaks punkten. Auch klingt das ganze durch und durch typisch deutsch und erinnert dabei an gleichartige Bands wie GODLESS CRUELTY oder auch die erste Scheibe von ZORN. Dieser Eindruck bestätigt sich dann auch bei "Preis der Nacht", der insgesamt etwas schneller unterwegs ist, als der Vorgänger. "Rostige Nägel" stammt hörbar aus einer anderen Schaffensperiode und das Klangbild unterscheidet sich doch recht grob von den ersten beiden Aufnahmen, da die Produktion hier wesentlich dumpfer und etwas leiser ist. Bei "Tanz der Teufel" wird es dann gar ein wenig melodisch: angesiedelt im schnelleren Midtempo enthält der Song zur Mitte hin gar einen gut hörbaren Part mit einem Heavy Metal-Gitarren-solo. Auch der letzte Beitrag "Pest" bietet zum Ende hin noch einmal eine gelungene und eingängige Melodiefolge und hat so gar ein wenig Hymnen-Charakter.

Fazit:
Klar ist OREK Underground-Band. Auch dass es sich hier um ein Ein-Mann-Projekt handelt mit allen damit einhergehenden Beschränkungen und Nachteilen, hört man einfach. Wer hier eine Hochglanz-Produktion erwartet, ist definitiv fehl am Platz. Auch wer sich hier ein ausgeklügeltes atmosphärisches Werk verspricht, wird wohl eher enttäuscht sein. OREK versteht es zwar, einige Atmosphären aufzubauen, doch dies geschieht dann eher auf einer primitiven und nihilistischen Ebene. Trotz der vorhandenen Details, die dieses Demo auflockern, ist OREK's Black Metal doch eher simpel gestrickt - verfehlt seine Wirkung aber nicht und kommt gerade Dank und durch diese ganzen Umstände recht authentisch rüber. Die Kassette kommt in schwarz und mit einem Logo-Label, die Hülle ist weiß. Das Cover ist beidseitig bedruckt, enthält bis auf die Titel und einen kurzen Text(-auszug?), sowie ein Artwork mit eingearbeitetem Logo und Foto aber keinerlei weitere Informationen. Bis auf vielleicht den Schriftzug des Labels Sodogommorah Records, über die aber wiederum keinerlei Informationen zu finden sind, was für ein Eigen-Label spricht. Limitiert ist das Tape auf 25 Stück, natürlich hand-nummeriert und kommt mit einem Button und einem Sticker. Eine CD-Version soll in nächster Zeit auch folgen. Der Preis beträgt 5,- Euronnen, Bestellungen können direkt an OREK entrichtet werden via Bandcamp.

Pure Hateful & Satanic German Black Metal from the Depths of the Underground.
Mag man, oder man lässt es sein, dazwischen gibt es nichts.


Darbietungen:
01. Intro
02. Erbreche das Kreuz
03. Preis der Nacht
04. Rostige Nägel
05. Tanz der Teufel
06. Zukunftsleid
07. Pest




Freitag, 21. Juli 2017

Review: Ius Talionis - Saligia (CD, Eigenproduktion - 2017)

Im Mai diesen Jahres veröffentlichte die mir bis dato vollkommen unbekannte deutsche Horde mit Sitz in Aachen (ist ja noch gar nicht einmal so weit weg - immer wieder schön zu sehen, dass sich im Raum NRW etwas tut) ihr Debüt-Album. Diesem voran ging bereits eine Demo-Präsentation mit Namen "Eleutheromania" aus dem Jahr 2014, was so viel wie bedeutet wie "Das Verlangen nach Freiheit" und damit das Streben nach Wissen und Erleuchtung symbolisiert, durch das Ablegen irdischer Dogmen und das Zersprengen der Ketten der kirchlichen Glaubenslehre, somit steht Luzifer dort als das Sinnbild absoluter Freiheit.



Ähnlich theologisch angehaucht zeigt sich auch das erste Voll-Album der fünf Herren. Thematisch geht es um die sieben Hauptlaster der Menschheit, oder anders gesprochen: um die sieben Todsünden. Dabei ist jedes Lied einem Laster gewidmet. So erschließt sich denn auch der Album-Titel: SALIGIA war ein im Mittelalter verbreitetes Akronym für die sieben Todsünden und setzte sich aus den jeweiligen Anfangsbuchstaben der lateinischen Wörter zusammen. Interessanter Fakt: die Songs sind ebenfalls in dieser Reihenfolge aufgebaut und dargeboten. "Auge um Auge" widmet sich Superbia, dem Hochmut. Die Gitarren zeigen sich hier bereits recht rhythmisch und melodisch, was sich im weiteren Verlauf noch als ein eindeutiges Merkmal von IUS TALIONIS erweisen wird. Der Gesang ist kalt und gleicht einer Kampfansage an die Verkommenheit kirchlicher Werte, die zumeist verlogener nicht sein könnten - wütend und reißend präsentieren sich dann auch die Instrumente und so ist bereits das erste Stück eine Hymne für sich. Gleichzeitig stellt der Text bei genauer Betrachtung auch eine klare Ode an sich selbst dar, wird doch genau das besungen, wofür man steht: die Ius Talionis, was ja auch ruhig als Hochmut interpretiert werden darf. Damit wäre auch gleich einmal klar gestellt: bei IUS TALIONIS handelt es sich um Sünder, und sie sündigen liebend gern. "Tanz um das goldene Kalb" behandelt Avaritia, den Geiz. Neben dem ersten Lied, welches ebenfalls im Vorfeld als Song-Video veröffentlicht wurde, existiert auch ein Video zu diesem Song, was die Stimmung gekonnt einfängt. Auch hier stechen die Gitarren wieder klar hervor, was in einem melodischen Solo gipfelt. "Babylon" präsentiert sich da zu Beginn etwas ritueller und im weiteren Verlauf auch etwas direkter, räudiger und eingängiger. Ganz wie es die Vorlage Luxuria, die Wollust verlangt zeigen sich die Instrumente hier in einem rhythmischen Midempo, welches aber auch schnellere Gangarten nicht scheut, wofür insbesondere das stürmische und alles zermalmende Schlagzeug verantwortlich zeichnet, und auch hier kommt gegen Ende abermals die sehr melodische Arbeit an der Gitarre zum tragen. Den jedoch mit Abstand aggressivsten stellt der Beitrag zu Ira, dem Zorn dar. "Früchte des Zorns" gibt sich von Anfang an wütend, kalt und hasserfüllt. Der Gesang scheint nichts als Verachtung zu empfinden, die Gitarren sind tief, schnell und verzerrt - ohne jedoch etwas an ihrer niveauvollen Spielart einzubüßen. Hymnenhaft geht es dann weiter mit "Gärten des Dionysos", welches sich ausschließlich Gula, der Völlerei widmet. Dionysos scheint mir da als Sinnbild doch recht passend - die alten Griechen und Römer wussten halt schon immer am besten, wie man feiert. Mit "Elohim, El-Qanna" (Invidia, der Neid) wird es dann noch einmal recht erhaben, wenngleich meiner Meinung nach auch ein wenig Melancholie in den Instrumenten mitschwingt. Den Abschluss macht "Herzstillstand", mit welchem Acedia, die Trägheit des Herzens besungen wird. Passend zur Thematik des Titels und des Textes an sich, gibt man sich hier etwas zurückhaltender, was die Geschwindigkeit angeht und schafft so eine fast schon hypnotische monoton-triste Stimmung, die allerdings nichts mit DSBM zu tun hat. Durch weitere Details wie stimmungsvoll gesetzte Breaks und Tempowechsel sorgt man schließlich auch dafür, dass diese melancholische Hymne einen mehr als würdigen letzten Beitrag zu diesem großartigen Album darstellt. Das Klavier am Ende ist übrigens von der Band selbst eingespielt und kein Sample, wie man es ja so häufig vorfindet.

Fazit:
Ja, was bleibt einem da noch zu sagen? Es gibt einfach diese Bands und Alben, die schon eine Weile existieren, auf die man dann aber letztlich nur durch glückliche Zufälle stößt. IUS TALIONIS haben mit ihrem Debüt "Saligia" nicht nur in konzeptioneller Hinsicht etwas episches erschaffen, sondern auch ihre Musik ist alles andere als Standard-Kost, was sie erfrischend vom Einheitsbrei abhebt und für mich zu einer der besten nationalen Newcomer-Bands der letzten Jahre auszeichnet. Ihr Album deckt eine Bandbreite an Stimmungen und Emotionen ab und weist dabei ein sehr eigenständiges und für Underground Black Metal gar recht mutiges Klangbild auf. Die Produktion erweist sich als kernig und authentisch, aber alles andere als schlecht - jedoch auch nicht zu blank geputzt. Kurzum: für ein Werk, welches komplett in Eigenregie entstanden ist, gebührt diesem und der Band, die es erschaffen hat, der allergrößte Respekt! "Saligia" erschien am 20. Mai als edles Digipak mit mehrseitigem Beiheft, welches alle Texte sowie Fotos und Illustrationen enthält, welche wie auch das gesamte Artwork aus der Feder von Osculum Infame Artworks stammen. Die CD kann über die Bandcamp-Seite von IUS TALIONIS bezogen werden. Dort gibt es auch die Demo in digitaler Form zum freien Download, sowie ein schickes Shirt.

Mehr als nur empfehlenswertes Album aus dem deutschen Untergrund. Für jeden, der von seinem Black Metal mehr erwartet, als die übliche Standard-Kost!


Darbietungen:
01. Auge um Auge
02. Tanz um das goldene Kalb
03. Babylon
04. Früchte des Zorns
05. Gärten des Dionysos
06. Elohim, El-Qanna
07. Herzstillstand

Laufzeit: ca. 44 Minuten




Sonntag, 2. Juli 2017

Review: Nox Ater - Cult to Darkness (CD, Wolfmond Production - 2017)

Ursprünglich stammt diese aktuelle Veröffentlichung der Horde aus Mexiko bereits aus den Anfängen diesen Jahres . Ursprünglich jedoch nur in Eigenregie veröffentlicht und vertrieben, was die Zahl derer, die sich im Besitz eines Exemplares wissen, doch ziemlich einschränken dürfte. Das soll sich nun bald ändern, denn das deutsche Label Wolfmond Production hat eine erneute Veröffentlichung des Werkes vollzogen...






Gut, sein wir ehrlich: bei der Kombination Black Metal und Mexiko erwarte ich jetzt nicht allzu viel. Doch Ausnahmen soll es ja bekanntlich immer geben. NOX ATER gehören mit ihrem "Cult to Darkness", welches ihr inzwischen drittes Voll-Album darstellt, aber nur sehr bedingt dazu. Zelebriert wird hier klassischer Old School Black Metal der nordischen Schule. Es lassen sich vor allem Referenzen alten DARKTHRONE und BURZUM ausmachen. "Grimm and Cold Soul" stellt sogar gleich eine instrumentale Kopie von Songs wie "Natassia In Eternal Sleep" oder "As Flittermice As Satans Spys" dar. Nicht gerade innovativ, getreu dem Motto "besser gut kopiert, als schlecht allein ausgedacht". Davon abgesehen gibt es hier viel dreckigen Low-Fi Schwarzmetall im Midtempo präsentiert, der zu gefallen mag, es aber nicht vermag wirklich aus der Masse herauszutreten.

Fazit:
Die Mexikaner haben hier ein recht ordentliches Album auf die Hörerschaft losgelassen, das sich allerdings wenig innovativ zeigt. Auch hätte ich mir eine Spur mehr Mut zur Eigenständigkeit gewünscht, Potential dazu lassen Songs wie "Necromancy's Master" jedenfalls ohne weiteres erkennen. So jedoch vermag es die Horde kaum, den Hörer wirklich auf Dauer bei der Stange zu halten - alles scheint schon x-mal gehört worden zu sein. Für Leute, die aber alles haben müssen, sicherlich lohnenswert. Bestellungen gehen direkt an Wolfmond Production.

0815 Old School-Flick, mehr leider nicht.


Darbietungen:
01. Intro
02. Baphomet's Law
03. Grimm and Cold Soul
04. Cult to Darkness
05. Necromancy's Master
06. Midnight Sacrifice
07. Cantus e Mors

Laufzeit: ca. 29 Minuten




Samstag, 1. Juli 2017

Review: Magoth - Anti Terrestrial Black Metal (CD, Eigenproduktion - 2017)

Aus Bonn stammt die vier-köpfige Horde MAGOTH, die mit hier vorliegendem Werk ihr Debüt-Album präsentiert - veröffentlicht am gestrigen Tag. Wäre ich ein wenig eher auf dieses Kleinod aufmerksam geworden, hätte ich es doch glatt in meinen Halbjahresbericht erwähnt, doch so wird dem Album zumindest im späteren Jahresrückblick glorreiche Erwähnung finden.








Nachdem man mit "Der Toten Gesang" im vergangenen Jahr die erste Demo-Präsentation auf die Menschheit losließ, kotzte man nun sein Debüt der Masse entgegen. "Anti Terrestrial Black Metal" zeigt sich gleich zu Anfang sehr kraftvoll und lückenlos produziert, fast schon eine Spur zu sauber, doch das stört hier kaum, da man doch eine gewisse rotzige Underground-Attitüde heraus hört, und die mächtige Produktion dem Ganzen einen noch erhabeneren und stolzeren Klang verleiht. Das Cover spricht für sich und auch die Mannen sind keine Unbekannten: so hat beispielsweise der Sänger Heergott bereits für einige Zeit bei den Solingern CERBERUS (Kennt die noch jemand?) gespielt. Mit derer Musik hat MAGOTH aber nicht sehr viel gemein. Hier wird erhabener Schwarzmetall dargeboten, wie es der Titel des Albums ja auch vermuten lässt. Dieser verspricht dann auch wirklich nicht zuviel, denn die Horde zelebriert ihren Stil sehr solide, als wären sie bereits alte Hasen, die seit den anfänglichen 90ern nichts anderes gemacht haben. Dabei decken sie eine große Bandbreite an Atmosphären und emotionalen Zuständen ab, über allem schwebt aber das überweltliche All-Eine, was die einzelnen Beiträge zu einem runden Ganzen vereint. Auch vor anspruchsvollen melodischen und rhythmischen Part zeigt man keine Angst, was die einzelnen Lieder ziemlich individuell klingen lässt und auch dafür sorgt, dass der Spannungsbogen konstant hoch bleibt Langeweile kommt hier jedenfalls nicht, oder nur äußerst selten auf. Das zeigt sich sowohl in den Songs, die noch vom Demo bekannt sind, hier aber komplett neu eingespielt wurden, als auch in den neuen Liedern wie "Thorns".

Fazit:
Klar, MAGOTH erfinden das Rad jetzt auch nicht neu, zelebrieren ihren Black Metal aber mit viel Hingabe und Herzblut. Hinzukommt, dass sie viele Ideen mit einfließen lassen. So bekommt man als Hörer ebenso atmosphärischen Melodie betonten Schwarzmetall ebenso geboten, wie den Black Metal der alten Schule versetzt mit okkult-orthodoxen Elementen - und diese Wechsel der Stimmungen und Emotionen findet nicht selten innerhalb eines einzigen Liedes statt. Mit einem Wort: STARK! Das Album gibt es als vollen Stream auf der offiziellen Bandcamp-Seite der Horde, das digitale Album kostet 9.99 Euronnen. Sammler sollten auch auf Grund des relativ hohen Preises für eine digitale Kopie viel eher auf eine physische Kopie auf CD zurückgreifen, die mit 13,- Euronnen zwar auch noch recht happig ist, dafür aber auch auf lediglich 200 Stück limitiert ist und natürlich eine schicke Aufmachung enthalten soll (mir lag der Tonträger zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht vor - wenn ich die CD in Händen halte, werde ich natürlich noch eine erweiterte Anmerkung zur Aufmachung vornehmen).

Edit 06.07.17: Inzwischen hat mich auch die CD-Version des Albums erreicht - und die kann sich wirklich sehen lassen: der professionell gepresste Silberling haust in einem hochwertigen voll-bedruckten Digipak, welches noch ein 8-seitiges Beiheft beinhaltet. Dieses gibt auf den ersten Seiten ein kurzes Statement der Band zu ihrer Einstellung zum Black Metal wieder ("...it's not just about feasting on blasphemy... - sehr sympathisch by the way). Desweiteren hält es ein Bandfoto, Information zur Besetzung, Produktion und Aufnahme, Kontaktadressen und eine kurze Dankesliste bereit - Texte sind leider keine abgedruckt, was ich gerade bei so einem interessanten Projekt mehr als schade finde. Wenn man allerdings bedenkt, dass die Band, alles was sie erstellt, selbst finanziert, hätte das möglicherweise auch den Rahmen gesprengt. Alles in allem ein rundes Gesamtpaket, welches jedwede Unterstützung verdient!

Ein erhabenes, stolzes, gleichzeitig auch kriegerisches Werk, welches in vielen Punkten überrascht. Ein Highlight des diesjährigen deutschen Undergrounds!


Darbietungen:
01. Cleansing of the Ancient Spirits
02. Indoctrination War
03. Der Toten Gesang
04. Mental Fortress
05. Thorns
06. Sola Scriptura
07. Sheol
08. Requiem Deus
09. Cosmic Termination

Laufzeit: ca. 49 Minuten