Sonntag, 31. Juli 2016

Review: Dagorath - Dagorath (Digitales Album, Eigenproduktion - 2016)

Aus Polen stammt das Quartett DAGORATH, welches mit vorliegendem selbst-betitelten Werk ihre erste EP vorlegen. Dieses wurde in kompletter Eigenregie aufgenommen, eingeprügelt und auch auf CD veröffentlicht. Ohne ein Label im Rücken vertreibt die Band die CDs dann auch selber.









Seit den alten Tagen der 'The Temple Of Fullmoon' Gemeinschaft hat die polnische Szene keine so großartigen Bands mehr hervorgebracht wie in letzter Zeit. Seien es die momentan ziemlich angesagten und kommerziell ausgeschlachteten MGŁA oder eher solche Underground-Veteranen wie PLAGA, die noch als Geheimtipps gelten, oder ARYMAN, welche vielleicht noch die größten Parallelen zu den Kapellen der anfänglichen 90er Jahre aufweisen. Bei DAGORATH jedenfalls treffen ergreifende, rituelle und mystische Atmosphären auf erhabene Klangwelten, die vor satanischem Stolz nur so strotzen und so vor allem an alte GRAVELAND denken lassen - vor allem das Gitarrenspiel lässt Bezüge zu den Frühwerken der Band von Herrn Darken zu (den politischen Kontext mal nicht beachtend). Doch DAGORATH nun als bloßen Klon zu betrachten, würde der Musik nicht im Ansatz gerecht werden. Instrumental betrachtet gibt man sich sehr spielfreudig und auch zu einem gewissen Grad eigenständig. Bei "Ghettoblaster" handelt es sich im übrigen nicht um ein Cover der Finnen IMPALED NAZARENE, dafür bekommt man zum Abschluss eine Nachspiel-Version des Liedes "Sexual Bloodgargling" von der ersten Demo der Norweger GORGOROTH geboten, welche im Original aus dem Jahre 1993 stammt.

Fazit:
Die Polen präsentieren der geneigten Hörerschaft hier ein mehr als solides Debüt-Werk in Form eines fünf Lieder umfassenden Mini-Albums. Spielerisch über jeden Zweifel erhaben, erkennt man hier schnell, dass es sich um Überzeugungstäter handelt, die mit Herzblut bei der Sache sind und die Materie nicht nur verstanden haben, sondern auch leben. Das Werk gibt es in seiner digitalen Form zum kostenlosen Download auf der Bandcamp-Seite der Truppe, die CD erhält man wohl auf Anfrage.

True Polish Underground Black Metal. Total Support!


Darbietungen:
01. At the Behest of the Dark Soul
02. Oneiric Cult of Ravishing Entropy
03. Ghettoblaster
04. The Harvest
05. Sexual Bloodgargling (GORGOROTH Cover)

Laufzeit: ca. 25 Minuten

Review: Azaxul - The Fleshly Tomb (CD, Misanthrophia Discos - 2016)

Nachdem im vergangenen Jahr die Demo "Horned Furies" aus dem Jahr 2010 in professioneller Form wieder-veröffentlicht wurde, folgte nun vor gut einem Monat das erste Voll-Album von AZAXUL, dem alleinigen Projekt von Azaxul aka Gaamalzagoth, der Teil der mystischen Band MOONBLOOD war und unter dem Pseudonym Profano Mysteriis auch bei DEMONIAC singt, die ja im letzten Jahr auch wieder re-aktiviert wurden.






Klar erkennt man hier eindeutig, dass es sich um den ehemaligen MOONBLOOD-Sänger handelt, da die Stimme von Azaxul doch sehr markant ist, auch was die Schreie anbelangt. Der Gesang ist größtenteils grimmig und hasserfüllt, klingt sehr ursprünglich und nicht, wie man es so oft hat heutzutage, überproduziert und perfekt. Er scheint direkt aus dem tiefen Schlund der Hölle zu erschallen, aus dunklen und vermoderten Katakomben. Gleiches gilt für die Musik, die ebenfalls einen charmanten Underground-Flair versprüht und alles andere als sauber und perfekt klingt. Aber genau so soll es ja schließlich auch. Hinzu kommt, dass die Lieder deutliche Parallelen zu den Werken älterer Bands von Azaxul aufweisen. "30 Pieces of Silver" beispielsweise greift die erhabene und doch nihilistische Atmosphäre von MOONBLOOD auf, die durch den großzügigen Einsatz von Samples entstehen, die sich mit dem räudigen Schwarzmetall paaren. "The Sepulchral Whore" hingegen ist etwas thrashiger und erinnert dabei an alte nordische Bands, bietet gar schneidendes Gitarrensolo.

Fazit:
Mit "The Fleshly Tomb" ist dem deutschen Projekt AZAXUL ein recht solides erstes Album gelungen, dass sich im Untergrund nicht zu verstecken braucht. Es macht auch keinen Hehl aus den offensichtlichen Einflüssen und den musikalischen Vorbildern. Der Protagonist bietet hier schlicht und einfach Schwarzmetall aus dem Underground, für den Underground und sollte jeden Jünger des Kultes mehr als bloß zufriedenstellen. Das Werk erschien sowohl auf CD als auch auf Vinyl (die LP-Version entbehrt allerdings dem Song "Under the Banner of Hate". Bestellungen sind an die hauseigene Schmiede Misanthrophia Discos zu entrichten.

Für alle, die den alten Geist weiter leben und noch nicht vergessen haben. German Underground at its best!


Darbietungen:
01. Shrouded with Death / Bloodspell
02. 30 Pieces of Silver
03. The Sepulchral Whore
04. The Fleshly Tomb
05. Into Frozen Forests
06. Cryptborn Shadows
07. Under the Banner of Hate (MOONBLOOD Cover)
08. Salem's Children / Negrologue in Death-Dur

Laufzeit: ca. 57 Minuten

Preview/Review: Mornië Utulië & Darlament Norvadian - Atmospheric Black Metal Split (CD, Wolfmond Production - 2016)

Was zum... nach der Betrachtung des Covers musste ich erst einmal unweigerlich an Space Ambient oder Space Black Metal (oder wie es sonst noch heißt) denken. Tatsächlich verbirgt sich hier aber genau das, was auch drauf steht: atmosphärischer Black Metal zweier Underground-Bands.









Den Anfang macht dabei das polnische Ein-Mann-Kommando MORNIË UTÚLIË. Das ist wohl elbisch und bedeutet soviel wie "die Dunkelheit ist hereingebrochen". Und wieder ein Black Metal-Projekt, was sich von Tolkien's Werk inspiriert hat. Musikalisch gibt man sich zunächst etwas zahnlos und ruhig. "Endeavoring To The Unknown" steigert sich dann aber noch zu einem eher depressiveren Black Metal-Song, der im gemächlicheren Midtempo angesiedelt ist. Trotz seiner über sechs Minuten Spielzeit wird er nicht wirklich langweilig, stellt aber auch nichts Großartiges dar, was man nicht schon einmal so ähnlich gehört hätte. Aber das Stück besitzt eindeutig Atmosphäre und eignet sich daher auch super für eine Hörprobe. Die restlichen beiden Lieder sind in meinen Augen leider nicht mehr so gut, beim zweiten nervt mich der Gesang enorm, da hier mit zusätzlichen Effekten gearbeitet wurde, was so überhaupt keinen positiven Effekt hat. Das dritte und letzte Stück ist instrumental gehalten und ist sehr Ambient-lastig ausgefallen. Ebenfalls kein Meisterwerk.

Kommen wir zu DARLAMENT NORVADIAN aus El Salvador, die die letzten drei Lieder zu dieser Split beisteuern. Die Band, deren 2015er EP "Days of Suicide" ebenfalls in diesem Jahr durch Wolfmond wieder-veröffentlicht wurde, konnte mich ja damals schon überzeugen. Geboten werden hier allerdings nur zwei wirkliche Stücke, da das erste lediglich als Intro in Form eines Klavierspiels dient. "Cosmica Eternidad" entschädigt dann aber voll und ganz: schnörkelloser Underground Black Metal, der zwischen Depression und Hass hin und her pendelt und so wieder einmal ein paar Parallelen zu den Arbeiten von NARGAROTH aufweist. Das ist also zwar nichts wirklich neues, dafür aber verdammt effektiv. Eine Spur schneller präsentiert sich dann auch der Rausschmeißer "Forgotten Legion", der eine regelrecht hymnisch-erhabene Atmosphäre bietet und mit ein paar netten Details aufwartet.

Fazit:
MORNIË UTÚLIË werden wohl eher die Space Ambient Black Metal Fraktion ansprechen. Anhänger solcher Gruppen wie DARKSPACE oder auch SIEGHETNAR können hier getrost mal ein oder zwei Ohren riskieren. DARLAMENT NORVADIAN wenden sich mit ihrer Musik aber klar an die Anhänger des ursprünglicheren Atmospheric Black Metals. Musikalisch irgendwo zwischen NOCTURNAL DEPRESSION, NARGAROTH und dergleichen angesiedelt, können die zwei eigentlichen Lieder der fünf Mannen durchaus überzeugen. Ich hoffe ja immer noch, dass Wolfmond auch mal das Album der Herren auf CD veröffentlicht, da es bisher nur auf Tape zu haben ist. Diese Split hier wird in nächster Zeit jedenfalls bei der deutschen Schmiede erscheinen. Einfach mal die Augen nach offen halten.

Zwei Bands, zwei verschiedene Stile. Bei solch' einer Split ist es immer schwer, eine wirkliche Empfehlung auszusprechen. Aber allein um DARLAMENT NORVADIAN zu unterstützen, sollte man einen Kauf in Erwägung ziehen!


Darbietungen:
Mornië Utúlië
01. Endeavoring To The Unknown
02. Poswiata Plonacej Duszy
03. To The Stars
Darlament Norvadian
04. Estrella Azul Olvidada Bajo Las Sombras (Intro)
05. Cosmica Eternidad
06. Forgotten Legion

Laufzeit: ca. 27 Minuten

Donnerstag, 28. Juli 2016

Review: Burkhartsvinter - Burkhartsmal (CD, Eigenproduktion - 2016)

Aus dem nationalen Underground erreichte mich kürzlich das Debüt-Werk der drei Mannen von BURKHARTSVINTER aus Baden-Württemberg. Dabei existiert die Band bereits seit 2013 und stellte zunächst ein lediglich ein Ein-Mann-Projekt von Sänger und Gitarrist Hellstone dar. Nachdem man einige Demo-Aufnahmen eingespielt hatte, stieß Shrvyneshynder für das Schlagzeug hinzu. Im Jahre 2015 wurde die Band schließlich durch den Bassisten Mordbrand komplettiert. Womit das fertige, schlicht "Burkhartsmal" betitelte erste Album kann und worauf sich die werte Hörerschaft freuen darf, lest ihr im folgenden...



Zunächst einmal fällt hier die edle Aufmachung auf: das Digipak ist zwar schlicht, aber robust und stabil. Neben dem düsteren Frontcover bietet die Vorderseite noch ein Wachssiegel mit Odal-Rune und zwei umgedrehten Kreuzen, samt kleinem Klebestreifen, der das Digipak verschließt - ich denke auf diesem wird sich bei den normalen CDs auch die Limitierung befinden. Die Innenseite hält dann Fotos der Protagonisten bereit, sowie einige Eckdaten zur Entstehung des Albums. Auf die Rückseite ist die Titelliste abgedruckt. Insgesamt versprüht die Aufmachung einen ziemlich professionellen Eindruck und man mag es kaum glauben, dass hier eine Band in Eigenregie gerade ihr Debüt veröffentlicht hat - dazu passt auch, dass es sich bei der CD tatsächlich um einen Silberling handelt und um keine Pro-CDr oder sonst was.

Widme ich mich aber dem Kernstück - der Musik. Die CD enthält zunächst einmal oberflächlich betrachtet fünf Lieder parat, die zusammen eine Spielzeit von ungefähr 44 Minuten aufweisen. Was die Längen der einzelnen Beiträge anbelangt, darf man also schon einmal von einem gewissen epischen Flair sprechen. Epik ist allerdings in meinen Augen nicht der geeignetste Begriff für die Musik von BURKHARTSVINTER. Vielmehr wird hier waschechter und unverfälschter Old School Black Metal zelebriert, der sich am Stil der Mitt-90er orientiert. Keyboards kommen hier jedoch keine zum Einsatz und so werden die schwarzen und erhabenen Atmosphären allein durch das Zusammenspiel von Gitarre, Gesang, Bass und Schlagwerk erzeugt, was auch hervorragend gelingt. Schon "Burkhartsmal I: Niederstieg" macht innerhalb seiner mehr als 11 Minuten deutlich, um was es der Truppe geht: um Schwarzmetall der alten Schule, der aber trotz seiner nihilistischen und auch irgendwie desolaten Grundstimmung sehr spielfreudig und Detail-verliebt daherkommt. So entsteht eine Atmosphäre, die zwischen Misanthropie, Kälte, Trostlosigkeit und Erhabenheit hin und her pendelt und dabei aber jeder Zeit einen mehr als stimmigen Gesamteindruck hinterlässt. "Necroblight" besticht da dann eher durch seine schnelleren Gewaltausbrüche, und verleiht dem etwas gemächigten Midtempo des vorhergegangenen Stückes etwas mehr Druck. "Burkhartsmal II: Rotten Banner Over The Blasted Land" geht da sogar noch einmal einen Schritt weiter und wirkt gerade durch sein Zusammenspiel von Schlagzeug und Bass sehr erhaben und druckvoll. Die Gitarre wurde auf dem Werk auch nur auf einer Spur aufgenommen, was den positiven Effekt hat, dass die beiden anderen Instrumente, gerade aber der Bass, der im Black Metal allgemein ja eher eine undankbar Rolle einnimmt, bestens herauszuhören sind (ein Umstand, den viele heute noch nicht hinbekommen - wieso bekommt es eine Band, die gerade ihr erstes Werk veröffentlicht hat, auf Anhieb hin?). "Knausgard" kann die Spannungsschraube dann nochmals etwas andrehen und präsentiert sich als schneller Schwarzmetall-Bastard, der jedoch auch in keiner Knüppel-Orgie ausartet und immer eine Spur hasserfüllter Erhabenheit ausstrahlt. Auch die ganzen Tempowechsel, die auch in den anderen Liedern zu finden sind, tragen sehr viel dazu bei, dass es innerhalb der knappen 11 Minuten nicht langweilig wird. Eine wahre Hymne, die am Schluss dann aber doch nicht so ganz ohne Synths auskommt. Der dritte und letzte Teil von "Burkhartsmal" nennt sich "Magus in Norden" und stellt zugleich auch das letzte Lied dar. Hier wird noch einmal mächtig alles nieder geschlachtet, was der Vernichtung bisher noch entfliehen konnte. Hymnische Epik paart sich hier mit Kriegsgeschrei und Schlachtenlärm.

Fazit:
BURKHARTSVINTER präsentieren uns mit ihrem Erstling "Burkhartsmal" ein mehr als furioses Werk. Wenn man bedenkt, dass die Band in dieser Konstellation noch gar nicht so lange besteht und diese Veröffentlichung ohne irgend ein Label im Hintergrund aus dem Boden gestampft hat, dann wurde hier alles richtig gemacht. Ein paar kleinere Fehler im Spielfluss lassen sich zwar ausmachen - aber mal ganz ehrlich: Wen interessiert das hier noch? Hier handelt es sich eindeutig um eine authentische Band, dessen Mitglied mit Herzblut an die Sache herangegangen sind und etwas wirklich Wunderbares geschaffen haben. "Burkhartsmal" ist voll der Magie alter Tage, als Black Metal noch etwas bedeutete und Geister durch die nebelverhangenen nächtlichen Wälder spukten. Andererseits hat sich die Band mit dieser Veröffentlichung auch die Messlatte für weitere Werke enorm hoch angesetzt und es bleibt abzuwarten, ob sie diese Erwartungshaltungen auch auf Dauer werden erfüllen können. Die CD kommt wie schon geschrieben in einem schicken Digipak und ist in der ersten Auflage von 100 Stück mit einem roten Wachssiegel versehen und hand-nummeriert. Die CD gibt es für äußerst faire 10,- Euronnen (+ 2,- Euronnen Versand innerhalb Deutschlands) direkt bei der Band, z.B. über das Bandcamp-Profil oder der Visagenbuch-Seite, zu ergattern. Bei Bandcamp gibt es auch eine digitale Version des Album - die kostet allerdings mit 13,- mehr als die CD und rechtfertigt eigentlich nur einmal das reinhören, bevor man sich die CD bestellt.

Hat für mich definitiv Potential, um das Prädikat "bester nationaler Newcomer des Jahres 2016" einzufahren. Total Support!


Darbietungen:
01. Burkhartsmal I: Niederstieg
02. Necroblight
03. Burkhartsmal II: Rotten Banner Over The Blasted Land
04. Knausgard
05. Burkhartsmal III: Magus in Norden

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Mittwoch, 27. Juli 2016

Review: Syndrom Einsamkeit & Morto - Split (CD, Wolfmond Production - 2016)

Hier haben wir eine relativ aktuelle Split zweier sehr psychisch labiler Depressive Black Metal Kombos. SYNDROM EINSAMKEIT aus Deutschland werden dem einen oder anderen vielleicht bereits etwas sagen, handelt es sich doch um die Band des Wolfmond-Inhabers, welche auch bereits auf einige Veröffentlichungen zurückblicken kann. MORTO aus Ecuador sind zumindest für mich ein bisher unbeschriebenes Blatt - dabei können die Herren bereits einige Splits, zwei Demos und zwei Voll-Album vorweisen. Was das Ganze nun taugt, lest ihr in folgenden Zeilen...



Das Cover sagt ja schon ungefähr aus, was man hier erwarten darf: kranken DSBM, der mit dem Konsum harter Drogen einher geht. Da kommen einem direkt PSYCHONAUT 4 oder auch alte FÄULNIS in den Sinn. Aber gut, dass dieses spezielle Sub-Genre nicht gerade von Individualismus geprägt ist, ist ja bekanntlich nichts Neues. Den Anfang der CD bilden die Deutschen, die ihren fünf Lieder umfassenden Part "Musik eine Krankheit zu verursachen" betiteln. Genau das schaffen die Herren dann auch direkt im ersten Lied: mir wird übel. "Blutdurst" wirkt dermaßen primitiv und laienhaft, dass es fast schmerzt, dieser Kakophonie zu lauschen. Hinzu kommt, dass hier wohl keinerlei Komposition stattgefunden hat, sondern einfach mal auf gut Glück etwas in die Welt gekotzt wurde. Hier passt einfach gar nichts zusammen. Etwas besser verhält es sich bei "Furcht", wo zumindest Song-Strukturen erkennbar sind. Wirklich mitreißend ist dieses Geschrammel für mich allerdings nicht. "Hässlich" erinnert mich in seiner Präsentation an die erste BERZANO-Scheibe, und mehr sag' ich dazu einfach mal nicht. "Liebe, Hass, Leid" beginnt vielversprechend, bietet gar ein sehr gute hypnotische und psychotische Sphären, allerdings ist der Gesang für meine Ohren einfach nur nervtötend und das auf Stakkato getrimmte Schlagwerk bessert die Sache leider auch nicht gerade, sondern untermauert diesen Eindruck eigentlich nur noch weiter. Mit "Angstzustand" folgt dann bereits der letzte Beitrag der Truppe. Nun heißt es erst einmal tief durchatmen...

und schon erklingt das Intro von MORTO: solider Ansatz mit der ergreifenden Klaviermusik - aber was soll diese merkwürdige Stimme darstellen? Soll das Emotionen anregen? Wenn ja, hat sie bei mir offenbar ihre Wirkung verfehlt. Es folgt mit "Dolor" ein erster wirklicher Song, der allerdings rein instrumental gehalten ist, genau wie der folgende "Pesimisimo", der sogar eine recht gute depressive Atmosphäre besitzt und in meinen Augen das erste Lied dieser Split darstellt, das man sich ohne Ohrenkrebs zu bekommen an einem Stück anhören kann. Die Grund-Melodie zum Titel "Depression" hat sich die Band irgendwo her entliehen, ich kann jetzt allerdings auch nicht mit Bestimmtheit sagen, woher genau - ich weiß nur, dass ich das definitiv schon einmal gehört habe. Auch bietet das Stück zum ersten Mal Gesang, und der ist für DSBM-Verhältnisse gar nicht einmal so schlecht, ganz im Gegenteil sogar. Wirklich Neues wird allerdings auch hier nicht geboten. Mit "Salve Ritual Morto" präsentiert man dann bereits den letzten Song, der einmal mehr instrumental gehalten ist und eine ähnlich gute Atmosphäre besitzt wie "Pesimisimo".

Fazit:
Inzwischen kann ich Wolfmond Production ja einiges abgewinnen und auch die Leute dahinter kommen sehr sympathisch rüber, aber was hier mit SYNDROM EINSAMKEIT fabriziert wurde, spottet eigentlich jeglicher Beschreibung. Klar, ich habe schon wesentlich schlechtere Bands gehört und es gibt auch kurze Augenblicke (eher ein Wimpernschlag), wo man wirklich gute Ansätze zu erkennen vermag. Das Projekt ist aus mir völlig unverständlichen Gründen ebenfalls enorm angesagt in der DSBM-Szene - vielleicht ja auch deshalb, weil sie mit dem, was sie machen einen völlig anderen Ansatz verfolgen, als das Gros der meisten, eher weinerlichen DSBM-Gruppen. MORTO sagen mir da schon eher zu, auch wenn diese ebenfalls mit Schwächen zu kämpfen haben. Das Ganze präsentiert sich aber insgesamt wesentlich eingängiger und bietet mehr Atmosphäre und Stimmung. Die Split erschien als Pro-CDr im Digipak und ist limitiert auf 50 handnummierte Exemplare. Wer eine haben will, wende sich vertrauensvoll an Wolfmond Production.

SYNDROM EINSAMKEIT ist vertonte Kotze, die sich mit Scheiße an den verschmierten weißen Wänden vermengt. Ich bin mir nicht sicher, aber ich könnte mir vorstellen, dass diese bildliche Darstellung sogar im Sinne des Erfinders war... MORTO sind als recht solide zu bezeichnen. Muss jeder selber wissen, ob das einen Kauf rechtfertigt.


Darbietungen:
Syndrom Einsamkeit
01. Blutdurst
02. Furcht
03. Hässlich
04. Liebe, Hass, Leid
05. Angstzustand
Morto
06. Intro - Imploro en el porton de la indiferencia
07. Dolor
08. Pesimisimo
09. Depression
10. Salve Ritual Morto

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Dienstag, 26. Juli 2016

Review: Nifrost - Motvind (CD, Naturmacht Productions - 2016)

Aus Norwegen stammt das Quartett NIFROST, die nach zwei Demos dieser Tage ihr Debüt-Album veröffentlichten. Die CD erschien unter dem Banner der deutschen Kult-Schmiede Naturmacht Productions. Black Metal aus dem Land der legendären zweiten Welle, welche die Musik und die damit verbundene Ideologie und Lebenseinstellung grundlegend prägte. Alte Bands haben sich längst kommerzialisiert und haben teilweise auch nichts mehr mit ihren Anfängen gemeinsam - wenn sie denn überhaupt noch existieren. Wie verhält es sich nun hier?




Zunächst einmal: NIFROST ist auf jeden Fall mal eine norwegische Kapelle jüngeren Datums, welche kein Projekt alt-eingesessener Musiker darstellt. Immerhin handelt es sich hier also mitnichten um irgend ein weiteres sinnentleertes Projekt, welches aus dem Boden gestampft wurde, sondern um etwas sehr Eigenständiges. Das trifft auch auf die Musik zu, der man ihre Herkunft zwar deutlich anhört, sprich das Grundkonstrukt orientiert sich eindeutig an älteren nordischen Horden wie SATYRICON oder ENSLAVED zu ihren besten Zeiten, doch vermögen es die Herren NIFROST erfrischend eigenständig klingen zu lassen. Dies geschieht zum einen durch die recht druckvolle Produktion, die schon beinahe einen Tick zu sauber rüber kommt (ich sage 'beinahe'!), zum anderen aber auch durch die vielen verschiedenen Stile, die die Horde hier mit einfließen lässt: erhabener und hymnischer Schwarzmetall ist zwar das Fundament, auf dem "Motvind" aufbaut, doch lassen sich bei genauerer Beschäftigung mit dem Werk Einflüsse von Viking Metal, Neo-Folk, Pagan Metal, Progressive Rock und Black 'n' Roll Marke CARPATHIAN FOREST ausmachen. Dazu gesellt sich eine sehr spielfreudige Instrumentalisierung, die epische Gitarrensoli genauso zelebriert wie hymnische Chöre, Akustikparts und allgemein wunderbar ausgedehnte Klangteppiche - ohne dass diese ganze Epik irgendwie nerven oder aufgesetzt wirken würde. Geil!

Fazit:
NIFROST's "Motvind" ist ein erfrischend eigenständig klingendes schwarzes Epos geworden. Lasst euch von dem Farbenwirbel des Covers nicht täuschen... dieser Wirrwarr aus Farben führt direkt hinein in die tiefsten Abgründe. Ein Album, welches sich schwer in eine Schublade stecken lässt und stilistisch irgendwo zwischen einem Mix aus alten und neuen SATYRICON, CARPATHIAN FOREST, ENSLAVED, EMPEROR und FALKENBACH liegt. Von sämtlichen norwegischen Werken aus diesem Jahr, die ich gehört habe, stellt dieses Debüt das eindeutig interessanteste dar! Das Album wurde zunächst als digitale Version durch das Label Orkja Produksjonar aus Norwegen veröffentlicht. Naturmacht veröffentlichte die physische Version als CD im Digipak in einer Auflage von 500 Stück, welche über den Online-Shop des Labels bezogen werden kann.

NIFROST gelingt mit ihrem Debüt genau das, woran so viele andere Bands scheitern: der Spagat zwischen dem Flair alter Tage (Old School) und Moderne. True Norwegian Black Metal Art!


Darbietungen:
01. Byrdesong
02. Ufred
03. Sitring
04. Dei ville med vald
05. Marebakkjen
06. Under seks lange
07. Ve
08. Vaart land
09. Ferdamann
10. Motvind

Laufzeit: ca. 55 Minuten

Preview/Review: Higurd - Gedankensturm (CD, Wolfmond Production - 2016)

Das Projekt HIGURD aus Thüringen veröffentlichte vor gut drei Jahren ihre erste CD "Gedankensturm", welche nun bald über das deutsche Label Wolfmond Production eine zweite Auflage erfahren wird. Inzwischen agiert die Band um ex-SCHATTENFANG Bassist Morbid (u.a. auch MORBID CONTEMPT, die in diesem Blog ja auch keine großen Unbekannten mehr sind). Auf dem ersten Werk waren HIGURD jedoch noch zu fünf Mannen, samt Gastauftritt eines Mitglieds von GERNOTSHAGEN.





Hat man den kurzen Death-lastigen Anfang mit dem Grind-mäßigen Schrei erst einmal hinter sich gelassen, wird man schnell Gewahr, dass es sich hier tatsächlich um Black Metal zu handeln scheint. Wobei ich HIGURD nicht auf den Black Metal reduzieren möchte. Viel mehr würden hier Umschreibungen wie Dark Metal oder Extreme Metal wesentlich besser passen, da gleichwohl Schwarzmetall wie auch Todesblei geboten wird. Hinzu kommt, dass das ganze recht modern klingt, obwohl die instrumentale Darbietung eigentlich ziemlich Old School und traditionell gehalten ist. Vielleicht ist dieser moderne Anstrich auch dem Gesang geschuldet, vielleicht auch den Einflüssen aus dem Doom, technical Death Metal und dem Post Punk/Post Hardcore, die immer mal wieder durchscheinen. Für Abwechslung ist also durchaus gesorgt, und doch vermag es das Werk in seiner Gesamtheit nicht so recht eine wirkliche packende Atmosphäre zu erzeugen: zu durchschaubar wird das Ganze dann doch mit der Zeit. Gut, man könnte jetzt argumentieren, dass das auch auf das Gros der meisten aktuellen Black Metal-Veröffentlichungen zutrifft - und das zurecht - aber es geht hier auch einfach darum, wie sich die Musik präsentiert. Anspieltipps meiner Seits wären hier die Songs "In this dying world", "Du bist tot" und "Meine Liebe", sowie das gesangliche Duett mit Askan "Declaration of Life".

Fazit:
HIGURD's "Gedankensturm" hinterlässt bei mir einen eher zwiespältigen Eindruck. Instrumental ist das Werk auf einem soliden Underground-Niveau und gute Ideen hat man auf jeden Fall zu bieten. An Abwechslung mangelt es den Herren nicht. Allerdings vermag es das Mini-Album auch nicht, großartige Emotionen bei mir zu erzeugen... und das ist nun einmal ein nicht gerade unwesentlicher Aspekt im Extreme Metal, insbesondere dem Black Metal. Daher kann ich dem ersten Werk der Thüringer nur eine durchschnittliche Wertung attestieren, zu mehr fehlt mir hier leider ein wirkliches Erlebnis beim hören. Bestellungen sind wie immer direkt an Wolfmond Production zu entrichten.

Musikalisch solides Werk, welches sich aber kaum hervorzuheben vermag. Schade, hier wäre vom Potential her deutlich mehr drin gewesen...


Darbietungen:
01. In this dying world
02. Nebelkrieger
03. Du bist tot
04. Set this world in flames
05. Declaration of life (feat. Askan von GERNOTSHAGEN)
06. Des Waldes Kraft
07. Meine Liebe
08. Capitulation
09. Higurd

Laufzeit: ca. 35 Minuten

Sonntag, 24. Juli 2016

Review: Wildernessking - Mystical Future (LP, Sick Man Getting Sick Records - 2016)

Zu vorliegendem Werk wollte ich eigentlich schon seit geraumer Zeit eine Rezension verfassen, nur irgendwie hatte ich die Platte dann doch nicht mehr so wirklich auf dem Schirm, da in letzter Zeit einfach zu viel rein gekommen ist, und ich leider kaum die notwendige Zeit finde, das alles zeitnah zu besprechen. Als ich heute so einen Blick durch mein Plattenregal warf, kam mir aber wieder in Erinnerung, dass ich da doch noch etwas vor hatte...






WILDERNESSKING ist eine noch relativ junge Band aus Kapstadt, Südafrika, die aus der Formation HEATHENS hervorging, die gerade einmal ein Jahr existierte (2010-2011) und sich dann in eben diese hier umbenannte. Unter dem Banner von HEATHENS veröffentlichte man zwei EPs, sowie eine Single, nach der Namensänderung folgte dann 2012 ein erstes Album und bis zum hier vorliegenden zweites Langspieler noch zwei EPs und zwei Split-Veröffentlichungen. Die Tatsache, dass die Band aus einem sehr exotischen Teil der Erde stammt und diese Region doch wohl eher untypisch für Black Metal ist, ist vielleicht auch dafür verantwortlich, dass die hier zelebrierte Art des Schwarzmetalls erfrischend unverbraucht und eigenständig klingt. WILDERNESSKING atmen in keinster Weise einen nordischen Flair, sondern klingen recht modern und auch ein wenig experimentell. So lassen sich hier viele Einflüsse aus dem Hard Rock ausmachen, genau wie eher progressive Passagen oder auch einige Post Rock-Momente, genau wie leichte Anleihen an den Old School Thrash Metal oder auch den klassischen Doom Metal. Doch das ist alles halb so wild, wie es sich anhört: die Musik ist definitiv auch für Puristen hörbar und sollte auch nicht von deren Seite ignoriert werden. Das beste Beispiel des Albums ist da wohl der Song "I Will Go To Your Grave", zu welchem die Band auch ein Video veröffentlichte. "To Transcend" ist dagegen eher traditionell, sehr sphärisch, düster-erhaben und hypnotisch. "With Arms Like Wands" wird man dann wieder eine Spur schneller, verliert aber nie den Sinn für tiefgreifende Atmosphäre und hymnische Epik. Das Highlight des Albums folgt ganz am Schluss in Form des Liedes "If You Leave", welches schwermütig und fast schon doomig beginnt, dann erst mit einem melancholischen Frauengesang eingeleitet wird und schließlich in einen recht epischen Black Metal-Song übergeht. Ein Lied, welches in seinen über 13 Minuten Spielzeit beinahe alle Facetten dieser Band beherbergt und gerade auch deshalb einfach mal als Referenztitel hier genannt werden muss.

Fazit:
Ein episches Machwerk, welches nicht nur allein wegen seiner exotischen Herkunft erfrischend unverbraucht klingt. WILDERNESSKING präsentieren sich als Band nicht nur authentisch und ehrlich, sondern spiegeln das auch in ihrer Musik wider: eigenständig und unverfälscht. Interessenten aus Deutschland sollten sich zwecks einer Bestellung an Amor Fati Productions wenden, die die LP im Sortiment ihres Online-Shops führen.

"Mystical Future" ist ein durch und durch magisches Werk geworden, welches dieser Band hoffentlich auch die Aufmerksamkeit zuteil werden lässt, die sie verdient hat. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. White Horses
02. I Will Go To Your Grave
03. To Transcend
04. With Arms Like Wands
05. If You Leave

Laufzeit: ca. 43 Minuten

Review: ColdWorld - Autumn (CD, Cold Dimensions - 2016)

Lange hat man drauf warten müssen: ganze acht Jahre ist es her, seitdem das letzte Album des Soloprojektes C'OLDWORLD, "Melancholie²" veröffentlicht wurde. Nun erschien also endlich der Nachfolger "Autumn" vor einer Weile und wurde, wie gesagt auch bereits sehnsüchtig von vielen herbeigesehnt. Ob und in wie weit sich das Warten auf die Scheibe gelohnt hat, lest ihr nun...







Es war um den Dreh 2005, da ein bis dato völlig unbekanntes und junges Ein-Mann-Projekt namens ColdWorld ihre erste EP veröffentlichte. Der Titel: "TheStarsAreDeadNow". Von einigen (vor-)schnell als bloßer VINTERRIKET-Klon abgestempelt, erlang das Debüt-Werk der Ein-Mann-Band aus Thüringen schnell einen ziemlichen Bekanntheitsgrad. Diese Mischung aus rauem, aber atmosphärischem Black Metal gepaart mit tristen Ambient-Klängen und einem Hauch von Klassik gefiel und konnte auf Anhieb überzeugen. Das in Eigenregie veröffentlichte und eigentlich auch recht limitierte Werk war da auch relativ schnell vergriffen und wurde über die Jahre immer wieder in mehr oder weniger kleinen Auflagen und in verschiedenen Formaten wieder-veröffentlicht, u.a. von Ancient Dreams (als Pro-CDr/CDr), Deviant Records (erste Vinyl-Auflage) und von Wolfsgrimm Records (als CD und zweite und endgültige Vinyl-Auflage), für Japan gab es auch noch eine CD-Pressung. Im Jahr 2008 veröffentlichte man das Opus "Melancholie²", welches den Stil von "TheStarsAreDeadNow" erneut aufgriff und um einige Details und Facetten erweiterte und verfeinerte. So viel einmal zur Vorgeschichte...

"Autumn" ist nun das zweite Voll-Album und setzt eigentlich genau dort an, wo der Vorgänger endete. Eine sehr atmosphärische Mixtur aus Dark Ambient, Dark Metal und rauem Black Metal mit Einflüssen aus dem Jazz, der Klassik und naturverbundenem Neo Folk. Gekrächzten typischen Schwarzmetall-Gesang gibt es hier ebenso zu vernehmen wie auch epischen Klargesang und in "Void" gibt es sogar weibliche Gesangs-Parts zu vernehmen. Die Gefühle, die mit dem Herbst einhergehen, wurden hier grandios eingefangen und vertont, man kann es einfach nicht anders sagen. Die Atmosphäre des Albums kommt einer träumerischen Trance gleich, einem Zustand, der sich irgendwo zwischen gewollter Einsamkeit, Sehnsucht, Trauer, Verfall und Verzweiflung verbirgt. So ist es nicht weiter verwunderlich, wenn Lieder wie "Womb of Emptiness" auch eindeutige Parallelen zum Gothic aufweisen oder "Climax of Sorrow" dermaßen verzweifelt in seiner stimmlichen Darbietung klingt und gleichzeitig durch den Einsatz von Ambient und (Chor-)Samples wundervoll hymnisch und erhaben erklingt, dass der gesamte Song einem vertonten Todeswunsch gleichkommt.

Fazit:
"Autumn" ist weit davon entfernt ein Album des Genres DSBM zu sein, so viel sollte klar sein. Es ist allerdings auch ein sehr gefühlvolles, sentimentales Werk, welches gerade aus diesem Grund auch nicht jedermann zugänglich sein wird und wahrscheinlich auch nicht jeden Geschmack zufrieden stellen wird. "Autumn" mutet sehr persönlich und tiefgreifend an, und sollte daher auch mit einer gewissen Achtungsbezeigung und einem gewissen Respekt gehört werden und stellt somit definitiv kein Album 'für mal eben zwischendurch' dar. "Autumn" erschien einmal mehr auf dem noch relativ kleinem, aber feinen Label Cold Dimensions, die das Werk in verschiedenen Formaten veröffentlichten: so gibt es neben der normalen CD im Jewelcase auch eine auf 300 Stück limitierte CD-Edition im gauen Lederbuch mit schwarzem Druck, sowie eine DLP-Edition. Interessenten wenden sich für eine Bestellung an den Grau Mailorder.

Wenn Musik zur Kunst wird... ColdWorld ist zurück, und das emotional stärker als je zuvor. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Scars
02. Void
03. Womb of Emptiness
04. Autumn Shades
05. The Wind and the Leaves
06. Climax of Sorrow
07. Nightfall
08. Escape II

Laufzeit: ca. 52 Minuten

Donnerstag, 21. Juli 2016

Preview/Review: Todessucht - Wenn die Hoffnung stirbt (CD, Wolfmond Production - 2016)

Kaum zu glauben, aber die Kombo TODESSUCHT existiert tatsächlich noch. Ganze vier Jahre ist es her, seitdem das letzte Lebenszeichen zu vermelden war und fast hätte man annehmen können, dass diese Band den Werdegang so vieler anderer DSBM-Gruppen genommen hat... nämlich die Versenkung im Nichts. Doch nun meldet sich die vierköpfige Truppe zurück, und das ziemlich stark...







"Wenn die Hoffnung stirbt" beginnt mit einem gemächlichen instrumentalen Einklang, geht dann über in das erste Lied "Fühle die Einsamkeit", welches sehr atmosphärisch beginnt und sich langsam in einen düsteren melancholischen Black Metal-Stil wandelt, der atmosphärisch langsam vorgetragen ist und nicht zuletzt wegen dem Gesang ein paar Parallelen zu vergangenen Werken von NARGAROTH aufweist. Den Stil setzt das nächste titel-gebende Lied auch konsequent fort, wenn hier auch in instrumentaler Hinsicht einiges mehr geboten wird, es lassen sich öfters Details wie stimmungsvolle Tempowechsel oder Solo-Passagen ausmachen, die das ganze einfach etwas runder erscheinen lassen. Positiv aufzunehmen ist auch, dass der Gesang mal wirkliche Emotionen vermitteln kann und nicht nur einfach am rumheulen und -jammern ist. Das habe ich schon zur Genüge auf der Arbeit, da muss sich das nicht auch noch in der Musik, die ich höre wiederfinden... - eine Tatsache, die die Arbeiten dieser Band für mich aber auch schon immer ein wenig vom Gros dieser Emo-wannabe-Black Metal-Bands hervor gehoben hat und ihre Werke mit Ausnahmen ("Kalt & leer" war für mich persönlich ein Griff ins Klo) immer recht solide wirken ließen. Es folgt nun ein kurzes "Zwischenspiel" mit Klavier bevor dann mit "Nur ein Traum" die epische Marke von 12 Minuten überschritten wird. Es handelt sich hier um einen fast rein instrumentalen Song, der das Thema 'Traum' aber gut einfängt, wie ich finde und so auch einige progressive Elemente in sich birgt, wie etwa langgezogene und ausufernde Gitarrensoli, surreale Klangpassagen, die dank des Zusammenspiels von Schlagzeug und Gitarre erreicht werden, usw. Die anfängliche flüsternde Gesangs-Passage hat gar Züge von EMPYRIUM oder DORNENREICH in meinen Augen. Für DSBM fast schon ein wenig experimentell. Es folgt ein kurzer Ausklang, und das war es dann auch schon.

Fazit:
Es hat mich überrascht, noch einmal etwas von TODESSUCHT zu hören, wobei die Mannen wohl in den sozialen Netzwerken relativ aktiv vertreten sind. "Wenn die Hoffnung stirbt" stellt im Grunde kein neues Material dar, sondern enthält unveröffentlichte Aufnahmen aus den Jahren 2011/2012. Depressiver und suizidaler Schwarzmetall, der die Betitelung auch verdient! TODESSUCHT sind weiterhin eine der ehrlichsten und stimmigsten deutschen Bands dieses besonderen Sub-Genres, die ich kenne (und auch noch existieren). Die Demo wird baldig unter dem Banner von Wolfmond Production veröffentlicht werden, als Pro-CDr im Jewelcase und limitiert auf 100 Stück. Einfach die Augen beim nächsten Besuch des Mailorders offen halten.

Wer auch nur im entferntesten etwas mit gut gemachtem DSBM anfangen kann, sollte sich diese CD nicht entgehen lassen.


Darbietungen:
01. Einklang
02. Fühle die Einsamkeit
03. Wenn die Hoffnung stirbt
04. Zwischenspiel
05. Nur ein Traum
06. Ausklang

Laufzeit: ca. 42 Minuten

Sonntag, 17. Juli 2016

Review: Symphonaire Infernus - The Path of Murk (CD, Wolfmond Production - 2016)

Das erste und bisher auch einzige Album des Ein-Mann-Kommandos aus Brasilien, welches seinen Namen von dem Titel der ersten MY DYING BRIDE EP entnommen hat, wurde ursprünglich bereits im Jahr 2013 von der Schmiede Depressive Illusions aus der Ukraine veröffentlicht. Damals als CDr in einem DVD-Case und in einer Auflage von gerade einmal 33 Stück. Nun erfolgte dieses Jahr eine zweite Auflage des Albums, dieses Mal unter dem Banner der deutschen Tonschmiede Wolfmond. Ob sich das Unterfangen gelohnt hat, lest ihr im folgenden...




Das Album kommt hier mal wieder als Pro-CDr in einem Jewelcase daher. Protagonist Emperor Diavolos (u.a. auch IMPERIUS PROFANUS) zelebriert hier einen eher hymnischen Black Metal, der ganz im Stile der 90er Jahre mit allerlei symphonischen, melodischen und auch Mittelalter-Elementen aufwartet. Die Stimmung ist einmal als episch zu bezeichnen ("The Path of Murk"), dann eher wieder hasserfüllt misanthropisch ("Age of Darkness") und ein andermal schwermütig und melancholisch ("Awakening from the Dark"). Die Instrumente sind stimmig, was ja auch nicht immer der Fall ist bei Solo-Projekten und tragen sehr viel zur getragenen Atmosphäre des Albums bei, sind zumeist im Midtempo angesiedelt und verlassen diese hymnischen Pfade auch nur selten, wenn es dann doch einmal schneller oder auch langsamer wird. Das Stück "Damned to Eternal Abyss" mit der epischen Länge von gut 15 Minuten macht dann auch noch einmal deutlich, dass man es sogar versteht, Monotonie als Stilmittel für sich zu nutzen.

Fazit:
Manchmal genügen wenige Worte, um die Stimmung eines Werkes zu beschreiben. SYMPHONAIRE INFERNUS ist hier ein eingängiges melodisches und atmosphärisches Album geglückt, welches gerade Anhänger des nordischen Mitt-90er-Stils zufriedenstellen dürfte. Aber auch sehr viele Bezüge an den deutschen Schwarzmetall (insbesondere an NARGAROTH) lassen sich ausmachen, und sorgen insgesamt für ein sehr vielfältiges, in sich stimmiges Album. Die CD von Wolfmond ist auf 100 Exemplare begrenzt und kann gleich dort geordert werden.

"The Path of Murk" gehört definitiv mit zu den besten Werken, die ich bisher aus Brasilien zu hören bekommen habe und sollte man sich daher nicht entgehen lassen. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Acta Tenebris Vocare
02. The Path of Murk
03. Age of Darkness
04. Damned to Eternal Abyss
05. In Frigida Nocte
06. Awakening from the Dark

Laufzeit: 39 Minuten

Review: Wooden Earth - Chapter I: Awakening (Digitales Album, Eigenproduktion - 2016)

Aus dem Iran stammt das Solo-Projekt WOODEN EARTH des Protagonisten Sean Blackwood. Mit "Chapter I: Awakening" präsentiert man der geneigten Hörerschaft das erste Voll-Album, ohne vorher jemals etwas veröffentlicht zu haben. Prinzipiell kein gutes Zeichen, wenn man direkt ohne irgendwelche vorhergegangenen Demos oder EPs direkt ein ganzes Album unter's Volk bringt. Aber ich lasse mich da ja gerne überraschen...






Zelebriert wird hier nicht etwa Black Metal, sondern eine Mischung aus atmosphärischem Doom Metal mit einigen Post Metal-Einschüben und Progressive Rock. Das gesamte Album ist dabei konsequent instrumental gehalten und erinnert damit in seiner Machart an das, von mir noch gar nicht einmal vor zu langer Zeit besprochene Debüt-Album des deutschen Projektes SEEMING EMPTINESS. Die 10 Lieder sind dabei alle von einer Länge von etwa fünf bis acht Minuten, werden aber auch immer mal wieder durch kurze Zwischenspiele aufgelockert, die auch mal gerne etwas Ambient oder klassische Piano-Musik enthalten. Die Musik an sich ist sehr Gitarren orientiert, weswegen gerade dieses Instrumente hier besonders zur Geltung kommt und diesem auch die besondere Aufmerksamkeit zuteil wird. Das einzige Lied, welches dann doch etwas Gesang enthält, ist das letzte "Cafe Exit". Ob es sich dabei aber um wirklichen Gesang oder ein Sample handelt, kann man schwer beurteilen.

Fazit:
Ein gutes atmosphärisches Werk postmoderner Doom Metal-Musik, welches darüber hinaus auch einige Anleihen an den Ambient und den klassischen Progressive Rock enthält. Wer sich für Klavier-Musik Marke LEBENSESSENZ begeistern kann, sollte hier ebenfalls einmal ein Ohr riskieren. Selten genug, dass aus dem Iran brauchbares Material kommt. Das Album gibt es zum kostenlosen Download auf der Bandcamp-Seite.

Atmosphärisches Werk. Support it!


Darbietungen:
01. Glitch In A Dream
02. Face To Face With Myself
03. Pointless Flow
04. Words Replaced Living
05. Evolution "Infinite"
06. Bottomless Vertigo
07. Letting Go Of My Ego
08. Decomposed Lies
09. Superstitious Failed
10. Cafe Exit

Laufzeit: ca. 39 Minuten

Review: Luciferian Propaganda - Legion Perversion (CD, Wolfmond Production - 2016)

Moin... was kam denn da bei mir herein geschneit? "Legion Perversion" ist das erste Lebenszeichen der noch sehr jungen Horde LUCIFERIAN PROPAGANDA aus Deutschland. Stilistisch ganz im Sinne von HELLFUCKED, musikalisch irgendwo zwischen PRIESTERMORD, alten AMALEK und SATAN'S ELITE KOMMANDO... das kann ja nur Eiter werden.






Selbst betitelt man seinen Stil als Satanic Black 'n' Roll, was man eigentlich so stehen lassen kann. Die Musik hat wirklich einiges von S.E.K. oder auch PRIESTERMORD (die beiden sind/waren ja auch zu 50% die gleiche Band). Zu dieser Horde hier existieren dagegen kaum Informationen, außer, dass es sich wohl um zwei Leute handeln soll, aber woher sie genau stammt, ist nicht bekannt. Instrumental gesehen geht es, wie es angesichts der mir aufgestellten Vergleiche bereits vermutet werden darf, äußerst räudig und kompromisslos zu. Die Gitarren sind ein einziges Geschrammel, das Schlagzeug donnert meistens strickt nach vorn und lässt nur wenig Raum für Verschnaufpausen. Dafür sind die wenigen Tempowechsel jedoch gut platziert und fügen sich stimmig in den Rest des Geschehens ein. Nach gerade einmal fünf Lieder und etwas über 14 Minuten Spielzeit ist der Spuk auch schon wieder vorbei.

Fazit:
Wenn man gerade denkt, dass es so etwas nicht mehr gibt, wird man eines Besseren belehrt. Die bereits erwähnten Einflüsse sind unüberhörbar, was der Horde allerdings auch das Problem mangelnder Eigenständigkeit einbringt, da auf "Legion Perversion" doch ein Ticken zu wenig passiert, als dass man sagen könnte "ach, das sind also LUCIFERIAN PROGANDA". Kommt als auf 30 Stück limitierte Pro-CDr im Jewelcase, Kosten belaufen sich auf 5,- Euronnen exklusive Porto und Versand. Bestellungen gehen wie immer an Wolfmond Production.

LUCIFERIAN PROPAGANDA wollen nicht gefallen, sie wollen zerstören. Mission geglückt, würde ich sagen!


Darbietungen:
01. Legion Perversion
02. Die Hörner der Vernichtung
03. Horny Abbess
04. Blutaltar
05. Pesthaus Abrahams

Laufzeit: ca. 14 Minuten

Samstag, 16. Juli 2016

Review-Special zu der Musik von...


ACHERONTAS gehören derzeit wohl zu einer der atmosphärischsten orthodoxen Black Metal-Bands, doch nicht jeder scheint auch ihre Wurzeln zu kennen. Die liegen in den Tiefen der hellenischen Underground-Szene der Mitt-90er, als sich 1996 die Horde WORSHIP gründete, welche sich allerdings bereits nach einem Jahr und einer aufgenommenen Demo umbenannte. Fortan war man unter dem Banner STUTTHOF unterwegs. Die Benennung nach einem Konzentrationslager kam nicht von ungefähr: zu zeigten gerade die frühen Werke eindeutige Parallelen zur griechischen, später auch zur internationalen NSBM-Szene. Die Band ließ Politik (mal abgesehen von ihrer ersten Split mit GAUNTLET'S SWORD und ihrem Debüt-Album) jedoch nie in ihr Schaffen mit einfließen. Die spätere Thematik beschäftigte sich intensiv mit Okkultismus, Vampirismus, Dämonologie, Astrologie und alten Gottheiten, sowie uralten Riten und manch mittelalterlichen Dingen. 
Die Band löste sich 2007 auf. Die Idee von STUTTHOF lebt allerdings in ACHERONTAS weiter.

Anlässlich der Wieder-Veröffentlichung der beiden Alben, die jeweils in einer edlen 2-CD-Edition daherkommen, und darüber hinaus noch allerlei Bonus-Material enthalten, wie Beiträge von Splits, rare EPs und die legendäre WORSHIP Demo, möchte ich euch hier ein neues Review-Special präsentieren (hatte ich ja auch schon länger nicht mehr). Viel Vergnügen, werte Leser!


Beginnen wir mit dem ersten Album "Towards Thy Astral Path...". Dies erschien in seiner Erstauflage 2002 über das Label Battlefield Records aus Spanien, welches sich inzwischen aufgelöst hat und hauptsächlich auch NSBM veröffentlichte (u.a. ASGEIRR aus Frankreich, WOLFNACHT und DARKTHULE aus Griechenland). Unbestreitbar hatte das Debüt von STUTTHOF auch deutliche Bezüge zum NS, was dem Ganzen wohl auch für manche einen bitteren Beigeschmack gegeben haben dürfte.



Musikalisch stellte man hier jedoch schon einmal die Gangart zukünftiger Werke klar: ursprünglichen Black Metal im Geist des griechischen Stils und einer okkulten Note. Allein das sehr atmosphärische Intro "Opus I: Blut (Blood)" weist einen unheilvollen Charakter auf und wirkt im Gegensatz zu vielen anderen Einklängen gleicher Machart nicht unnötig aufgesetzt oder langweilig, da es auch Sprechgesänge und Samples bietet. "An Ode To Thee Ancient Great Goddess" hält dann einerseits den typischen Griechenland-Black Metal bereit: rau, schnell und ziemlich Keyboard-lastig, daher auch sehr hymnisch und erhaben. Andererseits zeigt sich hier auch gleich, vor allem im zweistimmigen Gesang die Besonderheit dieser Band. Einiges wirkt hier aber doch noch etwas 'unaufgeräumt' und chaotisch. Das gilt auch für den Rest des Albums - das vorhandene Potential wird hier einfach noch nicht zur Gänze ausgeschöpft, ist aber deutlich zu erkennen und wurde dann ja letztendlich auch auf späteren Tonträgern bestätigt. Der Text zu "An Ode To Thee Ancient Great Goddess" stammt im übrigen aus der Feder von Ravenlord Wampyri Draconium (EMPIRE OF THE MOON), das Original-Artwork sowie das alte Logo wurden von Pain (GAUNTLET'S SWORD) erschaffen. Gerade die Erstauflage zeigt in der Dankesliste die Verbundenheit mit der griechischen NSBM-Szene, aber auch thematisch weist dieses Album noch deutliche Bezüge auf (Blut-und-Boden-Thematik).

Die zweite CD enthält dann noch Material von EPs, Splits und Demos. So beginnt sie mit den Beiträgen von der ersten Split "Into The White Waters Of Hellas" mit GAUNTLET'S SWORD aus dem Jahr 2001. Das Material ist hier als äußerst räudig zu bezeichnen, bietet aber auch sehr viele atmosphärische Momente, die dem Ganzen ein Flair alter KAWIR geben. Zudem finden traditionelle Instrumente ebenfalls Gebrauch bei "Pagan Rituals", wobei das auch lediglich Samples sein können. Nach dem Ausklang "Pa Vikingtog", welcher mit typischen Kriegs-Samples unterlegt ist, geht es dann auch gleich weiter mit den vier Liedern der WORSHIP-Demo "Through The Dark Age We Are Dreaming". Primitiver Black Metal, der sich dank des Midtempos aber sehr erhaben präsentiert. Auch die eingestreuten Samples sind hier sehr stimmig. Auch hier wurde schon teilweise mit zweistimmigen Gesang gearbeitet. Es folgt mit "Left Hand Path... The Art Of Sorcery" ein Lied von der "Brotherhood of Drakkonian Royal Blood" Split-CD mit LEGION OF DOOM, warum man hier nicht den einen Titel von der "Crossing the Bloodlines of Left Hand Path" (der anderen Split mit LEGION OF DOOM) verwendet hat, sondern den letzten Titel der CD, wird wohl auf ewig ein Geheimnis bleiben - ich denke, dass man hier einfach etwas durcheinander geschmissen hat. Als letztes Stück erklingt dann noch "From Death Comes Life", welches vorher nur exklusiv auf der LP-Version des Albums (erschien unter dem Athener Wucher-Label Zyklon-B Productions) enthalten war.


Darbietungen:
1-01. Opus I: Blut (Blood)
1-02. An Ode To Thee Ancient Great Goddess
1-03. In The Field Of The Stars
1-04. Towards Thy Astral Path...
1-05. Opus II: Boden (Fatherland)
1-06. The Age Of Revelation
1-07. The Feast Of Everlasting Flame
1-08. Krieg Und Boden
2-01. Black Sun
2-02. Regeneration
2-03. Acherontas
2-04. Pagan Rituals
2-05. Through The Dark Age We Are Dreaming
2-06. Pa Vikingtog
2-07. Dark Endless
2-08. Through The Dark Age We Are Dreaming (Demo)
2-09. Pagan Warriors
2-10. Worship
2-11. Left Hand Path... The Art Of Sorcery
2-12. From Death Comes Life

Laufzeit: ca. 90 Minuten


"And Cosmos from Ashes to Dus..." stellte 2004 das zweite und leider auch letzte Voll-Album von STUTTHOF dar. Durch die Weiterführung der Musik in Form von ACHERONTAS war dieser Umstand dann aber doch irgendwie zu verschmerzen. Die Edition kommt im Gegensatz zu "Towards Thy Astral Path..." nicht im Digipak, bietet dafür aber ein umfangreich bebildertes Beiheft mit Liner-notes von Acherontass, in denen er auch noch einmal zum Ausdruck bringt, dass dieses Album das wichtigste und prägenste in seinem Schaffen darstellt. Texte sind, wie bei allen anderen Auflagen auch, nicht enthalten, teilweise lässt sich der Gesang aber schon gut verstehen...


...wenn nicht unbedingt auf griechisch gesungen wird, was hier auch durchaus der Fall ist. Das zweite Album von STUTTHOF hat nicht nur in meinen Augen absoluten Kult-Status und ist in Sachen okkulten Black Metal einfach als Referenz zu betrachten, ungeachtet den politisch-verstrickten Wurzeln des Projekts. Gerade der Klassiker "Wampyric Metamorphosis", der ja auch heute noch gerne als Zugabe oder als Teil des regulären Sets auf ACHERONTAS-Konzerten gespielt wird, spricht eine deutliche Sprache. Zudem enthält das Album viele atmosphärische Momente, die jedoch nie im Kitsch enden. Schon "An Invocation to those Who Have Risen", der Einklang, verkündet durch den Einsatz des unheilvollen Soundtracks zu "Die neun Pforten" (The 9th Gate), das es sich hier um ein Werk epischen Ausmaßes handeln könnte. Daraufhin beginnt das bereits angesprochene Stück "Wampyric Metmorphosis", welches gleich einen Wolkenbruch schwarzer Gedankenwelten, morbider Ideen und okkulter Riten über dem Hörer hereinbrechen lässt. "Κερασφόρος σελήνη" ("The Horned Moon") setzt diesen Stil konsequent fortsetzt und gerade durch das Zusammenspiel von Schlagzeug und Gitarre im Mittelteil eine sehr erhabene und irgendwie persönliche Stimmung einfängt, die man als geneigter Hörer dieser Musik auch nur selten erfährt. Das mit Abstand längste Stück (mehr als 20 Minuten!) folgt mit "Crossing the 9th Gate to the Kingdom of Shadows", welches mit schwermütig-unheilvollem, düsterem Gesang beginnt und sich zu einem recht eingängigen orthodoxen Black Metal-Song steigert. Mehr als episch! "Δράκων ό μέγας" ("Dagon, the Great One") bezieht sich wohl auch eher weniger auf fantastische Literatur, als viel eher auf die alte babylonische Gottheit. Der Ausklang "The Breaking of the 7th Seal" beinhaltet dann wieder einen Auszug aus dem bereits am Anfang genannten Soundtrack. Als besondere Beigabe wurde auf die CD noch das Lied "Lethe" gepackt, welches exklusiv für diese Auflage von Sagitarious (ex-HAILSTORM) komponiert wurde.

Die zweite CD enthält hier alle Beiträge von Splits und EPs, die es nicht mehr auf die Bonus-CD von "Towards Thy Astral Path..." geschafft haben. Beginnend mit "...Ancient Visitors From Ur... And The Holocaust Of Renegades" von der Split-EP mit SATANIC WARMASTER aus Finnland (im Original von Zyklon-B Productions auf 7''-Vinyl veröffentlicht), über die Beiträge der Beyond the Forest of Infernal Devastation" Split mit NEMETON und der "Crossing the Bloodlines of Left Hand Path" Split mit LEGION OF DOOM, bis hin zur EP "An Ode To Thee Ancient Great Goddess" und der letzten veröffentlichten EP der Band "For the Glory of the Knights of the Temple".


Darbietungen:
1-01. An Invocation to Those Who Have Risen
1-02. Wampyric Metamorphosis
1-03. Κερασφόρος σελήνη
1-04. Crossing the 9th Gate to the Kingdom of Shadows
1-05. Δράκων ό μέγας
1-06. The Breaking of the 7th Seal
1-07. Lethe
2-01. ...Ancient Visitors From Ur... And The Holocaust Of Renegades
2-02. The Mystery Of Unholy Flesh
2-03. Beyond The Forest Of Infernal Devastation
2-04. Battles From Beyond
2-05. An Ode To Thee Ancient Great Goddess
2-06. And Cosmos From Ashes To Dust...
2-07. From the Ashes I Have Risen
2-08. For the Glory of the Knights of the Temple, pt. I "The March"
2-09. For the Glory of the Knights of the Temple, pt. II "The Fall"

Laufzeit: ca. 97 Minuten


Fazit zu STUTTHOF im Allgemeinen:
Gut, man mag nun von dem Kult halten und den Anfängen halten, was man mag. Dass die Musik der Band einmal im politisch rechten Milieu anzusiedeln war, ist deutlich erkennbar und sollte wohl auch niemanden wirklich überraschen, der sich einmal mit der Geschichte von ACHERONTAS beschäftigt hat. Auch die diversen Splits mit eindeutigen Bands und auch die Tatsache, dass sie ihre Musik auch weiterhin über Label wie W.T.C. veröffentlichen, stellt wohl ein No-Go für viele dar. Doch allein auf die Thematik und die Musik reduziert, boten STUTTHOF spätestens mit dem Erscheinen ihres zweiten Albums "And Cosmos from Ashes to Dust" etwas sehr Spezielles, was fernab irgendwelcher irdischen Geschicke zu sehen war/ist. Ihr zweites Album war sowohl ihr Opus magnum als auch gleichzeitig ihr letztes. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er bereit ist, die Leute mit einem Kauf zu unterstützen, aber wenn man mich fragt, gehört gerade ihr zweites Album in jede ernst zunehmende Sammlung!

Hellas Black Metal at its best!

Donnerstag, 14. Juli 2016

Preview/Review: Desgraça Eterna - XIII (CD, Wolfmond Production - 2016)

Bei DESGRAÇA ETERNA handelt es sich um eine im Jahr 2001 gegründete Band aus Brasilien, die sich dann jedoch acht Jahre später auflöste und sich schließlich 2013 re-formierte. Drei Jahre später folgt nun also nach gerade einmal zwei Demos die erste EP. Was es taugt, lest ihr nun...









Gut, es ist ja nun kein großes Geheimnis, was ich so ganz allgemein von süd-amerikanischem und im Besonderen von brasilianischem Black Metal halte. Diese Breitengrade bringe ich persönlich immer noch eher mit Thrash Metal in Verbindung und so klingt der meiste Black Metal auch eher super schnell und daher doch schon automatisch etwas nach Thrash. Allerdings haben in letzter Zeit ja auch ein paar Horden aus Brasilien wie SPELL FOREST ("Candelarum", eine Review findet sich hier) oder VOBISCUM INFERNI ("For The Greatness Of His Kingdom...", die Review lässt sich hier finden) mit ihren aktuellen Werken gezeigt, dass es auch anders geht und selbst dort sehr atmosphärischer Schwarzmetall her kommen kann. Was mich zu dem hier vorliegenden Machwerk bringt. Mit dem verhält es sich nämlich gar nicht so einfach: oberflächlich und 'auf die Schnelle' betrachtet, könnte man zu der Meinung kommen, dass es sich hier um eines genau dieser typischen Brasilien-Werke handelt, die ich mal so absolut nicht ausstehen kann. Chaotisch, wild, schnell, irgendwie belanglos. Bei genauerer Betrachtung fallen dann aber doch ein paar Feinheiten und gute Melodien auf, die das Ganze dann doch noch irgendwie erträglich machen. So kann die Scheibe bei mir immerhin ein paar Sympathie-Punkte einfahren.

Fazit:
In Verbindung mit dem ursprünglichen Sound, der der Band anheim ist, und den paar Details, die hier Verwendung finden, entsteht hier ein Mini-Album, welches sich deutlich im Durchschnitt befindet, aber immerhin kein Totalausfall geworden ist. Ich werde sie wohl nie los, diese Vorurteile... aber wie sollte ich auch, wenn sich immer wieder Bands finden lassen, die sie bestätigen?! Wolfmond Production veröffentlicht die CD demnächst in einer Auflage von 50 Stück.

Hörbarer Brasilien-Black Metal, der jedoch nur wenige Überraschungen in sich birgt - hier ist auf jeden Fall noch jede Menge Platz nach oben. Wird aber definitiv keinen Platz in meiner Sammlung finden...


Darbietungen:
01. Iniciado na Desgraça Eterna
02. XIII
03. Cólera Bestial Assassina
04. O Arauto da morte

Laufzeit: ca. 14 Minuten

Preview/Review: Dark Armageddon - Frozen Throne (CD, Wolfmond Production - 2016)

Die drei-köpfige Horde DARK ARMAGEDDON aus Thüringen existiert seit 1994, nahm satte drei Jahre später ihre erste Demo auf, reichte dann 1999 ihr Debüt-Werk "Unerreicht von Gottes Licht" nach und spielte sich schon damals einen Namen in der nationalen Untergrund-Szene. Es folgte zwei Jahre später das zweite Album und noch einmal weitere fünf Jahre später eine Split mit THY MAJESTY aus Köln ("German Black Metal Art"). 2013 erschien dann "Flammenmeer", das letzte Album der Formation, was noch einmal alles bis dahin dagewesene in den Schatten stellte. Nun möchte man es mit "Frozen Throne" noch abermals wissen. Worauf die Gemeinschaft sich künftig freuen kann, lest ihr nun...


Gut, viele Informationen existieren zu dem künftigen Werk der Band noch nicht. Selbst ich als Rezensent musste mich mit einem vorläufigen Flyer zufrieden geben - das vorliegende Cover ist also erst noch vorläufig und kann sich noch durchaus ändern. Sollte dies der Fall sein, werde ich das finale Cover natürlich bei Zeiten nachliefern.

Nun, ehrlich gesagt konnte ich mit der Musik von DARK ARMAGEDDON jetzt noch nie so wirklich eins werden, wobei das Debüt durchaus seine Momente hatte und mir das durch Immortal Blood veröffentlichte "Flammenmeer" recht gut gefiel - allerdings nicht als Gesamtwerk, sondern eher einzelne Beiträge. Die Horde scheint sich gerade in diesem Punkt aber mehr als weiterentwickelt zu haben. Hört man sich die insgesamt acht Lieder von "Frozen Throne" an, so wird einem hier ein in sich stimmiges Machwerk Schwarzmetall geboten, welches sich sehr melodisch und daher auch sehr episch gibt. Das liegt aber nicht so sehr an den Längen der einzelnen Songs, die liegen eigentlich eher im Rahmen (alle um die vier bis sieben Minuten), sondern eher an der Präsentation an sich. Reichlich Keyboard-Einsatz, samt Samples, Chören usw. Auch akustische Momente gibt es zu vernehmen. Thematisch beschäftigt sich das Album lose mit den Werken von Tolkien (da mir keine Texte vorliegen, kann ich da natürlich jetzt nicht näher drauf eingehen), vor allem nimmt das Album Bezug auf Schlachten wie den "Ringkrieg" oder "Battle of the Five Armies". Interessant, dass sich eine Band noch mit dieser Thematik auseinandersetzt, liegt es doch gar nicht mehr im Trend... sind hier also wahre Anhänger der Werke Tolkiens am Werk? Andererseits ist das natürlich auch ein erfrischender Gegenpol zum aktuellen Trend der ganzen okkulten und orthodoxen Schwarzmetall-Gruppierungen, die momentan wie Pilze aus der Erde schießen - und meist nach ein oder zwei Alben auch wieder in der Versenkung verschwinden, wie noch vor ein paar Jahren diese ganzen nichts-bedeutenden DSBM-Bands, von denen sich mittlerweile ja auch die Spreu vom Weizen getrennt hat. Aber zurück zu "Frozen Throne"... musikalisch klingt das ganze wie gesagt sehr melodisch, was mich an ältere Schweden denken lässt - aber andererseits haben DARK ARMAGEDDON auch diesen typischen deutschen Sound in ihrer Musik. Den keifenden Schreigesang kann ich nur als gelungen bezeichnen, fügt er sich doch nahtlos in das übrige Geschehen ein.

Fazit:
Ganz klar das beste Album der Horde aus Deutschland bisher. "Frozen Throne" macht so gut wie alles richtig, was ich auf der "Flammenmeer" eher noch bemängelt hätte. Das Ganze wirkt hier eher wie ein durchgehendes Konzept-Album, wobei es sich hier jedoch um kein klassisches Konzept-Album zu handeln schein, sondern um ein Werk, welches eine durchgehende Thematik immer wieder mal aufgreift, zwischendurch aber auch andere Dinge behandelt. Die CD wird demnächst bei Wolfmond Production in einem limitierten A5-Digi veröffentlicht werden. Ein gelegentlicher Blick auf die Seite lohnt also!

Bestes Album der deutschen Schwarzmetall-Horde bis dato. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Ringkrieg
02. Path Of Darkness
03. The Last Battle
04. Frozen Throne
05. Battle Of The Five Armies
06. Beyond The Dark Portal
07. Azanulbizar
08. The Day When Smaug Arrived

Laufzeit: ca. 39 Minuten

Sonntag, 10. Juli 2016

Review: Weltfremd - Zwei (Digitales Album - 2016)

WELTFREMD nennt sich ein Projekt aus Eisenach in Thüringen, welches aus zwei Leuten besteht. "Zwei" stellt nun, wie der Name schon verraten lässt, das zweite Werk neben dem 2014 veröffentlichten "Eins" dar. Genau wie das Debüt enthält es zwei (überlange) Lieder in einem erfrischend post-modernen Stil, der nicht nur interessant klingt, sondern auch viele Emotionen bietet...







So begehren die beiden Protagonisten von WELTFREMD mit einem rasanten Mix aus atmosphärischem Doom, etwas Drone und Post-Black Metal auf. So klingt das Ganze insgesamt genauso wie man sich das vorstellt: depressiv, manisch, gleichzeitig auch trist und melancholisch tiefsinnig. Musikalisch lassen sich evtl. Vergleiche mit dem Österreicher KARG, den Deutschen FÄULNIS oder auch HERETOIR anstellen. Die Musik weist ergo mehrere Facetten auf und fängt unterschiedlichste Stimmungen ein. Es gibt akustische Momente mit A cappella als auch mitreißende Post-Black Metal-Einschübe, die einen unweigerlich in einen Strudel aus Depression, Angst und Schmerz zieht. Dominierend ist jedoch der Doom/Drone, der gerade in den ausschweifenden instrumentalen Passagen zum tragen kommt. Auch gelegentliche Streicher lassen sich ausmachen, was dem ganzen beinahe eine Atmosphäre ála EMPYRIUM verleiht. Die beiden Lieder gehen im übrigen direkt in einander über, was das Gesamtwerk nochmals etwas stimmiger erscheinen lässt.

Fazit:
Ein interessantes, weil einfach anderes Werk. Experimentell eher weniger, da es ja inzwischen doch einige paar mehr Bands gibt, die diesen modernen Mix zelebrieren. Das hat im Ganzen vielleicht nicht gerade mehr viel bis gar nichts mehr mit Black Metal zu tun, trotzdem sollten Leute, die ihren Geist auch vor solchen genre-fremden Einflüssen nicht verschließen, auf jeden Fall einmal beide Ohren riskieren. Genau so wie Menschen, die sich gerne auf eine emotionale und musikalische Reise begeben. Das Werk gibt es, im übrigen genau wie das erste auch, zum herunterladen auf der Bandcamp-Seite des Duos, mit Pay-What-You-Want-Funktion. Nach wie vor bin ich persönlich ja nicht bereit, für digitale Aufnahmen zu zahlen - sollten die beiden EP aber mal auf ein physisches Format gebannt werden, bin ich auf jeden Fall dabei.

Gelungener Mix aus atmosphärischem Doom und Post-Black Metal. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Blut und Wasser
02. In Vergessenheit

Laufzeit: ca. 22 Minuten

Review: Impure Ziggurat - Raping the Quantum Womb of the Macrocosm (MC, Magister Dixit - 2015)

Aus Frankreich stammt die Horde IMPURE ZIGGURAT. Gegründet im Jahr 2012 und bestehend aus vier Mannen, legte man im letzten Jahr endlich sein erstes Werk in Form dieser Demo-Kassette vor und wird im September diesen Jahres eine neue EP vorlegen. Grund genug also, sich mal eingehender mit dem Erst-Werk der Franzosen auseinanderzusetzen...









Geboten werden dem geneigten Hörer vier Lieder, wovon der erstes lediglich als kleines Intro mit Samples dient. Die gesamte Spielzeit beläuft sich dabei dann auch nur auf knapp etwas über 12 Minuten. Das reicht aber auch, um das zum Ausdruck zu bringen, um was es der Band hier geht. Die Horde zelebriert nämlich ziemlich gradlinigen Black/Death Metal, der eine nicht zu leugnende spirituelle Ader besitzt. So weisen die vier dargebotenen Lieder eine durchgehend düstere und rituelle Atmosphäre, die auch ruhig schon einmal in Chaos, Tod und Leid versinken darf. Natürlich dürfen hier auch die sägenden Gitarrensoli innerhalb der Songs nicht fehlen, aber IMPURE ZIGGURAT haben noch weitaus mehr zu bieten: sie spielen mit dem Tempo, bauen öfters einmal Wechsel mit ein, um hier und da ein wenig das kontinuierliche Uptempo aufzulockern, auch stimmig eingesetzte Samples lassen sich ausmachen. Ansonsten lassen sich die typischen Zutaten dieses Stil feststellen: ein mehr gegrunzter und gröllender tiefer Gesang, schnelles Gitarrenspiel, brachiales, aber sauberes Schlagzeug.

Fazit:
Alles in allem ist "Raping the Quantum Womb of the Macrocosm" ein solides Werk der Schwarzmetall/Todesblei-Mixtur geworden. Den einen wird es wohl doch wieder etwas zu uninspiriert daherkommen, doch man muss auch irgendwie ein Gespür für dieses spezielle Sub-Genre haben, welches ich hier mal als Anti-Cosmic Death Worshipping Goat Metal umschreiben möchte. Es gibt wirklich Bands im Underground, die einen immer wieder überraschen im Black/Death, und IMPURE ZIGGURAT beweisen mit ihrer Demo, dass sie auf jeden Fall das Potential besitzen, es mit bekannteren Kombos aufzunehmen. Die Kassette ist übrigens inzwischen komplett ausverkauft, aber wie gesagt, wird in naher Zukunft eine EP folgen. Noch eine kleine Randnotiz zum Abschluss: bei dem Sänger handelt es sich um den gleichen wie bei NECROBLOOD, die den meisten vielleicht mehr etwas sagen werden.

Goat Worshipping Black Metal of Death - nothing left to say!


Darbietungen:
01. Kālo'smi lokakṣayakṛt pravṛddho
02. Uranium clouds in antediluvian skies
03. Earth convulsion - Macrocosm abortion
04. Zeta Orionis Conspiracy

Laufzeit: ca. 12 Minuten

Review: Behewrath - Grim Echoes of the North (Digitales Album - 2016)

Bei BEHEWRATH handelt es sich um ein relativ junges Solo-Projekt des Individuums Helvete aus Tschechien. Logo, Cover und Titel sprechen bereits eine deutliche Sprache, und so dürfte es auch keinen weiter verwundern, dass hier reiner Underground Black Metal geboten wird. Was die Demo kann, dazu gibt es nun folgende Eindrücke...








Erst einmal zum Wesentlichen: es handelt sich hier um die erste Demo-Veröffentlichung des Projekts, welches neben einer digitalen Version auch noch eine gepresste CD-Version spendiert kriegen wird. Die Demo enthält vier Titel und hat gut 23 Minuten Spielzeit. Zelebriert wird hier ein ursprünglicher, satanisch inspirierter Schwarzmetall, der ohne irgend einen Schnickschnack daher kommt und ziemlich minimalistisch gehalten ist. Dafür aber doch schon mal eine recht ordentliche Atmosphäre aufzubauen weiß. Die Intention des Protagonisten war es hier auch eindeutig, dem alten Black Metal der ausgehenden 80er und frühen 90er Jahre Tribut zu zollen. MAYHEM, BURZUM, BATHORY, MORBID... TORMENTOR bishin zu JUDAS ISCARIOT oder MOONBLOOD dürften hier wohl Pate gestanden haben - aber es ist wohl vorwiegend der finstere nordische Flair, der auf "Grim Echoes of the North" abgefärbt haben dürfte: sagt ja allein schon der Titel. So enthält die Demo auch nahezu alles, was ein Werk dieser Ära ausmacht. Die Musik hält sich dabei überwiegend im majestätischen Midtempo auf und versprüht eigentlich kontinuierlich eine Stimmung zwischen morbider Schwärze, satanischer Erhabenheit und boshafter Aggressivität.

Fazit:
Insgesamt betrachtet ist "Grim Echoes of the North" gar kein schlechtes erstes Demo. Allerdings jetzt auch nichts wirklich Hervorstechendes und erst recht nichts Neues. Das möchte es aber auch gar nicht sein, was ja schon an der Intention des Mannen Helvete klar abzusehen sein sollte. Wer hier also Innovation erwartet, wird mit BEHEWRATH sicherlich nicht glücklich werden. Wer allerdings mal wieder richtig Bock auf rauen Old-School-Shit hat und seine alten Platten nicht hervorkramen möchte, der wird hier gut bedient. Über die Visagenheft-Seite der Band gibt es einen Verweis zum kostenlosen Download der Demo, sowie eine Kontaktadresse, an die man sich zwecks einer CD-Bestellung wenden kann (die CD wird Ende des Monats herauskommen, auf 25 Exemplare limitiert sein und mit Blut signiert).

Recht solider Old-School-Flick, mehr aber auch nicht. Um allerdings auf Dauer überzeugen zu können, müsste die Band noch ein Quäntchen mehr Eigenständigkeit an den Tag legen.


Darbietungen:
01. Grim Echoes of the North
02. Eternal Blackpath
03. Towards the Valley of Nothingness
04. Caught by Mighty Shadows

Laufzeit: ca. 23 Minuten

Donnerstag, 7. Juli 2016

Review: Kill - Great Death (CD, Amor Fati Productions - 2016)

"Great Death" ist das mittlerweile fünfte Studio-Album der schwedischen Kriegsmaschine KILL, die ihren kompromisslos gradlinigen Black Metal mit reichlich Death und Thrash Metal garnieren. Was das seit ein paar Tage erhältliche Nachfolge-Werk von "Burning Blood" aus dem Jahr 2012 kann, erfahrt ihr in folgenden Zeilen...








Bis auf das Banner, unter dem man nun reitet - nämlich dem von Amor Fati - hat sich eigentlich nicht sonderlich viel geändert. Das Trio KILL steht nach wie vor für das absolut Böse und pures Chaos, welches den Hörer unweigerlich mehr und mehr in einen schwarzen Strudel des Wahnsinns und der Tristesse zieht. Die Lieder sind zuhauf im Midtempo angesiedelt, legen aber auch gern mal einen Zahn zu. So entstehen wahre Hymnen an Tod und Verderben, Misanthropie und die Negativität. Die Scheibe könnte auch genauso gut "...for all the evil in men" heißen. Hier wird Aggression und Hass nicht nur gepredigt, hier wird es zelebriert und gelebt! Man höre sich nur einmal Lieder wie "Wreath of Triumph" an oder das sehr atmosphärische "Totentanz", welches durch das Spiel rituellen Instrumenten eine ganz eigene Stimmung erzeugt, die sich auch von den anderen, eher durchweg brachialen Darbietungen etwas hervorhebt. Der Titel-Song ist aber wieder in einem erhabenen und hymnischen Midtempo gehalten, und ist durchzogen von kranken Details, wie den eingestreuten Gitarrensoli und dem wahnhaften Schlagzeug-Spiel. Mit "Desolate Kingdom" wird dann noch einmal kurz vor Schluss alles zerbombt und dem Erdboden gleich gemacht, bis man diesem sterbenden Planeten mit "Wormwood Descends" endgültig den Todesstoß versetzt und nur noch Blut, Knochen, Staub, Asche und verbrannte Erde zurücklässt.

Fazit:
Zur Hölle... was für eine Zelebrierung! "Great Death", der Titel ist Programm und sagt eigentlich schon alles über das Album aus: eine einzige Tributzollung an die Negativität allen Seins, an den Tod und der Abscheu vor dem Leben. Nein, wer hier auch nur einen kleinen Schimmer Hoffnung für sich oder die Menschheit erwartet, ist hier definitiv am verkehrten Ort und wird sich wohl in letzter Konsequenz eine Kugel durch's Hirn jagen, sollte er sich hierher verirren. Bestellungen gehen an Amor Fati Productions, die CD gibt es dort für äußerst faire 10,- Euronnen.

KILL haben hier nicht nur einfach Musik geschaffen... "Great Death" ist ein wahres Monster! Krank, irgendwie pervers und durch und durch wahnsinnig. Kaufen!!!


Darbietungen:
01. Doom Oath
02. Totentanz
03. Wreath of Triumph
04. Conflagration
05. Fires of Famine
06. Great Death
07. Desolate Kingdom
08. Wormwood Descends

Laufzeit: ca. 49 Minuten

Review: Adversum - In The Sign Of Satan (CD, Inferna Profundus Records - 2016)

ADVERSUM sind ein relativ junges Duo aus Deutschland. Dabei handelt es sich hier jedoch um keine allzu Unbekannten: das Schlagwerk übernimmt M.D.B., der ehemals auch für PESTNEBEL und FIEND trommelte, während Sänger und Multi-Instrumentalist S. noch nicht bekanntlich in Erscheinung trat. Ob das Debüt der beiden Mannen mit dem etwas plakativen Namen "In The Sign Of Satan" auch das hält, was es verspricht, lest ihr im folgenden...






Das Cover kommt schon einmal sehr mystisch und okkult daher. Schwarze Magie in kalten, doch lebendigen Farben. Das Logo ist in einem sehr dunklen Rot gehalten und mit Schlagen verziert. Die anspruchsvolle Gestaltung macht da also direkt deutlich, um was es geht und birgt auch ein Gefühl der Neugier. Also nix wie rein damit in den Player. Als Session-Musiker agiert übrigens noch ein weiteres Mitglied namens R., welches für die Synths verantwortlich zeichnet, die hier auch in großzügigem Maße zum Einsatz kommen - was mitnichten negativ aufzufassen ist! Musikalisch bewegt man sich auf einem sehr hohen Niveau, man versteht es nicht nur, seine Instrumente perfekt zu beherrschen, sondern hat auch ein Gespür dafür, Stimmungen zu erzeugen, Atmosphären nicht nur aufzubauen, sondern auch wirklich auszureizen und Emotionen beim Hörer zu provozieren. Das erinnert an einige Kombos aus dem Dunstkreis der schwedischen Schmiede Ancient Records oder Mysticism (ist ja irgendwie dasselbe). Aber auch andere aktuelle Truppen kommen einem da in den Sinn, doch können ADVERSUM sich erfreulich deutlich von dem Gros sich immer gleich anhörender Bands heutzutage (wenn auch auf spielerisch gleich hohem Niveau) abheben. Zelebriert werden die sechs Rituale vorwiegend im erhabenen Midtempo, was dem Ganzen beinahe schon einen hymnisch-epischen Anstrich verpasst - man höre sich nur einmal den Song "Raining Salvation" an, der zum letzten Drittel hin sogar noch ein paar Streicher-Samples enthält und sich mit einem wahren Knall verabschiedet. Die Band sträubt sich aber nicht davor, auch mal einen schnellere Gangart zu zelebrieren oder auch mal doomig langsam daherkommen, und so in Verbindung mit den Synths für eine wirklich düstere und rituelle Atmosphäre sorgen, wie im Lied "Until Death We Sing Thy Name". Das letzte Stück stellt reinen Dark Ambient dar, der aber mal nicht nur einfach lustlos daher plänkelt, sondern eine wirklich bedrohliche Atmosphäre erzeugt, dafür sorgen auch die eingestreuten dämonischen Stimmen.

Fazit:
Nachdem mich ja schon so manche Band dieses Jahr überzeugen konnte, reiht sich ADVERSUM nun mit in diesen Reigen ein. "In The Sign Of Satan" ist ein Satanic Black Metal Album durch und durch. Voller Stimmungen, Eindrücke und Mystik wird hier ein äußerst eindringlicher Schwarzmetall zum besten gegeben, der an Kraft und Energie seinesgleichen sucht. Die CD für 10,- Euronnen ist in geringer Stückzahl noch direkt über die Band erhältlich (http://adversum.bandcamp.com/releases), auf dem Bandcamp-Profil kann man sich das Album auch in digitaler Form herunterladen, und zwar kostenlos. Alternativ kann man sich zwecks einer Bestellung auch an das Label Inferna Profundis Records mit Sitz in Litauen wenden, die die CD ebenfalls für 10,- Euronnen in ihrem Shop anbieten.

Satanischer Schwarzmetall in nahezu perfekter Vollendung. Großartiges Werk!


Darbietungen:
01. Open The Flesh
02. Left Hand Theosis
03. Force Of Faith and Fire
04. Raining Salvation
05. Until Death We Sing Thy Name
06. Incipit Khaos

Laufzeit: ca. 34 Minuten

Samstag, 2. Juli 2016

Review: Darlament Norvadian - Days of Suicide (CD, Wolfmond Production - 2016)

Aus El Savador stammt dieses Trio. DARLAMENT NORVADIAN haben sich dem depressiven Black Metal verschworen, klingen dabei aber erhebend ruppig und ursprünglich und absolut nicht nach emohaften Rumgeheule.









Glocken, dann ertönen gemächliche, aber doch irgendwie fies klingende Gitarren, das Schlagzeug hält sich erst dezent zurück, entfacht dann aber einen regelrechten Sturm, bis der Gesang einsetzt. Der Gesang präsentiert sich als ziemlich misanthropisch, klingt einerseits depressiv und melancholisch, dann aber doch voll Verachtung. Im Zusammenspiel mit den Instrumenten, welche immer wieder zwischen Mid-, Slow- und Uptempo wechseln, entsteht eine recht emotionsgeladene Atmosphäre, die so ein wenig etwas vom Flair alter Demo-Aufnahmen von NARGAROTH hat, was im zweiten Lied "Day II" noch ein wenig mehr zum tragen kommt. Aber auch sonst entdeckt man einige Parallelen zu den eher melancholischen Werken des Deutschen wie "Rasluka Part I & II" oder "Geliebte des Regens". Direkter Suicide Black Metal im Stil der mysteriösen DEMISE etwa kommt hier dagegen eher weniger zum Ausdruck - würde allerdings auch nicht  zu der Grundstimmung dieses Werkes passen.

Fazit:
"Days of Suicide" stellt zwar mitnichten ein Über-Werk dar, das versucht diese EP aber auch gar nicht zu sein. Vielmehr ist es ein solider Vertreter der Sparte des Melancholic / Depressive Black Metal-Undergrounds. Die stimmige Atmosphäre, die man hier schafft entschädigt dabei auch für so manche instrumentale Schwächen - Minimalismus wird hier definitiv groß geschrieben. Wer sich also darauf einlassen kann, wird von der CD sicher nicht enttäuscht werden, auch wenn das Werk sicherlich eine Weile braucht, um seine Stärken vollends auszuspielen und dem geneigten Hörer zugänglich zu machen. Ich hoffe, dass sich das Label auch einer CD-Veröffentlichung des aktuellen Albums annehmen wird, welches im April auf Kassette erschien (Label: Worship Tapes). Diese CD-EP erscheint aber auf jeden Fall in absehbarer Zeit und kann über Wolfmond Production geordert werden. Ich denke, für 6,- Euronnen ist man hier dabei.

Kleinere Schwächen in der Darbietung werden hier durch eine authentische und stimmige melancholische Atmosphäre mehr als wettgemacht. Hörenswert!


Darbietungen:
01. Day I
02. Day II
03. Day III
04. Day IV

Laufzeit: ca. 24 Minuten

Review: Insane Vesper - Layil (CD, Art of Propaganda - 2016)

Endlich... nach ihrem furiosen Debüt-Album "Abomination of Death" aus dem Jahr 2011 melden sich die Franzosen INSANE VESPER endlich lautstark zurück. "Layil" ("Nacht") ist dann auch genau das Album geworden, was man nach dem Vorgänger erwarten durfte.









Das Cover hat ja schon was... in diesem wunderbaren Retro-Stil, der ja momentan auch wieder schwer angesagt ist - sei es jetzt im Stoner Rock/Metal oder im Doom oder Black Metal. Wer etwas auf sich hält, druckt seine Logos im psychedelischen Stil mit 60er/70er Tribut-Schriftarten und mit morbiden, blasphemischen, aber immer surrealen und psychedelischen Motiven, die in Tönen wie Grau, Schwarz oder Beige oder alle zusammen, gehalten sind. Musikalisch wird man auch sehr gut bedient: das Debüt war noch in klarer Anlehnung an Bands wie DEATHSPELL OMEGA, doch was hier geboten wird, geht weit darüber hinaus. Zu allererst wird hier die Atmosphäre sehr groß geschrieben. Schiere Metzeleien findet man hier also eher weniger, dafür immer wieder Songs, die einen okkulten und mystischen Charakter aufweisen und sehr facettenreich zelebriert werden. Der Schwerpunkt liegt dabei klar im Midtempo, es darf aber auch ruhig mal etwas langsamer von Statten gehen ("Scorned Ascension") oder auch mal eine schnellere Gangart aufgefahren werden ("Seed of Inanna"), um bestimmte Stimmungen gesondert hervorzuheben. Dass die Mannen ihre Instrumente beherrschen zeigt sich dann auch nicht zuletzt in den immer mal wieder eingestreuten Solo-Momenten ("Of Serpent's Embrace"). Auch der Gesang ist sehr variabel: neben dem eher typischen heiseren Schreigesang, gibt es auch immer mal wieder rituelle Chöre zu hören.

Fazit:
Ein mehr als würdiger Nachfolger zu "Abomination of Death". In allen Belangen kann die Truppe hier überzeugen, es wird nie wirklich langweilig. Die Produktion geht auch in Ordnung, sie ist zwar sauber und klar, weist aber doch noch einen gewissen dreckig-rotzigen Grundton auf. Das ist einfach stimmig und hebt INSANE VESPER deutlich von vergleichbaren aktuellen Bands ab. Die CD kommt im Digipak mit 12-seitigem Beiheft und kann am besten gleich über den Online-Shop der deutschen Schmiede Art of Propaganda für 12,- Euronnen bestellt werden.

Grandioses zweites Werk der Formation. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Blood of The Moon
02. Of Serpent's Embrace
03. Seed of Inanna
04. Scorned Ascension
05. Sink The Ark of Knowledge
06. The Circle

Laufzeit: ca. 42 Minuten

Review: Lendas Ocultas - Orgen Eugnas (CD, Wolfmond Production)

Bei LENDAS OCULTAS handelt es sich um eine mehrköpfige Kapelle aus Brasilien. Gerade jüngere Veröffentlichungen und Entdeckungen wie VOBISCUM INFERNI oder die letzte SPELL FOREST EP haben ja gezeigt, dass Black Metal aus Brasilien auch anders kann, als dumpf drauf los zu ballern. Ob es sich bei der ersten Demo-EP "Orgen Eugnas" der jungen Band genauso verhält, lest ihr nun...







Zunächst einmal knallharte Fakten: die CD enthält fünf Lieder, inklusive eines Intros. Die CD haust in einem Jewelcase und beinhaltet dazu noch ein 6-seitiges Beiheft (ausklappbar, nicht getackert). Nach dem atmosphärischen, aber nicht unbedingt besonderen, Intro folgt auch gleich der erste  reguläre Song "Reino de Sombras", welcher auch gleich in die Vollen geht. Ein wirklich fieser Underground-Schwarzmetall, der einem hier entgegen stürmt. Scheiß doch was auf eine gute und saubere Produktion - das hier ist einfach nur vertonter Hass ohne viel Schnickschnack. Dabei stellen LENDAS OCULTAS bereits hier ganz klar, dass sie mehr können, als einfach nur gnadenlos alles niederzumähen: gezielt platzierte Tempowechsel, Breaks und Stimmungswechsel im Gesang, der von gekeiftem, Hass getriebenen Wahnsinn, bis hin zu einem eher etwas beschwörenderem heiseren Schreigesang. Der nächste Song geht in eine ganz andere Richtung, während "Rituais Demoniacos" eher mehr im Midtempo beheimatet ist, aber auch immer mal wieder einen Gang zulegt. Mit dem Titel-gebenden Stück wird zum Abschluß dann doch noch einmal ordentlich gemetzelt, bevor das Ganze mit einem Outro-Part beendet wird. Insgesamt ist die Musik zwar recht ordentlich vom Ansatz her, jedenfalls für eine Underground-Produktion, schwächelt aber in der Darbietung doch noch ziemlich, auch habe ich so meine Zweifel, ob hier das Schlagzeug so 100%-ig überall live eingespielt wurde, da es stellenweise doch recht markant nach Computer-Programmierung klingt.

Fazit:
LENDAS OCULTAS zelebrieren Underground Black Metal für Überzeugungstäter, nicht mehr und nicht weniger. Sieht man von der extrem rauen Produktion ab und ist gewillt, sich auf dieses Wagnis einzulassen, erwartet einen in seiner Gesamtheit überraschend interessantes Werk, was aber definitiv seine Schwächen hat. Immerhin: besser als vieles andere, was ich bisher aus Brasilien zu hören bekommen habe - ob das Werk aber einen dauerhaften Platz in meiner Sammlung einnehmen würde, wage ich mal stark zu bezweifeln. Interessenten mögen sich bitte an Wolfmond Production wenden, die CD gibt's dort für 6,- Euronnen.

Interessant, gerade für brasilianische Underground-Verhätlnisse, aber irgendwie doch bloß Durchschnitt.


Darbietungen:
01. Sangue de Moloch (Intro)
02. Reino de Sombras
03. Não Existe Idolatria Cristã
04. Rituais Demoniacos
05. Orgen Eugnas

Laufzeit: ca. 22 Minuten