Mittwoch, 14. Juni 2017

Review: Kuutar - Beyond All Light (MC, Deviant Records - 2017)

Aus Finnland stammt diese neue Veröffentlichung aus dem Hause der deutschen Tonschmiede Deviant Records. Dabei handelt es sich um das Debüt-Demo der Kapelle KUUTAR "Beyond All Light", welche ein weiteres Projekt von Behemoth (u.a. NORNS, ASKE und ex-AZAZEL). Ein Grund für mich also, die Demo-Kassette einmal in genaueren Augenschein zu nehmen, war ich doch von dem letztjährigen "Pazuzu" von NORNS ziemlich beeindruckt.







Die Veröffentlichung übernahm einmal mehr die deutsche Underground-Schmiede Deviant Records, welche sich ja bereits um die CD-Auflage von NORN's "Pazuzu" kümmerten, während die Kassette von Penetration Hammer publiziert wurde. "Beyond All Light" erfuhr nun eine direkte Auswertung durch das Label auf Kassette und stellt damit neben HORNA's Live-Dokument "Black Metal Warfare" das zweite Tape-Release der  nordöstlichen Kult-Schmiede dar. Insgesamt hält diese vier Lieder parat... Intro und Outro sind hier bereit mit einberechnet. Das Intro hört auch auf den Namen "Whispers" und ich muss sagen, dass man hier, wenn die Setliste schon so überschaubar ist, wenigstens auf ein wirkliches Instrumental gesetzt hat, anstatt auf einen ambienten Einklang. Der verzerrte Gitarren-Sound gibt dann auch in Verbindung mit dem leisen, hintergründigen Krächzgesang auch gleich die Marschrichtung für das nun Folgende vor. "Beyond All Light" zeigt sich gleich zu Anfang wild und räudig, entfesselt und dämonisch. Dabei zelebriert man gleichzeitig diesen typischen finnischen Stil, der zwischen Melancholie und satanischem Stolz hin und her schwankt - ganz in der Tradition von Sachen wie SATANIC WARMASTER oder VORNAT - aber legt auch eine gewisse Eigenständigkeit an den Tag, sofern man bei dem Stil davon sprechen kann. Die Musik von KUUTAR klingt alles andere als nach überflüssigem Klon, vielmehr verleiht man der ursprünglichen Black Metal-Musik durch seine ungebändigte Art eine ganz eigene und vitale Kraft, die sich in einer akustischen Wut und Ablehnung bündelt und in einer Welle aus Negativität und Finsternis entlädt, die dem Hörer mit voller Wucht treffen wird. "Reflections From Wickedness" steht dem in nichts nach, beide Stücke haben sogar recht interessante Details zu bieten, wie die Gitarrensoli am jeweiligen Ende, auch gelegentliche Breaks halten das Geschehen interessant und nehmen ihm etwas von seiner bewusst monotonen Atmosphäre. Das "Outro" ist dann noch einmal ein Instrumental an den Saiten. Fertig, das war's. Unterstützung erhält Behemoth auf diesem Werk übrigens von Satana, die für den Bass verantwortlich zeichnet.

Fazit:
KUUTAR ist nicht nur der Name der Mondgöttin in der finnischen Mythologie, sondern auch ein weiteres vielversprechendes Projekt aus Finnland. Weniger offensichtlicher Pathos, weniger stolzer Heldenepos, denn mehr ein abgründiges und traditionelles Stück Schwarzmetall, welches die glorreichen Zeiten der Dunkelheit und des Hasses in Ehren hält. Im Prinzip absolut nichts Neues, aber mit einer Hingabe und Inbrunst dargeboten, dass viele besser produzierte Genre-Kollegen getrost einpacken dürfen. Hier würde mich ein vollwertiges Album mehr als reizen. Die Kassette kommt in schwarz und ist direkt bedruckt mit einem beidseitig bedruckten Pro-Cover, limitiert auf 100 hand-nummerierte Exemplare. Bestellungen entrichtet ihr direkt an Deviant Records, mit 6,- Euronnen ist man dabei.

Für eine erste Demo-Präsentation ein beeindruckend intensives, wenn auch recht kurzes Machwerk. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Intro (Whispers)
02. Beyond All Light
03. Reflections From Wickedness
04. Outro

Laufzeit: ca. 16 Minuten




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