Sonntag, 22. Mai 2016

Review: Fyrnask - Fórn (CD, Ván Records - 2016)

Es wird mal wieder atmosphärisch. Mit einem Gefühl von wohliger Gänsehaut und nebelverhangener Mystik. Die Rede ist hier von "Fórn", dem neuen Werk des (ehemaligen?) Ein-Personen-Projektes FYRNASK. Nachdem das letzte Werk ""Eldir Nótt" ja nun beinahe drei Jahre auf dem Buckel hat, bin ich gespannt, in wie weit die Band ihren Stil noch weiter entwickeln und verfeinern konnte.







Habe ich das letzte nämlich noch wage als atmosphärisches Werk in Erinnerung, auf dem sich einfach Black Metal mit Dark Ambient abwechselte (zugegeben geschah dies auf sehr hohem und anspruchsvollem Niveau), wird auf "Fórn" gleich nach dem Einspieler klar, dass hier ein etwas anderer Wind weht. Man gibt sich wesentlich direkter und zeigt sich auch kämpferischer in der Zelebrierung seines Schwarzmetalls. Gleichzeitig erzeugt man durch gezielten Einsatz von Keyboards, Samples auch eine äußerst rituelle Stimmung, die Erhabenheit, innere Spiritualität und Weisheit verheißt. Oriental anmutende Zwischenspiele verleihen dem Ganzen einen Hauch von meditativer Trance, was etwas an die Gangart des letzten Albums "Ma-Ion" der Hellenen ACHERONTAS  erinnert, was hier aber absolut als Kompliment zu verstehen ist. Auch in instrumentaler Hinsicht hat man sich nochmals gesteigert und haut der geneigten Hörerschaft hier eine beklemmende Schwarzmetall-Hymne um die andere um Ohren. Der Gesang bietet vom beschwörenden, rituellen und irgendwie schamanistischen Singsang auch Klargesang, unmenschlichen Schreigesang und Genre-typisches Gekeife.

Fazit:
Mal im Ernst Leute - für mich stellt FYRNASK's "Fórn" DAS bisherige Album 2016 aus Deutschland dar! Ein Werk, welches auf gekonnte Art und Weise okkulte Stimmungen, Meditation und spirituelle Sphären mit einer tiefen Finsternis und dem absoluten Chaos vereint. Wenn mal der passende Soundtrack zum Untergang der Erde gewählt werden sollte - "Fórn" wäre mit Sicherheit ein potentieller Kandidat! Das Album ist als CD im edlen Digipak, sowie als LP im schwarzen Vinyl mit einer 7'' EP, die noch einen Bonus Song enthält. Zudem enthält die LP noch ein doppelseitiges Poster. Interessierte sollten mit ihren Bestellungen nicht mehr allzu lange warten, zumindest nicht im Falle der Vinyl, und sich vertrauensvoll am besten direkt an Ván Records oder die Band selbst wenden, die das Album auch als digitalen Download für 7,- Euronnen anbieten.

Ein erhabenes, stimmungsvolles Machwerk atmosphärischen Schwarzmetalls. Kaufen !!!


Darbietungen:
01. Forbænir
02. Draugr
03. Niðrdráttr
04. Vi er dømt
05. Agnis Offer
06. Urðmaðr
07. Blótan
08. Fornsǫngvar
09. Kenoma
10. Havets kjele
11. Vitran (LP-Bonus)


Laufzeit: ca. 54 Minuten

Review: Abyssian - Nibiruan Chronicles (Digitales Album, Visionaire Records / Violet Nebula Productions - 2016)

Die Kombo ABYSSIAN aus Italien brachten nach einer beinahe zwei Jahre alten Demo-Veröffentlichung nun auch ihr hier vorliegendes Debüt-Album vor ein paar Monaten heraus. Geboten wird hier allerdings weniger Black Metal, wenn es auch ein paar Anleihen an diesen gibt, sondern eher traditionellen Gothic / Doom Metal mit leichtem Einschlägen des Death Metal und dem Dark Wave.







Wer bei der einleitenden Umschreibung des Stils gleich an die Landsleute von MONUMENTUM denken muss, dem sei gesagt, dass hier durchaus Parallelen zu dem grandiosen Erstlingswerk der Gruppe "In Absentia Christi" (eine Besprechung dieses Werkes lässt sich hier als Nostalgie-Review nachlesen) zu erkennen sind. ABYSSIAN existiert jetzt allerdings erst seit 2010 und ging als Projekt ehemaliger Mitglieder von SINOATH hervor. Das erklärt dann vielleicht auch den Hang zur angeschwärzten Melodik. Die Musik ist wie gesagt sehr traditionell gehalten und verweist in ihrer Machart auf die großen Vorbilder wie eben MONUMENTUM und die Altwerke von Bands wie TIAMAT, KATATONIA oder ANATHEMA. Doomiger, eher langsam gespielter Gothic Metal mit meist klaren Gesängen, der aber auch schon mal etwas schneller zelebriert wird, gar Death/Doom-Charakter aufweist ("Neanderthal Sands"), während der Gesang manches mal auch gekeift oder eher brüllend daher kommt. Das alles verleiht dem Album einen wohligen Old-School-Charme und hinterlässt in Verbindung mit den spielerisch gekonnt dargebotenen Instrumenten (ich hebe da besonders die Gitarrensoli hervor, wie in den Songs "Zep Tepi" oder "Back to Tilmun" zu hören) einen sehr detail-verliebten, hingebungsvollen und authentischen Eindruck.

Fazit:
Gut, dass "Nibiruan Chronicles" jetzt nicht zu 100% ein Über-Album vom Schlage "In Absentia Christi" (für mich immer noch eines der prägensten Black Metal-Alben, ohne dass es stilistisch jemals etwas mit Black Metal zu tun hatte) oder "December Souls" ist, sollte eigentlich von vorneherein klar sein. Das war einfach eine andere Zeit damals und die damaligen Klassiker verbreiten auch heute noch eine ganz eigene Atmosphäre und atmen einfach den damaligen wilden Zeitgeist. Was das Debüt-Werk der Italiener jedoch nun zu keinem schlechten Ableger verkommen lässt - vielmehr handelt es sich hier um eine liebevoll gezimmerte Hommage, die sich trotz des alten Stils von ihrer Grundstimmung her äußerst modern präsentiert. Das Album liegt momentan nur in digitaler Form vor und kann über das Bandcamp-Profil von ABYSSIAN für 8,- Euronnen erstanden werden.

Traditionelles, gleichzeitig aber auch modernes Doom/Gothic-Machwerk. Empfehlenswert!


Darbietungen:
01. These Days of War
02. The Realm of Commorion
03. Neanderthal Sands
04. No Place for the Heart
05. Black Rainbow
06. The Sins of Atlantis
07. Zep Tepi
08. Back to Tilmun
09. La Luna

Laufzeit: ca. 58 Minuten

Mittwoch, 18. Mai 2016

Review: Dødheimsgard - Kronet Til Konge (CD, Peaceville Records - 2015)

Das Debüt-Album der Norweger DØDHEIMSGARD aus dem Jahr 1995 erfuhr im letzten Jahr auch eine mehr als würdige Wieder-Veröffentlichung aus dem Hause Peaceville (die scheinen sich ja generell darauf spezialisiert zu haben, längst ausverkaufte, bei manchen bereits in vergessen geratene Kult-Schätze wieder zugänglich zu machen). Einerseits ist das natürlich eine tolle Sache, um dem Wucher entgegenzuwirken, der immer öfters mit Erstauflagen betrieben wird. Das ist einfach nur noch lächerlich. Zum anderen hat der Gedanke der Kommerzialisierung des Black Metal ebenso wenig mit eben diesem zu tun, wie Leute, die Platten einfach nur sammeln, um sich an ihnen bereichern zu können.


Gut, dies soll hier und jetzt aber auch nicht das Thema sein. Das Album "Kronet Til Konge" dürfte ja eigentlich jedem bekannt sein, der sich mit der Materie auseinandersetzt und vielleicht auch ein gewisses Faible für die Mitt-90er hat. Das Werk gehört einfach mit seinem Stil zwischen räudigem, nichtsdestotrotz aber hymnisch zelebrierten Schwarzmetall und norwegischer Folklore einfach in jede ernst zunehmende Sammlung. Das Digipak, welches dann neben dem Album auch noch eine zweite CD mit raren und bisher teils unveröffentlichten Rehearsals, sowie ein recht informatives Beiheft enthält.

Zur Aufmachung:
Ein edles, mehrfach ausklappbares Digipak mit dem Original-Cover, sowie der Songliste beider CDs auf der Rückseite. Durchgehend in schwarz gehalten, hinter der ersten CD mit einem Bandfoto versehen, hinter der zweiten CD verbirgt sich der Schriftzug 'Satanic Art', mittig einzelne Portraits der (damaligen) drei Mitglieder und das alte Logo, wie es auf dem Cover der "Promo 94"-Kassette aufgedruckt war. Der Mittelteil des Digis dient als Einleger und behaust das mehrseitige Beiheft, welches neben Texten auch Kommentare und Erinnerungen der Protagonisten Vicotnik, Aldrahn und Fenriz und rare Fotos enthält.

"Rehearsal 1994":
Die zweite CD beinhaltet wie der Titel schon sagt eine Rehearsal-Session, kommt also live aus dem Studio, was man auch deutlich durch die Ansagen und zwischenzeitlichen Kommentare hört. Rau und unverfälscht also, und daher genau mein Ding. Das ist in meinen Augen ähnlich stark wie die "To Elishia" von OPHTHALAMIA und reiht sich damit in die Liste der besten Rehearsal-Aufnahmen ein, die ich bisher gehört habe. Genau so muss Black Metal sein. Fertig!

Fazit:
Natürlich stellt sich hier mal wieder, wie bei jedem Re-Release alter Klassiker, ob man das unbedingt wirklich braucht. Die Frage stellte ich ja bereits bei der, von mir ebenfalls besprochenen Wiederveröffentlichung des MAYHEM-Klassikers "Live in Leipzig" auf, welche auf der zweiten CD zum ersten Mal eine offiziell lizenzierte Fassung von "Live in Zeitz" enthielt (zu lesen ist die Besprechung hier). Nun, Maniacs dürften dieses Album mit Sicherheit bereits länger ihr Eigen nennen und werden diese CD eher links liegen lassen. Black Metal-Jünger aber, die die alten Bands vielleicht eher nicht so kennen, sich aber vom alten Geist wollen inspirieren lassen, die sind mit diesem Doppel-Scheiben-Set mehr als gut bedient. Schon allein die zweite CD stellt eine absolute Aufwertung dar in meinen Augen und auch ein ernsthaftes Argument, welches einen Neukauf rechtfertigt. Die Neuveröffentlichung erfolgte auch auf Vinyl (diese enthält jedoch nicht den Rehearsal-Teil).

Zeitloser Klassiker in neuem Gewand mit hochwertigem Beiwerk - Kaufempfehlung!


Darbietungen:
1-01. Intro
1-02. Å slakte Gud
1-03. En krig å seire
1-04. Jesu blod
1-05. Midnattskogens sorte kjerne
1-06. Kuldeblest over evig isøde
1-07. Kronet til konge
1-08. Mournful, Yet and Forever
1-09. Når vi har dolket Guds hjerte
1-10. Starcave, Depths and Chained
1-11. When Heavens End

1-12. Outro
2-01. Når Vi Har Dolket Guds Hjerte
2-02. On Swords
2-03. Jesu Blod
2-04. Kuldeblest Over Evig Isode
2-05. Kronet Til Konge
2-06. Midnattskogens Sorte Kjerne
2-07. Starcave, Depths and Chained
2-08. Mournful, Yet and Forever
2-09. Å Slakte Gud


Laufzeit: ca. 105 Minuten

Review: Modgudr - The Ancient Days Of Glory (CD, Wolfmond Production - 2015)

Die beiden Mannen Frost und Infernos formen zusammen das Duo MODGUDR. Seinen Anfang nahm es bereits 2001, als in anderer Besetzung ein erstes Demo auf Kassette raus gehauen wurde. Natürlich nur in sehr geringer Stückzahl und auch eher für den engsten Kreis. Die Jahre und Mitglieder gingen, so dass sich Frost, mittlerweile alleiniger Kopf des Projekts, im Jahr 2007 dazu entschied, die Band zu Grabe zu tragen. Doch nun ließ man in einer neuen Besetzung wieder etwas von sich hören im letzten Jahr.





Nach einem kurzen majestätischen Intro geht "The Ancient Days Of Glory" dann auch gleich mit dem ersten Lied "Path Of Darkness" in die Vollen. Was klar wird: mit MODGUDR präsentiert Frost etwas gänzlich anderes als mit PESTHEIM. Während es bei seinem Hauptprojekt nämlich mittlerweile sehr atmosphärisch und auch symphonisch zur Sache geht, präsentiert sich die Musik von MODGUDR ursprünglicher und direkter, aber nicht unbedingt weniger melodisch. Was beide Bands gemein haben, ist der unüberhörbare Hang zur Tradition, den sie ausdrücken wollen. Genau so möchte das Werk auch verstanden werden: als Tribut an die alten Zeiten, die frühen 90er gerade in Norwegen. So erinnert das Schlagzeug-Spiel manches Mal etwa an alte Satyricon. Instrumental gesehen gibt man sich also voll und ganz dem alten Geist hin, auch ein wenig rockiger darf es schon mal sein ("My Eternal Kingdom"). Auch der Gesang ist etwas brutaler ausgefallen, bietet gar passagenweise einen düsteren Death/Doom-Einschlag, wie ich finde - was dem ganzen aber keinen Abbruch tut und die Songs noch einen Tick besonderer macht.

Fazit:
"The Ancient Days Of Glory" ist ein recht solides Werk traditioneller Black Metal-Tonkunst geworden, welches allerdings auch einige Schwächen aufweist. Ich wage mal zu behaupten, dass hier nicht jedes Lied mit Live-Drums eingespielt wurde, vor allem da sich schnellere Passagen wie bei "Dusk Under Stormy Sky" verdammt statisch und nach Konserve anhören in meinen Augen. Vielleicht liegt es auch an der Produktion - da möchte ich keinem Unrecht tun. Wer darüber hinweg sehen kann, den erwartet hier wie schon erwähnt ein gutes Werk alter Schule. Limitiert ist die CD (wie bei dem Label üblich handelt es sich um eine Pro-CDr im Jewelcase mit Einleger und 4-seitigem Beiheft auf Fotopapier) auf 66 Exemplare, handnummiert. Vereinzelt ist MODGUDR's Werk wohl noch im Laden von Wolfmond Production zu bekommen.

Solider Old-School-Flick, der allerdings auch einige Schwächen aufweist.


Darbietungen:
01. Introduction
02. Path Of Darkness
03. Dusk Under Stormy Sky
04. The Ancient Days Of Glory
05. My Eternal Kingdom
06. Under The Cold Moon
07. In The Silence Of Darkness
08. The Blood Of The Norsemen

Laufzeit: ca. 26 Minuten

Sonntag, 8. Mai 2016

Preview: Seeming Emptiness - Heavy Rain (CD, Rain Without End - 2016)

Das 2005 gegründete Solo-Projekt SEEMING EMPTINESS wird auch noch Ende diesen Monats sein inzwischen zweites Voll-Album veröffentlichen. Es wird den Namen "Heavy Rain" tragen, und dem Debüt in Sachen Emotionen in nichts nachstehen, soviel kann ich schon einmal versprechen...







Gut, die Gangart, die hier eingeschlagen wird, ist zwar generell eher nicht meine Baustelle, aber auch ich habe ab und an schon einmal ein Gespür für gut präsentierte Doom Metal-Musik. Und genau darauf baut die Musik von SEEMING EMPTINESS im Grundsatz auch auf. Emotionaler Doom Metal, der sich in etwa mit Sachen wie 40 WATT SUN vergleichen lässt, angereichert mit Einflüssen aus dem Dark Ambient, melodischen Death-Anklängen und Post-Rock / -Metal, sowie in teils eher psychedelischen Zügen (wie in "Riven" zu hören). Dabei wird innerhalb der überlangen acht Lieder (keines geht kürzer als sechs Minuten) bewusst auf den Einsatz von Gesang verzichtet, was ja auch nicht unbedingt schlecht sein muss. Auch verfügt das Repertoire der Instrumente über genügend Abwechslung und Ideenreichtum, dass es nicht langweilig wird und man den Gesangspart gar nicht so sehr vermisst. Allerdings wirken manche Passagen dann doch irgendwie auf die Dauer in die Länge gezogen, so dass das Ganze für manche zur Geduldsprobe werden wird. Gerade die sollte man bei diesem Werk aber unbedingt mitbringen, und so wird man für das Warten dann auch immer wieder mit gezielt platzierten Stimmungs- und Tempowechseln, sowie verspielten, hymnischen und epischen Gitarrensoli entlohnt.

Fazit:
Wie eingangs erwähnt, ist die Musik von "Heavy Rain" jetzt nicht unbedingt 'my cup of tea', wie der Engländer jetzt sagen würde. Auch handelt es sich hierbei jetzt um kein Werk, was ich zwingend in meine Sammlung aufnehmen müsste. Nichtsdestotrotz handelt es hier aber um ein äußerst atmosphärisches und emotionales Album, auf welches man sich allerdings auch einlassen muss und dem man auch die nötige Zeit entgegenbringen sollte - ist man dazu von vornherein nicht Willens, sollte man es am besten gleich bleiben lassen, denn SEEMING EMPTINESS' Werk lässt da kaum Platz für Kompromisse. Die Scheibe erscheint am 28. Mai 2016 und kann bereits im Online-Shop von Naturmacht / Rain Without End vorbestellt werden.

Experimentelles Werk, welches eine sehr atmosphärische Mixtur aus modernem Doom / Death Metal, Post Rock und Ambient bietet. Sollte man sich allerdings drauf einlassen können!


Darbietungen:
01. Dispatched Fortune
02. Retrogression
03. Riven
04. Heavy Rain
05. Red Glowing Night
06. Heirless
07. Obscure Pulse
08. Enliven in Dust

Laufzeit: ca. 59 Minuten

Samstag, 7. Mai 2016

Review: Pestkult - Soul Collector (CD, Narbentage Produktionen / Satanath Records - 2015)

PESTKULT aus dem Saarland veröffentlichten letztes Jahr ebenfalls ihr erstes vollständiges Album. Nachdem mir die Band noch von ihrer 2014-Split "Devils Work in the Witchtower" relativ schmerzhaft in Erinnerung ist (so gut fand ich sie wirklich nicht), war ich gespannt, wie sich die Band auf ihrem neuen Werk gemacht hat...







Gut, dass man bei einer Band mit der Ausrichtung nicht gerade Innovationen erwarten darf, dürfte klar sein. Und auch nach dem einlegen der CD war mein erster Gedanke "Oh nein, bitte nicht...", aber das wandelte sich dann auch wieder nach dem ersten Lied und quasi-Intro "Possessed", welches doch tatsächlich einen eher DSBM-lastigen Gesang bietet. Der Titelsong gefällt mir da um einiges besser und "Okkultes Schlachtkommando" hat einen sehr spielfreudigen Rock-Einschlag. "Finsternis in Ewigkeit" ist dann auch gleich als ein fieser Bastard zwischen räudigem Minimal-Schwarzmetall und Okkult Rock zu bezeichnen, dagegen zeigt sich "Pestkult" beinahe schon wie eine Hommage an MOTÖRHEAD. Der Gesang ist dagegen als durchaus krank zu bezeichnen und weckt nicht nur hier Assoziationen mit der Kombo HELLFUCKED - dazu passend sind auch die hier verwendeten Einspielungen, die allerdings auch zu NATTEFROST passend würden. Das folgende Stück "Im Zeichen der Ziege" schlägt da wieder einen direkten räudigen Black Metal-Pfad ein und bietet dazu noch eine sehr hymnische Solo-Gitarre. "Fuckin' Hell" bietet dann noch einmal dreckigen Black 'n' Roll und nach einem kurzen Sample erklingt mit "Sick Occult Shit" der letzte Song, der noch einmal gitarrenorientierten Satanic Rock mit schnellen Black Metal-Parts bietet.

Fazit:
Zugegeben, ist das erste Album von PESTKULT jetzt kein Überwerk, oder eine Scheibe, die man nun unbedingt besitzen muss. Dafür ist die Musik einfache eine Spur zu gewöhnlich. Wer allerdings mal wieder richtig Bock auf kernigen old school Black Metal mit rotzigem Rock-Einschlag hat, der ist mit "Soul Collector" mehr als gut beraten, denn wirklich schlecht ist das Album nicht, und hebt sich gerade durch seine, wenn auch nihilistischen, Gitarrenspiele sowie den Gesang durch gleichartige Werke ab. Im Online-Shop von Narbentage gibt es die CD für alle Interessenten noch zu erwerben.

Kein Muss, als Old School Maniac kann man dem Ganzen aber ruhig eine Chance geben.


Darbietungen:
01. Possessed
02. Soul Collector
03. Okkultes Schlachtkommando
04. Finsternis in Ewigkeit
05. Pestkult
06. Im Zeichen der Ziege
07. Fuckin' Hell
08. Sick Occult Shit

Laufzeit: ca. 31 Minuten

Review: Kawir - Πάτερ 'Ηλιε Μήτερ Σελάνα (CD, Iron Bonehead Productions)

Nachdem es bereits eine Weile angekündigt war, ist es nun endlich da: das neue Album der Hellenen von KAWIR. Nach dem letzten Werk "Isotheos" waren die Erwartungen natürlich auch sehr hoch, und man darf sich mit Recht fragen, ob "Father Sun Mother Moon", so der Titel des Albums im Englischen, diese Erwartungen erfüllen kann...








Die Titel sind einmal mehr im Altgriechischen verfasst, genau wie die Texte. Man bleibt sich seiner Linie aber nicht nur in dieser Hinsicht treu. Gleich zu Anfang an im Lied "To the Sovereign Sun" wird klar, dass der Pfad, den man vor allem mit dem direkten Vorgänger beschritten hat, hier konsequent weiter geführt wird. Eine kraftvolle Produktion, die keine Wünsche offen lässt. Musik, die eine Gratwanderung zwischen Black Metal-Hymnen und griechischer Folklore darstellt. Zudem zeigt man sich spielerisch in Bestform und zelebriert einmal mehr, dass Schwarzmetall mehr sein kann, als bloß Musik, sondern auch ein Lebensgefühl und eine Lebensphilosophie! Und KAWIR beweisen auch einmal mehr gekonnt, dass es zu authentischem Schwarzmetall nicht unbedingt der Huldigung des Gehörnten braucht, sondern das ganze auch spannend in einen um altgriechische Mythen und Sagen inszenieren kann. Es ist auch erstaunlich und wirklich erfreulich zu betrachten, wie sehr sich die Formation in Laufe ihres Bestehens entwickelt hat und sich dabei doch immer selber treu geblieben ist.

Fazit:
Ein Album, zu dem ich nicht viele Worte verlieren möchte. Nicht aus dem Grund, weil ich es nicht mögen würde, sondern eher weil ich der Meinung bin, dass jeder diese Musik selber erfahren sollte. KAWIR sind in dem, was sie zelebrieren einfach einzigartig und zeigen auf ihrem aktuellen Album einmal mehr, dass es sich hier nicht bloß um Musiker, sondern um Überzeugungstäter handelt. KAWIR haben in meinen Augen nichts als Respekt verdient! Von Anfang bis zum mehr als epischen Ende "The Descent of Persephone" ist die Scheibe ein Werk geworden, was euch aus den Stiefeln hauen wird. Das Album erschien bei Iron Bonehead als CD im edlen Digipak und auf Vinyl als DLP im edlen Gatefold-Cover. Beides könnt ihr am besten direkt im Mailorder von Iron Bonehead bestellen.

Es gibt nur einen Rat, den ich hier geben kann: KAUFEN !!!


Darbietungen:
01. Εις βασιλέα Ήλιον / To the Sovereign Sun
02. Διόνυσος / Dionysus
03. Ηρακλής μαινόμενος / Hercules Enraged
04. Εις Διόσκουρους / To Diouscuri
05. Εις Μήτερ Σελάνα / To Mother Moon
06. Χαίρε τρίμορφη θεά / Hail to the Three Shaped Goddess
07. Η ταύριαν Άρτεμις / The Taurian Artemis
08. Η κάθοδος της Περσεφόνης / The Descent of Persephone


Laufzeit: ca. 64 Minuten

Preview: Draugur - By the rays of His golden light (CD, Naturmacht Productions - 2016)

Die im späten Jahr 2013 gegründete okkulte Formation DRAUGUR aus den Niederlanden veröffentlicht Ende diesen Monats unter dem Banner der deutschen Schmiede Naturmacht ihr Debüt-Album. Auch wenn der Name den meisten wohl eher noch nichts sagen dürfte und die Band ja noch relativ jung ist, sind die Beteiligten alles andere als unbekannt. Da wäre zunächst Sänger Dagon (ehemals NECROFEAST, GESTALTE, HEKEL), Gitarristin Obscura und Schlagzeuger Vos (beide u.a. INFESTIS), zweiter Gitarrist M von den mir unbekannten FÖRTVIVLAN und am Bass der ehemalige von ZELFHAAT.




Alles Namen also, die gar über die niederländische Underground-Szene hinaus eine Bedeutung haben, vor allem NECROFEAST haben in gewissen Kreisen ja einen gewissen Kult-Status - wobei die beiden Voll-Alben der Band unterschiedlicher nicht sein könnten. Mit diesen Werken hat das Album der neuen Band mit Dagon am Gesang jedoch reichlich wenig bis gar nichts zu tun. "By the rays of His golden light" ist ein erhabenes Machwerk durch und durch. Keine plumpe Räudigkeit oder paganen Einflüsse. Schwarzmetall, der einerseits als orthodox zu bezeichnen ist, dabei aber sehr kraftvoll produziert und in Szene gesetzt ist. Das ist genau das, was man von einem Werk aus dem Jahr 2016 erwarten darf: Tradition und doch eine ordentliche Produktion. Spielerisch lässt man sich auch nicht lumpen und zeigt gerne, was man seinen Instrumenten hervorzulocken vermag. Man höre sich nur das absolut geile Zusammenspiel zwischen Gitarre und Schlagwerk im Song "Behold the third eye vision" an. Auch sonst schwelgt man gerne in überirdischen Sphären und macht gar vor progressiven Einflüssen nicht Halt ("I rule this night"). Der Gesang ist dabei auch recht facettenreich ausgefallen, bietet er doch vom eher beschwörenden Grundton bis hin zum krankhaft wahnsinnigen Geschrei so einiges.

Fazit:
Das Debüt der Niederländer DRAUGUR wirft bereits seine Schatten voraus. Wie so viele große Dinge. Und, bei Luzifer: mit diesem Werk steht uns etwas Großes bevor. Manche werden vielleicht das letzte Quäntchen Eigenständigkeit vermissen, doch trifft die Truppe mit ihrem Erstlingswerk genau meinen Nerv. Die richtige Mischung aus okkulten Stimmungen, Tradition und spielerischer Finesse. "By the rays of His golden light" wird am 28. Mai diesen Jahres von Naturmacht Productions veröffentlicht werden, wie immer sowohl in einer normalen Jewelcase-Version, als auch in einem edlen Digipak. Bereits jetzt können beide Varianten im Online-Shop von Naturmacht vorbestellt werden.

Grandioses Debüt-Werk!


Darbietungen:
01. Constructing the Void
02. Entities of the third dimension
03. Torment in a maze
04. I, death, descent
05. Behold the third eye vision
06. I rule this night
07. Bloodsoaked battlefield commitment

Laufzeit: ca. 38 Minuten

Review: Pestheim - The Darkness Shall Be Eternal (CD, Wolfmond Production - 2016)

Nachdem ich mich nun in meiner letzten Rezension dem jüngsten Album von PESTHEIM "Nocturnal Symphonies" widmete, folgt nun die Besprechung zur aktuellen EP. Die CD umfasst dabei fünf Lieder, wobei vier davon Eigenkompositionen sind und eines eine Nachspielversion darstellt. Während das Label Wolfmond bei vergangenen Werken lediglich als Pate und Supporter aufgeführt wurde, wurde diese neue CD-EP nun gleich unter dem Banner der deutschen Schmiede veröffentlicht...





Gut denn, widme ich mich also direkt mal ohne große Umschweife dem vorliegenden Werk des Herrn Frost. Die Aufmachung bietet die gewohnte Wolfmond-Qualität und -Attitüde: Pro-CDr in Jewelcase mit professionell bedruckten Einlegern und 4-seitigem Beiheft auf Fotopapier. Aus dem Untergrund, mit dem Untergrund, für den Untergrund - fertig.

Kommen wir zur Musik: gleich mit dem ersten Lied bietet man einen bereits bekannten (und wohl auch durchaus beliebten) Song in Form von "The Freezing Winds", den M.H. Frost auf Grund großer Nachfrage exklusiv für diese EP neu aufnahm und ihn damit nochmals für alle diejenigen auf Tonträger zugänglich machte, die das "In The Mysterious Depths Of The Forest" Album aus dem Jahr 2013 verpasst haben. Damals wie heute: eine unglaublich dichte Atmosphäre und auch für mich zählt das Stück zu einem der besten Werke der Ein-Mann-Band überhaupt. "From The Icy Cold Of Winter" schlägt da mit seinem sehr ambient-lastigen und symphonischen, majestätisch anmutenden Black Metal-Stil in einen ähnlich Kerbe und bietet letztlich genau das, was der Titel versprechen lässt: winterliche Atmosphären, durch Musik vertonte Kälte. Eine Wanderung durch nächtliche, verschneite und nebelverhangene bergische Wälder. Mit dem Schwert und der Fackel im Anschlag. Ein Lied, um die Seele auf Wanderschaft zu schicken. Der dritte im Bunde, namentlich "Storm Of Darkness" schlägt da einen anderen Pfad ein und zelebriert eher einen eher räudigen Stil, der sich auch sehr erhaben und misanthropisch präsentiert und sich daher in etwa mit Songs wie "Hateful Manifesto" oder "On The Wings Of Immortality" (beide vom "In The Mysterious Depths Of The Forest" Album) vergleichen lässt. "The Darkness Shall Be Eternal" setzt dem dann noch einmal einen drauf und erinnert in seinem Stil an die Alt-Werke der Band und ist aus dieser Warte heraus vielleicht auch eher als Hommage und Tribut an sich selbst und PESTHEIM zu verstehen. Wird im zweiten Song auch noch mit Samples wie Wolfsgeheul gespielt, erschallt hier ein Chor, was dem Ganzen auch eine sehr 'Mid-90ies-Attitude' verleiht. Die konsequente Weiterführung dieses Gedankens findet man dann im folgenden letzten Lied, einem Cover von BURZUM's "Dunkelheit" vom umstrittenen Werk "Filosofem". Dazu bleibt zu sagen, dass M.H. Frost es sich nicht hat nehmen lassen, dem Lied seinen eigenen Stempel aufzudrücken und es ergo dankenswerter Weise auch nicht einfach plump nachspielt. Gerade in der eher gesprochenen im letzten Viertel wird deutlich, dass der Gesang sich völlig anders orientiert und die Betonung auch anders legt. Was die ganze Angelegenheit aber nicht besser oder schlechter als das Original machen würde, sondern einfach nur anders. Selten auch habe ich ein Cover gerade dieses Songs gehört, der die Stimmung so gut einfängt und die Quintessenz von "Dunkelheit" so sehr auf den Punkt bringt. Und so gesehen stellt dieses Cover einfach den perfekten Abschluss für ein Werk mit Namen "The Darkness Shall Be Eternal" dar.

Fazit:
Viel bleibt da nicht mehr zu sagen. Die EP ist mal wieder anders geworden, als man es nach dem letzten Album vielleicht hätte erwarten dürfen - aber gerade das macht das Projekt ja auch interessant. Bei Frost sollte man immer auch ein bisschen das Unerwartete erwarten. So stellt die CD nicht nur wegen des ersten Liedes einen Verweis auf ältere Werke dar. Die beiden letzten Eigenkompositionen sind darüber hinaus auch als Hommage an die vergangenen Tage von PESTHEIM zu deuten und das BURZUM Cover halte ich für eines der gelungensten, die ich bisher aus dem deutschen Raum gehört habe. Zu bekommen ist die limitierte CD-EP natürlich wie immer direkt über Wolfmond Production oder auch direkt über die Band.

Atmosphärisch dichtes Werk, welches in seinen Stimmungen unterschiedlichste Facetten bietet und daher auch recht interessant bleibt.


Darbietungen:
01. The Freezing Winds
02. From The Icy Cold Of Winter
03. Storm Of Darkness
04. The Darkness Shall Be Eternal
05. Dunkelheit (BURZUM Cover)

Laufzeit: ca. 26 Minuten

Dienstag, 3. Mai 2016

Review: Midnight Callings - Pilgrims of the Black Hole (CD, Into Dungeons Records - 2016)

Nachdem das letzte Werk, das selbstbetitelte Debüt, vor beinahe vier Jahren das erste Mal veröffentlicht wurde (auf CD, ebenfalls auf Into Dungeons) und 2014 eine Wiederveröffentlichung auf Kassette erfuhr (unter dem Banner von Schattenkult), ohne jedoch irgendwelches neues und zusätzliches Material zu beinhalten, folgte nun im Januar diesen Jahres der Release des zweiten Albums "Pilgrim of the Black Hole"...






Auch anno 2016 gibt es sie noch... diese wirklich mystischen Bands, die den Geist längst vergangener Tage in ihrer Musik weitertragen. MIDNIGHT CALLINGS ist in der Tat ein Projekt, über das mal so ziemlich wenig wirklich bekannt ist. Weder wer dort mitwirkt, noch wie viele Mannen sich überhaupt dort austoben. Auch wann die Band gegründet wurde, ist nicht so wirklich klar. Die einzigen Fakten sind, dass man hier das bisher zweite Voll-Album vorliegen hat (ob noch irgendwelche Demo-Veröffentlichungen existieren ist auch umstritten - man munkelt halt). Ein weiterer Erkenntnispunkt ist, dass MIDNIGHT CALLINGS in ihrer Machart einen sehr erhabenen Black Metal zelebrieren, der ebenso getragen wie mystisch daherkommt. Der Hinweis im Beiheft "Listen in total darkness under the nightsky!" kommt also nicht von ungefähr, sondern gibt in wenigen Worte eigentlich genau das wider, was die Atmosphäre von "Pilgrims of the Black Hole" in ihrer Essenz ausmacht: Dunkelheit. Finsternis. Endloses Schwarz. Blut, Schweiß und die Qualen der Hölle. Die Wanderung durch den Sündenpfuhl des Totenreiches dauert lediglich vier Lieder an, die allerdings auch eine Gesamtlänge von 44 1/2 Minuten aufweisen, was das Ganze für einige vielleicht doch zu einer kleinen Geduldsprobe werden lassen dürfte. Zum Abschluss hält das Album mit "Where the Raven Rests" noch ein Cover des MYSTICUM-Songs "Where the Ravens Flie" bereit.

Fazit:
Das neue Machwerk der deutschen Formation MIDNIGHT CALLINGS ist bei weitem kein leicht zugängliches Album geworden. Zu monoton und zu einfallslos scheint das ganze auf den ersten Blick. Aber das ist auch der erste Eindruck. Wer die Muse hat und sich wirklich dem Album öffnen kann, wird mit einem sehr atmosphärischen Werk mystischen Schwarzmetalls entlohnt.

Schwarzmetall mit stimmungsvoller Mystik. Ein musikalisches Erzeugnis absoluter Dunkelheit!


Darbietungen:
01. Pilgrims of the Black Hole
02. Bleak
03. Dust
04. Where the Raven Rests (MYSTICUM Cover)

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Sonntag, 1. Mai 2016

Review: Hati - 10 (CD, Eigenproduktion - 2016)

Es gibt solche Bands, die man kaum mehr auf dem Schirm hatte, bis man urplötzlich einmal wieder von einem neuen Release hört. Ähnlich ging es mir im Falle HATI - wusste ich bis zur Veröffentlichung von "10" ja noch nicht einmal mehr, ob es die Truppe überhaupt noch gibt. Aber irgendwie scheint sie schon noch zu existieren, was mich persönlich sehr freut, galten sie für mich doch immer als eine von Deutschlands hörenswerten Gruppen aus dem Untergrund.





Musikalisch zwar schlicht und bewusst primitiv gehalten, werden HATI wohl kaum Hörer hinter dem Ofen hervor locken, deren Ohren heutzutage verwöhnt sind von druckvoll sauberen, auf Hochglanz polierten Produktionen. Vielmehr richtet sich das hier an jene, die noch wirklich etwas mit dem Geist der Anfänge in Deutschland anzufangen wissen. ABSURD standen da musikalisch gesehen (dem Teufel sei Dank) eher weniger Pate, sind aber natürlich gerade im Gitarrenspiel der ersten Demo herauszuhören. Eher sind es Bands wie GRABSCHÄNDER, alte DEATHGATE ARKANUM, DYING FULLMOON, IRMINGOT oder auch alte GRAVELAND (wenn man die Vergleiche denn international ausweiten möchte), die hier als Inspirationsquellen genannt werden dürften. Dabei handelt es sich bei dem vorliegenden Werk mitnichten um eine neue EP oder gar ein Album. Es handelt sich hier um eine Zusammenstellung der ersten beiden Demos "Aus dem Dunkel" aus dem Jahr 2001 und "Auf in den Kampf" von 2002, sowie dem Voll-Album "Trauer, Krieg, Verzweiflung und Hass" aus dem Jahr 2004. Erst genanntes umfasst die ersten sieben Songs, wurde auf vier analogen Spuren aufgenommen und klingt dementsprechend auch ziemlich rau und ungeschliffen. Die folgenden acht Lieder bilden "Auf in den Kampf", welches auf acht analogen Spuren aufgenommen wurde und daher insgesamt auch etwas professioneller klingt. Neben den Formaten CDr und Kassette erschien die zweite Demo sogar auf Vinyl mit dem "Aus dem Dunkel" Demo auf der B-Seite. Aber das nur am Rande. Die letzten 10 Lieder sind dem "Trauer, Krieg, Verzweiflung und Hass" Album entnommen, welches in lediglich vier Tagen eingeprügelt wurde und mit "Ich hasse alles was lebt" noch ein GRABSCHÄNDER Cover enthält.

Fazit:
Ein rohes, authentisches Werk deutschen Schwarzmetalls aus dem Untergrund. Diese CD enthält bis auf die Beiträge zu diversen Splits mit den beiden Demos und dem Voll-Album alle bisherigen (alleinigen) Werke der Band. Aktuell ist die Truppe wohl bei Narbentage Produktionen unter gekommen, was auf eine baldig folgende neue Veröffentlichung hoffen lässt. Die CD bekommt ihr bei dem Underground-Dealer eures Vertrauens, spontan kann ich Obscure Abhorrence und Wolfmond als Bezugsquellen nennen.

Authentischer deutscher Underground Black Metal der alten Schule. Wer die Werke noch nicht sein Eigen nennt, dürfte mit der CD mehr als gut bedient sein!


Darbietungen:
01. Intro
02. Aus dem Dunkel
03. Wesen der Nacht
04. Erlösung aus dem Sein
05. Christenpack verrecke
06. Zu Ehren der dunklen Königin
07. Outro
08. Intro
09. Heil der Schlacht
10. Dem Leben entsagt
11. Öffne die Pforten
12. Eines Nachts
13. Auf in den Kampf
14. Visionen von Schmerzen
15. Outro
16. Intro
17. Feuersturm
18. Endlose Stille
19. Engelszerstörung
20. Instrumental
21. Trauer, Krieg, Verzweiflung und Hass
22. Todessehnsucht
23. Ich hasse alles was lebt (GRABSCHÄNDER Cover)
24. Grabgesänge
25. Outro

Laufzeit: ca. 80 Minuten

Review: Pestheim - Nocturnal Symphonies (CD, Eigenproduktion - 2015)

Schon etwas länger hatte ich vor, das letztjährige Voll-Album des Kriegers M.H. Frost zu besprechen. Leider kam ich aber erst kürzlich in in den Besitz der Scheibe (zusammen mit der jüngsten CD "The Darkness Shall Be Eternal", von welcher in nächster Zeit auch noch eine separate Rezension folgen wird), so dass ich die Review nun einfach nachhole. So viel sei schon einmal verraten: nicht nur das Logo hat sich hier geändert...





Das Projekt PESTHEIM sollte ja nun so unbekannt nicht mehr sein, vor allem Lesern meines Blogs sollten die 2008 gegründete Solo-Band aus Ennepetal inzwischen verinnerlicht haben. Hoffe ich zumindest, denn die Musik ist es mehr als wert, Gehör zu finden. Nun handelt es sich bei "Nocturnal Symphonies" um ein Album, welches sowohl alteingesessenen Maniacs der Gruppe gefallen dürfte, als auch neuen Anhängern den Einstieg leicht macht. Soll heißen: der doch als recht unverwechselbar zu bezeichnende Stil von M.H. Frost, der sich an den Größen der 90er orientiert, ist hier grundlegend vertreten, doch bietet er mit seinem neuen Album gleichzeitig eine konsequente Weiterentwicklung seines bisherigen Werkes. War bereits "In The Mysterious Depths Of The Forest" (die Besprechung lässt sich hier nachlesen) geprägt von melodischen Einspielungen, insbesondere von sehr Heavy Metal- bis Thrash Metal-lastigen Gitarrensoli oder ambienten Passagen, so wurde dem Ganzen auf "Nocturnal Symphonies" noch einmal einer drauf gesetzt. Allein der Opener "Nordic Kingdom" macht schon deutlich, dass man hier zum einen den typischen PESTHEIM-Stil serviert bekommt, aber auf eine sehr symphonische Art und Weise. In Verbindung mit den verwendeten Samples entsteht so ein sehr hymnischer, meist erhabener aber auch misanthropischer Eindruck. Die meisten Lieder sind daher auch im klassischen Midtempo gehalten und kommen eher mit einer getragenen, nebelverhangenen Atmosphäre daher. Dem gegenüber stehen Lieder wie "Loathsome Race of the Mortals" oder "The Human Scum", bei denen es sich um schnell gespielte Hasshymnen handelt. "Infernal Abyss" und "Purest Hatred" sind ja bereits von der Best-Of "Behold The Coming Age Of Darkness" bekannt, und zumindest der Bonus-Song "Infernal Abyss" enthält im Gitarrenspiel wohl den meisten Thrash-Einfluss und lässt auch ein wenig an Frost's Arbeit bei OLD SKULL denken.

Fazit:
"Nocturnal Symphonies" ist ein Werk, von dem man eigentlich gar nicht annehmen könnte, dass es wirklich aus dem letzten Jahr stammt, sondern vielmehr aus der Zeit um 1994/1995. Schwarzmetall in seiner puren Essenz. Kalt, majestätisch, hasserfüllt und höchst emotional. Ein Album, welches nicht nur Jünger der alten Schule und Anhänger der Alt-Werke von DIMMU BORGIR, CARPATHIAN FOREST, GEHENNA oder gar DISSECTION zufrieden stellen sollte, sondern auch jeden, der sich für atmosphärischen Black Metal begeistern kann. Aktuell ist die Scheibe, die als Pro-CDr im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft daherkommt, noch im Distro von Wolfmond Production für äußerst faire 8,- Euronnen erhältlich.

Alles, was ein authentisches Schwarzmetall-Album braucht. Sollte man sich ohne jede Frage zulegen!


Darbietungen:
01. Nordic Kingdom
02. Seelenruh
03. Loathsome Race of the Mortals
04. Crumbles to Dust
05. Purest Hatred
06. Hymnen der Natur
07. The Human Scum
08. Infernal Abyss
09. Dark Night - Outro

Laufzeit: ca. 31 Minuten