Mittwoch, 30. Dezember 2015

Review: The 3rd Attempt - Born in Thorns (CD, Dark Essence Records - 2015)

Aus Norwegen stammt die 2014 formierte Horde The 3rd Attempt. Mit "Born in Thorns" lassen die vier Herren nun ihr Debüt-Album auf die Menschheit los. Dabei hat die Band auch noch keine bisherige Demo-Veröffentlichung oder dergleichen zu bieten. Manchmal ein nicht allzu gutes Zeichen, wenn dann direkt ohne vorherige 'Probeläufe' ein ganzes Album dahingeklatscht wird. Ob sich dies bei The 3rd Attempt ebenfalls so verhält, lest ihr im folgenden...






Zunächst einmal handelt es sich bei den Mitgliedern der Band größtenteils um keine allzu Unbekannten. Die meisten Namen dürften Kennern der norwegischen Szene ein Begriff sein. Horden wie Curse, Den Saakaldte, Blood Red Throne, Green Carnation und vor allem Carpathian Forest sollte jeder schon einmal gehört haben. Die Musik der letztgenannten Truppe dürfte den Sound von "Born in Thorns" vorwiegend Pate gestanden haben, so lassen sich gerade im Gitarrenspiel oder auch im Drumming nicht zu leugnende Parallelen feststellen. Gesangstechnisch orientiert man sich allerdings vermehrt an einer anderen Vorreiter-Band des norwegischen Stils: Satyricon. Nun, mag man auch von den aktuelleren Sachen genannter Gruppen oder den immer kommerzielleren Auswüchsen des norwegischen Black Metals im Allgemeinen halten, was man möchte... das meiste rockt einfach! Man nehme nur die aktuelle Live-Scheibe von Satyricon ("Live at the Opera"). Das hat mit Black Metal im ursprünglichen Sinn vielleicht nicht mehr so viel zu tun, ist aber musikalisch gesehen unbestreitbar phänomenal. Doch ich schweife ab. The 3rd Attempt liefern hier jedenfalls ein recht solides erstes Werk ab, das ich schon beinahe eher dem Blackened Rock 'n' Roll zurechnen würde, denn dem Black Metal an sich. Es gibt darüber hinaus ein paar sehr gut arrangierte Songs, aber letztlich fehlt es der Band etwas zu sehr an wirklicher Eigenständigkeit.

Fazit:
Ich meine, wenn ich Bock auf Carpathian Forest habe, höre ich mir halt Carpathian Forest an. Oder wenn ich Lust auf die Musik von Satyricon verspüre, höre ich eben Satyricon. Aber nicht unbedingt The 3rd Attempt. Versteht mich nicht falsch - musikalisch gesehen ist "Born in Thorns" mitnichten ein schlechtes Album, sogar recht intensiv und atmosphärisch, aber auch gerade im Verhältnis zu den Größen der norwegischen Szene absolut vorhersehbar und daher fast schon langweilig in seinem Verlauf - wenn es auch immer mal wieder interessante Passagen, Elemente und Songs gibt (Chöre, Klargesang, Akustikgitarren etc.). Wer die ganzen, schon etwas älteren Sachen aber nicht kennt, wird mit diesem Debüt seine Freude haben. Alle anderen können mal reinhören, sollten aber nichts erwarten, was über ein spielerisch recht gutes Blackened Rock Album hinaus geht.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Torment Nation
02. Dark Vision
03. Art Of Domination
04. We Defy
05. Born in Thorns
06. Beast within
07. Sons of the Winter
08. Nekrogrammaton
09. Fire Storm
10. Anti-Self

Laufzeit: ca. 48 Minuten

Sonntag, 27. Dezember 2015

Review: Plague - Deconstructing Reality (Digitales Album - 2015)

Bei Plague handelt es sich um eine Horde aus Deutschland. Viel ist mir über jene aber weiter nicht bekannt. Es existieren keine Angaben zu dem Mitglied / zu den Mitgliedern, keine Angabe über die die genaue Herkunft der Band und bis auf die Dark Noiz-Bandcamp-Seite, auf der man sich kostenfrei alle bisherigen Veröffentlichungen runterladen kann, existiert lediglich noch eine recht uninformative Präsenz auf Visagenbuch.






Gut... jedenfalls präsentiert die Horde mit vorliegendem Werk ihr erstes vollwertiges Album. "Deconstructing Reality" ist dabei nicht bloß ein weiterer gesichtsloser Vertreter der Gattung Underground Black Metal, sondern hat durchaus auch interessante Facetten zu bieten. So werten Plague ihren, zugegeben, recht verschnörkelten, doch auch irgendwie primitiven Black Metal mit allerlei anderen Genre-Einflüssen auf. So weist ihr Stil weiterhin eine gehörige Portion Doom / Post Rock auf. Leicht psychedelisch wird es hier und da auch schon einmal. Ein paar Death-Growls sind auch zu vernehmen. Song weise hört sich das Schlagzeug allerdings sehr stark nach Konserve an, was recht schade ist, und eigentlich eher dafür spricht, dass es sich hier um ein Solo-Projekt handelt. Die meiste Zeit hört sich das aber doch erträglich an. Der Gesang und die restlichen Instrumente gehen indes auch vollkommen in Ordnung, wenn natürlich auch nichts wirklich Neues geboten wird. Einen wirklichen Augenöffner hatte ich lediglich bei dem Lied "Of Broken Dreams and Shattered Hopes". Diese kranke Mischung aus langsamen Black Metal, Anleihen an den Psychedelic und Doom... das haut mich einfach um. Bei "I Am The Sky" zeigt man seine avantgardistische Experimentierfreudigkeit.

Fazit:
Plague legen mit "Deconstructing Reality" einen recht soliden Einstand hin. Was hier wirklich stört, ist die offensichtliche Drum-Konserve, die zumindest in vielen der Lieder Verwendung zu finden scheint und so auch vieles an Atmosphäre zunichte macht. Wirklich hervorragend finde ich allerdings das Stück "Of Broken Dreams and Shattered Hopes"... ein richtig schön fieses Stück. Das ist schwarze Tonkunst, wie sie sein sollte (und das muss ja nicht nur Black Metal sein). Mit "I Am The Sky" kann ich leider so rein gar nichts anfangen und für ein Album, welches sich mit dem Black Metal auseinandersetzt, halte ich es persönlich für zu harmonisch. Unter'm Stich bleibt hier ein grundsolides erstes Album einer noch jungen Band, welches deutliches Potential erkennen lässt, dieses jedoch nicht vollends auszuspielen weiß und noch deutlich erkennbare Ecken und Kanten besitzt. Beziehen kann man das Album über das Bandcamp-Profil von Dark Noiz (https://darknoiz.bandcamp.com/).

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. March Of The Dead
02. The Heavens Are Empty
03. Manifesto Of Filth
04. Eridanus
05. III - Deconstructing Reality
06. Of Broken Dreams And Shattered Hopes
07. I Am The Sky
08. Distress

Laufzeit: ca. 51 Minuten

Preview: Ancestors Blood - Hyperborea (CD, Naturmacht Productions - 2016)

Nach einigen Demos, Splits und zwei  vollständigen Alben präsentieren uns die Finnen Ancestors Blood mit "Hyperborea" demnächst ihr nunmehr drittes abendfüllendes Machwerk. Die Erwartungshaltung ist natürlich dementsprechend hoch, bestachen die vergangenen Veröffentlichungen der Band doch durch ihre gekonnte Machart und einen wohltuenden rauen Pagan Black Metal-Stil, den man bei gleichgearteten Bands auch nur seltener antrifft.






Für alle, die Ancestors Blood noch nicht kennen sollten: es handelt sich um eine fünfköpfige Kombo aus Finnland, die sich hauptsächlich aus Mitgliedern der Band Kadotus zusammensetzt, die ja schon einen gewissen Kult-Status innerhalb des Undergrounds erlangt haben. Aber auch Ancestors Blood wird in manchen Kreisen mittlerweile zum Kult erhoben - was vor allem mit dem doch recht speziellen Stil der Band zusammenhängen dürfte. Der ist für Pagan Black Metal nämlich ungewöhnlich rau. Hier trifft majestätische Erhabenheit auf düster-finstere Schwarzmetall-Klänge. Dies wird auch mit dem neuen Werk fortgeführt. Dunkelheit statt Fröhlichkeit. Nostalgie, Kriegertum und die Erhabenheit der Natur statt sinnentleerter Trinklieder zum Mit-schunkeln. Und bevor die ersten hier jetzt 'Graveland' schreien, so lasst euch sagen, dass die Musik der Finnen (glücklicher Weise) um Längen ausgewogener, atmosphärischer und vor allem abwechslungsreicher ist, als alles, was Rob Darken seit seinem "Immortal Pride" Album zustande gebracht hat! Ein eher gekeifter Gesang verbindet sich mit einem schwarz angehauchten Gitarrenspiel, rhythmischem Schlagzeug und getragenem Tastenspiel. Dazu gesellen sich immer mal wieder wohl platzierte Gitarrensoli (wie bei "Elegies", um mal einen Titel zu nennen) oder auch mal sehr atmosphärische Zwischenspiele oder Einspielungen - kurzum: "Hyperborea" ist ein Album, welches seinen Namen alle Ehre macht.

Fazit:
Nun kenne ich längst nicht alles aus der Diskographie von Ancestors Blood, aber ich wage mal zu behaupten, dass es sich bei "Hyperborea" um eines der bisher besten Veröffentlichungen der Band handelt. Das Album ist ein kleines Meisterwerk heidnischer Black Metal Tonkunst, ohne wenn und aber. Da steht uns ab dem 9. Januar 2016 auf jeden Fall etwas ganz Großes bevor - dann erscheint die Scheibe nämlich bei Naturmacht Productions. Ob die Vorbestellungen schon laufen, weiß ich jetzt nicht mit 100%-iger Sicherheit, ein Blick in den Online-Shop des Labels dürfte aber auf jeden Fall schon einmal riskiert werden. Die CD wird im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft veröffentlicht werden und auf 300 Stück limitiert sein. Meine Empfehlung lautet daher: Kaufen! Und zwar schnell!

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Descension
02. The way of the spirits
03. Autumn (Metsäpirtti, Part II)
04. Elegies
05. Hyperborea
06. Rite of Passage
07. Funeral Rite
08. Ascension

Laufzeit: ca. 52 Minuten

Sonntag, 20. Dezember 2015

Review: Ekstasis - Wirklichkeitsraster (CD, Geisterasche Organisation - 2015)

Kürzlich ist dieses Debüt-Werk der deutschen Formation Ekstasis erschienen. Die Band existiert mittlerweile auch schon seit beinahe fünf Jahren. Genügend Zeit also, um an seinem ersten Album herumzufeilen. Was hier dann in den fünf Liedern geboten wird, lässt sich anhand des schlichten, aber effektiven Covers bereits erahnen: Avantgardistischer Progressive Black Metal.







Dabei präsentiert sich die Musik recht modern klingend, hat durchaus melancholische als auch depressive Züge. "Wirklichkeitsraster" klingt dadurch teils sehr verzweifelt, und doch recht aggressiv. 'Manisch' ist wohl das richtige Wort, um die Musik zu beschreiben. Das Artwork des Covers scheint auf den ersten Blick zwar wirr und etwas bunt, macht im Kontext zur Musik aber durchaus Sinn, fängt es doch recht gut die Stimmungen der einzelnen Lieder ein, zu denen sich am besten jeder seine eigene Gedanken machen sollte. Eine intensive Beschäftigung mit dem Werk und ein sich-selber-Gedanken-machen durch den Hörer scheint seitens der Band absolut gewollt zu sein, was auch mehr als begrüßenswert ist.  So umfasst die CD auch ein 12-seitiges Beiheft mit Illustrationen zu allen Titeln, die der Musik ein Gesicht geben. Die Musik an sich ist im übrigen sehr gekonnt dargeboten und detailverliebt: es wird schnell klar, dass hier keine Stümper am Werk waren, die mal eben auf die Schnelle ein Album raushauen wollten, sondern dass hier Leute etwas geschaffen haben, von dem sie absolut überzeugt sind. Möchte man unbedingt Vergleiche heran ziehen, so würde ich das letzte Tavaron-Album "Architektur des Schmerzes", die letzten zwei Werke von Fäulnis oder den Österreicher Hephaistos' Fall nennen wollen. Doch Ekstasis allein darauf zu reduzieren, würde der Musik in keinster Weise gerecht werden. Allein das letzte Lied "Realitätsverlust" hat einen so eigensinnigen Stil inne, der irgendwo zwischen getragener Epik, Melancholie und einer inneren Trostlosigkeit angesiedelt ist, dass es wahrlich erfrischend ist, dieser Band zu lauschen. Da ist es direkt schade, dass nach diesem Song schon Schluss ist.

Fazit:
Das Debüt Ekstasis' kann sich wahrlich hören lassen und sollte gerade für diejenigen interessant sein, die nicht unbedingt nur dem ursprünglichen Black Metal frönen, sondern auch gerne modernen Einflüssen in dieser Musik eine Chance einräumen. So wird "Wirklichkeitsraster" Anhänger des Primitiven eher kalt lassen, während es Leute, die gerne über den Tellerrand blicken und auf der Suche nach innovativen Werken sind, verzücken wird. Bestellungen sind am besten direkt an die Band (http://gedankenort.com) zu entrichten - dort gibt es die CD für 12,- Euronnen (inkl. Versand). (Nachtrag: Diese ist im übrigen auf 500 hand-nummerierte Exemplare limitiert. Jeder CD liegt ein Stück eines Puzzles bei, in der Art, welches auf dem Cover zu sehen ist. Die Limitierung befindet sich auf diesem Teil.)

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Angstzustände
02. Kontrolle
03. Farbenblind
04. Gedankenort
05. Realitätsverlust

Laufzeit: ca. 29 Minuten

Sonntag, 13. Dezember 2015

Review: Runenwacht - Des Goden Werk (CD, Wolfmond Production - 2015)

Das nunmehr dritte Album der deutschen Underground-Horde Runenwacht wurde im Oktober diesen Jahres veröffentlicht. Wieder einmal in den Blasphemy Halls eingehämmert und dieses Mal auch gänzlich unter dem Label Wolfmond Production veröffentlicht. Und die vier Mannen, so viel kann schon einmal verraten werden, liefern hier ihr bisher bestes Werk ab.






Ja, es stimmt: "Des Goden Werk" mutet anders an als seine Vorgänger. Vor allem im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger fällt eine leichte Stilwandlung der Band auf. Wobei hier eigentlich nicht von einer wirklichen Wandlung gesprochen werden kann. In dem aktuellen Werk treten lediglich mehr Eindrücke in den Vordergrund. So paart sich zu dem harschen, recht militanten Black Metal Stil der Band, den sie ja bereits auf ihrer Debüt-EP "Schrei des Hasses" inne hatten, und auf ihrem letzten Album regelrecht verinnerlicht hatten, noch ein gewisser Pagan-Einschlag hinzu. Dieser Mix aus brachialem Menschenhass und fast schon hymnischen Sphären (die jedoch nicht mithilfe von Tasten erzeugt werden, meine Herrschaften! Es handelt sich hier schließlich um Schwarzmetall im ursprünglichen, primitiven Sinne) erinnert nicht selten an das Schaffen solcher Bands wie Heimdalls Wacht, The Martyrium (ist ja quasi die selbe Gruppe), Hati (kennt die noch jemand?), Forgotten Darkness (R.I.P.) oder vereinzelt auch an Lieder von Absurd ab ihrem Album "Totenlieder". Besonders gut rüber kommen diese Bezüge in Liedern "Der alte Baum", "Goldner Hirsch und Goldner Löwe" oder bei "Heidnisches Bollwerk".  Dazu passend gesellt sich angemessene Produktion, die hörbar besser ist, als bei den Vorgängern und viel zu der nötigen Kälte auf dem Album beiträgt. Spielerisch hat man sich auch weiterentwickelt und präsentiert so auch nicht unbedingt das gefühlte zum x-ten Male gehörte Riffgewitter. Dabei fallen einem hier und da doch mal Passagen auf, die man zu kennen glaubt, aber ich denke, dass lässt sich heutzutage auch einfach nicht mehr vermeiden bei dieser schieren Masse an Bands. Alles ist doch irgendwie schon einmal da gewesen. Zudem haben Runenwacht immer mal wieder nett anzuhörende Details mit in ihre Songstrukturen eingebaut, so dass man hier auch getrost von einer gewissen Eigenständigkeit sprechen kann, welche das Album enorm aufwertet.

Fazit:
So ist "Des Goden Werk" vielleicht auch nicht gerade innovativ, dafür aber authentisch und hörbar mit Herzblut vorgetragen. Das ist Schwarzmetall, so wie er sein sollte. Misanthropisch, kalt, machtvoll und erhaben. Dem Menschen überlegen und gleichzeitig eine nicht gekünstelt wirkende Ode an die Dunkelheit, die Natur und den Tod. Das gewisse Etwas ist hier einfach vorhanden. Man bemüht sich auch hörbar um Eigenständigkeit. Einen Innovationspreis wird das Album trotzdem nicht einfahren. Erwartet aber auch keiner ernsthaft von solch einem Werk, also kein Grund rum zuheulen. "Des Goden Werk" ist eine Scheibe, die indes genau das hält, was sie verspricht: guten authentischen deutschen heidnischen Underground Black Metal. Nicht mehr, nicht weniger. Die CD kommt als Pro-CDr im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft auf doppelseitigem Fotopapier.
Während der Vorgänger noch auf 200 Stück limitiert war, ist der aktuelle Auswurf der Truppe auf gerade einmal 100 Exemplare begrenzt (natürlich hand-nummeriert). Bestellungen gehen entweder direkt an die Band unter order.runen.wacht@gmx.de oder an Wolfmond Production.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Der alte Baum
02. Des Goden Werk
03. Goldner Hirsch und goldner Löwe
04. Heidnisches Bollwerk
05. Weltenende
06. Eberkopf
07. Das Opfer
08. Des Waldes geistiger Hauch

Laufzeit: ca. 34 Minuten

Freitag, 11. Dezember 2015

Preview: Black Blood - Black Blood (CD, Inverse Records - 2015)

Die Groove / Stoner Metal Band aus Finnland präsentiert uns mit ihrem un-/selbst-betitelten Debüt-Album ihr meines Wissens nach, erstes Gesamtwerk. Gegründet wurde die Gruppe bereits im Jahr 2010, startete anfangs als reine Tribute- und Cover-Band, welche Hits von u.a. Black Sabbath, Iron Maiden, Pantera und Metallica zum besten gab. Daraus entwickelt hat sich das heutige Quartett, welche zwischen den ganzen Einflüssen aus Southern Metal, Hard Rock, Stoner Metal und einer Prise Hardcore ihren Weg gefunden zu haben scheint...




Das Album ist, um es direkt am Anfang mal erwähnt zu haben, vor allem eins: dreckig! Dieser irgendwie matschige Southern Metal ist jeder Zeit spürbar. Dadurch wirkt das ganze auch ziemlich modern im Klang. Der Gesang erinnert mich zudem vor allem an Pantera. Aber würde dieses Album nur aus diesem Stil bestehen, wäre es wohl kaum von Interesse für mich. Interessanter sind da schon eher die richtig groovenden Metal-Einflüsse, gepaart mit teils recht psychedelischen Stoner-Sphären, die den Anfängen einer Band wie Monster Magnet in nichts nachstehen (kommt vor allem im Stück "Wolf Of Anger" sehr gut zur Geltung). Das Instrumental "Route 66.6" ist auch mehr als bloß Lückenfüller. So richtig schöner Assi-Rock lässt sich in Form des Songs "Dopesmashed Jazz" finden, eine gewisse Death-Attitüde im letzten Lied "Speed Thrills & Roadkills".

Fazit:
Ein Album wie ein Hammer! Black Blood ist mit ihrem selbst-betitelten Debüt ein äußerst stimmungsvolles, dreckiges Werk finnischen Rock 'n' Rolls gelungen. Es gibt hier eigentlich auch nicht viel auszusetzen, da man sich spiel-technisch auf allerhöchstem Niveau bewegt und trotz des gewollt dreckigen Sounds, den richtigen Druck in der Produktion aufweist. Einzig ein winzige Spur mehr Eigenständigkeit hätte dem Album vielleicht noch gut getan - aber für eine Band, die hier gerade einmal ihr erstes Werk präsentiert, ist das hier schon wirklich enorm. Die CD wird im Digipak erscheinen, ist ab dem 18. Dezember 2015 verfügbar und kann bereits im Online-Shop des Labels Inverse Records vorbestellt werden. Für alle, die vor allem Southern, Groove und Stoner Metal mögen, absolut empfehlenswert!

8.5 / 10 Punkte

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Review: Hoth - Oathbreaker (CD, Epicurus Records - 2015)

Bei vorliegendem Werk handelt es sich um das bereits zweite Album des Duos aus Amiland mit Namen Hoth und stammt aus dem Jahr 2014. Diese Wiederveröffentlichung unter einem Label stammt allerdings aus dem aktuellen Jahr. Neben einer professionellen Gestaltung enthält das Re-Release zwei exklusive Bonus-Stücke. Und zu dem Kurs, für den mir die CD angeboten wurde, fragte ich auch nicht groß nach, obwohl ich die Band bisher so gar nicht kannte...






Es verhält sich wohl auch so, dass man das frühere Debüt-Album wohl getrost vergessen kann, was man von vorliegender Veröffentlichung "Oathbreaker" wohl eher nicht behaupten kann. Zelebriert wird hier allerfeinster melodischer Black Metal mit einer Vielzahl an weiteren Einflüssen, wie etwa Viking Metal, Death und Doom Metal. Auch Folklore fließt hier viel mit ein. Das klingt in etwa so, als würden Immortal auf Dissection und gute alte Enslaved treffen und ein heidnisches Fest mit In The Woods... und Empyrium begehen. So ein wenig Inquisition fließt auch mit ein. Insgesamt sehr atmosphärisch und stimmig. Die stimmt hier nämlich erfreulicher Weise wirklich einmal. Während viele Melodic Black/Death Metal-Vertreter ja oft daran scheitern, dass sie es einfach übertreiben und ihre Musik einfach nur noch nach bittersüßlicher Harmonie klingt, verstehen es Hoth eine wirklich eiskalte Atmosphäre zu erzeugen, die mich in ihrer Kraft und Erhabenheit wie gesagt schon sehr an die Werke der Norweger Immortal zu ihren besten Zeiten erinnert. Die Viking/Heathen Metal-Parts haben auch durchaus einen Charakter vom Schlage eines Falkenbach inne. Bleibt noch zu sagen, dass das King Diamond Cover absolut gelungen ist, der ursprünglichen Version absolut würdig. So muss ein Cover klingen: gleichzeitig eine Hommage an das Original und doch mit einem eigenen Einfluss. Was man sich jedoch hätte sparen können, ist der letzte Song. Das wird wohl nur absolute PC-/Game-Nostalgiker ansprechen.

Fazit:
Hoth legen mit "Oathbreaker" ein schlicht geniales Album ab. Hier melodischer Mix aus Black / Death / Viking / Doom Metal kann sich nicht nur hören lassen und ist spielerisch auf sehr hohem Niveau, sondern klingt auch recht stimmungsvoll. Majestätisch erhaben, gleichzeitig düster und eiskalt. Genau das erwarte ich von einem Werk eines solchen Formates. Vielleicht als reines Black Metal-Machwerk vielleicht nicht vollends seriös genug. Puristen werden hiermit eh nicht glücklich. Die Erstauflage, die die Band selbst an den Mann brachte, wurde als Digipak-CD in einer Auflage von 300 Stück veröffentlicht. Diese Neuauflage kommt ebenfalls im Digipak und ist auf 1000 Einheiten limitiert. Das Album ist via Death Culture Tapes ebenfalls auf Kassette erschienen, limitiert auf 100 Stück (evtl. habt ihr ja Erfolg, und könnt hier noch ein Exemplar abstauben). Die CD bestellt ihr euch am besten gleich bei der Band über deren Bandcamp-Profil. Dort gibt es das Album auch in rein digitaler Form zu erwerben, für die, die es interessiert.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. The Unholy Conception
02. A Blighted Hope
03. Cryptic Nightmares
04. Serpentine Whispers
05. Acolyte of the Tenebrous Night
06. Unending Power
07. Oblivion
08. Despair
09. Welcome Home (King Diamond Cover)
10. Serpentine Whispers (8-bit)

Laufzeit: ca. 65 Minuten

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Review: FPS - First Person Shooter (A3 Film / KSM - 2015)

Nach einer gefühlten Ewigkeit folgt hier mal wieder eine Film-Review. Der Grund, warum es nun ausgerechnet diesen Film traf? Gute Frage: ich habe ihn heute geschaut und zum ersten ist es mal wieder ein solider Beitrag aus Deutschland zum Horror-Genre und zum anderen einer der wenigen abendfüllenden Filme, die das Genre des Ego-Shooters in Szene setzen (Allein das geniale Cover sollte schon klarstellen, was einen hier erwartet). Nun, ich mag sowohl Horrorfilme als auch FPS-Games - was kann da schon so verkehrt an diesem Film sein? Der Versuch einer nicht gänzlich seriösen Rezension...






Einleitende Worte:
Zunächst einmal sei gesagt, dass Leute, die generell deutsche Genre-Filme ablehnen, ihre Meinung auch mit diesem Beitrag nicht ändern werden. FPS sieht man an allen Ecken und Kanten sein offensichtlich nicht gerade sehr hohes Budget an. Fans gut gemachter Independent Produktionen und vor allem Anhänger alter 90er Jahre Ego-Shooter wie Duke Nukem 3D, Shadow Warrior oder auch insbesondere der Blood-Reihe, sollten diesem Film aber unbedingt mal eine Chance geben.

Die Handlung:
Der Film beginnt in einer alternativen Realität, in der eine geheimnisvolle Zombie-Seuche große Teile der Menschheit auszurotten droht. Die Ursache ist ein Virus, der Ursprung scheint jedoch weitgehend unbekannt. Bis Behörden eine jetzt stillgelegte Anstalt für Kranke als Ausgangspunkt ausmachen konnten. Und nun planen, eben diese mit einem Giftgas-Angriff aus der Luft wegzubomben. WTF... Pech nur für den namenlosen "Helden", dessen Frau als Krankenschwester in eben jener Einrichtung arbeitete. Die hat nämlich die Stelle hin geschmissen und hätte nach ihrem letzten Tag nun eigentlich wieder neben ihm im Bett liegen müssen, was sie jedoch nicht tut, wie er nach seinem Erwachen feststellen muss. Ergo schmeißt sich der psychisch irgendwie durchgeknallt wirkende Protagonist in seinen schicken schwarzen Schutzanzug, setzt sich ins Auto und fährt zur Klinik, um seine Frau - die übrigens auch noch schwanger ist, dort herauszuholen. In dem Hospital angekommen, erwarten ihn schon einige Zombies und ein actiongeladener Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Der Film:
FPS ist kein Horrorfilm im eigentlichen Sinne. Grusel- und Schockmomente kommen so wirklich eigentlich zu keiner Zeit auf, jedoch versteht es Regisseur Andreas Tom durchaus Spannungsbögen zu erzeugen, die einem wirklich Glauben machen können, dass man dem Walkthrough oder Longplay eines plump aber brachial inszenierten Ego-Shooters zusieht. Das Feeling richtet sich ganz klar an die Generation der 90er-Zocker. So werden bereits vor der Einblendung des Logo in 8 Bit-Qualität (inklusive Angabe der vorliegenden Spiele-Version) in MS-DOS-Eingabe-Manier Einstellungen an dem Spiel vorgenommen, nachdem es klassisch installiert wurde. Schnell den Gore-Gehalt auf volle Pulle gestellt und schon erscheint das Logo und der anschließende Menü-Bildschirm. In den Optionen noch schnell die Farbe des Blutes eingestellt und los geht's.

Die Einleitung des Films findet, zur Untermauerung des Retro-Feelings, komplett im 8bit-Stil statt und zeigt einen Fernsehsprecher, der über die Ausbreitung der Seuche berichtet (interessant ist das Quake-Siegel im News-Logo). Auch die Passage, als der Protagonist erwacht und sich in seinem Wagen aufmacht, wird in 8bit-Grafik dargestellt, ähnlich einem alten Point-and-Click-Adventure. Mit der Ankunft bei der Klinik wechselt man dann in die reale Welt und die First-Person-Ansicht. Schnell wird klar, dass der "Held" nicht alle Latten am Zaun hat, wird prompt von hinten niedergeschlagen und findet sich nach seinem Erwachen angekettet in einer Zelle wieder, und er ist nicht allein...

Die Tötungen in der First-Person-Perspektive werden von dem "Helden" oft mit einem trockenen Oneliner kommentiert, auch gibt es die obligatorischen Sprüche, wie "ist verschlossen", wenn er versucht, eine verschlossene Tür zu öffnen. Dafür müssen nämlich erst Schlüssel gefunden werden, die natürlich auch wieder von besonders fiesen Gegnern bewacht werden. Das alles erinnert sehr an die alten Videospiel-Helden, insbesondere den Duke. Auch die Sprüche sind herrlich nostalgisch, wobei man sich hier von der Grundstimmung und auch bei der Stimme eher an dem eher düsteren, schwarzen Humor von Blood orientiert hat. Genial ist die Klo-Szene, in der sich der "Held" ins Pissoir erleichtert und dies mit einem "Ah, das ist besser" quittiert. Auch der abschließende Monolog des Protagonisten stammt wahlweise aus Blood oder auch Army Of Darkness. Je nachdem, aus welcher Perspektive man es sieht. Zwischendurch finden immer mal wieder Zwischensequenzen in In-Game-Grafik statt, die die Handlung voran treiben - darüber hinaus findet der "Held" während seines Streifzugs noch ein paar Notizen, die in bester Resident Evil-Manier präsentiert werden. Auch gibt es eine Passage, in der der Spieler doch allen Ernstes versucht, zu cheaten - dabei kommen interessanter Weise Tastatur-Eingaben heraus, die jeder Spieler der alten 3D-Realms-Titel eigentlich noch im Kopf haben sollte. Bis auf einen, klappt aber kein Cheat. Wäre ja auch irgendwie langweilig, dem Protagonisten im God-Modus zuzuschauen. Übrigens gibt es auch eine Leiste für Lebenspunkte, Munition und Inventar, die ab und an mal eingeblendet wird. Die einzelnen Etagen sind wie in Level unterteilt, an deren Ende immer eine Tötungsquote angezeigt und immer zwischengespeichert wird.

Eine Sterbe-Szene gibt es übrigens auch, stilecht mit anschließendem "Sie sind tot" Bildschirm. In einer Szene gibt es dann noch eine markante Stelle, in der der Protagonist mit einer Railgun unter Dutzenden von Zombies aufräumt - dafür wurde abermals in die 8bit-Grafik geschaltet, so dass das Ganze wie eine Sequenz aus Doom oder Blood wirkt. Aber es gibt auch durchaus eine Passage im Film, die dann eher an neuere Titel wie Outlast denken lässt, nämlich dann, wenn der Protagonist, seiner Waffen beraubt und vollkommen schutzlos, sich vor seinen Häschern verstecken muss.

Die Auswahl der Waffen reicht von den Klassikern wie die Faust, einer Pistole, einem Revolver, einer abgesägten Schrotflinte, über eine Klinge, ein Brecheisen, die Kettensäge und die allseits beliebte Railgun, bis hin zu etwas exotischeren Dingen wie eine mit Ketten umwickelte Faust und eine herausgerissene Wirbelsäule inklusive mit Stacheldraht umwickelten Schädel. Auch ein Dünndarm kommt als Waffe zum Einsatz. Die Forke (und wieder einmal lässt Blood mehr als nur grüßen) ist leider nur im Bonusmaterial in den experimentellen Einstellungen zu sehen und lässt sich leider nicht im fertigen Film wiederfinden.

Die Kritik & abschließendes Fazit:
Man sieht "FPS" ganz klar sein eher geringes Budget an, was sich hauptsächlich darin äußert, dass es keine wirklichen Einschusslöcher oder wirklich viel handgemachte Splatter- und Gore-Effekte zu bestaunen gibt. Die digitalen Blut-Effekte beschränken sich meist auf das, was gegen die Kamera ins Sichtfeld des "Helden" fliegt und welches er unter einem Kommentar oder hysterischen Lachen wegwischt. Das trägt natürlich andererseits auch wieder sehr zum nostalgischen Ego-Shooter-Flair des Films bei, der ja durchaus gewünscht ist. Trotzdem hätten ein paar explodierende Körper(-teile) nicht geschadet und die Umgebung scheint leider auch kein Blut aufzunehmen. Die Kettensäge scheint auch nicht wirklich viel Schaden zu verursachen, außer Bäuche platzen zu lassen - aber das erinnert ja auch wieder sehr an Doom. "FPS" ist daher vielleicht kein Meilenstein an Film, will er aber auch gar nicht erst sein. "FPS" ist mehr als Tribut und Hommage zu sehen und in seiner einzigartigen Darstellungsweise ist der Film doch recht außergewöhnlich. Ich habe mich auf jeden Fall gut unterhalten gefühlt und den Film regelrecht abgefeiert, aber ich stehe wie gesagt auch auf so einen Scheiß und verfolge auch das eine oder andere Longplay.

Der Film hatte ebenso keinerlei Probleme bei der FSK, die ihn mit dem Siegel "ab 18" bedachte. In dieser Form ist er ergo vollkommen ungeschnitten und frei im Handel auf DVD und Blu-ray erhältlich Solltet ihr also Game-Nostalgiker und auf Spiele wie Dukem Nukem 3D, Quake, Blood 1 + 2, Outlast oder Silent Hill sein, so schaut euch "FPS" ruhig mal an: euch erwartet ein wirklich solider Party-Film, der zwar gerade im Mittelteil einen leichten Hänger bekommt, dann aber wieder richtig abgeht und den man so auch durchaus mit ein paar Freunden und ein paar Bier genießen sollte.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Review: Cosmic Church & Blood Red Fog & Shroud of Satan - Beyond the Mirror of Worlds Split (LP, Deviant Records - 2015)

Kaum dass ich das aktuelle Album der Herren Shroud of Satan besprochen habe, wurde ich auf diese Split-LP aufmerksam, die ebenfalls aus dem Hause Deviant Records stammt. Tut sich ja mit Sol Records nicht viel. Split-Partner der Deutschen sind die beiden finnischen Bands Cosmic Church und Blood Red Fog, die ja bereits auch jeweils ein oder mehrere Werk(e) unter dem Banner des deutschen Labels veröffentlichten.







Eingeleitet wird die einseitig bespielte 12'' Vinyl von der Ein-Mann-Band Cosmic Church, welche das Stück "Marrastuuli" beiträgt. Ein langes Lied, welches eher dem atmosphärischen Depressiv Black Metal zuzuordnen ist, da die Instrumente hier größtenteils in Slow-Motion zelebriert werden und somit fast schon ein gewisses Doom-Flair aufkommt. Trotzdem sorgen einige Stimmungswechsel dafür, dass der Song nicht allzu monoton daher kommt, und am Ende vielleicht sogar noch eher langweilt. So vergehen die getragenen knapp 11 Minuten zwar auch nicht allzu schnell, aber immerhin hat man hier nicht wie bei so vielen anderen Vertretern dieses Genres den Eindruck, kostbare Lebenszeit vergeudet zu haben, sondern etwas besonderem gelauscht zu haben.

Die drei Mannen von Blood Red Fog gehen da eine Spur aggressiver zu Werke. "Komeeta" kommt als lupenreiner Black Metal-Song daher, der sich im getragen-hymnischen Midtempo bewegt. Instrumental gesehen vielleicht eine Spur zu monoton und vorhersehbar, aber das geht in Ordnung. Nach gut sieben Minuten ist der Spuk vorbei.

Als letztes Lied ertönt "A Distant Dream" der Horde Shroud of Satan. Ein brachiales Machwerk, welches den Aufnahme-Sessions des aktuellen Albums entnommen wurde. Dieser umfasst gute dreieinhalb Minuten Spielzeit. Hier gibt es dreckig-rotzigen Black Metal, direkt aus dem Herzen und voll in die Fresse. Eines der besten, weil einprägsamsten Stücke der Band bisher!

Fazit:
Alle drei Kombos liefern hier eine mehr als solide Arbeit ab, wobei Blood Red Fog meiner Meinung nach im direkten Vergleich zu ihren beiden Split-Kollegen etwas zurück bleiben. Cosmic Church kann durch seine dichte Atmosphären überzeugen und Shroud of Satan liefern hier eines ihrer besten Werke bisher ab. Daher eine uneingeschränkte Kaufempfehlung meinerseits. Bestellungen sind an Deviant Records zu entrichten.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
Cosmic Church
01. Marrastuuli
Blood Red Fog
02. Komeetta
Shroud of Satan
03. A Distant Dream

Laufzeit: ca. 24 Minuten

Review: Wrathrone - Born Beneath (CD, Inverse Records - 2016)

Nach längerer Zeit habe ich endlich mal wieder die Gelegenheit, eine Preview zu schreiben. Aus Finnland stammt die Death Metal-Kombo Wrathrone, die mit "Born Beneath" ihr Debüt-Album vorlegen. Diesem gingen im Jahr 2011 und 2013 bereits die EPs namens "Burning Hatred" und "Left Unburied" voran. Die Band formierte sich bereits 2008, war seitdem eigentlich nur auf kleinen Touren unterwegs und besteht aktuell aus fünf Leuten. Death Metal, gerade aus den Jahren 20... stehe ich zwar immer etwas skeptisch gegenüber (aus gutem Grund, wie ich meinen will), aber wenn man doch schon einmal die Gelegenheit bekommt, dann soll man sie natürlich aus ergreifen.


Gut, mir liegt natürlich nur eine Vorab-Promo der CD in digitaler Form vor. Aber das macht nichts, da es sich hier laut Beschreibung auch um das letztendliche Klangbild handeln wird. Wrathrone haben sich brutalen Old School Death Metal auf die Fahne geschrieben. Auch spielen hier einige Death Rock-Einflüsse mit ein. So erinnert das Material einerseits erfreulich an selten erreichte Brutalität der frühen Cannibal Corpse und andererseits auf eine Art und Weise an die Spielfreudigkeit der Deutschen Debauchery, als sie noch gute Musik machten. Dann betritt man aber auch mal dommigere Gefilde ("Failing Flesh, Enduring Spirit"), was sich vor allem im Gitarrenspiel widerspiegelt und lässt dabei an seine Landsleute von Convulse denken (ich denke da vornehmlich an die geniale "Inner Evil" LP!). Trotz all dieser erkennbar deutlichen Einflüsse, schaffen es Wrathrone durch ihre Art zu überzeugen und dem Ganzen einen eigenen Stempel aufzudrücken - was allerdings auch nicht immer zu 100% gelingt. Doch im Old School Death Metal wirklich eigene Akzente zu setzen, ist fast mehr unmöglich, da doch alles irgendwie schon einmal dagewesen ist - der Schwierigkeit im Black Metal nicht unähnlich. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, zumal Wrathrone zum Ende hin mit dem knapp sieben Minuten langen Song "Sea Of Sickness" einen wahren Hammer abliefern, der durchaus episch-melodische Sphären besitzt.

Fazit:
Und so kann man heutzutage eigentlich auch nur noch zwischen den guten Bands mit diesem gewissen Etwas in der Musik, spielerischer Finesse und mit einer authentischen Atmosphäre und diesen ganzen mehr als belanglosen Bands, die lediglich 08/15-Mucke abliefern, unterscheiden. Um es klar zu sagen: Wrathrone gehören meiner Meinung nach eindeutig zur ersten Kategorie. Wirklicher "Old School" Death Metal ist es zwar nicht, dafür ist er doch etwas zu modern in seiner Spielart, aber diese Band schafft es Elemente aus beidem miteinander zu vereinen und etwas eigenes zu schaffen - und allein dafür sollte man ihnen schon Respekt zollen! Fans solcher Bands wie Convulse, alten Cannibal Corpse, alten Debauchery, Autopsy und Sulphur Aeon sollten hier auf jeden Fall mal ein oder zwei Ohren riskieren, und sich im nächsten Frühjahr die CD zulegen (wird am 22. Januar 2016 erscheinen). Auf dem bandeigenen Bandcamp-Profil kann man sich indes einen Song des kommenden Albums anhören (zu welchem sich auch ein Video auf Youtube finden lässt) und sich zudem noch die beiden früheren EPs kostenlos herunterladen. Die CD kann man sich bereits im Online-Store von Inverse Records vorbestellen (auch im Bundle mit T-Shirt erhältlich).

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Born Beneath
02. Age of Decadence
03. Eternal Salvation
04. Failing Flesh, Enduring Spirit
05. Blunt Blade Birth
06. Dead End
07. Sea Of Sickness
08. Carnal Lust

Laufzeit: ca. 33 Minuten

Samstag, 5. Dezember 2015

Review: Shroud of Satan - At the Behest of Time (CD, Sol Records - 2015)

Kaum zu glauben, aber ich habe es selbst gerade nachgeschlagen... sage und schreibe zwei Jahre ist es nun her, dass ich die "Litany to the Moon" EP der Band besprochen habe. Kaum hatte ich noch einmal mit Shroud of Satan gerechnet. Von Sol Records hatte man ja auch länger nichts mehr gehört. Und mit einem Mal meldet das Label gleich zwei neue Veröffentlichungen der Band an: zum einen vorliegendes Debüt-Album und zum anderen eine Split-LP mit Cosmic Church und Blood Red Fog (Review folgt). Hier nun zunächst meine Meinung zum ersten Voll-Album der Mannen...




"At the Behest of Time" beginnt überraschender Weise mit einem Auszug aus dem gleichen Sample, welches damals schon "Litany to the Moon" einleitete. Jedoch wurde es soundtechnisch etwas überarbeitet. Weitere Passagen, und das sei hier schon einmal erwähnt, lassen sich als Zwischeneinspielungen auch im weiteren Verlauf festmachen. Was beim Blick ins Booklet auffällt: Shroud of Satan sind nun zu dritt. Die Texte sind im übrigen auch alle abgedruckt, was die Sache enorm aufwertet in meinen Augen. Zum Schluss noch eine kurze Stellungnahme zur Intention, die hinter der Band und deren Werken steht. Klar und deutlich, sollte auch der letzte Idiot verstanden haben. Black Metal ist mehr als bloß Musik für irgendwelche Trendsetter und Möchte-gern-Aussenseiter... aber wem erzähle ich das? Ich glaube, dazu habe ich mich auch schon oft genug geäußert, und ich glaube auch kaum, dass Leute, die ihr Herz und ihre Seele nicht diesem Kult verkauft haben und sich ihm widmen, wohl kaum aufmerksam diesen Blog verfolgen und lesen werden. Aber ich schweife mal wieder ab... widme ich mich also wieder der Musik: Shroud of Satan zelebrieren hier sieben Lieder, deren Stil sich an die bereits mehrfach erwähnte erste EP anlehnt. Die Musik hat einen nicht zu leugnenden finnischen Einfluss, kommt mal kraftvoll erhaben ("At Night we came with fire"), meist aber eher kraftvoll misanthropisch und satanisch rüber. Dazu sehr passend sind auch die bereits erwähnten Sample-Einspielungen gesetzt. Die Produktion wirkt in meinen Ohren etwas dumpfer, was aber der allgemein etwas brachialeren Darbietung der Musik sehr gut zu Gesicht steht. Der Gesang wirkt dadurch auch eine Spur düsterer und klingt im direkten Vergleich auch nicht mehr allzu... sagen wir 'hysterisch'.

Fazit:
Das erste Album Shroud of Satan's "At the Behest of Time" trifft voll ins Schwarze (was für ein vortrefflicher Vergleich). Ein sehr gutes Album aus dem deutschen Underground. Und lasst euch von meinem Text nicht beirren: die Musik ist zwar nord-europäisch, vor allem finnisch, geprägt, stellt aber weit mehr dar, als einen bloßen Klon solcher Bands wie Satanic Warmaster, Horna, Blood Red Fog und co. Shroud of Satan verstehen es auf ihrem Debüt auch durchaus, der Musik eine eigene Note zu verpassen. Ich bin sehr angetan und hoffe auf eine baldige Auswertung des Albums auf Vinyl (was bei Sol Records ja so sicher ist wie das Amen in der... oh, Verzeihung.). Unbedingte Bestellungen sind zu entrichten an Sol Records.

Edit (25.02.17): Seit einiger Zeit ist auch endlich die Vinyl-Auflage des Albums erhältlich. Die Veröffentlichung der Platte erfolgte durchgehend in schwarz mit einem doppelseitigen Beiblatt mit allen Texten und Informationen zur Aufnahme und sonstigem Shit. Zusammenarbeit zwischen Sol Records und Eternity Records, über welche dieses auf 300 Stück limitierte und von Hand durchnummerierte Kleinod auch zu ergattern ist.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Lurking in Profound Obscurity
02. Hecatomb
03. At the Behest of Time
04. The Enemy's Skin
05. Poisonous Snakes
06. At Night we came with Fire
07. In Vanitate Veritas

Laufzeit: ca. 37 Minuten

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Review: Sarkrista & SAD - Fury of the Doomsday Apostles Split (CD, Metal Throne Productions - 2015)

...und noch einmal SAD. Dieses Mal in Form einer Split CD mit der deutschen Horde Sarkrista. Veröffentlicht wurde die Gemeinschaftsarbeit unter dem Arbeitstitel "Fury of the Doomsday Apostles" unter dem Banner des Labels Metal Throne aus Griechenland.









Beginnen wir bei Sarkrista, die die ersten drei Lieder beisteuern. Die Deutschen zelebrieren einmal wieder schnellen Black Metal mit einer gewissen düster-okkulten Note, der von seiner Spielweise her ziemlich nordisch geprägt ist, und vor allem an finnische Underground-Bands denken lässt. Aber auch die Vergleiche mit Landsleuten wie Zorn sind nicht von der Hand zu weisen. Wenn diesen auch der okkulte Flair fehlt... bei Zorn wird ja eigentlich nur in kriegerisch instrumentaler Weise alles niedergemäht. Aber ich schweife ab. Sarkrista jedenfalls liefern mit ihren drei Beiträgen eine recht solide Arbeit ab, die mir insgesamt betrachtet besser gefällt, als ihre letzte "The Evil Incarnate" EP.
Die beiden Griechen SAD spielen schließlich die letzten drei Stücke ein. Auch hier präsentiert man dem Hörer Black Metal in Reinkultur, natürlich wieder mit einer gewissen "Fuck You"- und "Leckt mich am Arsch"-Attitüde, welche sich in leichten Rock-Einflüssen niederschlagen. Hier geht es insgesamt gesehen aber noch etwas rauer zu, als noch auf "Alpha Voyage", was der Band auch gar nicht so schlecht zu Gesicht steht. Atmosphärisch wird es hier zwar weniger, dafür hält man aber ein paar nette und erhabene Melodiebögen bereit, die nur so vor Hass auf die Menschheit triefen.

Fazit:
Sarkrista gefallen mir hier wieder außerordentlich gut, zumindest besser als auf der letzten EP. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass man mit dem Stil noch ein ganzes Album füllen könnte. Da sollte man sich doch besser noch ein paar Details einfallen lassen. So aber in dieser Präsentation funktioniert es. SAD gehen hier etwas anders zu Werke als auf ihrer letzten MCD, sind weniger atmosphärisch als vielmehr erhaben und halt ursprünglich bei dem, was sie tun. Insgesamt eine solide Präsentation. Ob man diese Split nun letztlich wirklich braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die CD ist auf 300 Einheiten begrenzt. Interessenten aus Deutschland sollten sich zwecks einer Bestellung am besten an Obscure Abhorrence Productions wenden. Wer mit Bestellungen im Ausland aber kein Problem hat, kann die CD aber auch direkt über Metal Throne Productions ordern (und so das Label auch direkt unterstützen!).

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
Sarkrista
01. Ascending From The Urns
02. Behold Perdition!
03. Their Drowned Sanctuary
SAD
04. Still Death
05. Festing Over Your Dead Corpse
06. Through Times Immemorial

Laufzeit: ca. 37 Minuten

Dienstag, 1. Dezember 2015

Review: SAD - Alpha Voyage (CD, Obscure Abhorrence Productions - 2015)

Die beiden Griechen SAD legten mit "Alpha Voyage" aus dem Hause Obscure Abhorrence dieses Jahr auch eine neues Werk vor. Wenn auch nur im Umfang einer MCD. So umfasst der Silberling gerade einmal vier Lieder, wobei dann das erste noch einen instrumentalen Einklang darstellt.








Immerhin wird in diesem Einklang dann nicht etwas Ambient oder dergleichen geboten, sondern wirkliche Musik. Fängt ja bereits gut an. Bei "Funeral Pyre" stört dann auch nicht die Spielzeit von über sechs Minuten, da die Wechsel zwischen Metal- und Akustikpassagen hier wirklich sehr ausgewogen und atmosphärisch eingesetzt sind. Der erste wirkliche Song "Riding The Rays Of Darkness" geht dann auch wie gewohnt keinerlei Kompromisse ein und bietet gewohnt primitiven Black Metal mit rotzigem Rock-Einschlag. Dafür kennt und liebt man diese Band. Ich muss dazu sagen, dass ich diese Einstellung, bzw. diese "Fuck You"-Attitüde der beiden Hellenen sehr schätze. Mit ihrer Musik scheißen sie förmlich auf Trends, sinnentleerte Floskeln oder ausgelutschte Klischees und machen einfach ihr Ding. Ganz gleich, was andere davon halten. Wobei man sich musikalisch doch schon wie erwähnt primitiv und ursprünglich hält - da geht man keine Experimente ein. Das setzt sich auch bei "Void" fort. Mit dem Rausschmeißer "Rite Of Passage" gibt man sich noch einmal atmosphärisch und wird sogar etwas episch in den Instrumenten, bis es dann wieder brutal wird.

Fazit:
Ob "Alpha Voyage" wirklich lohnenswert ist, bleibt wohl Ansichtssache. Vielen mag das hier wohl eher zu plump klingen, und auch ich muss sagen, dass SAD schon wesentlich bessere Werke raus gehauen haben. Trotzdem sollte man die CD, gerade als Anhänger dieses griechischen Duos, nicht so einfach an sich vorbei ziehen lassen, sondern wenigstens mal ein oder zwei Ohren riskieren. Gerade die Passagen, in denen es atmosphärisch wird, retten das Mini-Album dann auch noch vor der gänzlichen Mittelmäßigkeit. Zwecks Kaufes wendet euch am besten direkt an Obscure Abhorrence Productions.

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Funeral Pyre
02. Riding The Rays Of Darkness
03. Void
04. Rite Of Passage

Laufzeit: ca. 29 Minuten