Montag, 31. August 2015

Review: Sarkrista - The Evil Incarnate (LP, Purity Through Fire - 2015)

Jou. Dass die Deutschen Schwarzmetaller Sarkrista ebenfalls ein neues Werk draußen haben, wäre beinahe an mir vorbei gegangen. Naja. "The Evil Incarnate" stellt jedenfalls eine neue EP dar, welche wie schon die Vinyl-Auswertung des ersten Albums "The Acheronian Worship" auf dem Label Purity Through Fire veröffentlicht wurde.








Was einen hier erwartet, dürfte wohl keine allzu große Überraschung darstellen. Black Metal, insgesamt sehr finnisch geprägt, was hier noch etwas dominanter zu Tage tritt, als noch auf den vergangenen Werken. Was ich vermisse ist dieser atmosphärische okkulte Hauch, der dem Debüt noch anhaftete und der hier irgendwie gänzlich verloren gegangen zu sein scheint, allerdings zugunsten einer recht guten Produktion und eines fast schon gänzlich durchgehenden Gemetzels. So sind die insgesamt fünf Lieder zwar musikalisch solide dargeboten, jedoch auch nichts wirklich Besonderes in meinen Augen. Da könnte ich mir auch gleich Satanic Warmaster oder Goatmoon anhören. Nichtsdestotrotz aber natürlich gerade für Anhänger der Band eine schicke Veröffentlichung, die optisch schon was hermacht.

Fazit:
Ich bin von der Platte etwas enttäuscht, wenn ich bedenke, wie gut ich doch das Erstwerk der Truppe fand und immer noch finde. "The Evil Incarnate" ist zwar mitnichten ein wirklich schlechtes Machwerk, jedoch auch keine wirklich herausragende Arbeit. Limitiert auf gerade einmal 300 Exemplare (wie schon das Debüt).

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Intro
A-02. Hollow of the Writhing Serpent
A-03. The Evil Incarnate
B-04. The Fury of Revenants
B-05. Blaze of Arrival

Laufzeit: ca. 27 Minuten

Review: Hel - Tempter (CD, Ewiges Eis Records - 2015)

Ebenfalls über Ewiges Eis wurde vor kurzem das Zweitwerk des deutschen Projektes Hel mit dem Titel "Tempter" veröffentlicht, und stellt gleichzeitig nach der letzten Demo-CD das Debüt-Album der Band dar. Wer Thromos kennt, wird wohl auch bereits von Hel gehört haben, ist Nissen, seines Zeichen Trommler von bei Thromos, doch ebenfalls hier involviert.








Allerdings würde ich nun nicht den Fehler begehen und beide Bands hier allzu sehr mit einander vergleichen. Das könnte nämlich sehr schnell nach hinten losgehen, da hier wohl Anhänger beider Truppen etwas enttäuscht sein dürften, wenn sie die Musik der jeweils anderen Partie zu hören bekommen. Hel klingt zwar auch etwas nihilistisch und vermag es, mit minimalistischen Mitteln großartige Atmosphären zu erzeugen, doch findet das weniger auf einer typisch deutschen Black Metal-Ebene statt - was ich damit sagen will ist, dass Hel halt nicht wie Thromos Referenzen zu den Werken solcher Bands wie Moonblood, Dying Fullmoon, Tha-Norr u.ä. besitzen, sondern sich eher einem sehr okkulten, nordisch (besonders schwedisch) geprägten Schwarzmetall hingeben. Das ist meiner Ansicht nach auch mehr als begrüßenswert, denn sein wir mal ehrlich: ein weiteres Projekt, welches sich so anhört, wie die Hauptband eines oder mehrerer Beteiligter braucht wirklich niemand.

Fazit:
"Tempter" ist ein Album, welches jeden Anhänger von brachialem aber atmosphärischem Black Metal begeistern dürfte. Hel wissen durch ihre direkte Art, Minimalismus und authentische Atmosphären zu überzeugen. Enter the Luciferian Cult!

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Tempter
02. Luciferian Cult
03. Necromantic Nightmare
04. His Cold Breath
05. Lightbringer

Laufzeit: ca. 22 Minuten

Review: Goats of Doom - Intra Ecclesiam Nulla Salus (CD, Ewiges Eis Records - 2015)

Die zweite aktuelle Veröffentlichung aus dem Hause Ewiges Eis stellt das neue Voll-Album (mittlerweile das zweite an der Zahl) der Finnen Goats of Doom dar. "Innerhalb der Kirche gibt es kein Heil", so lässt sich der Titel der CD am ehesten übersetzen, und hat damit das bekannte reale Zitat in sein Gegenteil verkehrt. Und genau das, was die Titulierung versprechen lässt, bekommt man dann auch um die Ohren...







Atmosphärischer Black Metal mit einer Prise Death Metal und Anleihen an den Oldschool Thrash. Musikalisch orientieren sich die Finnen an die Mitt-90er, soll heißen, dass es auch schonmal durchaus symphonisch werden darf und auch ketzerischer Klargesang mit von der Partie ist (wie auf "The Secret Lights ov the Stars"). Es wird aber auch durchaus gebolzt und gerade in den Gitarren merkt man den guten alten Geist des Blackened Thrash, zu Zeiten, als dieser noch etwas bedeutete. Doch findet man in der Musik und im Gesang auch durchaus Referenzen an den Mitt-90er Black Metal aus England - Stichwort Hecate Enthroned! Spieltechnisch zeigt man sich sehr versiert, gibt sich mal etwas mehr dem erhabenen keyboard-untermalten melodischen Black Metal hin, um in der nächsten Minute ein thrashiges Riff-Gewitter auf die verbrannte Erde niederschmettern zu lassen. An anderer Stelle gibt man sich dann eher langsameren und tieferen Doom/Death-Gefilden hin, sogar ein paar Ausflüge in satanisch-okkulte Sphären werden unternommen - nur, um im nächsten Moment wieder richtig Gas zu geben.

Fazit:
Mit ihrem neuesten Werk haben Goats of Doom aus Finnland ein wirklich sehr überraschendes Album geschaffen, zumindest aus meiner Perspektive heraus. Ich hatte die Band vorher ehrlich gesagt nicht so wirklich auf dem Schirm, habe sie glaube ich lediglich mal im Netz irgendwo probegehört und war nicht sonderlich angetan. Doch das, was jetzt hier auf "Intra Ecclesiam Nulla Salus" geboten wird, gefällt mir außerordentlich. Meinerseits eine klare Kaufempfehlung für alle, die genug von Einheitsbrei haben und auf der Suche nach obskuren musikalischen Mixturen sind.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intra Ecclesiam Nulla Salus
02. Altars Smothered by Ash
03. The Secret Lights ov the Stars
04. As They Roam the Left Hand Path
05. Yhtä Hulluuden Kanssa
06. Prophet ov Fire and Ruins
07. Tuonelaan Vie Sieluni Tie

Laufzeit: ca. 56 Minuten

Review: Agos - Irkalla Transcendence (CD, Ewiges Eis Records - 2015)

Anfang des Jahres wurde die Debüt-EP der Athener erstmalig in Form einer Vinyl-Platte veröffentlicht - in einer Auflage von gerade einmal 200 Stück. Nun hat sich das deutsche Label Ewiges Eis die Rechte für die CD-Auswertung gesichert und diese liegt nun auch mir vor. Das Album kommt dabei als schicke, wenn auch schlichte, Digi mit Beiheft daher, welches auch alle Texte enthält.







Musikalisch bewegt sich das Ganze in einem eher düsteren Bereich des Black Metals gepaart mit Death/Doom Metal. Den drei regulären Liedern der Vinyl-Erstauflage gesellen sich noch zwei exklusive neue Songs hinzu, die aber nicht nur bloße Lücken- bzw. CD-Füller darstellen, sondern die EP in atmosphärischer Art und Weise sinnvoll erweitern und fortsetzen. Medidative Stimmung, wie im Flyer angekündigt, kommt hier meiner Meinung nach zwar eher wirklich selten auf (Passagen lassen sich gerade in dein letzten beiden neuen Liedern finden - dafür hört sich alles einfach eine Spur zu brachial an), dafür klingt das Ganze aber nach keinem weiteren unbedeutenden Acherontas-Klon, der mal wieder die okkult-esoterische Schiene fährt, weil das ja gerade so hipp und angesagt ist. Agos' Musik wird zwar auch keine Innovationspreise einheimsen, denn dafür - das muss man einfach ehrlich sagen - klingt sie auch eine Spur zu gewöhnlich für diesen Black/Death/Doom-Stil. Was Agos jedoch abhebt, ist das gekonnte Gitarrenspiel, was zwischen fast schon monotonem Hypnose-Spiel über brutales Geschrammel und exzellenten Soli eigentlich alles bietet.

Fazit:
Agos legen mit ihrem Debüt "Irkalla Transcendence" ein recht solides, spielfreudiges Black/Death Metal Mini-Album ab, welches weit mehr als schlichte aufgesetzte okkulte Atmosphäre bietet. Wer der Musik solcher Band wie den schwedischen Irkallian Oracle fröhnt, sollte das Werk zumindest einmal antesten! Limitiert ist die CD auf 500 nicht nummerierte Exemplare.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Akkadian Cenotaph
02. Of Salt and Blood (The Rabisu's Rebellion)
03. Irkalla Transcendence
04. O Father Anu, Ruler of Constellations and Seas
05. Hierogamy: The Sacred Marriage of Enlil and Ninlil

Laufzeit: ca. 32 Minuten