Sonntag, 27. September 2015

Review: Ancient Moon - Vvltvre (CD, Satanath Records - 2015)

Bei Ancient Moon handelt es sich um ein länderübergreifendes Projekt dreier Musiker, die aus Belgien, der Schweiz und Frankreich stammen. Geboten wird auf der ersten CD der Herren ein Mix aus Black Metal, Dark Ambient und ein wenig Doom. Das Album erschien dieses Jahr bei dem russischen Label Satanath.








Bei "Vvltvre" handelt es sich nicht nur um das Erstlingswerk der Band, sondern auch um nur einen langen Song. Der Begriff des Voll-Albums sehe ich daher auch nur teilweise erfüllt, da die Laufzeit mit knappen 29 Minuten noch nicht einmal über die 30-Minuten-Marke hinaus kommt. Aber letztendlich kommt es ja auch darauf an, wie das ganze klingt. Und da kann man eigentlich nicht meckern: der zelebrierte Schwarzmetall ist ziemlich düster gehalten und bietet einen spirituelle und magische Atmosphäre, den Ambient nimmt man eigentlich nur in den Zwischenparts wahr, die ein Kapitel des Liedes vom anderen trennen, so sind während der Black Metal-Parts auch lediglich Gitarre, Bass und Schlagzeug zu vernehmen. Was das ganze wieder von gleichartigen Veröffentlichungen vergleichbarer Musikkapellen abhebt, ist die Tatsache, dass hier dreistimmiger Gesang zum Einsatz kommt - da jeder der Mannen auch vokale Darbietungen beiträgt. So findet sich neben dem eher abgründigen und heiseren Schreigesang auch ein sehr beschwörerischer kehliger Sprechgesang finden. Der letzte BM-Part ist instrumental gehalten, danach folgt noch ein ambienter Part und fertig.

Fazit:
Ancient Moon ist mit "Vvltvre" ein solider Einstand gelungen. Zwar erfindet man hier nichts neu und auch wird dem bekannten Genre nichts weiter hinzugefügt, doch gehört das hier doch ganz klar zu den besseren Vertretern des ambienten Black Metals. Das Werk gibt es entweder als auf 500 Stück limitierte CD oder als digitales Album zum herunterladen. Beides kann man über die Bandcamp-Seite von Satanath Records beziehen.

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Preastigitum Altareas

Laufzeit: ca. 28 Minuten

Samstag, 26. September 2015

Review: Daughters of Sophia - (2.0°) Sœurs de Sagesse (CD, Asgard Hass - 2015)

Aus Frankreich stammt dieses Ein-Mann-Projekt, welches mit dem vorliegenden Album sein erstes vollwertiges Werk präsentiert. Erschienen ist es bei Asgard Hass aus der Schweiz, welche bereits durch die Veröffentlichung von Werken von z.B. Crystalium, Moloch und Myrkvid verantwortlich zeichnen.







Nun, "(2.0°) Sœurs de Sagesse" ist für ein Debüt wirklich ein beeindruckendes Stück schwarzmetallischer Tonkunst geworden. Natürlich klingt es französisch und natürlich ist es auch mit einer klar erkennbaren avantgardistischen Note behaftet. Doch dass hinter diesen beinahe schon post-modernen, spirituellen und sphärischen Klängen ein Individuum steht, welches sich mit der Grundmaterie des Black Metal auszukennen scheint, ist mit jeder erhabenen, fast schon traumwandlerischen Komposition spürbar. Der Gesang scheint bewusst etwas hintergründig abgemischt worden zu sein, und scheint so nur aus den endlos kalten Abgründen der Seele zu den Lebenenden durchzudringen. Ebenfalls ist er sehr nostalgisch und kann auch eine sehnsuchtsvolle melancholische Note nicht verbergen. Beim Schlagzeug scheint es sich um Drums aus der Konserve zu handeln, was den Gesamteindruck etwas trübt, aber nicht sonderlich stark ins Gewicht fällt - da habe ich schon weitaus schlechtere Drumcomputer gehört.

Fazit:
Ein künstlerisch anspruchsvolles Werk, was alle die ansprechen dürfte, die auf der Suche nach etwas Besonderem sind. Avantgardistisch, spirituell, erhaben. Sehr solides Album!

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. L'Héritage des Sœurs par le Sang de l'Occulte Sagesse
02. Les Plaintes Agonisantes d'une Nature à l'état de Rêve
03. Mysticisme d'une Féminité au Culte de la Pureté Lunaire
04. Alchimisme de l'Innocence digne d'un Amour Incestueux
05. Un Voyage à travers les Divines Lueurs d'autres Mondes
06. Une Infinité de Cycle pour la Compréhension de l'Absence

Laufzeit: ca. 45 Minuten

Review: Permafrost - Spiritual Isolation (CD, Darker Than Black Records - 2015)

Das nunmehr vierte Voll-Album der Truppe aus Deutschland hört auf den Namen "Spiritual Isolation". Nun, allgemein geht ja der Trend bei seriösen Vertretern des Schwarzmetalls wieder hin auf die Rückbesinnung der Wurzeln: Satanismus in jeglicher Form, Esoterik, Okkultismus und Schwarze Magie. Sehr begrüßenswert, wobei Permafrost schon immer eine gewisse luziferisch-sphärische Note hatten, die auf dem letzten Album "Devil Worship" ihren bisherigen Höhepunkt erreichte. Jedoch konnte mich das Werk dann musikalisch nicht so wirklich hinter dem Ofen hervorlocken. Doch möchte ich es mit dem neuen Machwerk dann noch einmal versuchen.



Gleich nach dem kurzen Einklang wird hier direkt klar, in welche Richtung "Spiritual Isolation" gehen wird. Ein sehr räudig und dreckig produzierter Black Metal. Zugegeben, räudig ist hier vielleicht der falsche Ausdruck, da die Produktion doch einen gewissen Druck und Wumms inne hat. Doch die Atmosphäre ist durch und durch nihilistisch. Was sehr positiv auffällt, sind die sehr guten, melodischen Instrumente, die den aufmerksamen Hörer zugleich in höhere Ebenen und Sphären entführen. Die Gitarren nehmen nicht nur einmal sehr progressive - pyschedelische Züge an, was der düsteren, magischen Grundstimmung nur dienlich ist. Das ist nun alles meilenweit von dem entfernt, was zu seiner Zeit noch das inzwischen indizierte Erstlingswerk der Mannen bot und was ich dort so sehr schätzte, doch muss ich sagen, dass das hier zwar komplett anders, aber nichtsdestotrotz auch sehr gut ist. Als wenn es sich hier um eine komplett andere Band handeln würde.

Fazit:
Erhaben und satanisch. Hymnisch und gleichzeitig chaotisch. Permafrost haben es mit ihrem aktuellen Werk geschafft, mich zum ersten Mal seit ihrem Debüt wieder wirklich zu überzeugen. "Spiritual Isolation" ist zwar komplett anders als dieses, aber ein sehr gutes spirituelles Black Metal-Album, was gerade auch durch seine hörbare spielerische Hingabe sehr erfrischend und eigenständig klingt. Black Metal scheint für manche halt doch noch mehr als die bloße Darbietung von Musik zu sein. Natürlich muss hier wieder jeder für sich selbst entscheiden, in wie weit er die Band und das Label durch einen Kauf unterstützen möchte - von dem politischen Anstrich, der der Band seit Anfang an anhaftet, ist hier jedenfalls (zumindest in musikalischer wie lyrischer Hinsicht) nichts zu spüren.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Μνημοσύνη
02. King Of The Serpents
03. Lawless
04. Ave Satan Lucifer
05. Holy Blood
06. Dragon Of The Other Side
07. Mephiz Tophel
08. He Who Was Spat Out
09. Chaos Cries For Revenge
10. Blood Sacrifice
11. Λήθη

Laufzeit: ca. 56 Minuten

Mittwoch, 23. September 2015

Review: Ordensburg - Legenden des Krieges (CD, Hammerbund Kunstschmiede - 2014/2015)

Das Debüt-Album dieser völkischen Black Metal Truppe stammt bereits aus dem letzten Jahr. Die CD wurde jedoch vom Hammerbund noch einmal neu aufgelegt, da die Erstauflage im Digipak schnell weg war (war auch lediglich auf 100 Einheiten limitiert). Dabei handelt es sich bei dem Duo auch um keine Unbekannten: das Gekeife übernimmt Todesengel von den politisch inkorrekten Stahlfront ("Wiederkehr der Ahnen") aus Sachsen und die Instrumente gehen auf das Konto von M., wobei ich hier davon ausgehe, dass es sich um Mephistopheles von Gratzug handelt.




So bietet der Silberling des bayrisch-sächsischen Gespanns auch eher wenig Überraschendes. Nach dem atmosphärischen "Einklang" geht es gleich über in einen sehr räudig produzierten, aber melodisch gespielten Black Metal, der ein wenig an die Arbeiten der Gruppen der jeweils Beteiligten erinnert, sowie an Sachen wie etwa (den inzwischen aufgelösten) Grimburg, vereinzelt auch an ältere Totenburg. Nicht gerade sehr innovativ und auch nicht gerade neu. Trotzdem sehr solide dargeboten. Die Texte sind relativ gut verständlich, sind sehr kriegerisch gehalten und behandeln eigentlich durchgehend das Soldatentum in der Schlacht.

Fazit:
Mit "Legenden des Krieges" haben Ordensburg ein recht solides Erstlingswerk geschaffen, was sich gerade Dank seines recht melodischen Instrumentenspiels vom Durchschnitt abheben kann. In wie weit er eine Band wie Ordensburg durch den Kauf einer CD unterstützen möchte, muss wie immer jeder für sich selbst entscheiden.

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Einklang
02. Todgeweiht
03. Legenden des Krieges
04. Wir folgen dir zu Ruhm und Ehr'
05. Sturzkampfbomber
06. Stalingrad
07. Endkampf
08. Ausklang

Laufzeit: ca. 32 Minuten

Review: Moon - Render of the Veils (CD, Moribund Records - 2015)

Mal wieder etwas neues aus Australien. Mit "Render of the Veils" präsentiert der Ein-Mann-Kult Moon sein nunmehr drittes Voll-Album. Dieses aus dem Hause Morbibund Records und wurde auf einen recht ansehnlichen Silberling gepresst.










Nun, ganz untätig war man mit der Produktion von Musik auch nicht. So erschienen seit dem letzten Album "The Nine Gates" noch eine Split mit der unsäglichen Band Xerbittert und eine Demo-Veröffentlichung, die letztes Jahr ebenso wie das bereits erwähnte zweite Album von Schattenkult Produktionen auf Kassette veröffentlicht wurde. Nun denn - kommen wir zu hier vorliegender CD. Zunächst einmal zu der Frage, was einen hier erwartet: zelebriert wird ein sehr nihilistischer und minimalistisch dargebotener Black Metal, der zudem mit Dark Ambient angereichert ist. Auch bietet der Klang eine gewisse episch-erhabene tiefschwarze Atmosphäre. Klingt zunächst einmal also gar nicht so verkehrt, wird jedoch letztendlich - und das muss ich leider so sagen - relativ unspektakulär dargeboten. Das generelle Problem an dem neuen Album von Moon besteht einfach darin, dass es zu viele Lieder beinhaltet, die einfach nach dem bekannten Schema F ablaufen und kaum wirkliche Überraschungen bieten. Hinzu gesellen sich dann noch die epischen Laufzeiten von sechs Minuten aufwärts (Intro und Zwischenspiel nicht berücksichtigt), bei denen es mir zumindest sehr schwerfiel am Ball zu bleiben und die Sache wirklich durchzuziehen. Wenn man da neun Songs vorgesetzt bekommt, bei denen aber im Prinzip jeder dem anderen vom Ablauf her einfach wie auf's Haar ähnelt, artet das leider auch sehr schnell in monotoner Langeweile aus.

Fazit:
Ich kann jetzt nicht wirklich von mir behaupten, dass mich das neue Werk des Australiers sehr ergriffen hat. "Render of the Veils" besitzt durchaus seine starken Momente, und vor allem in den Neuaufnahmen der "Clavicula Nox"-Lieder "Tunnels of Lost Thoughts" und "Hanged at the Gates" sind diese Stärken deutlich spürbar und diese lassen auch erkennen, dass die Musik von Moon durchaus mehr Potential zu bieten hätte, als dieses eher durchschnittliche Werk. "The Nine Gates" erachte ich als Gesamtwerk als das deutlich stärkere.

5.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Immolation Euphoria
02. Modraniht
03. Oration as Vessel of the Void
04. Casting the Shadow
05. As Stars Merge with Ice
06. Souls Secreted in Transparent Cells
07. Tunnels of Lost Thoughts
08. Hanged at the Gates
09. Mirror of Black Souls
10. Corrosion Delirium
11. Cold Delusions

Laufzeit: ca. 77 Minuten

Samstag, 12. September 2015

Nostalgie-Review: Irrlicht - Auf einem Thron aus Blut (MC, Vomited Chunx - 1996)

Diese zweite Demo-Kassette des Projektes Irrlicht aus Bornheim, NRW stammt aus dem Jahre 1996 und war bereits damals wohl nur schwer zu bekommen. Heutzutage natürlich gar nicht mehr bis kaum noch. Das Duo jedenfalls existiert auch schon längst nicht mehr und neben dieser Kassette ist nur ihr Erstwerk "Der Pfad in die Ewigkeit" ihr einziges Vermächtnis.









So darf man Irrlicht getrost in die schier endlosen Reihen der deutschen Black Metal-Bands stecken, die irgendwann urplötzlich Anfang/Mitte der 90er auftauchten und genau so schnell wieder verschwanden. Ob es diese Band teilweise geschafft hätten, wären sie nur ordentlich promotet worden, bleibt mal dahin gestellt und tut auch nichts zur Sache. Man kann aber schon sagen, dass es einige Bands, die es nicht mehr gibt, einfach nicht verdient haben, und gleichzeitig frage ich mich bei einigen anderen, warum sie immer noch existieren und als "Kult" tituliert werden. Irrlicht ist da vielleicht nicht unbedingt eine herausstechende Band gewesen - vielleicht hat das auch zu ihrer Auflösung beigetragen. Ob die damaligen Mitglieder überhaupt noch leben, darf wohl auch bezweifelt werden, evtl. haben sie sich auch nur aus der 'Szene' zurückgezogen. Was man sogar nachvollziehen könnte. Trotzdem besitzt das zweite Werk der beiden Mannen in meinen Augen einen nostalgischen Wert. So roh, so unverfälscht, so wild, hasserfüllt und frei klingt heutzutage einfach nichts mehr. Auch wenn Bands heute vielleicht so oder so ähnlich klingen (Frostfinsternis hat das sehr gut hinbekommen, auch von Auf dem schwarzen Thron war ich sehr angenehm überrascht, wie nostalgisch dies doch klingt), man hört doch dieses gewisse Etwas in der Musik, dieses Gefühl von Sturm und Drang - und genau das waren die Mitt-90er für Deutschland bezogen auf den Schwarzmetall. Eine Zeit des Umschwungs, des Wandels. Sturm und Drang.

Die Kassette wird man heute wie gesagt nur nur schwerlich finden, gleiches wird für die erste ebenfalls gelten. Und wenn, wird man wohl auch nicht billig bei weg kommen. Die Kassette ist lediglich einseitig bespielt. P.S.: Für den Fall, dass mir noch jemand mit einer gescheiten digitalen Kopie des Logos und eines Band-Fotos für diese Besprechung aushelfen kann, dann bitte an kraehenblut@gmx.de senden. Danke.


01. Intro
02. In Zeiten von Stolz und Ehre
03. Für die Seelen einst gefallener Krieger
04. Stürme aus einer fernen Welt
05. Der Hilfeschrei Gottes
06. Auf einem Thron aus Blut
07. Schatten der Einsamkeit (Winter Version '96)
08. Outro

Review: Pimeydentuoja - The Devil's Epoch (CD, Misanthropic Art Productions - 2015)

Bestialische Neuigkeiten gibt es auch aus Finnland zu vermelden. Seit ein paar Monaten weilt nämlich das Erstlingswerk der drei Satansanbeter Pimeydentuoja im Reich der Lebenden. Unter dem Banner von Misanthropic Art aus Südkorea. Um die Einleitung kurz zu halten: Satanic Metal of Death steht auf der Hülle, und genau das darf man dann auch erwarten.







Jou, und wie man das erwarten darf! Wird dann auch prompt nach dem einlegen des Silberlings in die Anlage erfüllt. "The Devil's Epoch" ist ein fieser Bastard aus Schwarz- und Todesmetall, wobei das Hauptaugenmerk hier eindeutig auf dem satanischen Todesblei liegt. Jou, diese Scheibe macht genau da weiter, wo Morbid Angel nach ihren Alben "Altars of Madness", "Blessed Are The Sick" und "Covenant" aufgehört haben. Das ist Death Metal jenseits allen Mainstreams und könnte glatt noch aus der Zeit stammen, als diese Musik wirklich noch etwas bedeutete und nicht zu diesem Kindergarten mutierte, den sie heutzutage, zumindest jenseits des Undergrounds, darstellt. Thematisch also auch eher Richtung "Seven Churches" als "Eaten Back to Life". Das ist alles nichts wirklich Neues, doch das Trio versteht es gekonnt, durch einige wenige Sample-Spielereien sowie durch gezielt eingesetzte okkult-sphärische Zwischenspiele innerhalb der Lieder (zu hören z.B. beim Titelsong) dem Ganzen ihren eigenen Stempel aufzusetzen. Auch variiert der Gesang, klingt meist eher tief und gebrüllt, dann ist er wieder hasskeifend geschrieen und mal klingt er gar ziemlich beschwörerisch. Instrumental gesehen gibt es hier auch absolut nichts zu bemängeln - die Herren verstehen ihr Handwerk durchaus und ganz im Stile von den frühen Morbid Angel (um beim Vergleich zu bleiben) wird hier ein tiefer gelegtes Solo nach dem anderen geboten. Zum Schluß wird dann noch einmal eine Nachspielversion eines Klassikers von Impaled Nazarene geboten, die zwar stark ans Original angelehnt ist, diesem aber durch eine gewisse Eigeninterpretation ein paar neue Fascetten verleiht.

Fazit:
Von mir erhält Pimeydentuoja's Debüt "The Devil's Epoch" eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle Black/Death-Maniacs, aber insbesondere für alle nostalgischen Oldschool-Death Metaller, die sich nach den alten Zeiten zurücksehnen.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. By Death We Shall Conquer
02. Necrophilia
03. Annihilation Anthem
04. The Devil's Epoch
05. The Beyond - Demonical Apotheosis
06. Paganlågor
07. Bloodtide
08. Awakening Of The Ancient King
09. Heavenless Abomination
10. Morbid Sacrifice
11. I Al Purg Vonpo / My Blessing (The Beginning of the End) (Impaled Nazarene Cover)

Laufzeit: ca. 41 Minuten

Review: Eyecult - Morituri Te Salutamus (CD, Ewiges Eis Records - 2009)

Eine bereits ältere Veröffentlichung aus dem Hause Ewiges Eis habe ich hier vorliegen. Das Debüt-Album der schwedischen Black Metal Eyecult stammt bereits aus dem Jahr 2009. Hm... Schweden.









Doch von Anfang: bei Eyecult handelt es sich um ein Duo, die mit "Morituri Te Salutamus" wie bereits erwähnt, ihr Debüt-Album auf die Menschheit loslassen, und welches neben einer früheren Demo-Präsentation, die ich nicht kenne, das bisher einzige Machwerk der zwei Herren darstellt. Zelebriert wird ein ziemlich bolzender, wenn auch recht melodischer Schwarzmetall, der mit einigen Anklängen Todesblei vollgepumpt wurde. So weit, so gut. So bekannt. Ja, Eyecult verstehen es zwar wirklich, ihre Instrumente zu spielen, doch hat man den Eindruck, dass bei aller technischen Finesse und spielerischem Gefrickel, was man hier präsentiert das Wichtigste schräflichst vernachlässigt hat: die Individualität. Der Gesang orientiert sich ziemlich an älteren Marduk, doch auch jüngere Opera IX dürften da sowohl gesanglich als auch instrumental Pate gestanden haben. Verkehrt ist das zwar grundsätzlich nicht, doch vermögen es Eyecult in meinen Augen nicht wirklich dem ganzen Geschehen ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Dann gibt es aber wiederum auch immer mal wieder kleine Lichtblicke innerhalb der einzelnen Songs, die vor allem dann durchscheinen, wenn die Instrumente in die tiefen Sphären des schwedischen Undergrounds eintauchen und Klänge ala Kaos Sacramentum erklingen lassen. Diese Momente sind allerdings leider zu selten ausgefallen.

Fazit:
Ehrlich gesagt weiss ich nicht recht, was ich von dem Album halten soll. Rein von der spieltechnischen Präsentation her, ist es beinahe schon gut - sehr gut ausgefallen. Auch von der Produktion her ist das hier sehr druck- und kraftvoll in Szene gesetzt. Doch mir persönlich ist das hier alles einen Tick zu einfallslos vorgetragen. Bei weitem kein schlechtes Album - doch es gibt einfach zu viele Bands mit ähnlichem Stil und Eyecult bringen einfach nicht genug Eigenständigkeit auf, um aus diesem Pfuhl herauszustechen. So bleibt hier ein Werk mit deutlichem Potential, welches aber nicht ausgespielt wurde. Schade.

6.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Aeternum
02. Saligia
03. Furor
04. Skuld
05. Oblivaeon
06. Ashes
07. Slave

Laufzeit: ca. 32 Minuten

Freitag, 4. September 2015

Nostalgie-Review: Ritual - The Summoning (CD, Wild Rags Records - 1995)

Aus gegebenen Anlass und weil ich einfach mal wieder Lust dazu haben, möchte ich euch eine weitere Scheibe aus der Sektion der Nostalgie-Besprechungen hier präsentieren. Dieses Mal machte das Rennen die Debüt-Scheibe "The Summoning" der Schwarzmetaller Ritual aus Amiland, welches vor einiger Zeit in diesem Jahr nun auch erstmalig auf Vinyl veröffentlicht wurde - und zwar durch das Label Minotauro Records.






Jou. "The Summoning" stammt tatsächlich von Übersee, auch wenn man beim ersten kurzen Reinhören zu der Überzeugung gelangen könnte, man lausche einer Kombo aus dem Norden Europas, wie sie typisch für diese Zeit war (Entstehungsjahr: 1995!). Erst bei genauerer Betrachtung erschließen sich dem Hörer die feinen Unterschiede, denn hier sind auch ganz klar typische Ami-Allüren zu vernehmen und einige wenige Anleihen an den Death und den Thrash Metal Amerikas sind zu vernehmen. Aber vorwiegend herrscht hier der Black Metal. Hymnisch majestätisch, erhaben, dunkel und finster wie der schwärzeste Nachtschatten. Die Lieder auf "The Summoning" vermögen es in der Tat, den Hörer weit hinfort zu tragen, durch nebelverhangene Täler und verschneite winterliche Einöden, ihn an Orte reisen zu lassen, die jenseits des menschlischen Verstandes liegen. Gehört für mich auf jeden Fall zu den besten älteren Werken was Ami-Schwarzmetall angeht. Und das mehr als geniale instrumentale Ambient-Stück "Journey Into The Frozen Wasteland" dürfte wohl eine sehr reiche Inspirationsquelle für Nargaroth's "Das schwarze Gemälde" gewesen sein... hört es euch einfach mal an.

Die Erstauflage lag damals nur auf CD vor und erschien bei Wild Rags Records und lässt sich auch heute noch vereinzelt auf einschlägigen Portalen wie etwa discogs.com finden. Allerdings auch für einen ziemlich stolzen Preis. Die LP erschien in einer Auflage von ledigllich 200 Stück und ist deshalb auch nur noch vereinzelt erhältlich.


01. Intro
02. Pagan Warfare
03. In The Forest
04. Visions Of Souls Once Lost
05. Blood Moon
06. Journey Into The Frozen Wasteland
07. Ancient God Of Winter
08. Hail The Dark Lord
09. Dark Cathedrals


Review: Skaur - Farvel (CD, Darker Than Black Records - 2015)

Jou, was haben wir denn hier? Ein neues Album der Norweger Skaur? Ein Blick in die offizielle Diskographie deckt auf: es ist noch nicht einmal das erste. Aber irgendwie habe ich die Band wohl seit ihrer Split mit den Griechen von Riddle Of Meander nicht mehr weiter beachtet.







Nun, das aktuelle Album mit Namen "Farvel" hält eigentlich genau das, was das Cover versprechen lässt. Typisch nordischer Black Metal, der nicht unbedingt so typisch norwegisch klingt, sondern eher Assoziationen mit den Finnen Goatmoon in ihrer neueren (epischeren) Schaffensphase weckt. Das spiegelt sich nicht nur in der instrumentalen Darbietung wider, sondern auch im absolut kranken Gesang, der von hysterischen Schreiorgien, nordischen Sprechchören und Growls so einiges bereit hält. Insgesamt gehen die Norweger hier aber ursprünglicher zu Werke als ihre finnischen Kollegen, so kommen auch keine paganen Instrumente vor und Gute-Laune-Schunkel-Songs sind ebenfalls (glücklicher Weise) keine zu verzeichnen. Zudem scheint sich die Band auch nicht so offensichtlich dem tiefbraunen Rand zuzuwenden, wobei die Veröffentlichung über gerade dieses Label tief blicken lässt. Das lässt sich vielleicht mit ihren historisch sehr verklärt romantisierten und mythologischen Texten erklären.

Fazit:
Wie dem auch sei - es muss mal wieder jeder für sich selber entscheiden, ob er bereit ist, Skaur (und vor allem das Label) mit dem Kauf eines Exemplares von "Farvel" zu unterstützen. Musikalisch gibt es jedenfalls kaum nennenswerte negative Kritik zu verbuchen. Ein sehr atmosphärisches und erhabenes Album, was durchaus Passagen bietet, die es zu etwas Besonderem machen und aus der Masse hervorstechen lassen. Andere Stellen wiederum muten dann beinahe schon zu obskur an und der Gesang ist stellenweise auch mehr als gewöhnungsbedürftig. Auf jeden Fall aber mal mindest einen Hörgang wert!

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Skillingsvisa
02. Sommer
03. Gamledaga
04. Maate Min Doed Bli Helvete
05. Norland
06. Farvel

Laufzeit: ca. 42 Minuten

Review: Goat Torment - Sermons To Death (CD, Amor Fati Productions - 2015)

Nach dem letzten furiosen Debüt-Album, welches vor guten zwei Jahren dem Schattenreich entrissen wurde, präsentieren die Belgier Goat Torment mit "Sermons To Death" nun ihren zweiten Christen zerfleischenden Bastard, welcher wie der Vorgänger ebenfalls durch das deutsche Label Amor Fati veröffentlicht wurde.







Zunächst einmal ein kleiner Umriss für alle, die mit der Band und dem Namen bisher nichts anfangen konnten. Der Kult gründete sich im Jahr 2009, eine erste Demo-Veröffentlichung folgte dann noch im gleichen Jahr. Es folgten dann ganze drei Jahre später zwei 7''er, veröffentlicht durch die beiden Genre-Labels Goatkult Symphonies und Bleak Bone Mortualia. Eine davon war "Into The Mouth Of The Serpent", mit welcher ich zum ersten Mal mit dieser Horde in Berührung kam. Und schon damals war ich sehr beeindruckt ob dieses sehr räudigen Death/Black Metals, der hier zelebriert wird. Hasserfüllt, tiefschwarz, direkt von der Hölle ausgekotzt. Durch und durch satanisch das Ganze. Diesen Eindruck konnte man dann auf dem Debüt "Dominande Tenebrae" nochmals bestätigen und sogar noch vertiefen. Was mich zu vorliegender CD bringt: "Sermons To Death" setzt wohl direkt dort an, wo die Vorgänger-Platte endete. Mal abgesehen von dem kurzen mystischen Intro wird eigentlich in einer Tour Knüppel aus dem Sack gespielt, Zeit zum verschnaufen gibt man dem Hörer so gut wie gar nicht und lediglich das ebenfalls sehr mystisch-erhabene Zwischenspiel "Within The Realm Of Darkness" bringt etwas getragende Atmosphäre ins Spiel. Ansonsten erwartet einen hier das ultimative Böse in Form pfeilschneller, rasierklingenscharfer Gitarren, welche ein Death/Black-Riff nach dem anderen zaubern und auch einen gewissen Thrash-Einschlag nicht leugnen können. Dazu gesellen sich sehr okkultistische Schlagzeugspiele, die auch schon einmal bolzen, als gäbe es kein Morgen. Der hasskeifende Gesang tut sein übriges.

Fazit:
Eines ist klar: wer hier allen Ernstes mit der Erwartungshaltung von hymnischer Atmosphäre an die Sache heran geht, sollte es lieber lassen und direkt einen ganz großen Bogen um dieses Machwerk machen. Auf "Sermons To Death" regiert nur Tod & Teufel! Zerstörung & Hass! Die Ziegenqäuler haben mit ihren Predigten an den Tod ein starkes Death/Black Metal Album geschaffen, was zwar jetzt keine Quantensprünge an Innovation bietet, aber mit Herzblut und jeder Menge Spielfreude vorgetragen ist. Das Album ist bisher nur auf CD im schicken Digipak erhältlich. Klare Empfehlung!

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Opening The Gates
02. Bones Aligned
03. Rising Dominion
04. Hierarchy Of Negligence
05. Within The Realm Of Darkness
06. Defloration Of The Holy Cunt
07. Death Is Crowned
08. The Domineering Profane
09. Of Fire And Brimstone

Laufzeit: ca. 39 Minuten