Samstag, 31. Dezember 2016

Review: Stygian Temple - In The Sign Of The Five Angles (MC, Penetration Hammer - 2016)

STYGIAN TEMPLE heißt eine Horde aus Deutschland, die sich Ende vergangenen Jahres noch einmal zu Wort meldete und in meinen Augen dann auch mal eben das beste nationale Debüt-Album seit Jahren hinlegte. Viel ist über die Band nicht bekannt, wer sich das Logo aber genau anschaut, könnte einen Bezug zu einer anderen, inzwischen aufgelösten Horde herstellen. Mit der Musik jener Gruppe hat "In The Sign Of The Five Angles" aber auch nur noch sehr bedingt etwas zu tun... ungleich düsterer, ursprünglicher und okkulter wirkt hier alles...






So passt das Cover-Artwork mit Kerzenlicht, Knochen und Schädel auch perfekt zur Atmosphäre der Musik. Wer bei der Aufmachung also direkt auf Vergleiche wie ACHERONTAS geschlossen hat, liegt gar nicht einmal so verkehrt. Es ist orthodoxer, mystischer Black Metal, der hier zelebriert wird. Das Album stellt eine einzige vertonte Huldigung an den Tod, das Chaos und den Gehörnten dar. Ja, STYGIAN TEMPLE scheinen es wahrhaftig zu vermögen, in ihrer Musik alle Negativität zu bündeln und in einem Anfall des Wahnsinns auszuspeien. Dabei legt man weniger Experimentierfreude an den Tag, sondern orientiert sich am kernigen Ursprung. Ergo gibt es nicht so viel symphonisch anmutenden Tamtam Marke MEPHORASH, nicht so viel bombastische Dramatik wie bei HETROERTZEN und eher weniger orientalische Einflüsse wie sie ACHERONTAS in ihren neuren Werke gerne verwenden. Die tiefgründigen Atmosphären und gleichzeitigen Stärken des Albums werden allein durch die düstere, stilistisch eher trist und auf den ersten Blick/Hörgang einfach gehalten, aber in Wirklichkeit bis ins kleinste Detail hervorragend arrangiert wirkende Instrumentalisierung geschaffen. Langeweile kommt hier eigentlich nicht auf, und so kann man sich das Album ohne Probleme in einem Rutsch durchhören, ohne sich seiner Lebenszeit beraubt zu fühlen. Und das stellt für mich schon eine ganz eigene Art von bombastischer Dramatik dar. Ein Album, was es wert ist, dass man seine Wirkung an sich selber erfährt. Je weniger Details man im Vorfeld weiß, desto besser. Eine echte Überraschung!

Fazit:
Es bedarf eigentlich keiner weiteren Worte. STYGIAN TEMPLE haben kurz vor dem Jahreswechsel ohne große vorherige Ankündigung mal eben eines der intensivsten Alben des Jahres 2016 veröffentlicht. Ein Werk wie eine schwarze Messe, ein durchgehendes Ritual, welches auch bevorzugt in einem Zug (bewusst) gehört werden sollte, weshalb ich hier auch keinen einzelnen Song hervorheben möchte. Weit entfernt von einem Dasein im Schatten des Durchschnitts. Das Album erschien als Pro-Tape (das doppelseitige Cover enthält alle Texte) bei Penetration Hammer in einer Auflage von 200 Exemplaren und sollte auch am besten gleich über das Label geordert werden (der Preis beträgt 5,- Euronnen, exklusive P&V). Eine CD über Sol Records in einer Limitierung von 500 Stück ist ebenfalls bereits für die ersten Monate des Jahres 2017 angekündigt. Ebenso soll eine Auswertung auf Vinyl zum ausgehenden Jahr 2017 erfolgen (ich tippe mal auf die bewährte Kooperation Sol Records/Eternity Records in einer Auflage von 133 - 300 Stück - weitere Infos erfolgen, sobald genaueres bekannt wird).

Edit: Die auf 500 Exemplare limitierte CD mit alternativem und erweitertem Artwork sowie einem umfangreichen Beiheft mit allen Texten ist inzwischen über Sol Records erschienen und kann dort für 10,- Euronnen exkl. P&V geordert werden.

Ein wahrer Hammer zum Jahresende 2016. Nicht nur empfehlenswert, sondern Pflichtprogramm!


Darbietungen:
01. Intro
02. Soli Deo Gloria
03. Cathartic Nimbus
04. The Great Cosmic Void
05. Verbum Dei
06. In The Sign Of The Five Angles
07. Dominion Of The Trident

Laufzeit: ca. 41 Minuten

Freitag, 30. Dezember 2016

Review: Défaillance - Délivrance (CD, Ewiges Eis Records - 2016)

Im Jahr 2004 gründete sich in Frankreich das Duo DÉFAILLANCE und sorgte mit ihrer zwei Jahre später erschienenen MCD "Désemparé dans un monde agonisant" für reichlich Aufsehen in den Reihen der DSBM-Szene. 2008 erschien das erste (und dann auch letzte) Voll-Album "Contemplation misanthropique de l'humanité...". Eine weitere EP wurde 2009 veröffentlicht. Im Mai 2015 verunglückte dann Multi-Instrumentalist SelfM bei einem Verkehrsunfall und starb daraufhin. Hier vorliegende, posthum veröffentlichte CD enthält die letzten Aufnahmen mit SelfM an den Instrumenten, danach wurde das Projekt endgültig zu Grabe getragen...



Es sind lediglich drei Lieder, die "Délivrance" bereit hält. Die kommen allerdings auf eine Spielzeit von rund 30 Minuten. Immerhin. Allerdings muss man hier auch direkt sagen, dass die Songs irgendwie einen unfertigen Eindruck machen. Die instrumentalen Spuren scheinen teils aus einzelnen Fragmenten zu stammen, die zusammengefügt wurden und nicht noch einmal bearbeitet und vernünftig gemixt wurden - aber das fällt auch nur beim genauen Hinhören ins Gewicht, da allgemein doch eher Tristesse und Monotonie sowohl in instrumentaler Hinsicht als auch beim Gesang vorherrschen. Insgesamt kommt das Ganze kaum über Demo-Niveau hinaus. Trotzdem gibt es aber immer wieder nette Details zu finden, wie plötzliche Tempowechsel, gezielte Breaks oder auch akustische Passagen, die sehr zur Atmosphäre beisteuern und von denen das Werk letztlich auch seine Stärke bezieht. So ist das letzte Erzeugnis dieser kleinen Band aus Frankreich vielleicht kein Meisterwerk geworden, aber immerhin ein hörbarer Vertreter seiner Zunft.

Fazit:
Das Album ist ein würdiger Abschluss für das Projekt DÉFAILLANCE, in vielerlei Hinsicht: eine sehr triste, betrübte und gedrückte Atmosphäre, und gleichzeitig wohl die detailreichste und stärkste Arbeit, die das Projekt jemals hervorgebracht hat. Trotzdem muss man, ungeachtet der Hintergründe zu diesem Werk, eingestehen, dass "Délivrance" wohl eher nur gehobene Durchschnittskost darstellt, die von den meisten wohl kaum größere Beachtung erfahren dürfte. Teilweise ist das natürlich gerechtfertigt, andererseits aber aus oben genannten Gründen auch nicht. Eine zwiespältige Sache, dieses Album, aber daran lässt sich wohl auch erkennen, dass diese Band Zeit ihres Bestehens auch keine Musik für jeden gemacht hat. Bestellungen sind an Ewiges Eis zu entrichten.

In Gedenken an SelfM... letztes und gleichzeitig auch bestes Werk der Band.


Darbietungen:
01. Chapter I
02. Chapter II
03. Chapter III

Laufzeit: ca. 27 Minuten

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Vorab-Review: Diabállein - The Wretched Essence (CD, Wolfmond Production - 2016/2017)

Unheilige Scheiße aber auch... kaum denkt da der Rezensent, dass ihn aus den süd-amerikanischen Breitengraden nichts mehr überraschen kann, da kommt so eine Band wie DIABÁLLEIN mit ihrem Debüt-Album daher, und belehren ihn eines Besseren... "The Wretched Essence" nennt es sich und stellt neben einer Demo-EP auch das bisher einzige Lebenszeichen dieser 2011 gegründeten Horde, die aktuell aus fünf Mannen besteht...






Eines wird nach dem kurzen Intro mit den etwas meines Erachtens etwas nervigen Flötenspielen schnell klar: es wird räudig, kalt, schnell und chaotisch. Dabei klingt das Ganze dann noch ziemlich erhaben und man merkt, dass hier keine Stümper am Werk sind, sondern die Mitglieder ihre Instrumente beherrschen. So entstehen dann und wann auch immer mal wieder kleine epische Midtempo-Passagen, die fast schon einen epischen Hauch atmen. Ansonsten geht der Stil aber schnurstracks und ohne Rücksicht auf Verluste nach vorne. Einer rollenden Tötungsmaschine gleich, die auf ihrem Pfad der Zerstörung nur Blut, Eingeweide und verbrannte Erde zurücklässt. Um diesem sinnbildlichen Vergleich gerecht zu werden, finden hier sogar Death-lastige Growls Verwendung. Die Musik erinnert dabei aber auch nicht nur einmal an andere Genre-Kollegen wie SPELL FOREST oder VOBISCUM INFERNI, die auch beide einen ähnlichen Stil fahren.

Fazit:
Nichts wirklich Neues hier zu vermelden. Erwartete jetzt aber auch nicht wirklich jemand - schon gar nicht der Herr Rezensent. Trotzdem bleibt das erste Voll-Album DIABÁLLEIN's eine Perle unter Säuen, denn sein wir mal ehrlich: wirklich viel Hörenswertes gibt es nicht gerade, was ich so aus Brasilien mitbekomme, und da stellt solch' ein Album schon einen wahren Glücksfall dar, der mich doch noch hoffen und erkennen lässt, dass selbst dort für eine kleine Elite Schwarzmetall doch noch mehr als Krach-Musik ist. Zwar ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt, und so einige Verspieler sind herauszuhören, aber das macht überhaupt nichts - ganz im Gegenteil lässt es diese Veröffentlichung doch noch ein wenig charmanter erscheinen. Das Album erscheint in 1-2 Wochen und kommt als Pro-CDr im Jewelcase. Limitiert auf 100 Exemplare.

Brachiale Gewalt trifft auf melodische Momente: sollte man gehört haben!


Darbietungen:
01. The Crying of the Night Bird
02. The Wretched Essence
03. Cursing the Innocence of their Reality
04. The Legend of Seven Catacombs
05. Hanged on Centennial Woods
06. Diabállein
07. Ommia Mea Mecum Porto

Laufzeit: ca. 54 Minuten

Review: Norns - Pazuzu (CD, Deviant Records - 2016)

Bei NORNS handelt es sich um ein Trio aus Finnland, welches seit 2005 existiert und mit der EP "Pazuzu" nach einer Demo und einer Split wieder von sich reden macht.











"Pazuzu" beinhaltet neben dem titelgebenden Stück noch drei weitere Lieder und schafft es immerhin auf knackige 18 Minuten. Bleibt die Frage, ob dies nun ein glücklicher Umstand ist, da die Musik nur schwerlich zu ertragen ist, oder ob man von dem hier vernommenen noch einmal gut und gerne so viel Spieldauer hätte haben können. Im diesem Fall kann ich wohl getrost sagen, dass es sich hier um zweite Variante handelt. NORNS zelebrieren schnörkellosen Black Metal der alten Schule, ohne viel drum herum und ohne Experimente. Die Riffs sind simpel, verfehlen ihre atmosphärische und teils hypnotische Wirkung jedoch in keinster Weise. So besitzt gerade der Titelsong eine wunderbar erhabene, fast schon als episch zu bezeichnende Atmosphäre, die irgendwo zwischen alten ABSURD (allein auf die Instrumente bezogen, ohne den 'Gesang' zu berücksichtigen), alten BURZUM, SATANIC WARMASTER und gutem Mitt-90er Epic/Melodic Black Metal hin und her pendelt. Das hört sich vielleicht skurril an, passt hier jedoch wie Arsch auf Eimer. "Howling from the past" setzt dem Eindruck dann sogar noch einen drauf und zeigt noch einmal mehr melodische Momente. "Winds of blasphemy" bildet dann den krönenden Abschluss und besticht durch eine morbide und triste, aber gleichzeitig sehr ergreifende und starke Atmosphäre.

Fazit:
NORNS kommen aus Finnland - und das hört man auch. Schwarzmetall, wie ihn nur die Männer aus dem kalten Norden erschaffen können. Neben Schweden oder Island ist Finnland derzeit wohl die ergiebigste und prägenste Stätte für authentischen Black Metal. Die CD erschien bei Deviant Records in einer Auflage von 500 Exemplaren (nicht nummeriert). Bestellungen gehen daher am besten gleich an die deutsche Tonschmiede. Neben der CD existiert noch ein Tape, welches in professioneller Aufmachung unter dem Banner des deutschen Untergrund-Lagers Penetration Hammer veröffentlicht wurde, derer gibt es gerade einmal 150 Stück. Interessenten sollten sich daher auch direkt an das Label wenden.

Edit 20.11.17: Inzwischen ist auch eine remastered Edition auf schwarzem Vinyl erhältlich. Diese ist auf lediglich 200 Einheiten limitiert und wurde ebenfalls von Deviant Records veröffentlicht. Zugreifen lohnt sich hier auf jeden Fall!

Schlicht und einfach: NORNS ist hier ein zeitloses Kleinod gelungen. Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Desecration
02. Pazuzu
03. Howling from the past
04. Winds of blasphemy

Laufzeit: ca. 18 Minuten

Dienstag, 27. Dezember 2016

Review: Beschwörung - Satanischer Schwarz Metal (CD, Wolfmond Production - 2016)

Hinter dem Namen BESCHWÖRUNG verbirgt sich ein österreichisch-tschechisches Solo-Projekt. Der Name des Albums ist hier Programm, ohne zuviel vorweg nehmen zu wollen, und dieses stellt das erste Werk der kleinen Horde dar. Dabei ging BESCHWÖRUNG aus dem Solo-Projekt HEIDENWUT (nicht zu verwechseln mit dem in MA gelisteten deutschen Projekt!) hervor, in welchem man eher auch solche Themen aufgriff.






Was einen nach dem kurz gehaltenen Intro erwartet, lässt sich recht gut mit räudigem Black Metal umschreiben, der mal im up-tempo als auch schon mal langsamer daherkommt. Zudem vermengt man seinen Stil mit etwas Thrash, was dem ganzen einen noch fieseren und dreckigeren Charakter verleiht und bei mir Vergleiche mit etwa GODLESS CRUELTY aufkommen lassen. Aber auch alte SODOM dürften hier wohl Pate gestanden haben. Das ist nun halt nichts wirklich Neues, aber das hat man im Schwarzmetall ja generell eher selten - selbst derzeit (größtenteils zu Unrecht) abgefeierte Bands, kopieren vom Stil und Aussehen eigentlich nur das, was es schon lange vorher gegeben hat - verfehlt seine Wirkung aber nicht. Wer an primitivem Black Metal seine Freude hat, dürfte mit diesem Album also recht zufrieden sein.

Fazit:
Räudig und primitiv. Wer diese Faktoren in seiner Musik schätzt, sollte BESCHWÖRUNGs Debüt unbedingt einmal antesten und dem Album eine Chance einräumen. Allein die deutschen Titel sind teils mehr als peinlich. Hier bekommt man auf jeden Fall genau das, was drauf steht. Wolfmond präsentiert die CD im Jewelcase, welche auf 100 hand-nummerierte Exemplare limitiert ist. Bestellungen gehen an die bekannte Adresse Wolfmond-Production.de.

Satanischer Schwarzmetall. Nicht mehr, nicht weniger.


Darbietungen:
01. Intro (18. Schlüssel aus der satanischen Bibel)
02. Weltuntergang
03. Symphonie der apokalyptischen Terror
04. Die Dämonen der Nacht
05. Dämonischen Visionen des Todes
06. In den Tiefen der Ewigkeit
07. Gotteslästerung
08. Ve svitu Luny (Im Mondlicht)
09. Weltuntergang (Bonus - Another Version Demo)

Laufzeit: ca. 34 Minuten

Review: Wedard - Einsamer Winterweg (CD, Ewiges Eis Records - 2016)

Unglaublich... bei vorliegender CD handelt es sich in der Tat um die bereits vierte Edition des zweiten Albums von WEDARD, einem inzwischen doch relativ langlebigen Projekt aus Bayern, welches dem atmosphärischen Depressive Black Metal frönt. Zugegeben: ich war nie ein sonderlich großer Verfechter der Musik der Band und werde es wohl auch nicht mehr werden.








"Einsamer Winterweg" wurde nun bereits in verschiedenen Limitierungen auf unterschiedlichen Labels veröffentlicht, bevor sich jetzt Ewiges Eis der Sache annahm, jene deutsche Tonschmiede, die bereits die letzten Werke der Horde veröffentlichte. Ob es inhaltlich gerechtfertigt ist, sei einmal dahin gestellt, denn das Album bietet nun nichts wirklich Originelles oder Neues. Depressiv angehauchter Dark Ambient Black Metal. Immerhin kann man sagen, dass hier nun wohl die professionellste Edition des Albums vorliegt und das Werk - neben "Ein Leben in der Ewigkeit" - zu dem bedeutendsten gehört, was WEDARD bisher hervorgebracht hat. Auf den ersten Blick wirkt es doch sehr trist und einfallslos gehalten, offenbart sich aber schnell beim genauen Hinhören - sphärische, surreale Klänge, die sich mit simplen, aber effektiven Slow-Tempo Black Metal mischen. Der Gesang geht für depressives Zeug in Ordnung und erinnert auch eher an den Stil vergleichbarer Bands wie VINTERRIKET oder PAYSAGE D'HIVER.

Fazit:
Wer das Album noch nicht in seinem Besitz weiß, kann hier ruhig einmal zugreifen. Wie erwähnt, gehört die Band eher nicht zu meinen bevorzugten Horden, doch "Einsamer Winterweg" kann man sich doch recht gut anhören, gehört es doch meiner Meinung nach zu dem besten Material, was WEDARD bis dato veröffentlicht haben. Ewiges Eis bietet die CD in zwei Editionen an: einmal als auf 50 Exemplare limitiertes A5-Digipak und als normale Jewelcase-CD (nicht sichtbar limitiert), beide kommen mit einem 12-seitigen Beiheft, welches Bilder sowie einige Informationen enthält. Bestellungen erfolgen am besten direkt an das Label.

Mit das beste Werk WEDARD's in einer würdigen Edition.


Darbietungen:
01. Einsamer Winterweg
02. Winterdepression
03. Der letzte Tag (Regular Version)
04. Winde der Verzweiflung
05. Auferstanden aus Ruinen
06. Wandern am Fluss der Zeit

Laufzeit: ca. 58 Minuten

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Review: Antimateria - Valo Aikojen Takaa (CD, Purity Through Fire - 2016)

Bei ANTIMATERIA handelt es sich um ein Solo-Projekt aus Finnland. Geboten wird natürlich kalter Schwarzmetall, wie ihn einfach nur die Finnen zu zelebrieren vermögen. Mit "Valo Aikojen Takaa" präsentiert Ahma das erste Werk seines Projekts und das kann sich schon einmal mehr als hören lassen...








denn das Album erweist sich nach einem kurzen aber atmosphärischen Einklang als ein erhabenes Machwerk mystischen Black Metals, der eindeutige Underground-Attitüde erkennen lässt, nichtsdestotrotz aber sehr majestätisch und träumerisch dargeboten wird, da das Ganze mit verschiedenen, fast schon kosmischen Elementen unterlegt wurde. Das Keyboard kommt nicht nur zum Einsatz, es wird als vollwertiger Bestandteil der Instrumente regelrecht zelebriert. Es gibt Werke, bei denen genau das funktioniert, doch wesentlich öfters kommt es auch vor, dass die Bands ihre Tasten nicht wirklich bedienen können oder atmosphärisch geschickt einzusetzen vermögen. ANTIMATERIA bilden mit ihrem Stil zwischen erhabener Melodik der Mitt-90er und typisch finnischem Black Metal, der in Teilen an HORNA oder SATANIC WARMASTER erinnert, eine mehr als wohlige Ausnahme. Der Herr versteht jedenfalls einiges von Spannungsbögen und wie er seine Musik ganz allgemein interessant hält. Höhepunkt des Werkes stellt mit Sicherheit der hymnische Song "Kun Aukeaa Mysteerit Kuoleman" dar, der sogar mit akustischen Momenten aufwartet.

Fazit:
Und wieder sind es die Finnen, die hier auf ganzer Linie überzeugen. ANTIMATERIA's "Valo Aikojen Takaa" klingt dafür, dass es sich um ein Debüt handelt, schon sehr ausgereift. Hinzu kommt, dass hier eine perfekte Symbiose zwischen fast schon spielerischer Melodie-Führung und grimmig-kalter Misanthropie erzeugt wird, deren einnehmender Kraft man sich als Hörer schwerlich entziehen kann. Ein Album um sich fallen zu lassen und sich gänzlich in ihm zu verlieren. Neben der normalen CD im Jewelcase existiert auch eine Version im A5-Digipak, die auf 99 Stück limitiert und auch allerdings bereits ausverkauft ist. Zudem gibt es das Album auch auf einer auf 200 Exemplare limitierten Kassette sowie einer limitierten Vinyl-Auflage zu erwerben. Bestellungen gehen an Purity Through Fire.

Finnish Black Metal at its best - meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Intro
02. Sieltä Mistä Valokaan Ei Millo
03. Tieni Kohti Lopullista Tuhoa
04. Roihuten Läpi Yötaivaan
05. Kun Aukeaa Mysteerit Kuoleman
06. Kadoten Merien Hautaan
07. Valo Aikojen Takaa

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Review: Graveland - 1050 Years of Pagan Cult (CD, Heritage Recordings - 2016)

Die, ich möchte fast schon sagen, Institution GRAVELAND aus Polen meldet sich mit "1050 Years of Pagan Cult" auch wieder zurück. Nach dem mehr als durchwachsenen Album "Thunderbolt of the Gods" vor etwas mehr als drei Jahren wurde es auch Zeit, wieder etwas Boden gut zu machen. Immerhin zählt GRAVELAND, trotz aller Kontroversen zu den bedeutendsten Black Metal- wie auch Pagan Metal-Bands nicht nur Polens, sondern ganz Ost-Europas. Ob das die Gutmenschen dieser Welt nun wahr haben wollen, oder nicht - es ist nun einmal Fakt und zumindest der Einfluss der Band auf den Schwarzmetall ist unumstößlich.



Nun handelt es sich bei "1050 Years of Pagan Cult" jedoch um kein wirklich neues Album. Vielmehr stellt diese CD eine Art Best-of dar. Eine Reihe von älteren Songs, die von den ersten Werken der Band stammen ("The Celtic Winter", "Carpathian Wolves", In the Glare of Burning C.", "Following the Voice..." und "Thousand Swords") und neu interpretiert wurden. Dabei vermengt Herr Darken seinen neueren Stil des Pagan Metals mit der räudigen Wildheit und der von schwarzer Magie durchzogenen Kälte der alten Lieder, ohne deren Wurzeln zu besudeln, sondern den Stücken vielmehr neues Leben einzuhauchen. Das klappt insgesamt wirklich erstaunlich gut, und vor allem besser, als es Varg Vikernes auf seinem unsäglichen "From the Depths of Darkness" gelang, für das ihn - sein wir doch mal ehrlich - jeder Anhänger der alten BURZUM doch am liebsten lynchen würde. Ein Paradebeispiel, wie man seine eigene Musik vergewaltigen kann und alles, was sie vielleicht einmal bedeutete gnadenlos durch den Fleischwolf zieht und nochmal einen großen Haufen drauf setzt. Da hat Rob Darken doch glücklicher Weise ein feineres Gespür, was mich dann doch etwas überrascht, da ich auch schon lange kein wirklich packendes GRAVELAND-Album mehr zu hören bekommen habe... seit der "Creed of Iron" und "Memory of Destiny" schien sich der gute Mann ja auch nur noch ständig selbst zu kopieren und folgende Alben klangen dann mal mehr oder weniger austauschbar, wobei einige vereinzelte Lichtblicke erkennen ließen. Das letzte Werk, bei dem ich wirklich aufgehorcht hatte, war der Beitrag zur "Tribute to the King of Aquilonia" Split mit KREUZFEUER. Natürlich ist auch hier nicht alles Gold, was glänzt und bei manchem Song darf man sich schon fragen, warum es so ein episches Gewand sein musste, doch insgesamt ist die Auswahl gut getroffen und die Umsetzung so sorgfältig erfolgt, dass sich hier keine beleidigt oder gefickt fühlen muss, der die alten Sachen schätzt.

Fazit:
Letztlich hat jeder Künstler das Recht darauf, sein Werk zu verändern und wenn er will, auch komplett umzukrempeln oder zu zerstören. Wie man das macht, hat BURZUM 2011 bewiesen. Das ging mal so völlig in die Hose, wenn es auch dort tatsächlich noch vereinzelt einen Hoffnungsschimmer gab. Von diesem Super-GAU ist "1050 Years of Pagan Cult" (warum eigentlich?) aber erfreulicher Weise weit entfernt. Rob Darken macht seine Sache gewissenhaft und weiß anscheinend, was er seiner Anhängerschaft schuldig ist. Grundsätzlich habe ich auch den Eindruck, dass seit der Veröffentlichung von "Resharpening Thousand Swords" eine alte Flamme neu entzündet wurde. Bleibt abzuwarten, wie sich das Ganze nun weiter entwickeln wird... Bestellungen gehen an Heritage Recordings in Polen, dort gibt es die CD im Mediabook/Digipak, zudem gab es eine Holzbox, die noch zusätzlich mit T-Shirt bestückt war, die ist allerdings bereits ausverkauft.

Alte GRAVELAND im zeitgemäßen Gewand. Unbedingt empfehlenswert!


Darbietungen:
01. The Night of Fullmoon
02. At the Pagan Samhain Night
03. Born for War
04. The Gates to the Kingdom of Darkness
05. Hordes of Empire
06. Thurisaz
07. For Pagan and Heretic's Blood
08. Thousand Swords
09. Black Metal War!

Laufzeit: ca. 50 Minuten

Dienstag, 20. Dezember 2016

Review: Mooncitadel - As Nightwind Embraced and the Shadows Caressed (MC, Darker Than Black - 2016)

Das Duo MOONCITADEL aus Finnland präsentiert mit hier vorliegender Kassette ihre erste Demo, doch handelt es sich bei dem Projekt um keinen Unbekannten. Denn MOONCITADEL ist der direkte Nachkomme von EMPIRE OF THARAPHITA, vor allem bekannt durch ihre Split "Path to the Old Lunar Cult Empire" mit DROWNING THE LIGHT. Auch Herr Stormheit, schöpferischer Geist hinter dem Projekt, ist ja hinreichend durch sein gleichnamiges Projekt und sonstigen Aktivitäten bekannt. Die Veröffentlichung übernahm die deutsche Schmiede Darker Than Black - die Kooperation passt also wie die Faust auf's Auge.





Was Stormheit in Form von MOONCITADEL musikalisch zu bieten hat, dürfte wohl auch kaum mehr jemanden überraschen. Hymnisch-erhabenen Schwarzmetall, der vorwiegend im schnelleren Midtempo angesiedelt ist und sich auch mal hier und da Zeit für ausgedehnte melodische Passagen nimmt. Der Gesang passt sehr gut und kommt auch sehr authentisch rüber, der hallende Klang verleiht dem ganzen noch eine zusätzliche Distanziertheit zum menschlichen Hörer. Hier kommt auf jeden Fall ein sehr kaltes, episches Mid-90ies Feeling auf, was ich als Freund dieser Epoche sehr begrüße und freudig aufnehme. Hinzu kommt dann auch die Tatsache, dass "As Nightwind Embraced and the Shadows Caressed" lediglich vier Lieder zum Inhalt hat und so auf eine Spielzeit von gerade einmal knappen 19 Minuten kommt, was der Musik nur dienlich ist, da sie nicht unnötig in die Länge gezogen und auf den Punkt gebracht wirkt. Langeweile kommt ergo nicht auf, wenn ich auch persönlich nochmal gute 20 Minuten mehr von dem Stil hätte haben können.

Fazit:
MOONCITADEL bieten mit ihrem ersten Werk eine einzige Hommage an die glorreichen Jahre 1995-1996, in denen der majestätische Black Metal regierte. Vergleiche mit GODKILLER's "The Rebirth of the Middle Ages" oder ähnlichen epischen Werken sind nicht von der Hand zu weisen und - ich wage es einmal zu behaupten - auch sicher so gewollt. Viele Bands gibt es, die sich immer wieder an diesem Stil versuchen, doch die wenigstens schaffen es wie MOONCITADEL, den Geist der alten Tage wirklich zu erfassen, zu begreifen und in ihrer Musik zum Ausdruck zu bringen. Ob er Band und Label unterstützen möchte, muss wie immer jeder für sich selbst entscheiden, wer sich diese Kassette jedoch entgehen lässt, wird definitiv etwas versäumen! Bestellungen erfolgen an den Todeshändler oder ihr wendet euch an den Underground-Dealer eures Vertrauens.

Ganz großes Werk, welches ich ohne Einschränkungen empfehlen kann!


Darbietungen:
01. Dimensional Key as the Sword of Stars
02. Lord of the Moonrealm
03. When Thousand Winters Bury My Heart
04. The Earl of Nightfall

Laufzeit: ca. 19 Minuten

Sonntag, 18. Dezember 2016

Review: Crimson Moon - Oneironaut (CD, Dark Adversary Productions / W.T.C. Productions - 2016)

Nachdem die Split mit unter anderem ACHERONTAS nun auch wieder ein paar Jahre zurückliegt, meldet sich die ursprünglich aus Amerika stammende Kapelle CRIMSON MOON  nun endlich mit einem neuen Voll-Album zurück. Mittlerweile ist die Band in Deutschland heimisch geworden und setzt sich aus Scorpios Androctonus (u.a. ACHERONTAS, SABNACK) als einziges Gründungsmitglied, Vual (ex-AGATHODAIMON, ex-ANCIENT CEREMONY), Agreas (CARN DÛM) und Sabnoc zusammen.





Die Veröffentlichung übernahmen das australische Label des DROWNING THE LIGHT-Frontmannes Dark Adversary in Kooperation mit der deutschen Schmiede W.T.C., welche ja sozusagen eine Vorreiter-Rolle übernehmen, was die Veröffentlichung und den Vertrieb von okkultem Schwarzmetall anbelangt. Das Umfeld passt also zur Band. Das neue Werk "Oneironaut" zeigt dann auch die stärksten Einflüsse aus dem Occult Black Metal Bereich auf, die der Musik der Kapelle zwar immer innewohnten, aber sich nie zuvor derart ausgeprägt hervor taten. Die Musik ist düster gehalten, teils mit einem schwarzmagischen hymnenhaften Charakter, größtenteils im Midtempo, aber auch mal im chaotischen Uptempo, was dann ein wenig an NIGHTBRINGER denken lässt. Orientalisch anmutende Klänge lassen sich ebenfalls ausmachen, was dann eher an ACHERONTAS erinnert. Aber keine Sorge: "Oneironaut" verkommt zu keiner Sekunde zu einem Klon, sondern erschafft durch den Gebrauch verschiedener Einflüsse vermengt mit dem Klang, den die Band immer schon prägte, etwas Eigenes, was zwar nicht wirklich neu, dafür aber grundsolide ist.

Fazit:
Mit ihrem neuen Album sind CRIMSON MOON endlich dort angekommen, wo sie meiner Meinung nach schon immer hingehörten: im Reigen der besten Occult Black Metal Bands. "Oneironaut" ist ein großes Album geworden und stellt die bisher beste Arbeit der Gruppe dar. Ich hoffe auf eine baldige Auswertung auf Vinyl... Interessenten aus Deutschland wenden sich zwecks einer Bestellung am besten direkt an W.T.C. oder aber an den Underground-Händler ihres Vertrauens.

Bestes Werk der Band bisher. Mehr als empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Gossamer of Arachne
02. Molding of a Spell
03. Seeker of the 7th Gate
04. Weaver of the Web
05. Urilian Worm
06. Oneironaut

Laufzeit: ca. 60 Minuten

Samstag, 17. Dezember 2016

Review: Waldseel - Cultus Falsitatis (CD, Wolfmond Production - 2016)

Das Projekt WALDSEEL aus Niedersachsen meldet sich auch zurück. meldet sich nach der Split mit SHARDS OF A LOST WORLD auch mit einem neuen Album zurück. Inzwischen ist dieses das dritte an der Zahl, neben einer Reihe von Demos, EPs und Splits. Immer noch ist Waldseel alleiniger Streiter im Kampf gegen das Kreuz und die Dummheit der Masse 'Menschheit' im Allgemeinen und das Sprechrohr zwischen dieser und der jenseitigen Welt.






So ist "Cultus Falsitatis" in erster Linie als Kritik an dieser schnell-lebigen Zeit zu betrachten, in der niemand mehr wirklich Momente sucht, um zu sich selbst zu finden, der Natur und der Dinge zu lauschen, die jenseits des alltäglichen Fassungsvermögens lauern. Niemand, der sich wirklich einmal Zeit nimmt, um einfach inne zu halten und seine Aufmerksamkeit der Dunkelheit zu widmen. Das Gros lässt sich unterjochen vom Alltag, die scheinbaren Verpflichtungen des Lebens, welche aber im Grunde nichtig sind, ohne dabei jemals selbst zu denken, zu hinterfragen und sein Wesen zu erkunden. Gewiss, diese Tatsache wird auch das neue Werk von WALDSEEL nicht ändern, doch stellt es wie bereits erwähnt eine großartige Kritik an diese Missstände dar. Und nicht nur das: "Cultus Falsitatis" ist mit Abstand das wohl intensivste und eigenständigste Werk, was mir bisher bekannt ist. Die Aussage ist unmissverständlich, der Gedanke dahinter ehrenvoll und musikalisch wird es hier wie immer sehr atmosphärisch. Dabei wird dankenswerter Weise auf großartigen Ambient-Einsatz verzichtet, die erhabenen Sphären verdankt das Album größtenteils den gut arrangierten Instrumenten und dem Gesang, der sich in Teilen auch schon mal in Death-lastige Gefilde begibt ("Bröckelndes Mauerwerk"). Ein Highlight des Albums ist aber sicherlich die Hymne "LSABM", was für nichts anderes als "Lower Saxonian Atmospheric Black Metal" steht.

Fazit:
WALDSEEL legt mit "Cultus Falsitatis" sein bis dato überzeugendstes Werk vor. Sofern man sich auf dieses Album einlässt, darf man ein spannendes Hörerlebnis erwarten, dem man jedoch auch unbedingt eine Sache widmen sollte: Zeit! Und damit wären wir eigentlich auch schon wieder bei dem eigentlichen Thema des Albums angelangt.

Bestes Werk der Band bisher. Meine Hochachtung und Empfehlung!


Darbietungen:
01. Intro
02. Cultus Falsitatis
03. VIII
04. Im Rinnsaal grün zu grau
05. Wurzeln Nebel Schwere
06. LSABM
07. Bröckelndes Mauerwerk
08. Mystische Aura nächtlicher Gefilde
09. Ilfrenn
10. Ebenen
11. Outro

Laufzeit: ca. 34 Minuten

Review: Caverne - Sentiers d'avant (CD, Résilience - 2016)

Das letzte Album des Franzmannes von CAVERNE ist noch nicht einmal gänzlich aus meinen Hirnwindung nebelgleich entschwunden, da klopft schon die nächste Veröffentlichung des Herren an die Tür. "Sentiers d'avant" ist jedoch mitnichten ein neues Werk, sondern lediglich eine Zusammenstellung der beiden ersten Demos. Da mir diese jedoch unbekannt sind, habe ich hier trotzdem beherzt zugegriffen.







Und wurde einmal mehr nicht enttäuscht. Die Demos sind ungleich rauer aufgenommen als das Album, das wird einem schnell klar werden. Aber dass Herr Amertume ein Händchen für ergreifende, spannende und hmynenhafte Arrangements besitzt, wird bereits hier mehr als deutlich. Auch sind hier die akustischen Momente und Einspieler dominanter vertreten und erinnern zumindest mich teilweise an das Werk "Ritus Kannibale" der mysteriösen deutschen Kapelle NACHZEHRER, welche auf diesem auf akustische Art und Weise Stücke von ABSURD interpretierten. Abpropos ABSURD: eine ähnliche politische Gesinnung scheint auch beim Herrn von CAVERNE vorzuherrschen, dazu reicht ein Blick auf das Logo und so manche Titel, aber auch wenn man sich eingehender mit dem Projekt beschäftigt, kann man auf Interviews einschlägiger Magazine mit einschlägigen Inhalten stoßen. Vereinbaren muss es letztlich jeder für sich allein, ob er die Band mit einem Kauf unterstützen möchte. Wobei ein Verzicht hier wirklich mehr als schade ist, da CAVERNE musikalisch das beste und intensivste darstellt, was ich seit Jahren aus Frankreich vernommen habe.

Fazit:
Eine großartige Ein-Mann-Kapelle, ungeachtet der Hintergründe lässt sich in CAVERNE eines der bei weitem interessantesten, eingängigsten und besten Projekte finden, die Frankreich seit Jahren zu bieten hat. Wer also kein Problem damit hat, eine Band, die sich mindestens in einer Grauzone bewegt, zu supporten, wende sich vertrauensvoll an Résilience. In Deutschland gibt es die CD z.B. bei Amor Fati Productions.

Politisch vielleicht zweifelhaft, musikalisch gesehen aber über jeden Zweifel erhaben!


Darbietungen:
01. Sermeot ar Huelgoat / Des Tréfonds du Haut Bois
02. Caverne
03. Songe d'une Lune Morbide
04. Nuit et Brauillard
05. Clarté Lunaire / Terre Souillée

06. Ma Race
07. Ni le Lieu, Ni l'Heure / Procession
08. Le Glaive (Demo 2015)

Laufzeit: ca. 78 Minuten

Review: Hagalaz - Northern Gods Descending (CD, Wolfmond Production - 2016)

HAGALAZ nennt sich eine Viking Metal-Kapelle aus Sachsen. Name, Herkunft und Stil lassen hier aber bei weitem nicht auf eine politische Gesinnung schließen, um das vielleicht einmal direkt am Anfang zu erwähnen. Zudem exisiert die Band seit 2000, ein Jahr später wurde eine Demo-Präsentation veröffentlicht. Danach herrschte jahrelange Ruhe, da die Gruppe nur noch als Duo aktiv war, was den Einsatz eines Drumcomputers notwendig machte - Erzeugnisse aus dieser Zeit existieren aber (zumindest meiner Recherche nach) nicht.





Nun hat man es geschafft, und HAGALAZ ist wieder eine wirkliche Band, die aus insgesamt sechs Leuten besteht. Musikalisch wie auch textlich wird hier traditioneller Viking Metal zelebriert, der mal kämpferisch und mal träumerisch bis nostalgisch präsentiert wird. Die Kompositionen setzen dabei auf Altbewehrtes, was aber nicht weiter verwerflich ist - zumindest bleiben einem so klägliche Versuche des Einbringens von Post Rock oder gar von Hardcore erspart, an welchem sich ja schon so manche Band versucht hat (und sich damit das Genick brach). Auch bleibt es hier erfreulicher Weise bei einer ernsten Thematik und es artet zu keiner Zeit in irgendwelchen Trinkliedern aus, wenngleich jeder einzelne Song das hymnische Potential dazu hätte. Das einzige, was sich die Herren erlauben, ist hier und da ein Quäntchen Thrash-Feeling wie am Anfang von "Tag der Vergeltung" - das ist aber verschmerzbar.

Fazit:
Eine interessante Veröffentlichung aus dem deutschen Viking-Metal-Underground, wenn das Album jetzt auch keine besonders hervorstechende Wirkung auf einen hat. Jedoch fällt es auch nicht negativ auf und ist gut durcharrangiert. Wird nicht vielleicht nicht jedem gefallen, ich finde es jedoch recht solide. Das Album kommt als Pro-CDr und ist limitiert auf 100 hand-nummerierte Exemplare. Bestellungen gehen an Wolfmond Production.

Solider deutscher Wikinger Metal.


Darbietungen:
01. Stimmen der Ahnen
02. Shadow of the Beast
03. Gate in Us
04. Bloodfeast
05. Thor
06. Psychopath
07. The Final Effort
08. Tag der Rache
09. Northern Gods Descending

Laufzeit: ca. 42 Minuten

Vorab-Review: Thyrane - Black Harmony (CD, Woodcut Records - 2017)

Es gibt Werke, die scheinbar längst in Vergessenheit geraten sind - zu Unrecht. PRIMIGENIUM's "...as eternal as the night..." Demo war so ein Beispiel, welches dann über die deutsche Schmiede Deviant Records auf CD wiederveröffentlicht wurde im Zuge der 'Nocturnal Legacy Series'. Ähnlich wie in diesem Falle, erfährt nun auch baldig das Debüt-Demo der Finnen THYRANE "Black Harmony" aus dem Jahr 1995 eine erneute Veröffentlichung auf CD, MC und LP unter dem Banner von Woodcut Records aus Finnland.




"Black Harmony" ist zunächst einmal als ein typisches Werk dieser Ära zu bezeichnen. Erhabener und melodischer Black Metal mit viel nordischer Grimness und symphonischen Anklängen wie Chören, Samples und Tasten-Einsatz. Was es jedoch trotzdem hörenswert macht und nicht zum Einheitsbrei verkommen lässt, ist die Tatsache, dass hier hörbar mit Herzblut an die Sache heran gegangen wurde, was sich nicht zuletzt in der Spielfreude und der hervorragenden Komposition niederschlägt, sondern auch im Gesang, der sich nicht nur auf grimmige nordische Kälte beschränkt, sondern auch einen eher dem alten Doom/Death zuzuordnenden Gröll-Gesang bietet.

Fazit:
Für Finnland wohl eher untypisches Release, da dieser Stil zu dieser Zeit wohl mehr in Norwegen und Schweden zelebriert wurde. Umso erstaunlicher, dass hier ein Werk abgeliefert wurde, dass so einige andere Vertreter des Mid-90ies Black Metals ohne Weiteres in den Schatten stellt. Wer die ursprüngliche CD noch nicht sein Eigen nennt, kann hier also bedenkenlos zugreifen, wenn es im Januar 2017 soweit ist und das Werk auf Vinyl (silber, schwarz und rot), Kassette und CD erscheint. Vorbestellungen kann man indes schon jetzt im Shop von Woodcut Records entrichten.

Ein unterschätztes und zu Unrecht nahezu vergessenes Werk der Mitt-90er. Total Support!


Darbietungen:
01. Black Harmony
02. Sacrifices
03. Enthroned by Antichrist
04. Satanic Ages Overture

Laufzeit: ca. 35 Minuten

Review: Nocturnal Werewolf - Howl of Frozen Graves (MC, Darker Than Black - 2016)

Aus Polen stammt das Projekt NOCTURNAL WEREWOLF, welches bereits im Jahr 2005 unter dem Namen NOCTURNAL WORSHIP durch den Schlagzeuger Slawibor (u.a. BLOOD STRONGHOLD, DUCH CZERNI, RAVENMOON SANCTUARY) ins Leben gerufen wurde, ein Jahr später aber schließlich umbenannte wurde und seit 2015 als Trio agiert. In dieser Konstellation wurde dann auch die erste Demo-Kassette "Howl of Frozen Graves" eingespielt.







Was kann man hier sagen? Es werden vier Lieder geboten, wobei das erste lediglich als Intro fungiert und das letzte eine Nachspielversion darstellt. Bleiben unter'm Strich also nur zwei wirkliche Lieder aus eigener Feder, welche aber immerhin den größten Anteil an der Spielzeit ausmachen. "The Time of Wolfish Wraiths" ist eine nächtliche Hymne, die zu weiten Teilen im Midtempo zelebriert wird, sich aber nicht scheut, auch mal einen Gang hoch zu schalten. Genau das erwartet man von einer polnischen Underground-Kapelle auch. "Hymn of Blackest Blood" schlägt in die gleiche Kerbe, gibt sich noch ein wenig Melodie-betonter als sein Vorgänger, stellt aber ebenfalls einen reinrassigen polnischen Black Metal mit Hymnen-Charakter dar. Das letzte Stück ist eine Interpretation des MAYHEM-Klassikers "Freezing Moon", welche als gelungen bezeichnet werden kann und dem eigentlich typisch norwegisch klingenden Titel eine sehr polnische Note gibt, was vor allem an den Gitarren und dem Gesang liegt.

Fazit:
Wer sich für traditionellen polnischen Black Metal erwärmen kann, sollte in die Demo von NOCTURNAL WEREWOLF zumindest einmal reingehört haben. Im Grunde wird hier nichts Neues geboten - erwartet aber ehrlicher Weise auch keiner, wer sich den Namen und das Cover anschaut. Limitiert ist das gute Stück auf 111 Exemplare und erhältlich über den Todeshändler.

True Polish Black Metal. Nothin' more, nothin' less.


Darbietungen:
01. Intro - Into the Void of Devil's Tomb
02. The Time of Wolfish Wraiths
03. Hymn of Blackest Blood
04. Freezing Moon (MAYHEM Cover)

Laufzeit: ca. 15 Minuten

Review: Panphage - Drengskapr (CD, Nordvis - 2016)

Nachdem vor einer Weile in diesem Jahr die Demo-Kompilation "Genom Konst & Krig" veröffentlicht wurde und ich zum ersten Mal von PANPHAGE hörte, erschien im vergangenen Monat das bereits zweite Album des Projekts aus Schweden. "Drengskapr" stellt eine Art Konzept-Werk dar und beschäftigt sich inhaltlich mit der Sage von Grettir Asmundarson, von seiner Geburt über seine Heldentaten als Outlaw bis hin zu seinem Tod.






Das Album ist dabei in sieben Teile aufgespalten, die jeweils einen Teil der Geschichte erzählen. Die inhaltlichen Beschreibungen lassen sich in englischer Sprache im sehr schicken Digipak finden, die Texte selbst sind in schwedisch gehalten. Musikalisch bewegt sich das ganze auf hohem Niveau, der zelebrierte Black Metal strotzt nur so vor Kraft, Erhabenheit und Stärke. Ein Hauch von Nostalgie und Wehmut ist hier ebenfalls spürbar, genau so wie eine aufrichtige Hingabe, ungezügelte Wildheit und eine unbändige Liebe zum Detail. "Drengskapr" wirkt auf den ersten Eindruck hin einfach gestrickt, bietet dem aufmerksamen Hörer jedoch immer wieder interessante Facetten, die das Geschehen abwechslungsreich und spannend halten. So kommen hier und da auch einmal akustische Gitarren zum Einsatz oder es finden sich hymnische Einlagen wieder, die im Stile von Bands wie FALKENBACH gehalten sind, und so das ganze auch für mach' Anhänger des Viking Metal interessant macht.

Fazit:
PANPHAGE liefert mit "Drengskapr" ein zweites Voll-Album, an dem es eigentlich überhaupt nichts zu mäckeln gibt. Ein definitiver Anwärter auf den Platz "bestes Album 2016"! Meine Empfehlung kann hier nur lauten: KAUFEN! Interessenten aus Deutschland wenden sich am besten an Iron Bonehead oder an den Todeshändler, die die CD beide im Distro haben. Nordvis sei Dank kann sich das Album aber auch jeder Idiot im nächsten Doof-Markt holen, was dem ganzen wieder einen Teil seiner Magie raubt...

Großartiges Werk, welches schlicht und ergreifend jedwede Aufmerksamkeit verdient hat - meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Pt. I - Grettir Asmundarson
02. Pt. II - Landrensningen
03. Pt. III - Glam rider husen
04. Pt. IV - Glamsun
05. Pt. V - Utlagr
06. Pt. VI - Drangey
07. Pt. VII - Blodshämnd

Laufzeit: ca. 41 Minuten

Review: Vernent - Fuego Eterno (CD, Wolfmond Production - 2016)

Nach einer längeren Pause habe ich endlich wieder die Motivation zum schreiben. Natürlich hat sich auch schon so einiges bei mir angesammelt. Anfangen möchte ich das Ende der Auszeit mit VERNENT, einem Solo-Projekt aus Bolivien. Veröffentlicht wurde diese erste Demo-CD über das deutsche Label Wolfmond als Pro-CDr mit 4-seitigem Beiheft.




Eines wird mir bereits kurz nach dem Einlegen der CD in den Player klar: hier liegt ein Machwerk vor, dass auf Atmosphäre und Spannungsbögen einen großen Haufen setzt. "Fuego Eterno" ist ein Black Metal-Release, welches so ganz typisch für gut 95% der Underground-Veröffentlichungen aus Südamerika klingt: kompromisslos nach vorn, räudig, rasend schnell und dreckig - um nicht zu sagen: scheiße - produziert. Das mag man oder halt auch nicht. Mich jedenfalls lässt es absolut kalt und ich hatte meine ehrliche Mühe, es mir wenigstens einmal am Stück anzuhören.

Fazit:
Insgesamt eine eher lasche Veröffentlichung, die man sich in meinen Augen getrost sparen kann. Die paar Sample-Spielereien werten das Geschehen auch kaum auf. Die Demo gibt es wie bereits erwähnt im Shop von Wolfmond Production für 5,- Euronnen zu erwerben und ist auf 100 hand-nummerierte Exemplare limitiert.

Braucht man nicht.


Darbietungen:
01. Odio y vencor
02. Wolf black vakker
03. Grito de guerra
04. Lagrimas falsas
05. Fuego eterno
06. Bajo la luna

Laufzeit: ca. 17 Minuten

Freitag, 21. Oktober 2016

Review: Todessucht - Wertlos (CD, Narbentage Produktionen - 2016)

Nachdem die letzte Demo "Wenn die Hoffnung stirbt" über das Label Wolfmond veröffentlicht wurde, legte man Anfang September mit "Wertlos" die neue EP nach. Ich muss ja gestehen, dass meine Erwartungshaltungen an ein neues Werk der Band nach der "Wenn die Hoffnung stirbt" immens hoch ist, da mich die CD von Anfang bis Ende durchweg überzeugen konnte, was bei vergangenen Veröffentlichungen der Herren ja nicht immer der Fall war (wie verschiedene Reviews in den Archiven belegen... allerdings muss man dazu sagen, dass die meisten aus einer Ära stammen, in der ich einfach übersättigt war von sogenanntem DSBM, andererseits aber zugeschissen wurde mit VÖ's, sei es von Labels oder Bands)...


Aber das soll jetzt weder eine Entschuldigung sein, noch soll es hier eine gewichtige Rolle spielen. Fraglich ist ohnehin, ob ich heute anders über die alten Sachen urteilen würde. Widme ich mich also dem Jetzt. "Wertlos" präsentiert sich als schick aufgemachte CD mit 4-seitigem Beiheft, welches allerdings nur noch Portraits der Beteiligten, wie auch kurze Angaben zur Aufnahme enthält. Abgedruckte Texte gibt es daher leider keine. Enthalten sind vier Lieder, sowie der fast schon obligatorische Ein- und Ausklang. "Verloren" lässt auch gleich erkennen, dass sich der Stil von TODESSUCHT zwar nicht grundlegend gewandelt hat, doch (wahrscheinlich) aufgrund der Teilnahme der Gastmusiker einige neue Facetten bietet. Insbesondere das Gitarrenspiel von Blackout (ex-SHROUD OF DISTRESS) bringt hier einiges an Post Rock / Post Black Metal ins Geschehen, was ein wenig an die Franzosen AMESOEURS denken lässt - dieser Punkt kommt aber fast noch besser im nächsten Lied "Die Leere in mir" zum tragen. Insgesamt gibt man sich hier aber auch wieder eine Spur räudiger als auf dem letzten Werk (in "Nur ein Traum" waren ja gar Passagen zu finden, die ohne weiteres Vergleiche mit EMPYRIUM oder DORNENREICH zuließen). Der Gesang von Fäulnis lehnt sich auch wieder mehr an den etwas weinerlichen Stil an, während er mir im letzten Werk eher an alten BURZUM oder teils auch an NARGAROTH orientiert erschien. Das macht aber nichts, da sich die Stimme von Fäulnis hörbar weiterentwickelt hat, so hat er auch weitaus mehr zu bieten als heulen und jammern - er gleicht vielmehr einem befreienden Schrei, einem Klagen, was sagt: "Schau Welt, was du aus mir gemacht hast!" - um dann derselben anschließend unvermittelt ins Antlitz zu kotzen. Hier wirkt nichts mehr gekünstelt oder zu abgedroschen, sondern einfach nur verzweifelt. Die Hoffnungslosigkeit und bedrückende Tristesse ist in jedem Ton spürbar. Mit Död Tron am Bass (bekannt durch seine Beteiligung an Bands wie SERPENTS GIFT) und Kadaver am Schlagwerk ist die Besetzung dann auch vollzählig. Mit "Realitätsverlust" hat man dann gar noch ein Gitarren- und bass-orientiertes Instrumental in petto, welches zusätzlich noch Tastenklänge bietet und mit jedem weiteren Verstreichen dumpfer und leiser wird, was tatsächlich dem Effekt eines zunehmenden Ohnmachtsanfalls oder eines Realitätsverlusts nachempfunden ist (Ja, ich weiß da, wovon ich rede... - Anm.). Mit dem Titel-Song geht es weiter, der nun wirklich mal typischen DSBM bietet. Langsam, fast schon ein wenig dooming, unterlegt mit Samples und dank der Gitarre wieder mit ordentlich Post Rock-Einschlag, die im Mittelteil noch eine recht ausgiebige Solo-Passage hat. Anschließend steigert sich der Song ein wenig, was die Geschwindigkeit angeht und kommt damit zu einem guten und atmosphärischen Abschluss. Das Outro, welches ein wenig an den "Tales from the Crypt"-Soundtrack erinnert, hält dann zum Ende hin auch noch einen netten Twist bereit.

Fazit:
Jawohl. Und schon wieder haben es TODESSUCHT irgendwie geschafft, mich mit ihrem aktuellen Werk in ihren Bann zu ziehen. "Wertlos" bedarf allerdings einer intensiven Auseinandersetzung, da es doch ein wenig anders ist, als alles was man bisher von der Gruppe gehört hat. Der Post Rock / Post Black Metal ist wesentlich präsenter, vor allem in den Saiteninstrumenten. Dafür werden hauptsächlich die Gastmusiker verantwortlich zeichnen, da das Projekt "Wertlos" eine reine Internet-Geschichte ist und es daher auch keine Probe-Sessions oder sonstiges gegeben hat, da die Mitglieder in ganz Deutschland verteilt leben. Respekt also alleine für das Endergebnis, das in sich sehr stimmig und harmonisch klingt (nicht, dass es positive Energien erzeugen würde...) und nicht den Eindruck macht, einfach 'zusammengeschustert' worden zu sein. Die CD im Jewelcase ist auf 500 Stück limitiert und über Narbentage oder direkt über die Band erhältlich. Über das gleiche Label erscheint zu Halloween auch eine Kassetten-Version der EP, welche eine frühe Demo-Session enthält und um einiges rauer ausfallen dürfte, als die hier vorliegende CD-Version.

Ein mehr als gelungener Mix aus Post Rock, Post Black Metal und DSBM. Hier sei auf jeden Fall eine Kaufempfehlung für alle ausgesprochen, die sich für die genannten Genres begeistern können!


Darbietungen:
01. Einklang
02. Verloren
03. Die Leere in mir
04. Realitätsverlust
05. Wertlos
06. Ausklang

Laufzeit: ca. 28 Minuten

Vorab-Review: Tardigrada - Emotionale Ödnis (CD, Eisenwald / Fallen Empire - 2016)

Hinter TARDIGRADA verbirgt sich ein Trio aus der Schweiz, welches sich der Zelebrierung atmosphärischer Black Metal-Musik verschworen hat. So weit nichts Neues also. Zudem bin ich bei Schwarzmetall aus den Schweizer Landen ja generell etwas vorsichtiger, da aus der Region vornehmlich Schund veröffentlicht wird - jedenfalls ist das mein subjektiver Eindruck (bisheriger Tiefpunkt für mich war bisher das - durchaus ernstgemeinte (!) - youtube-video der unsäglichen 'Fantasy' Metaller BLACK JADE mit dem Helene Fischer Cover - dies bedarf wohl kaum weiterer Worte). Nun gibt es aber immer wieder löbliche Ausnahmen... wie auch das hier vorliegende Werk eindrucksvoll beweist...


TARDIGRADA präsentieren uns mit "Emotionale Ödnis" nach einer Demo-Veröffentlichung aus dem Jahr 2012 (erschien unter dem Banner von Fallen Empire auf Kassette) ihr erstes Voll-Album, welches eine Kooperation zwischen der deutschen Eisenwald Tonschmiede und dem in Amiland beheimateten Label Fallen Empire Records darstellt. Ganze zehn Lieder wird es letztlich umfassen, die mit einer Spielzeit von insgesamt rund einer ganzen Stunde aufwarten können. Der Titel ist dabei Programm, denn erschallt die, wie schon erwähnt, sehr atmosphärische Musik in einem tristen und grauen Gewand. Dabei stellen die Lieder "I" bis "V" instrumentale Zwischenspiele dar, bzw. dient "I" als Einklang des Albums. Dazwischen lassen sich die 'richtigen' Songs ausmachen, die auf den ersten Blick sehr nihilistisch erscheinen, was wohl auch durchaus so beabsichtigt ist, doch im weiteren Hörverlauf immer mal wieder kleinere Details offenbaren. Desolate Kälte trifft hier auf Melancholie und Verzweiflung - und doch wäre es vermessen, das Album in die Kategorie 'DSBM' stecken zu wollen, da es wesentlich mehr Facetten als die üblichen Klischees bietet. Akustische Gitarren und folklorische Sphären finden hier ebenso ihren Einsatz wie Dark Ambient oder auch durchaus mal schnellere Passagen. Übrigens handelt es sich bei dem Mann am Schlagwerk um H.A.T.T., der bereits bei SUAMANUCAEDERE die Felle geschlagen hat (von denen habe ich auch schon länger nichts mehr vernommen... sind die eigentlich noch aktiv? Wenn da jemand mehr weiß, darf er sich gerne an mich wenden. - Anmerk.) und die mich ja auch zu begeistern wussten. Was ich hier definitiv noch positiv hervorheben möchte, ist die Tatsache, dass die eigentlichen Songs allesamt zwar Überlänge besitzen, aufgrund ihrer Abwechslung auch innerhalb der Liedstrukturen nicht wirklich danach anfühlen - sprich: es wird wenn überhaupt nur äußerst selten langweilig für den Hörer.

Fazit:
Klar, auch TARDIGRADA fahren trotz all ihrer Hingabe und "Spielfreude" keinen Preis für Eigenständigkeit ein, muss man klar so sehen. Aber das ist in Ordnung, da man hier mit Herzblut an die Sache heran geht und es versteht, ergreifende Atmosphären aufzubauen, die den Hörer für sich einnehmen und denen man sich mit jedem weiteren Verlauf des Albums schwerer entziehen kann. Zudem bemüht man sich um Abwechslung, was dem Ganzen dann doch wieder eine individuelle Note verleiht, denn wie "Emotionale Ödnis" klingt nun wirklich nicht jedes x-beliebige Album! Das Debüt erscheint am 28. Oktober diesen Jahres als CD im Digipak, als DLP und digitales Album (Preise sind noch nicht gelistet). Interessenten aus Deutschland sollten sich vertrauensvoll an Eisenwald. Deren Shop ist zwar aktuell immer noch offline, alternativ kann man aber im Bandcamp-Profil des Labels oder über Discogs.com in den Angeboten stöbern, oder sich alternativ auch direkt an die Email-Adresse wenden.

Sehr emotionales und ergreifendes Machwerk. Jeder, der etwas mit atmosphärischem Schwarzmetall anfangen kann, ist hier mehr als gut beraten!


Darbietungen:
01. I
02. E Sturm zieht uf
03. II
04. Die Wand
05. III
06. Erschöpft
07. IV
08. Emotionale Ödnis
09. V
10. Verfalll

ca. 60 Minuten

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Vorab-Review: Shards of a lost World - Primum Ritual (CD, Wolfmond Production - 2016)

Das Projekt SHARDS OF A LOST WORLD hat es mir seit der "Geisternebel" MCD angetan. Wies diese auch einige Schwächen auf, muss ich doch sagen, dass dieses Projekt mit zu dem intensivsten zählt, was der deutsche Underground aktuell an rauen, aber atmosphärischen Schwarzmetall-Bands zu bieten hat - zumindest in meinen Augen. Aber es scheint auch noch mehr Leute zu geben, die genauso denken und vor allem fühlen, denn die Band erfreut sich mittlerweile einem gewissen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrad im Untergrund. Nun folgt mit der hier vorliegenden "Primum Ritual" CD ein Live-Album, dessen Aufnahmen vom ersten Auftritt der Truppe stammen...



Namentlich handelt es sich da um ihren Gig auf der Falkenhardt Black Metal Night, welche in diesem Jahr stattfand. SHARDS OF A LOST WORLD bestritten den Abend als Trio mit Mastermind Anxietas am Gesang, Waldseel (bekannt durch sein gleichnamiges Projekt) an der Gitarre und Morpheus (bekannt durch sein Projekt MIRAGE ASYLUM, u.a. TODESSUCHT) am Schlagwerk. Mit dem "Intro" beginnt es bereits sehr mystisch und verspricht auf jeden Fall eine sehr düstere Atmosphäre für das, was noch folgen mag. Das wird dann auch direkt in Form von "Hörst du die Stimmen" (im Original von der ersten Demo "Scherben" stammend), der direkt und ohne Umschweife deutlich macht, was das Publikum an diesem Abend erwarten darf: räudiger, wilder und ungezähmter Black Metal, der trotz allem aber nichts von seiner dunklen und magischen Atmosphäre einbüßt. Die Struktur des Liedes ist zwar größtenteils als eher primitiv gehalten zu betrachten, verfehlt seine Wirkung aber keineswegs. "Spaziergang durch den Regen" (der momentan aktuellste Song der Gruppe) geht etwas langsamer zu Werke und erzeugt dadurch eine sehr hypnotische und beschwörende Stimmung, die es vermag, den geneigten Hörer beinahe in Trance ähnliche Zustände zu versetzen und ihn in durch endlose Sphären der Dunkelheit gleiten zu lassen. "Mysterien der Nacht" von der "Geisternebel" MCD setzt diese Richtung fort, generell ist das Ritual wie eine Séance aufgebaut, welche mit jedem Song ein weiteres Siegel zur Welt der Toten aufbricht. Es geht hier auch wieder wesentlich schneller zur Sache, gerade zur Mitte hin brettert das Schlagzeug ordentlich durch. Der allgemeine Rhythmus bleibt aber erhalten und der Spielfluss bleibt erhalten - die Mannen wissen also auch definitiv, was sie tun. Mit "Die Gestalt" präsentiert man dann auch schon den letzten Beitrag vor dem "Outro" und befindet sich wieder in Sphären, die dem ersten Song gleichen. Wie auf der "Geisternebel" Scheibe übernimmt hier Waldseel den Gastgesang in Form von einigen Passagen (zu hören ist seine Stimme das ganze Album hindurch immer mal wieder in den Refrains der Lieder).

Fazit:
SHARDS OF A LOST WORLD faszinieren mich als Projekt. Ich kann zwar nicht genau bestimmen, an was es genau liegt, aber irgendetwas hat die Band inne, was ihre Musik deutlich vom Einheitsbrei abhebt. Das zeigt sich auf diesem Live-Dokument sogar noch etwas eindringlicher als auf den Studio-Aufnahmen. In Punkto der Atmosphäre für ein Live-Album gibt es hier ebenfalls nichts zu bemängeln, außer vielleicht für Leute, die mit solcherlei ungeschönten Aufnahmen nichts anfangen können und sich doch lieber das nächste nachträglich sauber produzierte Live-Album von irgendeiner angesagten Mainstream 'Black' Metal-Band holen... für diese ist "Primum Ritual" definitiv nicht gemacht, doch glaube ich, dass diese Blindgänger solche Musik eh niemals verstehen würden. SHARDS OF A LOST WORLD's Live-CD wird im Laufe der nächsten Woche über Wolfmond Production erhältlich sein als Pro-CDr im Jewelcase, in einer Auflage von 100 Exemplaren. Die Bandgemeinschaft Nebelwelten haben über ihren Youtube-Kanal auch ein Video des Auftritts online gestellt, der allerdings das Intro und das Outro außer Acht lässt.

Ein sehr intensives Live-Album aus dem deutschen Underground. Total Support!!!


Darbietungen:
01. Intro
02. Hörst du die Stimmen
03. Spaziergang durch den Regen
04. Mysterien der Nacht
05. Die Gestalt
06. Outro

Laufzeit: ca. 24 Minuten

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Review: Thorsons - Des Schwertes Zeit (CD, Wolfmond Production - 2016)

Bei der 2005 gegründeten Kapelle THORSONS handelt es sich um Viking / Folk Metal aus Sachsen. Dabei setzt man (glücklicher Weise) weniger auf typische Schunkel- und Sauflieder, wie es sie ja zuhauf in dem Genre gibt, sondern zelebriert eher einen kriegerischen Mix aus hymnischen Black Metal mit Anleihen an den Death Metal und eben auch dem Folk. Im Original stammt das Album bereits aus dem Jahr 2011, wurde aber vor einer Weile durch das Label Wolfmond Production mit einigen zusätzlichen Liedern wiederveröffentlicht.




Die Söhne Thors lassen sich dabei nicht lumpen und gehen gleich zu Beginn in die Vollen. "Des Schwertes Zeit" bietet zwar einen Intropart mit Klavier, der aber schnell in den bereits angesprochenen hymnischen Black Metal übergeht, der sich dann mit einem an den Viking Death Metal angelehnten Gesang paart. Die verwendeten Chor-Samples tun ihr übriges dazu und verleihen dem einleitenden Titelstück gleich eine wunderbar epische Atmosphäre, die definitiv Lust auf noch mehr macht. "Inquisition" kann dem dann auch gerecht werden, insgesamt gibt man sich hier eine Spur schneller und geht melodischer zu Werke, vor allem das sehr detailverliebte und erhabene Gitarrenspiel möchte ich hier hervorheben. Mit "Beichtvater" bietet man dann zum ersten Mal typisches Black Metal-Gekreische, welches sich dann in Passagen mit den Death-Growls abwechselt, die Instrumente bekommen durch das recht dominante Keyboard hier einen sehr symphonischen Charakter, was aber keinesfalls negativ auszulegen ist! Das folgende Stück "Mein Wesen" stellt dann auch bereits das regulär letzte Lied von "Des Schwertes Zeit" dar. Hier frönt man wieder dem Stil des ersten Liedes - sehr guter und epischer Abschluss zu einem überraschend gutem Beitrag aus dem deutschen Pagan/Viking-Sektor.

Es folgen die Bonus-Stücke: "Yggdrasil" stellt ein Instrumental aus dem Jahr 2007 dar und hat sehr viel Folk-Einfluss, der ein wenig an die glanzvollen Zeiten von ADORNED BROOD denken lässt (ich erinnere mich da noch an alte Gigs im Wuppertaler LCB-Keller - ohne Worte). "Gedenken den Ahnen" stammt aus dem gleichen Jahr und stellt auch lediglich wieder ein Instrumental dar. Weitaus weniger Folk, dafür aber melodischer Dark Metal. Ebenfalls aus dem Jahr 2007 stammen die Aufnahmen von "Alter Geist" und "Nordlands Krieger" mit Thrud Sven am Gesang (ex-THRUDVANGAR, zu hören auf dem Debüt "Ahnenthron", sowie auf der ersten Vorab-CD) - insgesamt wesentlich Black-lastiger und daher im Kern auch kriegerischer, hymnischer und majestätischer. Die beiden letzten Lieder "Winterland" und "Söhne des Nordens" sind einem Auftritt vom Darkmoon Fest 2011 entnommen, mit Nidstang (ULFUR, NEBELWIND) am Gesang. Die Klangqualität lässt zu wünschen übrig, aber dafür enthält man einen authentischen Eindruck der Live-Atmosphäre und ich muss sagen, dass ich so ein intensives Live-Dokument schon länger nicht mehr gehört habe. Davon hätte ich gerne ein ganzes Album... schlichtweg großartig!

Fazit:
Insgesamt präsentieren uns THORSONS mit dem Re-Release ihres ersten und bisher leider auch einzigen Werkes "Des Schwertes Zeit" ein recht atmosphärisches und vielseitiges Album, was durch die beigelegten Bonus-Lieder noch etwas vollendeter und runder klingt. Natürlich sollte man auch hier keine große Innovation erwarten, aber bei dem traditionell angelegten Black / Death / Viking / Folk / Pagan Metal-Mix, den die Band zelebriert zeigen sich die Mannen enorm spielfreudig und mit Herzblut bei der Sache, ohne einmal in stumpfsinnige Kriegshymnen oder Saufgelage abzugleiten. Sehr erfreulich! Die CD erschien als Pro-CDr im Jewelcase mit acht-seitigem Beiheft und ist limitiert auf 100 Exemplare, welche natürlich hand-nummiert daherkommen. Bestellungen sind wie immer direkt an Wolfmond Production zu entrichten.

Hymnischer Mix aus Black/Death/Folk Metal mit grandiosem Bonus-Material. So muss eine Wiederveröffentlichung aussehen. Mehr als lohnenswert!


Darbietungen:
01. Des Schwertes Zeit
02. Inquisition
03. Beichtvater
04. Mein Wesen
05. Yggdrasil (Instrumental)
06. Gedenken den Ahnen (Instrumental)
07. Alter Geist (mit Thrud Sven)
08. Nordlands Krieger (mit Thrud Sven)
09. Winterland (live Darkmoon 2011)
10. Söhne des Nordens (live Darkmoon 2011)

Laufzeit: ca. 48 Minuten

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Review: Sapientia - Circulata Mercurius (LP, Lamech Records - 2016)

Die Schweden SAPIENTIA haben auch schon längere Zeit nichts mehr von sich hören lassen. Immerhin stammt das letzte Werk, ihr Debüt "Through the First Sphere of Saturnus" aus dem Jahr 2012 - die LP-Version wurde allerdings erst ein Jahr später nachgelegt und beinhaltete eine ge-remasterte Fassung des Albums. Nun folgt also in Form von "Circulata Mercurius" der Nachfolger, welcher auch vom Titel her ein gleiches Konzept zwischen Astrologie und luziferischem Gedankengut verfolgt.





Musikalisch betrachtet wird hier wieder ein atmosphärischer Mix aus Death und Black Metal geboten. Auch lassen sich hier immer mal wieder Parallelen zu Bands wie HETROERTZEN, LUX CAELIS, HORNS oder DIE KUNST DER FINSTERNIS ausmachen. Das ist aber auch nicht weiter verwunderlich, da es auch diverse Schnittstellen zu den genannten Gruppen und Projekten gibt: So übernimmt Frater D abermals das Schlagwerk und Suhilon aka 969 (hier Methuselah) gibt seinen Gesang zum besten, welcher von beschwörenden Klar-Passagen, über schwarzmetallisches Gekeife bis zum Old School-Death reicht. Dazu gesellen sich detailverliebt arragnierte Instrumente, die gleichzeitig den Wahnsinn aufzeigen, von dem die Mannen befallen sind und andererseits einen spannungsgeladenen Melodiebogen nach dem anderen zelebrieren. Ausgedehnte instrumentale (Solo-)Passagen runden das Gesamtbild ab (wie etwas in "Putrefactio, Ressurectio"), auch mystisch wie auch okkulte Versatzstücke sind hier auszumachen, so lassen sich hier einmal mehr Orgelspiele finden, die ja auch bei den weiter oben erwähnten Truppen Verwendung finden.

Fazit:
Dass hinter dem Projekt SAPIENTIA keine Stümper stecken, wurde ja bereits auf dem ersten Album deutlich. "Circulata Mercurius" wirkt jedoch noch einmal etwas vollendeter und in seiner Gesamtheit runder und eingängiger. Das Album erschien im vergangenen Monat unter dem Banner von Lamech Records und wurde als CD (limitiert auf 500 Stück), wie auch auf Vinyl in weiß und schwarz (insgesamt limitiert auf 500 Exemplare) veröffentlicht. Interessenten aus Deutschland sollten sich zwecks einer Bestellung am besten an Amor Fati Productions wenden, welche sowohl die LP-Versionen als auch die CD im Online-Angebot haben.

Unholy Death / Black Metal... mehr als nur empfehlenswert!


Darbietungen:
01. Descendants of Babylon
02. Putrefactio, Ressurectio
03. Circulata Mercurius
04. Thesaurus Lucis (Ascension of the Spirit and the Reincarnation)

Laufzeit: ca. 45 Minuten

Dienstag, 4. Oktober 2016

Vorab-Review: Grimoire - À la lumière des cendres (CD, Eisenwald - 2016)

Bei GRIMOIRE handelt es sich um ein Ein-Mann-Projekt aus Québec, Kanada. Allein das scheint ja bereits ein Qualitätsmerkmal zu sein, steht dieser Landkreis doch für eine schier unerschöpfliche Quelle für inspirativen und emotionalen Black Metal. Eine Stätte, die gleichzeitig frischen Wind ins Geschehen bringt und doch die Traditionen ehrt. Nachdem nun letztes Jahr mit "L'aorasie des spectres rêveurs" die aktuelle EP des Herren Fiel unter dem Banner der deutschen Schmiede Eisenwald veröffentlicht wurde, bringen diese Ende des Monats eine Neuauflage des Debüt-Werkes heraus...





Und was soll ich sagen? GRIMOIRE's "À la lumière des cendres" ist ein typisch hochwertiges Album, wie man es von der Québecer Szene gewohnt ist. Pure Magie, epische Melodien, karge Klanglandschaften, die vorwiegend von ihrem stolzen Midtempo getragen werden. Dazu ein paar Synths, die hier aber alles andere als störend auffallen, sondern im Gegenteil dem Ganzen noch dieses gewisse Etwas verleihen. Erhabenheit trifft hier auf tiefe Melancholie, ein Gefühl von Sehnsucht und Fernweh, sogar einige depressivere Züge lassen sich hier ausmachen - jedoch nicht im Sine von DSBM (falls hier bereits einige von euch das Flattern bekommen haben sollten), sondern eher in Tributzollung an ganz alte BURZUM.

Fazit:
Mir war das Debüt des Kanadiers bisher nicht bekannt, daher finde ich es umso erfreulicher, dass "À la lumière des cendres" nun durch die Eisenwald Tonschmiede wiederveröffentlicht und somit einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wird. Das Album wird am 28. Oktober erscheinen und wird auf CD und Vinyl verfügbar sein. Zwecks einer (Vor-)Bestellung wendet ihr euch am besten direkt an Eisenwald.

Métal Noir Québécois! Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Bérisiel I
02. Bérisiel II
03. À l'ombre du vieux chêne
04. Les Flammes de l'ignorance
05. Ostara
06. Les Cieux de l'insignifiance
07. Outro


Laufzeit: ca. 42 Minuten

Sonntag, 2. Oktober 2016

Review: IAD - Ad Abolendam (EP, Hatework - 2016)

Mit IAD präsentiert sich hier eine Band aus Deutschen Landen, die wohl bisher gänzlich an mir vorbei gegangen ist. Unverständlicher Weise muss ich dazu sagen, denn was die Herren hier auffahren, ist genau das, was man von einer Truppe mit dem Namen, dem EP-Titel und dem Logo erwarten darf: okkult angehauchter, tief-schwarzer und bösartiger Black Metal in all seiner kraftvollen Essenz. Es sind tatsächlich lediglich zwei Lieder, die IAD hier zelebrieren, aber die haben es verdammt noch eins in sich...





Zunächst ein paar Worte zur stimmungsvollen Aufmachung. Die EP kommt als 7'' Pic-Vinyl daher mit einem beidseitig bedrucktem Blatt, welches das Cover, die gröbsten Informationen zur Truppe und die Limitierung enthält. Zudem liegt den ersten 100 Exemplaren der von Hand durchnummerierten EP ein Stück Knochen bei, was einerseits natürlich an die guten alten 90er erinnert, als auch als Sinnbild für das Werk und seine Musik gedeutet werden kann. Lange ist es her, dass ich wirklich von einer Kapelle für mich behaupten konnte, dass man beim hören ihrer Musik förmlich die vermoderten Grüfte riechen, das schleichende Chaos spüren, die Finsternis und die seelischen Abgründe begreifen und den Tod praktisch mit eigenen Augen sehen kann. "Ad Abolendam" ist kompromisslos und düster, nihilistisch und überirdisch, menschenverachtend und voller alter Mystik und Magie.

Fazit:
Intolerant, kompromisslos, alles Leben verachtend, den Tod glorifizierend... IAD ist hier ein völlig krankes und gestörtes Werk ursprünglichen Schwarzmetalls gelungen, was ich in dieser Form und Intensität schon länger nicht mehr aus dem deutschen Untergrund vernommen habe. Manches Mal gebraucht es halt doch einfach nur ein oder zwei Lieder, um etwas Großes zu schaffen. Die EP ist auf 250 Stück limitiert und in Deutschland auf jeden Fall noch bei Iron Bonehead zu erwerben - lange sollte man sich eine Bestellung jedoch nicht mehr überlegen.

Primitives und hasserfülltes Werk. Sollte man in absoluter Dunkelheit genießen!


Darbietungen:
A. Erwachen der Alten
B. Ad Abolendam

Laufzeit: ca. 9 Minuten

Review: Die Entweihung - At the Bottom (CD, Wolfmond Production - 2016)

Bei DIE ENTWEIHUNG handelt es sich um ein Solo-Projekt aus Israel, welches 2007 gegründet wurde und seitdem zwei Demos, zwei EPs und acht Alben aufgenommen hat. Recht produktiv war man also bisher auf jeden Fall.  Hier vorliegendes Album stammt ursprünglich aus dem Jahr 2012 auf dem Italiener Label This Winter Will Last Forever, welches seine Veröffentlichungen meist in digitaler Form veröffentlicht. Seither wurde das Werk auch mehrfach von anderen Labels auf CD und Kassette veröffentlicht. Wolfmond präsentiert nun seit letztem Monat die aktuellste CD-Version...




Erst einmal kurz zur Aufmachung: die Pro-CDr kommt in einem Jewelcase samt Beiheft, welches auch alle Texte umfasst (jeweils auf israelitisch und englisch). Das Cover-Artwork stammt von Martin Lang (TODESSTOß). Musikalisch geht es hier recht experimentell zu: so wird hier kein wirklicher Black Metal geboten, eher etwas, was ich als Dark Metal umschreiben möchte. Auch lässt man hier sehr viel Platz für Dark Ambient, was nicht immer zum Vorteil gereicht, wie schon das Intro zeigt. Solche Art elektronische Musik assoziere ich eher mit alten Computerspielen, denn mit seriösem Metal. Instrumental gibt man sich aber doch recht solide, vor allem das recht melodiöse Gitarrenspiel gefällt mir. Ein Cover der kultigen Dark Wave-Band JOY DIVISION lässt sich in Form von "She's Lost Control" finden. Das Original stammt aus dem Jahr 1979 und ich finde es um Längen besser, da es einfach ehrlicher und intensiver klingt, wenn auch die Black Metal Vocals von DIE ENTWEIHUNG etwas für sich haben. Den Abschluss bildet der Coversong "Sign Of The Wolf", im Original von APRAXIA aus Belarus, die getrost dem NS-Pagan zugeordnet werden können, musikalisch nicht das schlechteste Stück - hier wurde die Atmosphäre des Originals sogar recht gut eingefangen.

Fazit:
Herr Entweiherr (...) präsentiert mit seinem "At the Bottom" nun wirklich kein Werk, welches ich unbedingt haben muss. Solide Ansätze sind vorhanden, aber insgesamt klingt mir das ganze doch zu unausgegoren. Die beiden Cover können auch nur bedingt überzeugen. Limitiert auf 100 Exemplare, wer eins haben möchte, wende sich vertrauensvoll an Wolfmond Production.

Halbgarer Mix aus Dark Wave, Ambient und Dark Metal... muss ich nicht haben.


Darbietungen:
01. First Guts, First Tortures...
02. The Words Of Insanity
03. Incinerated, Blind & Forgotten
04. Going Away...
05. At The Bottom
06. She's Lost Control (JOY DIVISION Cover)
07. Sign Of The Wolf (APRAXIA Cover)

Laufzeit: ca. 50 Minuten

Review: Demoniac - Malleus Christianitatis (CD, Misanthrophia Discos - 2016)

Anno 1989 gründete sich in Schneeberg die Death Metal-Kombo PURULENT OBDUCTION, welche bis zum Jahr 1993 existierte und in dieser Zeit drei Demos veröffentlichte. Danach benannte sich die Band um - und zwar in DEMONIAC. Anfänglich im Doom/Death angesiedelt, ging man Mitte des Jahres '93 in einen eher Black Metal-lastigeren Death über. 1994 löste sich DEMONIAC dann nach sechs Demo-Veröffentlichungen und einem Video auf. Aus der Asche entstand bekanntlich das Duo MOONBLOOD, dessen Veröffentlichungen in einigen Kreisen Kult-Status hat.




Nun, nachdem sich MOONBLOOD bekanntlich im Jahr 1999 auflösten, wurde das Projekt DEMONIAC in 2013 reaktiviert. "Malleus Christianitatis" stellt daher nach rund 22 Jahren nicht nur das erste Werk der Gruppe dar, sondern auch gleichzeitig ihr erstes Album. DEMONIAC besteht dabei wieder aus dem ursprünglichen Trio Necromaniac aka Count Damien Nightsky (u.a. ANDRAS), L.O.N.S. aka Lord Asmoday (ex-ANDRAS, ex-T.H.O.R.) und Profano Mysteriis aka Gaamalzagoth (ex-MOONBLOOD, AZAXUL). Zelebriert wird hier ganz Old School Black/Death Metal mit einer leichten Prise Thrash, als wenn seit dem letzten Release der Band nicht ein Jahr vergangen wäre. Unverkennbar sind natürlich die Schreigesänge von Profano Mysteriis in den Black Metal-lastigen Stücken. Die Instrumente bleiben der alten Schule stets treu, lassen aber auch nichts von einer gewissen Rhythmik und Melodie vermissen - doch keine Sorge, es wird hier nicht ausschweifend gedudelt, sondern das ganze findet in einem eher zweckdienlichen Rahmen statt. Stumpf ist Trumpf dachte man sich wohl, und präsentiert sich grundsätzlich eher kernig, chaotisch und ursprünglich. Hier und da sind auch ein paar Synths zu vernehmen, die jedoch dezent im Hintergrund eingesetzt werden und daher nur das Gesamtklangbild zusätzlich untermauern.

Fazit:
Wenn sich eine Band nach gut 22 Jahren wieder zusammentut und dann wieder etwas veröffentlicht, geht das oftmals mächtig in die Hose. Genügend Beispiele dafür gibt es ja in der Musikgeschichte. Anders verhält es sich bei dem hier vorliegenden Debüt-Album von DEMONIAC. Als direkter Vorgänger von MOONBLOOD bin wahrscheinlich nicht nur ich mit einer gewissen Erwartungshaltung an die Sache heran gegangen. Es sollte jedoch auch klar sein, dass die eine Band musikalisch betrachtet jedoch kaum etwas mit der anderen zu tun hat (klar kommen die Einflüsse hier durch, keine Frage). Ist man sich dessen bewusst und geht nicht in Erwartung eines MOONBLOOD-Klons an die Sache heran, so erwartet einen ein recht spannendes, wenn auch einfach gestricktes böses Black/Death Metal-Werk, welches darüber hinaus einige majestätische Passagen inne hat. Die CD gibt's bei Misanthrophia Discos für äußerst faire 13,- Euronnen. Kaufen!

Sepulchral Metal at its best! Buy ör Die!


Darbietungen:
01. The clarity of death
02. Blood craving
03. At the sinner's stake
04. Mortal woe
05. Tenthousand graves
06. Of light and obscurity
07. The confession
08. Diabolical christening
09. Inquisition
10. Sacrification
11. Darkness in the sign of evil

Laufzeit: ca. 52 Minuten

Montag, 19. September 2016

Review: Gebrechlichkeit - Aphorismen der Angst (CD, Human to Dust - 2016)

Das chaotische Treiben des satanischen Ein-Mann-Kommandos aus Hannover geht mit "Aphorismen der Angst" ebenfalls in eine neue Runde. Man mag es kaum glauben, aber das letzte Album "Glanz und Elend" ist tatsächlich schon vier Jahre alt. Allein-Unterhalter und Untergrund-Krieger Chaos zeichnet einmal mehr für sämtliche Instrumente wie auch für den Gesang verantwortlich. Das Interessante ist wohl, dass hier hörbar kein Drum-Computer zum Einsatz kam... und wenn, dann ist er dermaßen gut programmiert, dass es gar nicht auffällt. Dafür schon einmal ein großes Lob, da dieser Umstand gerade bei Solo-Projekten ja doch relativ selten zu finden ist...


Kurz vor meinem Urlaub hatte ich mir sogar noch einmal aus irgend einem Grund das letzte Werk "Glanz und Elend", welches nach einer Reihe von Demo- und Split-Veröffentlichungen das Debüt-Album darstellte, angehört. Finde ich bis heute nicht wirklich schlecht, auch wenn es natürlich kein Über-Werk darstellt. Was gibt es nun auf dem aktuellen Auswurf Neues? Grundsätzlich und oberflächlich auf den ersten Blick betrachtet kann man eigentlich sagen: nicht viel. Der Stil schwankt immer noch zwischen Misanthropie, eiskaltem Sadismus und abartigem Chaos. "Widerwertigkeit in Klaenge manifestiert", wie der Leitspruch auf der offiziellen Heimseite der Band lautet, passt da ziemlich gut und kann man auch getrost so stehen lassen. Auf den zweiten Blick fällt dann aber doch so einiges auf. Das Chaos ist etwas geordneter und geht bedachter zu Werke, wenn man das bei all der Räudigkeit eigentlich kaum glauben mag. Aber doch, "Aphorismen der Angst" klingt hörbar gereifter und hat in seiner Gesamtheit einfach mehr Professionalität inne, als es noch die vergangenen Werke hatten. Insgesamt sind die Lieder auch wieder länger geworden... so geht keines mehr unter fünf Minuten, jedoch auch nicht mehr als neun Minuten. Das ist aber vollkommen legitim, sind die Songs doch wesentlich eingängiger, da sie über tolle Melodieverläufe und zweckhaft gesetzte Breaks und Tempowechsel verfügen. Das wirklich Chaotische und der krankhafte Wahn kommen nur selten zum tragen wie in "Einst war ich blutleer", ansonsten streift man auch gerne mal die Grenzen zum Dark Metal ("Die Verdammten der Hybris"). Samples finden natürlich auch ihren Einsatz, meist als kurze Intro-Parts ("Sphären einer düsteren Elegie" oder "Nekromantie").

Fazit:
Ein überraschend eingängiges Werk, welches uns Chaos in Form seines Monstrums GEBRECHLICHKEIT hier präsentiert. "Aphorismen der Angst" legt das alles verschlingende Chaos und die boshafte Verderbtheit der vergangenen Werke ein Stück weit ab, um sich dem Hörer dafür ein Stück mehr öffnen zu können. Zumindest in instrumentaler Hinsicht, denn textlich gesehen hat man sich nicht lumpen lassen und bleibt seiner Linie treu. Trotzdem wird auch das zweite Album der Solo-Band nicht jeder Mann erreichen und begeistern können, was es aber wahrscheinlich auch nicht möchte. Die CD kommt im Digipak mit umfangreichem Beiheft und ist limitiert auf 1000 Exemplare. Bestellungen gehen an Human to Dust oder aber direkt an GEBRECHLICHKEIT.

Bösartiger deutscher Schwarzmetall ohne Kompromisse. Eine Anschaffung lohnt sich hier definitiv!


Darbietungen:
01. Der Kegel der Stille
02. Einst war ich blutleer
03. Sündenrausch
04. Der Hoffnung Aasfresser
05. Nyktophobie
06. Der Verdammten der Hybris
07. Grausige Melodien
08. Sphären einer düsteren Elegie
09. Nekromantie

Laufzeit: ca. 60 Minuten

Sonntag, 18. September 2016

Review: Vike Tare - Feed The Flames (CD, Einheit Produktionen - 2016)

Es gibt schon Zufälle, die man gar nicht mehr als solche bezeichnen kann. So wurde ich in meinem Urlaub an der Nordsee auf das neue Album der friesischen Band VIKE TARE aufmerksam. Nachdem ihr Debüt nun bereits über 11 Jahre zurückliegt und ich seit ihrer Live-Kassette aus Hamburg auch so gar nichts mehr von ihnen vernommen hatte, habe ich schon fast nicht mehr mit der Friesian Horde gerechnet. Doch nun melden sich VIKE TARE mit ihrem aktuellen Auswurf "Feed The Flames" unter neuem Banner stärker denn je zurück...




Man war seit dem Live-Album jedoch keineswegs untätig: so existieren noch zwei Split-Veröffentlichungen mit INDOLENZ, bzw. mit HEIDENBLUT und SURTUR, die jüngste ist allerdings auch schon vier Jahre alt. Nach dem Wechsel vom Label Stundes des Ideals zu der Schmiede von Einheit Produktionen veröffentlichte man nun das hier vorliegende Album. Nun, was kann ich dazu sagen? Zunächst einmal werden alle Anhänger der ersten Stunden von VIKE TARE angenehm überrascht sein, dass man sich auch auf dem zweiten Album und trotz der langen Zeit, die verstrichen ist, sich selbst und seinem Stil treu geblieben ist. Das einzige was sich geändert hat, ist dass die Produktion wesentlich druckvoller und klarer ist, was dem erhabenen Pagan Black Metal-Mix aber sehr gut zu Gesicht steht. So hat "Feed The Flames" viel von der Kraft zu bieten, welche man beim Debüt doch irgendwie vermisst hat, und würde man "The Tide of Revelation" unter den jetzigen Bedingungen nochmals neu aufnehmen, würde mit Sicherheit ein mächtigeres Werk dabei heraus kommen, was wesentlich mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde, als es der Erstling der Band letztendlich wirklich tat (völlig zu Unrecht). Allein der Opener und zugleich titel-gebende Song (mit dem Untertitel "About One Who Wouldn't Obey") macht deutlich, dass es die Horde mehr denn je versteht, eine getragene stürmische Atmosphäre zu erzeugen, die genau das einfängt, was den Norden ausmacht: das Wechselspiel der Gezeiten, die Unberechenbarkeit, die Rauheit der Natur, die Unbeugsamkeit Frieslands. "Trutz, Blanke Hans!" stellt dann auch eine musikalische Ehrerbietung an die Ballade von Detlev von Liliencron dar, welche sich Rungholt-Sage beschäftigt (einfach mal im Internet nach suchen) und bis auf wenige Passagen (die wohl auch aus aus heutiger Sicht politisch inkorrekten Gründen weggelassen wurden) übernommen und wiedergegeben wird. Ansonsten ist das Treiben auf dem Album als instrumental sehr gut und vor allem melodisch zu bezeichnen. Eine kurze Passage mit Frauengesang lässt sich in dem eben genannten Lied finden. Eher technische Finesse findet man bei "Phobos Anomaly" oder "Like A Silent Hill", in welchem auch ausgiebige Keyboards ihren Einsatz finden. Solo-Passagen lassen sich eigentlich in fast jedem Song ausmachen, werden aber nicht übermäßig hingezogen und strapaziert. Mit "Die späte Rückkehr (Die Geschichte von Nis Randers)" widmet man sich erneut lokaler Lyrik. Die Ballade um Nis Randers stammt aus der Feder von Otto Ernst. Der Titel kann allerdings auch im direkten Zusammenhang mit der Band interpretiert werden. "Der Fischer" stellt dann noch eine Vertonung der gleichnamigen Ballade von Johann Wolfgang von Goethe dar. Der Mann kam zwar nicht von der Nordsee, aber thematisch passt es allemal. Hier ist zum Ende hin auch wieder ein weiblicher Part zu vernehmen. "Heimgang" stellt noch einen instrumentalen Ausklang dar.

Fazit:
Zugegeben handelt es sich bei VIKE TARE jetzt um keine Band, die ich noch großartig auf dem Schirm hatte, obwohl ich wohl einer von wenigen bin, die ihr Debüt-Album sehr schätzten. Allerdings war es auch sehr lange ruhig um die Horde aus Wilhelmshaven. Umso erfreulicher ist nun "Feed The Flames", welches im Grunde genommen alles richtig macht, was bei dem Erstling noch nicht so recht funktionierte. Ein mächtiges Pagan Black Metal Werk aus dem deutschen Untergrund, welches jede Unterstützung verdient hat. Interessenten wenden sich zwecks einer Bestellung direkt an Einheit Produktionen oder können das Album alternativ sicher auch bei dem Einzelhändler ihres Vertrauens beziehen (direkter Label- und Band-Support ist natürlich immer besser).

Wir trotzen dir, blanke Hans, Nordseeteich! Ein Album wie ein Sturm über brausender See... Meine Empfehlung!


Darbietungen:
01. Feed The Flames (About One Who Wouldn't Obey)
02. Phobos Anomaly
03. Trutz, blanke Hans!
04. Die späte Rückkehr (Die Geschichte von Nis Randers)
05. Like A Silent Hill
06. Rebirth Denied
07. Der Fischer
08. Heimgang

Laufzeit: ca. 48 Minuten