Donnerstag, 30. Juni 2016

Preview: Devilgroth & Desolated Souls - Drevobog Split (CD, Wolfmond Production - 2016)

Das Split-Album zwischen den Russen DEVILGROTH und DESOLATED SOULS aus Venezuela kam bereits zweimal auf CD heraus. Einmal von Depressive Illusions aus der Ukraine (limitiert auf 66 Stück) und dann von Silentium in Foresta aus Mexiko (limitiert auf 25). Nun folgt bald eine erneute Auswertung des Gemeinschaftstonträger unter dem Banner der deutschen Schmiede Wolfmond, die das Teil in einer A5-Digi-Hülle veröffentlichen werden. Ob die Mühe etwas taugt, lest ihr nun...







Man mag zwar von dem ganzen jetzt halten, was man mag: Tatsache ist aber, dass es auf Grund der doch sehr geringen Auflagen ziemlich unwahrscheinlich ist, dass dieses Werk sonderlich viel Beachtung im west-europäischen Raum fand. Dies soll nun wohl mit der erneuten Veröffentlichung geändert werden. Nun, verdient hat es "Drevobog" auf jeden Fall. Doch beginnen wir am Anfang, an dem DEVILGROTH aus Russland stehen. Das Duo zelebriert die ersten drei musikalischen Rituale und bieten hier einen rauen, aber nicht unbedingt uninspirierten Schwarzmetall, der vor allem im Gitarren- aber auch im Schlagzeug-Spiel einige nette Ideen und Details bietet und den Hörer permanent bei der Stange hält, indem das Niveau konstant gehalten wird und das Geschehen nicht zur Langeweile verkommt. Die Tatsache, dass es sich hier um ein Duo handelt, lässt natürlich Assoziationen mit Bands wie INQUISITION oder MORRIGAN zu, die jedoch nur sporadisch ausfallen. DESOLATED SOULS besteht aus drei Leuten, wobei ihnen ein wirklicher Schlagzeuger fehlt - die Drums sind daher leider nur aus der Konserve, was man teilweise auch hört. Musikalisch bewegen sie sich eher auf dem Pfad des Depressive Black Metal, der aber auch mal schnell vorgetragen werden darf. Der Gesang ist allerdings über jeden Zweifel erhaben, da gibt es nichts zu meckern. Mal böse und vor Hass keifend, dann mal krank und kreischend. Das hat was.

Fazit:
DEVILGROTH können hier mit ihrer finsteren und kalten Atmosphäre punkten, die auch einige Thrash-Gitarren, sowie ein paar Ambient-Einflüsse enthält. Sehr geiler Stoff. DESOLATED SOULS können da musikalisch leider nicht ganz mithalten und bleiben daher etwas auf der Strecke, verkommen durch einige solide Darbietungen jedoch nicht zur kompletten Null-Nummer. Muss man definitiv mögen. Die CD wird demnächst veröffentlicht werden, kommt wie gesagt im A5-Digi und wird auf 100 Exemplare limitiert sein. Einfach die Augen im Wolfmond-Shop offen halten.

Erster Teil solide, zweiter... naja. Muss letztlich jeder selber wissen, ob sich die Anschaffung für ihn lohnt, in meinen Augen rechtfertigen DEVILGROTH den aber allemal.


Darbietungen:
Devilgroth
01. Rage of Blizzard
02. Spirit of the Wood
03. Rivers
Desolated Souls
04. Lightnings in the Storm
05. Mirtwood
06. Cold Land

Laufzeit: ca. 39 Minuten

Review: Sheidim - Shrines of the Void (CD, Dark Descent Records - 2016)

Neues gibt es auch aus dem Hause Dark Descent zu vermelden. Die veröffentlichten dieser Tage das Debüt-Album der Spanier SHEIDIM, welchem lediglich eine EP aus dem letzten Jahr vorherging. "Shrines of the Void" hat eigentlich alles, was ein zeitgemäßes Black Metal-Album benötigt, was seinen Weg mit Sicherheit auch in den Einzelhandel finden wird.







Und die Leute, die jetzt schon wieder "Ausverkauf!" brüllen, denen kann ich es noch nicht einmal verdenken. Aber für nichts anderes ist das Label ja eigentlich auch bekannt, oder? Aber das gehört ja eigentlich jetzt auch nicht hier hin, eine Grundsatzdiskussion wäre ohnehin ziemlich sinnlos. Widme ich mich also dem vorliegenden Werk. Natürlich ist "Shrines of the Void" 1A produziert und klingt für ein Schwarzmetall-Album mit Death-Einschlag fast schon eine Spur zu sauber und fehlerfrei. Die druckvolle Mixtur hat aber auch den Vorteil, dass die ziemlich okkult wirkende Chaos-Atmosphäre, wenn man sie denn so nennen will, bestens hervorgehoben wird. Das hat so etwas von den absolut chaotischen und disharmonischen Sphären, in denen NIGHTBRINGER schweben. Gefällt mir einfach. Der Nachteil an der Sache ist aber sicherlich, dass sich eigentlich jedes x-beliebige Release, was nicht direkt aus dem Underground kommt, heutzutage so anhört. Alles eine Spur zu perfekt und zu sauber. Zahnlos? Würde ich nicht sagen, da solche Songs wie "Amrita" schon ordentlich Ärsche treten.

Fazit:
Qualitativ natürlich ein hochwertiges Album, was leider den Nachteil hat, dass es sich nicht sonderlich von anderen ähnlich klingenden Bands aus der heutigen Zeit (ich nenne hier jetzt nur einmal WATAIN und NIGHTBRINGER) unterscheidet. Trotzdem gelingt es der Band durchweg eine dichte und stimmige (okkulte) Atmosphäre zu erzeugen, was die Angelegenheit auf jeden Fall sehr hörenswert macht, vor allem die sägenden Gitarrensoli vermögen es, einen regelrecht in ihren Bann zu ziehen. Die CD wird man mit Sicherheit in jedem Laden zumindest bestellen können, der Tonträger führt. Als Tipp für Interessenten aus Deutschland sei hier mal das Portal Dodax.de genannt, bei denen man ab dem 15. Juli 2016 die Vinyl-Auflage des Albums ergattern kann.

Kann, aber definitiv kein Muss!


Darbietungen:
01. First Poison
02. Shrines of the Void
03. Deviant Kingdom
04. Sunken Nigredo
05. Amrita
06. Without Veins
07. Remnants

Laufzeit: ca. 36 Minuten

Review: Nýr Gata - Seraphim (CD, Narbentage Produktionen / Dominance of Darkness Records - 2015)

Aus dem Saarland stammt das Duo NÝR GATA, das sich aus den beiden Untergrund-Kriegern Sarghas (u.a. IMMORIOR, NORTHERN HATE und STARDUST) und Nordmann (ebenfalls in IMMORIOR und STARDUST aktiv) zusammensetzt. Zelebriert wird der Ankündigung nach Melodie-orientierter deutscher Schwarzmetall mit Todesblei. Gut, das kann im Prinzip ja viel bedeuten und ist daher wohl auch immer etwas skeptisch zu betrachten. Wie es um die Qualität dieses Werkes bestellt ist, lest ihr im folgenden...





Beginnen wir aber bei der Aufmachung der CD. Der Silberling haust in einem Jewelcase, professionell bedrucktes beidseitiges Inlay und ein hochwertiges 8-seitiges Beiheft, welches neben Illustrationen und einem Foto auch alle Texte enthält. Respekt dafür - findet man ja heutzutage eher selten, dass eine Underground-Band auch ihre Texte mit ins Beiheft packt. Was einen hier dann musikalisch erwartet, kann sich dann auch mit der Ankündigung eines atmosphärischen und melodischen Werkes messen lassen. Dabei entsteht der melodische Aspekt nicht wie bei so vielen Vertretern durch übermäßigen und fast schon symphonischen Keyboard-Einsatz, sondern ist der sehr spielfreudigen Instrumentalisierung geschuldet - gerade die Gitarren sind hier besonders hervorzuheben. Aber auch das Schlagzeug, welches einen Sturm nach dem anderen entfacht, sorgt für eine erhabene und geradezu hymnische Atmosphäre. Der Gesang ist facettenreich, scheint teils auch von beiden Beteiligten dargeboten zu sein - entweder das, oder im Studio wurde mehr als gut gearbeitet, denn die Wechsel zwischen kaltem Geschrei und tiefen Gröllen ist fließend. Dann und wann erklingt gar ein erhabener Klargesang, der auf Chor getrimmt ist, oder es wird dann doch mal mit Keyboards oder Samples gearbeitet. Das alles lässt die ganze Angelegenheit zu etwas Besonderem werden und verleiht ihm eine gewisse Eigenständigkeit, die das Album deutlich vom Einheitsbrei abhebt.

Fazit:
Ein mehr als interessantes Album, welches viele Facetten hat und wesentlich mehr bietet als den Underground-Black Metal-Durchschnitt. "Seraphim" traut sich einiges zu, schaut hier und da auch mal gerne über den Tellerrand engstirniger gesetzter Grenzen hinweg, ist dabei aber zeitgleich auch herrlich Old School-lastig und doch unverbraucht im Klangbild. Die Produktion lässt dabei kaum Wünsche offen und ist für eine Underground-Veröffentlichung mehr als gelungen. Interessenten wenden sich zwecks einer Bestellung vertrauensvoll an Narbentage Produktionen oder Dominance of Darkness, die das Album für jeweils 9,- Euronnen anbieten. Neben der normalen Jewelcase-Edition gibt es auch eine Sonderedition in einer Holzbox, welche neben der CD noch einen Button und einen Aufnäher enthält, welche auch noch im Angebot beider Labels zu ergattern ist (Limitierung liegt hier bei 36 Stück - schnell sein zahlt sich also aus, wenn man auf solche Sondereditionen steht).

Mächtiges Werk aus dem Saarland-Untergrund. Absolute Empfehlung!


Darbietungen:
01. Gefangen in der Ewigkeit
02. Hinab vom Lichte
03. Im Reich der Leere
04. Marter
05. Im Flammenregen
06. Cherubim
07. Acheron
08. In falscher Freiheit
09. Sohn des Hasses

Laufzeit: ca. 38 Minuten

Review: Shards of a lost World - Geisternebel (CD, Wolfmond Production - 2016)

Die neue EP nieder-sächsischen Ein-Mann-Band SHARDS OF LOST WORLD nennt sich schlicht "Geisternebel" und passt einmal mehr zum spirituellen Konzept des Alleinunterhalters Anxietas, der hier von Waldseel in einem Song am Gesang unterstützt wird.









Soweit zum Grundgerüst der CD. Die Aufmachung ist mal wieder ganz Wolfmond-like - Jewelcase, beidseitig bedrucktes Inlay, 4-seitiges Beiheft auf Fotopapier. Fein. Musikalisch wird es dann erst einmal recht obskur mit Xylophon am Anfang, dann geht es aber gleich über in einen recht düsteren Black Metal mit dieser typisch ruppigen Underground-Attitüde. "Mysterien der Nacht" stellt somit einen Song dar, der seinem Namen alle Ehre macht und der sich nicht hinter älteren Werken gefeierter Bands wie THROMOS verstecken muss. Darüber hinaus gibt es mit "Séance I - III" ganze drei kurze Zwischenspiele, die jeweils einem eigentlich Song folgen. "Was im Nebel verborgen liegt" beginnt recht gemächlich, unterlegt mit geisterhaften Samples, was dem Ganzen einen ähnlich mystischen Anstrich verleiht wie die letzte WRAITH OF THE ROPES-Single, die ja jetzt auch schon wieder einige Jahre zurückliegt. Leider passiert in dem Lied aber nicht mehr viel mehr, was das Ganze doch eher etwas untergehen lässt. "Die Gestalt" stellt besagtes Lied mit Waldseel am Gesang dar und stellt einen lupenreinen Underground Black Metal-Song dar, welcher zwar teils sehr ruppig präsentiert wird, aber nichtsdestotrotz eine dichte Atmosphäre besitzt - abermals möchte ich hier für Interessierte auf die Arbeiten von THROMOS verweisen. Nach dem letzten Teil der "Séance" erklingt dann das "Outro".

Fazit:
Ein stimmiges Werk, welches jedoch auch seine Schwächen hat. So hätte ich etwas den ersten "Séance"-Teil ganz an den Anfang gesetzt, um das doppelte Outro, was man hier nun quasi hat, zu vermeiden. Punktabzug gibt es auch für "Was im Nebel verborgen liegt", da hier eindeutig zu wenig geboten wird. Die restlichen zwei Lieder sind aber mehr als nur hörenswert und dank ihrer dichten Atmosphäre auf solidem Niveau. Die CD ist auf 100 Exemplare limitiert und direkt über Wolfmond Production erhältlich.

Zwiespältige Angelegenheit - in meinen Augen aber allein durch die beiden sehr guten Lieder einen Kauf wert!


Darbietungen:
01. Mysterien der Nacht
02. Séance I
03. Was im Nebel verborgen liegt
04. Séance II
05. Die Gestalt
06. Séance III
07. Outro

Laufzeit: ca. 20 Minuten

Review: Askvald - Geistesreisen durch Dämmertage (CD, Wolfmond Production - 2016)

Bei ASKVALD handelt es sich um ein noch relativ junges Solo-Projekt aus Dresden, welches aus dem Individuum Apocaleon besteht und um das Jahr 2013 ins Leben gerufen wurde. Ein Jahr später, 2014, machte man erstmals musikalisch auf sich aufmerksam in Form der digitalen Demo "Fernab des Weges". Gute zwei Jahre später erschien das das hier vorliegende Debüt-Album, welches im April zunächst ebenfalls in digitaler Form veröffentlicht wurde und im Mai dann eine Auswertung auf CD durch Wolfmond Production erfuhr.




Umschrieben wird der Stil der Ein-Mann-Band als atmosphärischer Black Metal mit Gothic-Einfluss. Das kann man grob auch so stehen lassen. Meines Erachtens finden hier aber noch wesentlich mehr Aspekte Verwendung: so wird mit Shoegaze ebenso gespielt wie mit gelegentlichen Einschüben von Post-Rock, was die Sache erfrischend anders klingen lässt und letztlich auch interessant macht. Daneben finden sich aber auch klare Underground Black Metal-Passagen, die typisch deutsch klingen. Die Produktion ist auch recht ordentlich ausgefallen für ein Underground-Release, wenn die Abmischung hier und da aber natürlich noch etwas verfeinert werden könnte. Darum geht es hier im Grunde aber auch gar nicht. So manch' eine Darbietung lässt gar an Arrangements alter CRADLE OF FILTH denken (ja ja, man verzeihe mir den Vergleich), als sie noch irgendwie etwas mit Musik zu tun hatten - vielleicht wäre daher ein Vergleich mit alten HECATE ENTHRONED angemessener. Man höre sich nur einmal "Sie und der Geruch von Schnee" an, das sagt eigentlich alles. Dieses Werk jetzt aber darauf zu reduzieren, wird ihm in keinster Weise gerecht, denn wie schon erwähnt spielen hier verschiedene Einflüsse mit ein, die "Geistesreisen durch Dämmertage" erst so umfangreich werden lassen... "Begierde" zum Beispiel ist wieder ganz anders gehalten und mit "Und als die Sonne aufging" hat man neben dem heiseren Schreigesang auch akustische und klare Passagen. "The land between" mutet vom Stil her gar einer emotionalen Mitt-90er Schwarzmetall-Hymne an. Stürmische Instrumente, reichlich Keyboard- und Sample-Einsatz, inklusive Streichern. "Die graue Pforte" bietet dann zum Anfang eine sehr psychedelisch anmutende hypnotische Gitarre und entwickelt dann eher Gothic/Doom Metal-artige Anleihen, bis es in einen eher Gothic-lastigen Black Metal übergeht.

Fazit:
ASKVALD's "Geistesreisen durch Dämmertage" ist wahrlich ein emotionales und reichlich melancholisches Album geworden. Die frostige Kälte des Black Metal paart sich hier mit der schwarz-romantischen Düsternis des Gothic Metal, inklusive Anleihen an den Death/Doom Metal früherer Tage. Ein wenig Post-Rock und Blackgaze sorgt für den nötigen modernen Anstrich der Mixtur. Die CD erschien in einem Digipack mit 8-seitigem Beiheft und Button und ist limitiert auf 100 Stück, wer also noch ein Exemplar ergattern möchte, sollte sich vertrauensvoll an Wolfmond Production wenden. Es besteht aber auch die Möglichkeit, das Teil direkt über die Band zu beziehen via Bandcamp-Profil, dort ist es auch möglich sich das Album in digitaler Form herunterzuladen.

Gefühlsbetontes, melancholisches Werk, welches sich ganz klar an ebenfalls gefühlsbetonte Menschen wendet. Ein kleiner aber feiner Geheimtipp!


Darbietungen:
01. Geistesreisen durch Dämmertage
02. Threnody
03. Sie und der Geruch von Schnee
04. Begierde
05. Und als die Sonne aufging
06. The land between
07. Die graue Pforte
08. Stillstand
09. Wenn Tage unbemerkt verstreichen

Laufzeit: ca. 57 Minuten

Mittwoch, 29. Juni 2016

Review: Liquid Cemetery - Alfa and Omega (CD, Wolfmond Production - 2016)

Die nächste Veröffentlichung aus dem Hause Wolfmond Production, die ich hier besprechen möchte, stammt von der ungarischen Band LIQUID CEMETERY. "Alfa and Omega" ist die aktuelle EP der Band, die bereits auch auf ein Album und eine weitere EP zurückblicken kann.









Die Band fährt eine Menge auf, um zu gefallen, wartet sogar mit zwei Sängern auf. Einer davon ist gar eine Frau, welche den Gesang zu den ersten vier Liedern beisteuert. Dabei sind lediglich die ersten beiden Lieder wirkliche Eigenkompositionen, der Rest besteht aus Coversongs, die jedoch eine solch' individuelle Note besitzen, dass sie schon beinahe einen ganz eigenen Charakter im Gegensatz zu den Originalen aufweisen. Dazu jedoch später mehr. Beginnen wir mit dem ersten Stück "Alfa", welches zunächst einmal eher sehr Death/Doom Metal-lastig beginnt, durch gezielte Tempowechsel und seltsam anmutende Chor-Samples aber schnell einen sehr psychedelischen und rituellen Charakter bekommt. Gepaart mit dem kranken Schreigesang der Furie Kohulâk eröffnet sich dem geneigten Hörer hier eine wahre Hymne düsterer satanischer Riten und ein Fest der schwarzmetallischen Magie. Diesen Eindruck verfestigt der nächste Titel "Omega" nur noch, welcher ebenfalls sehr doomig beginnt, sich dann aber zu einem eher langsam, gemächlichen Black Metal entwickelt, der abermals sehr psychedelische, hypnotische, beinahe traumwandlerische und rituelle Atmosphären erzeugt. Es folgt mit "Dunkelheit" das erste Cover. Das Original stammt bekanntlich von BURZUM und kann getrost als ein zeitloser Klassiker der Black Metal-Musik gezählt werden. Was LIQUID CEMETERY aus diesem Song jedoch gemacht haben, hat mit dem Original lediglich das Grundgerüst gemein. Durch den weiblichen keifenden, aber auch klaren Gesang bekommt das Lied eine gänzlich neue Atmosphäre verliehen, die eher schleppenden Instrumente tun im Zusammenhang mit dem hypnotischen Chor-Einsatz ihr übriges dazu. Andererseits aber schafft es diese Interpretation des Songs wie kaum eine andere, die ich je gehört habe, genau das atmosphärisch widerzuspiegeln, was der Text aussagt: "...suddenly life has new meaning". Gänsehaut garantiert! Mit "Blood is Thicker Than Water" zollt man den Finnen IMPALED NAZARENE Tribut. Insgesamt hält man sich hier sehr an der Vorlage des Originals, aber auch hier vermag es der irgendwie nach alten OPERA IX klingende Gesang eine besondere Stimmung ins Geschehen zu bringen. Etwas ganz Besonderes präsentiert man dann mit dem nächsten Song. "The Chasm" ist ein Cover des gleichnamigen Liedes von COVENANT und stammt von deren Debüt "In Times Before the Light", aus einer Zeit also, als die Band noch wirklichen Black Metal zelebrierte und nicht diesen Elektro-Shit, dem sie sich in späteren Jahren zuwendeten. Den Gesang übernimmt hier ein männlicher Part, was insgesamt aber zu dem Stil passt, der hier Verwendung findet - denn man gibt sich gänzlich dem nordischen Mitt-90er-Stil hin und zelebriert das ganze, als würde hier eine völlig andere Band zu Werke, und vor allem als wäre die Zeit in den 90ern stehen geblieben. Beeindruckend! Den Abschluss bildet das TIAMT-Cover "The Return Of The Son Of Nothing", welches sehr schwermütig und melancholisch daherkommt. Interessant ist hierbei, dass es sich zwar um einen TIAMAT Song neueren Datums handelt, das Cover aber ganz im Zeichen der alten (und definitiv besseren) TIAMAT steht, also sehr viel Death/Doom Metal mit Gothic und hymnischen Black Metal-Passagen.

Fazit:
Einfach... wow! Die aktuelle EP des Projekts aus Ungarn hat mich mal dermaßen beeindruckt, dass ich mir gleich mal sämtliche Werke der Band gesichert habe. Aber mal im Ernst: LIQUID CEMETERY legen hier ein beeindruckendes Werk ab, und dabei stammen eigentlich nur die ersten beiden Lieder von ihnen selbst. Doch das, was sie hier aus ihren Eigeninterpretationen mehr oder weniger großer Klassiker machen, haut einen aus den Stiefeln. Genau so sollten Cover immer klingen: eigenständig und trotzdem dem Original ein Tribut zollend. Auch beweist man hier, dass hypnotischer Black Metal nicht unbedingt monoton und langweilig sein muss, sondern äußerst vielfältig in seiner Tristesse. Die Pro-CDr kommt im Digi-Schuber und ist auf 50 Stück limitiert, man sollte zwecks einer Bestellung also nicht lange überlegen. Diese sind wie immer gleich an Wolfmond Production zu entrichten.

Ganz großes Werk eines meiner Meinung nach zu Unrecht ignorierten Projekts! Total Support!


Darbietungen:
01. Alfa
02. Omega
03. Dunkelheit (BURZUM Cover)
04. Blood is Thicker Than Water (IMPALED NAZARENE Cover)
05. The Chasm (COVENANT Cover)
06. The Return Of The Son Of Nothing (TIAMAT Cover)

Laufzeit: ca. 30 Minuten

Review: Amuleto de Calamidades - Amulet of Calamities (CD, Wolfmond Production - 2016)

Das unheilvolle Amulett aller Unglücke dieser Welt ist der Fluch der Menschheit. Das möchte uns zumindest die Horde AMULETO DE CALAMIDADES sagen, welche ein gemeinschaftliches Projekt aus Ecuador, Spanien und Paraguay ist und als Trio agiert. Im Original wurde die EP bereits schon einmal im April diesen Jahres veröffentlicht, ebenfalls auf CD unter dem mexikanischen Label Silentium in Foresta, welches das Werk in einer Auflage von gerade einmal 25 Einheiten herausbrachte. Nun hat sich die deutsche Underground-Viel-Veröffentlicher-Schmiede Wolfmond der Band angenommen...





Zunächst ein gut 2-minütiges Intro. Gut, immerhin atmosphärisch. Mit "Professing antipathy to exist" geht es dann aber auch gleich mit dem ersten eigentlichen Song los. Der bietet zunächst einmal eher depressiv anmutenden Black Metal, der vorwiegend im eher gediegeneren Tempo vorgetragen wird, hier und da aber doch mal einen Gang zulegt. Der Gesang ist dabei erfreulich so gar nicht DSBM-like, sondern scheint sich eher an Bands wie CRYFEMAL zu orientieren. Das zweite Lied "Misery insulting" ist da schon eher meine Kragenweite, bietet recht flotten, aber nicht unmelodischen Schwarzmetall, der eine düstere und durch und durch 'böse' Ausstrahlung hat. Krank und dem Wahnsinn verfallen - das pure Chaos. Leider verliert sich der Song zum Ende hin etwas in sich selbst, wie mir scheint. Ein feines Old School-Riff erklingt dann gleich am Anfang des Titel-Songs "Amulet of calamities" und dieses Flair setzt sich hier auch konsequent fort: Midtempo-Black Metal mit auf Orgel getrimmten Keyboards, der aber auch gern ein oder zwei Gangschaltungen hochschraubt. Die Gitarren sind hier besonders hervorzuheben, da sie dem Ganzen doch recht viel von seiner erhabenen Dunkelheit verleihen. Es folgt das unausweichliche Outro... das war's.

Fazit:
Das Trio AMULETO DE CALAMIDADES präsentieren uns mit ihrer Debüt-EP ein eher durchschnittliches Werk, was zwar ohne Frage Potential besitzt und seine Höhepunkte hat, sich aber im Gros der täglich wachsenden Underground-Szene wohl kaum durchsetzen wird. Dazu fehlt es ihnen einfach noch an dem Quäntchen Eigenständigkeit. Sollte man sich in Zukunft mehr auf den Stil des Titel-Songs konzentrieren und diesen noch weiter ausbauen, wäre ein neues Werk der Horde aber sicher interessant. Wolfmond veröffentlichte das Werk als A5-Digi in einer Auflage von 100 Stück, unter der Kontakt-Adresse, sowie über den offiziellen Ebay-Shop des Labels lässt sich das Teil dann auch bestellen.

Insgesamt eher durchschnittliches Machwerk, was sich auch ganz klar an Raw Black Metal-Maniacs richtet. Ist aber definitiv mal ein oder zwei Ohren wert.


Darbietungen:
01. Everyone is going to die (Intro)
02. Professing antipathy to exist
03. Misery insulting
04. Amulet of calamities
05. Blood Shortage ORH- (Outro)

Laufzeit: ca. 27 Minuten

Dienstag, 28. Juni 2016

Review: Birkabein - Malevolance & Glory (CD, Narbentage Produktionen / Black Blood Records - 2015)

Aus dem Saarland stammt das Projekt BIRKABEIN, welches hier noch als Trio agiert. Inzwischen besteht es nur noch aus Machosias (u.a. OLD PAGAN und BUNKERKRIEG). Veröffentlicht wurde "Malevolance & Glory" unter dem Banner der Tonschmiede Narbentage Produktionen, welche ja eng mit dem saarländischen Untergrund agieren. Was man von diesem Werk zu erwarten hat, lest ihr im folgenden...







Nach einem etwas zu langen und langweiligen Intro geht es auch gleich los mit "My Revenge Comes in Winter", der direkt deutlich macht, um was es der Band hier geht: rüpelhafter Black Metal mit einer leicht melodisch-erhabenen Note. Daran ist ja auch generell nichts auszusetzen, hat nur leider in diesem Fall den Nachteil, dass bei der Produktion weniger die Atmosphäre sondern mehr die Räudigkeit zum tragen kommt - und das klingt, man muss es einfach so sagen: zu gewöhnlich. Einzig die letzten beiden Titel vermögen es, gekonnt Stimmungen zu erzeugen, die an die seligen Mitt-90er erinnern. Allerdings vermögen auch diese es nicht, das Werk so wirklich hervorzuheben aus dem schier endlosen Pfuhl des Durchschnitts.

Fazit:
"Malevolance & Glory" ist ohne Frage ein Album mit Stärken und Potential, welches jedoch nicht so wirklich ausgespielt wird. Es gibt nette Passagen, die einen aufhorchen lassen, doch insgesamt wird hier einfach zu wenig geboten, was nicht in x-facher Ausführung schon einmal da war (und teils besser präsentiert wurde). Mit einer spannenderen Inszenierung wäre hier definitiv mehr drin gewesen. Trotzdem kann man dem Debüt der Saarländer durchaus mal eine Chance einräumen, da es sich hier um ein authentisches Old School-Werk handelt, wenn es auch nicht der Überflieger ist - seine Anhänger wird es auf jeden Fall finden, mir persönlich ist es jedoch eine Spur zu durchschnittlich. Interessenten wenden sich vertrauensvoll an Narbentage Produktionen, die das Album für 9,- Euronnen anbieten.

Kann sich dank einiger gelungenen Details gerade so vom Durchschnitt abheben. Mehr aber auch nicht - schade!


Darbietungen:
01. Intro
02. My Revenge Comes in Winter
03. Dawn of Maggots
04. Schicksalsfaden
05. Dornenkind

Laufzeit: ca. 26 Minuten

Review: Vobiscum Inferni - For The Greatness Of His Kingdom Of Fire And Blood (CD, Mutilation Productions / Soul Erazer - 2014)

Das Cover wirkt wie eine Veröffentlichung von W.T.C. oder Darker Than Black - ist sie aber nicht. Die morbide und an Tod und Verfall angelehnte Darstellung stammt aus Brasilien und ist dem einheimischen Label Mutilation Productions zuzuschreiben. Dieses brachte im Jahr 2014 in Kooperation mit Soul Erazer Distribution das bereits zweite, und noch immer aktuelle Album der Truppe VOBISCUM INFERNI um den ehemaligen Kreischer von SPELL FOREST heraus.




Zunächst einmal kann jeder Skeptiker gleich zu Anfang aufatmen. Die typisch süd-amerikanischen und sinnentleerten Metzel-Orgien bleiben hier weitestgehend aus, wenn es auch schon ordentlich zur Sache geht. Man gibt sich hier allerdings eher dem hymnischen Midtempo hin, wenn man auch die Geschwindigkeit hier und da schon mal ordentlich anschraubt. Ansonsten setzt man die Priorität eher auf dichte Atmosphären und die Zelebrierung von orthodoxem Schwarzmetall. Das wird allein bei der Gestaltung des Digipaks deutlich, aber auch, in der Art wie man sich selbst präsentiert. Behangen mit Ketten, Knochen, Schädeln, Kerzen, Dolchen und gehüllt in schwarze Kutten und mit mystischer Bemalung. Orthodoxe Klänge sind ja nicht erst seit HETROERTZEN und ACHERONTAS wieder schwer angesagt. Die Herren machen ihre Sache aber auch sehr ordentlich, und kommen musikalisch recht authentisch rüber, ein wenig erinnert mich das Werk an die Anfänge von Kapellen wie DARK FUNERAL, was alles andere als verachtenswert ist - schließlich waren die ersten EPs und Alben noch ihre besten.

Fazit:
Ein wirklich faszinierendes Werk, welches die Brasilianer hier abliefern. "For The Greatness Of His Kingdom..." ist ein großartiges Werk der alten Tradition, ein orthodoxes Werk, welches einerseits die Kraft und Intensität des Occult Black Metal aufweist als auch einen deutlichen schwedischen Einfluss, der die ganze Angelegenheit sehr melodiebetont macht. Man sollte sich auch von dem recht farbenfrohen Cover nicht täuschen lassen - das hier ist durch und durch düstere Tonkunst. Leider ist mir aktuell kein heimischer Mailorder bekannt, der die CD noch führt. Über die Plattform discogs.com kann man sich das Album zumindest noch von Anbietern aus der EU besorgen.

True Satanic Black Metal the Orthodox Way. Killer-Album, was man sich auf jeden Fall zulegen sollte!


Darbietungen:
01. Intro
02. Vobiscum Inferni
03. Discipline of the Black Arts
04. Blessed With The Stench of Darkness
05. Gloria Victoriam Diaboli
06. For The Greatness of His Kingdom of Fire and Blood
07. Perversum Necropedophilia Aeternum
08. Outro

Laufzeit: ca. 41 Minuten

Review: Orthodoxy - Shaarimoth (CD, Morbid Chapel Records - 2015)

Bei ORTHODOXY handelt es sich um ein weiteres Projekt des Herrn Nocturn (hier Noctvrn) aus Spanien, der auch in solch' illustren und teils etablierten Bands des spanischen Undergrounds involviert ist wie DOMAINS, MARTYRUM OMNIUM, OBSCURE oder PROFUNDIS TENEBRARUM. Hier lebt er nun im Alleingang seinen Hang zum Schwarz angehauchten Todesblei aus.







Das Werk, welches bereits im letzten Jahr auf verschiedenen Medien veröffentlicht wurde, ist dabei erfreulich eingängig ausgefallen. Der Band-Name ist definitiv Programm, und so gibt es über fünf Lieder verteilt um die 19 Minuten sehr Black-lastigen satanischen Death Metal um die Ohren, der auch mit Doom-Einschlägen nicht geizt. Donnerndes, Unheil verkündendes Schlagzeug, sägende Gitarren samt kratzigen Soli... für genügend Abwechslung ist bei dieser Goat Metal-Metzelei eindeutig gesorgt. Dies ist aber auch bitter nötig, denn ansonsten würden die eigentlichen beiden Songs (der erste dient als Intro, der dritte als Midtro und der fünfte als Outro) mit der für das Genre geradezu epischen Durchschnitts-Laufzeit von über sieben Minuten (!) nicht funktionieren, und schnell in belangloser Monotonie enden. So jedoch bewegt man sich auf gutem Niveau und sollte jeden Goat Metal-Jünger zufrieden stellen.

Fazit:
ORTHODOXY's "Shaarimoth" ist ein kleines, fies-böses Werk geworden. Kompromissloser Black/Death Metal mit tiefgreifendem Satanismus und viel okkulter Kerzenschein-Atmosphäre. Man kann die Dunkelheit förmlich spüren und die schwach erleuchtenden, von Räucherwerk vernebelten Katakomben direkt riechen. Diesem Solo-Projekt ist hier eindeutig eines der diesjährigen Highlights dieses immer wieder interessanten Subgenres geglückt. Bleibt abzuwarten, ob man dieses Niveau auf Dauer halten wird halten können, oder ob man sich gar noch steigern kann. Auch würde mich ein Voll-Album des Projekts mehr als reizen. Die EP erschien ursprünglich auf Tape unter dem Banner der spanischen Schmiede Hexed Cemetery, ist in dieser Form jedoch bereits restlos ausverkauft und kann dort nur noch in digitaler Form erworben werden (hier geht's zum Download), wurde später durch das polnische Label Morbid Chapel Records auf CD gepresst und auf 500 Einheiten limitiert und kann auch gleich dort bestellt werden. Mein Exemplar hatte ich von Lupus, die scheinen die CD aber nicht mehr auf Lager zu haben.

Schnörkelloser Goat Metal, der kaum Wünsche offen lässt!


Darbietungen:
01. Ritualistic Chants of Morbid Pale Flesh
02. Eucharist of Black Doctrine
03. Emanation
04. Thresholds of Omnious Death
05. Darkness Yearns Withered Hopes

Laufzeit: ca. 19 Minuten

Review: Erlöser - The Grail of Perdition (CD, Lupus Tonkunst - 2016)

ERLÖSER heißt die neue Band auf Lupus Tonkunst, die im Februar ihre erste CD-EP veröffentlichten. Schaut man sich im Netz mal so um, existieren nicht gerade viele Informationen über die Truppe, die man abgreifen kann. Einzig, dass es sich hier um ein Trio handelt, wobei allein zwei Mannen für den Gesang verantwortlich zeichnen und einer für alle Instrumente zuständig ist. Apropos Gesang: lauscht man den Gesängen der beiden Herren, dürfte auch schnell klar werden, aus welchem Dunstkreis die Horde stammt. Aber ist ja letztendlich auch egal, Hauptsache das Werk ist stimmig, und genau diesem werde ich mich jetzt widmen...



Fangen wir bei der Aufmachung an. Dass es sich hier um etwas Besonderes handelt, wird nämlich allein hier schon deutlich: ein dunkelroter Umschlag mit einem schwarzen Siegel aus Wachs, welches das neue Logo von Lupus Tonkunst zeigt (eine Pyramide mit einem Auge). Dazwischen geklemmt die bekannte Visitenkarte des Labels mit der Limitierung samt Nummerierung auf der Rückseite. Gut aufbewahren also. Nach vorsichtigem Öffnen, um das Siegel nicht unnötig zu beschädigen, kann man sich auch gleich dem eigentlichen Werk zuwenden. Eine CDr (schwarze Abspielseite) im Slim-Case und 4-seitigem Beiheft, welches die nötigsten Eckdaten enthält. Keine Fotos, keine selbst-darstellerischen Ambitionen - sehr sympathisch.

Also schnell die CD in die Anlage und ab dafür. Geboten werden hier drei Lieder, wobei das erste und das letzte rein instrumentaler Natur sind und nur im zweiten Lied Gesang geboten wird. Wer jetzt aber gleich an Lückenfühler und Streckungen mit überflüssigem Ambient denkt, kann beruhigt aufatmen. Was hier von Anfang an geboten wird, ist Schwarzmetall in seiner reinsten Essenz. "I" geht dabei recht brachial zu Werke und wechselt immer wieder zwischen schierer Raserei und Wahnsinn und getragenem Midtempo. "II" legt dann gleich und ohne Umschweife los und präsentiert sich als schnittiger Black Metal-Song mit einer gehörigen Portion okkulter Atmosphäre. Das wird vom zwei-stimmigen Gesang der beiden Herren N. und T. nur noch einmal unterstrichen. Das Schlagzeug muss hier ebenfalls hervorgehoben werden: es klingt einerseits sehr militant und doch erzeugt es eine rituelle und düstere Atmosphäre. So vergehen die knappen fünf Minuten leider auch eindeutig zu schnell. Es folgt mit "III" bereits das letzte Lied der CD. Hier fällt zunächst einmal auf, dass das ganze leiser aus den Boxen erschallt, als die beiden vorherigen. Das sorgt aber auch nur im ersten Moment für einen atmosphärischen Abbruch, denn der dargebotene Song kommt wesentlich eingängiger und stimmiger daher als "I".

Fazit:
Alles in allem muss man sagen, dass der jungen Band ERLÖSER mit "The Grail of Perdition" ein sehr guter Einstand gelungen ist, der zwar nicht immer in allem stimmig daherkommt, aber der unmissverständlich deutlich macht, um was es der Horde geht. Hier würde mich auch wirklich ein Voll-Album im Stil des zweiten Songs reizen, da in der Musik doch sehr viel Potential steckt. Limitiert ist das Werk auf lediglich 44 Exemplare und, wie bereits weiter oben erwähnt, von Hand nummeriert - man sollte also nicht mehr allzu lange mit einer Entscheidung warten. . Die CD mit allem drum und dran gibt es im Online-Shop von Lupus Tonkunst für 7,- Euronnen zu erwerben, genau wie die Kassetten-Version, die durch die Schmiede Worship Tapes veröffentlicht wurde.

Wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine erste EP handelt, ist dieses Machwerk eine mehr als solide Darbietung okkulter Musik. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. I
02. II
03. III

Laufzeit: ca. 13 Minuten

Review: Pauzûl & VED - Once Peaceful Sites Split (CD, Lupus Tonkunst - 2015)

Mal wieder etwas aus dem Hause von Lupus Tonkunst. Nachdem ich ja vor einiger Zeit die aktuelle Scheibe von NARVIK unter die Lupe genommen habe, wollte ich doch einmal schauen, was das Label noch so zu bieten hat. Letztlich habe ich mir dann spontan ein paar der neuen Veröffentlichungen der Schmiede gesichert, die ich so nach und nach besprechen werde. Den Anfang macht die im letzten Jahr erschienene Split der beiden Underground-Kapellen PAUZÛL und VED, die beide mit diesem Gemeinschaftswerk ihren Einstand feiern.



Das Trio PAUZÛL, welches sich u.a. aus SHARMANE- und LEYD-Mitgliedern zusammensetzt, leiten "Once Peaceful Sites" dabei ein und klingen zunächst einmal etwas ungewöhnlich in ihrem Stil. Ziemlich modern angehaucht und rockig, instrumental auch etwas vom Thrash und Death beeinflusst. Dieser Eindruck verflüchtigt sich aber schnell, wenn der Gesang erklingt... der ist nämlich als wunderbar Old School zu bezeichnen. Kalt und voller Hass wird dieser keifend vorgetragen und erinnert dabei an die seligen 90er. Und je mehr die fünf Lieder voranschreiten, desto mehr gewinnt man den Eindruck, es hier mit einem durch und durch schwarzmetallischen Album zu tun zu haben, welches in seiner Darbietung zwar etwas komplex und chaotisch wirkt, aber auch genau auf dieses Chaos abzielt. Einflüsse aus dem Goat Metal treffen hier auf orthodoxe Klänge mit alten MAYHEM, so könnte man es ungefähr umschreiben.

Mit dem sechsten Lied erklingen VED, die gleich zu beginnen deutlich machen, dass sie einen gänzlich anderen Pfad einschlagen. Das Duo um Skyth (u.a. LEYD) und P. (u.a. AHNENKULT, CARN DÛM, WERWOLF) geht hier um einiges direkter und rabiater zur Sache. Schwarzmetall ohne Kompromisse und gnadenlos in schnelleren Gefilden angesiedelt. Das klingt nicht nur ziemlich ruppig, verleiht dem Ganzen auch den nötigen Nachdruck und Räudigkeit. Zudem ist man in der Lage, doch die eine oder andere gewichtige atmosphärische Stimmung mit einzubauen in Form von Tempowechseln oder markanten Passagen (wie im letzten Drittel von "Die lauernde Furcht").

Fazit:
PAUZÛL, die sich mittlerweile in BLEKE umbenannt haben, muten zunächst ungewohnt an, können aber letztlich doch auf voller Linie überzeugen. VED würden dagegen mit ihrem Stil in der völligen Belanglosigkeit verschwinden, wenn es ihnen nicht gelingen würde, doch immer mal wieder interessante Details in ihre Musik einzufügen. Auch die gut gesetzten Stimmungswechsel sind hier hervorzuheben. Unter'm Strich bleibt hier eine recht solide Arbeit. Die CD gibt es für äußerst faire 6,- Euronnen im Online-Shop von Lupus Tonkunst.

Durchaus interessante Split, die auf jeden Fall einmal gehört werden will. Kann man haben, muss man aber nicht.


Darbietungen:
Pauzûl
01. Plains to Swamps
02. Ghoulcaller's Chant
03. Sturmgeist
04. Psalmantranthropophagy
05. Helvault - Great Silver Rauk
VED
01. Das Erwachen
02. Die lauernde Furcht
03. Nachtmar
04. Jenseits der Stille

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Montag, 27. Juni 2016

Review: Froststarr - Gottlos und stolz (CD, Eigenproduktion - 2011)

Nachdem die Besprechung der aktuellen Scheibe "Essenz" ja nun schon einige Zeit zurückliegt (siehe hier), die Demo-CD der zwei Mannen nun auch schon eine ganze Weile bei mir im Regal steht und ich mich bisher nicht zu einer Rezension aufraffen konnte, möchte ich das nun nachholen.









Ganze vier Jahre stehen zwischen diesem Werk und "Essenz", dem Debüt-Album des Duos aus Halle an der Saale. Dementsprechend klingt das ganze auch um einiges räudiger und unausgereifter als auf dem bereits erwähnten Album. "Gottlos und stolz" ist aber bei Weitem keine schlechte Arbeit, im Gegenteil. FROSTSTARR zelebrieren hier Black Metal aus dem Untergrund, für den Untergrund. und das wie immer plakativ und klischeebehaftet. Lieder wie "Frostbitten and old", "Into the oldest life" oder "Antichristian blood suck fetisch" haben einfach eine sehr kultige Atmosphäre inne und leben von ihrer authentischen und sympathischen Darbietung. Das Schlagzeug hört sich nur in seltenen Momenten allzu offensichtlich mechanisch an, ein Umstand, den ich ja schon bei "Essenz" positiv hervorhob. Mit "Das Nagen im Gemäuer" huldigt man dem Meister des Phantastischen H. P. Lovecraft und vertont seine beliebte Kurzgeschichte "Die Ratten im Gemäuer". Immerhin haben schon Bands wie NOCTE OBDUCTA sich von dieser Story inspirieren lassen (damals auf ihrer "Taverne: In Schatten schäbiger Spelunken"-Scheibe). Mit "Fahnen, die zerrissen wehen" hat man gar ein recht atmosphärisches und höchst emotionales Lied in petto, welches die epische Länge von 11 Minuten und 34 Sekunden aufweist. Die Live-Version, welche man im Youtube-Video begutachten kann, welches ich bereits in der letzten Besprechung aufführte, kann sich auch mehr als sehen und hören lassen.

Fazit:
Ein recht solides Werk aus dem deutschen Underground, welches bereits viele Parallelen zu dem später erschienenem Album der Band aufweist. Hier und da klingt es noch ein wenig holprig, aber für eine Demo-CD ist das hier schon recht ordentlich und auf jeden Fall hörenswert. Die Pro-CDr im beklebten Digipak gibt es für 7,- Euronnen über den offiziellen Kontakt auf der Heimseite der Band. Es gibt allerdings über die Bandcamp-Seite der Horde auch die Möglichkeit, in das komplette Werk reinzuhören und es sich ggf. für 3,- Euronnen herunterzuladen.

Underground-Maniacs dürfte das Herz aufgehen. Alle anderen sollten das Werk vielleicht vorher einmal antesten.


Darbietungen:
01. I.I.I
02. Frostbitten and old
03. Das Nagen im Gemäuer
04. Into the oldest life
05. Antichristian blood suck fetisch
06. Fahnen, die zerrissen wehen
07. Träume vom Heimgang

Laufzeit: ca. 43 Minuten

Review: Caverne - Aux Frontières du Monde (CD, Résilience - 2016)

Bei CAVERNE handelt es sich um das im Jahr 2011 gegründete Solo-Projekt von Herrn Amertume (NÉCROPOLE). Mit "Aux Frontières du Monde" liegt nun nach zwei Demo-Veröffentlichungen das erste Voll-Album vor, welches ursprünglich bereits im letzten Jahr nur auf Kassette herausgebracht wurde, nun aber auf CD gepresst wurde.








Dieses Werk der Ein-Mann-Band aus der französischen Normandie wurde in lediglich sechs Tagen eingespielt. Manchmal sind es eben doch die eher spontan eingespielten Werke, die wirklich bedeutend sind. So zeigt man im Falle von CAVERNE ähnlich wie bei dem recht ähnlichen Projekt NÉCROPOLE (wenn diese auch etwas nihilistischer sind) einen sehr undergroundigen Sound und eingängigen Black Metal, der förmlich dazu aufruft, Gehör zu finden und sich mit ihm auseinanderzusetzen. Die Stimmung ist ähnlich räudig wie bei Amertume's anderer Band, hat aber insgesamt eine gewisse Epik und Erhabenheit inne, die weit von dem entfernt ist, was man mit NÉCROPOLE zelebriert. Auch eine gewisse Naturmystik schwingt hier mit und erzeugt eine Vision karger und unwirtschaftlicher Berglandschaften beim Hörer. Von weiten Meeren und menschenleerer Schönheit. Zugegeben ist das in musikalischer Hinsicht nichts Neues und nichts, was man nicht schon einmal so oder so ähnlich gehört hätte, aber es kommt hier einfach auf die Art der Darbietung an, die über jeden Zweifel authentisch und erhaben ist.

Fazit:
Nach NÉCROPOLE wohl das mit Abstand beste und spannenste, was ich in letzter Zeit aus Frankreich zu hören bekommen habe. Klarer Fall: Hier sollte man nicht lange zögern, sondern sich das Album unbedingt zulegen. Potentiellen Käufern aus Deutschland rate ich hier zu einem Besuch des Mailorders von Amor Fati Productions, welche sowohl die Kassette als auch die CD im Angebot haben. Wer die Band und das Label jedoch direkt supporten möchte, kann das über die offizielle Netz-Präsenz von Résilience machen - dort ist eine Kontaktadresse hinterlegt, über die man die Bestellungen tätigen kann.

Räudiger Underground trifft auf Atmosphäre - ein mehr als lohnenswertes Machwerk!


Darbietungen:
01. Le Glaive
02. Moisson Eternelle
03. Rys d'Or et Coquecigrues / Sentiers Nouveaux
04. Amertume (Petit matin et gueule de bois)
05. ...Si loin qu'elle en a peur

Laufzeit: ca. 48 Minuten

Review: Aryman - Czarne Rytuały Otchłani (CD, Hass Weg Productions / Lower Silesian Stronghold - 2016)

Die polnische Horde ARYMAN veröffentlichte letzten Monat ebenfalls ihr bereits zweites neues Album. Der Nachfolger von "Plugawe Dziedzictwo" setzt dabei eigentlich genau dort an, wo das Erstlings-Werk endete (eine Besprechung zum Debüt-Album gibt es hier). Auch die Besetzung hat sich etwas geändert, und das ist auch längst nicht alles...







Mit "Czarne Rytuały Otchłani" feiern gleich drei neue Mitglieder ihren Einstand bei ARYMAN. Nur Schlagzeuger Non Serviam und Gitarrist Nefarius sind mal wieder von der Stammbesetzung übrig geblieben. An der zweiten Gitarre hört man nun Tarrom, am Bass tobt Asmenoth von der Underground-Kapelle BELETH und Schreihals Xaos Oblivion (u.a. SYTRIS, THE TEMPLE OF THE MIST und DEMONIC SLAUGHTER) übernimmt die Vokills. Ein Garant also für eine Viertelstunde kultigen Polen-Schwarzmetall? Aber sicher doch! ARYMAN halten sich auch nicht lange mit Intros oder sonstigem Firlefanz, sondern gehen nach einem kurzen instrumental-atmosphärischen Einstieg direkt in die Vollen und lassen einen wahren Sturm von exzessiver Gewalt, Hass und Dunkelheit auf den Hörer herniederprasseln. Hier kommt auch gleich der Vergleich mit SYTRIS zum tragen, da man durch die Stimme sowie den recht räudigen Stil doch vermehrt an die Band erinnert wird, wenn auch eine andere Stimmlage bemüht wird und ARYMAN insgesamt wesentlich brutaler und kompromissloser zu Werke gehen, als SYTRIS, die ja eher einem leicht melancholischen und monotonen Pfad ala alter BURZUM folgen. Neben all diesem blutrünstigen Wahnsinn und der satanischen Finsternis, bleibt aber auch die Atmosphäre nicht auf der Strecke: die Band bewies bereits auf ihren vergangenen Werken, dass sie spielerisch gute Arbeit abliefern kann. So wird auch hier eine recht melodie-betonte Düsternis an den Tag gelegt, die auch mal etwas okkult klingen darf, was sich gerade in den detailverliebten Gitarrenläufen widerspiegelt, auch ist man durch gut platzierte Tempowechsel durchaus in der Lage, verschiedene Stimmungen zu erzeugen, die man vielleicht nicht gleich beim ersten Durchlauf wahrnimmt und komplett erfasst, die einen dann aber doch so weit fesseln, dass man gewillt ist, das Album gleich noch ein weiteres Mal zu hören... und mit jedem Hörgang entfaltet sich die dunkle Essenz des Albums mehr und mehr.

Fazit:
Mit ihrem zweiten Album bescheren uns ARYMAN abermals ein superbes Werk, welches im direkten Vergleich zu "Plugawe Dziedzictwo" nochmals eine deutliche Steigerung darstellt. Genau das, was man von einer guten polnischen Schwarzmetall-Kapelle erwartet. ARYMAN haben hier definitiv ein Monument geschaffen, welches sie auf eine Stufe mit anderen Vorzeige-Bands aus ihrem Land wie etwa PLAGA stellt. Für Interessenten aus Deutschland bietet sich eine Bestellung bei den Franzosen von Hass Weg Productions an, über deren Online-Shop die CD zu beziehen ist.

Schwarzmagische Black Metal Tonkunst aus Polen. Lohnt sich!


Darbietungen:
01. Cmentarne Wrota (Intro)
02. W Grobowym Transie
03. Czas Zagłady
04. Pogrzebowa Noc Grozy
05. Diabelska Swiqtynia Umarłych
06. Procesja Upadłlych Dusz
07. Ceremonia
08. Czarne Rytuały Orchłani
09. Zimna Obsesja Zgnilizny
10. Czelusci Nocnych Roszmarów

Laufzeit: ca. 40 Minuten

Samstag, 25. Juni 2016

Review: Forteresse - Thèmes pour la Rébellion (CD, Sepulchral Productions - 2016)

Am gestrigen Tag kam nun endlich auch das aktuelle Werk der heroischen Black Metal-Band FORTERESSE aus Québec heraus. Und verdammt... "Thèmes pour la Rébellion" hält genau das, was der Titel verspricht. Ein äußerst effektiver erhabener, fast epischer Schwarzmetall, der zeitgleich aber so unsagbar tief schwarz und in alter Tradition verwurzelt ist, dass es einem fast die Tränen in die Augen treibt. Warum FORTERESSE mit ihrem neuen Opus in meinen Augen eines der bisher besten Werkes des Jahres hinlegen, lest ihr in folgenden...




Ein kurzes Intro, tumultartiges Kampfgetümmel, dass nach einem Türöffner noch lauter erschallt und schon geht es musikalisch auch in die Vollen. "Spectre de la Rébellion" macht auch direkt deutlich, dass die Band hier nach einigen eher mittelmäßigen Veröffentlichungen wieder ganz klar zu alter Stärke zurückgefunden hat und dem atmosphärischen, trotzdem aggressiv rauen Stil, den sie schon auf ihrem Debüt "Métal noir québécois" zelebrierten, treu geblieben sind und ihn sogar noch verfeinert haben. Klar, so wirklich ist das hier auch nicht mehr mit dem Debüt vergleichbar, allein die Produktion ist hier wesentlich kraft- und druckvoller, auch verzichtet dieses Werk gänzlich auf Einspielungen folklorischer Art und setzt eher auf kurze Natur-, Schlachten- und Feuer-Samples. Die Instrumente sind meist im schnelleren Midtempo angesiedelt, aber gibt es auch immer mal wieder ein kurzes Innehalten ("Là où nous Allons") - was jedoch nicht heißen soll, dass hier die Atmosphäre leidet. Ganz im Gegenteil erhält die Musik im Zusammenspiel mit dem sehr emotionalen Gesang einen sehr hymnischen Anstrich. Stärke, Stolz, Macht, Ehre und Erhabenheit... Auflehnung - das sind Gefühle und Assoziationen, die einem bei Hören unweigerlich durch den Kopf gehen. Es gibt auch immer mal wieder Passagen mit Klargesang oder Choreinsatz, was dem Ganzen dann noch mehr Majestätik verleiht und gerade das zum Ausdruck bringt, was einfach vielen Veröffentlichungen heutzutage einfach völlig abgeht. Schwarzmetall ist mehr als misanthropische Musik - er ist ein Gefühl, was die Musik vermitteln und direkt auf den Hörer übertragen will. Eine Flamme, die das Herz entflammen lässt, der Aufschrei der Seele, der für immer im Kopf nachhallt. Bleibt noch zu erwähnen, dass das Album gänzlich ohne Aussetzer daherkommt und ein gekonntes Gespür für musikalische wie auch emotionale Höhepunkte und Stimmungen aufweist... ich könnte es wieder und wieder rauf und runter hören, und würde doch sicher noch mehr Details und Emotionen entdecken. Ganz großes Kino!

Fazit:
... erübrigt sich in diesem Falle eigentlich zur Gänze. Es wurde einfach alles gesagt. FORTERESSE's "Thèmes pour la Rébellion" ist nicht einfach ein weiteres aktuelles Schwarzmetall-Album... es ist ein Kunstwerk voll schwarzer Majestätik und einer Magie, die ich schon lange nicht mehr beim hören eines Albums vernommen habe. Das Werk ist eine Reise voller Emotionen, Eindrücken und Atmosphären, die man einfach an sich selbst erlebt haben muss, um sie wirklich erfassen zu können. Wer das Fühlen noch nicht verlernt hat, wird sich mit dem Album sicherlich viele Momente und dunkle Stunden beschäftigen und es so schnell auch nicht mehr verklingen lassen (...und ja: es klingt definitiv nach!). Alle anderen werden in diesem Opus nicht viel mehr als ein gut gespieltes Black Metal-Epos sehen, aber das ist ja auch irgendwie akzeptabel, wenn es dem Werk auch in keinster Weise gerecht wird. Bislang gibt es "Thémes pour la Rébellion" nur auf CD (eine Vinyl-Pressung soll aber wohl nachgereicht werden) und wohl auch nur über Sepulchral Productions. Wer also über ein Paypal-Konto verfügt und sich vor den hohen Versandkosten aus Kanada nicht scheut, sollte also unbedingt eine Bestellung in Erwägung ziehen.

Gehört ohne wenn und aber zu den Top3-Alben des Jahres - viel Besseres kann einfach kaum mehr kommen!


Darbietungen:
01. Aube de 1837
02. Spectre de la rébellion
03. Là où nous allons
04. Par la bouche de mes canons
05. Le sang des héros
06. Forêt d'automne
07. Vespérales
08. Le dernier voyage

Laufzeit: ca. 42 Minuten

Review: Allmacht - Wende zum Untergang (Digitales Album - 2015)

Vor knapp sieben Jahren erschien mit "In namenlosen Tiefen" das erste Lebenszeichen dieser Band aus Lübeck (eine Rezension lässt sich hier finden), die sich u.a. aus Mitgliedern der Bands ISOLATION und NOZGHOT zusammensetzt. Lange Zeit war dann ein Debüt-Album von ALLMACHT über Fog of the Apocalpyse angekündigt, erschien jedoch nie. Dann wurde es still um das Projekt, bis man Ende letzten Jahres dann gänzlich heimlich, still und leise das Album "Wende zum Untergang" in Eigenregie veröffentlichte - und zwar in digitaler Form.




Auch ich bin erst vor ein paar Tagen auf diesen Umstand aufmerksam geworden, immerhin liegen jetzt schon sieben Jahre seit der Demo-CD zurück, und den meisten, sowie auch mir, wird die Musik auf Dauer nicht mehr so überragend im Hinterstübchen geblieben sein, dass man noch ernsthaft mit einem Nachfolger rechnen konnte. Auch dass das Werk nun als Eigenproduktion nur in digitaler Form vorliegt, spricht eigentlich für sich. Aber genug der Skepsis: widme ich mich also dem aktuellen Werk der Lübecker. Und was direkt beim erklingen der ersten Instrumente auffällt: hier hat sich einiges getan. Die Produktion ist nicht mehr allzu scheppernd, und so zeigt der erste Song "Morgengrau" als ziemlich atmosphärischer Post Black Metal-Song, der einen sehr naturverbundenen und erhabenen Eindruck macht. Spielerisch hat man sich ebenfalls merklich weiterentwickelt, denn vor allem das Schlagzeug ist in seinem Spiel wesentlich facettenreicher ausgefallen, als ich es noch von der Demo-CD in Erinnerung habe. "Martyrium" heißt das zweite Lied und beginnt ungleich ruppiger und direkter, geht dann über in einen hymnischen Black Metal, der Dank der Drums und dem eigenwilligen Gesang einen sehr rituellen Charakter erhält. Auch der End-Part gleicht noch einmal einem emotionalen Ausbruch und wartet u.a. mit einem kurzen Gitarrensolo auf. Mit dem anfänglichen BURZUM-Gedächtnis-Riff von "Selbst ist Schmerz und eigen" ist wohl als kleines Tribut an die glorreichen Zeiten des Norwegers gedacht (und zumindest die alten Werke sind ja auch aus keiner Sammlung wegzudenken!). Dieser wandelt sich dann aber in einen eher rockigen Post Black Metal-Song, der sehr mit Monotonie spielt, und dies aber nicht immer zur Gänze auszuspielen weiß. Mit "Auf welkenden Feldern" bietet man dem geneigten Hörer dann noch mal etwas Besonderes in Form eines Neo-Folk-Songs im Stile von EMPYRIUM - auch freut es mich, die weibliche Vertretung der Band endlich mal wieder singen zu hören - hatte man ja seit NOZGHOT-Zeiten nicht mehr - auch wenn diese Darbietung hier gänzlich anders ist, als das, was man vorher zu Gehör bekommen hat. "Aller Welten Macht" kommt dagegen als lupenreiner Black Metal-Song daher, am Anfang kommen einen wieder unweigerlich BURZUM in den Sinn und auch sonst erinnert dieses Lied mehr als alle anderen auf diesen Album an die guten alten 90er. Passend dazu auch der sehr schwermütig-schleppende Mittelteil. "Uferlos" kommt dann noch einmal in einem post-modernen Gewand daher und bietet eindeutige Shoegaze-Einflüsse ala ALCEST, aber genauso zum Ende hin auch eine gelungene Old School-Passage. Den Abschluss bildet das Lied "Mondlicht".

Fazit:
Auf ihrem Debüt-Album machen ALLMACHT auf jeden Fall vieles richtig, was auf ihrer Demo-CD noch nicht gänzlich rund oder noch ausbaufähig klang. Wenn man bedenkt, wie viel Zeit die Band letztlich auch in dieses Album investiert hat, war da aber auch durchaus zu erwarten. Unter'm Strich bleibt hier also ein mehr als solides Werk, welches aber auch nur bedingt seine Hörer finden dürfte, da diese Art Musik doch recht speziell und erfreulich eigenständig geraten ist. Es gibt sowohl Momente, die den Old School-Maniac ansprechen dürften, als auch eher post-moderne und folklorische Einflüsse. Ein Album sicher nicht für jedermann - aber Durchschnitt wäre ja auch langweilig. Zu ergattern gibt es das Album über die offizielle Bandcamp-Präsenz von ALLMACHT für äußerst faire 3,- Euronnen. Die Demo gibt es dort übrigens auch, zum kostenlosen Download.

Es gibt Bands, mit denen man nicht mehr gerechnet hat und die einen dann trotzdem überraschen... ALLMACHT ist eine davon!


Darbietungen:
01. Morgengrau
02. Wende zum Untergang
03. Martyrium
04. Selbst ist Schmerz und eigen
05. Auf welkenden Feldern
06. Aller Welten Macht
07. Uferlos
08. Mondlicht

Laufzeit: ca. 48 Minuten

Dienstag, 21. Juni 2016

Review: Monarque & Forteresse & Csejthe & Chasse-Galerie - Légendes Split (EP, Sepulchral Productions - 2014)

Das kanadische Label Sepulchral veröffentlichte vor gut zwei Jahren diese Split-EP mit jeweils einem Song der jeweiligen Bands. Nun sind ja zumindest FORTERESSE, MONARQUE und CSEJTHE ziemliche Hausnummern, während CHASSE-GALERIE zumindest für mich ein relativ unbeschriebenes Blatt sind. Was man von diesem Gemeinschaftstonträger zu halten hat, erfahrt ihr im folgenden...







Den Anfang macht das Trio FORTERESSE aus Québec. Ihr Beitrag "Wendigo" präsentiert sich dabei wie gewohnt als eingängiger Black Metal-Song, der ziemlich hymnisch und erhaben präsentiert wird und dadurch auch einen Hauch von folkloristischer Atmosphäre inne hat. Immerhin wird thematisch auch der Mythos des Wendigo aufgegriffen - jenes sagenumwobene Wesen, dass durch Wälder streift und von den Menschen zehrt - dem, eher im europäischen Raum beheimateten, Werwolf nicht unähnlich. Perfekter Einstieg, der eindeutig Lust auf mehr macht.

Es folgen die vier Mannen von CHASSE-GALERIE, die mit ihrem Beitrag "Le Bois des Belles" ebenfalls einen sehr hymnischen Schwarzmetall aufweisen, wenngleich dieser auch etwas dumpfer produziert ist und insgesamt betrachtet etwas mehr Düsternis verbreitet und Gruftgestank aussondert.

Platte gewechselt und mit "La Griffe du Diable" erklingt das nihilistische Stück von MONARQUE, eine Gruppe, die ja mittlerweile einen gewissen Kult-Status genießt. Den Song gab es bereits einmal auf dem Live-Tape "Under The Black Sun" zu hören, bisher aber noch nie in einer Studio-Session. Das Duo MONARQUE präsentiert sich auch hier in seiner typischen minimalistischen, nichtsdestotrotz erhabenen Art, ohne dabei jedoch zu ausschweifend zu sein.

Die Band CSEJTHE aus Québec, welche hier als Duo agiert, bildet das Schlusslicht mit ihrem Lied "Murmures Nocturnes". Sehr erhabener, trotzdem rauer Schwarzmetall trifft auf geile Melodiebögen und einen Hauch von Dark Ambient. Genau das, was man von dieser Band erwartet.

Fazit:
Alle vier Gruppen legen hier eine wunderbare und vor allem hörenswerte Arbeit ab. Dank der verschiedenen Stile sollte hier auch für jeden etwas dabei sein. Um einen Eindruck von der musikalischen Qualität aktueller Québecer Bands zu erhalten, lohnt sich eine Anschaffung alle Male, auch wenn hier längst nicht alle großartigen 'Big Bands' der Szene aus Kanada, insbesondere aus Québec vertreten sind. Die Split erschien als auf 500 Stück limitierte Doppel-7''-EP unter dem Banner der kanadischen Schmiede Sepulchral Productions und kann meinen Recherchen zufolge auch ausschließlich dort erworben werden. Wer sich durch die hohen Versandkosten nicht abschrecken lässt und im Besitz von eines Paypal-Kontos ist, sollte sich diese Split also nicht entgehen lassen.

Grandiose und intensive Split - sollte in keiner ernst zunehmenden Sammlung fehlen.


Darbietungen:
Forteresse
A-01. Wendigo
Chasse-Galerie
B-02. Le Bois des Belles
Monarque
C-03. La griffe du Diable
Csejthe
D-04. Murmures Nocturnes

Laufzeit: ca. 24 Minuten

Review: Blood Tyrant - Night of Blood Moon (MC, The Shadow Kingdom - 2016)

Aus dem Hause The Shadow Kingdom mit Sitz in den Niederlanden stammt das erste Album dieser räudigen Schwarzmetall-Horde. Bei BLOOD TYRANT handelt es sich ebenfalls um eine niederländische Band, genauer um ein Duo, welches, nennen wir es mal 'elitären' Black Metal der alten Schule zelebriert.









Um den elitären Eindruck zu untermauern, beinhaltet das Album dann auch ganz traditionell acht Lieder. Die ersten vier auf der A-, die restlichen auf der B-Seite. Kurzes Intro und schon geht es in bester Mid-90ies Manier auch schon los. Räudige und brachiale Produktion, dennoch erschafft man durch gezielten Einsatz von Chören und Keyboards eine sehr epische und erhabene Atmosphäre, die in Verbindung mit dem zelebrierten lofi-Black Metal, der vornehmlich im Midtempo heimisch ist, eine düstere Mystik inne hat. Wirklich hervorstechend ist das Stück "Bewitched by Strigoism", welches um einiges schwermütiger daherkommt als der Rest und eine wirklich unheimliche und nebelverhangene Atmosphäre versprüht.

Fazit:
Es gibt immer wieder diese Veröffentlichungen, bei denen man den Eindruck kriegen könnte, dass die Welt im Jahr 1994 aufgehört hat sich weiterzudrehen. Genau so ein Release ist "Night of Blood Moon". Das Debüt der Niederländer von BLOOD TYRANT stellt in meinen Augen schon jetzt ein zeitloses Werk dar, da es genau das besitzt, was die Veröffentlichungen dieser Zeit ausmachten. Auch versucht es nicht, diese einfach zu kopieren, sondern besitzt einen ureigenen Underground-Charme, der es zu etwas wirklich Besonderem macht. Die Kassette kann über die Kontakt-Adresse von The Shadow Kingdom erworben werden.

edit: Inzwischen ist das Werk auch über die spanische Tonschmiede A Fine Day To Die auf CD (Vinyl-Look mit silberner Abspielseite) erhältlich. Limitiert auf 666 Stück und von Hand durchnummeriert, sowie einem 4-seitigen Beiheft.

Ein Werk, welches sich eindeutig an Anhänger der Mitt-90er richtet. Und diese werden alles andere als enttäuscht sein von diesem Album!


Darbietungen:
A-01. March of the Blood Tyrant
A-02. Night of Blood Moon
A-03. Banner of the Sanguinecrotic Horde
A-04. Buried Beneath Tainted Soil
B-05. Enthroned in the Shadow Keep
B-06. Bewitched by Strigoism
B-07. Majesty of the Unholy Crimson Order
B-08. Ebonized Catafalques and Ancient Curses

Laufzeit: ca. 28 Minuten

Review: Narvik - Ascension To Apotheosis (CD, Folter Records - 2016)

Die deutsche Formation NARVIK (NRVK) brachte im vergangenen Jahr auch endlich mal wieder ein neues Album heraus. Der Nachfolger von "Triebe nach der Endlichkeit", welches vor etwa drei Jahren veröffentlicht wurde, bietet dann auch genau das, was man eigentlich von der Band erwartet, auch wenn sich der Stil etwas gewandelt hat.








So kann man der Gruppe ein deutlichen Schritt nach vorne attestieren. Die Instrumente sind ähnlich räudig und doch melodisch wie beim ersten Album, der Gesang hat sich jedoch deutlich gewandelt und klingt hier viel rauer und kehliger als noch auf dem Vorgänger. Die Grundstimmung ist wesentlich fesselnder und atmosphärisch dichter - passagenweise steigt das Ganze schon beinahe in okkulte und astrale Sphären - was ja auch wunderbar vom Coverartwork reflektiert wird. Ansonsten lassen sich jede Menge eher knüppelnde Momente finden, wie es schon auf dem Debüt der Fall war. Mit dem Unterschied, dass hier alles etwas zusammengehöriger und stimmiger klingt. "Ascension To Apotheosis" möchte eindeutig als Gesamtwerk betrachtet werden, einen wirklich hervorstechenden einzelnen Song gibt es daher nicht, was aber nicht heißen soll, dass das Album im Ganzen ohne Höhepunkte wäre. Eher im Gegenteil entdeckt man hier und da immer mal wieder hörenswerte Details und Spielereien, die das Geschehen interessant halten und dafür sorgen, dass es nicht langweilig wird.

Fazit:
Das neue Werk der Deutschen NARVIK kann sich hören lassen, ganz außer Frage. Brutaler und eingängiger Black Metal, der trotzdem aber nichts an Melodie und Rhythmus einbüßt und spielerisch recht solide daherkommt. Auch die leicht riutelle und okkulte Note steht der Band gut zu Gesicht und verleiht der Sache noch einmal etwas mehr Atmosphäre. Das ist im Prinzip nichts Neues, wird aber gut und authentisch rüber gebracht. Insgesamt ist die Band also ziemlich herangereift und "Ascension To Apotheosis" klingt wesentlich stimmiger als noch "Triebe nach der Endlichkeit". Folter Records brachten das Album als CD im Digipak heraus. Diese kann sowohl über den Mailorder des Labels, als auch über jede x-beliebige Einzelhandels-Fachmarkt-Kette bestellt werden oder aber ihr stattet dem Distro von Lupus Tonkunst einen Besuch ab und unterstützt damit direkt die Band und die Label-Arbeit des Band-Mitgliedes Lupus.

Gehört mit unter die Top10 der diesjährigen deutschen Schwarzmetall-Veröffentlichungen, ohne Wenn und Aber! Alle, die hier einen Kauf in Erwägung ziehen, werden nicht enttäuscht werden.


Darbietungen:
01. Invokation II
02. Wounds of Aspiration
03. Geist zu Scherben
04. Psychotic Reedemer
05. Fecundity of Death
06. Berstende Säulen
07. The Shore
08. Barren Semen

Laufzeit: ca. 41 Minuten

Montag, 20. Juni 2016

Review: Marduk - Frontschwein (CD, Century Media Records - 2015)

Ich muss gestehen: nach der Veröffentlichung ihres Albums "Panzerdivision Marduk" habe ich es Jahre lang vermieden, irgend eine Veröffentlichung der Band auch nur mit der Kneifzange anzufassen. Die Band war nach diesem Album aus dem Jahr 1999 einfach nicht mehr die Selbe, und wie es der Brite so schön sagen würde: nicht mehr my cup of tea.








Nun meldeten sich die Schweden in vergangenen Jahr mit ihrem immer noch aktuellen Voll-Album "Frontschwein" zurück. Auch dies betrachtete ich erst mit großer Skepsis und ich vermied es auch, dem Album überhaupt erst einmal eine Chance einzuräumen. Bis ich es vor ein paar Tagen bei einem Freund zu hören bekam. Zunächst konnte ich kaum glauben, was ich zu hören bekam. DAS konnten doch unmöglich die aktuellen MARDUK sein?! Und doch: es scheint in der Tat so, als hätte das schwedische Todeskommando zu neuer Kraft gefunden. Die Stärke alter Veröffentlichungen ist hier deutlich spürbar, genauso wie es neue Einflüsse sind, die dem Album nicht den Charakter eines schon x-fach kopierten Werkes geben, sondern es erfrischend eigenständig klingen lassen. "Frontschwein" ist gleichzeitig ein typisches MARDUK-Machwerk, bietet dabei aber auch okkulte Momente und rituelle Atmosphären wie man sie aktuell eher von ihren Landsleuten WATAIN gewohnt ist oder klingt auch mal eher untypisch für Schweden und greift eher ein norwegisches Thema auf, was ein wenig an SATYRICON denken lässt. Dann regiert auch mal das absolute Chaos, welches sich in rasanten und brutalen Gewaltausbrüchen materialisiert. Genial ist auch eher das schwermütige Stück "Nebelwerfer".

Fazit:
Die schwedische Kult-Band ist endlich zurück! Nachdem mich die Band eigentlich regelmäßig nur noch enttäuscht hat in den letzten Jahren, muss ich sagen, dass sie hier ihr Opus Magnum geschaffen haben. Wer hätte das gedacht? Ich jedenfalls nicht. Nach "Frontschwein" werde ich den Werdegang der Truppe aber auf jeden Fall wieder mehr verfolgen, soviel ist sicher. Das Dortmunder Label Century Media veröffentlichte das Werk als stinknormale Jewelcase-CD, als limitierte Special-haste-nicht-gesehen-Edition, sowie auf schwarzem Vinyl (ausverkauft) und als Neuauflage auf PicLP, beide Varianten im Gatefold-Cover. Da es sich hier um MARDUK handelt, dürfte es nicht weiter schwierig sein, an das Album zu kommen, da jeder beschissene Laden die CD im Regal stehen haben dürfte. Um aber wirklich etwas für die Sache zu tun, empfehle ich eine Bestellung direkt bei Century Media (als Dortmunder kann man auch mal eben vorbeischauen).

MARDUK haben endlich wieder ein Album gemacht, was man sich von der Band schon lange mal wieder gewünscht hat. Uneingeschränkte Empfehlung meinerseits. Kauft euch das Teil!


Darbietungen:
01. Frontschwein
02. The Blond Beast
03. Afrika
04. Wratheland
05. Rope of Regret
06. Between the Wolf-Packs
07. Nebelwerfer
08. Falaise: Claudron of Blood
09. Doomsday Elite
10. 503
11. Thousand-Fold Death

Laufzeit: ca. 52 Minuten

Review: Ordensburg - Weder Tod noch Teufel (CD, Hammerbund Kunstschmiede - 2016)

ORDENSBURG, die zweite: gegen Ende April veröffentlichte Hammerbund den Nachfolger des Albums "Legenden des Krieges". Dieses habe ich noch eher als rau, aber melodisch in Erinnerung. Auf jeden Fall sehr national-romantisch in den Texten.









Agierte das Projektes ORDENSBURG auf dem Debüt auch noch als Duo zwischen Todesengel von STAHLFRONT und Mephistopheles von GRATZUG, so hat der Herr Todesengel nun zwei Mitstreiter um sich gescharrt, die ihn tatkräftig unterstützen. Zelebriert wird wie auf dem Erstling im Grundton ein räudiger Schwarzmetall, der aber besser und druckvoller produziert und spielerisch ausgereifter wirkt. Die Instrumente (hervorheben möchte ich insbesondere das Gitarrenspiel) sind meist sehr hymnisch gehalten und erzeugen zusammen mit den Einsätzen von Chören, Keyboards und dergleichen eine sehr erhabene und epische Atmosphäre. Die Texte sind auch hier sehr national-romantisch gehalten, was den politischen Gutmenschen wieder einmal sauer aufstoßen wird.

Fazit:
Mit "Weder Tod noch Teufel" präsentieren ORDENSBURG genau das Album, welches man nach dem Erstwerk erwarten durfte. Rauer, doch erhabener Black Metal gepaart mit Nationalstolz. Man muss diesen Stil schon irgendwie mögen, und ob man das dann auch aus politischen Ansichten heraus unterstützen möchte, muss wie immer jeder für sich selbst entscheiden. Ich für meinen Teil kann dem Album einiges abgewinnen. Die CD wurde sowohl im normalen Jewelcase als auch als auf 100 Exemplare limitierte Digipak-CD veröffentlicht. Bestellungen sind am besten direkt an den Hammerbund zu entrichten.

Episches national-romantisches Werk.


Darbietungen:
01. Soldatenehre
02. Der Eid
03. Weder Tod noch Teufel
04. Durch die Lüfte rauscht ein Mahnen
05. Die letzte Schlacht
06. Nur All-Deutschland soll es sein
07. Der Sieg ist das einzige Gebot

Laufzeit: ca. 39 Minuten

Sonntag, 19. Juni 2016

Review: SAD - Utter Nihil Worship (CD, Drakkar Productions - 2016)

Letzten Monat veröffentlichte das französische Label Drakkar auch das neue Album des griechischen Duos SAD. Nach einer Vielzahl von Splits und EPs in jüngerer Vergangenheit, stellt "Utter Nihil Worship" das mittlerweile sechste Album der Gruppe dar.









SAD kommen mit "Tricked By The Light" auch direkt ohne Umschweife auf den Punkt. Militant anmutender Einstieg beim Schlagzeug und über geht es in einen stets vorwärts marschierenden, getragenen Black Metal. Gleich hier wird auch klar, dass zum einen der Album-Titel wie die Faust auf's Auge passt und zum anderen erkennt man schnell, dass die Griechen sich an Hörer wenden, die dem schnelleren Midtempo zugetan sind und darüber hinaus und auch einen Hang zu einer gewissen Monotonie haben. Spielerisch ausgefeilt ist nämlich anders, und so muten dann einige Passagen hier und da doch ein wenig zu langatmig an, so dass man versucht ist, doch einmal die Vorspul-Taste zu betätigen. Für's Ausharren wird man dann aber in der Mitte des Albums entlohnt mit dem sehr hymnischen "Extended Lysergic Perception", welches ohne Gesang vorgetragen wird. Aber auch "War, Father Of All" kann ich als Anspieltipp empfehlen, genauso wie den titel-gebenden Song "Utter Nihil Worship".

Fazit:
"Utter Nihil Worship" ist zweierlei: einmal ein typisches SAD Album, und dann doch wieder irgendwie komplett anders. Nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Band seit dem letzten Voll-Album eigentlich nur einzelne Split-Beiträge und EPs hervorgebracht hat, anhand derer man die musikalische Entwicklung zumindest abschätzen konnte. Von dieser Warte aus betrachtet ist der Stil auf dem aktuellen Werk eigentlich nicht weiter verwunderlich. Die CD kommt im Digipak mit ausfaltbarem Poster und kann über den Mailorder von Drakkar Productions erworben werden.

Kann man sich zulegen... die Scheibe stellt aber kein Muss dar.


Darbietungen:
01. Tricked By The Light
02. Immerse Into Submission
03. Apophenia
04. Extended Lysergic Perception
05. Beneath The Structures' Fall
06. War, Father Of All
07. Utter Nihil Worship

Laufzeit: ca. 47 Minuten

Review: Humanitas Error Est - Human Pathomorphism (CD, Satanath Records / Black Plague Records / Abstruse Eerie Radiance - 2016)

Harschen, kompromisslosen Schwarzmetall präsentieren die Herren HUMANITAS ERROR EST aus Ostdeutschland. Das Debüt "Human Panthomorphism" der sechs Hassprediger enthält satte 11 Lieder und weist dabei eine Spielzeit von gut 40 Minuten auf. Was das Teil taugt: meine Eindrücke im Folgenden...








Jawohl, das Sextett aus Leipzig prügelt sich hier förmlich durch ihr erstes Album, bietet man am Anfang noch ein kurzes Intro so metzelt man im Opener "Quod homos appellatur morbus est" bereits ordentlich los, als gäbe es keinen Morgen und macht auf diese Weise auch gleich unmissverständlich klar, dass man nicht gekommen ist, um Gefangene zu machen. Passend dazu ist da auch der Text gehalten, der im Gegensatz zum Titel nicht auf Latein verfasst ist, sondern in deutsch. Auch "Pain Feeder" schlägt in eine ähnliche Kerbe: schnell, brutal und doch rhythmisch und melodisch. In gewisser Weise haben die Deutschen etwas von den Schweden DARK FUNERAL, aber auch alte DISSECTION dürften hier eine nicht unerhebliche Inspirationsquelle in instrumentaler Hinsicht gewesen sein. Bei genauerer Betrachtung erkennt man dann auch, dass es sich hier um ein äußerst ausgeklügeltes, spielerisch sehr technisch versiertes Werk handelt, was man gerade im Gitarrenspiel erkennen kann (ich hebe hier mal den Song "Die Macht deines Glaubens" hervor). Das ist nett, zeitweise wirklich intensiv und mitreißend, stellt aber alles andere als einen leichten Zugang dar und dürfte einigen wohl eine Spur zu verfrickelt sein.

Fazit:
Die Deutschen legen mit ihrem Erstlingswerk ein ordentliches Werk vor. "Human Panthomorphism" ist ein äußerst misanthropisches Black Metal-Album geworden, dass stilistisch stark an die nordische Szene der Mitt-90er angelehnt ist und vielleicht auch gerade für deren Anhänger mehr als interessant sein dürfte. Allerdings schafft es die Band in meinen Augen nicht gänzlich, sich wirklich hervorzuheben durch eigene Akzente - es existieren zwar durchaus Passagen und Stücke, bei denen man wirklich Lust bekommt, mal wieder Kleinholz aus irgendetwas zu machen, aber insgesamt kommt das Ganze doch eher eine Spur zu monoton und ohne das Quäntchen Eigenständigkeit rüber. Schade.

Schwierig - einerseits ein recht ordentliches Album, welches sich jedoch nicht großartig vom Durchschnitt abzuheben weiß. Auch verlangt die Truppe dem Hörer einiges ab, wer sich allerdings darauf einlassen kann, wird mit dem Silberling sicherlich glücklich werden.


Darbietungen:
01. Destroyer of Worlds
02. Quod Homo Appellatur Morbus Est
03. Pain Feeder
04. Jagdzeit
05. My Sexual Benediction
06. Raping Religions
07. One Piece Human
08. Die Macht deines Glaubens
09. Skinning Alive
10. Bestial Penetration
11. Human Pathomorphism

Laufzeit: ca. 40 Minuten

Samstag, 18. Juni 2016

Review: Häxenzijrkell - Des Lasters der Zauberey (CD, Amor Fati Productions - 2016)

Lange ist es her, dass ich mich einem Werk aus dem Hause der deutschen Schmiede Amor Fati widmete. Im April veröffentlichte man mit der vorliegenden EP das insgesamt zweite Werk der Essener Kapelle HÄXENZIJRKELL, die ansonsten auf ein Demo zurückblicken können.









Die CD besteht aus zwei Liedern, die aber immerhin beide Überlänge aufweisen. Die Band selbst zelebriert dabei einen sehr minimalistischen, fast als monoton zu bezeichnenden Black Metal, der eine sehr hypnotische Wirkung innehat, und somit ganz im Zeichen alter Traditionen Marke BURZUM steht. Diese Parallelen kommen im zweiten Beitrag "Canon Episcopi" sogar noch ein wenig besser zur Geltung, als bei dem titel-gebenden ersten Song. Der Gesang ist sehr verzerrt, wirkt aber gerade dadurch auch so, als wenn er aus dunklen Tiefen und nicht von dieser Welt zu sein scheint... das ganze hat in gewisser Weise sogar einen recht psychedelischen Flair. Die Instrumente sind rau und erinnern einen an gute alte deutsche Bands - können allerdings einen leicht depressiven Einfluss auch nicht verbergen, was man schon irgendwie auch mögen sollte. Die Samples sind gut in die Liederstrukturen mit eingeflochten, allerdings wird es so manchem vielleicht schon etwas zu viel des Guten sein.

Fazit:
HÄXENZIJRKELL haben mit ihrem "Des Lasters der Zauberey" jetzt zwar keinen Meilenstein hervorgebracht, schaffen es jedoch, trotz ihrer offensichtlichen Vorbilder, sich mit ihrer Musik hervorzuheben. Kalt, leer und grimmig... rituell, minimal und hypnotisch - diese Art von Black Metal wird bei weitem nicht jeden ansprechen, ist in seiner Essenz aber genau das, was für mich den eigentlichen Schwarzmetall ausmacht. Wer hier allerdings ausgefeilte Melodiebögen erwartet, ist eindeutig fehl am Platz. Die CD gibt es im Online-Shop von Amor Fati Productions für 8,- Euronnen zu erwerben. Zudem wurde im Zuge der Veröffentlichung dieser MCD auch die erste Demo vom Label auf Kassette re-released.

Ein hässliches und minimalistisches Werk düsteren Schwarzmetalls. Wer hier irgend eine Form von Schönheit und Licht erwartet, ist selber schuld.


Darbietungen:
01. Des Lasters der Zauberey
02. Canon Episcopi

Laufzeit: ca. 22 Minuten

Montag, 13. Juni 2016

Review: Korgonthurus - Vuohen Siunaus (CD, Woodcut Records - 2016)

Die fünf Finnen KORGONTHURUS veröffentlichten Ende des letzten Monats nun auch ihr neues Album. Ehrlich gesagt, hatte ich auch überhaupt nicht mehr mit ihnen gerechnet, da alles, was nach dem 2009er Debüt und der Split mit den Deutschen SILBERBACH herauskam, so komplett an mir vorübergezogen ist.








"Vuohen Siunaus" bietet natürlich vornehmlich eines: typisch finnischen Black Metal, der gerne an Sachen wie GOATS OF DOOM, HAUTAKAMMIO und HORNA denken lässt, und doch irgendwie total anders klingt. Das liegt mit Sicherheit auch an dem ordentlichen Death- und Doom-Einschlag, den einige Lieder aufweisen. Zudem weist das Werk als Ganzes eine ziemlich düstere, rituelle Atmosphäre auf, was nicht zuletzt dem sehr chaotischen Grundton der Band geschuldet sein dürfte. So wechselt der Gesang zum Beispiel mal öfter: klingt mal nach typischen Schwarzmetall-Hass-Gekeife, dann mal sehr Death-lastig bei den Growls und dann wieder ausufernd und hysterisch. Dieses kranke Geschrei lässt auch ein wenig an das Werk "Hexkonst" von ONDFØDT (ebenfalls Landsleute) denken. Langeweile kommt innerhalb der sieben Lieder auf jeden Fall nicht auf, eher im Gegenteil laden die Songs dazu ein, sich eingehender mit ihnen zu beschäftigen. Und mit dem letzten Beitrag "L.U.X." mit einer monumentalen Länge von über 14 Minuten wird man gar ein wenig episch - ein Song mit potentiellem Hymnen-Charakter. Geil!

Fazit:
Was KORGONTHURUS hier geschaffen haben, spottet eigentlich jedem Vergleich, und straft ihre bisherigen Veröffentlichungen Lügen. Mit dem Debüt-Album hat "Vuohen Siunaus" irgendwie auch so rein gar nichts mehr zu tun. Die Band ist deutlich gereift, zumindest im Verhältnis zu dem, was ich bisher von ihnen kannte. Erschienen ist das Album am 27. Mai unter dem Banner der finnischen Tonschmiede Woodcut Records als CD im Jewelcase und in limitierter Auflage auch als Digipak, sowie auf Tape. Eine Auflage auf Vinyl soll am 1. August erfolgen. Damit dürfte also für jeden sein Lieblingsformat dabei sein (eine digitale Version ist ebenso zu erwerben. Anbei erwähnt, beinhalten alle Formate dasselbe - es gibt also kein Bonus-Material für irgendwelche Tonträger-Formate). Im Online-Shop von Woodcut Records sind auch noch alle Variationen erhältlich.

Ein sehr gutes Werk finnischen Schwarzmetalls, dem - und das prophezeie ich jetzt einfach einmal so - aber nicht die Aufmerksamkeit zuteil werden wird, die es eigentlich verdienen würde. Deshalb: Support It!


Darbietungen:
01. Kaaos
02. Puhdistuksen tulet
03. I.K.P.N.
04. Vuohen siunaus
05. Inho
06. Ihmisyyden raunioilla
07. L.U.X.


Laufzeit: ca. 48 Minuten