Freitag, 21. Oktober 2016

Review: Todessucht - Wertlos (CD, Narbentage Produktionen - 2016)

Nachdem die letzte Demo "Wenn die Hoffnung stirbt" über das Label Wolfmond veröffentlicht wurde, legte man Anfang September mit "Wertlos" die neue EP nach. Ich muss ja gestehen, dass meine Erwartungshaltungen an ein neues Werk der Band nach der "Wenn die Hoffnung stirbt" immens hoch ist, da mich die CD von Anfang bis Ende durchweg überzeugen konnte, was bei vergangenen Veröffentlichungen der Herren ja nicht immer der Fall war (wie verschiedene Reviews in den Archiven belegen... allerdings muss man dazu sagen, dass die meisten aus einer Ära stammen, in der ich einfach übersättigt war von sogenanntem DSBM, andererseits aber zugeschissen wurde mit VÖ's, sei es von Labels oder Bands)...


Aber das soll jetzt weder eine Entschuldigung sein, noch soll es hier eine gewichtige Rolle spielen. Fraglich ist ohnehin, ob ich heute anders über die alten Sachen urteilen würde. Widme ich mich also dem Jetzt. "Wertlos" präsentiert sich als schick aufgemachte CD mit 4-seitigem Beiheft, welches allerdings nur noch Portraits der Beteiligten, wie auch kurze Angaben zur Aufnahme enthält. Abgedruckte Texte gibt es daher leider keine. Enthalten sind vier Lieder, sowie der fast schon obligatorische Ein- und Ausklang. "Verloren" lässt auch gleich erkennen, dass sich der Stil von TODESSUCHT zwar nicht grundlegend gewandelt hat, doch (wahrscheinlich) aufgrund der Teilnahme der Gastmusiker einige neue Facetten bietet. Insbesondere das Gitarrenspiel von Blackout (ex-SHROUD OF DISTRESS) bringt hier einiges an Post Rock / Post Black Metal ins Geschehen, was ein wenig an die Franzosen AMESOEURS denken lässt - dieser Punkt kommt aber fast noch besser im nächsten Lied "Die Leere in mir" zum tragen. Insgesamt gibt man sich hier aber auch wieder eine Spur räudiger als auf dem letzten Werk (in "Nur ein Traum" waren ja gar Passagen zu finden, die ohne weiteres Vergleiche mit EMPYRIUM oder DORNENREICH zuließen). Der Gesang von Fäulnis lehnt sich auch wieder mehr an den etwas weinerlichen Stil an, während er mir im letzten Werk eher an alten BURZUM oder teils auch an NARGAROTH orientiert erschien. Das macht aber nichts, da sich die Stimme von Fäulnis hörbar weiterentwickelt hat, so hat er auch weitaus mehr zu bieten als heulen und jammern - er gleicht vielmehr einem befreienden Schrei, einem Klagen, was sagt: "Schau Welt, was du aus mir gemacht hast!" - um dann derselben anschließend unvermittelt ins Antlitz zu kotzen. Hier wirkt nichts mehr gekünstelt oder zu abgedroschen, sondern einfach nur verzweifelt. Die Hoffnungslosigkeit und bedrückende Tristesse ist in jedem Ton spürbar. Mit Död Tron am Bass (bekannt durch seine Beteiligung an Bands wie SERPENTS GIFT) und Kadaver am Schlagwerk ist die Besetzung dann auch vollzählig. Mit "Realitätsverlust" hat man dann gar noch ein Gitarren- und bass-orientiertes Instrumental in petto, welches zusätzlich noch Tastenklänge bietet und mit jedem weiteren Verstreichen dumpfer und leiser wird, was tatsächlich dem Effekt eines zunehmenden Ohnmachtsanfalls oder eines Realitätsverlusts nachempfunden ist (Ja, ich weiß da, wovon ich rede... - Anm.). Mit dem Titel-Song geht es weiter, der nun wirklich mal typischen DSBM bietet. Langsam, fast schon ein wenig dooming, unterlegt mit Samples und dank der Gitarre wieder mit ordentlich Post Rock-Einschlag, die im Mittelteil noch eine recht ausgiebige Solo-Passage hat. Anschließend steigert sich der Song ein wenig, was die Geschwindigkeit angeht und kommt damit zu einem guten und atmosphärischen Abschluss. Das Outro, welches ein wenig an den "Tales from the Crypt"-Soundtrack erinnert, hält dann zum Ende hin auch noch einen netten Twist bereit.

Fazit:
Jawohl. Und schon wieder haben es TODESSUCHT irgendwie geschafft, mich mit ihrem aktuellen Werk in ihren Bann zu ziehen. "Wertlos" bedarf allerdings einer intensiven Auseinandersetzung, da es doch ein wenig anders ist, als alles was man bisher von der Gruppe gehört hat. Der Post Rock / Post Black Metal ist wesentlich präsenter, vor allem in den Saiteninstrumenten. Dafür werden hauptsächlich die Gastmusiker verantwortlich zeichnen, da das Projekt "Wertlos" eine reine Internet-Geschichte ist und es daher auch keine Probe-Sessions oder sonstiges gegeben hat, da die Mitglieder in ganz Deutschland verteilt leben. Respekt also alleine für das Endergebnis, das in sich sehr stimmig und harmonisch klingt (nicht, dass es positive Energien erzeugen würde...) und nicht den Eindruck macht, einfach 'zusammengeschustert' worden zu sein. Die CD im Jewelcase ist auf 500 Stück limitiert und über Narbentage oder direkt über die Band erhältlich. Über das gleiche Label erscheint zu Halloween auch eine Kassetten-Version der EP, welche eine frühe Demo-Session enthält und um einiges rauer ausfallen dürfte, als die hier vorliegende CD-Version.

Ein mehr als gelungener Mix aus Post Rock, Post Black Metal und DSBM. Hier sei auf jeden Fall eine Kaufempfehlung für alle ausgesprochen, die sich für die genannten Genres begeistern können!


Darbietungen:
01. Einklang
02. Verloren
03. Die Leere in mir
04. Realitätsverlust
05. Wertlos
06. Ausklang

Laufzeit: ca. 28 Minuten

Vorab-Review: Tardigrada - Emotionale Ödnis (CD, Eisenwald / Fallen Empire - 2016)

Hinter TARDIGRADA verbirgt sich ein Trio aus der Schweiz, welches sich der Zelebrierung atmosphärischer Black Metal-Musik verschworen hat. So weit nichts Neues also. Zudem bin ich bei Schwarzmetall aus den Schweizer Landen ja generell etwas vorsichtiger, da aus der Region vornehmlich Schund veröffentlicht wird - jedenfalls ist das mein subjektiver Eindruck (bisheriger Tiefpunkt für mich war bisher das - durchaus ernstgemeinte (!) - youtube-video der unsäglichen 'Fantasy' Metaller BLACK JADE mit dem Helene Fischer Cover - dies bedarf wohl kaum weiterer Worte). Nun gibt es aber immer wieder löbliche Ausnahmen... wie auch das hier vorliegende Werk eindrucksvoll beweist...


TARDIGRADA präsentieren uns mit "Emotionale Ödnis" nach einer Demo-Veröffentlichung aus dem Jahr 2012 (erschien unter dem Banner von Fallen Empire auf Kassette) ihr erstes Voll-Album, welches eine Kooperation zwischen der deutschen Eisenwald Tonschmiede und dem in Amiland beheimateten Label Fallen Empire Records darstellt. Ganze zehn Lieder wird es letztlich umfassen, die mit einer Spielzeit von insgesamt rund einer ganzen Stunde aufwarten können. Der Titel ist dabei Programm, denn erschallt die, wie schon erwähnt, sehr atmosphärische Musik in einem tristen und grauen Gewand. Dabei stellen die Lieder "I" bis "V" instrumentale Zwischenspiele dar, bzw. dient "I" als Einklang des Albums. Dazwischen lassen sich die 'richtigen' Songs ausmachen, die auf den ersten Blick sehr nihilistisch erscheinen, was wohl auch durchaus so beabsichtigt ist, doch im weiteren Hörverlauf immer mal wieder kleinere Details offenbaren. Desolate Kälte trifft hier auf Melancholie und Verzweiflung - und doch wäre es vermessen, das Album in die Kategorie 'DSBM' stecken zu wollen, da es wesentlich mehr Facetten als die üblichen Klischees bietet. Akustische Gitarren und folklorische Sphären finden hier ebenso ihren Einsatz wie Dark Ambient oder auch durchaus mal schnellere Passagen. Übrigens handelt es sich bei dem Mann am Schlagwerk um H.A.T.T., der bereits bei SUAMANUCAEDERE die Felle geschlagen hat (von denen habe ich auch schon länger nichts mehr vernommen... sind die eigentlich noch aktiv? Wenn da jemand mehr weiß, darf er sich gerne an mich wenden. - Anmerk.) und die mich ja auch zu begeistern wussten. Was ich hier definitiv noch positiv hervorheben möchte, ist die Tatsache, dass die eigentlichen Songs allesamt zwar Überlänge besitzen, aufgrund ihrer Abwechslung auch innerhalb der Liedstrukturen nicht wirklich danach anfühlen - sprich: es wird wenn überhaupt nur äußerst selten langweilig für den Hörer.

Fazit:
Klar, auch TARDIGRADA fahren trotz all ihrer Hingabe und "Spielfreude" keinen Preis für Eigenständigkeit ein, muss man klar so sehen. Aber das ist in Ordnung, da man hier mit Herzblut an die Sache heran geht und es versteht, ergreifende Atmosphären aufzubauen, die den Hörer für sich einnehmen und denen man sich mit jedem weiteren Verlauf des Albums schwerer entziehen kann. Zudem bemüht man sich um Abwechslung, was dem Ganzen dann doch wieder eine individuelle Note verleiht, denn wie "Emotionale Ödnis" klingt nun wirklich nicht jedes x-beliebige Album! Das Debüt erscheint am 28. Oktober diesen Jahres als CD im Digipak, als DLP und digitales Album (Preise sind noch nicht gelistet). Interessenten aus Deutschland sollten sich vertrauensvoll an Eisenwald. Deren Shop ist zwar aktuell immer noch offline, alternativ kann man aber im Bandcamp-Profil des Labels oder über Discogs.com in den Angeboten stöbern, oder sich alternativ auch direkt an die Email-Adresse wenden.

Sehr emotionales und ergreifendes Machwerk. Jeder, der etwas mit atmosphärischem Schwarzmetall anfangen kann, ist hier mehr als gut beraten!


Darbietungen:
01. I
02. E Sturm zieht uf
03. II
04. Die Wand
05. III
06. Erschöpft
07. IV
08. Emotionale Ödnis
09. V
10. Verfalll

ca. 60 Minuten

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Vorab-Review: Shards of a lost World - Primum Ritual (CD, Wolfmond Production - 2016)

Das Projekt SHARDS OF A LOST WORLD hat es mir seit der "Geisternebel" MCD angetan. Wies diese auch einige Schwächen auf, muss ich doch sagen, dass dieses Projekt mit zu dem intensivsten zählt, was der deutsche Underground aktuell an rauen, aber atmosphärischen Schwarzmetall-Bands zu bieten hat - zumindest in meinen Augen. Aber es scheint auch noch mehr Leute zu geben, die genauso denken und vor allem fühlen, denn die Band erfreut sich mittlerweile einem gewissen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad im Untergrund. Nun folgt mit der hier vorliegenden "Primum Ritual" CD ein Live-Album, dessen Aufnahmen vom ersten Auftritt der Truppe stammen...



Namentlich handelt es sich da um ihren Gig auf der Falkenhardt Black Metal Night, welche in diesem Jahr stattfand. SHARDS OF A LOST WORLD bestritten den Abend als Trio mit Mastermind Anxietas am Gesang, Waldseel (bekannt durch sein gleichnamiges Projekt) an der Gitarre und Morpheus (bekannt durch sein Projekt MIRAGE ASYLUM, u.a. TODESSUCHT) am Schlagwerk. Mit dem "Intro" beginnt es bereits sehr mystisch und verspricht auf jeden Fall eine sehr düstere Atmosphäre für das, was noch folgen mag. Das wird dann auch direkt in Form von "Hörst du die Stimmen" (im Original von der ersten Demo "Scherben" stammend), der direkt und ohne Umschweife deutlich macht, was das Publikum an diesem Abend erwarten darf: räudiger, wilder und ungezähmter Black Metal, der trotz allem aber nichts von seiner dunklen und magischen Atmosphäre einbüßt. Die Struktur des Liedes ist zwar größtenteils als eher primitiv gehalten zu betrachten, verfehlt seine Wirkung aber keineswegs. "Spaziergang durch den Regen" (der momentan aktuellste Song der Gruppe) geht etwas langsamer zu Werke und erzeugt dadurch eine sehr hypnotische und beschwörende Stimmung, die es vermag, den geneigten Hörer beinahe in Trance ähnliche Zustände zu versetzen und ihn in durch endlose Sphären der Dunkelheit gleiten zu lassen. "Mysterien der Nacht" von der "Geisternebel" MCD setzt diese Richtung fort, generell ist das Ritual wie eine Séance aufgebaut, welche mit jedem Song ein weiteres Siegel zur Welt der Toten aufbricht. Es geht hier auch wieder wesentlich schneller zur Sache, gerade zur Mitte hin brettert das Schlagzeug ordentlich durch. Der allgemeine Rhythmus bleibt aber erhalten und der Spielfluss bleibt erhalten - die Mannen wissen also auch definitiv, was sie tun. Mit "Die Gestalt" präsentiert man dann auch schon den letzten Beitrag vor dem "Outro" und befindet sich wieder in Sphären, die dem ersten Song gleichen. Wie auf der "Geisternebel" Scheibe übernimmt hier Waldseel den Gastgesang in Form von einigen Passagen (zu hören ist seine Stimme das ganze Album hindurch immer mal wieder in den Refrains der Lieder).

Fazit:
SHARDS OF A LOST WORLD faszinieren mich als Projekt. Ich kann zwar nicht genau bestimmen, an was es genau liegt, aber irgendetwas hat die Band inne, was ihre Musik deutlich vom Einheitsbrei abhebt. Das zeigt sich auf diesem Live-Dokument sogar noch etwas eindringlicher als auf den Studio-Aufnahmen. In Punkto der Atmosphäre für ein Live-Album gibt es hier ebenfalls nichts zu bemängeln, außer vielleicht für Leute, die mit solcherlei ungeschönten Aufnahmen nichts anfangen können und sich doch lieber das nächste nachträglich sauber produzierte Live-Album von irgendeiner angesagten Mainstream 'Black' Metal-Band holen... für diese ist "Primum Ritual" definitiv nicht gemacht, doch glaube ich, dass diese Blindgänger solche Musik eh niemals verstehen würden. SHARDS OF A LOST WORLD's Live-CD wird im Laufe der nächsten Woche über Wolfmond Production erhältlich sein als Pro-CDr im Jewelcase, in einer Auflage von 100 Exemplaren. Die Bandgemeinschaft Nebelwelten haben über ihren Youtube-Kanal auch ein Video des Auftritts online gestellt, der allerdings das Intro und das Outro außer Acht lässt.

Ein sehr intensives Live-Album aus dem deutschen Underground. Total Support!!!


Darbietungen:
01. Intro
02. Hörst du die Stimmen
03. Spaziergang durch den Regen
04. Mysterien der Nacht
05. Die Gestalt
06. Outro

Laufzeit: ca. 24 Minuten

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Review: Thorsons - Des Schwertes Zeit (CD, Wolfmond Production - 2016)

Bei der 2005 gegründeten Kapelle THORSONS handelt es sich um Viking / Folk Metal aus Sachsen. Dabei setzt man (glücklicher Weise) weniger auf typische Schunkel- und Sauflieder, wie es sie ja zuhauf in dem Genre gibt, sondern zelebriert eher einen kriegerischen Mix aus hymnischen Black Metal mit Anleihen an den Death Metal und eben auch dem Folk. Im Original stammt das Album bereits aus dem Jahr 2011, wurde aber vor einer Weile durch das Label Wolfmond Production mit einigen zusätzlichen Liedern wiederveröffentlicht.




Die Söhne Thors lassen sich dabei nicht lumpen und gehen gleich zu Beginn in die Vollen. "Des Schwertes Zeit" bietet zwar einen Intropart mit Klavier, der aber schnell in den bereits angesprochenen hymnischen Black Metal übergeht, der sich dann mit einem an den Viking Death Metal angelehnten Gesang paart. Die verwendeten Chor-Samples tun ihr übriges dazu und verleihen dem einleitenden Titelstück gleich eine wunderbar epische Atmosphäre, die definitiv Lust auf noch mehr macht. "Inquisition" kann dem dann auch gerecht werden, insgesamt gibt man sich hier eine Spur schneller und geht melodischer zu Werke, vor allem das sehr detailverliebte und erhabene Gitarrenspiel möchte ich hier hervorheben. Mit "Beichtvater" bietet man dann zum ersten Mal typisches Black Metal-Gekreische, welches sich dann in Passagen mit den Death-Growls abwechselt, die Instrumente bekommen durch das recht dominante Keyboard hier einen sehr symphonischen Charakter, was aber keinesfalls negativ auszulegen ist! Das folgende Stück "Mein Wesen" stellt dann auch bereits das regulär letzte Lied von "Des Schwertes Zeit" dar. Hier frönt man wieder dem Stil des ersten Liedes - sehr guter und epischer Abschluss zu einem überraschend gutem Beitrag aus dem deutschen Pagan/Viking-Sektor.

Es folgen die Bonus-Stücke: "Yggdrasil" stellt ein Instrumental aus dem Jahr 2007 dar und hat sehr viel Folk-Einfluss, der ein wenig an die glanzvollen Zeiten von ADORNED BROOD denken lässt (ich erinnere mich da noch an alte Gigs im Wuppertaler LCB-Keller - ohne Worte). "Gedenken den Ahnen" stammt aus dem gleichen Jahr und stellt auch lediglich wieder ein Instrumental dar. Weitaus weniger Folk, dafür aber melodischer Dark Metal. Ebenfalls aus dem Jahr 2007 stammen die Aufnahmen von "Alter Geist" und "Nordlands Krieger" mit Thrud Sven am Gesang (ex-THRUDVANGAR, zu hören auf dem Debüt "Ahnenthron", sowie auf der ersten Vorab-CD) - insgesamt wesentlich Black-lastiger und daher im Kern auch kriegerischer, hymnischer und majestätischer. Die beiden letzten Lieder "Winterland" und "Söhne des Nordens" sind einem Auftritt vom Darkmoon Fest 2011 entnommen, mit Nidstang (ULFUR, NEBELWIND) am Gesang. Die Klangqualität lässt zu wünschen übrig, aber dafür enthält man einen authentischen Eindruck der Live-Atmosphäre und ich muss sagen, dass ich so ein intensives Live-Dokument schon länger nicht mehr gehört habe. Davon hätte ich gerne ein ganzes Album... schlichtweg großartig!

Fazit:
Insgesamt präsentieren uns THORSONS mit dem Re-Release ihres ersten und bisher leider auch einzigen Werkes "Des Schwertes Zeit" ein recht atmosphärisches und vielseitiges Album, was durch die beigelegten Bonus-Lieder noch etwas vollendeter und runder klingt. Natürlich sollte man auch hier keine große Innovation erwarten, aber bei dem traditionell angelegten Black / Death / Viking / Folk / Pagan Metal-Mix, den die Band zelebriert zeigen sich die Mannen enorm spielfreudig und mit Herzblut bei der Sache, ohne einmal in stumpfsinnige Kriegshymnen oder Saufgelage abzugleiten. Sehr erfreulich! Die CD erschien als Pro-CDr im Jewelcase mit acht-seitigem Beiheft und ist limitiert auf 100 Exemplare, welche natürlich hand-nummiert daherkommen. Bestellungen sind wie immer direkt an Wolfmond Production zu entrichten.

Hymnischer Mix aus Black/Death/Folk Metal mit grandiosem Bonus-Material. So muss eine Wiederveröffentlichung aussehen. Mehr als lohnenswert!


Darbietungen:
01. Des Schwertes Zeit
02. Inquisition
03. Beichtvater
04. Mein Wesen
05. Yggdrasil (Instrumental)
06. Gedenken den Ahnen (Instrumental)
07. Alter Geist (mit Thrud Sven)
08. Nordlands Krieger (mit Thrud Sven)
09. Winterland (live Darkmoon 2011)
10. Söhne des Nordens (live Darkmoon 2011)

Laufzeit: ca. 48 Minuten

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Review: Sapientia - Circulata Mercurius (LP, Lamech Records - 2016)

Die Schweden SAPIENTIA haben auch schon längere Zeit nichts mehr von sich hören lassen. Immerhin stammt das letzte Werk, ihr Debüt "Through the First Sphere of Saturnus" aus dem Jahr 2012 - die LP-Version wurde allerdings erst ein Jahr später nachgelegt und beinhaltete eine ge-remasterte Fassung des Albums. Nun folgt also in Form von "Circulata Mercurius" der Nachfolger, welcher auch vom Titel her ein gleiches Konzept zwischen Astrologie und luziferischem Gedankengut verfolgt.





Musikalisch betrachtet wird hier wieder ein atmosphärischer Mix aus Death und Black Metal geboten. Auch lassen sich hier immer mal wieder Parallelen zu Bands wie HETROERTZEN, LUX CAELIS, HORNS oder DIE KUNST DER FINSTERNIS ausmachen. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, da es auch diverse Schnittstellen zu den genannten Gruppen und Projekten gibt: So übernimmt Frater D abermals das Schlagwerk und Suhilon aka 969 (hier Methuselah) gibt seinen Gesang zum besten, welcher von beschwörenden Klar-Passagen, über schwarzmetallisches Gekeife bis zum Old School-Death reicht. Dazu gesellen sich detailverliebt arragnierte Instrumente, die gleichzeitig den Wahnsinn aufzeigen, von dem die Mannen befallen sind und andererseits einen spannungsgeladenen Melodiebogen nach dem anderen zelebrieren. Ausgedehnte instrumentale (Solo-)Passagen runden das Gesamtbild ab (wie etwas in "Putrefactio, Ressurectio"), auch mystisch wie auch okkulte Versatzstücke sind hier auszumachen, so lassen sich hier einmal mehr Orgelspiele finden, die ja auch bei den weiter oben erwähnten Truppen Verwendung finden.

Fazit:
Dass hinter dem Projekt SAPIENTIA keine Stümper stecken, wurde ja bereits auf dem ersten Album deutlich. "Circulata Mercurius" wirkt jedoch noch einmal etwas vollendeter und in seiner Gesamtheit runder und eingängiger. Das Album erschien im vergangenen Monat unter dem Banner von Lamech Records und wurde als CD (limitiert auf 500 Stück), wie auch auf Vinyl in weiß und schwarz (insgesamt limitiert auf 500 Exemplare) veröffentlicht. Interessenten aus Deutschland sollten sich zwecks einer Bestellung am besten an Amor Fati Productions wenden, welche sowohl die LP-Versionen als auch die CD im Online-Angebot haben.

Unholy Death / Black Metal... mehr als nur empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Descendants of Babylon
02. Putrefactio, Ressurectio
03. Circulata Mercurius
04. Thesaurus Lucis (Ascension of the Spirit and the Reincarnation)

Laufzeit: ca. 45 Minuten

Dienstag, 4. Oktober 2016

Vorab-Review: Grimoire - À la lumière des cendres (CD, Eisenwald - 2016)

Bei GRIMOIRE handelt es sich um ein Ein-Mann-Projekt aus Québec, Kanada. Allein das scheint ja bereits ein Qualitätsmerkmal zu sein, steht dieser Landkreis doch für eine schier unerschöpfliche Quelle für inspirativen und emotionalen Black Metal. Eine Stätte, die gleichzeitig frischen Wind ins Geschehen bringt und doch die Traditionen ehrt. Nachdem nun letztes Jahr mit "L'aorasie des spectres rêveurs" die aktuelle EP des Herren Fiel unter dem Banner der deutschen Schmiede Eisenwald veröffentlicht wurde, bringen diese Ende des Monats eine Neuauflage des Debüt-Werkes heraus...





Und was soll ich sagen? GRIMOIRE's "À la lumière des cendres" ist ein typisch hochwertiges Album, wie man es von der Québecer Szene gewohnt ist. Pure Magie, epische Melodien, karge Klanglandschaften, die vorwiegend von ihrem stolzen Midtempo getragen werden. Dazu ein paar Synths, die hier aber alles andere als störend auffallen, sondern im Gegenteil dem Ganzen noch dieses gewisse Etwas verleihen. Erhabenheit trifft hier auf tiefe Melancholie, ein Gefühl von Sehnsucht und Fernweh, sogar einige depressivere Züge lassen sich hier ausmachen - jedoch nicht im Sine von DSBM (falls hier bereits einige von euch das Flattern bekommen haben sollten), sondern eher in Tributzollung an ganz alte BURZUM.

Fazit:
Mir war das Debüt des Kanadiers bisher nicht bekannt, daher finde ich es umso erfreulicher, dass "À la lumière des cendres" nun durch die Eisenwald Tonschmiede wiederveröffentlicht und somit einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird. Das Album wird am 28. Oktober erscheinen und wird auf CD und Vinyl verfügbar sein. Zwecks einer (Vor-)Bestellung wendet ihr euch am besten direkt an Eisenwald.

Métal Noir Québécois! Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Bérisiel I
02. Bérisiel II
03. À l'ombre du vieux chêne
04. Les Flammes de l'ignorance
05. Ostara
06. Les Cieux de l'insignifiance
07. Outro


Laufzeit: ca. 42 Minuten

Sonntag, 2. Oktober 2016

Review: IAD - Ad Abolendam (EP, Hatework - 2016)

Mit IAD präsentiert sich hier eine Band aus Deutschen Landen, die wohl bisher gänzlich an mir vorbei gegangen ist. Unverständlicher Weise muss ich dazu sagen, denn was die Herren hier auffahren, ist genau das, was man von einer Truppe mit dem Namen, dem EP-Titel und dem Logo erwarten darf: okkult angehauchter, tief-schwarzer und bösartiger Black Metal in all seiner kraftvollen Essenz. Es sind tatsächlich lediglich zwei Lieder, die IAD hier zelebrieren, aber die haben es verdammt noch eins in sich...





Zunächst ein paar Worte zur stimmungsvollen Aufmachung. Die EP kommt als 7'' Pic-Vinyl daher mit einem beidseitig bedrucktem Blatt, welches das Cover, die gröbsten Informationen zur Truppe und die Limitierung enthält. Zudem liegt den ersten 100 Exemplaren der von Hand durchnummerierten EP ein Stück Knochen bei, was einerseits natürlich an die guten alten 90er erinnert, als auch als Sinnbild für das Werk und seine Musik gedeutet werden kann. Lange ist es her, dass ich wirklich von einer Kapelle für mich behaupten konnte, dass man beim hören ihrer Musik förmlich die vermoderten Grüfte riechen, das schleichende Chaos spüren, die Finsternis und die seelischen Abgründe begreifen und den Tod praktisch mit eigenen Augen sehen kann. "Ad Abolendam" ist kompromisslos und düster, nihilistisch und überirdisch, menschenverachtend und voller alter Mystik und Magie.

Fazit:
Intolerant, kompromisslos, alles Leben verachtend, den Tod glorifizierend... IAD ist hier ein völlig krankes und gestörtes Werk ursprünglichen Schwarzmetalls gelungen, was ich in dieser Form und Intensität schon länger nicht mehr aus dem deutschen Untergrund vernommen habe. Manches Mal gebraucht es halt doch einfach nur ein oder zwei Lieder, um etwas Großes zu schaffen. Die EP ist auf 250 Stück limitiert und in Deutschland auf jeden Fall noch bei Iron Bonehead zu erwerben - lange sollte man sich eine Bestellung jedoch nicht mehr überlegen.

Primitives und hasserfülltes Werk. Sollte man in absoluter Dunkelheit genießen!


Darbietungen:
A. Erwachen der Alten
B. Ad Abolendam

Laufzeit: ca. 9 Minuten

Review: Die Entweihung - At the Bottom (CD, Wolfmond Production - 2016)

Bei DIE ENTWEIHUNG handelt es sich um ein Solo-Projekt aus Israel, welches 2007 gegründet wurde und seitdem zwei Demos, zwei EPs und acht Alben aufgenommen hat. Recht produktiv war man also bisher auf jeden Fall.  Hier vorliegendes Album stammt ursprünglich aus dem Jahr 2012 auf dem Italiener Label This Winter Will Last Forever, welches seine Veröffentlichungen meist in digitaler Form veröffentlicht. Seither wurde das Werk auch mehrfach von anderen Labels auf CD und Kassette veröffentlicht. Wolfmond präsentiert nun seit letztem Monat die aktuellste CD-Version...




Erst einmal kurz zur Aufmachung: die Pro-CDr kommt in einem Jewelcase samt Beiheft, welches auch alle Texte umfasst (jeweils auf israelitisch und englisch). Das Cover-Artwork stammt von Martin Lang (TODESSTOß). Musikalisch geht es hier recht experimentell zu: so wird hier kein wirklicher Black Metal geboten, eher etwas, was ich als Dark Metal umschreiben möchte. Auch lässt man hier sehr viel Platz für Dark Ambient, was nicht immer zum Vorteil gereicht, wie schon das Intro zeigt. Solche Art elektronische Musik assoziere ich eher mit alten Computerspielen, denn mit seriösem Metal. Instrumental gibt man sich aber doch recht solide, vor allem das recht melodiöse Gitarrenspiel gefällt mir. Ein Cover der kultigen Dark Wave-Band JOY DIVISION lässt sich in Form von "She's Lost Control" finden. Das Original stammt aus dem Jahr 1979 und ich finde es um Längen besser, da es einfach ehrlicher und intensiver klingt, wenn auch die Black Metal Vocals von DIE ENTWEIHUNG etwas für sich haben. Den Abschluss bildet der Coversong "Sign Of The Wolf", im Original von APRAXIA aus Belarus, die getrost dem NS-Pagan zugeordnet werden können, musikalisch nicht das schlechteste Stück - hier wurde die Atmosphäre des Originals sogar recht gut eingefangen.

Fazit:
Herr Entweiherr (...) präsentiert mit seinem "At the Bottom" nun wirklich kein Werk, welches ich unbedingt haben muss. Solide Ansätze sind vorhanden, aber insgesamt klingt mir das ganze doch zu unausgegoren. Die beiden Cover können auch nur bedingt überzeugen. Limitiert auf 100 Exemplare, wer eins haben möchte, wende sich vertrauensvoll an Wolfmond Production.

Halbgarer Mix aus Dark Wave, Ambient und Dark Metal... muss ich nicht haben.


Darbietungen:
01. First Guts, First Tortures...
02. The Words Of Insanity
03. Incinerated, Blind & Forgotten
04. Going Away...
05. At The Bottom
06. She's Lost Control (JOY DIVISION Cover)
07. Sign Of The Wolf (APRAXIA Cover)

Laufzeit: ca. 50 Minuten

Review: Demoniac - Malleus Christianitatis (CD, Misanthrophia Discos - 2016)

Anno 1989 gründete sich in Schneeberg die Death Metal-Kombo PURULENT OBDUCTION, welche bis zum Jahr 1993 existierte und in dieser Zeit drei Demos veröffentlichte. Danach benannte sich die Band um - und zwar in DEMONIAC. Anfänglich im Doom/Death angesiedelt, ging man Mitte des Jahres '93 in einen eher Black Metal-lastigeren Death über. 1994 löste sich DEMONIAC dann nach sechs Demo-Veröffentlichungen und einem Video auf. Aus der Asche entstand bekanntlich das Duo MOONBLOOD, dessen Veröffentlichungen in einigen Kreisen Kult-Status hat.




Nun, nachdem sich MOONBLOOD bekanntlich im Jahr 1999 auflösten, wurde das Projekt DEMONIAC in 2013 reaktiviert. "Malleus Christianitatis" stellt daher nach rund 22 Jahren nicht nur das erste Werk der Gruppe dar, sondern auch gleichzeitig ihr erstes Album. DEMONIAC besteht dabei wieder aus dem ursprünglichen Trio Necromaniac aka Count Damien Nightsky (u.a. ANDRAS), L.O.N.S. aka Lord Asmoday (ex-ANDRAS, ex-T.H.O.R.) und Profano Mysteriis aka Gaamalzagoth (ex-MOONBLOOD, AZAXUL). Zelebriert wird hier ganz Old School Black/Death Metal mit einer leichten Prise Thrash, als wenn seit dem letzten Release der Band nicht ein Jahr vergangen wäre. Unverkennbar sind natürlich die Schreigesänge von Profano Mysteriis in den Black Metal-lastigen Stücken. Die Instrumente bleiben der alten Schule stets treu, lassen aber auch nichts von einer gewissen Rhythmik und Melodie vermissen - doch keine Sorge, es wird hier nicht ausschweifend gedudelt, sondern das ganze findet in einem eher zweckdienlichen Rahmen statt. Stumpf ist Trumpf dachte man sich wohl, und präsentiert sich grundsätzlich eher kernig, chaotisch und ursprünglich. Hier und da sind auch ein paar Synths zu vernehmen, die jedoch dezent im Hintergrund eingesetzt werden und daher nur das Gesamtklangbild zusätzlich untermauern.

Fazit:
Wenn sich eine Band nach gut 22 Jahren wieder zusammentut und dann wieder etwas veröffentlicht, geht das oftmals mächtig in die Hose. Genügend Beispiele dafür gibt es ja in der Musikgeschichte. Anders verhält es sich bei dem hier vorliegenden Debüt-Album von DEMONIAC. Als direkter Vorgänger von MOONBLOOD bin wahrscheinlich nicht nur ich mit einer gewissen Erwartungshaltung an die Sache heran gegangen. Es sollte jedoch auch klar sein, dass die eine Band musikalisch betrachtet jedoch kaum etwas mit der anderen zu tun hat (klar kommen die Einflüsse hier durch, keine Frage). Ist man sich dessen bewusst und geht nicht in Erwartung eines MOONBLOOD-Klons an die Sache heran, so erwartet einen ein recht spannendes, wenn auch einfach gestricktes böses Black/Death Metal-Werk, welches darüber hinaus einige majestätische Passagen inne hat. Die CD gibt's bei Misanthrophia Discos für äußerst faire 13,- Euronnen. Kaufen!

Sepulchral Metal at its best! Buy ör Die!


Darbietungen:
01. The clarity of death
02. Blood craving
03. At the sinner's stake
04. Mortal woe
05. Tenthousand graves
06. Of light and obscurity
07. The confession
08. Diabolical christening
09. Inquisition
10. Sacrification
11. Darkness in the sign of evil

Laufzeit: ca. 52 Minuten