Freitag, 11. August 2017

Hinweis

Moin werte Leser!

Mit der Vorab-Rezension zu dem meisterhaften Werk "In Traumschwebe erstarrt" der Österreicher Hāg verabschiede ich mich nun für eine Woche in den Urlaub.

Vom 14. bis zum 19. August werde ich meine Blog-Arbeit ruhen lassen und bin nur sporadisch über Email zu erreichen.

An alle Bands und Labels: ihr könnt mir in dieser Zeit natürlich gerne weiter eure Review-Anfragen unter der bekannten Adresse kraehenblut@gmx.de zukommen lassen - ich werde diese dann sobald wie möglich bearbeiten und euch darüber informieren.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal explizit bei allen Lesern, Unterstützern, sowie bei allen interessierten Bands und Labels, mit denen ich in Kontakt stehe, bedanken.

Piss dahin,

Kraehenblut

Vorab-Review: Hāg - In Traumschwebe erstarrt (CD, Wolfmond Productions - 2017)

Aus Österreich stammt die Truppe HĀG, welche nach zwei vorangegangenen Demo-Präsentationen nun bald ihr erstes Voll-Album veröffentlicht. Dies wird unter dem Banner von Wolfmond Production geschehen, welche das Album in überraschend aufwendiger Form auf CD veröffentlichen werden - doch dazu später mehr. Das Trio aus Wien kann bisher wie gesagt auf zwei Demos zurückblicken: "Ein nächtlich' Ritt" aus dem Jahr 2010 und ein selbst-betitelte Werk aus dem letzten Jahr, wobei das Letztgenannte zwei Lieder aus dem kommenden Album enthält - allerdings in einer anderen Form.


So beginnt das Werk auch gleich mit dem ersten Beitrag der beiden erwähnten Stücke: "Verhallende Schritte im Herbst". Wenn man hier den direkten Vergleich zur Demo heranzieht, wird einem schnell auffallen, dass die Aufnahme hier etwas hallender ist, was aber wirklich nicht zum Nachteil gereichen soll, denn fängt sie auf diese Weise von Anfang an genau das ein, was man mit dem Albumtitel assoziieren würde. Schlachttrommeln gleich erklingt das Schlagzeug, begleitet von rhythmischem Gitarrenspiel, welches sich im Verlauf wirklich sehr spielfreudig und abwechslungsreich zeigt, ohne aber überladen zu wirken. Dann ein Break. Akustische Gitarren treffen auf einen geflüsterten Klargesang, bevor es dann mit einer Verzerrung an der Gitarre erst so richtig losgeht. Der Sinn für rhythmische Atmosphäre wird beibehalten, der Gesang erschallt kreischend aus den Boxen und erinnert mich auf Anhieb an Horden Marke BROCKEN MOON oder AASKEREIA... nur dass sich die Österreicher eine Spur (wenn nicht zwei) musikalisch gehaltvoller präsentieren als die Deutschen. Das liegt vor allem an ihren Ideen und eingearbeiteten Details, immer mal wieder eingebaute Breaks, Tempowechsel oder auch die Solo-Parts im letzten Viertel. Und da ist es passiert: HĀG haben mich bereits mit ihrem ersten Lied komplett in ihren Bann gezogen. Ab jetzt kann es eigentlich nur noch schlechter werden, oder etwa nicht? "Im Fluss der Zeit" setzt quasi genau dort an, wo der letzte Song endete und geht gleich in die Vollen. Kurzer Break und ein instrumental Death Metal-lastiger Part setzt ein, danach geht's dann über in einen recht atmosphärischen Midtempo Black Metal, der auch hier und da mal einen Gang zulegt. Was hier allein in den ersten vier Minuten geschieht, ist einfach nur sehr erfreulich anzuhören, da die Band mit einer solch energischen und vitalen Kraft zu Werke schreitet und sich dermaßen unverbraucht präsentiert, dass es eine wahre Wonne ist. Unglaublich, dass dieser Song knappe 11 1/2 Minuten lang ist... eigentlich noch viel zu kurz. Denn auch hier lassen sich wieder sehr viele Details ausmachen, inklusive einem akustischen Zwischenspiel im letzten Viertel, welches dann noch einmal von rasantem Schwarzmetall abgelöst wird, bevor dieser kongeniale Beitrag endgültig sein Ende findet. Mit "Zyklus" folgt der wohl wildeste Beitrag des Albums und zeigt von Anfang an die Reißzähne. Hier ist vor allem das Schlagzeug zu erwähnen, dass sich wirklich ungezügelt präsentiert. Der sehr progressive, an die seligen 70er Jahre erinnernde Mittelteil ist einfach unbeschreiblich in seiner atmosphärischen Intensität. Der Beginn von "Gedankenflut" ist dagegen eher melancholischer und besinnlicher Natur, ist der akustische einleitende Teil aber erst einmal vorbei, erklingt eine im Midtempo gehaltene und sehr erhabene Black Metal-Hymne, mit vereinzelten Anleihen an den Blackgaze. Abermals zeigen sich hier die instrumentalen Fähigkeiten dieser Musiker und mit jeder gespielten Note scheint sich dem Hörer ein neues Universum aufzutun. Mit dem knapp 16-minütigen Titelsong schließt das Album schließlich ab. Bereits der Anfang zeigt die atmosphärischen Feinheiten und das Hymnenhafte dieses Liedes, welches noch einmal alle prägenden Momente der Musik HĀG's zu verbinden scheint. Atmosphärischer Black Metal trifft auf Folklore, trifft auf wilde Raserei und traumwandlerische Erhabenheit.

Fazit:
Was für ein Werk! Immer wenn man kurz glaubt, nichts mehr von wirklichem Belang aus unserem Nachbarland Österreich zu hören, kommt da so eine Band wie HĀG daher und gibt einem nicht nur diese Einsicht zurück, sondern auch den generell den Glauben an diese Musik. "In Traumschwebe erstarrt" präsentiert sich als sehr facettenreich und kombiniert viele einzelne Elemente zu einem Ganzen, welches ganz im Zeichen des Black Metal steht. Ihr Klangbild zeigt sich einerseits wirklich unverbraucht und erfrischend modern, und doch verleugnen die Mannen ihre Wurzeln nicht. Genau solche Horden wie HĀG und deren Alben sind es, denen die Zukunft gehört. Das Werk erscheint als auf 100 Exemplare limitierte Pro-CDr im Jewelcase und wird voraussichtlich in zwei Wochen über Wolfmond Production erhältlich sein. Es wird zudem ein 16-seitiges Beiheft mit Texten umfassen - eine Aufmachung, die für dieses Label schon recht aufwendig ist. Ich bin gespannt, wie das Endergebnis aussehen wird. Für eure Bestellungen haltet ihr am besten ab sofort die Augen offen und besucht regelmäßig den Mailorder von Wolfmond Production. Die Anschaffungskosten werden sich auf faire 7,- Euronnen belaufen. Bis dahin gibt es auf der offiziellen Bandcamp-Seite von HĀG sich beide Demos kostenlos herunterzuladen.

Ein finsteres Meisterwerk! Mir bleibt hier nichts anderes, als eine unbedingte Kaufempfehlung auszusprechen!


Darbietungen:
01. Verhallende Schritte im Herbst
02. Im Fluss der Zeit
03. Zyklus
04. Gedankenflut
05. In Traumschwebe erstarrt

Laufzeit: ca. 48 Minuten




Donnerstag, 10. August 2017

Vorab-Review: Weltfremd - Drei (Digitales Album, Eigenproduktion - 2017)

Es gibt so Projekte, mit denen man schon beinahe gar nicht mehr gerechnet hat. Die vielversprechende Solo-Band WELTFREMD, hinter der sich der Musiker Marco Bruder aus Eisenach verbirgt, gehört für mich dazu. Kam ich doch eher rein zufällig mit den beiden bisherigen Werken des Projekts in Kontakt und war ziemlich begeistert, wie man in meiner Rezension zur EP "Zwei" (gibt es >>hier<<) nachlesen kann.







Für "Drei" hat sich der werte Herr auch wieder Verstärkung mit ins Boot geholt: mit Emu am Bass und Albrecht Probst am Cello, sowie mit dem Gastgesang von Patrick Tiede erhält der Protagonist hier tatkräftige und für die nötige Atmosphäre sorgende Unterstützung. Denn Anfang macht dabei "Nie wieder Mensch", eine knapp 11 1/2-minütige Hymne voller Melancholie, urbaner Tristesse und Schwermut. Der einleitende Teil klingt sehr nach Post Black Metal, nimmt dann aber recht schnell einen sehr doomigen Klang an, der teilweise schon tief-traurige Funeral Doom-Ausmaße annimmt, sich für dieses Genre aber doch recht abwechslungsreich präsentiert. Der akustische Part zur Mitte hin ist einfach nur schön anzuhören und hat beinahe schon eine beruhigende Wirkung, hier lässt sich auch das Cello hören, welches in Verbindung mit einem melancholischen Klavierspiel eine Atmosphäre erschafft, die mich tief berührt. Seinen Höhepunkt findet das ganze dann, wenn auch allmählich und mehr zögerlich als unverhofft, die Gitarre wieder einsetzt und zusammen mit einem einsetzenden Klargesang eine wohlige Gänsehaut auf dem Rücken verursacht, vor allem dann, wenn sich auch der eher gegrölte als geschriene Gesang wieder dazu gesellt. Diese erzeugte Anmut ist gleichzeitig erhaben, morbide und trist - und lässt doch den Hauch eines Lichtschimmers am Ende des Tunnels erkennen. Es folgt mit "Katharsis" der zweite und leider auch schon letzte Beitrag dieses Werkes, welcher mit etwa 10 Minuten aufwartet. Instrumental geht es hier zunächst einmal mit Industrial beeinflusstem Drone/Doom los, bevor dann auch wieder der etwas hintergründige Gesang wieder einsetzt. Hier erzeugt man, vielleicht noch eher als beim vorangegangenen Lied ein ganz eigenes Klangbild, was wohl vor allem der Elektro-Note des Stückes geschuldet ist. Vielleicht kommt auch gerade auf Grund dieser Einflüsse die urbane Tristesse noch einmal etwas deutlicher hervor und ist in seiner emotionalen Intensität wohl am ehesten mit Projekten wie GRAUZEIT in ihrem aktuellen Stadium vergleichbar. Für die Anhänger der genannten Kombo spreche ich hier auch ganz klar eine Empfehlung aus!

Fazit:
Nachdem mich die zwei vorangegangenen EPs dieses Projekts bereits schwer beeindruckten, da sie aus dem Grund-Schema des Post Black Metal in Verbindung mit weiteren Einflüssen des modernen Doom etwas völlig Eigenes erschaffen konnten. Diesen Eindruck kann "Drei" ebenfalls voll und ganz erfüllen und geht sogar noch einen Schritt weiter. Der Protagonist von WELTFREMD hat sich mit seiner Musik noch einmal ein Stück weiter vom Black Metal entfernt, lässt nichtsdestotrotz aber immer noch seine Ursprünge erkennen. Was hier vorherrscht ist eher reiner Doom Metal, der teils schon in Funeral Doom-Gefilde abgleitet, um im nächsten Moment mit Einspielungen aus der Klassik, dem Ambient und dem Blackgaze aufzubegehren. Ein Quäntchen Hardcore ist zeitweise im Gesang auch zu erkennen. Alles in allem ist dieses Werk mal wieder etwas ganz Besonderes und damit alles andere als gewöhnlich. Man sollte sich allerdings auf diese emotionale Reise einlassen können, ansonsten wird man wenig Gefallen an "Drei" finden. Die digitale EP wird am 29. September 2017 über die eigene Bandcamp-Seite veröffentlicht werden, wahrscheinlich wieder mit NYP-Funktion, da es bisher auch für alle anderen Releases von WELTFREMD die Möglichkeit gab, diese kostenlos zu erwerben. Ob in absehbarer Zeit eine Auswertung auf einem physischen Format stattfinden wird, ist zu jetzigem Zeitpunkt allerdings noch ungewiss. Einfach einmal am besten öfters die Seite der Band auf Visagenbuch besuchen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Da es mit der Veröffentlichung jetzt auch noch ein Weilchen hin ist und ich daher noch kein vollen Song der beiden Beiträge der EP veröffentlichen wollte, findet ihr an dieser Stelle einen kurzen Album-Teaser, den Mastermind Marco Bruder im Schweiße seines Angesichts zusammengezimmert hat.

Eine außergewöhnliche und emotionale Reise durch urbane Tristesse und die Gedankenwelt einer melancholischen Seele. Musik, die jeder selbst erfahren muss, und die für jeden wahrscheinlich auch eine andere Bedeutung haben wird, da jeder mit ihr etwas anderes verbinden wird.


Darbietungen:
01. Nie wieder Mensch
02. Katharsis

Laufzeit: ca. 21 Minuten




Dienstag, 8. August 2017

Review: Swine Soul & Ruins of Unlight - Two Tyrants of Terror Split (MC, Narbentage Produktionen - 2017)

Im Juni diesen Jahres veröffentlichten die deutschen Untergrund-Schergen RUINS OF UNLIGHT zusammen mit der amerikanischen Ein-Mann-Horde SWINE SOUL die Split "Two Tyrants of Terror". Veröffentlicht wurde das ganze bisher auf Kassette unter dem Banner der deutschen Schmiede Narbentage Produktionen. Nun, da ich von SWINE SOUL zwar namentlich schon einmal gehört, sie mir aber noch nie musikalisch zu Gemüte geführt habe, stellt diese aktuelle Split meinen ersten Kontakt mit dem Projekt dar, während RUINS OF UNLIGHT zumindest mich mit ihrer Demo bereits überzeugen konnten.



Den Anfang macht Akhyls mit seinem Projekt SWINE SOUL. Von ihm stammen die ersten fünf Lieder. "Bats Crawl from the Lady's Maw" stellt ein ambientes Intro dar, welches zwar recht atmosphärisch ist, mir persönlich aber mit knappen vier Minuten etwas zu lang gezogen ist für eine Introduktion. Das darauf folgende "Animalistic Deathcry of Despair" beginnt dann auch recht abrupt und präsentiert sich mit ordentlich Noise. Was ich von solcher Art gearteter Musik halte, sollte jedem Leser dieser Seiten hinlänglich bekannt sein und so möchte ich auch nicht viel mehr zu dem Geschehen sagen, als dass es sich hier um recht chaotisch, irgendwie unzusammenhängend wirkende Kakophonie handelt. "Dying Disharmonies of a Soul's Light" bietet in meinen Augen etwas mehr an kompositorischer Finesse, wenn sich diese aber auch hier in überschaubarem Rahmen hält. Der Gesang gefällt mir darüber hinaus aber auch hier nicht, da er mir den Fokus einfach zu sehr auf den Noise anstatt auf reinen Black Metal legt. Was hier jedoch aufhorchen lässt ist der End-Part, der etwas sehr Morbides inne hat und auch am ehesten an reinen Schwarzmetall denken lässt. "Dead Blossom" stellt eine Mischung aus Dark Ambient mit Sample-Einspielungen und räudigem Black Metal dar, der etwas hintergründig produziert wurde. Das klingt gar nicht einmal verkehrt und vielleicht liegt es am weitestgehend fehlendem Gesang, dass der Song hier heraussticht. Auch finden hier weitere Details wie einige Tempo- und Stimmungswechsel ihren Einsatz, was das Geschehen etwas abwechslungsreicher gestaltet. "Dog Meat" stellt dagegen einen ziemlich banalen Beitrag des Dark Ambient mit Sample-Kollagen dar, ganz im Stile von MELEK-THA, ohne jedoch die Klasse eines Werkes wie "De Magia Naturali Daemoniaca" zu erreichen. Einzig die letzten paar Sekunden der knapp 11 Minuten Spielzeit bringen hier okkulte Abwechslung.

Es folgt mit dem Titel gebenden Song ein kooperativer Beitrag beider Bands. Da hier auch zweistimmiger Gesang genutzt wird, kann sich das hier ganz klar von den bisherigen Liedern abheben, auch der ambiente Einspieler zur Mitte hin sorgt für eine nötige Aufwertung.

Mit "Bastion of Chaos" eröffnen dann RUINS OF UNLIGHT ihren Teil der Split. Im schnelleren Midtempo geht es räudig nach vorne. Die Aufnahme ist hier auch weniger klar ausgefallen, wie noch auf der Demo-Präsentation. Gegen Ende zaubert man dann noch einmal einen ordentlich erhabenen und atmosphärischen Teil mit Keyboard-Einsatz. "Krampus" beginnt recht chaotisch und gleicht auch im weiteren Verlauf einer wilden Jagd durch nächtliche Wälder. Definitiv mein bisheriger Favorit dieser Kassette! "Ophiuchus" erklingt zunächst auf Grund seines eigenwilligen Drummings sehr ähnlich, jedoch geht man hier wesentlich gediegener zu Werke. Es folgt mit "Ea, Lord of the Depths" eine Nachspielversion eines Klassikers von BURZUM. Eine der stärksten Kompositionen von Count Grishnakh - wenn auch nicht die intensivste (die bleibt für mich immer noch unumstritten "A Lost Forgotten Sad Spirit"). Das Cover präsentiert sich recht solide und hält sich auch nah am Original. Der Mehrwert ist hier natürlich wie bei 99 % aller Coversongs zumindest fraglich. Mit "Driven Shivering Chant" verabschiedet man sich in Form eines fünf einhalb-minütigen Outros mit Dark Ambient und Samples.

Fazit:
Der Ami von SWINE SOUL präsentiert seinen Black Metal mit ordentlich Noise, Dark Ambient und Industrial Sample-Collagen versetzt. Meinen Geschmack trifft das eher weniger. Der Stil wird aber trotzdem seine Anhängerschaft finden. RUINS OF UNLIGHT zelebrieren auf dieser Split eine weitaus räudigere Gangart des Black Metal als noch auf ihrer Demo und präsentieren dem geneigten Hörer damit eine, wenn auch nicht gänzlich, andere Seite von sich. Nichtsdestotrotz lässt man hier neben dem Chaos nicht die Atmosphäre außer Acht, so dass man auch auf "Two Tyrants of Terror" überzeugen kann. Die Frage, ob es sich hier nun um eine wirklich lohnenswerte Split handelt, muss daher jeder für sich selbst beantworten - in meinen Augen sind aber allein die Beiträge der Deutschen einen Kauf wert. Die Kassette ist über Narbetage Produktionen erhältlich und kostet dort 4,- Euronnen, die digitale Version ist über die Bandcamp-Seite von RUINS OF UNLIGHT für 3,- Euronnen zu beziehen.

Eine zwiespältige Angelegenheit. SWINE SOUL überzeugen mich im Ganzen betrachtet nicht wirklich, während RUINS OF UNLIGHT ihre Sache solide zelebrieren. Definitiv ein Werk, auf das man sich einlassen muss. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob das allein einen Kauf des Tapes rechtfertigt.


Darbietungen:
Swine Soul:
01. Bats Crawl from the Lady's Maw (Intro)
02. Animalistic Deathcry of Despair
03. Dying Disharmonies of a Soul's Light
04. Dead Blossom
05. Dog Meat
Swine Soul & Ruins of Unlight:
06. Two Tyrants of Terror
Ruins of Unlight:
07. Bastion of Chaos
08. Krampus
09. Ophiuchus
10. Ea, Lord of the Depths (BURZUM Cover)
11. Driven Shivering Chant (Outro)

Laufzeit: ca. 64 Minuten




Review: Ruins of Unlight - Allegory of Death (Digitales Album, Eigenproduktion - 2017)

Bereits im letzten Jahr wurde die erste Demo-Präsentation dieses Projekts aus Deutschland und Österreich veröffentlicht, und zwar als auf 100 Stück limitiertes Tape durch die inzwischen aufgelöste Schmiede Schwarz Klang Produktionen. Wahrscheinlich entschied man sich auch deshalb zu einem erneuten Release in digitaler Form, dieses Mal in Eigenregie. RUINS OF UNLIGHT bestand zu diesem Zeitpunkt noch lediglich aus den beiden Mannen Infaustus (u.a. OBSCURYS, oder als Sadomator auch durch OLD SKULL bekannt) und Terror Tyrant (mir persönlich jetzt noch lediglich durch die grindige Death Metal-Kombo TORTURED WHORE bekannt).



Allein anhand der Namen der Beteiligten lässt sich bereits erahnen, auf was man sich hier einlässt. Nach dem kurzen Intro "Luciferi Excelsi" geht es dann auch gleich mit dem Titel gebenden Song in die Vollen und die Vorahnung wird bestätigt: hier regiert rotziger Untergrund Schwarzmetall mit einer gewissen Rock-Attitüd, was sich vor allem in den rhythmischen Gitarren und dem Schlagzeug widerspiegelt. Die dezent eingesetzten Keyboards verleihen dem ganzen darüber hinaus noch eine gewisse erhabene Atmosphäre, der Gesang verbreitet aber hauptsächlich Chaos, Pest, Hass und Tod. Der zweite Liedbeitrag "Summoning Anael" steht dem in nichts nach, zeigt sich sogar eine Spur räudiger und bestialischer in seiner Ausführung - RUINS OF UNLIGHT machen hier definitiv keine Gefangenen, sondern hinterlassen auf ihrem Weg nur Zerstörung und Leid. Im Mittelteil wird es gar etwas rituell angehaucht durch einen wohl platzierten Break. Den Totentanz thematisiert das nächste Lied "Tanz der Gerippe", welches auch in musikalischer Hinsicht die größte Eingängigkeit auf dem Demo bietet und sich daher auch perfekt für einen Probehörgang eignet. Mit seinem rhythmischen Midtempo-Stil erinnert gerade dieser Song schon mehr an andere deutsche Underground-Kombos wie PESTHEIM oder auch MORBID CONTEMPT. Auch "Gottesleugner" schlägt in die gleiche Kerbe, zeigt sich in instrumentaler Hinsicht ganz dem deutschen Underground Black Metal verschworen und erfüllt auch durch den recht plump gehaltenen Text so ziemlich jedes denkbare blasphemische Klischee. Es folgt ein kurzes Outro in Form von "Keuchhusten" mit Tonaufnahmen von eben... Husten. Das war's.

Fazit:
Gut, dass man hier kein Überwerk erwarten sollte, dürfte eigentlich schon von Anfang an klar sein. Habe ich aber auch gar nicht. RUINS OF UNLIGHT präsentieren mit ihrer Toten-Allegorie ein recht solides Debüt, welches sich gerade für Demo-Verhältnisse nicht zu verstecken braucht. Der Klang ist räudig und authentisch und für eine erste Demo auch an den richtigen Stellen mit dem nötigen Druck ausgestattet - eine Produktion, die für diese Umstände absolut in Ordnung geht. Musikalisch bietet man zwar absolut nichts Neues, kann sich aber auf Grund einiger spielerischer Details doch noch vom nichts-sagenden Einheitsbrei hervortun - was aber sicherlich nicht alle so sehen werden. Diese Art von Musik ist halt nicht für jedermann gemacht und möchte auch nicht unbedingt jedem gefallen. Ob die Version auf Pro-Tape noch zu beziehen ist, weiß ich aktuell nicht zu sagen, evtl. hilft da aber eine Kontakt-Aufnahme mit der Band weiter. Die digitale Version kann via der Bandcamp-Präsenz für 3,- Euronnen bezogen werden.

Für Underground-Maniacs sehr zu empfehlende Erst-Veröffentlichung! Black Metal ohne Schnörkel und großartigen Firlefanz.


Darbietungen:
01. Luciferi Excelsi (Intro)
02. Allegory of Death
03. Summoning Anael
04. Tanz der Gerippe
05. Gottesleugner
06. Keuchhusten (Outro)

Laufzeit: ca. 18 Minuten




Donnerstag, 3. August 2017

Review: Ohtar - Euthanasia of Existence (CD, Deathrune Records - 2016)

OHTAR, wer kennt diesen Namen nicht? Zugegebener Maßen ein Name, der viele Kontroversen ausgelöst hat und auch immer noch für Diskussionen sorgt. Gegründet im Jahr 1996 war OHTAR schon in früher Phase eine der wichtigsten Bands im polnischen NSBM-Underground. Es folgten einige Demos und Splits, die von der politischen Motivation der Horde zeugten, bis im Jahr 2003 das erste Voll-Album "When I Cut the Throat" veröffentlicht wurde. Neben Demos, Splits und EPs brachte man dann vor diesem aktuellen Werk noch zwei weitere Alben hervor, bis sich OHTAR dann vorerst im Jahr 2012 auflösten...




"Euthanasia of Existence" stellt nun das erste Album der beiden Mannen nach der Wiedervereinigung der Horde dar. Die beiden Individuen hinter dem Projekt Slawomir am Schlagzeug, sowie Necro (u.a. HATEFUL, zu deren aktuellem Werk sich >>hier<< eine Rezension finden lässt) am Gesang sowie an den Saiten. Der Titel spricht mal wieder für sich und bedarf, wenn man um die Einstellung der Band weiß, keiner weiteren Interpretationen. Ich persönlich habe ich mich bisher noch nie so wirklich mit der Musik von OHTAR auseinandergesetzt, weswegen ich jetzt auch keine großartigen Vergleiche ihrer früheren Werke anstellen möchte, was die Qualität anbelangt. Was ich jedoch sagen kann, dass das mir hier vorliegende Werk sehr kraftvoll produziert wurde und die nötige Portion Druck hinter den Aufnahmen steht. Dabei bieten die zwei Protagonisten in musikalischer Hinsicht alles andere als Standard-Kost, vor allem wenn man so bedenkt, was sich sonst so alles NSBM schimpft. Die Lieder sind einerseits voll von Stolz und Erhabenheit, gleichzeitig zeugen sie aber auch von tiefer Verzweiflung, Tristesse und Todessehnsucht. Die einzelnen Songs sind dabei kompositorisch ausgefeilt und bieten jede Menge Details, die für die notwendige Abwechslung sorgen und das Werk weit über Durchschnitt heben.

Fazit:
Gut, man mag jetzt von NSBM halten, was man möchte und auch ich kann mit Bands, die extreme politische Inhalte vertreten, nicht sonderlich viel anfangen - einfach auf Grund dessen, dass mir Politik zuwider ist. Ich glaube allerdings auch an die Meinungs- und Kunstfreiheit, und die möchte ich keinem absprechen. Zudem haben OHTAR in all der Zeit ihres Bestehens wohl ihren ganz eigenen Stil gefunden zu haben, was sie deutlich vom Einheitsbrei abhebt. Die spanische Tonschmiede Deathrune Records brachte das Werk sowohl als CD wie auch als LP heraus. Die LP kommt wahlweise in schwarz, weiß oder rot (wobei weiß wohl schon vergriffen zu sein scheint) und die CD erhaltet ihr wahlweise im Bündel mit einem Shirt. Preislich gesehen liegt die CD bei 8,- Euronnen, während ihr die LP ab 16,- Euronnen erhaltet. Bestellungen sind am besten direkt an Deathrune Records zu entrichten.

Elitist Polish Black Metal. Militant, misanthropisch, voll Verachtung und Agonie!


Darbietungen:
01. Cyanosis of Senility
02. Euthanasia of Existence
03. Portrayal of Damage
04. The End is not Coming
05. The Soul in a Cage of Thorns
06. Weary Thoughts

Laufzeit: ca. 43 Minuten




Mittwoch, 2. August 2017

Review: Myling - Sotpuke (CD, Amor Fati Productions - 2017)

Mal wieder etwas aus Schweden. Hatte ich ja auch schon längere Zeit nicht mehr. Zur Abwechslung auch mal etwas völlig neues, was nichts mit Ancient Records, Mysticism, Sir N., Swartadauþuz oder deren zahllosen Projekten zu tun hat. Bei MYLING handelt es sich um ein Projekt von Orm (u.a. ORMGÅRD) und Käärmeenkieli (KIIRA). Nachdem das erste abendfüllende Demo-Werk der beiden Mannen erstmals im Jahre 2009 durch Scythe of Death auf Kassette veröffentlicht wurde, folgte 2013 eine Auflage auf Vinyl (Final Agony Records), bis schließlich das deutsche Label Amor Fati Anfang diesen Jahres eine CD-Version veröffentlichte...





Diese kommt im edlen und stabilen A5-Digipak daher und enthält neben der CD auch ein mehrseitiges Beiheft mit allen Texten, die wie die Titel auch komplett in Runenschrift abgedruckt wurden. Der Begriff MYLING geht auf alt-schwedische Märchen- und Sagenwelt zurück und beschreibt einen Wiedergänger oder den Geist eines toten, neu geborenen und noch nicht getauften Kindes. Dabei soll es sich um die Seelen dieser, meist von der Mutter ermordeten, Kinder handeln, die als ruhelose Rachegeister umherwandeln. Was den Titel des Werkes betrifft, so präsentiert sich dieser auch in mehrerlei Hinsicht interpretierbar. Letztlich ist es eine Hommage an Surtr, den Feuerriesen und Herrscher von Muspellsheim, der in der nordischen Götterwelt an Ragnarök die Welt in Flammen setzte und alles Leben auf ihr zum erlöschen brachte. Thematisch setzt man sich dementsprechend auch mit der dunklen Seite nord-germanischer Mythologie auseinander, genau wie mit alten Ritualen und lange vergessenem Wissen über Magie. Nach einem sehr stimmungsvollen und folklorischen Intro geht es auch gleich über in den ersten wirklichen Song. Und der verspricht von Anfang an eine Reise in die räudigen Gefilde des klassischen Pagan Black Metal. Da klingen dann sogar ein paar Mal alte GRAVELAND durch, vor allem wenn die Orgeln einsetzen, lässt sich dieser Vergleich im Zusammenspiel mit dem Schlagzeug eindeutig heraus hören. Aber das soll nun kein Vorwurf sein... "In the Glare..." ist wohl eines der prägendsten Alben in diesem Genre, was es jemals gegeben hat (und allen Kontroversen zum Trotz, ich liebe dieses Album einfach!). Aber ich schweife ab... schließlich hat auch der erste Titel bereits wesentlich mehr zu bieten, als bloßes Nachspielen von Kult-Werken. Die Band scheint dafür, dass es sich hier um ihre erste Demo-Präsentation handelt, ihren Stil sehr gut entwickelt, und ihm eine ganz eigene Note verpasst zu haben. So finden sich hier ebenso klare Gesangspassagen wieder wie auch chorale Anklänge. Das wird auch nahtlos bei "ᚾᚠᚵᚢᚿᚦᛆᚳᛌ·ᚩᛅᛚᛚ" fortgesetzt. Heidnische Stimmungen paaren sich gekonnt mit eingängiger und rauer, dennoch rhytmischer Black Metal-Musik. "ᛆᛚᚦᛒᛦᚳ" etwa dreht zur Mitte hin noch einmal ordentlich auf, bis wieder ein düsterer Midtempo-Part einsetzt, der mit unheilvollen Turmglocken unterlegt ist. Einem regelrechten wüteten Anfall gleicht "ᛆᚵᚵᛅ·ᛆᛐᛐᛆᚱᛌᛚᚽᚴ", mal abgesehen vom folgenden Outro leider auch schon der letzte Beitrag dieser grandiosen Veröffentlichung.

Fazit:
Kaum zu glauben, dass ich erst jetzt, wo eine deutsche Schmiede die CD-Version dieses Demos veröffentlicht hat, auf diese Horde aufmerksam geworden bin. Naja, besser spät als nie, wie man so schön sagt. Für das von mir favorisierte Format Vinyl scheint es aber schon reichlich zu spät zu sein, finde ich doch keinen Mailorder mehr, der die LP noch im Distro führen würde - jedenfalls nicht in Europa. Im Netz wird sie zwar noch vereinzelt angeboten, aber die Preise sind teilweise ein echter Witz. Da bleibe ich doch vorerst bei meiner wirklich sehr schicken CD im A5-Digibook. Über eine Limitierung ist mir nichts bekannt. Für 15,- Euronnen gibt es das gute Stück direkt bei Amor Fati Productions, aber auch solche Underground-Labels wie Sol Records haben das Teil im Distro.

Grim Swedish Folk Black Metal. Raw, cold and mystical Art!


Darbietungen:
01. ᛐᚱᚽᛚᛚᚦᚽᛘ (Intro)
02. ᛘᛁᚦᚳᛅᛐᛐᛌᛒᛚᚽᛐ
03. ᚾᚠᚵᚢᚿᚦᛆᚳᛌ·ᚩᛅᛚᛚ
04. ᛆᛚᚦᛒᛦᚳ
05. ᛆᚵᚵᛅ·ᛆᛐᛐᛆᚱᛌᛚᚽᚴ
06. ᚬᚦᛆᚱᛚᚬᛐᚳᛁᚳᚵ (Outro)

Laufzeit: ca. 30 Minuten




Review: Black Blood Invocation - Black Blood Invocation (CD, Deathrune Records - 2017)

Aus Griechenland stammt dieses okkulte Duo. BLACK BLOOD INVOCATION stellt ein Projekt zwischen Nyogtha (CULT OF EIBON, zu deren aktuellem Werk auch noch eine Rezension erfolgen wird) und Xexanoth (GOAT SYNAGOQUE). Das Werk umfasst vier Lieder und wurde in seiner Urfassung bereits Anfang des Jahres via Vonfrost Records (Kanada) auf Kassette veröffentlicht. Im Juni wurde dann die CD-Auflage von Deathrune Records aus Spanien nachgeliefert.






Nach dem recht stimmigen und düsteren Intro wird dann auch direkt in Form des Titel gebenden Songs ordentlich Gas gegeben. "Black Blood Invocation" beginnt ziemlich doomig, wandelt sich aber alsbald in einen reinrassigen Goat Worshipping Black / Death Metal, der kompromisslos alles niedermäht und keine Gefangenen macht. Der Gesang ist durch die Produktion etwas in den Vordergrund gerückt, was in sofern interessant ist, da es gerade in diesem speziellen Sub-Genre nicht gerade wenige Kombos gibt, die ihren Gesang so klingen lassen, dass er eher aus den tiefsten hinteren Ecken des Jenseits zu erschallen scheint. Versteht mich nicht falsch... die Stimmgewalt verbreitet immer noch einen nach Fäulnis stinkenden Pestatem. "Ceremonial Worship of an Ancient God" schlägt in die gleiche Kerbe, gibt sich insgesamt aber etwas ritueller und erhabener, die Instrumente bewegen sich zeitweise auch eher im schnelleren Midtempo. Eine wahre infernalische Hymne, der auch etwas an ältere INQUISITION denken lässt. Der letzte Song "Baphometical Prayers" holt dann aber noch einmal den Knüppel aus dem Sack und entfacht einen regelrechten Sturm voller Finsternis, fauliger Gruftkälte, ranzigem Blut und verwesender Gedärme. Der Outro-Part mit dem Orgelspiel scheint da nur mehr die letzte logische Konsequenz.

Fazit:
Zugegeben ist Bestial War / Goat / Black / Death Metal... wie man das Kind jetzt auch nennen mag, nicht immer leicht zugänglich, reichlich konventionell und bewegt sich meistens (in 99% der Fälle) in sehr eng gesteckten Grenzen - großartig viel Spielraum wird da einer Horde eher nicht zuteil. Trotzdem schaffen es einige, diesem eigentlich recht ausgelutschten Genre noch immer Leben einzuhauchen (ein gutes Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit war da für mich sicherlich das letzte SATANIZE Album, zu welchem ihr auf diesen Seiten auch eine Rezension findet) oder die beiden EPs von CULT OF EIBON. BLACK BLOOD INVOCATION zelebrieren ihr satanisches Ritual sehr solide und machen auch schnell klar, dass sie hier keine Kompromisse eingehen und nicht gekommen sind, um zu reden, sondern um zu zerstören, zu vernichten und in Fetzen zu reißen! Auch Anhänger solcher Horden wie VON, BESTIAL WARLUST, alten BEHERIT und ARCHGOAT werden sich hier sehr schnell heimisch fühlen. Die Demo-EP erschien bisher als Kassette Anfang des Jahres über das kanadische Undergroud-Label Vonfrost Records in einer Auflage von 100 Exemplaren und kann auch dort noch geordert werden. Die CD-Version erschien im Juni über Deathrune Records aus Spanien, limitiert auf 500 Exemplare. Für Interessenten aus der EU bietet sich daher eher eine Bestellung über Deathrune Records an, welche die CD für 7,- Euronnen anbieten und sogar das Pro-Tape im Distro führen (dieses schlägt allerdings mit satten 9,- Euronnen zu Buche).

Pure Goatworshipping & Bestial Satanic Black / Death Metal in its finest way - nothin' more, nothin' less. Buy and enter the Cult!


Darbietungen:
01. Impious Liturgies to Baal (Intro)
02. Black Blood Invocation
03. Ceremonial Worship of an Ancient God
04. Baphometical Prayers

Laufzeit: ca. 18 Minuten




Dienstag, 1. August 2017

Review: Dark World's Spell - Fog of mystic minds (CD, Wolfmond Production - 2017)

Das Duo DARK WORLD'S SPELL hat vor nicht allzu langer Zeit mit ihrem "Fog of mystic minds" ein sehr starkes atmosphärisches, wenn auch minimalistisches Demo hervorgebracht, welches mit Sicherheit noch im Underground nachklingen wird. Veröffentlicht wurde es gemeinschaftlich von Wolfmond Production und Haeretikus Productions.








Als 'Minimalistic Ambient Black Metal' bezeichnet die Band selbst ihren Stil, und das passt auch ziemlich genau. Nach einem etwa 1-minütigen Intro geht es dann auch gleich los. "Spectral Thoughts in Eternal Forests" entpuppt sich als nihilistische Black Metal Tonkunst, die dank des langsameren Midtempo-Klangbildes eine sehr erhabene Atmosphäre inne hat, und das trotz der allgemein doch eher räudigen Produktion. Eine eher getragene, beinahe melancholische Stimmung, die hier erzeugt wird und den Albtraum-gleichen Wandel des Hörers durch die Düsternis nächtlicher Wälder begleitet. "From Old Spiritual Tales" stellt dann ein ambientes Zwischenspiel dar, welches noch zusätzlich mit Flöten unterlegt wurde. "About The Old Awakening" ist etwas schwächer in der Aufnahme geraten, so scheint mir. Insgesamt erinnert mich das ein wenig an die ersten SIEGHETNAR, vor allem in den verzerrten Gitarren, THRONDT scheinen mit ihrem Debüt auch einen nicht zu leugnenden Einfluss gehabt zu haben, was DARK WORLD'S SPELL nun aber nicht negativ angelastet werden sollte - handelt es sich doch bei den beiden Vergleichen um zwei (ehemals) sehr solide deutsche Underground-Kapellen aus dem Gefilde des Dark Ambient / Black Metal. Das letzte Stück "Chambers of the Forgotten Night" ist dann noch ein instrumentaler Ausklang.

Fazit:
Insgesamt bleiben hier also unter'm Strich ein instrumentales Intro sowie ein Outro, ein weiteres Instrumental als Zwischenspiel und zwei wirkliche Songs. Warum sich das Zweier-Gespann aus NRW trotzdem aus der Masse hervortut ist einfach darin begründet, dass es ihre Musik gekonnt versteht, den Hörer mitzureißen. Nicht aus dem Grund, weil sie sonderlich innovativ oder spielerisch ausgefeilt wäre, sondern deswegen, weil sie es versteht durch ihre minimale Machart eine stimmungsvolle und düstere Atmosphäre zu erschaffen, in die man einfach eintauchen möchte, um sich in ihr zu suhlen und um sich in ihr zu verlieren. Die CD kommt in einer Kartonstecktasche und ist auf lediglich 35 Stück limitiert, was den Demo-Charakter abermals unterstreicht. Eure Bestellungen könnt ihr wie immer direkt an Wolfmond Production richten, die die CD für äußerst faire 6,- Euronnen anbieten.

Minimalistic & Mystical Ambient Black Metal. Willkommen in der Dunkelheit!


Darbietungen:
01. Intro
02. Spectral Thoughts in Eternal Forests
03. From Old Spiritual Tales
04. About The Old Awakening
05. Chambers of the Forgotten Night

Laufzeit: ca. 16 Minuten




Vorab-Review: Totensucht - Leitbild & Teufelswerk (CD, Wolfmond Production - 2017) - Teil 2

Der zweite Teil der als Gesamt-Rezension zu betrachtenden TOTENSUCHT-Besprechung widmet sich nun dem Album "Teufelswerk (Compilation of Confusion)", welches bereits 2013 komponiert wurde, aber nun nachträglich erst eingespielt wurde. Man sieht es bereits am eigentlichen Datum: auch dieses Werk war genau wie "Leitbild" noch vor dem eigentlichen Debüt-Album angedacht. Dies hängt wohl zum größten Teil damit zusammen, dass das die Band 2014 notgedrungen zu einem Solo-Projekt transformierte, und so die Aufnahmen erst einmal auf Eis lagen. Darüber hinaus hatte man mit seinem sehr experimentierfreudigen "Leitbild" ja schon nicht viel Glück bei Labels...


Nun, jene Labels, die TOTENSUCHT wohl mangels Interesses damals ablehnten, werden sich wohl aus heutiger Sicht extrem in den Arsch treten, denn meiner Meinung nach nimmt diese Ein-Mann-Kapelle im deutschen Underground eine absolute Ausnahmestellung ein. Innovativ, wie man Black Metal selten hört, gerade aus den untergründigen Gefilden - dabei zeigt sich Keltor jedoch auch durchaus traditionsbewusst. So verkommt die Musik auch nie zum Mittel zum Zwecks und stellt eher eine Hommage dar, als den Kult mit Füßen zu treten. Daran sollten sich so ein paar dieser hoch gefeierten BM-Revival-Bands heutzutage ein Beispiel nehmen. Aber wie schon erwähnt, das ist meine Meinung.

Wie steht es nun aber wirklich um dieses Album? Nun, mit "Teufelswerk" präsentiert TOTENSUCHT zunächst einmal ein Werk, welches auf den ersten Blick wesentlich mehr direkten Black Metal bietet und daher auch etwas leichter zugänglicher für Puristen erscheint. In der Tat zeigt man sich hier ein wenig eingängiger, was den Stil anbelangt, wenngleich natürlich das dargebotene Schwarzmetall sehr atmosphärischer Natur ist. Das zeigt sich auch gleich beim ersten Lied "The Hope is the First": epische Sphären paaren sich hier mit einer nihilstischen Grundstimmung, erneut muss man hier auch einfach die instrumentale Darbietung würdigen, die aus den limitierten Mitteln ein Maximum an Emotionen heraus holt. So finden sich hier wieder zahlreiche Tempowechsel und gezielte Breaks, die dem Stück die nötige Abwechslung verleihen, inklusive akustischem Zwischenspiel und anschließendem erhabenen Epik-Part, der sogar ein wenig in DSBM-Gefilde abgleitet im Gesang, bevor es wieder harsch nach vorne drescht. Auch "Die Rückkehr auf Sensus" steht dem in nichts nach und legt gar noch etwas an Geschwindigkeit zu, doch auch hier lassen sich wieder viele Details finden, die von der Hingabe zur Musik und zur Freiheit der Gedanken zeugen, die Glockenspiele gegen Ende sind da wohl besonders erwähnenswert, da sie doch recht ungewöhnlich sind. "Tanz der (Mi)Mösen" hat den Charakter einer persönlichen Abrechnung inne, und "Psycho Neumond" wandelt sich nach einem psychedelischen Beginn zu einem kompromisslosen Black Metal-Song, der mit zweistimmigem Gesang aufwartet. Ambient wird es dann am Anfang von "Conatum ad Videre", welches von einem Klavierspiel eingeleitet wird und in einen sehr rockigen schwarz angehauchten Metal übergeht, doch gerade in dem Riffing der Gitarren sehr viel Heavy Metal erkennen lässt. Die Gesellschafts- und Sozialkritik aus "Leitbild" kommt auch hier wieder zu tragen, wenn man da sich da etwa "The Walking Dead" anhört - präsent ist sie aber allgemein in dem Werk. Zum Abschluss geht es dann mit "Radjebalges" in Richtung Folklore und vermixt dies mit, für diese Thematik passend, typisch nordischen Black Metal.

Fazit:
"Teufelswerk" ist definitiv anders als "Leitbild". War das erst genannte Werk noch von einer gewissen Punk-Attitüde geprägt, so findet sich dieses Stilmittel in hier vorliegendem Album nicht wieder. Hier herrscht eher eingängiger Black Metal vor, der sich aber typisch für diese Band alles andere als gewöhnlich gibt. Die Musik ist gleichzeitig räudig, dann aber wieder verspielt und voller Details, die es zu entdecken gilt. Traumwandlerische Atmosphären paaren sich nicht selten mit Pest ausspeienden Hasstiraden. Die CD erscheint ebenso wie "Leitbild" aller Voraussicht nach im Laufe der nächsten zwei Wochen. Sie wird in einer Kartonstecktasche ausgeliefert und wird auf lediglich 50 Exemplare limitiert sein - schnell sein ist also alles. Preislich gehe ich auch mal wieder von den üblichen 5,- bis max. 8,- Euronnen aus. Bestellungen können direkt an Wolfmond Production entrichtet werden, sobald das Werk erhältlich ist.

Innovatives, alles andere als gewöhnliches Black Metal-Werk aus dem deutschen Underground. Trifft nicht ganz die Klasse von "Leitbild" in meinen Augen, ist aber immer noch mehr als empfehlenswert!


Darbietungen:
01. The Hope is the First
02. Die Rückkehr auf Sensus
03. Gilded Port
04. Tanz der (Mi)Mösen
05. Psycho Neumond
06. Conatum ad Videre
07. Der falsche Sadismus
08. Blutseuche
09. Slave in Heaven, God in Hell
10. The Walking Dead
11. Radjebalges

Laufzeit: ca. 65 Minuten



Montag, 31. Juli 2017

Vorab-Review: Totensucht - Leitbild & Teufelswerk (CD, Wolfmond Production - 2017) - Teil 1

TOTENSUCHT... ein selten bescheidender Name, wie ich schon von Anfang an fand, jedoch verbirgt sich hinter diesem Ein-Mann-Projekt großartige und klangvolle Schwarzmetall-Tonkunst, wie ja schon das letztjährige Debüt-Album "Black-Demonical-Accursed" eindrucksvoll unter Beweis stellte (die Rezension lässt sich >>hier<< nachlesen). Bei "Leitbild", dem kommenden Werk des Projektes um Mastermind Keltor handelt es sich um das ursprünglich angedachte Debüt.




Das Material des Werkes stammt bereits aus dem Jahr 2011, wurde aber noch einmal komplett neu überarbeitet. So klingt die Produktion dem letzten Album zumindest ebenbürtig, die Intention von "Leitbild" lässt sich ebenso mit der von "Black-Demonical-Accursed" vergleichen: die totale Freiheit, das Sprengen von Ketten und von selbst gesteckten Grenzen, Anarchie, Zerstörung, Tod und Misanthropie, welche nicht selten mit einer gewissen Gesellschaftskritik einher geht.
"Ebenbild" leitet das Werk mit einem instrumentalen Dark Ambient-Part ein, zu dem sich rasch eine Gitarre hinzugesellt, bevor das Schlagzeug und schließlich der bekannte raue und keifende Gesang einsetzt. Ein recht flotter Einstieg, der allerdings auch nichts an Rhythmus und Melodie einbüßt, denn schon hier zeigt sich einmal mehr die tiefe Hingabe und das spielerische Geschick des Protagonisten. Hier ein Tempowechsel, da ein instrumentaler Wandel und schon fühlt man sich dem Album ergeben. Was für ein Beginn! Ähnlich kreativ und hochkarätig geht es mit "Im Zwiespalt mit mir" weiter, wenn dieser auch insgesamt einen Gang runter schaltet, was die Geschwindigkeit anbelangt. Ansonsten gibt es hier wieder jede Menge Details zu entdecken: effektiv eingesetzte Breaks, Stimmungswechsel und sogar Genre übergreifende Stilmittel werden hier verwendet. Anklänge an den Viking lassen sich hier ebenso ausmachen, wie auch DSBM, Old School Black Metal, Post Punk und instrumentale Finesse (der akustisch anmutende Mittelteil erinnert mich in seinem Riffing an etwas, ist das NARGAROTH?). "Conception Destroyer" ist dann endgültig als Kampfansage an alle Kleingeister zu sehen, die die freie Entfaltung der Gedanken nicht erfassen können und sie genau deswegen missbilligen - dementsprechend ist die Stimmung dieses Stückes auch wesentlich aggressiver geraten, als noch auf den Vorgängern. "Tenere Cosmica" könnte auch von BETHLEHEM aus ihrer "Dictus Te Necare"-Ära stammen, wenn man sich so den einleitenden Teil in Verbindung mit dem darauf folgenden instrumentalen Gewitter anhört. Ein stolzer und erhabener atmosphärischer Black Metal, der hier geboten wird, der wieder mit allerhand liebenvollen Details aufwartet. Kritisch und mit viel Verachtung wird dann in dem sehr verzweifelten und wohl auch bewusst etwas monotoner gehaltenem Stück "Gesellschaft = Tumor", in welchem sich gar einige progressive wie auch Einflüsse aus dem Stoner Rock finden lassen, die Menschheit besungen. Dieses Konzept findet dann schließlich seinen Höhepunkt in dem drei Lieder weiter folgenden "What has happened", welches sich als Post Black Metal Nummer erweist, die einen gewissen Shoegaze-Faktor auch nicht verbergen kann, dann wird es etwas rockiger und auf einmal gibt es einen kurzen Break und die Instrumente wie auch der Gesang wandeln sich in einen traditionellen Oi! und Melodic Hardcore-Sound, der Vergleiche mit alten PENNYWISE oder auch deutschen Sachen wie SLIME bis VOLXSTURM zulässt. Dann ein erneuter Break und man findet sich wieder in Black Metal-Gefilden wieder. Klingt skurril und nicht wirklich zusammenpassend? Passt aber wie Arsch auf Eimer! Das folgende letzte Lied "Demonical Alphatier" kann als geistiger Vater für "The Alphatier is Back" gesehen wird und macht einmal mehr die Stellung der Band klar: Frei und anders denkender Black Metal ohne irgendwelche Grenzen!

Fazit:
Meiner Meinung nach ein mehr als beeindruckendes Werk, welches dem ja eigentlich später aufgenommenen Debüt-Album in keiner Weise nachsteht, sondern ihm im Gegenteil sogar noch einige Facetten hinzufügt. Die Musik von TOTENSUCHT ist wahres Gold und das Klangbild kann sich für ein Ein-Mann-Projekt aus dem Underground mehr als nur hören lassen. Ein nahezu perfektes Werk! Die CD erscheint im Laufe der nächsten zwei Wochen bei dem deutschen Label Wolfmond Production und kann dann auch dort erworben werden. Der Preis dürfte auch dieses Mal die üblichen 5 - max. 8,- Euronnen nicht überschreiten. Die CD kommt, wie auch die "Teufelswerk" in einer Kartonstecktasche und ist auf 50 Exemplare limitiert. Es heißt also schnell sein und nicht zu lange zu zögern! Bestellungen gehen wie immer an Wolfmond Production.

Free-Minded Black Metal without any Borders! Für Freigeister, die sich ihre eigenen Gedanken machen, und nicht nur stumpf konsumieren und den Szene-Idealen und ihren Idolen nacheifern, eine wahre Erfüllung!


Darbietungen:
01. Ebenbild
02. Im Zwiespalt mit mir
03. Conception Destroyer
04. Tenere Cosmica
05. Gesellschaft = Tumor
06. Im Namen des Teufels
07. Schattenexistenz
08. What has happened
09. Demonical Alphatier

Laufzeit: ca. 62 Minuten




Sonntag, 30. Juli 2017

Review: Orek - Orek (MC, Eigenproduktion - 2017)

Aus Stuttgart stammt das noch relativ junge Ein-Mann-Projekt OREK, welches im Jahr 2011 gegründet wurde und wohl bereits auf ein Demo aus dem Jahr 2012 zurückblicken kann, das ich allerdings nicht kenne, was aber meiner Recherche nach wohl auch nicht sonderlich gut bei Kritikern angekommen zu sein scheint. Sonderlich viele Information zum Projekt lassen sich aber auch nicht im Netz finden, so dass ich noch nicht einmal sagen kann, ob es sich da nicht eher um eine Vorab-Promo handelte oder um etwas Offizielles. Auf der eigenen Bandcamp-Seite wird hier vorliegendes Tape jedenfalls als das erste Werk angepriesen...




Nach einem recht unspektakulären Intro geht es dann auch gleich mit "Erbreche das Kreuz" in die Vollen. Räudiges Underground Black Metal Geschrammel passt als Ausdruck wohl am besten - und das ist noch nicht einmal sehr negativ gemeint. So kann man gleich mit dem ersten Liedbeitrag mit einigen wohl platzierten Tempowechseln und Breaks punkten. Auch klingt das ganze durch und durch typisch deutsch und erinnert dabei an gleichartige Bands wie GODLESS CRUELTY oder auch die erste Scheibe von ZORN. Dieser Eindruck bestätigt sich dann auch bei "Preis der Nacht", der insgesamt etwas schneller unterwegs ist, als der Vorgänger. "Rostige Nägel" stammt hörbar aus einer anderen Schaffensperiode und das Klangbild unterscheidet sich doch recht grob von den ersten beiden Aufnahmen, da die Produktion hier wesentlich dumpfer und etwas leiser ist. Bei "Tanz der Teufel" wird es dann gar ein wenig melodisch: angesiedelt im schnelleren Midtempo enthält der Song zur Mitte hin gar einen gut hörbaren Part mit einem Heavy Metal-Gitarren-solo. Auch der letzte Beitrag "Pest" bietet zum Ende hin noch einmal eine gelungene und eingängige Melodiefolge und hat so gar ein wenig Hymnen-Charakter.

Fazit:
Klar ist OREK Underground-Band. Auch dass es sich hier um ein Ein-Mann-Projekt handelt mit allen damit einhergehenden Beschränkungen und Nachteilen, hört man einfach. Wer hier eine Hochglanz-Produktion erwartet, ist definitiv fehl am Platz. Auch wer sich hier ein ausgeklügeltes atmosphärisches Werk verspricht, wird wohl eher enttäuscht sein. OREK versteht es zwar, einige Atmosphären aufzubauen, doch dies geschieht dann eher auf einer primitiven und nihilistischen Ebene. Trotz der vorhandenen Details, die dieses Demo auflockern, ist OREK's Black Metal doch eher simpel gestrickt - verfehlt seine Wirkung aber nicht und kommt gerade Dank und durch diese ganzen Umstände recht authentisch rüber. Die Kassette kommt in schwarz und mit einem Logo-Label, die Hülle ist weiß. Das Cover ist beidseitig bedruckt, enthält bis auf die Titel und einen kurzen Text(-auszug?), sowie ein Artwork mit eingearbeitetem Logo und Foto aber keinerlei weitere Informationen. Bis auf vielleicht den Schriftzug des Labels Sodogommorah Records, über die aber wiederum keinerlei Informationen zu finden sind, was für ein Eigen-Label spricht. Limitiert ist das Tape auf 25 Stück, natürlich hand-nummeriert und kommt mit einem Button und einem Sticker. Eine CD-Version soll in nächster Zeit auch folgen. Der Preis beträgt 5,- Euronnen, Bestellungen können direkt an OREK entrichtet werden via Bandcamp.

Pure Hateful & Satanic German Black Metal from the Depths of the Underground.
Mag man, oder man lässt es sein, dazwischen gibt es nichts.


Darbietungen:
01. Intro
02. Erbreche das Kreuz
03. Preis der Nacht
04. Rostige Nägel
05. Tanz der Teufel
06. Zukunftsleid
07. Pest




Freitag, 21. Juli 2017

Review: Ius Talionis - Saligia (CD, Eigenproduktion - 2017)

Im Mai diesen Jahres veröffentlichte die mir bis dato vollkommen unbekannte deutsche Horde mit Sitz in Aachen (ist ja noch gar nicht einmal so weit weg - immer wieder schön zu sehen, dass sich im Raum NRW etwas tut) ihr Debüt-Album. Diesem voran ging bereits eine Demo-Präsentation mit Namen "Eleutheromania" aus dem Jahr 2014, was so viel wie bedeutet wie "Das Verlangen nach Freiheit" und damit das Streben nach Wissen und Erleuchtung symbolisiert, durch das Ablegen irdischer Dogmen und das Zersprengen der Ketten der kirchlichen Glaubenslehre, somit steht Luzifer dort als das Sinnbild absoluter Freiheit.



Ähnlich theologisch angehaucht zeigt sich auch das erste Voll-Album der fünf Herren. Thematisch geht es um die sieben Hauptlaster der Menschheit, oder anders gesprochen: um die sieben Todsünden. Dabei ist jedes Lied einem Laster gewidmet. So erschließt sich denn auch der Album-Titel: SALIGIA war ein im Mittelalter verbreitetes Akronym für die sieben Todsünden und setzte sich aus den jeweiligen Anfangsbuchstaben der lateinischen Wörter zusammen. Interessanter Fakt: die Songs sind ebenfalls in dieser Reihenfolge aufgebaut und dargeboten. "Auge um Auge" widmet sich Superbia, dem Hochmut. Die Gitarren zeigen sich hier bereits recht rhythmisch und melodisch, was sich im weiteren Verlauf noch als ein eindeutiges Merkmal von IUS TALIONIS erweisen wird. Der Gesang ist kalt und gleicht einer Kampfansage an die Verkommenheit kirchlicher Werte, die zumeist verlogener nicht sein könnten - wütend und reißend präsentieren sich dann auch die Instrumente und so ist bereits das erste Stück eine Hymne für sich. Gleichzeitig stellt der Text bei genauer Betrachtung auch eine klare Ode an sich selbst dar, wird doch genau das besungen, wofür man steht: die Ius Talionis, was ja auch ruhig als Hochmut interpretiert werden darf. Damit wäre auch gleich einmal klar gestellt: bei IUS TALIONIS handelt es sich um Sünder, und sie sündigen liebend gern. "Tanz um das goldene Kalb" behandelt Avaritia, den Geiz. Neben dem ersten Lied, welches ebenfalls im Vorfeld als Song-Video veröffentlicht wurde, existiert auch ein Video zu diesem Song, was die Stimmung gekonnt einfängt. Auch hier stechen die Gitarren wieder klar hervor, was in einem melodischen Solo gipfelt. "Babylon" präsentiert sich da zu Beginn etwas ritueller und im weiteren Verlauf auch etwas direkter, räudiger und eingängiger. Ganz wie es die Vorlage Luxuria, die Wollust verlangt zeigen sich die Instrumente hier in einem rhythmischen Midempo, welches aber auch schnellere Gangarten nicht scheut, wofür insbesondere das stürmische und alles zermalmende Schlagzeug verantwortlich zeichnet, und auch hier kommt gegen Ende abermals die sehr melodische Arbeit an der Gitarre zum tragen. Den jedoch mit Abstand aggressivsten stellt der Beitrag zu Ira, dem Zorn dar. "Früchte des Zorns" gibt sich von Anfang an wütend, kalt und hasserfüllt. Der Gesang scheint nichts als Verachtung zu empfinden, die Gitarren sind tief, schnell und verzerrt - ohne jedoch etwas an ihrer niveauvollen Spielart einzubüßen. Hymnenhaft geht es dann weiter mit "Gärten des Dionysos", welches sich ausschließlich Gula, der Völlerei widmet. Dionysos scheint mir da als Sinnbild doch recht passend - die alten Griechen und Römer wussten halt schon immer am besten, wie man feiert. Mit "Elohim, El-Qanna" (Invidia, der Neid) wird es dann noch einmal recht erhaben, wenngleich meiner Meinung nach auch ein wenig Melancholie in den Instrumenten mitschwingt. Den Abschluss macht "Herzstillstand", mit welchem Acedia, die Trägheit des Herzens besungen wird. Passend zur Thematik des Titels und des Textes an sich, gibt man sich hier etwas zurückhaltender, was die Geschwindigkeit angeht und schafft so eine fast schon hypnotische monoton-triste Stimmung, die allerdings nichts mit DSBM zu tun hat. Durch weitere Details wie stimmungsvoll gesetzte Breaks und Tempowechsel sorgt man schließlich auch dafür, dass diese melancholische Hymne einen mehr als würdigen letzten Beitrag zu diesem großartigen Album darstellt. Das Klavier am Ende ist übrigens von der Band selbst eingespielt und kein Sample, wie man es ja so häufig vorfindet.

Fazit:
Ja, was bleibt einem da noch zu sagen? Es gibt einfach diese Bands und Alben, die schon eine Weile existieren, auf die man dann aber letztlich nur durch glückliche Zufälle stößt. IUS TALIONIS haben mit ihrem Debüt "Saligia" nicht nur in konzeptioneller Hinsicht etwas episches erschaffen, sondern auch ihre Musik ist alles andere als Standard-Kost, was sie erfrischend vom Einheitsbrei abhebt und für mich zu einer der besten nationalen Newcomer-Bands der letzten Jahre auszeichnet. Ihr Album deckt eine Bandbreite an Stimmungen und Emotionen ab und weist dabei ein sehr eigenständiges und für Underground Black Metal gar recht mutiges Klangbild auf. Die Produktion erweist sich als kernig und authentisch, aber alles andere als schlecht - jedoch auch nicht zu blank geputzt. Kurzum: für ein Werk, welches komplett in Eigenregie entstanden ist, gebührt diesem und der Band, die es erschaffen hat, der allergrößte Respekt! "Saligia" erschien am 20. Mai als edles Digipak mit mehrseitigem Beiheft, welches alle Texte sowie Fotos und Illustrationen enthält, welche wie auch das gesamte Artwork aus der Feder von Osculum Infame Artworks stammen. Die CD kann über die Bandcamp-Seite von IUS TALIONIS bezogen werden. Dort gibt es auch die Demo in digitaler Form zum freien Download, sowie ein schickes Shirt.

Mehr als nur empfehlenswertes Album aus dem deutschen Untergrund. Für jeden, der von seinem Black Metal mehr erwartet, als die übliche Standard-Kost!


Darbietungen:
01. Auge um Auge
02. Tanz um das goldene Kalb
03. Babylon
04. Früchte des Zorns
05. Gärten des Dionysos
06. Elohim, El-Qanna
07. Herzstillstand

Laufzeit: ca. 44 Minuten




Sonntag, 2. Juli 2017

Review: Nox Ater - Cult to Darkness (CD, Wolfmond Production - 2017)

Ursprünglich stammt diese aktuelle Veröffentlichung der Horde aus Mexiko bereits aus den Anfängen diesen Jahres . Ursprünglich jedoch nur in Eigenregie veröffentlicht und vertrieben, was die Zahl derer, die sich im Besitz eines Exemplares wissen, doch ziemlich einschränken dürfte. Das soll sich nun bald ändern, denn das deutsche Label Wolfmond Production hat eine erneute Veröffentlichung des Werkes vollzogen...






Gut, sein wir ehrlich: bei der Kombination Black Metal und Mexiko erwarte ich jetzt nicht allzu viel. Doch Ausnahmen soll es ja bekanntlich immer geben. NOX ATER gehören mit ihrem "Cult to Darkness", welches ihr inzwischen drittes Voll-Album darstellt, aber nur sehr bedingt dazu. Zelebriert wird hier klassischer Old School Black Metal der nordischen Schule. Es lassen sich vor allem Referenzen alten DARKTHRONE und BURZUM ausmachen. "Grimm and Cold Soul" stellt sogar gleich eine instrumentale Kopie von Songs wie "Natassia In Eternal Sleep" oder "As Flittermice As Satans Spys" dar. Nicht gerade innovativ, getreu dem Motto "besser gut kopiert, als schlecht allein ausgedacht". Davon abgesehen gibt es hier viel dreckigen Low-Fi Schwarzmetall im Midtempo präsentiert, der zu gefallen mag, es aber nicht vermag wirklich aus der Masse herauszutreten.

Fazit:
Die Mexikaner haben hier ein recht ordentliches Album auf die Hörerschaft losgelassen, das sich allerdings wenig innovativ zeigt. Auch hätte ich mir eine Spur mehr Mut zur Eigenständigkeit gewünscht, Potential dazu lassen Songs wie "Necromancy's Master" jedenfalls ohne weiteres erkennen. So jedoch vermag es die Horde kaum, den Hörer wirklich auf Dauer bei der Stange zu halten - alles scheint schon x-mal gehört worden zu sein. Für Leute, die aber alles haben müssen, sicherlich lohnenswert. Bestellungen gehen direkt an Wolfmond Production.

0815 Old School-Flick, mehr leider nicht.


Darbietungen:
01. Intro
02. Baphomet's Law
03. Grimm and Cold Soul
04. Cult to Darkness
05. Necromancy's Master
06. Midnight Sacrifice
07. Cantus e Mors

Laufzeit: ca. 29 Minuten



Samstag, 1. Juli 2017

Review: Magoth - Anti Terrestrial Black Metal (CD, Eigenproduktion - 2017)

Aus Bonn stammt die vier-köpfige Horde MAGOTH, die mit hier vorliegendem Werk ihr Debüt-Album präsentiert - veröffentlicht am gestrigen Tag. Wäre ich ein wenig eher auf dieses Kleinod aufmerksam geworden, hätte ich es doch glatt in meinen Halbjahresbericht erwähnt, doch so wird dem Album zumindest im späteren Jahresrückblick glorreiche Erwähnung finden.








Nachdem man mit "Der Toten Gesang" im vergangenen Jahr die erste Demo-Präsentation auf die Menschheit losließ, kotzte man nun sein Debüt der Masse entgegen. "Anti Terrestrial Black Metal" zeigt sich gleich zu Anfang sehr kraftvoll und lückenlos produziert, fast schon eine Spur zu sauber, doch das stört hier kaum, da man doch eine gewisse rotzige Underground-Attitüde heraus hört, und die mächtige Produktion dem Ganzen einen noch erhabeneren und stolzeren Klang verleiht. Das Cover spricht für sich und auch die Mannen sind keine Unbekannten: so hat beispielsweise der Sänger Heergott bereits für einige Zeit bei den Solingern CERBERUS (Kennt die noch jemand?) gespielt. Mit derer Musik hat MAGOTH aber nicht sehr viel gemein. Hier wird erhabener Schwarzmetall dargeboten, wie es der Titel des Albums ja auch vermuten lässt. Dieser verspricht dann auch wirklich nicht zuviel, denn die Horde zelebriert ihren Stil sehr solide, als wären sie bereits alte Hasen, die seit den anfänglichen 90ern nichts anderes gemacht haben. Dabei decken sie eine große Bandbreite an Atmosphären und emotionalen Zuständen ab, über allem schwebt aber das überweltliche All-Eine, was die einzelnen Beiträge zu einem runden Ganzen vereint. Auch vor anspruchsvollen melodischen und rhythmischen Part zeigt man keine Angst, was die einzelnen Lieder ziemlich individuell klingen lässt und auch dafür sorgt, dass der Spannungsbogen konstant hoch bleibt Langeweile kommt hier jedenfalls nicht, oder nur äußerst selten auf. Das zeigt sich sowohl in den Songs, die noch vom Demo bekannt sind, hier aber komplett neu eingespielt wurden, als auch in den neuen Liedern wie "Thorns".

Fazit:
Klar, MAGOTH erfinden das Rad jetzt auch nicht neu, zelebrieren ihren Black Metal aber mit viel Hingabe und Herzblut. Hinzukommt, dass sie viele Ideen mit einfließen lassen. So bekommt man als Hörer ebenso atmosphärischen Melodie betonten Schwarzmetall ebenso geboten, wie den Black Metal der alten Schule versetzt mit okkult-orthodoxen Elementen - und diese Wechsel der Stimmungen und Emotionen findet nicht selten innerhalb eines einzigen Liedes statt. Mit einem Wort: STARK! Das Album gibt es als vollen Stream auf der offiziellen Bandcamp-Seite der Horde, das digitale Album kostet 9.99 Euronnen. Sammler sollten auch auf Grund des relativ hohen Preises für eine digitale Kopie viel eher auf eine physische Kopie auf CD zurückgreifen, die mit 13,- Euronnen zwar auch noch recht happig ist, dafür aber auch auf lediglich 200 Stück limitiert ist und natürlich eine schicke Aufmachung enthalten soll (mir lag der Tonträger zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht vor - wenn ich die CD in Händen halte, werde ich natürlich noch eine erweiterte Anmerkung zur Aufmachung vornehmen).

Edit 06.07.17: Inzwischen hat mich auch die CD-Version des Albums erreicht - und die kann sich wirklich sehen lassen: der professionell gepresste Silberling haust in einem hochwertigen voll-bedruckten Digipak, welches noch ein 8-seitiges Beiheft beinhaltet. Dieses gibt auf den ersten Seiten ein kurzes Statement der Band zu ihrer Einstellung zum Black Metal wieder ("...it's not just about feasting on blasphemy... - sehr sympathisch by the way). Desweiteren hält es ein Bandfoto, Information zur Besetzung, Produktion und Aufnahme, Kontaktadressen und eine kurze Dankesliste bereit - Texte sind leider keine abgedruckt, was ich gerade bei so einem interessanten Projekt mehr als schade finde. Wenn man allerdings bedenkt, dass die Band, alles was sie erstellt, selbst finanziert, hätte das möglicherweise auch den Rahmen gesprengt. Alles in allem ein rundes Gesamtpaket, welches jedwede Unterstützung verdient!

Ein erhabenes, stolzes, gleichzeitig auch kriegerisches Werk, welches in vielen Punkten überrascht. Ein Highlight des diesjährigen deutschen Undergrounds!


Darbietungen:
01. Cleansing of the Ancient Spirits
02. Indoctrination War
03. Der Toten Gesang
04. Mental Fortress
05. Thorns
06. Sola Scriptura
07. Sheol
08. Requiem Deus
09. Cosmic Termination

Laufzeit: ca. 49 Minuten




Freitag, 30. Juni 2017

Das erste Halbjahr 2017 - ein Fazit:

So, da wären wir also mal wieder. Die erste Hälfte des Jahres 2017 neigt sich ihrem Ende und so möchte ich die Chance nutzen, an dieser Stelle eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen.

Zunächst einmal einen Dank an alle alten und neuen Leser, die mir auch stets Feedback per Mail schicken. Allerdings werde ich natürlich auch nie müde zu erwähnen, dass es die Möglichkeit der direkten Kommentar-Funktion gibt ;-)

Zudem gibt es eine große Neuerung: seit dem ersten Mai ist der Blog nun auch mit einem YouTube Kanal gekoppelt, was heißt, dass ich nun zu jedem Album, das ich bespreche, ein Song-Video mit meinem persönlichen Favoriten aus dem Werk auf dem YT-Kanal machen und gleichzeitig auch hier mit einbetten werde.

Ein paar ermüdende Statistiken habe ich natürlich auch zu bieten:
So hat der Blog von Anfang des Jahres bis zum heutigen Datum insgesamt 10.768 Besucher gehabt.
Der Monat mit den meisten Review-Beiträgen war der Februar (20).
Am faulsten war ich im April mit gerade einmal 5 Rezensionen (Urlaubszeit).
Eingetragene Abonnenten sind auch dieses Jahr keine hinzu gekommen.

Immerhin - der Blog wächst stetig und wird auch öfters besucht, was mich sehr freut.

Genug der Beweihräucherung. Natürlich hat sich veröffentlichungstechnisch auch in diesem ersten Halbjahr so einiges getan, und ich muss sagen, dass das Jahr 2017 für den Black Metal bisher doch recht erfreulich ausgefallen ist. Auch wenn ich mal wieder nicht alles mitbekomme, was an der schieren Masse tagtäglicher VÖs auch nicht weiter verwunderlich sein dürfte, so möchte ich hier doch schon einmal eine bisherige Halbjahres-Liste zusammenstellen.


Top 10 der besten Alben:

01. Elfsgedroch - Op de beenderen van onze voorvaderen LP (Diaphora Produktion)
- die Rezension ging am 6. März online und auch aus jetziger Sicht stellt dieses Album, welches in seiner Urform eigentlich schon im letzten Jahr erschien, eines der besten und emotionalsten Werke dar, die ich seit langem gehört habe.

02. Sarkrista - Summoners of the Serpent's Wrath LP (Purity Through Fire)
- das zweite Album der deutschen Horde wurde von mir am 23. März besprochen und stellt in meinen Augen eines der ergreifendsten schwarzmetallischen Werke dar, die in den letzten Jahren im heimatlichen Underground veröffentlicht wurden. Diese Platte besitzt einfach alles, von Stärke und Erhabenheit bis zu tiefgreifender Melancholie und absoluter Finsternis - stark vom Anfang bis zum Schluss.

03. Rimruna - Der Hatz entronnen LP (Eigenproduktion)
- die beiden Berliner legen mit ihrem zweiten Album ein machtvolles Werk vor und legen gleichzeitig die Messlatte für kommende Veröffentlichungen verdammt hoch. Die Besprechung fand am 30. Juni statt und wird auch das letzte in diesem Halbjahr gewesen sein.

04. Mosaic - Old Man's Wyntar CD (Eisenwald Tonschmiede)
- am 7. Januar wurde das Debüt-Album des eigenwilligen Projekts aus Deutschland auf diesen Seiten besprochen. Der Mix aus Black Metal, düsterem Neo-Folk, Mystizismus und deutscher Sagen- und Märchenwelt ist zutiefst ergreifend und verstörend. Sicherlich ein Werk, welches man nicht täglich hören kann, sondern eher für besinnliche Momente der Introvertiertheit geeignet ist. Ein besonderes Album!

05. Fellwarden - Oathbearer LP (Eisenwald Tonschmiede)
- sehr atmosphärischer Black Metal aus Großbritannien, welches den Hörer auf eine Reise quer durch die Geschichte und die Landschaften der Insel entführt. Die Besprechung wird im nächsten Monat erfolgen.

06. Acherontas - Amarta अमर्त (Formulas of Reptilian Unification Part II) LP (W.T.C Productions)
- das neue und mittlerweile sechste Studio-Album der Griechen ist eine direkte Fortsetzung ihrer Platte "Ma-Ion" aus dem Jahr 2015. Es wird wie immer sehr okkult und spirituell. Eine der besten Beiträge der etwas 'größeren' Bands in diesem Halbjahr! Die Besprechung wird im nächsten Monat erfolgen.

07. Askvald - Nebelpfade CD (Wolfmond Production)
- aus dem deutschen Underground meldet sich das Projekt ASKVALD aus Dresden einmal mehr zu Wort. Das zweite Album "Nebelpfade", welches am 5. Juni besprochen wurde, ist ein sehr träumerisches, melodisches, nichts desto trotz auch grimmiges Werk geworden und stellt in meinen Augen eines der besten Alben aus dem wirklichen Underground dar.

08. Steingrab - Mystik Digital Album (Eigenproduktion)
- klang heimlich veröffentlichte das deutsche Ein-Mann-Projekt sein drittes Album, dessen Besprechung am 17. Mai erfolgte. Ein großartiges Werk, welches jedoch noch nicht die Ehre zuteil wurde, auf physischem Tonträger erscheinen zu dürfen.

09. Thromos - Vergessene Tiefen CD (Necro Genocide Records)
- diese Horde ist inzwischen wohl zu einer festen Institution im deutschen Underground geworden und präsentiert mit vorliegender CD, die am 10. Mai eine Rezension erfuhr, ihr bisher achtes Album. Das ist nicht nur beachtlich, sondern kann sich auch hören lassen, handelt es sich bei "Vergessene Tiefen" um das wohl bisher anspruchsvollste Werk der satanischen Kapelle.

10. Nightbringer - Terra Damnata LP (Season of Mist Underground Activists)
- das absolute Chaos beschwören einmal mehr die Amis von NIGHTBRINGER mit ihrem aktuellen Album herauf. Am 5. Juni erfolgte die Besprechung.



Top Liste von EPs und Demos:

01. Schattenthron - Qwell der Verderbniß CD (Sol Records)
- für mich absolut überraschend veröffentlicht. Es gäbe so viel über diese CD zu sagen, aber am besten lest ihr einfach die Rezension, welche am 11. Juni erfolgte. Großartige schwarze Tonkunst!

02. Daudadagr - Vid skuggornas svarta månsken 7'' Vinyl (Purity Through Fire)
- ein weiteres Projekt von Sir N. aus Schweden. Muss man nicht viel mehr zu sagen... verdammter Kult! Die Besprechung hierzu erfolgte am 14. Mai.

03. Kuutar - Beyond All Light MC (Deviant Records)
- ein Projekt des Finnen Behemoth, der mit NORNS in den vergangenen Jahren auf sich aufmerksam machte... zuletzt in Form seiner MCD "Pazuzu". Typisch finnischer Black Metal im Stil alter HORNA mit einem Quäntchen SATANIC WARMASTER, der am 14. Juni besprochen wurde.

04. Runespell - Aeons of Ancient Blood MC (Iron Bonehead)
- ein Black Metal Demo Debüt, wie es sein sollte. Muss man nicht mehr zu sagen, lest es einfach selbst in der Rezension vom 10. Mai.

05. Gnipahålan - I Blodets Kamp... 7'' Vinyl (Purity Through Fire)
- am 5. Juni erfolgte die Rezension zu dem neuen Werk des Projekts von Swartadauþuz aus Schweden.


Überraschungen aus dem tiefsten Underground:

01. Czarnobog - Eastern Barbarian Cult MC (Dark Ritual)
- das neue Album, welches am 5. Juni besprochen wurde, erschien exklusiv auf MC.

02. Plagues - The Great Dark Devotion Digital Album (Eigenproduktion)
- aus Amiland meldet sich diese Horde zurück und hat ihr Debüt-Album im Gepäck. 8x misanthropischer Black Metal, wie man schätzt. Die Besprechung fand am 5. März statt.

03. Imha Tarikat - Kenoboros 12'' Vinyl (Terratur Possessions)
- für eine wahrliche Überraschung sorgte bei mir dieses deutsch/türkische Projekt, welches einen Mix aus Black und Death Metal bietet. Okkult und wahnsinnig. Die Rezension erschien am 16. April.

04. Runenwacht - Machtergreifung CD (Northern Fog)
- Stilechter deutscher Underground. Primitiv, kompromisslos, simpel gestrickt und doch hat die Scheibe mehr Spirit als so manche große Produktion. Stark! Die Besprechung ist seit dem 16. April online.

05. Pestheim - Winterstille im Morgengrauen CD (Eigenproduktion)
- Mastermind M.H. Frost präsentiert mit diesem Werk sein neues Album, welches am 31. März besprochen wurde, und zeigt sich einmal mehr atmosphärisch und melodie-betont, kehrt gleichzeitig aber auch wieder etwas zu seinen Wurzeln zurück. Wer PESTHEIM mag, der wird dieses Album definitiv lieben.


Der Preis für das beste Genre-Mix-Album geht an "Konvergenz" der Deutschen ZEIT.


Enttäuschungen des Jahres waren bisher für mich:

01. Hetroertzen - Uprising of the Fallen CD/LP (Listenable Records)
- hatte das erste Album nach ihrem Umzug nach Schweden noch eingeschlagen wie eine Bombe, und bot der Nachfolger dann noch ein paar innovative Ideen, so ist das neueste Werk von HETROERTZEN doch leider recht ernüchternd ausgefallen. Die Produktion zeigt sich zahnlos und die Ideen nicht wirklich ausgereift. Gerade nach dem letzten Album habe ich mir hier wesentlich mehr erwartet.

02. Nargaroth - Era of Threnody CD/LP (Inter Arma)
- lange hat es gedauert, bis man mal wieder ein vollwertiges Album der deutschen Band in Händen halten durfte. Herausgekommen ist leider nicht viel mehr als die Ansammlung einiger netter Ideen vermengt mit der Verwurstung alter Ideen, die man so schon auf anderen Veröffentlichungen der Band zu hören bekam.