Donnerstag, 26. November 2015

Review: Opera IX - Back to Sepulcro (CD, Dustone - 2015)

Die Urgesteine aus Italien, Opera IX melden sich nach gut drei Jahren seit dem letzten Album "Strix" zurück. Dabei handelt es sich bei "Back to Sepulcro" um kein neues Album im herkömmlichen Sinne. Vielmehr präsentiert man hier eine Zusammenstellung älterer Lieder in komplett neuem Gewand und gleichzeitig auch seine neue Sängerin. Wohl richtig gehört: der Gesang bei Opera IX obliegt nach langen Jahren (immerhin knapp 13) endlich wieder einer Frau.






Und wer jetzt schon aufhört zu lesen und meint, dass man niemals den Geist der alten Stücke und gerade den Gesang dieser Furie Cadaveria in die heutige Zeit transportieren kann, dem kann ich nur sagen: "Lass dich einfach mal überraschen." Musikalisch gesehen ist das hier Gebotene nämlich aller erster Güte. Symphonischer Black Metal, der die Mystik vergangener Tage atmet. Eine fette Produktion, die eigentlich keine Wünsche im Klangbild unerfüllt lässt, denn hier stimmt einfach das Verhältnis zwischen mächtigen Arrangements und einer räudigen Wildheit. Das steht Liedern wie "Sepulcro" (vom '95 Debüt "The Call of the Wood") oder "The Oak" ("Sacro Culto" aus dem Jahr 1998) sehr gut zu Gesicht. Aber auch das neue Stück "Consacration" zerrt vom hymnisch-mystischen Stil. Der Gesang ist hier gar noch etwas ritueller. Apropos Gesang - bei genauerem hören wird man gewahr: Abigail Dianaria hat eine Stimmgewalt sondergleichen, die der von Cadaveria sehr (sehr, sehr...) ähnelt. Handelt es sich da womöglich um die gleiche Person? Offiziell erhält man hierzu keinerlei Informationen, auf der offiziellen Seite heißt es nur, dass sie genau die Sängerin ist, die die Band brauche. Eine Hexe. Recherchiert man den Namen im Internet ein wenig, wird man schnell auf weitere Hinweise stoßen, dass es sich um die alte Sängerin der Band handelt (von wegen "Abigail Dianaria returns..."), auch der Hinweis, dass sie Mitglied bei Cadaveria von 1992 - 2001 war, mutet in dem Zusammenhange sehr interessant an. Aber schön, dass es noch Geheimnisse gibt.

Fazit:
Eine mehr als lohnenswerte Zusammenstellung älterer Lieder der Band, die genau 20 Jahre nach Erscheinen des Debüt-Werkes veröffentlicht wurde. Die Auswahl der Lieder umfasst dabei jeweils einen Beitrag von den ersten vier Alben in chronologischer Reihenfolge (das bereits erwähnte "The Call...", "Sacro Culto", "The Black Opera" und "Maleventum") und enthält darüber hinaus auch noch zwei neue Kompositionen, die den alten in nichts nachstehen. Und endlich gibt es wieder weibliche Vocals zu hören, welche viel zur Mystik der alten Werke beitrugen. So kommt auch nach langer Zeit auch wieder zusammen, was eigentlich schon immer zusammen gehörte. Die CD kommt im Super-Jewelcase und kann direkt beim Label Duskstone (Sitz in Italien - hier geht's zur Homepage) bestellt werden.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Sepulcro
02. The Oak
03. Act I: The First Seal
04. Maleventum
05. Consacration
06. The Cross

Laufzeit: ca. 47 Minuten

Review: Rimruna - Frostbann (CD, Eigenproduktion - 2014)

Das aktuelle Rimruna Werk aus dem letzten Jahr weiß ich nun auch endlich in meinem Besitz. Nach gerade einmal einer Demo-Veröffentlichung ("Wintarfluoh") aus dem Jahre 2012, welche auf auf Pro-Tape erschien, präsentiert man hier also das erste Voll-Album. Dabei handelt es sich bei Rimruna aber um keine Unbekannten - handelt es sich hier doch um ein Projekt der beiden Protagonisten Wintergrimm (Drengskapur) und Hiverfroid (Adalwolf und Schlagzeuger auf dem Drengskapur Werk "Der Urgewalten Werk" sowie bei dem Lied "Sonnengang", was die Band für den letzten Unholy Black Art Of Ritual-Sampler beigesteuert hatten).


Nun, so verwundert einen der Klang von "Frostbann" auch nicht weiter, bewegt man sich hier doch auf ähnlichen Pfaden wie Drengskapur. Vor allem ist hier die sehr gute Produktion zu erwähnen, die mal wieder aus dem Hause Temple Of Disharmony stammt. Druck- und kraftvoll, die Gitarren kommen gut rüber und das Schlagzeug erklingt wie ein unheilvoller Donnergroll. Musikalisch können Rimruna ebenfalls überzeugen, und die beiden Herrschaften geben dem Ganzen einen sehr individuellen Klang, was wirklich begrüßenswert ist - einen Klon ihrer Hauptprojekte braucht wohl niemand. So geht man hier ungleich direkter zu Werke als etwa bei Drengskapur (die Musik von Adalwolf nenne ich nicht gut genug, um hier etwaige Vergleiche anstellen zu können). Insgesamt wird hier mehr direkter Black Metal geboten, der sich vor allem im schnelleren Midtempo bewegt, aber auch schon mal hier und da eher getragene Passagen bietet. Auch das "Frostbann", seinem Namen entsprechend, eine wesentlich kältere Atmosphäre inne.

Fazit:
Das Debüt Rimruna's kann durchweg überzeugen. Atmosphärischer Black Metal, bei dem die dichte und kalte Sphäre gänzlich ohne Tasten erzeugt wird. Man besinnt sich der Wurzeln und so kommen hier lediglich Gesang, Gitarre und Schlagzeug zum Einsatz... das erinnert stilistisch etwas an Inquisition und in konzeptioneller Hinsicht an Immortal (ich sag' da nur "Moutains of Might"). Ein sehr starkes Stück deutschen Schwarzmetalls, was man sich als Anhänger kraftvoller, erhabener, naturverbundener Machwerke keinesfalls entgehen lassen sollte. Absolute Kaufempfehlung meiner Seits! Die CD ist limitiert auf 500 hand-nummerierte Exemplare und ist über die Heimseiten von Rimruna, Drengskapur oder direkt unter Rimruna@gmx.de zu beziehen.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Aus den Wolken herab
02. Erkaltet
03. Frostbann
04. Winters Macht
05. Eisiger Sturmwind
06. Aus dunklen Tiefen
07. Die Sage vom ewigen Eis
08. Weiße Weiten

Laufzeit: ca. 65 Minuten

Mittwoch, 25. November 2015

Review: Heilnoz & Drengskapur - The Forest's Arcanum Split (CD, Dominance of Darkness Records - 2015)

Die zwei Mannen von Drengskapur aus Landeshauptstadt melden sich nach einiger Zeit und manchen Auftritten auch wieder Mal in Form einer Split-Veröffentlichung zurück. Die letzte Split "Rauhnächte" mit Nemesis Sopor liegt ja nun auch schon gute zwei Jahre zurück. Zwischenzeitlich war die Band musikalisch auch auf dem letzten Unholy Black Art Of Ritual Sampler mit einem exklusiven Lied vertreten.






Doch beginnen wir bei ihren Split-Partnern auf "The Forest's Arcanum". Dem spanischen Trio Heilnoz. Diese steuern die ersten drei Lieder bei. Die drei Stücke laufen unter dem Arbeitstitel "O Peto das Ánimas". Scheint sich da jemand von 'Der Herr der Ringe' inspiriert zu haben? Da muss ich doch glatt an die Horde der gefallenen Geisterheere denken. Wie dem auch sei: die Musik an und für sich ist gar nicht einmal so schlecht. Kriegerischer Black Metal, etwas dumpf produziert und räudig in seiner Darbietung. Einige leichte Pagan-Einflüsse in den Instrumenten lassen sich auch nicht verbergen, zumal hier auch Akustikgitarren ihren Einsatz finden. Die drei Lieder haben jeweils eine Länge von etwa sieben Minuten, was der ganzen Angelegenheit schon beinahe den Charakter eines eigenständigen Mini-Albums gibt, da die 'Geschichte' auch in sich abgeschlossen scheint.

Von Drengskapur stammen dann die letzten vier Lieder der Split. Auch hier agieren die einzelnen Lieder unter dem Gesamttitel "Quell", was dem Ganzen auch wiederum den Charakter eines eigenständig funktionierenden Mini-Albums gibt. So geht es hier thematisch um eine Mär aus dunklen Wäldern. Von düsteren Gestalten, die jedem Menschen auflauern, der es wagt sich an den verborgenen Schätzen der Natur gütlich zu tun. Musikalisch im gewohnten Gewand. Paganer Black Metal mit einer ordentlichen Produktion, die aber trotzdem nichts von der Wildheit der Musik verbirgt. Ganz im Gegenteil habe ich den Eindruck, dass Wintergrimm hier wieder etwas mehr aus dem Herzen heraus keift als es noch auf der letzten Split war, die im Vergleich zu dem hier etwas schwächelt. Auch Angria der Grausame am Schlagzeug donnert voran, als gäbe es kein Morgen. Was nicht heißt, dass die Nummern hier in Geknüppel ausarten, ganz im Gegenteil, geht es hier sehr atmosphärisch zu, und gekonnt wechseln sich schnelle, wie auch hymnische Parts ab.

Fazit:
Heilnoz aus Spanien wird wohl eher die Puritisten ansprechen. Mit ihrer räudigen Variante des Pagan beeinflussten Black Metal können die drei Herren aber durchaus überzeugen. Ich hoffe, in Zukunft mehr von ihnen zu hören zu bekommen. Drengskapur liefern wie gewohnt eine solide Arbeit ab. Insgesamt sind die beiden Lieder (Ein- und Ausklang dabei mal außer Acht gelassen) wieder mehr dem ursprünglichen Black Metal zuzuordnen und weniger paganer Natur. Textlich gesehen aber eine einzige Ode an die Naturmystik. Zudem stellen sie eine nochmalige Steigerung dar. Die CD ist limitiert auf 500 hand-nummerierte Exemplare und direkt bei den Bands zu beziehen. Interessenten aus Deutschland sollten sich daher mit Drengskapur in Verbindung setzen, unter der auf der Homepage angegebenen Email-Adresse.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
Heilnoz
01. Os Albores do Tempo
02. O Abrazo do Outono
03. O Peto das Ánimas
Drengskapur
04. Von den Höhen hernieder
05. Trüg'risches Nass
06. Des Waldes Quell
07. In die Tiefen hinab

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Review: Ewiges Reich - ...nur frei bei Nacht (CD, Obscure Abhorrence Productions - 2015)

Die Horde Ewiges Reich meldet sich nach einer Weile auch mal wieder zu Wort. Die Hassprediger aus Kassel präsentieren mit "...nur frei bei Nacht" ihr bereits sechstes Voll-Album. Gewidmet ist es S.M., einem Mitglied der Band, welches Zeit ihres Bestehens mit dabei war und im März dieses Jahres verschied.






Was darf man von einem neuen Werk dieser Truppe erwarten? Für diejenigen, die die vergangenen Veröffentlichungen kennen, dürfte es eigentlich schon klar sein. Denn auch wenn Ewiges Reich seit ihrem selbst-betitelten Debüt aus dem Jahr 2001 ihren Stil immer mal wieder verfeinert und produktionstechnisch etwas aufgestockt haben, so sind sie ihrer Linie immer treu geblieben. Und die heißt in ihrem Fall Misanthropischer Knüppel-Black Metal. Meist wird hier also gnadenlos Gas gegeben und alles einfach niedergemäht. Aber dies geschieht mitnichten auf niedrigem Niveau! Denn instrumental gesehen macht man den Herren nichts vor und auch von der (zwar räudigen) guten Produktion her kann sich das Album mehr als hören lassen. Auch wird nicht in einer Tour durchgeknüppelt. Die Lieder besitzen zudem eine Art erhabener Atmosphäre, wie man sie bei Ewiges Reich bisher nur selten vernommen hat. Hier findet man sich also auch durchaus im Midtempo wieder, und stellenweise bekommt man sogar hier und da mal Klargesang um die Ohren (wie bei "Sklaven des Lichts"). Nur um dann wieder die volle Breitseite wie einen Hammer in die Magengrube zu bekommen. Das hat in der Tat wenig mit Epik im eigentlichen Sinne zu tun. Mehr mit einer Glorifizierung der Jenseitigkeit. Des Todes. Des Bösen. Des Anti-Mensch-Seins. Und letztlich ist "...nur frei bei Nacht" genau das: Glorifying Misanthropic Art.

Fazit:
Ewiges Reich liefern mit ihrem neuesten Werk einerseits altbewährte und bekannte Kost ab, schaffen es jedoch andererseits auch durchaus zu überraschen. Da sind zum einen die Knüppelattacken, die man von der Truppe gewohnt ist, zum anderen hat man dann auch diese sehr tiefgreifenden erhabenen Midtempo-Passagen, die in ihrer Mixtur eine beinahe schon hypnotische Wirkung vom Schlage Burzum's aufweisen - wenn der Stil an sich auch ein ganz anderer ist. In meinen Augen stellt "...nur frei bei Nacht" das beste seit "Thron aus Eis" und gleichzeitig wohl auch das bisher ausgereifteste vollwertige Album der Horde dar. Bisher lediglich auf CD im schicken Digipak erschienen. Man darf gespannt sein, ob Obscure Abhorrence sich auch um eine Auswertung des Albums auf Vinyl bemüht. Ich wäre auf jeden Fall dabei.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. ...nur frei bei Nacht
02. Des Wanderers letzte Ruhestätte
03. Sklaven des Lichts
04. Was sein soll
05. Das Erwachen des Leidens
06. Heilige Nächte
07. Wahrer Hass

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Montag, 23. November 2015

Nostalgie-Review: Monster Magnet - Spine of God (CD, Glitterhouse Records - 1991)

Endlich mal wieder ein Nostalgie-Review. Wie ich bereits angekündigt habe, handelt es sich dieses Mal um kein Werk aus dem Bereich des Black Metals oder eines artverwandten Genres. Heute geht es hier um das das erste Album der Gruppe Monster Magnet. "Spine of God" folgte damals 1991 auf das 1989 veröffentlichte erste Demo-Tape "Forget About Life, I'm High On Dope" und die '90er EP "Monster Magnet".







Warum ich also unbedingt dieses Album hier jetzt rausgesucht habe? Ganz einfach: zum einen besitze ich die beiden früheren Werke selber nicht, kann ergo auch nicht viel zu ihnen sagen. Zum anderen war "Spine of God" für seine Zeit wirklich bahnbrechend und wegweisend für die Sparten des Stoner und Space Rock war. Die Band sollte später noch sehr bekannt werden mit ihrem "Powertrip"-Album, welches weniger abgespacten Stoner Rock enthielt, sondern eher die Schiene des Power Rock mit etwas spacigen Einflüssen fuhr. Aus diesem Album stammen wohl auch zwei der bekanntesten Lieder der Ami-Band: das titelgebende "Powertrip" (war Teil des OST zu dem Kurt Russell Film "Soldier" und "Space Lord". Gerade nach diesem Album nahmen die Drogeneskapaden des Sängers und Kopfes der Band Dave Wyndorf zu und endeten schließlich damit, dass dieser mit einer Überdosis im Krankenhaus landete. Zudem nahm die Qualität der musikalischen Werke mal mehr, mal weniger rapide ab. Das änderte sich erst wieder mit dem Jahr 2010, in welchem Monster Magnet ihr Album "Mastermind" über das Label Napalm Records (trotzdem ein Rotzlabel) veröffentlichten und seitdem auch dort unter Vertrag sind (seitdem erschien auch das Album "The Last Patrol" sowie zwei Abwandlungen der beiden Napalm-Records-Alben im Retro-Psychedelic-Stil, der an die 60er/70er Jahre angelehnt ist).

Die Musik von "Spine of God" kann man als Mix aus Psychedelic Rock, etwas Punk, aggressiven Grunge und vor allem drogengeschwängerten Stoner Rock mit einem leichten Metal-Einfluss beschreiben. Manche Lieder haben gar eine meditativ zu nennende Atmosphäre inne. Generell merkt man dem Album an, dass von Grund auf ehrlich ist und hier keine Dinge wie Geld oder Trends im Mittelpunkt standen.

Das Album wird man in seiner Erstauflage (vorliegendes Cover) nur noch sehr schwer erwerben können - und wenn, dann nur zu absolut inakzeptablen Preisen. Auch ein paar der Nachpressungen von diversen anderen Labels haben mittlerweile Seltenheitswert, und lediglich Steamhammer hat man es zu verdanken, dass das Album für wenig Geld noch zu haben ist. Dafür ist das Cover leicht abgewandelt., wirkt dadurch aber gleichzeitig auch etwas moderner und künstlerischer.


01. Pill Shovel
02. Medicine
03. Nod Scene
04. Black Mastermind
05. Zodiac Lung
06. Spine of God
07. Snake Dance
08. Sin's A Good Man's Brother
09. Ozium
10. Ozium (Demo) (Bonus Track)


Review: Vrag - Species of One (CD, Schattenkult Produktionen / Dancing in the Trees - 2015)

Aus Australien stammt dieses Trio, welches seit dem Jahr 1999 besteht. Wobei ich ehrlich gesagt vorher noch nie etwas von Vrag gehört hatte. Mit "Species of One" präsentiert man nach einer Reihe von Demos und Compilations sein zweites Voll-Album (das erste ist mir, wie bereits erwähnt, nicht geläufig).








Zelebriert wird hier Black Metal mit einer gehörigen Portion dreckigem Rock. Das hat in Phasen etwas von dem Sound von Satyricon's "Volcano" Album mit einem Mix aus Motörhead und den Niederländern Heretic. Die Instrumente sind gekonnt vorgetragen, was wirklich positiv zu erwähnen ist und beileibe nicht bei allen Vertretern ähnlicher Ausrichtung der Fall ist. Auch wirkt die Band in dem was sie tut, nicht aufgesetzt, sondern kommt authentisch rüber. Das recht schick gestaltete, aber minimalistisch gehaltene CD-Beiheft umfasst alle Texte, sowie ein Bandfoto, Informationen zur Besetzung, zur Aufnahme und eine Kontakt-Adresse. Insgesamt betrachtet, ist "Species of One" doch eine recht runde Sache geworden.

Fazit:
Satanic Blackened Rock at its best. Der letzte Liedbeitrag hat sogar noch ein paar weibliche Vocals zu bieten. Mir persönlich gibt dieser Black Metal/Rock 'n' Roll Mix nicht allzu viel. Hat er nie getan. Doch kann ich für Anhänger dieses Stils eine klare Empfehlung aussprechen, da es sich hier um ein musikalisch sehr reifes Werk handelt. Die CD ist auf 1000 Einheiten limitiert und wie immer am besten direkt über die Labels zu beziehen.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Alcoholocaustic Carcinogenocide
02. Ahasver
03. Cynicism & Hate
04. Species of One
05. Madman
06. Vagrant in the Astral Plane
07. Interlude
08. Inverse Horizon
09. Invisible Chains of Infernal Command

Laufzeit: ca. 30 Minuten

Mittwoch, 18. November 2015

Review: Aryman - Plugawe Dziedzictwo (CD, Hell Is Here Productions / Zone of Blasphemy - 2014)

Aus Polen stammt diese satanische Schwarzmetall-Kapelle. Generell scheint es so, als wenn die polnische Szene eine Art Wiederauflebung durchmacht. Bands wie Plaga, Mgla oder auch die älteren Kriegsmaschine sind momentan in aller Munde, und erhalten - oft auch trotz ihrer fragwürdigen Vergangenheit - von den Heuchler-Magazinen dieser Welt beste Bewertungen. Ob die jedes Mal gerechtfertigt sind, sei mal dahin gestellt.






"Plugawe Dziedzictwo" jedenfalls, das letztjährige erste Album der fünf Mannen stellt nach einer Reihe von Demo-, EP-, und Split-Veröffentlichungen das erste vollwertige Werk dar. Immerhin: allein der Titel macht ja Hoffnung auf ein polnisches Schwarzwurzel-Album der alten Schule. Und tatsächlich offenbart das "Schmutzige Erbe" dem Hörer nach dem kurzen Einklang einen sehr räudigen, giftigen und gallespeihenden Black Metal. Dreckig produziert, dennoch nicht schlecht und die Instrumente sind klar herauszuhören. Bei den Musikern handelt es sich teils auch um keine Unbekannten, so sind hier u.a. Mitglieder der Horden Beleth und The Temple of the Mist involviert. Musikalisch wird hier auch weit mehr als der Durchschnitt geboten: es lassen sich atmosphärische Solo-Passagen ebenso finden wie gut platzierte Tempowechsel. Als besondere Beigabe für alle Anhänger hat die Band einen Bonus Song in Form "Z cmentarnych klątw" mit auf die CD gepackt, welcher ursprünglich für eine Split veröffentlicht wurde, dort allerdings nur in einer fehlerhaften Form zu finden war und hier nun in der von der Gruppe beabsichtigten Version vorliegt.

Fazit:
Zugegeben - Aryman's Debüt-Album reicht vielleicht nicht an die Finesse des Erstlings der Band Plaga heran (und diesen Vergleich müssen sich die Herren als Landsleute einfach mal gefallen lassen), stellt aber nichtsdestotrotz ein sehr mächtiges Schwarzmetall-Machwerk dar. "Plugawe Dziedzictwo" ist einfach ein waschechtes Polish Black Metal Album, welches mit sehr viel Hingabe und Herzblut zelebriert wurde, und das spürt man einfach. Ich liebe den Stil, und deshalb gibt's meinerseits auch eine klare Kaufempfehlung. Limitiert auf 1000 Exemplare. Interessierte wenden sich zwecks Bestellungen an Zone of Blasphemy, an Hell Is Here oder direkt an die Band unter nefarius.r@interia.pl.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Potępione ścierwo - Intro
02. Po trzykroć straceni bądźcie
03. Królestwo wojny
04. Krocząc ścieżką lewej dłoni
05. Monument
06. Splugawiony
07. Oczekuj na nas
08. ..i zdychaj
09. Proroctwo końca
10. Z cmentarnych klątw


Laufzeit: ca. 46 Minuten

Dienstag, 17. November 2015

Review: Fra Waurhts - For Celestial Glory (CD, Schattenkult Produktionen / Dancing in the Trees - 2015)

In Kooperation mit Dancing in the Trees veröffentlichte Schattenkult auch dieses Debüt-Album des niederländischen Ein-Mann-Kommandos Fra Waurhts. Nach der gleichnamigen Demo auf Kassette aus dem letzten Jahr, ist dies insgesamt das zweite Machwerk der Kapelle. Meine Eindrücke über das, was man hier erwarten darf, lest ihr im folgenden...








Zunächst einmal sei die abermals sehr professionelle Aufmachung genannt: ein voll-coloriertes, aber schlicht bis minimalistisch gehaltenes Artwork, welches auch einen gewissen okkulten Charakter aufweist. Im Beiheft lassen sich Textauszüge sowie ein Foto des Protagonisten finden. Kein Name, keine Kontaktadresse - lediglich der Hinweis "Ensouled and Enfleshed In The Name of Hecate" lässt sich unter dem Porträt finden. Musikalisch wird hier ohne Abweichung ein sehr brutaler blackened Death Metal zelebriert, etwas dumpf in der Darbietung, aber nichtsdestotrotz gut produziert. Während der erste Eindruck auf ein wie schon erwähnt eher stumpfes und monotones Werk schließen lässt, entdeckt man bereits mit dem nächsten Hörgang durchaus einige spielerische Finessen und Details, die das ganze aufwerten. So gibt es durchaus atmosphärische Phasen, die sich hier und da in düsterem Ambient widerspiegeln oder in Form von Gitarrenspielerein. Der Gesang ist Geschmackssache, da er doch sehr Death-lastig ist und da wohl auch eher die Fraktion der alten Cannibal Corspe-Hörer ansprechen dürfte.

Fazit:
Insgesamt muss ich sagen, dass mich das erste Album von Fra Waurhts nicht so sehr hinter'm Ofen hervorlockt, wie es der Preview-Trailer versprechen ließ. Inzwischen gibt es einfach auch in diesem eher rauen Black/Death-Sektor zu viele Bands, die ähnlich klingen und eine ebenbürtige Qualität an den Tag legen. Dass das Ganze dennoch nicht so ganz in der Versenkung des Mittelmaßes untergeht, ist solch spielerisch guten Passagen, wie sie etwa im letzten Viertel von "III" vorkommen geschuldet. "For Celestial Glory" setzt definitiv keine neuen Maßstäbe und ist nicht DAS Überwerk, dennoch durchaus hörenswert. Die CD ist limitiert auf 1000 Exemplare und unter den Adressen der Labels zu beziehen: sk-produktionen@gmx.de oder rope.and.wheel@gmail.com.

6.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. I (Instrumental)
02. II
03. III
04. IV
05. V
06. VI
07. VII
08. VIII
09. IX
10. X (Instrumental)

Laufzeit: ca. 32 Minuten

Montag, 16. November 2015

Review: Gorrch - Nera Estasi (CD, Altare Productions / Schattenkult Produktionen / Dancing in the Trees - 2015)

Gorrch aus Italien, die aus zwei schwarzen Seelen besteht, lässt mit "Nera Estasi" (so viel wie etwa "Schwarze Ekstase") nach gut zwei Jahren und einer selbstbenannten EP ihr erstes Voll-Album auf die Menschheit los. Bereits dieses frühe Werk aus dem Jahr 2013, welches ebenfalls über Schattenkult auf Kassette veröffentlicht wurde, ließ das große Potential des Duos erkennen... und so ist auch "Nera Estasi" genau das Album geworden, was man nach der sehr guten Debüt-EP erwartet hatte.





Nüchtern betrachtet enthält das Album zunächst einmal sechs Lieder, die sich allesamt im durchschnittlichen Laufzeit-Bereich befinden, wenn auch einige eine gewisse Überlänge aufweisen. Das Booklet enthält alle Texte, eine Fotographie, sowie ein paar Eckdaten zum Album ansich und jeweils ein Foto der beiden Protagonisten. Musikalisch bietet man wie bereits genau das, was der Hörer von diesem ersten Album auch erwarten durfte: ein Machwerk voll bombastischem Black Metal! Und bevor jetzt die ersten von euch entsetzt das Weite suchen: die Art Bombast, die ich hier meine hat mitnichten etwas mit Chören, Orchestern oder sonstigem klassischen Firlefanz zu tun, sondern ist allein auf die Essenz des Wortes zu reduzieren. Zum einen gibt es hier in spielerischer Hinsicht einen sehr technisch versierten Black Metal, der stellenweise gar etwas psychedelisch daher kommt, aber trotz aller Finese diese gewisse "Fuck You"-Attitüde nicht vernachlässigt. Besonders hypnotisierend wird es, wenn langgezogene Instrumental-Parts einsetzen. Das hat dann sogar eine gewisse Epik - wenn man dieses Wort denn unbedingt in Verbindung mit Black Metal bringen will.

Fazit:
Gorrch ist mit ihrem Debüt-Album ein weiteres Machtwerk gelungen! Das werden aber garantiert nicht alle so sehen... der Stil der Band ist schon sehr eigen, die Musik wie bereits erwähnt, fast schon eine Spur zu verfeinert und zu verschnörkelt. Oldschooler werden mit diesem Werk daher nur bedingt glücklich werden, da "Nera Estasi" in einigen Passagen auch recht postmodern klingt. Für Anhänger der besonderen Musik, die auch gerne einmal die Grenzen des Genres sprengt, aber durchaus empfehlenswert - insbesondere möchte ich denjenigen die Scheibe ans Herz legen, die Bands vom Schlage Nightbringer oder Kathaaria etwas abgewinnen können. Die CD ist auf 500 Exemplare limitiert und direkt bei den Labels zu beziehen. Inlands sollte man sich an Schattenkult Produktionen wenden unter sk-produktionen@gmx.de. Für die Sammler unter euch sei noch erwähnt, dass neben der CD noch eine Kassetten-Fassung (über Hexencave Productions) und eine Vinyl-Auflage (Duplicate Records) des Albums existieren. Alle drei Formate sind identisch und enthalten keinerlei Bonusmaterial.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Decrepita Stasi
02. Cinico Dominio
03. Atra Bile
04. Crudo Primordio
05. Intima Tenebra
06. Nera Estasi

Laufzeit: ca. 34 Minuten

Dienstag, 10. November 2015

Review: Drudensang - Todgeweiht I (MC, Black Blood Records - 2015)

Die deutsche Underground-Horde Drudensang beehrt die Meute auch wieder mit einer neuen Demo-Veröffentlichung. Ganz im Stile der alten Tage und Traditionen wieder in Kassettenform. Das mittlerweile dritte Werk nach der "Rehearsal 1 - Dunkle Tradition" und der "Prinzipien der Grausamkeit" Kassette trägt den Titel "Todgeweiht I". Rein optisch betrachtet macht die Veröffentlichung bereits durchaus was her: Pro-Tape in Hülle mit Pro-Cover, als Beigaben gibt es eine sehr schicke Postkarte (zeigt das Covermotiv von "Prinzipien der Grausamkeit") und ein Säckchen mit einer Räuchermischung.





In meinem Fall zumindest handelt es sich bei dem Räucherkraut um die Mischung "Samhain", ob es da noch verschiedene Variationen gibt, entzieht sich jedoch leider meiner Kenntnis. Riecht auf jeden Fall sehr aromatisch, würzig und nach alten Riten. Samhain ist da mehr als passend. Doch nicht nur von der Optik her hat "Todgeweiht" etwas zu bieten, sondern vor allem (und das ist ja auch das Ausschlaggebende) musikalisch. Drudensang liefern mit diesem hier nämlich ihr bisher atmosphärischstes Werk ab. Und das liegt nicht nur an dem großzügigen, wenn auch erfreulicher Weise verhaltenen Einsatz von Tasten, sondern auch am zweistimmigen Gesang, der hier sogar noch präsenter durchscheint, als noch auf dem Vorgänger. Mit dem brachialen Black Metal, der mit Absicht stellenweise etwas dumpf und primitiv produziert zu sein scheint, ergibt das eine in sich sehr stimmige, düstere Atmosphäre, die eine fast schon hypnotische Wirkung aufweist. Zugegeben: die Musik ist nicht unbedingt etwas für verwöhnte Ohren, dafür aber sehr kraftvoll in Szene gesetzt und kommt sehr authentisch rüber.

Fazit:
Mit "Todgeweiht I" haben Drudensang in meinen Augen ihr bisher bestes Material abgeliefert. Dieser eine überlange Song ist ganz klassisch in erkennbare Akte gegliedert, was ihn sehr sympathisch macht. Die Darbietung richtet sich nicht an Jene, die ihre Alben gerne sauber produziert hören, sondern eher an die, welche dem traditionellen Schwarzmetall immer noch hörig sind. Ein Werk mit manchen Ecken und Kanten zwar, aber in seiner Grundstimmung sehr düster, brachial und authentisch. Limitiert ist die Kassette auf 98 von Hand durchnummerierte Exemplare. Wo es das Tape noch zu erwerben gibt, weiss ich aktuell selbst nicht genau. Black Blood scheinen keine mehr zu haben und auch Der Neue Weg habe ich um sein letztes Exemplar erleichtert. Achja, und noch eine kleine Anmerkung zum Schluß: auf der B-Seite ist tatsächlich nichts mehr zu hören, obwohl die Kassette von beiden Seiten bedruckt ist - eine einseitige Beschriftung hätte eigentlich gereicht - aber das tut irgendwie auch so gar nichts zur Sache.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A: Todgeweiht I - Bloody Ritual

Laufzeit: ca. 20 Minuten

Donnerstag, 5. November 2015

Review: Mortis Mutilati - Mélopée Funèbre (CD, Naturmacht Productions - 2015)

Ein neues Album von Mortis Mutilati, jenem französischen Ein-Mann-Projekt, welches mich mit seinem 2013er Album "Nameless Here For Evermore" absolut begeisterte und es sogar schaffte, dass ich sie mit auf die Liste des "The Return to the Ancient Dark Paths" Samplers setzte. Bei so einer Voraussetzung sind meine Erwartungen an das aktuelle Werk natürlich dementsprechend hoch angesetzt. Ob es diese auch erfüllen kann, lest ihr nun...






Eingeleitet wird das ganze durch ein, in meinen Augen, etwas zu lang gezogenes Intro. "Vénus Anadyomène" kann dann aber wieder auf Anhieb überzeugen. Es wird wieder typisch französisch: Black Metal irgendwie zwischen Nihilismus und Avantgarde. Obskurer Ambient lässt sich hier ebenso finden, wie beinahe schon erhabene Schwarzmetall-Hymnen. "Mélopée Funèbre" (soviel wie "Grabgesang") ist dabei dem Titel entsprechend wesentlich melancholischer und schwermütiger ausgefallen als sein Vorgänger, der ja eher vom minimalistischen Black Metal und Ambient der alten Frankreich-Bands der Legions Noire geprägt war. Doch hier ist alles eher von einer gewissen Traurigkeit erfüllt, was die Angelegenheit zu einer nicht ganz einfach zu konsumierenden Kost macht (was Black Metal allgemein nicht sein sollte). So finden sich neben der Schwarzmetall-Musik auch Piano und Orgeln wieder ("Reliquiae") oder auch Passagen, die eher dem getragenen Post-Black Metal zuzuordnen wären (wie im letzten Viertel von "Morte"). Und "Fingers of Death" bietet zum Abschluss noch einmal eine etwas doomige Atmosphäre.

Fazit:
Auch das dritte Album des Franzosen kann sich definitiv hören lassen. Es ist zwar definitiv anders in seiner Grundstimmung her als das letzte Werk - das macht es aber nicht schlechter. Viele Elemente erkennt man wieder, einiges wurde auch konsequent ausgebaut und verfeinert, das einzige, was ich hier jedoch ganz klar bemängeln muss, ist mal wieder das Schlagzeugspiel, dass manches Mal einfach zu sehr nach Konserve klingt. Aber das kommt wie gesagt auch nur passagenweise vor und fällt daher nicht so sehr ins Gewicht, wie bei anderen Bands. Auch kann das Werk durchaus mit seiner in sich stimmigen Atmosphäre überzeugen. Die CD ist auf 300 Exemplare begrenzt und direkt bei Naturmacht Productions erhältlich.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Mélopée Funèbre
02. Vénus Anadyomène
03. Ophélia
04. Oraison du Soir
05. Reliquiae
06. Morte
07. Eros & Thanatos
08. Fingers of Death

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Review: Full Moon Ritual - Emperor Of The Age Of Disorder (CD, Eigenproduktion - 2014)

Full Moon Ritual zum zweiten. "Emperor Of The Age Of Disorder" lautet der Titel des zweiten und immer noch aktuellen Albums der Italiener aus dem letzten Jahr. Hier agierte die Truppe noch als Trio. Inzwischen ist das Werk auch nur noch als digitale Version via Bandcamp zu haben.









Geboten werden hier sieben Lieder, innerhalb derer (wie nicht anders zu erwarten) wieder primitiver Black Metal geboten wird. Im Gegensatz zum letzten Machwerk, präsentiert man sich hier aber eine Spur - ich will nicht sagen eigenständiger, aber eine Idee eingängiger. Auch erkennt man in einigen Pasasagen durchaus eine positive Weiterentwicklung im Songwriting und an den Instrumenten traut man sich auch mal etwas mehr. Das macht die ganze Angelegenheit jetzt allerdings auch nicht wirklich besonderer. Immer noch hört sich vieles einfach nur nach Standard an, aber mittlerweile immerhin gehobener, und manche Songs wie "Spirits Lurk in Darkness for Eternity" haben eine wirklich kalte Atmosphäre inne.

Fazit:
Klare Weiterentwicklung zum letzten Werk. Hier gibt es doch so einige Lieder mit gewissen Details zu entdecken, die dem Ganzen doch einen gewissen Wiederhörwert geben. Insgesamt jedoch noch immer eher nur im Mittelfeld anzusiedeln, da es einfach zu viele Bands dieses Schlages gibt. "Emperor..." kann man sich auf der Bandcamp-Seite der Truppe kostenlos anhören, sowie das Album in digitaler Form für 5,- Euronnen herunterladen.

5.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Blood of Truth
02. From Underneath
03. Frozen Ground
04. Malicious Whisper
05. Spirits Lurk in Darkness for Eternity
06. The Flames of Wrath
07. Towards the Path of Death

Laufzeit: ca. 34 Minuten

Mittwoch, 4. November 2015

Review: Full Moon Ritual - Nightcall Comes From The Forest (Digitales Album - 2013)

Bei Full Moon Ritaul handelt es sich um eine mittlerweile nur noch als Duo agierende Black Metal-Band aus Italien. Nach gerade einmal einer Demo im Jahr zuvor legte man anno 2013 dieses Debüt-Album vor. Allerdings auch nur in digitaler Form. Vom Label Broken Bones erschien noch eine Kassette im selben Jahr.








Dieser Umstand dürfte auch nicht zuletzt dem Stil der Band geschuldet sein. Auf "Nightcall Comes From The Forest" bieten man rauen Underground Black Metal, ohne viele Spielerein und Details. Das ist, ich muss es leider sagen, Musik, die man in dieser Form schon x-mal (und in meinem Fall eindeutig einmal zu oft) gehört hat. Das Geschrammel geht ja in Ordnung, aber die Präsentation ist absolut langweilig in Szene gesetzt und der Gesang lässt mich emotional absolut kalt.

Fazit:
Ohne große Umschweife... das Debüt der Italiener von Full Moon Ritual zündet bei mir absolut nicht. Alles schonmal irgendwie da gewesen. Immerhin höre ich hier keine instrumentalen Aussetzer heraus. Natürlich darf innerhalb der acht Lieder auch ein ambientes Stück nicht fehlen. Kurioser Weise muss ich gestehen, dass mir dieses sehr gut gefällt. Der Rest ist wie schon erwähnt zwar instrumental gesehen nicht wirklich schlecht, doch leider auch mehr als austauschbar.

5.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. The Arrival of the Plague
02. Nightcall Comes from the Forest
03. Memories of a Nightmare
04. Domain of Evil
05. Past Life in a Dark Realm
06. Haunted
07. Memories of a Nightmare (The Persistance)
08. Forgotten Path

Laufzeit: ca. 42 Minuten

Dienstag, 3. November 2015

Nostalgie-Review: Antichrist & Mjölnir - Split (MC, Eigenproduktion - 1997)

Für den aktuellen Beitrag aus der beliebten Rubrik der Nostalgie-Reviews habe ich dieses Mal etwas sehr obskures aus deutschen Landen heraus gekrammt. Es handelt sich hier um eine Split-Kassette der beiden Bands Antichrist (aus Köln, inzwischen aufgelöst) und Mjölnir (ebenfalls aus Köln und ebenfalls aufgelöst. Mitglieder sind/waren noch bei Thy Majesty aktiv). Auch handelt es sich zumindest bei der zweit genannten Band um eine der alten NSBM-Gruppen aus Deutschland - wobei ich diese Genre-Beschreibung nur bedingt zutreffend finde. Immerhin fanden sich schon immer Bezüge in der Musik der Band, was sich auch in der Zusammenarbeit mit diversen Bands und Labels zeigte.



Die ersten acht Lieder stammen von dem Duo Antichrist, die letzten der insgesamt 14 Beiträge wurden von Mjölnir zelebriert. Jeweils ein Lied stellt einen Konzert-Mitschnitt dar. Was hier eindeutig bei beiden Gruppen nervt, ist der stellenweise wirklich grottige Drumcomputer, wobei der bei Mjölnir sogar noch etwas arger ins Gewicht fällt, da die Musik ansich auch sehr viel keyboardlastiger ist, als bei ihren Kollegen. Selbst bei der Live-Aufnahme "Trollherz" klingt das Schlagzeug ziemlich statisch und macht nicht den Eindruck, live eingespielt worden zu sein. Aber daran möchte ich mich jetzt nicht aufhängen... gerade die Mitschnitte geben einen kleinen Eindruck davon, was man heute wohl nur noch sehr selten findet (und mit Sicherheit schon damals kaum fand) - nämlich authentische Black Metal Musik, zelebriert von Überzeugungstätern. Diese Atmosphären sind so dicht, dass man sich glatt mitten in diesem nebelumwaberten Wulst aus Schweiß, Haaren und Blut wähnt. Ein sehr intensives, fast schon intimes Gefühl, was eindeutig für die Nostalgie-Wirkung dieser Musik spricht. In beiden Fällen. Interessant ist auch, dass sich das Klangbild von Mjölnir nach der Live-Aufnahme wandelt: und zwar schreitet man fortan eher auf Martial Industrial-Pfaden. "Das Sonnenrad" wird so durch Samples aus "Terminator" eingeleitet und präsentiert eine leicht modifizierte Version der Filmmusik aus dem James Cameron-Kultstreifen.

Diese Kassette aus dem Jahr 1997 stellt heutzutage eine nur sehr schwer zu ergatternde Rarität dar, und geht - wenn man sie mal erblicken sollte - zu horrenden Preisen über die virtuellen Ladentheken dieser Welt. Ob sich die Anschaffung da wirklich lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Musikalisch besticht die Kassette nicht unbedingt durch ihre Finesse, allerdings sind in meinen Augen schon die beiden genialen Live-Aufnahmen eine Anschaffung wert. Also, immer schön die Augen offen halten.


Antichrist
01. Heimdallr
02. I Am the Diabolical Eclipse
03. Black War
04. Totentanz / Naglfar
05. Legion of Fucking Skeletons
06. In the Forest of Evil
07. Hades erwacht
08. In Ancient Hate (live)
Mjölnir
01. Ring aus Stein
02. Altes Götterreich
03. Trollherz (live)
04. Das Sonnenrad
05. Der Übermensch
06. The Hour of... (1st Demo)


Review: Acherontas & Horna - Atavistic Resurgence Split (CD, World Terror Committee - 2015)

Kaum dass endlich die LP-Fassung des letzten Voll-Albums "Ma-Ion" erhältlich ist... da geht man gleich mit einem neuen Werk in Form dieser Split-Veröffentichung mit den Finnen von Horna an den Start. Ja, Acherontas sind wohl momentan die angesagteste Band aus Griechenland. Zumindest in gewissen Kreisen. Und das auch durchaus zurecht, wenn man mich fragt. Der Stil der Band ist einzigartig in seiner Machart und wird wohl nur noch von dem übertroffen, was die Mannen einst unter dem Namen Stutthof an Musik schufen.





Beginnen wir diese Split-CD mit Acherontas, welche die ersten drei Lieder beitragen. Nach einem spirituellen und medidativen instrumentalen Einklang, der mit rituellen Sprechgesängen unterlegt ist und so auch direkt an "Ma-IoN (Formulas of Repitilian Unification)" anknüpft folgt gleich das schwarzmetallische Kapitel von Acherontas. Und schon wie bei dem letzten Voll-Album präsentiert sich "Gospel of Saturn" als sehr erhaben-majestätisches Meisterwerk der schwarzmagischen Klangkunst. Der Gesang zeigt sich einmal mehr sehr fascettenreich, die Instrumente bewegen sich zuhauf im Midtempo, wobei hier gerade das Schlagzeug heraussticht, welches auch schon einmal einen regelrechten Sturm entfacht. Insgesamt gestaltet sich diese Zelebrierung der dunklen Künste als sehr melodisch, hymnisch und okkult-spirituell. Es folgt ein oriental anmutender Ausklang.

Es folgt der erste Song von zwei Songs aus der Feder von Horna. "Ikuiseen Mustaan Uneen" beginnt monoton, zieht sich gar ein wenig, steigert sich dann aber zu einem wilden Black Metal mit einem Hauch von Heavy Rock und hymnischen Gesangspassagen. Insgesamt und gerade im direkten Vergleich zu ihren Split-Kollegen ist das hier aber rau wie harter Stuhl. "Incipit" setzt dem ganzen sogar noch einen drauf und metzelt gleich zu Anfang einfach alles nieder, was nicht das Glück hatte fliehen zu können.

Fazit:
Acherontas sind top. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Schon vorher war die Truppe ein Garant für Qualität, aber spätestens seit dem "Amen Ti" Album gehört Acherontas definitiv zum Olymp der atmosphärischen Black Metal Bands und haben durch ihre sehr spiritistische und meditative Art einen ganz eigenen Stil inne, der zwar oft kopiert wird, aber selten diese Intensität erreicht. Horna aus Finnland habe ich ehrlich gesagt schon ewig nicht mehr gehört, die beiden hier zelebrierten Lieder haben in meinen Augen leider auch nicht mehr allzu viel von ihren alten Sachen, sind aber durchaus hörenswert und wohl auch besser als die letzten paar Alben, in die ich mal sporadisch reingehört hatte. Insgeamt also eine durchaus lohnenswerte Veröffentlichung.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
Acherontas
01. Seven Tongues of the Serpent
02. Gospel of Saturn
03. Sphere of the Sicle
Horna
04. Ikuiseen mustaan uneen
05. Incipit

Laufzeit: ca. 25 Minuten

Preview/Review: Grauzeit - Antagonist (Digitales Album, Eigenproduktion - 2015)

Grauzeit anno 2015. Damit hätte zumindest ich nach dieser meiner Meinung nach grässlichen ersten Demo-Veröffentlichung nicht gerechnet. Doch nachdem mich die Band schon mit ihrer letzten EP "Tyrannei der Tristesse" überzeugen konnte, und vieles vergessen machte, freue ich mich natürlich wieder einmal etwas von ihnen zu hören. Wenn auch nur in digitaler Form...







Gut, diese Band hat auch nur noch sehr bedingt etwas mit Black Metal zu tun. Aber ich beschränke mich ja auch nicht nur auf ein Genre, sondern schaue auch schon einmal gerne über den Tellerrand. Die neue digitale EP der drei Mannen nennt sich schlicht "Antagonist". Der Gegenspieler also. Oder auch der Widersacher. Geboten werden drei überlange Lieder, die allesamt rein instrumentaler Natur sind. Wer hier jedoch jetzt entsetzt an Sachen wie Sieghetnar denkt, darf hier beruhigt sein. Es handelt sich hier ausdrücklich nicht um eintönigen Ambient, sondern um gute Heavy Rock Musik. Etwas Depressive Rock, etwas Post Rock, etwas Shoegaze und etwas Doom Metal. Das klingt verdammt noch eins nicht verkehrt. Melancholisch und trist werden hier atmosphärische Klangwelten geschaffen, die vor allem die Luft von anonymen Großstädten atmen - monoton, grau, traurig, vollgepisst, stinkend und verdreckt. Vielleicht hatten die Protagonisten hier andere Assoziationen im Sinn - doch als Dortmunder schießen mir bei dieser Musik direkt diese Bilder verkommener Häuserruinen, dunkler U-Bahn-Stationen und verrottender Unterführungen in den Kopf. Das fängt bei dem piano-lastigen Erstling an, findet bei dem titelgebenden zweiten Lied seinen Höhepunkt und "Grauzeit II" setzt diese wahrhaftige Flut an Emotionen mit seiner desolaten Traurigkeit fort, und lässt zum Ende hing gar noch einen Funken Hoffnung verspüren... wobei Hoffnung vielleicht das falsche Wort ist. Es wird einfach immer weiter gehen...

Fazit:
"Antagonist" stellt in meinen Augen das bisher wohl beste Werk von Grauzeit dar. Auch wenn es nur drei Lieder sind, die hier präsentiert werden, ist das doch tiefgreifender als so manches vollwertige Album. Und das für ein rein instrumentales Machwerk, dem folglich ein, wie ich finde, wichtiger emotionaler Aspekt in der Musik fehlt: der Gesang. Doch muss ich sagen, dass ich selbigen auf "Antagonist" zu keiner Zeit vermisse. Im Gegenteil hätte Gesang hier vielleicht vieles der interpretationsträchtigen Atmosphäre kaputt gemacht. So ist der Hörer förmlich gezwungen, sich seine eigenen Gedanken zur Musik zu machen. Die digitale EP kann man sich ab dem 18.11.15 kostenlos auf dem Bandcamp-Profil der Band anhören und die einzelnen Lieder dann für jeweils 1,- Euro herunterladen. Für die Sammler unter euch wird die EP später auch in materieller Form als Kassette veröffentlicht werden (Label: Abstrakte Wunden - ein Unterlabel von Der neue Weg, wann genau ist allerdings noch nicht bekannt - voraussichtlich aber noch dieses Jahr).

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Transformation
02. Antagonist
03. Grauzeit II

Laufzeit: ca. 23 Minuten

Review: Thromos - Translunare Transzendenz (CD, Self Mutilation Services - 2015)

Das mittlerweile sechste Album präsentieren uns die beiden Mannen von Thromos aus Sachsen-Anhalt. Die neue CD der Herren hört auf den klangvollen Namen "Translunare Transzendenz" und wurde einmal mehr von Self Mutilation Services aus Mexiko veröffentlicht. Warum man sich seit "Haures" ausgerechnet dieses Label ausgesucht hat, bleibt mir allerdings weiterhin ein Rätsel...







Gut, aber das soll nun auch nicht Thema sein. Widme ich mich also dem vorliegenden aktuellen Werk der Band. Die Aufmachung ist mal wieder minimalistisch, doch effektiv gehalten. Auf der Vorderseite das Cover, die Rückseite zeigt eine nächtliche Waldlandschaft, innen ein Foto sowie die grundlegenden Informationen zur Besetzung und zur Aufnahme. Heil Satan! In musikalischer Hinsicht setzt man bei diesem Album eigentlich direkt dort an, wo man mit dem Vorgänger "Dematerialisation" aufhörte. Die Produktion und Klangqualität ist mal wieder etwas wuchtiger geraten, zudem einen Tick klarer. Soll jedoch nicht heissen, dass man hier eine auf Hochglanz polierte saubere Produktion erwarten sollte, aber für Underground-Verhältnisse kann sich das hier schon mehr als hören lassen. Stilistisch bleibt man sich treu, auch wenn man sich inzwischen spielerisch gesehen ausgewogener zeigt, als noch zu seinen Anfangstagen (so sollte es ja auch sein - es gibt nichts schlimmeres als Stagnation). So hört man passagenweise auch die Bezüge zu Nissen's anderem Projekt Hel oder auch zu der Musik der Satanic Rock-Kombo Motor, in welcher Nissen ja ebenfalls aktiv war und die auch immer noch aus ehemaligen Mitstreitern Thromos' besteht.

Fazit:
Auch das aktuelle Machwerk von Thromos bietet wieder Black Metal in seiner reinsten Form und Essenz. Acht Hymnen, bei derem hören man förmlich den kalten fauligen Hauch der Dunkelheit auf seiner Haut spüren und ihn atmen kann. Eine Kapelle, von dessen Schlag man heutzutage leider immer wenigeren begegnet: keine Interviews, keine Profile auf irgendwelchen sozialen Netzgeschwüren, keine übertriebenen Selbstdarstellungen und -beweihräucherungen. Einzig die Veröffentlichungspolitik von S.M.S., welche das Album auch als digitale Version anbieten, trüben da den ansonsten sehr untergründigen Eindruck etwas. Das Album kann man im Bandcamp-Shop von Self Mutilation Services käuflich erwerben. Einmal in materieller Form auf CD (10,- Euronnen + Versand und auf 500 Exemplare limitiert) und einmal digital (4,- Euronnen). Lohnenswert ist "Translunare Transzendenz" allemal.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Die Schreie vergessener Seelen
02. Melancholie der Gräber
03. Fluch des Nekromanten
04. Visionen der Dunkelheit
05. Das Tor zur Leere
06. Schwarze Kapelle
07. Translunar
08. Nacht
09. Unbetitelt

Laufzeit: ca. 63 Minuten