Montag, 27. Juli 2015

Review: Carn Dûm - Carn Dûm (CD, Dominance Of Darkness Records - 2015)

Die Saarländer Carn Dûm melden sich mit ihrem neuen Werk in Form ihres ersten Voll-Albums zurück. Nachdem mich ihr Beitrag auf der letztjährigen Split mit Black Jade nach ihrer grandiosen Darbietung auf der "Khamûl" Demo nicht wirklich überzeugen konnte, bin ich natürlich umso gespannter auf das selbstbetitelte Debüt.








Tja, es hat sich so einiges geändert. Das Label ist ein anderes und auch Lupus ist nicht mehr mit von der Partie. Musikalisch scheint man sich auch entwickelt zu haben, baut diesen sehr erhabenen Pagan Metal-Stil mit Black-Versatzstücken der Split weiter aus, und kann hier sogar richtiggehend überzeugen. So gefallen mir hier sogar die reichlich vorhandenen Passagen mit Klargesang, die ich bei der Split noch bemängelte. So stellt "Wandelnd im Dämmerlicht" zum größten Teil eine atmosphärische Akustiknummer mit eben Klargesang dar und wandelt sich erst zum Ende hin in einen getragenen Pagan Metal. Dagegegen bietet der Song "Begraben in Dunkelheit" den meisten Black Metal-Anteil des Albums, kommt insgesamt etwas rauer und aggressiver daher als alle anderen daher und sticht allein deshalb hervor. Die Texte sind allesamt in deutsch verfasst und beschäftigen sich wieder ausnahmslos mit dem Vermächtnis J.R.R. Tolkien's. Eine Neuinterpretation von "Nacht" findet sich ebenfalls als Abschluß auf der CD.

Fazit:
Carn Dûm überzeugen auf ihrem Debüt-Album wesentlich mehr als auf der letzten Split-Veröffentlichungen und die Musik ist hörbar gereift, jedoch überzeugen sie dann auch nicht vollends, denn trotz aller guten Atmosphäre sind manche Lieder und Abläufe einfach eine Spur zu monoton und vorhersehbar ausgefallen. Die Neuaufnahme von "Nacht" gefällt mir persönlich auch nur bedingt, das Original bleibt hier in meinen Augen unerreicht. Nichts desto trotz stellt "Carn Dûm" aber ein recht solides Pagan (Black) Metal Album dar.

7.0 / 10 Punkte

Darbietungen:
01. Duath
02. Burz
03. Und es ward Winter...
04. Morgul - Metamorphose des Seins
05. Wandelnd im Dämmerlicht
06. Eine neue Macht erhebt sich...
07. Marsch auf Fornost
08. Begraben in Dunkelheit
09. Dämmerung
10. Nacht

Laufzeit: ca. 48 Minuten

Freitag, 17. Juli 2015

Review: Baptism - Gloria Tibi Satana (CD, Northern Heritage - 2015)

Die Finnen melden sich mal wieder. Nachdem das letzte Voll-Album ja nun auch schon drei Jahre zurückliegt, legt man mit vorliegender CD eine Zusammenstellung rarer Stücke, die entweder von streng limitierten EPs, Splits oder Vinyl-Auflagen der jeweiligen Alben stammen, vor.









Gut, machen wir es also kurz - Best-Ofs finde ich eher selten wirklich interessant, schon gar nicht, wenn sie einfach nur schon einmal dagewesenes zum Inhalt haben, ohne das die Aufnahmen in irgendeiner Weise verändert zu den bereits erhältlichen Originalen sind. So ein, zwei exklusive Sachen werten solche Veröffentlichungen dann doch enorm auf. Nun, das ist zumindest hier jedoch nicht der Fall. Dafür hat man auf dieser CD wirklich alle Lieder diverser Splits und EPs auf eine CD vereint - und im Fall von Baptism kann man schon davon ausgehen, dass man als Anhänger aus Deutschland nicht unbedingt jedes Original davon im Regal stehen hat. Die 11 Lieder bewegen sich von rau produzierten Knüpplern, über düster-okkulte Hymnen bishin zu musikalischen Qualitäten, die auch schon auf dem letzten Album zu vernehmen waren. Das Cover indes zeigt eine Frau, die gerade die Taufe durch einen geflügelten Dämon oder gar dem Teufel selbst erhält. Sehr psychedelisch gezeichnet, was ich generell zwar sehr mag, aber was auch definitiv nicht zu der Musik von Baptism passt. Dafür sind aber alle Texte in Handschrift abgedruckt.

Fazit:
Diese Zusammenstellung lohnt sich auf jeden Fall, wenn man noch nicht im Besitz der ganzen limitierten EPs, Splits und Schallplatten der Finnen ist. In dem Fall spreche ich eine klare Kaufempfehlung aus, da Baptism auf jeden Fall einen sehr guten Black Metal zelebrieren, wie er typisch für Finnland ist. Lohnen würde sich die Anschaffung auch für die Leute, denen die Band bisher noch kein großartiger Begriff war, da man hier die Möglichkeit erhält ein breites Schaffensspektrum der Gruppe auf einen Schlag zu hören zu bekommen.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Remains of Cursed Plague
02. Countenance Carved by Centuries
03. Black Ceremony of Hate
04. Forgotten Temple of Death
05. A Journey Through Death's Chambers
06. Only Death
07. Soil of Decay
08. A Dream of War & Illumination
09. In The Morning's Cold Arms
10. Chalice of Death
11. Crown ov Darkness

Laufzeit: ca. 64 Minuten

Donnerstag, 16. Juli 2015

Review: Bekëth Nexëhmü - De forna sederna (LP, Mysticism Productions - 2015)

Die Schweden laden mal wieder nach. Zwar handelt es sich bei vorliegender Schallplatte um kein neues Album, sondern um die Vinyl-Auswertung einer bereits erschienenden Kassetten-Demo - aber das soll gerade bei den Horden aus dem Dunstkreis von Ancient Records ja nichts heißen. Und sein wir mal ehrlich: hat je eine dieser Truppen überhaupt mal etwas wirklich Schlechtes hervorgebracht? Insbesondere Bekëth Nexëhmü? Nein...





Erwartungsgemäß setzt sich dieser Umstand auch mit "De forna sederna" fort. Insgesamt werden hier vier Lied geboten, die zusammen eine Spieldauer von etwas mehr als 40 Minuten aufweisen. Zelebriert wird einmal mehr durch und durch eisig-frostiger Black Metal, in all' seiner Kraft, seiner Ursprünglichkeit. Seiner Erhabenheit, seiner menschenverachtenden Existenz. In all' seiner Essenz. Vor allem das Schlagzeug ist hier sehr druckvoll hervorgehoben, aber auch die restlichen Instrumente (so viele sind es ja nun nicht) sind dank einer guten Produktion sehr gut herauszuhören - das Ganze verkommt nie zu einem Soundbrei. Die vier Lieder sind dabei für sich sehr individuell gehalten und sind beinahe schon bar jeden Vergleiches mit anderen, vielleicht gleich gearteten Bands. Der überirdische Gesang, der direkt aus den Tiefen der nächtlichen Wälder zu dringen scheint, tut sein übriges. Genau wie die atmosphärisch eingesetzten Keyboards, die einen Hauch von Obskurität versprühen.

Fazit:
Bekëth Nexëhmü... der Name sollte doch schon alles sagen, oder?! Black Metal Maniacs, Just Buy This Shit! Aber mal im Ernst Leute: Hier sollte man wirklich nicht lange überlegen, sondern einfach nur zugreifen, bevor die Platte restlos weg ist! Die Exemplar, die Amor Fati vor einer Weile im Shop hatte, sind bereits weg. Selbst beim Todeshändler sind keine Platten mehr erhältlich. Einzige Fundstelle, die ich aktuell noch nennen kann, ist Sol Records.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Själslig urvilja
A-02. Det isande kallet
B-03. Nordens vidder
B-04. Vinterlandskapens klangor

Laufzeit: ca. 40 Minuten

Review: Morbid Blood - Volume Two (MC, Eigenproduktion - 2015)

Morbid Blood meldet sich zurück. Nach seinem Einstieg letztes Jahr, schlicht mit "Volume One" betitelt, folgt nun hier vorliegende Kassette, die die Nummerierung weiterführt. Der Saarländer präsentiert dabei wieder einmal mehr sehr gitarrenbetonten Black Metal, der sich hier aber eine Spur besser produziert anhört.









Die beiden Lieder, "Agony" und "Nothing" verteilen sich auf die beiden Seiten der Kassette, die dieses Mal in weiß daherkommt. Somit wiederholt sich das Phänomen des letzten Tapes, dass man beide Titel jeweils auf der A und auf der B-Seite fand, nicht. "Agony" macht den Anfang. Ein ruppiger Black Metal Song, dabei sogar ein Hauch von Epik und Erhabenheit versprühend - spielerisch einwandfrei und 100% Underground, ohne irgendwelchen Klischees oder Trends zu folgen. Das gefällt mir definitiv. Auch der dezente Tasten-Einsatz passt hier gut ins Gesamtbild. "Nothing" auf Seite B stellt ein reines Instrumental dar, welches gar mit atmosphärischen Akustikpassagen aufwartet.

Fazit:
Die zweite Demo-EP des Ein-Mann-Projektes aus dem Saarland kann sich definitiv hören lassen und bietet dabei gar noch einen deutlichen musikalischen Fortschritt zum ersten Tape. Es ist zwar noch unverkennbar der gleiche Stil, doch wurde hier offenbar etwas mehr Zeit in das Abmischen und die Produktion allgemein gesteckt. Ich bin gespannt, wie es mit Morbid Blood weitergeht. Limitiert ist die Kassette übrigens auf gerade einmal 30 Stück (handnummeriert). Kontakt, Bestellungen usw. gehen an morbid-blood@gmx.de.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A. Agony
B. Nothing

Laufzeit: ca. 12 Minuten

Dienstag, 14. Juli 2015

Review: Runenwacht - Support Your Local Underground (CD, Eigenproduktion - 2014)

Frisch erreicht hat mich der neue Silberling von den Recken Runenwacht aus Esslingen. "Support Your Local Underground" stellt dabei das erste Voll-Album und gleichzeitig nach der EP "Schrei des Hasses" das zweite Werk der Band.










Viel geändert hat sich auf dem 2014er Album nicht, das wird einem bereits nach den ersten Klängen, die auf das kurze Sample am Anfang folgen klar. Wieder präsentiert man sich ganz Oldschool, das fängt bei der Aufmachung an, erstreckt sich über die Titel, die Texte und findet sich natürlich auch in der Musik wieder. Runenwacht erinnern dabei mit ihrem leicht heidnisch angehauchten Underground Black Metal an ältere und auch neuere deutsche Bands wie Irmingot, Wolfsmond oder auch etwas an die Anfänge von Drengskapur. Etwas Graven-Einfluss lässt sich ebenfalls ausmachen. Die Instrumente sind dabei sauberer und flüssiger gespielt als noch auf der ersten EP - es geht insgesamt nicht mehr ganz so chaotisch zu, allerdings ist der spürbare Hass und diese Aggression, die "Schrei des Hasses" bereits innehatte, nicht verebbnet, sondern weiterhin mehr als spürbar in der Musik. Die Truppe gibt sich dabei auch erfreulich nonkonform und unangepasst, spielt gezielte Provokationen in Richtung keucher Religionsfanatiker aus und zeigt politischen Gutmenschen den erhobenen Stinkefinger. Was hier jedoch negativ auffällt, ist die relativ knapp bemessene Spielzeit des 'Albums' (wird ein Werk, welches die 30-Minuten-Marke nicht knackt, nicht noch zu den EPs gezählt?). Da hätten so zwei bis drei weitere Songs nicht geschadet.

Fazit:
Satanismus, Kriegertum, Misanthropie und Provokationen. Das ist der Stoff, aus dem ursprünglicher Black Metal besteht (bestehen sollte), und nichts anderes möchte dieses (Mini-)Album hier auch nur allzu offensichtlich sein. Auch die relativ kurzen Lieder (acht an der Zahl... hrhr, immer wieder ein Running-Gag) zeugen von der Underground-Attitüde. Keine Spielereien, keine Experimente, keine Kompromisse. "Support..." beinhaltet im direkten Vergleich zum Vorgänger-Werk das eindeutig bessere Material (weil einen Tick besser produziert - hört sich jedenfalls so an), was zwar - und da muss man einfach ehrlich sein - nichts Besonderes, geschweige denn Neues bietet - doch das will die Truppe wohl auch gar nicht bieten. Just Pure Fuckin' Black Metal... nothing more, nothing less. Die CD ist eine belabelte CDr, limitiert auf 200 handnummerierte Exemplare. Ein Teil der Auflage erschien über Wolfmond Production. Die Aufmachung unterscheidet sich dort lediglich durch das Wolfmond-Logo auf der Rückseite. Bestellungen über die Horde selbst gehen per Nachricht an ihre Visagenheft-Seite oder an Order.Runen.Wacht@gmx.de.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Ewiger Krieg
02. Bekenntnis
03. Aversion Leben
04. Blut und Stahl
05. Spinnerin Nachtlied
06. Todesgebet
07. Seelenleid
08. Schwarzes Kommando

Laufzeit: ca. 27 Minuten

Samstag, 4. Juli 2015

Review: Gedanken toten Lebens - Gedanken toten Lebens (CD, Eigenproduktion - 2015)

Das Projekt Gedanken toten Lebens aus (Nord-?) Deutschland existiert laut Angaben aus dem weltweiten Netz seit dem Jahr 2012. Alleiniges Stamm-Mitglied ist Sängerin Solveig. Der Grund, warum man erst jetzt von der Solo-Band erfährt ist einfach, weil hier vorliegendes Debüt-Album erst Ende letzten Monats veröffentlicht wurde, und stellt gleichzeitig auch das erste Lebenszeichen von Gedanken toten Lebens dar.







Das selbstbetitelte Debüt-Werk kann sich dabei mehr als hören lassen, gerade wenn man bedenkt, dass es sich hier um das erste Material überhaupt handelt. Solveig zeichnet dabei verantwortlich für sämtliche Texte, das Konzept (dazu später mehr) und den Gesang, der sich von Klargesang, über Death-Growls, typisches Black Metal-Hass-Gekeife und etwas beschwörend wirkenden Stimmungen erstreckt. Das erinnert in Phasen an die Stimmgewalt einer Furie wie Onielar, ihres Zeichens Sängerin der Kult-Truppe Darkened Nocturn Slaughtercult. Instrumental geht es teilweise auch in eine ähnliche Richtung, allerdings wird hier allgemein mehr auf naturverbundene düstere Atmosphäre gesetzt, was gleich der etwas ambiente Einklang "Am Rande des Waldes" deutlich macht. Instrumental wird das Album übrigens durch einen Gast-Musiker Namens Freigeist getragen. Die Musik des Intros stammt von einem weiteren Session-Musiker. Die Texte sind neben verschiedenen Bildern und Illustrationen alle im Beiheft enthalten, sowie ein kleiner Umriss des Konzeptes und der Intention des Albums, geschrieben von Solveig, welcher sich auf der letzten Seite finden lässt. Das Album befasst sich mit Themen wie Natur und Tod - und das alles auf eine sehr philosophische und poetische Art und Weise. Der Wald ist im Kontext mit den Liedtiteln wohl als Sinnbild zu verstehen. Wir kommen alle aus der Erde und kehren auch wieder unweigerlich dorthin zurück. Die einen früher, die anderen später. Und aus dieser, unserer Erde entsteht wiederum neues Leben. Der ewige Kreislauf des Lebens. Aber dies ist wohl auch nur eine von vielen Interpretationsmöglichkeiten für "Gedanken toten Lebens". Da die Schriftart ob ihrer Größe teilweise wirklich schwer zu lesen ist, hat man schon auch seine Schwierigkeiten, alles Geschriebene zu lesen und für sich zu deuten.

Fazit:
Solveig ist mit ihrem Projekt Gedanken toten Lebens ein wirklich sehr guter Einstieg gelungen. Das erste Album ist instrumental wie auch auf textlicher Ebene gesehen alles andere als 0815-Kost, und zeugt davon, dass man sich hier wirklich Gedanken um das gemacht hat, was man veröffentlicht. Durchdacht, emotional, instrumental gut und atmosphärisch und einfach authentisch. Ein sympatisches und kraftvolles Debüt-Album. Ich hoffe, dass wir von diesem Projekt in Zukunft noch öfters hören werden. Limitiert ist die CD auf 500 handnummerierte Exemplare. Bestellungen gehen an: gedankentotenlebens@web.de und per Nachricht via Visagenbuch (für die, die es überhaupt nutzen).

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Am Rande des Waldes
02. Freitod
03. Urkraft
04. Leichenstarre
05. Erwachen im Scheine des Mondes
06. Stimmen der Toten
07. Die Erhabenheit der letzten Dinge

Laufzeit: ca. 36 Minuten