Freitag, 27. Februar 2015

Review: Moonblood - The Winter Falls Over The Land (LP, Iron Bonehead Productions - 2015)

Bei Luzifer... sollte mich tatsächlich mal jemand in meinem Leben erhört haben?! Noch in der Rezension zur Wiederveröffentlichung von "Blut & Krieg" philosophierte ich darüber, wie schön doch ein Vinyl-Releases dieser Kult-Demo wäre. Und siehe da: ein knappes halbes Jahr später erscheint "The Winter Falls Over The Land" nun endlich auf Schallplatte.







Ich denke zur Musik erübrigt sich jede weitere Erklärung. Moonblood ist einfach Kult. Punkt. Und das hat nichts mit den Verheerlichungen zu tun, welche damals eine gewisse deutsche Ein-Mann-Band zum besten gegeben hat. Denn die Überband ist Moonblood nun auch nicht, und unter den etlichen Rehearsals, Demos, Splits und den beiden Alben war auch ziemlich Mumpitz dabei - dennoch zelebriert, bzw. zelebrierte die Band guten, wenn auch etwas typisch klingenden Mitt-90er Schwarzmetall aus Deutschen Landen. Was sie allerdings von anderen Kombos gleichen Stils abhob, war die fühlbare Hingabe und die Authensität, welche die Gruppe an den Tag legte. Diese anti-kommerzielle Haltung, diese Verschlossenheit, dieses "rar-machen".

Was diese Veröffentlichung angeht, gibt es absolut nichts zu beanstanden. Das weiße Vinyl in einer einfachen Hülle enthält ein zweiseitig bedrucktes Beiblatt mit Texten (in Runenschrift), einem Portrait und Infos zur Aufnahme. Die Aufnahmen sind im übrigen remastered worden, unterscheiden sich zwar nicht grundsätzlich von den Originalen, erschallen aber ungleich druckvoller aus den Boxen, zudem finde ich den Gesang etwas hallender, was dem ganzen sehr gut zu Gesicht steht. Ein kleiner Fehler scheint sich dennoch ins Cover geschlichen zu haben: so ist "The winter falls over the land" als drittes Lied angegeben, was eigentlich auf den ersten Blick darauf schließen ließe, dass hier die Reihenfolge zweier Songs geändert wurde. Dem ist jedoch nicht so, wenn man die Platte abspielt: an dritter Stelle befindet sich weiterhin das Stück "The gates of eternity".

Fazit:
In meinen Augen das Beste, was Moonblood Zeit ihres Bestehens jemals veröffentlicht haben. Ob und auf wie viele die LP limitiert ist, kann ich leider nicht sagen. Auch ist keine Angabe auf der Label-Seite vermerkt. Aber ob limitiert oder nicht: dieses Teil gehört definitiv in jede ernstzunehmende Schwarzmetall-Platten-Sammlung und stellt in meinen Augen auch so etwas wie ein geschichtliches Dokument der deutschen Szene um 1995 dar.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Intro
A-02. Nightly mass
A-03. The gates of eternity (auf dem Cover fälschlicher Weise Lied 06)
B-04. A land where the sky is black
B-05. In the shadow of the inverted Krucifix
B-06. The winter falls over the land (auf dem Cover fälschlicher Weise Lied 03)
B-07. Outro 

Dienstag, 17. Februar 2015

Review: Gravsatt - Gravsatt (MC, Schattenkult Produktionen - 2014)

Mit Gravsatt präsentiert uns das Label Schattenkult ein weiteres Projekt aus Schweden. Hinter diesem steckt auch niemand geringerer als Rafn (u.a. Hermóðr, deren aktuelles Werk ebenfalls über SKP veröffentlicht wurde). Anhand des Namens dieser Band hier und dem beiliegenden Foto des Herren, könnte man schon zu der Ansicht kommen, dass sich die hier präsentierte Musik in eine andere, politisch (un)korrekte Richtung bewegen könnte. Nun ja, zumindest zum zweiten Punkt kann nicht viel gesagt werden, da keinerlei Texte abgedruckt sind, die Lieder keine Titel besitzen und generell die Texte schwierig zu verstehen sind (hinzu kommt, dass sich mein Schwedischverständnis in Grenzen hält)...



Was Rafn hier auffährt ist instrumental betrachtet vielleicht in Ansätzen mit Hermóðr. So erkennt man passagenweise noch diesen eher atmosphärischen Stil. Doch hauptsächlich orientiert sich der hier zelebrierte Schwarzmetall eher an Bands wie Burzum, Abyssic Hate oder auch Bilskirnir - besitzt also neben einem eher getragenen Midtempo-Stil auch Einflüsse aus dem Pagan und etwas rockigem Einschlag. Auf alle Fälle geht es weit aggressiver zu als bei Rafn's Hauptprojekt. Das ist zum einen sehr begrüßenswert, denn Gravsatt klingt dadurch wesentlich anders und besitzt eine ganz andere Grundstimmung als Hermóðr, allerdings auch weitaus weniger Eigenständigkeit.

Fazit:
Um es klar zu sagen: Rafn stellt hier mit Gravsatt kein schlechtes Album - im Gegenteil ist das hier richtig hörenswert. Und auch wenn sich die Musik doch recht stark an den offensichtlichen musikalischen Vorbildern orientiert, so hat man doch einige nette eigene Ideen mit einfließen lassen, wie z.B. die immer mal wieder auftauchenden ausufernden Gitarrensoli oder die auch schonmal vorkommenden Tempowechsel.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. I
02. II
03. III
04. IV
05. V

Laufzeit: ca. 27 Minuten 

Review: Hermóðr - Krigstid (MC, Schattenkult Produktionen - 2014)

Hermóðr, zweiter Versuch. Ende letzten Jahres veröffentlichte Schattenkult das zweite vollwertige Album des schwedischen Ein-Mann-Projektes mit dem einfachen Titel "Krigstid" (so viel wie etwa "Zeit des Krieges"). Nachdem das Debüt ja allerhand positive Kritiken einfahren konnte, mich persönlich aber kaum überzeugen konnte, habe ich der Musik doch noch einmal eine Chance gegeben... und siehe da - ich bin angenehm überrascht...







An dem Stil hat sich dabei nichts Grundlegendes verändert: noch immer zelebriert man atmosphärischen Black Metal mit etwas Pagan-Einfluss. Soll heißen: die dargebotene Musik bewegt sich zumeist im getragenen Midtempo oder präsentiert sich schwermütig und melancholisch langsam, fast schon ein wenig depressiv. Der Gesang geht absolut in Ordnung, ich hatte ihn von dem Debüt etwas schlimmer in Erinnerung. Insgesamt gesehen hat das ganze eine ziemlich nostalgische Atmosphäre, wobei hier erfreulicher Weise fast gänzlich auf den Einsatz von Keyboards verzichtet wurde. Zuhauf sind es die 'wirklichen' Instrumente samt diesem heiseren Schreigesang, welche für diese eisigen Sphären sorgen. Dann und wann findet man sogar passagenweise Klargesang oder auch eingestreute Chöre. Es geht hier auch allgemein nicht mehr so monoton zu, wie ich es noch auf "Vinter" empfand.

Fazit:
So wie ich das Debüt in Erinnerung habe, muss ich sagen, dass mir das hier x-mal besser gefällt. Herr Rafn hat es mit Hermóðr geschafft, mich wirklich zu überzeugen. "Krigstid" ist ein wirklich atmosphärisches Album geworden, welches auch musikalisch betrachtet wesentlich kreativer ist als sein Vorgänger. Von daher eine klare Weiterentwicklung, wenn auch sich an dem Stil ansich eigentlich auch nichts geändert hat. Ein monumentales Werk schwermütiger Nostalgie, welches ich allen Anhängern traditioneller atmosphärischer Black Metal Musik uneingeschränkt empfehlen kann! Die Kassette kommt als weißes Tape mit Klebelabel und zwei-seitigem Pro-Cover daher, limitiert auf 200 handnummerierte Exemplare. Ob es noch welche gibt, erfragt ihr am besten direkt beim Label.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Krigaren
A-02. Stormen
A-03. Mitt hem
A-04. Krigstid
B-05. Grav
B-06. Tillbaka till skuggorna
B-07. Thrudvang


Laufzeit: ca. 84 Minuten 

Montag, 16. Februar 2015

Review: Waffenträger Luzifers & Muert & Necrogoat - Satanic Brotherhood Split (CD, Total Death Records / Stunde des Ideals Produktionen - 2014)

Die neue 3-Wege-Split mit der hauseigenen Band Waffenträger Luzifers aus dem Hause Total Death Records wurde mit letzten Jahr veröffentlicht und bietet einmal mehr neues Futter für alle, die ihren Black Metal mit etwas Death- und Rock-Einflüssen mögen. So gesellen sich sich zu den satanischen Soldaten noch die spanische Kombo Muert, sowie die Deutschen Necrogoat.







Die ersten vier Lieder werden von den Waffenträgern dargebracht. Verändert hat sich nicht viel. Räudiger Black Metal trifft auf ein wenig Death-Groove und jede Menge deutschen Rock. Letztlich bleibt es aber immer authentisch, wenn mich persönlich der Stil aber nach ein paar Durchläufen eher langweilt, weil hier doch eine Spur zu wenig passiert. Trotzdem insgesamt betrachtet gefällt mir das hier wesentlich besser als die Beiträge von der Split mit Akerbeltz und Nebrus.

Muert aus Spanien sind da schon eine Spur gefälliger in ihrem Stil. "Asphyxia on the gravestone" macht sofort deutlich in welche Richtung der Marsch geht: Oldschool Black Metal, der jedoch für Underground ganz passabel und durckvoll produziert wurde und auch vom Rhythmusgefühl her nicht gerade unmelodisch ist (nein, es befinden sich keine Tasten hier). Hier ist es direkt schade, dass nach dem zweiten Beitrag auch schon Feierabend ist.

Als letztes erklingt das deutsche Duo Necrogoat. Diese Band entstammt der Asche der 2000 gegründeten Panzerfaust. Ebenfalls können Necrogoat bereits auf ein Album zurückblicken, welches im Jahr 2009 veröffentlicht wurde. Zelebriert wird ein sehr räudiger Black Metal, mit einem Gesang, der dem traditionellen Death Metal auch nicht abgeneigt zu sein scheint. Aber hauptsächlich gibt's hier Black Metal Gebolze um die Ohren, ohne viel Tamtam.

Fazit:
Eine recht solide Underground-Split, welche man jetzt zwar nicht besitzen muss, aber sich durchaus mal zulegen kann. Mit der Musik der Waffenträger werde ich zwar nach wie vor nicht so richtig warm, aber dafür bieten Muert zwei mehr als passable Beiträge und Necrogoat werden wohl jeden Puritisten mehr als nur gut bedienen.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
Waffenträger Luzifers
01. Slut of hell (Bitch-version)
02. Fleischeslust - Last super of the horned one
03. Blood for Satan - Cut you flesh
04. Blasphemic lust
Muert
05. Asphyxia on the gravestone
06. Blasphemy in Lastenia!
Necrogoat
07. Black Night
08. Ritual of Dark Demonic Spell
09. Stench of open Graves

Laufzeit: ca. 35 Minuten 

Sonntag, 15. Februar 2015

Review: Pestheim - Behold The Coming Age Of Darkness (CD, Eigenproduktion - 2015)

Ein relativ aktuelles Release präsentiert uns die Ein-Mann-Kapelle Pestheim aus Ennepetal. "Behold The Coming Age Of Darkness" nennt sich der aktuelle Auswurf und stellt eine Art Best-Of - oder dem Bandnamen wohl eher entsprechend: Pest-Of, hehe - dar. Geboten werden 15 Lieder, die quer durch die Schaffensphase der Band von 2008 bis heute führen, darunter befinden sich dann noch zwei neue Stücke als Vorgeschmack auf das kommende Album, zwei Coversongs und als Bonus noch zwei unbetitelte Rehearsal-Aufnahmen aus ganz frühen Tagen.




Gut, da ich über Best-Of-Scheiben eh noch nie den großen Hehl drum machen wollte, sprich diese nie sonderlich ausführlich besprechen wollte, werde ich mich auch hier kurz fassen. Anders ist hier allerdings auch, dass ich die alten Sachen der Band so gar nicht kenne, sprich alles, was sich vor "The Dark Elemental Force" zugetragen hat. Hauptsächlich befinden sich ab der "On The Wings Of Medieval Darkness" EP bishin zum letzten Werk "In The Mysterious Depths Of The Forest" auf der CD, die im übrigen recht schön gestaltet ist: professionelle CD, 4-seitiges Beiheft und Inlay mit professionellem Druck. Schickes Foto, Quellenangaben und Danksagung befinden sich im Beiheft. Die Musik reicht vom früheren eher schlichten Raw Black Metal hin zum recht melodischen majestätischen Black Metal im Stile der Mitt-90er. Mit der Zeit merkt man einfach, dass viel mehr spielerische Finessen mit eingeflossen sind, wie z.B. die von M.H. Frost gerne eingesetzten Gitarrensoli. Diese sind auf den beiden neuen Stücken sogar noch etwas dominanter ausgefallen. Das Nargaroth-Cover gab es schon einmal als Youtube-Video-Flick zu sehen, das Burzum-Cover ist meiner Ansicht nach leider auch nur bedingt gelungen - aber sein wir mal ehrlich: bei einem Cover von Burzum an die ursprüngliche Atmosphäre heran zu reichen... dieses Vorhaben ist von Anfang an zum Scheitern verurteilt, und jeder, der nicht dieser Meinung ist, darf mir gerne einmal ein derart intensives Cover schicken - ich lasse mich ja gerne vom Gegenteil überzeugen. Trotzdem besitzt es durchaus eine wohltuend räudige Atmosphäre, die authentisch rüberkommt, und auch das Solo am Ende ist wieder sehr gelungen und gut eingebaut. Die beiden versteckten Bonus-Lieder in Form der beiden Rehearsal-Aufnahmen sind eine nette Beigabe, musikalisch betrachtet allerdings auch nichts allzu Besonderes... gewähren aber trotzdem einen wenn auch kurzen Blick in die Anfänge des Projektes.

Fazit:
Insgesamt eine empfehlenswerte Best-Of-Scheibe, die quasi einmal quer Beet die gesamte Schaffensphase von Pestheim abdeckt, wobei das Hauptaugenmerk hier doch schon auf den aktuelleren Stücken liegen dürfte, wenn ich bedenke, dass allein vier Songs von der "The Mysterious Depths..." CD stammen. Natürlich sind die beiden Rehearsals eine willkommene Beigabe und die zwei neuen Stücken machen schon einmal Laune auf das, was da kommen mag. Support the Underground!

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro - Nocturnal Blizzard
02. Dark Age Of Plague
03. Kill Yourself
04. Dark Forest Of Transylvania
05. Black Metal ist Krieg (Nargaroth Cover)
06. War (Burzum Cover)
07. Welcome To Eternity
08. Vampirism (The Cult Of The Undead)
09. Ritus Sacrificium
10. Winter Anthems
11. On The Wings Of Immortality
12. Infernal Abyss
13. Hateful Manifesto
14. Cold Winter Moon
15. Purest Hatred
16. Rehearsal (Bonus)
17. Rehearsal (Bonus)

Laufzeit: ca. 59 Minuten 

Freitag, 13. Februar 2015

Review: The Olsen's Crypt - Algo se mueve en el Viejo Cementerio (Digitales Album - 2006)

Aus Spanien stammt diese Ein-Mann-Band, die sich inzwischen in Nigra Eucharistia umbenannt hat. Nun, warum weiss ich natürlich nicht. Auch ob der Namenswechsel eine Verschlimmbesserung der Musik mit sich gebracht hat (dazu später mehr), ist mir aktuell nicht bekannt. Der werte Herr Guayota tut mit dieser Demo jedenfalls alles mögliche, um einem die Ohren bluten zu lassen.







Kommen wir aber zunächst zum positiven Aspekt dieser digitalen Demo: was die geneigte Hörerschaft hier um die Ohren geblasen bekommt, ist musikalisch immer noch wertvoller als das schlechteste, was ich bisher hören durfte (Stichwort: Mexiko). Teilweise hat der zelebrierte Black Metal sogar etwas, was einen einfach mitreißt. Diese ungezügelte Wildheit. Aber das wird leider nicht konsequent genug verfolgt, und bei dem Outro frage ich mich ernsthaft, ob man mit seiner dargebotenen Musik wirklich hinter dem Kult steht oder ob das alles nur der Eigenprofilierung dient und der Lächerlichkeit preisgegeben wird.

Fazit:
Durchwachsene Demo-Präsentation, die aber durchaus ihre Momente besitzt. Ich habe schon schlechteres gehört. Was mir jedoch übel aufstößt, ist wie hier - ob bewusst oder unbewusst - mit dem Kult "Black Metal" umgesprungen wird. Das hat für mich keine Seriösität.

2.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Mi Mente es el Jardín donde juegan los Niños Muertos
02. Alimentar la Muerte con la Vida
03. En la Sombra del Bosque
04. Últimas Palabras...

Laufzeit: ca. 8 Minuten

Review: Melancholie Suicidaire - Melancholischer Selbstmord (Digitales Album - 2014)

Zugegeben, ich bin erst spät auf diese Kombo aufmerksam geworden, bin deshalb auch nicht in den Besitz der auf 50 Stück limitierten CD-Auflage gekommen. Doch inzwischen hat die Band selbst das Album zum kostenlosen Download angeboten, ohne den versteckten Bonus, der sich wohl auf der CD befinden soll und daher auch exklusiv bleibt. Nun diese erste Demo-Veröffentlichung der beiden Deutschen aus Sachsen aus dem Jahr 2014 bietet, wie man es anhand des Namens und des Titels schon erahnen kann, DSBM.




...und wer jetzt schon wieder aufhört zu lesen, dem mache ich keinen Vorwurf. Auch ich foltere mich ja immer wieder selbst gerne, wenn ich mir den neuesten depressiven Suizid Black Metal anhöre. Doch halt... nach diesem wirklich sehr klischeehaften Intro mit einem Filmsample, dass an seiner gekünstelten Traurigkeit wohl kaum zu überbieten ist (stammt das aus Twilight, oder wat?), erklingt Gesang, der schon einmal auf das nun folgende einstimmt. Dabei besteht er nicht aus jämmerlichen Rumgeheule, sondern wird tatsächlich ziemlich hasserfüllt keifend dargeboten, da merkt man gleich, dass der Sänger mit seinem Projekt Wolfsrudel eigentlich eine ganz andere Sparte bedient. Jedenfalls schon einmal ein guter Eindruck, dass man nicht diesem typischen Muster folgt. Zumindest in der Hinsicht. Instrumental gesehen wird hier genre-typische Musik geboten, langsamer Black Metal, fast ein wenig doomig und allerlei Tastengeklimper, Einspielungen und Streichern. Das erinnert mich persönlich von der Atmosphäre her ein wenig an die erste Scheibe "Suizid" der Duisburger Tavaron - nur dass diese wesentlich mehr reinen Schwarzmetall boten.

Fazit:
Ein durchaus atmosphärischer Vertreter des deutschen DSBM, und sogar an einem Stück hörbar. Wenn man denn dem ganzen Ambient-Einfluss nicht gerade abneigend gegenüber steht. Allerdings ist das Werk auch meilenweit von der Perfektion entfernt und hat deutliche Ecken und Kanten. Die beiden Mannen bemühen sich zwar um eine gewisse Eigenständigkeit, aber mir fehlt hier ein wirklich hervorstechender Song. Etwas, was mich wirklich aufhorchen lässt. Trotzdem: für eine erste Demo bleibt es ein durchaus solides Machwerk mit Schwächen. Besonders der Gesang fällt hier positiv auf, da er für dieses Sub-Genre doch eher ungewöhnlich und deshalb auch erfreulich anders ist.

5.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro
02. Einsam - Tod
03. Suizid
04. Schrei nach dem Tod (instrumental)
05. Großer Mann
06. Gedanken der Realität
07. Melancholischer Selbstmord
08. Vom Leben ausgekotzt
09. Outro

Laufzeit: ca. 43 Minuten  

Review: Triebgeist - Drang & Heimat (Digitales Album)

Das Duo Triebgeist aus Deutschland präsentiert mit "Drang & Heimat" nach einer Demo und einer Split-Veröffentlichung nun ihr neues EP-Album. Verschworen hat man sich dem immer noch recht beliebten Sub-Genre des Shoegaze/Post Black Metal.









Dementsprechend depressiv klingt dann auch das Ergebnis. Allerdings nimmt es keine Ausmaße wie bei so mancher DSBM Band an, dass der Gesang dann eigentlich nur noch einem schwulen Geheule gleicht. Der Gesang orientiert sich hier eher an vergleichbaren Sachen wie Heretoir oder Andrarakh. Rein instrumental kann sich das ganze auch hören lassen, es gibt sowohl gut in Szene gesetzte Black Metal-Passagen, wie auch sehr erhabene und epische Post Rock-Einlagen, die beinahe schon ein psychedelisches Level erreichen. Dies wird vor allem bei dem Song "Consuming Fire" deutlich. Das titelgebende Stück hat dann noch ein paar mehr Schwarzmetall-Elemente zu bieten. Als Bonus winkt dann noch ein Stück vom ersten Demo aus dem Jahr 2011.

Fazit:
Eine EP, die durchaus ihre starken Momente hat, und mich dabei mehr berührt als so manch andere Kombo mit ähnlichem Stil. Allerdings auch wirklich nur etwas für Leute, die sich auf diese Art von Musik einlassen können - den reinen Black Metal Puritisten rate ich definitiv von "Drang & Heimat" ab. Zu beziehen ist die EP kostenlos über das IgnitionEra Profil der Band.

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Spell of the Serpent
02. Nostalgia
03. Consuming Fire
04. Drang und Heimat
05. Silith (2011) - Bonus Track

Laufzeit: ca. 39 Minuten

Review: Todesrune - Blutrausch (CD, Christhunt Productions)

Todesrune melden sich zurück. Genau... jenes, wie es schien, recht kurzlebige Projekt aus dem Dunstkreis von NordSturm Productions / Askuror / Sieghetnar. Einziges Material bisher stellten die drei Beiträge auf der Split mit Askuror dar - wobei dort eigentlich nur ein wirkliches Lied nebst Intro und Outro präsentiert wurde. Ganz so der Bringer war es darüber hinaus auch nicht gerade, was man zu hören bekam. Anno 2014 wurde also knappe 10 Jahre nach diesem eher durchschnittlichen Einstieg nun eine neue EP veröffentlicht. Was mann von dieser erwarten kann, lest ihr nun...


Zunächst einmal zum Wesentlichen: Gestaltung ist typisch für Christhunt und deutsche Pagan Bands, etwas pathetisch, aber in Ordnung. Anzahl der Lieder beträgt fünf, davon stellt das erste jedoch lediglich einen kurzen "Einklang" dar, der ein Sample aus dem Film "Der 13. Krieger" enthält (immer wieder gerne genommen). Die restlichen vier Lieder enthalten dann auch wenig überraschend diesen typischen Pagan/Oi! Rock-Mix, den man auch schon von diversen anderen Bands aus dem Dunstkreis des Labels kennt. Auch werden musikalisch wie auch textlich die großen (offensichtlichen) Vorbilder zitiert. Ist ja nicht weiter verwerflich. Ob man dann aber unbedingt diese Scheibe braucht, oder sich doch lieber zum x-ten Male Barad Dûr, Totenburg, Epithalium und dergleichen anhört, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Fazit:
So wirklich vom Hocker reißen tut mich das hier jetzt nicht. Zugegeben: musikalisch betrachtet scheint mein sein Handwerk zumindest gelernt zu haben, und so klingt man auch nicht mehr so belanglos wie noch auf der Demo-Präsentation. Allerdings versucht man allzu sehr anderen Bands nachzueifern, ohne wirklich eigene Akzente setzen zu können. Verdammt schade, denn auf Grund des Gehörten würde ich behaupten, dass Todesrune ihr Potential hier nicht vollends ausspielen. Limitiert auf 500 CDs.

5.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Einklang
02. Feuer des Hasses
03. Bestie der Nacht
04. Blutrausch
05. Der Schnitter

Laufzeit: ca. 18 Minuten 

Nostalgie-Review: Gilles de Rais - Tiffauges (MC, Eigenproduktion)

Benannt nach der berühmt-berüchtigten historischen Figur aus dem 15. Jahrhundert, brachte diese ehemalige deutsche Black Metal-Formation, die nahezu identisch mit der Band Herodez ist, bzw. war, im Jahr 1996 diese eine Demo-Kassette mit Namen "Tiffauges" heraus. Gilles de Rais war ein früherer Heerführer und Kriegskamerad Jeanne d'Arc, der aber letztlich durch seine anschließenden Taten als Serienmörder um 1436-1440 in die Analen der Geschichte einging. So soll er sich nicht nur an schwarzer Magie versucht haben, sondern ließ auch Kinder auf seine Burgen entführen, folterte diese und ermordete sie schließlich. Mit den Jahren wurde natürlich auch ein dunkler Mythos weitergesponnen, ähnlich der Bathori.



Also genügend Stoff, um sich innerhalb der Black Metal-Musik mit diesem Thema zu befassen. Und so zeugt nicht nur der Name der Band am Interesse an dieser historischen Figur, sondern auch der Titel der Demo. "Tiffauges" war einer der Burgen im Besitz des Barons, auf der er sich an seinen Opfern verging. Deren Zahl wird im übrigen offiziell auf an die 140 geschätzt, wobei die Dunkelziffer ungleich höher sein dürfte. Doch genug der Geschichtsstunde, dies kann jeder Idiot eh im Netz recherchieren. Mit ihrem ersten und leider auch einzigem Werk hatten Gilles de Rais anno 1996 ein wirklich solides Machwerk deutschen Schwarzmetalls geschaffen, welches meiner Meinung nach gnadenlos unterschätzt wurde, bzw. immer noch ist - und ich würde mal behaupten, hätte ein gewisser Herr Wagner auf seiner "Black Metal ist Krieg"-Scheibe nicht so groß Werbung für Moonblood sondern für diese Band gemacht, mit Sicherheit wäre diese Band noch etwas langlebiger gewesen. So wird einem knappe 35 Minuten grundsolider deutscher Black Metal geboten, wie ihn auch besagte Band gespielt hätte. Dabei unterscheidet sich das Material erfreulich von den beiden Herodez Demos, die besitzen wesentlich mehr Pagan-Einschlag. Doch "Tiffauges" kommt durch und durch in Schwarz daher, bietet gar ein paar dezente Keyboard-Passagen. Aus heutiger Sicht vielleicht den meisten doch zu stumpf, aber für mich genau diese spürbare raue Essenz, die Black Metal ausmacht... auch heute noch!

Die Kassette wird man heute wohl nur noch schwerlich finden. Die Kontakt-Adressen existieren nicht mehr, und wenn man da ja etwas bei Internet-Auktionshäusern sieht, dann geht das Tape für absolute Mondpreise über die virtuelle Ladentheke.


01. Feeding The Flames
02. A Monolith Garden
03. The Second Blood
04. Exhaustig The Soil Of Faith
05. Fading Fears
06. Bloodking
07. The Abyss Above

Sonntag, 1. Februar 2015

Review: Morbid Blood - Volume One (MC, Eigenproduktion)

Aus dem Saarland stammt dieses taufrische Ein-Mann-Projekt. In diesem Jahr gegründet, hat Alleinunterhalter M. gleich mal eine erste Demo-Kassette herausgeprügelt. Zwei Lieder, wenige Infos auf dem doppelseitig bedruckten Einleger. Dazu ein einfaches Tape. Minimalismus, so wie es sein sollte. Das ist Underground, und mehr braucht es einfach nicht.








Die beiden Lieder finden sich jeweils einmal auf der A- und auf der B-Seite. "One Hour Torture" ist dann auch nur ein Titel, also keine Sorge, hier wird dieser knüppelige Stil nicht künstlich auf eine Stunde Länge gezogen. Geboten wird vielmehr ein kerniges Stück Underground Black Metal, dessen Produktion zwar sehr ruppig und rau ist, spielerisch aber absolut top ist. Fiese Melodien, schneidende Solo-Einlagen. So muss das, und nicht anders. Da wird auch ganz schnell klar, dass der gute Mann den Bathory-Kapu auf dem Bild im Einleger nicht nur zur Zierde trägt, sondern sich auch wesentlich vom alten Stil jener Kult-Band aus Schweden hat beeinflussen lassen. (Ruhe in Frieden Quorthon)
"Morbid Blood" geht da ähnlich zu Werke, ist insgesamt aber mehr im Midtempo angesiedelt und kommt insgesamt etwas rhythmischer und nicht ganz so ruppig daher.

Fazit:
Alles in allem eine tolle erste Veröffentlichung und ein guter Einstieg für Morbid Blood. Von mir aus darf da in Zukunft ruhig noch mehr von kommen, auch gerne ein vollständiges Album. Ich bin gespannt, wie es mit dem Projekt weiter geht und den Werdegang auf jeden Fall im Auge behalten. Klar, dass auch hier das Rad nicht neu erfunden wird, aber das Vorhaben des Projektes, authentischen Oldschool zu zelebrieren sehe ich als sehr gelungen an. Limitiert ist die Kassette auf 100 handnummerierte Exemplare. Die Demo lässt sich auf Youtube anhören, dort findet sich auch eine Email-Adresse, an die man sich wenden kann, wenn man ein Exemplar der Kassette haben möchte.

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A. One Hour Torture
B. Morbid Blood 

Laufzeit: ca. 8 Minuten

Review: Lebenswinter - Ohnmacht (CD, Sturmglanz Black Metal Manufaktur)

Lebenswinter nennt sich eine noch relativ junge Band aus Deutschland. Mit "Ohnmacht" präsentierten die Mannen anno 2013 ihr Debüt-Album, welches über die Schmiede von Sturmglanz veröffentlicht wurde.








Geboten wird hier wie Name, Logo und Label vielleicht schon erahnen lassen, räudiger Black Metal der alten Schule, mit heimischen Texten. Heimisch jetzt nicht im Sinne von irgendwelchen nationalen Themen oder Landschaften, sondern in Heimatsprache dargeboten. Immerhin, das ist mittlerweile ja auch eher zur Seltenheit geworden, da das Gros der selbsternannten Black Metaller ja auch nur internationalen Erfolg im Kopf hat und dann lieber für jeden verständlich auf englisch daher singt. Die Qualität der Texte und deren Grammatik lassen in diesen Fallen dann mehr als oft zu wünschen übrig. Nun denn, diesbezüglich stellt diese Kombo eine löbliche Ausnahme dar. Auch musikalisch betrachtet wird hier einiges geboten: räudig produzierter Black Metal, mit einer gewissen Rehearsal-Attitüde. Dieser wird jedoch gut in Szene gesetzt, spielerisch werden hier durchaus ein paar nette Rhythmen vorgetragen und es gibt stellenweise gar ein paar fiese Spielerein auf der Gitarre zu hören (ich sage nur "Abgesang"). Das erinnert so ein wenig an Moonblood, das dachte sich wohl auch die Band selbst und so huldigt man mit dem letzten Lied dem Kult-Duo des deutschen Schwarzmetalls in Form des Covers "In a bloody night of fullmoon". Insgesamt hält man sich sehr an der Vorlage, bringt aber einen gewissen eigenen Flair noch mit ein (Gitarrensolo etc.) - reicht aber nicht wirklich an die Qualität und Intensität des Originals heran. Allerdings gibt es auch wesentlich schlechtere Interpretationen dieses Stückes.

Fazit:
Eine durchaus lohnenswerte Veröffentlichung aus Deutschen Landen. Lebenswinter erfinden mit ihrem Debüt-Album zwar das Rad nicht neu, bieten aber, gerade für die heutige Zeit, einen durchaus passablen und authentischen Black Metal.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Im Bann des Lichtbringers
02. Hetzjagd
03. Nebel
04. Nachtmahr
05. Einbruch
06. Lebenswinter
07. Abgesang
08. Weltenbrand
09. In a bloody night of fullmoon (Moonblood Cover)

Laufzeit: 49 Minuten