Mittwoch, 24. Februar 2016

Review: Thromos - Besessen (CD, Necro Genocide Records - 2016)

Kein Jahr ohne ein Album von THROMOS! Doch, mittlerweile kann man schon sagen, dass sich das so langsam bei der Horde aus Deutschland eingependelt hat. Waren bis zum "Haures" Album noch ein bis zwei Jahre dazwischen, so erschienen die darauf folgenden Werke in regelmäßigen Abständen jährlich. Produktiv, die Herren, und so stellt "Besessen" das mittlerweile siebente Voll-Album der Truppe da.






Auf dem Silberling lassen sich mal wieder acht Lieder samt eines nicht aufgeführten zusätzlichen Liedes am Ende finden. So weit nichts Neues also. Auch die Tatsache, dass man sich nicht großartig mit 'atmosphärischen' Intros aufhält, hat sich nicht geändert - THROMOS schöpfen direkt aus den Vollen und bereits der Opener "Luzifer (schwarzer Stern)" verdeutlicht, dass die Herren Nissen und Mortifer keinen Deut von ihrem Pfad abgewichen sind. Ganz im Gegenteil: war gerade "Haures" in der Produktion doch sehr laut, schaltet man mit "Dematerialisation" wieder einen Gang runter und besann sich auf "Translunare Transzendenz" gar komplett auf seine Wurzeln und orientierte sich eher wieder am Klang des "Hexenkult" Albums. Mit dem aktuellen Werk setzen die beiden Besessenen diesen Trend konsequent fort, klingen einerseits noch einmal eine ganze Ecke rauer und doch erfrischend anders. Dem ursprünglichen Schwarzmetall stehen rotzige Rock-Einflüsse und thrashige, teils aber auch sehr Heavy Metal-beeinflusste Gitarrenläufe gegenüber. "Daemon" bietet gar ein sehr thrashiges Solo. Zum ersten Mal gibt es die kompletten Texte auch zum nachlesen im Beiheft. Diese sind vor allem satanischer Natur, glorifizieren den Tod, den Teufel, das Abdanken der Weltreligionen und den Black Metal als Kult. Besonders hervorheben möchte ich hier noch den Titelsong des Albums, der quasi eine lyrische Reise durch die gesamte Diskographie der Band darstellt, dabei das aktuelle Werk mit einbezieht und vielleicht sogar schon einen ersten Hinweis auf ein kommendes Werk liefert. Das alles trägt zu dieser dichten, authentischen Atmosphäre THROMOS' bei.

Fazit:
Ein durch und durch gelungenes Album. Deutscher Schwarzmetall in Reinkultur. Wem die Abmischung von "Haures" zu laut und holprig war, "Dematerialisation" jedoch zu leise und sich an der rauen Atmosphären der Werke "Alte okkulte Macht" und "Hexenkult" mit dem weiter geführten rotzigen Satanic Rock-Einfluss von "Translunare Transzendenz" nicht satt hören kann, kommt an "Besessen" definitiv nicht vorbei. THROMOS Anhänger sowieso nicht. Das Album ist bisher nur auf CD erschienen, welche im Online-Shop von Necro Genocide Records bestellt werden kann. Eine Limitierung ist mir nicht bekannt. Gleiches Label möchte in naher Zukunft auch eine Vinyl-Auflage des Albums nachliefern - wenn das mal nichts ist!

Klare Kaufempfehlung meinerseits.


Darbietungen:
01. Luzifer (schwarzer Stern)
02. Die Gefallenen
03. Daemon
04. Entweiht
05. Alte dunkle Aura
06. Die Kräfte körperlosen Seins
07. Thromos (schwarzer Pfad)
08. Besessen
09. Unbetitelt

Laufzeit: ca. 61 Minuten

Dienstag, 23. Februar 2016

Review: Flavros - Det Svarta Riket (CD, Ewiges Eis Records - 2016)

Mit "Det Svarta Riket" präsentiert das Duo aus Schweden uns nach gerade einmal einer Demo und einer Split ihr erstes Voll-Album. Allein bei der Herkunft der Band ist man natürlich schon recht erwartungsvoll und die Ansprüche sind dementsprechend auch hoch angesetzt, wobei gerade Göteborg ja eher für seine bahnbrechende Death Metal-Szene bekannt ist.







FLAVROS zelebrieren ihrerseits jedoch ursprünglichen Nordland-Schwarzmetall. Misanthropisch, voller Kälte und Hass wird hier in acht Kapiteln genau das geboten, was Black Metal schon immer ausmachte. Diese Magie der guten alten 90er wurde hier sehr gut eingefangen und so lassen sich in der Musik der Band auch einige Bezüge zu den alten Helden erkennen. Selbstredend lassen sich alte Burzum vor allem im Gitarrenspiel heraushören ("Ritual"), aber auch die eher melodischen ersten Werke Dissection's oder Ophthalamia's (beide übrigens auch auch Schweden stammend) finden sich in dem Sound wieder. Doch nicht nur nordische Einflüsse lassen sich ausmachen: so ist der absolut machtvolle Gesang, der irgendwo in Sphären von krank, hasserfüllt bis erhaben, hymnisch und hysterisch pendelt, von gewissen deutschen Kombos beeinflusst zu sein. FLAVROS 'covern' aber nicht nur einfach Althergebrachtes, sondern verstehen es auch durchaus, dem Ganzen ihren eigenen Stempel aufzudrücken. So lassen sich mit jedem Hörgang weitere spielerische Details finden, und mehr und mehr wird man zu der Einsicht gelangen, dass hinter diesem Projekt Leute stehen, die mit Herzblut bei der Sache sind und denen diese Musik tatsächlich noch etwas zu bedeuten scheint.

Fazit:
Eines ist gewiss: dem Duo FLAVROS ist hier ein Album mit absolutem Kult-Potential gelungen! "Det Svarta Riket" hat genau all' das, was man von einem guten, traditionellen Black Metal-Album erwarten darf. Manches wirkt zwar dann doch wie irgendwo anders schon einmal gehört, aber in diesem Fall fällt es einfach nicht wirklich ins Gewicht, da die dargebrachte Musik mit hörbarer Hingabe zelebriert wird und so dieses typische 90ies-Feeling auf erfrischende Art und Weise interpretiert wurde. Das Album erscheint am morgigen 24. Februar diesen Jahres auf CD (zunächst einmal, bei dem Label kann man eigentlich davon ausgehen, dass ein Album solchen Potentials noch eine nachträgliche Auswertung auf Vinyl erfährt), ist nicht limitiert und kann im Online-Shop von Ewiges Eis Records, sowie beim Methorn Mailorder (und demnächst mit Sicherheit auch überall sonst, wo es gute Musik aus dem Untergrund gibt) bestellt werden.

Eine durch und durch gelungene Hommage an die alten Zeiten. Voller Hingabe und schwarzer Magie!


Darbietungen:
01. I Mörkrets Led
02. Skuggan Av Korset
03. Syndarnas Fader
04. Svarta Själar
05. Ritual
06. I Mörkrets Djup
07. Nordiskt Stål
08. Nekromanten

Laufzeit: ca. 30 Minuten

Sonntag, 21. Februar 2016

Neuigkeiten

Moin,

nachdem ich nun vor ein paar Monaten kontinuierlich den Aufbau dieses Blogs etwas veränderte und mittlerweile recht zufrieden mit der Übersicht bin, wird es ab kommenden Monat wieder ein paar, wenn auch kleine Änderungen geben:

1. Das Bewertungssystem: ich habe mich dazu entschieden, die Punktevergabe aufzugeben. Das hat den einfachen Grund, dass ich mittlerweile der Ansicht bin, dass ein Punkte-System eigentlich nicht gerade viel über ein Gesamtwerk aussagt. Gerade Black Metal, der sehr auf Emotionen aufbaut, ist immer eine sehr subjektive Sache, wenn ich auch um Objektivität bemüht bin. Zum anderen wurde mir gerade in letzter Zeit von diversen Seiten zu viel Wert auf die Punkte gelegt. So möchte ich versuchen, den Fokus auch wieder mehr auf die geschriebenen Eindrücke, die Rezension an sich, zu lenken.

2. Es ist noch nichts fix, aber evtl. erhält mein Blog endlich ein neues Logo, da ich das jetzige mittlerweile doch irgendwie abgedroschen finde.

3. Ich bespreche nur das, was mich interessiert. Ob in positiver oder negativer Hinsicht. Bands und Labels, die Reviews von mir erwarten, mir aber kein Promo-Material oder gar einen kleinen Dank entrichten, werde ich nicht mehr berücksichtigen, wenn mir das Material nicht zusagt. Support sollte auf gegenseitiger Basis beruhen (und Bands und Labels, mit denen ich zusammen agiere werden wissen, dass ich auch durchaus mit einem Kauf dabei bin, wenn mir die besprochenen Promos zusagen - an dieser Stelle auch einen DANK an alle Bands und Labels! Auf eine weitere produktive und interessante Zusammenarbeit!). Auch werde ich keine Bands und Labels berücksichtigen, die mich zu einer zwanghaft positiven Rezension drängen wollen - dafür gibt es genug Mainstream-Mags. Ich habe schon immer nur das geschrieben, was ich beim hören empfinde, und werde dies ganz gewiss nicht ändern.

4. Die Unholy Black Art Of Ritual - Volume 3 Compilation wird kommen. In welcher Form, in welchem Umfang und wann genau steht allerdings noch in den Sternen. Weitere Informationen wird es geben, sobald sie existent sind.

So weit,

Kraehenblut

Dienstag, 16. Februar 2016

Review: Witte Wieven - Silhouettes of an Imprisoned Mind (Digitales Album - 2016)

Hinter dem mystisch-verträumten Cover verbirgt sich nicht etwa eine atmosphärische Black Metal-Band aus Nord-Europa, sondern ein noch relativ junges Duo aus den Niederlanden. Atmosphäre bieten sie trotzdem.








Die EP-Veröffentlichung umfasst lediglich drei Songs, die auch fast gänzlich instrumentaler Natur sind. Die beiden Protagonisten, ein Mann und eine Frau, die hinter diesem Projekt stecken, zelebrieren dabei atmosphärischen Black Metal ohne viel Schnickschnack und vor allem ohne offensiven Einsatz von Tasten. Das wirklich Interessante dabei ist, dass die wenigen Gesangsparts von der weiblichen Seite übernommen werden. Der Gesang umfasst dabei einige klare Passagen, Flüstern und auch ein etwas unheimliches, eher gekeiftes Flüstern. Das alles passt wunderbar in das Konzept der ersten EP: beschäftigt sich "Silhouettes of an Imprisoned Mind" doch mit der Sage, nach der sich die Band benannt hat (einfach mal im Internet recherchieren). Die Spielzeiten der Lieder ist auch nicht unnötig in die Länge gezogen, zudem wirken die Beiträge ziemlich abwechslungsreich zu einander.

Fazit:
Für ein erstes Lebenszeichen kann sich diese EP durchaus sehen und vor allem hören lassen. Witte Wieven beweisen hier, dass sie Talent und Potential besitzen. Dieses Potential wurde hier jedoch meiner Meinung nach noch nicht voll ausgeschöpft - ich meine, es klingt zwar alles sehr gut und eine ordentliche Produktion ist auch zu verzeichnen, aber mir fehlt hier doch noch das gewisse Etwas. Ich werde dieses Projekt aber definitiv im Auge behalten, da mich hier ein vollständiges Album wirklich reizen würde. Das Werk wurde einmal in digitaler Form zum, wenn ihr wollt, kostenlosen Herunterladen, als auch als CD im Digipak veröffentlicht. Beides könnt ihr über die Bandcamp-Seite von Witte Wieven beziehen.

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Ruin
02. Silhouettes of an Imprisoned Mind
03. Faces of Unreality

Laufzeit: ca. 15 Minuten

Review: Oranssi Pazuzu - Värähtelijä (CD, Svart Records - 2016)

Schon etwas länger ist es her, seitdem ich dieser Band aus Finnland eine Besprechung spendierte. Anno 2011 präsentierte man der geneigten Hörerschaft sein bereits zweites Album, welches auch ich mit einer sehr guten Bewertung bedachte. Mittlerweile liegt mit "Värähtelijä" das bereits vierte Voll-Album der fünf Mannen vor. Ob es mich wie das letzte gehörte Werk der Gruppe fesseln kann... ich lasse mich überraschen...







Am Stil hat sich nicht viel geändert: zelebriert wird ein ziemlich düsteren Black Metal, der wirklich gut und erhaben produziert ist, ohne jedoch weich gespült zu klingen. Für eine zusätzliche dreckige Atmosphäre sorgen die psychedelischen Rock Einflüsse, die das gesamte Werk durchziehen. So entstehen Sphären, die jenseits aller irdischen Existenz zu schweben scheinen, hinter dem menschlichen Verstand und weit davon ab, was vorstellbar zu sein scheint. Dass die Songs da schon einmal gut und gerne die sieben bis 10 Minuten-Marke übersteigen, ist da nicht weiter verwunderlich und auch nicht wirklich tragisch - ganz im Gegenteil entfalten sich die vor allem psychedelischen, drogengeschwängerten Atmosphären so erst wirklich. Ganz klar wird das dem einen oder anderen wahrscheinlich auf die Dauer eher zu monoton und zu ermüdend sein, vor allem, wenn man eher den traditionellen Black Metal gewohnt ist. Doch diese Band möchte ja gerade auch diejenigen ansprechen, die gewillt sind, über den Tellerrand zu schauen und sich durch Neues inspirieren zu lassen.

Fazit:
Mit ihrem neuesten Werk haben die Finnen von Oranssi Pazuzu ein wahres Meisterwerk geschaffen. Das Album ist durch und durch schwarz, düster, mystisch und okkult. Dabei erstrahlt es aber gleichzeitig auch in psychedelisch bunten Wirbeln, dass man sich in ihnen verlieren kann. Doch Obacht: diese bunten Wirbel führen geradewegs in den Wahnsinn und ins alles verschlingende Nichts! Einfach ein grandioses Album, welches die Messlatte für kommende Werke enorm hoch anlegt! "Värähtelijä" wird am 26. Februar bei dem finnischen Label Svart Records erscheinen, sowohl auf CD als auch auf Vinyl in mehreren Farben und Limitierungen (aber auf jeden Fall mit einem Coupon für einen kostenlosen Download des Albums im mp3-Format - so etwas lobe ich mir!). Beide Formate können bereits im Online-Shop von Svart Records vorbestellt werden.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Saturaatio
02. Lahja
03. Värähtelijä
04. Hypnotisoitu Viharukous
05. Vasemman Käden Hierarkia
06. Havuluu
07. Valveavaruus

Laufzeit: ca. 69 Minuten

Sonntag, 14. Februar 2016

Review: Hostium - The Bloodwine Of Satan (LP, Iron Bonehead Productions - 2016)

Das deutsche Label hat sich die kanadische Kapelle Hostium aus Vancouver unter den Nagel gerissen, die mit vorliegendem Werk ihr erstes Voll-Album vorlegen. Diesem ging ein Demo-Tape voran, welches allerdings auch schon satte acht Jahre auf dem Buckel hat.









Die drei Mannen zelebrieren hier verteilt auf sieben Lieder genau das, was man von einem Album mit Namen "The Bloodwine Of Satan" erwarten darf: misanthropischen, kalten Black Metal mit einer düsteren, okkulten Note. Ein wenig Death-Einfluss sowie Anleihen an den Thrash ("Thirst for Destruction") sind ebenfalls auszumachen. Die Aufnahme klingt auch tatsächlich so, als hätte man diese in eine alte Kapelle oder Gruft verlegt. Den Eindruck gewinnt man vor allem bei Gesang und dem Schlagzeug, die beide irgendwie etwas... hallend oder jenseitig klingen. Stilistisch hält man sich im beliebten Midtempo auf, legt aber zeitweise auch schon einmal eine Gangart zu ("From Soulless Ruins"). Zum Abschluss bringt man dann auch noch einmal gleichzeitig den gelungensten Song des Albums, welcher sich da "Heathen Burial" schimpft, der mit seiner kranken Atmosphäre aus Psycho Black Metal und ritueller Musik sehr bedrohlich und verachtend wirkt.

Fazit:
Mit Hostium's "The Bloodwine Of Satan" bekommt man genau das, was man auch von solch' einem Album erwartet. Geradlinigen, düsteren Black Metal, dessen dichte Atmosphäre so schwer ist, dass einem der Gruftgestank förmlich in die Nase steigt. Die LP ist auf 500 Stück limitiert, zeitgleich ist das Album auch Necroshrine CD im Jewelcase erschienen. Beides könnt ihr im Online-Shop von Iron Bonehead Productions bestellen.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Through Realms of Oblivion / Holy Spirit of Satan
A-02. Bloodwine Chalice
A-03. Arcane Deathwomb
B-04. From Soulless Ruins
B-05. Epithaph
B-06. Thirst for Destruction
B-07. Heathen Burial

Laufzeit: ca. 37 Minuten

Review: Ewiger Wald - Von alten Zeiten... (CD, Hammerbund - 2015)

Hinter dem illustren Namen steckt ein deutsches Ein-Mann-Projekt. Das Album erschien bereits 2014 als CD im Digipak, ist allerdings auf Grund der Limitierung von gerade einmal 100 Kopien als recht rar zu bezeichnen. Der Hammerbund legte daher im letzten Jahr die normale Jewelcase-Ausgabe mit neuem Artwork nach.








Die Aufmachung ist sehr ästhetisch ausgefallen. Musikalisch kann man das Niveau aber nicht immer zur Gänze halten. Ob es sich hier um neu bearbeitete Fassungen handelt, weiß ich nicht, da ich die Original-Aufnahmen nicht kenne. Ich kann es mir allerdings auch nicht vorstellen. Rein klangtechnisch gibt es hier auch nichts zu meckern. Eine solide Underground-Produktion halt. Musikalisch greift man dann auf altbewährte Stile zurück. Räudiger Black Metal paar sich mit Pagan Metal und wird von diversen Folklore-, Ambient-, und Sample-Passagen durchzogen. Der Streicher am Anfang von "Todesgewimmer" lässt mich dann auch an die Band Forteresse aus Quebec denken. Hauptsächlich dürften die Wurzeln der Band aber in den neueren Werken von Absurd (ab "Totenlieder") zu finden sein. So ein wenig Forgotten Darkness lässt sich auch heraushören. Wirkliche Höhepunkte bleiben weitestgehend aus, wobei das Lied "Sonnenjäger II - Heimaterbe" mit seinem sehr getragenen, schnellen Rhythmus in meinen Augen schon das Highlight der CD darstellt. Der verzerrte Gesang nervt mich allerdings hier und da doch schon sehr.

Fazit:
Solides Werk aus dem deutschen Underground. Nicht mehr, nicht weniger. Wer sich mit der offensichtlichen mehr als nationalen Einstellung der Band anfreunden kann, wende sich vertrauensvoll an den Hammerbund.

6.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Einklang - Aus einst erhabenen Hallen
02. Von alten Zeiten...
03. Durch Ahnenwälder und Frostnächte
04. Todesgewimmer
05. Sonnenjäger Part I - Naturerbe
06. Sonnenjäger Part II - Heimaterbe
07. Das alte Verließ (der Lichtnehmer)
08. Ausklang - Heimwärts

Laufzeit: ca. 58 Minuten

Review: Taatsi - The Isle (Digitales Album - 2016)

Das vorliegende Album stellt das dritte Album des 2013 gegründeten Projekts Taatsi. Gleichzeitig stellt es auch das letzte Werk des Duos dar, denn inzwischen hat sich die Formation aufgelöst. Geboten wird hier laut Promo-Text atmosphärischer Black Metal. Zur Abwechslung mal. Liest man in letzter Zeit ja auch wieder häufiger.








"The Isle" beginnt gar nicht einmal verkehrt. Was man hier zu hören bekommt, ist wirklich als 'atmosphärisch' zu beschreiben. Midtempo Black Metal, der mit Keyboards versetzt ist. Musikalisch ist das hier als typisch finnisch zu bezeichnen und könnte in dieser Form auch aus den Mit-90er-Jahren stammen. Melodisch, hymnisch und erhaben - dabei jedoch auch irgendwie grimmig, trist und kalt. Genau diese Mischung also, die diese spezielle Spielart des Black Metal ausmachen sollte. Allerdings gibt es dann aber auch absolut nichts Neues hier zu hören.

Fazit:
In der Tat bin ich hier gespalten. Einerseits liebe ich gut gemachte Atmospheric / Melodic Black Metal Werke, aber Taatsi leiden enorm darunter, dass es ihnen nicht gelingt, einen wirklichen Wiedererkennungswert in ihre Melodien zu packen. So könnte das hier auch von jeder x-beliebigen Mitt-90er-Band aus Skandinavien stammen (gute versteht sich). Dass sich die Band dann auflöste, ist da schon irgendwie nachvollziehbar. Wer von solcher Art Musik jedoch (wie ich) nie genug bekommen kann, sollte einmal einen Blick auf das Bandcamp-Profil von Taatsi werfen, wo man sich das Album und alle anderen Werke kostenlos herunterladen kann.
Da es sich hier nichtsdestotrotz um ein handwerklich mehr als solides Werk handelt, wenn es auch nicht sonderlich innovativ ist, immer noch gute...

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. The Isle
02. Endless Bedrock
03. I Am The Land
04. Bound To The Woods
05. Heavens Above, Waters Below
06. The Eye In The Well

Laufzeit: ca. 29 Minuten

Review: Temple Of The Mist - Into The Tombs Of Time (CD, Witches Sabbath Records - 2015)

Falls es ein Land gibt, welches mich in jüngster Vergangenheit wirklich überrascht hat, was die Qualität der Musik angeht, so ist es Polen. Lange Zeit hatte ich nichts mehr wirklich Brauchbares aus unserem Nachbarland vernommen. Dann wurde ich auf Plaga aufmerksam - und seitdem habe ich den Eindruck, dass wieder vermehrt gute Kapellen aus der Region kommen.







So veröffentlichte das Duo Temple Of The Mist im vergangenen Jahr ihr Debüt-Werk, welches auch das bisher einzige ist. Die beiden Protagonisten sind dabei längst keine Unbekannten mehr: so spielen sie ebenfalls zusammen in der etablierten Underground-Kapelle Demonic Slaughter, Xaos Oblivion ist weiterhin in Bands wie Abusiveness und Aryman aktiv. Das lässt für Kenner immerhin schon einmal die Erwartungshaltung enorm ansteigen. Und ich muss sagen: diesen werden auch durchaus erfüllt! Musikalisch geht es hier eher in eine hymnisch-atmosphärische Richtung. Midtempo Black Metal trifft auf eine Prise Pagan und Folk, es wird desöfteren auch mit Samples gearbeitet, Tasten kommen aber nur dann und wann mal zum Einsatz, so dass die Puristen unter euch sich auch keine Sorgen machen brauchen, dass es zu melodisch und abgedroschen wird. Am ehesten ist das hier vielleicht noch mit den epischen Sphären von Morrigan vergleichbar. Primär lassen sich natürlich auch polnische Einflüsse finden. So scheint das Gitarrenspiel ebenso spielfreudig wie etwa bei Aetheres oder Plaga, während die gewisse Boshaftigkeit der Stimme sich an Aryman orientiert (immerhin handelt es sich hier ja auch um den neuen Sänger der Band).

Fazit:
Ein tolles Album. Für Leute, denen viel an Atmosphäre und kalten Klangwelten liegt sei "Into The Tombs Of Time" nur empfohlen. Emotional und fast schon träumerisch vermag es die Band den Hörer auf eine Wanderung durch düstere und kalte Landschaften zu schicken - wenn man denn gewillt ist, sich auf die Musik einzulassen, für die man sich auf jeden Fall Zeit nehmen sollte, denn dieses Werk ist nichts für einfach mal zwischendurch, das wird einem gleich nach den ersten Klängen deutlich. Genau das, was ich gerne öfters hören würde! Die CD ist auf 666 Stück limitiert und am besten direkt beim Label Witches Sabbath Records zu bestellen (die CD gibt es dort für faire 8,- Euronnen).

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. From The Ancient Tombs
02. Black Space Ritual
03. White Mountains
04. Energy Matter
05. The Past and Storms
06. Forgotten
07. Of Stones and Woods
08. Silence Of Old Graves
09. Głębiny Duch

Laufzeit: ca. 53 Minuten

Sonntag, 7. Februar 2016

Review: Schattenreiner - Volksgeist (Digitales Album, Christfucker Records - 2016)

Neues gibt es auch mal wieder von dem Mexikaner Schattenreiner. Gut, diese digitale EP umfasst jetzt lediglich zwei neue Songs und eine Neuaufnahme, aber vielleicht reicht das ja sogar (wenn ich da an die vergangenen Veröffentlichungen denke, würde ich sogar sagen, dass selbst drei Titel noch zu viele sind).






Den Anfang macht der gleichnamige Song "Volksgeist", der teilweise sogar in deutsch verfasst ist. Ergibt zwar auf den ersten und den zweiten Blick nicht so wirklich viel Sinn, aber die Sprache ist halt trve, man. Wirklich interessant ist hier aber auch die Tatsache, dass der Song gar nicht mal so schlecht ist! Ja, er gefällt mir sogar recht gut. Klar, dass hier jetzt nichts wirklich besonderes geboten wird, doch "Volksgeist" stellt einen rauen aber durchaus rhythmischen Schwarzmetall-Song dar, der im bewährten Midtempo angesiedelt ist. Inklusive Samples und Akustikparts und Tasten. Mit dem zweiten Titel wird man fast schon ambient. Zur Mitte hin geht man dann aber doch wieder in den Black Metal über und präsentiert sich in gleichbleibender Qualität zum ersten Lied. Hier könnte die Besprechung jetzt zu Ende sein, und unter'm Strich hätte man ein annähernd durchschnittliches Machwerk, doch Schattenreiner wäre halt nicht Schattenreiner, wenn dann nicht doch noch ein Quäntchen Stuhl dabei ist. Dieses Mal in Form des letzten Songs, einer Neuaufnahme... ja, von was eigentlich? Muss sich um einen Titel der frühen Demos handeln. Die Musik jedenfalls ist von der furchtbaren Qualität des letzten Albums, inklusive der Tupperware-Drums. Hinzugekommen ist die Jahrmarkts-Musik. Der Gesang geht aber im Großen und Ganzen in Ordnung.

Fazit:
Man hätte es einfach bei den ersten beiden Liedern belassen und den Bonus Dreck weglassen sollen. "Himno Al Odio" macht vieles der bis dato aufgebauten Atmosphäre mit einem Mal zunichte und lässt das eigentlich durchschnittliche Machwerk zu einer Lachnummer verkommen. Das ist wirklich schade, vor allem, weil man in den beiden ersten Liedern, deutlich erkennt, dass doch mehr Potential in diesem Projekt steckt, als es bisher den Anschein hatte. Eure eigene Meinung dazu könnt ihr euch gerne auf dem Bandcamp-Profil von Christfucker Records machen, wo es das Album zum anhören und gegen eine Gebühr von 3 USD zum downloaden gibt.

2.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Volksgeist
02. Ante La Eternidad
03. Himno Al Odio (New Version)

Laufzeit: 12 Minuten

Review: Natanas & Atel - Adolebitque illud in terram / Guided by Darkness Split (Digitales Album - 2016)

Bei allen Mächten... so lange ist es noch nicht her, dass ich das aktuelle Werk des Einzelkämpfers Natanas besprochen habe, da flattert mir bereits Kunde über eine neue Split-Veröffentlichung mit den Amis Atel ins Haus. Gut, bis auf das letzte Album kenne ich Natanas nicht, Atel sagt mir bisher als Projekt absolut nichts. Schlechtes Zeichen? Ich lass' mich da ja gerne überraschen...







Die digitale Split wird mit dem Natanas-Part begonnen, der da den hymnischen Titel "Adolebitque illud in terram" trägt und die ersten fünf Lieder umfasst. Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich der hier dargebotenen Musik des Herrn auch durchaus etwas abgewinnen kann. Im Gegensatz zu seinem letzten Werk klingt das hier jedenfalls vergleichsweise hörbar. Letztlich wird aber auch wieder nichts geboten als Raw Black Metal, der aller primitivsten und monotonsten Sorte. Ehrlich, es passiert hier eigentlich nichts wirklich interessantes. Der letzte Song klingt lässt dagegen aufhorchen, klingt er doch irgendwie nach einem psychopathischen Country-Song auf (High-)Speed und kann sich dadurch von den anderen irgendwie abheben.

Kommen wir zu Atel. Hier handelt es sich um ein Soloprojekt aus L.A. Low-fi Black Metal wird zelebriert. Das klingt in der Tat wirklich ziemlich düster und brachial böse. Das ist schon fast an der Grenze zu dem, was ich als War Metal titulieren würde. Allerdings kommt hier jedoch wieder ein Problem zu tragen, welches so viele unzählige andere Bands aus dem Sektor ebenfalls haben: null Eigenständigkeit. Man bekommt als Hörer absolut gar nichts Neues geboten, im Gegenteil hat man das Gefühl, solche Musik schon ein Dutzend mal zu oft gehört zu haben.

Fazit:
Natanas hat mich doch etwas überrascht, wenn auch der erste Eindruck nicht lange anhielt. Zu unspektakulär präsentiert sich die Musik des Herrn letztendlich, was irgendwie schade ist, da man hier doch ein gewisses Potential erkennen kann. Die Musik von Atel indes ist in meinen Augen völlig belanglos. Das mag der Black Metal-Alles-Hörer vielleicht ganz toll und trve finden, aber mich langweilt so etwas einfach nur noch. Wer die Split haben möchte, wird auf den Bandcamp-Profilen der Bands fündig werden - dort gibt's das Werk zum kostenlosen Download.
Aufgerundet ergibt sich eine Wertung von:

1.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
Natanas
01. Tlapsik
02. Phenrosh
03. Vryulation
04. Vindrakgish
05. Fjalour
Atel
06. Blood Reign at a Forest Funeral
07. Eradication of False Light
08. Forgotten Realms in the Distant Expanse
09. Ritual of Dark Perception

Laufzeit: ca. 41 Minuten

Samstag, 6. Februar 2016

Review: Remember That You Will Die - Remember That You Will Die (Digitales Album - 2016)

Bei Remember That You Will Die handelt es sich um ein internationales Black Metal-Projekt deren Mitglieder aus Australien und den Niederlanden stammen. Dabei stellt das selbst-betitelte Werk das erste Voll-Album der Black Metaller dar, die auch mit einigen Post-Einflüssen arbeiten.









In diesem Fall ist ein komplettes Album als erstes Lebenszeichen der Band aber durchaus legitim. Dies hat zum einen den Grund, dass es sich hier um eine 'wirkliche' Band handelt, die auf Grund der großen Distanzen zwischen den agierenden Musikern wohl wahrscheinlich auch keine Zeit haben, großartig viele Demos vor einem Album rauszuhauen. Zum anderen sind sämtliche Mitglieder bis auf eine Ausnahme bereits in Bands aktiv (gewesen), darunter auch recht bekannte. Zugegeben lässt das Logo im ersten Augenblick zunächst an die Deutschen Der Weg einer Freiheit denken, dieser Eindruck verflüchtigt sich aber schon bei den ersten Klängen des Werkes. Im Gegensatz zu den Deutschen, deren Stil zugegebener Maßen ähnlich ist, lassen sich Remember That You Will Die mehr Zeit, um düstere Atmosphären zu erzeugen. Statt beinahe durchgehender brachialer Raserei wird hier auch mal ein sanfterer Ton angeschlagen und es erklingen unheimliche Flüstergesänge. Es wird generell mehr experimentiert und dem Keyboard wird mehr Platz eingeräumt. Das findet seinen Höhepunkt im Stück "Exultation", in dem eigentlich nur Dark Wave mit Black Metal-Gesang nebst Gitarren-, Bass- und Schlagzeugeinsatz geboten wird, bis er sich dann zu einem von Shoegaze durchzogenen Black Metal-Song entwickelt, der sich gerne depressiven Zügen hingibt.

Fazit:
"Remember That You Will Die" ist mit Sicherheit keine leichte Kost, und wird für einige wohl schon zu viel Experimentierfreudigkeit an den Tag legen. Vor allem das Lied "Exultation" wird den einen oder anderen mit seinen guten 13 Minuten Spieldauer strapazieren. Aber einfache Kost... das will das Album auch nicht sein und versucht es auch gar nicht erst. Alleine der Titel suggeriert es ja bereits, dass die Erfahrung, die man mit diesem Werk machen wird, tiefgreifender und schwerer zugänglicher ist, als die Standard-Kost, die man im Black Metal gewohnt ist. Ein intensives Album, welches auch durchaus solide präsentiert wird, dem letztlich jedoch eine professionelle Produktion gut getan hätte, welche die bedrückende Atmosphäre mit Sicherheit noch einmal eine Spur besser zur Geltung gebracht hätte. Das Album könnt ihr euch kostenlos auf dem Bandcamp-Profil der Band herunterladen.

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Despoliation
02. Landschaft
03. Exultation
04. Estuary

Laufzeit: ca. 35 Minuten

Review: Foret D'Orient - Venetia (Digitales Album, Visionaire Records - 2016)

Gestern erschien das hier vorliegende erste Album der Italiener Foret D'Orient. Ursprünglich in Eigenregie im Jahre 2015 auf CD veröffentlicht, hat die Band nun einen Vertrag mit dem Label Visionaire Records und im Zuge dessen wurde das bisher einzige Voll-Album nun als digitale Version neu veröffentlicht.








Der Stil von Foret D'Orient wird im Promo-Text mit 'Atmospheric Black Metal' umschrieben, was ja bekanntlich so ziemlich alles bedeuten kann. Man orientiert sich an historischen Vorlagen und scheint dies auch in den Texten zu behandeln. Dies kann ich jedoch nicht beurteilen, da mir die Texte nicht vorliegen. "Venetia" hält insgesamt sieben Lieder bereit, inklusive eines Intros. Stilistisch bewegt sich das ganze in instrumentaler Hinsicht in eine sehr symphonische Richtung, gesanglich dürften wohl eher alte Klassiker des atmosphärischen Doom/Death/Gothic Metals Pate gestanden haben - so dominiert hier weitestgehend ein eher donnernder Brüll-Gesang, typische Black Metal-Schreigesänge klingen hingegen eher selten durch (besonders hervorzuheben wäre hier der Song "Sogno de Vis". Insgesamt klingt "Venetia" aber irgendwie typisch nach Italien. Musikalisch kommen einem Vergleiche zu Opera IX in den Sinn, aber auch gewisse Parallelen zu der recht eigenwilligen Band Evol lassen sich erkennen. Wer indes einige männliche Gesangspassagen wiedererkennt, dem sei gesagt, dass hier der Protagonist von Fearbringer bei einigen Liedern ausgeholfen hat.

Fazit:
In wie weit eine digitale Neuveröffentlichung eines bereits seit einem Jahr auf physischem Medium erhältlichen Albums überhaupt Sinn macht, oder ob es überhaupt Sinn macht sei mal dahingestellt. Für den Blog bin ich natürlich für jede Review-Möglichkeit, ob digital oder analog, dankbar, aber ich als Sammler würde beim Kauf immer eine CD/LP oder ein Tape vorziehen. Fakt ist aber, dass der Band dadurch mit Sicherheit einiges mehr an Aufmerksamkeit zuteil werden wird. Und das auch zu recht, wie ich finde. "Venetia" klingt für ein erstes Voll-Album, dem lediglich eine EP-Veröffentlichung vorausging, sehr stimmig und ausgereift. Ein Mix aus Symphonic Black mit Gothic Metal-Anleihen und klassischen Einflüssen, die gar einen Vergleich mit den ersten Haggard würdig sind. Ich kann das Album also nur weiterempfehlen, sofern ihr euch auf diesen Mix einlassen könnt (ich möchte betonen, dass es sich hier um eines von vielleicht noch nicht einmal einer Hand voll Symphonic Black Metal-Alben handelt, die ich in letzter Zeit komplett durchgehört habe!). Das Album könnt ihr euch auf der Bandcamp-Seite von Visionaire Records für 5,- Euronnen herunterladen. Die CD könnt ihr direkt über die Band unter foretdorient@libero.it zu beziehen, sofern noch Exemplare vorhanden sind.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Sacrum Militare Oratorium
02. A Reitia
03. Dal Mare alla Terra - Adhuc Viventi
04. Lepanto
05. Sogno de Vis
06. Dominio da Mar
07. Adagio in Sol Minore


Laufzeit: ca. 33 Minuten

Montag, 1. Februar 2016

Review: Natanas - Eram nunquam amicum vestrum (Digitales Album - 2016)

Hinter dem obskuren Namen verbirgt sich ein Ein-Mann-Projekt aus Amiland, welches sich dem Black/Doom Metal verschworen hat. Gründung war im Jahr 2013, ein Jahr später folgte dann das erste Release in Form eines vollständigen Albums und seit letztem Monat, also knapp zwei Jahre später, liegt nun das mittlerweile 13. Album der Band vor. Neben einer Hand voll Splits, EPs und Singles kam da sonst auch nichts mehr... Nun, so weit, so gut... oder doch nicht?






Ich muss schon eingestehen: ich habe Respekt dem Mann gegenüber. Ganz allein. Im verschneiten Wald. Die E-Gitarre im Anschlag. Weit und breit keine Stormquelle auszumachen. Und trotzdem hat er quasi im Alleingang das bereits 13. vollwertige Album eingehämmert. Hut ab. Kann nicht jeder. Doch mal im Ernst... dieses Posertum ging mir schon anno Immortal ziemlich auf die Eier. Klar, haben jetzt nicht nur die Norweger praktiziert. Aber sie haben die Verbindung von unberührter Natur und elektrischen Instrumenten damals auf die Spitze getrieben. Wer kann denn bitteschön so etwas wirklich ernst nehmen?

Aber zurück: Da steht unser Männlein also im Walde. Irgendwoher hat man sich dann auch noch einen schlechten Drumcomputer besorgt und schon ist es auch fertig. Das Black Metal-Meisterwerk. Immerhin benutzt man dann und wann auch Akustikgitarren wie bei (und bevor ihr fragt: ja, der Titel heißt wirklich so) "Ficken kolossalen Totalausfall" (kein Witz), sowie ein paar Samples und Verzerrungen. Das ist alles nicht wirklich spektakulär und auch sonst tut sich hier nicht viel mehr als Langeweile auf. Es gibt zwar dann und wann mal Passagen, die einen dann doch aufhorchen lassen, aber dann jetzt wieder dieser grässliche Drumcomputer ein... der Gesang ist Geschmackssache - orientiert er sich doch eher an depressiveren Vertretern des Genres, wirkt zeitgleich aber auch etwas düster-okkult. Der Name ist übrigens ein Zusammenspiel aus dem Vornamen des Protagonisten und dem Herrn der Finsternis. Wenn das mal nix ist...

Fazit:
Ich kenne einige Leute, die hier direkt laut "IST DOCH SCHEIßE!" schreien würden. Ich für meinen Teil sage: Leute, ihr habt recht, aber ich habe schon wesentlich schlechteres vernommen. Necrosadik beispielsweise. Oder Princeps Daemonum. Allerdings ist Natanas auch nicht allzu weit von deren untergründiger Qualität (was keinesfalls positiv zu werten ist) entfernt. Dass das Album es neben einer kostenfreien digitalen Fassung auch zu einer CD-Pressung auf Cvlminis / Rigorism Productions aus Russland (die veröffentlichen ja WIRKLICH ALLES) geschafft hat, spricht wirklich Bände. Wer Interesse an der CD hat (Pro CDr, limitiert auf 20 Stück), sollte sein Glück einmal im Online-Angebot von Rigorism Productions versuchen. Leute, die sich mit der digitalen Version zufrieden geben, werden auf dem Bandcamp-Profil der Band fündig.

1.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Operae Nostrae Vicaria Cruenti
02. Nunc Scitis Quales
03. Knulle Dette Livet
04. Ficken Kolossalen Totalausfall
05. Omnia Quisquiliae
06. Iythopoth
07. Est Vita Mea Stercore
08. Insania Vocantem
09. Eram Numquam Amicum Vestrum
10. Uterque Proicit Ampullas


Laufzeit: ca. 79 Minuten

Review: Vargafrost - Honour, Blood, Spirit and Love (CD, Naturmacht Productions - 2016)

Die vierköpfige Horde Vargafrost stammt aus Neuseeland und legt mit diesem Werk ihr bisher zweites Album vor. Ursprünglich erschien "Honour, Blood, Spirit and Love" bereits im vergangenen Jahr in digitaler Form. Inzwischen hat sich das deutsche Independent-Label Naturmacht Productions der Band angenommen und veröffentlicht ihr aktuelles Werk nun bald auf CD.







Nun... dafür, dass mir die Band bisher absolut nichts sagte, kann sie aber ordentlich etwas. Nach einem kurzen instrumentalen Intro-Part lässt man sich auch nicht lange bitten, und schreitet direkt zur Tat. Black Metal mit reichlich Pagan-Einschlag lautet die Divise und wird auch konsequent umgesetzt. Surrende, kraftvoll melodische Gitarren, peitschendes Schlagzeugspiel, keifender Gesang. Es dauert nicht lange, dass ich mich hier regelrecht heimisch fühle. Vergleiche mit Morrigan kommen mir in den Sinn, wobei das dann vielleicht doch nicht ganz passend ist. Aber von der machtvollen Atmosphäre her, die die Instrumente erzeugt durchaus. Beim Titelsong klingt auch sehr viel Graveland durch, gerade im Schlagzeug, aber auch in den Gitarren lassen sich hier Parallelen ausmachen. Vargafrost sind jedoch keinesfalls in einen politischen Kontext zu bringen (ich glaube, sonst würde die CD auch nicht bei diesem Label eine Veröffentlichung finden)!

Fazit:
Um es kurz zu halten: "Honour, Blood, Spirit and Love" ist ein Pagan Black Metal Album allererster Güte. Genau so muss es sein. Es braucht gar keinen großartigen Einsatz von Chor-Samples oder dergleichen, um eine bombastische Atmosphäre zu erzeugen. Ein paar Gitarren, Schlagzeug und Gesang reichen da manchmal voll und ganz aus. Die Herren verstehen halt ihr Handwerk und sind mit Herzblut bei der Sache, was man in jeder einzelnen Sekunde hört. Am 20. Februar ist es endlich so weit, dass die CD unter's Volk gebracht wird. Vorbestellen kann man sie allerdings jetzt schon im Shop von Naturmacht Productions.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. The Great Carven Stones
02. Völvaress
03. Odin's Sacrifice
04. Honour, Blood, Spirit and Love
05. The Light of Baldr
06. Víðarr Arising
07. Dis Forvitin
08. Ask and Embla
09. The Ravens
10. Thursmegin
11. The Return

Laufzeit: ca. 55 Minuten

Preview: Lebensnacht - A Raging Storm of Apocalypse (CD, Naturmacht Productions - 2016)

Zugegeben: "A Raging Storm of Apocalypse" ist das erste Album der Zwei-Mann-Horde aus Sachsen, mit welchem ich mich wirklich auseinandersetze. In die vorherigen Werke habe ich immer mal wieder reingehört, konnte mich jedoch nie so wirklich für diesen sehr ambienten Black Metal erwärmen, der dazu auch meiner Meinung nach einfach nicht gut präsentiert wurde. Inzwischen hat die Band nun zwei weitere Alben und wird dieses in naher Zukunft veröffentlichen. Was sich getan hat, lest ihr im folgenden...





Doch, wenn ich da an die erste Split und das erste Album zurückdenke, die mir beide nicht sonderlich zusagten, ist dieses mir hier vorliegende Werk ein deutlicher Schritt nach vorne. Wobei sich an dem Stil selbst nicht viel geändert hat. Immer noch zelebriert man atmosphärischen Schwarzmetall, der mit Ambient versetzt ist. Die Produktion und vor allem das spielerische Können ist jedoch inzwischen wesentlich besser geworden. Wie es sich mit den letzten beiden Alben verhält, kann ich leider nicht sagen, da ich die wohl verschlafen habe. Dass diese Mischung aus Dark Ambient und Black Metal bei mir nicht immer auf Gegenliebe stößt, ist wohl bekannt, jedoch werden hier die beiden Stile wirklich sehr stimmungsvoll mit einander verwoben - und das auch ohne unnötige Streckungen und Überlängen. Auch überwiegt hier klar der Black Metal-Anteil, der wirklich atmosphärisch und emotional präsentiert wird, so dass man sich hier locker vom Einheitsbrei und von gleichgearteten Bands abspalten kann. Man höre sich nur solche geradezu genialen Lieder wie "The End Is Near" oder "Frostbitten Ashlands" an.

Fazit:
Ein großartiges Werk. Für Anhänger atmosphärischen Black Metals, der auch einige schamanische Einflüsse beinhaltet ("The Gate Has Opened" / "Into Cosmic Eternity") nur zu empfehlen. Alle andere dürfen gerne einmal auf der Bandcamp-Seite der Horde schauen: dort gibt es die bereits weiter oben erwähnten zwei Lieder des Albums zum anhören. Zudem kann man das Album auch in digitaler Form herunterladen. Das Werk selbst wird am 20. Februar von Naturmacht Productions als CD veröffentlicht (wahlweise im limitierten Digipak oder als Jewelcase).

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Dark Clouds Gather
02. The End Is Near
03. The Storm
04. From Fire To Ice
05. Frostbitten Ashlands
06. The Gate Has Opened
07. Into Cosmic Eternity

Laufzeit: ca. 41 Minuten

Preview: Slap Betty! - Nothing Out Of Nothing (CD, Inverse Records - 2016)

Lemmy ist tot. Einer der letzten wirklichen Rock'n'Roller. Doch der Geist des wahren Rock 'n' Rolls ist nicht mit ihm gestorben, sondern wird immer noch von ein paar Bands, bevorzugt aus dem Underground, gelebt. So z.B. von den Finnen Slap Betty!, die mir bis dato völlig unbekannt waren, mit "Nothing Out Of Nothing" aber ihr bereits zweites Album eingespielt haben.







Auf ihrem zweitem Auswurf präsentieren sich Slap Betty! einerseits modern betont im Klangbild und so haben Lieder wie "World We Leave Behind" oder "List Of The Things I Hate" durchaus Chart-Potential. Andererseits gibt man sich aber äußerst rau, gerade im Gesang, unkonventionell und durchaus sozialkritisch in den Texten - diese enthalten aber auch durchaus Genre-typische Lyrik (Sex, Drugs and, naturally, Rock'n'Roll). Musikalisch wird dreckiger und doch irgendwie hymnischer, epischer Rock mit Asi-Attitüde geboten. Hervorzuheben sind die sehr gelungenen und melodischen Giattenspiele, die meistens in ausufernden Soli gipfeln (keine Sorge - so ausufernd wie bei Iron Maiden wird es nicht). Das Werk hält dann auch insgesamt 10 Lieder parat, die allesamt in diesem Stil gehalten sind, dabei aber ziemlich abwechslungsreich dargeboten werden. Eine Ausnahme stellt der Song "Perfect" dar, der etwas langsamer und ruhiger gespielt wird, handelt es sich doch um ein, wenn auch eigenwilliges, Liebeslied.

Fazit:
Zugegeben: das Genre ist jetzt nicht gerade mein Steckenpferd. Solch' eine Veröffentlichung stellt aber andererseits auch mal eine willkommene Abwechslung dar. Die vier Finnen jedenfalls verstehen etwas von ihrem Handwerk und so gibt es hier musikalisch auch absolut nichts auszusetzen. Slap Betty! spielen erstklassige Rock-Musik, können sich durchaus mit international bekannteren Landsleuten wie Sunrise Avenue messen (ja, sie klingen gar noch eine Spur rockiger und lassen beinahe komplett diesen fast schon kitschigen Pop-Rock-Blödsinn weg). Musikalisch sind sie daher vielleicht auch eher mit den Deutschen Broilers, wie man sie von ihren letzten Alben kennt, vergleichbar. Oder mit Guns 'n' Roses, als sie noch gut waren (ersten drei Alben). Das Album wird am 5. Februar bei Inverse Records auf CD erscheinen und kann bereits über den Online-Shop vorbestellt werden.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. World We Leave Behind
02. List of the Things I Hate
03. Bread & Games
04. 27
05. Perfect
06. Piece of Me
07. Fill My Cup
08. High Class Hooker
09. Time to Get Wasted
10. Shame

Laufzeit: ca. 43 Minuten

Review: Adventum Diaboli - Rehearsal 2013 (Live Album) (Digitales Album - 2016)

Adventum Diaboli aus Griechenland sind ein Trio, welches im Jahr 2012 gegründet wurde. Seitdem kann man immerhin auf eine Reihe von Demos, zwei Split-Veröffentlichungen und drei Voll-Alben zurückblicken. Immerhin, neben den digitalen Fassungen existieren von den meisten Werken auch limitierte Version auf CD/CDr und MC Formaten. Mit vorliegendem Auswurf der Band liegt eine Art 'Rehearsal-Best-Of' vor, welches bereits 2013 eingespielt, jetzt aber erst veröffentlicht wurde.





Nun verhält es sich mit Rehearsals ja meist so, dass man doch eine relativ schrottige Version von bereits irgendwann mal veröffentlichten Songs erhält. Das kann dann mal wirklich kultig ausarten (man erinnere sich an Ophthalamia's "To Elishia"), ist in den meisten Fällen dann aber auch eher unbedeutender Mist. Andererseits gab und gibt es immer noch Bands, die daraus einen regelrechten Kult schufen und letztlich ausschließlich Rehearsals veröffentlichten/veröffentlichen. Ich denke da vornehmlich an die Deutschen Moonblood.

Adventum Diaboli gelingt es jedenfalls recht gut, die reine Räudigkeit in ihrer Musik zum Vorschein zu bringen. So gefallen mir diese improvisierten Aufnahmen gerade der "Rise Of The Pagans" Scheibe wesentlich besser, als die des eigentlichen Albums, welches in für mich schon immer daran schwächelte, dass es sich in einigen Zügen zu... ich sag' mal 'statisch' anhört. Man nehme nur den Opener "Transilvanian Wind", der mir in dieser Version hier wesentlich mehr zusagt, während der Titelsong des "Rise Of The Pagans" Albums auf eben diesem besser klingt als hier.

Fazit:
Kraftvoll, mystisch, hasserfüllt und chaotisch. Rehearsals waren und sind in den meisten Fällen eben nur etwas für die wahren Anhänger. Verwöhnte Ohren dürften sich hier mit Grausen abwenden, Underground-Jünger dagegen sollten sich das hier wirklich einmal zu Gemüte führen - es lohnt sich! Das Werk lässt sich kostenlos von dem Bandcamp-Profil der Horde herunterladen, sowie auch einige andere Werke, die man sich bei der Gelegenheit direkt mit aneignen sollte. Für Sammler empfehle ich einen Blick auf die Seite von Wulfrune Worxxx aus Frankreich, welche gleich drei Werke der Band auf Tape veröffentlicht haben. Alternativ ist es auch möglich, die Band direkt über Visagenbuch zu kontaktieren.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Burn The Church
02. Passion Of The Satanist
03. Right Hand Of The Anti-God
04. Regenerationis Diaboli
05. Adventum Diaboli
06. Lies Of The Priest
07. Carrying Light
08. Rise Of The Pagans

Laufzeit: ca. 35 Minuten

Review: Fegefeuer Anilmathiel - Ceaneth (Digitales Album - 2016)

Just am heutigen Tag erschien das zweite Album diesen Jahres und das insgesamt mittlerweile 15. (!) Album des 2010 gegründeten Solo-Projektes aus Spanien. Alle Werke, dieses eingeschlossen, wurden bisher lediglich in digitaler Form via Bandcamp bereit gestellt. Was man davon halten mag, ist jedem selbst überlassen. Die anderen Alben des Herren sind mir auch nicht bekannt. Ich möchte mich daher ausschließlich auf dieses Machwerk konzentrieren.






Das Projekt selbst bezeichnet den eigenen Stil als atmosphärischen Black Metal, was jedoch zumindest für den aktuellen Output "Ceaneth" nicht zutreffend ist, da hier keinerlei Black Metal geboten wird. Die zugegebener Maßen aber wirklich sehr atmosphärische Musik ist da doch eher dem Ambient zuzuordnen und dürfte auch eher Anhänger alter Mortiis (Stichwort: Dark Dungeon Music) ansprechen, aber auch Leute, die die letzten beiden Summoning-Alben mochten. Allerdings fehlt hier der Metal-Anteil (der gerade bei dem letzten Werk der Österreicher ja eh kaum noch vorhanden war) sowie der Gesang. Geboten werden acht Lieder, die auch keine Überlängen aufweisen - ein Fehler, den viele Ambient-Kapellen ja gerne machen - und so auch wirkliche Atmosphäre aufkommen lassen und zünden. Vorausgesetzt natürlich, dass man sich auf eine solche Musik einlassen möchte, und etwas mit ihr anzufangen versteht.

Fazit:
Ich für meinen Teil habe das Album durchaus genossen. Positiv fällt hier eindeutig die nicht zu lange Spielzeit ins Gewicht. Die Songs wurden nicht unnötig gestreckt und in die Länge gezogen. Dabei sind die einzelnen Beiträge durchaus abwechslungsreich zueinander und nicht zu monoton gehalten, wie man es von vielen anderen Vertretern dieses Genres kennt. Das digitale Album kostet im Moment noch 5,- Euronnen und ist über das Bandcamp-Profil von Fegefeuer Anilmathiel zu beziehen.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Ceaneth e Unir
02. Unndialennentë
03. Sonë i Landë
04. Marath e Ninnass
05. Desarinath e Mínireth
06. Tídial e Nuin
07. Sámmaennlaitemmathë
08. Crinial e Sonë


Laufzeit: ca. 21 Minuten