Samstag, 31. Januar 2015

Review: Plagues - Death March (Digitales Album)

Das Trio aus Amiland meldet sich im Jahr 2015 mit ihrer neuen Demo-Veröffentlichung in digitaler Form wieder. "Death March" heisst das Werk und wird wie seine beiden Vorgänger als kostenloser Download via die Band-eigene Bandcamp-Präsenz angeboten. Was sich bei dem neuen Material geändert hat (wenn sich überhaupt etwas geändert hat) lest ihr nun...







Zunächst einmal sei ihr Entwarnung gegeben: die drei Mannen von Plagues zelebrieren immer noch ihre Version von ursprünglichem, räudigen Black Metal. Wieder einmal sind die vier Lieder ein guter Oldschool-Flick und werden definitiv jeden zufrieden stellen, die sich den alten Stil von Mayhem zurücksehnen. Doch von Anfang: gefiel mir ihr zweites Werk "Winter Tomb" zwar insgesamt eigentlich gut, so war es doch ein kleiner Rückschritt verglichen mit dem Erstling. Gleich der Opener "Crush the Messiah" macht hier aber deutlich, dass man wieder diesen räudigen Pfad beschreitet, den man schon auf "Darkness Reigns" beschritt (evtl. war mir persönlich der Thrash-Anteil bei dem letzten Werk einen Tick so viel). "Abyss" bietet darüber hinaus so ab dem letzten Viertel einen sehr schönen Oldschool-Solo-Part an der Gitarre und am Schlagzeug. Mit "Death March" zollt man dann auch einer eher groovenden Heavy/Doom-Richtung Tribut, bleibt seinem Stil aber nichtsdestotrotz treu, und im letzten Drittel wird ein Inferno sondersgleichen entfacht. Als letztes folgt noch ein Cover des Satanisches Kriegsministers aus Finnland. Vielleicht nicht der beste Song der Band, aber gut interpretiert und gefällt mir fast noch einen Funken besser als das Original.

Fazit:
Plagues haben es mal wieder geschafft, mich zu begeistern. Auch wenn ihr Stil räudig und schwer Oldschool ist, so wird es doch nicht langweilig, da immer wieder kleine dreckige Melodiebögen und Rhythmen eingebaut sind, die das Ganze aufwerten. Auch die Tempowechsel sind sehr gut gelungen, und es wirkt nichts abgehakt. Eine Steigerung zu den beiden Vorgängern ist ebenfalls zu bemerken. Alles in allem eine echt runde Sache, und für jeden Puritisten nur wärmstens zu empfehlen! "Death March" gibt's wie bereits erwähnt in digitaler Form zum kostenlosen Download auf dem bandcamp-Profil der Band - wenn ihr sie noch nicht besitzt, ladet euch auch die beiden anderen Demos runter. Und kauft euch am besten noch das Tape von "Darkness Reigns". Diese Band hat jeden Support verdient!

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Crush The Messiah
02. Abyss
03. Death March
04. The Blood of Our Fathers (Satanic Warmaster Cover)

Laufzeit: ca. 16 Minuten  

Freitag, 30. Januar 2015

Review: Sigillum Diaboli - Sigillum Diaboli (666) (CD, Blasphemous Underground Productions)

Aus Russland stammt dieses Ein-Mann-Kommando. Auf der selbstbetitelten CD-EP, welche bereits 2005 als Debüt-Werk veröffentlicht wurde, präsentiert Alleinunterhalter Taedium Vitae dem geneigten Hörer fünf Lieder, sowie ein Intro. Freilich zelebriert auch dieser Mann Black Metal.








Dabei geht man aber ziemlich ruppig zur Sache, und so wird gleich nach dem kurzen Intro drauflos geprügelt. Kennt noch jemand diese ältere deutsche Kapelle Berzano aus Hagen? Deren musikalische Ergüße sich eigentlich nur auf eine CD ("Hell on Earth") beschränkten. Lange Rede, kurzer Sinn: die Musik der Deutschen ist hier durchaus als Reverenz heranzuziehen. Ähnliches Geschrammel, stumpf nach vorne, Melodien und Momente, die einem im Kopf hängen bleiben sucht man vergebens. Doch halt... so schlimm entpumpt sich das Werk dann doch nicht, denn hier und da gibt es immer mal wieder Passagen, die etwas getragener daherkommen und aufhorchen lassen. Außerdem geht der Gesang auch absolut in Ordnung. Das macht die ganze Angelegenheit dann duch wieder interessant. Allerdings hat dieses Mini-Album das große Problem, dass es auf seinem Höhepunkt auch schon endet.

Fazit:
Hätte man diese fast episch erhabenen Midtempo Passagen noch weiter ausgebaut und noch mehr mit einbezogen und hätte man noch 2-3 Lieder dran gehangen, hätte hieraus ein wirklich tolles Album entstehen können. So ist das Debüt des Russen für mich eher nur im Mittelfeld anzusiedeln, wenn auch im gehobenen.

6.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro
02. There Darkness Rules over Light
03. Inquisitional Delight
04. Wandering
05. Invocation
06. Waste of the Coldest Soul

Laufzeit: ca. 19 Minuten 

Dienstag, 27. Januar 2015

Review: Satanik Goat Ritual & Warlock 666 - Satanic Ritual & Goat Sabbat Split (CD, Old Cemetery Records)

Das Trio Satanik Goat Ritual aus Amiland waren mir schon von ihrer Split mit ihren Landsleuten Necroholocaust ein Begriff. Allerdings sagte mir das internationale Projekt Warlock 666 bis dato absolut überhaupt nichts. Auf der Split "Satanic Ritual & Goat Sabbat" präsentieren beide Bands jeweils fünf Lieder, welchen sich der geneigte Hörer hingeben kann.







Beginnen wir mit den Amis Satanik Goat Ritual, die die ersten fünf Songs beisteuern. Kurzes Intro, und dann wird auch schon munter drauf los gemetzelt. Ja, es gibt wieder ordentlich Goat Metal, sprich extrem fiesen Black/Death um die Ohren. Da wird einem auch mal wieder klar, warum die Band mit Necroholocaust eine Split hatte... das passt einfach wie Arsch auf Eimer. Und im Gegensatz zu einigen anderen Vertretern dieser Sparte 'Goat Metal' kann sich das hier auch recht gut hören lassen, da die Musik zwar streng den enggesteckten Doktrinen dieses Stils folgt, aber dennoch einige nette Details und Spielerein enthält, wie Tempowechsel, gut platzierte Breaks und diverse Soli. Das gefällt mir durchaus.

Das Duo Warlock 666 setzt sich aus einem Russen und einem Briten zusammen. Zelebriert wird ebenfalls ein sehr räudiger Goat Metal. Anders als bei vielen anderen Bands, zeigt sich der Death-Anteil aber nicht in der instrumentalen Darbietung - die ist 90er Oldschool Black Metal, typisch nordisch - sondern im Gesang, der aus zuhauf aus Grunzen besteht und absolut unverständlich ist. Ich habe aber den Eindruck, dass zeitweise auch beide Protagonisten Gesang beisteuern, da ich stellenweise auch typischen Black Metal-Schreigesang vernehme. Allerdings lässt sich das bei der räudigen und dazu noch recht dumpfen und leisen Produktion schwer ausmachen (meine Freundin würde es wohl mit den Worten "wer hat den Staubsauger eingeschaltet" ausdrücken). Alles in allem gewöhnungsbedürftig.

Fazit:
Satanik Goat Ritual sind top, vorausgesetzt natürlich, dass man sich für diese Art von Musik erwärmen kann. Ich finde diese kakophonen Gewaltexzesse manchmal sehr genial und von Zeit zu Zeit brauche ich das einfach, um mich von verschiedenen Dingen abzureagieren. Und wenn das Ganze dann auch noch gut dargeboten wird, umso besser. Warlock 666 stinken dagegen leider etwas ab, bieten aber mit ihrem Stil einen Black/Death, der mal etwas anders klingt, als das Gros der bekannten Bands. Insgesamt knappe...

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
Satanik Goat Ritual
01. Gascloud Invocation
02. Born of Goat's Blood
03. Darkness of Death
04. Angel of Debauchery
05. Annihilation Seraph
Warlock 666
06. Intro (Dark Path)
07. Goat Conqueror
08. Heavens Cry
09. Impaled Angels
10. Outro (Blasphemous Path)

Laufzeit: ca. 24 Minuten

Montag, 26. Januar 2015

Review: Satanizer - War Cult Domain (CD, Goathorned Productions)

So, so... Black Metal aus Kolumbien also. Satanizer... noch nie gehört. Wohl aber die Namen der beiden beteiligten Mannen. Schnell mal nachgeschlagen - und siehe da: es handelt sich beim Kreischer um den alten Sänger von Horncrowned sowie um den Multi-Instrumentalisten der gleichen Band. Horncrowned... da war doch was? Achja genau, eine Band, deren beiden ersten Alben mich derart kalt ließen, dass ich ihren Werdegang gar nicht erst weiter verfolgt habe. Wird das Debüt-Album dieses Projektes aus dem Jahr 2005 etwa an diesem Umstand etwas ändern?




Gleich zu Beginn: klares nein meinerseits. Die Musik von Satanizer unterscheidet sich eigentlich nicht wirklich von der, die Horncrowned zelebrieren (jedenfalls davon ausgehend, wie ich sie in Erinnerung habe). Immerhin ist "War Cult Domain" wirklich sehr gut gespielt, pfeilschneller Black Metal mit Thrash und etwas Death. Die Gitarren sind schön thrashig anzuhören und bieten auch in nahezu jedem Song einen ausgedehnten Solopart. Allerdings hat das Album auch einen ganz großen Schwachpunkt - und das ist der Drum-Computer. Ich mag die Dinger einfach nicht, und wenn man dann auch noch so offensichtlich hört, dass das Schlagzeug aus der Dose kommt, dann ist's bei mir vorbei. Trotzdem besitzt das Werk durchaus seine Momente. Nach 10 Liedern, die allesamt eine Spielzeit von durchschnittlich etwa zwei Minuten aufweisen, folgen 55 leere (stille) Tracks a fünf Sekunden, bis dann mit Lied 66 ein VON Cover geboten wird (Christ Fire, was sonst?!).

Fazit:
Nettes Album, mehr aber auch nicht. Für zwischendurch auf jeden Fall zu empfehlen, da spielerisch durchaus akzeptabel - doch der Drum-Computer nervt doch halt irgendwie. Hauptsächlich für Leute empfehlenswert, die auch auf Sachen wie VON, Afflictis Lentae (Frankreich), Ad Arma aus Deutschland oder Warfield aus Mexiko stehen.

5.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. War God Invocation
02. Asrualimnunna
03. Bleed For Satan
04. Into The Storm
05. Spawning The Plagues Of Hell
06. Infernal Carnage
07. Luciferian Honour
08. I Am The Earthly Havoc
09. Gate Of Nergal
10. Misanthropic Fire
66. Christ Fire (VON Cover)

Laufzeit: ca. 28 Minuten

Review: Satanize - Holy Destruction Ritual (CD, Discipline Productions)

Aus Portugal stammt das Trio Satanize, welches mit "Holy Destruction Ritual" ihr zweites Album präsentiert. Dieses stammt zwar bereits aus dem Jahr 2012, doch erst vor kurzem wurde ich auf dieses Album aufmerksam. Bei den Themen südliche Länder und Black Metal muss man wohl unweigerlich an schnelle Sachen denken, und auch Satanize bildet da keine Ausnahme.







Denn die drei Herren gehen direkt zur Sache und bolzen mal eben so alles weg, was sich ihnen in den Weg stellt. Deshalb sollte man auch nicht einfach auf den Gleisen stehen bleiben, wenn der Zug Satanize mit Dampfhämmern angerauscht kommt. Bolzen ist hier auch das richtige Stichwort: geboten wird nämlich ziemlich knüppliger Black/Death mit einer gewissen Thrash-Note. Marke Proclamation, Typhus aber auch Krieg. Mit anderen Worten: "Holy Destruction Ritual" ist ein Album für alle Maniacs, die außer Härte keine Ansprüche an ihre Musik stellen. Hier gibt es außer Gebolze und Geschrammel nicht wirklich viel zu entdecken, Highlights (welche sich in den rar gesähten Soloparts wiederfinden) kommen leider selten auf, gesanglich erinnert mich das Ganze auch etwas sehr spezifisch an eine andere Band, ich komme jetzt nur leider nicht darauf welche.

Fazit:
Unter'm Strich zwar kein wirklich schlechtes Album, allerdings absolut austauschbar, da ihm einfach dieses Fünkchen Eigenständigkeit fehlt. Satanize sind zwar sichtlich bemüht, schaffen es jedoch nicht, wirklich viel Abwechslung in ihr Werk zu bringen. So sind hier und da zwar schon einmal gute Solo-Passagen enthalten, doch allgemein dümpelt die Musik eigentlich nur vor sich hin, ohne großartige Emotionen bei mir auszulösen.

4.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Smoulder God's Testament
02. Biblical Servitude
03. Governors Of Malevolent Entities
04. Hate Storm
05. Church Executor
06. Holy Destruction Ritual
07. Chants Of Inquisition
08. Comendadores Da Legiào Esquecida Do Sul

Laufzeit: ca. 31 Minuten

Sonntag, 25. Januar 2015

Review: Nightbringer - Ego Dominus Tuus (CD, Season of Mist)

Die psychedelic/occult Black Metaller aus Amiland melden sich auch endlich mal wieder. Letztes Jahr erschien ihr neues langersehntes viertes Voll-Album. Allerdings bisher nur auf CD. Nachdem sich das Großlabel Season of Mist 2013 ja bereits die (noch existierende) Ikone des US-Black Metal Inquisition krallte und deren aktuelles Album in zig verschiedenen Variationen veröffentlichte, hat man sich bei Nightbringer bisher nur auf die CD beschränkt. Warum?





Eigentlich unerklärlich, denn die Anhängerschaft dürfte hier wohl ähnlich groß sein, wie bei ihren Landsmännern. Ebenso denke ich auch, dass sich dort nicht nur Internet-Volk tummeln dürfte, sondern auch wirkliche Maniacs, die noch auf einen physischen Tonträger wert legen. Und da ist doch Vinyl allemal willkommener. Aber gut... die Veröffentlichungspolitik von Season of Mist interessiert hier ja auch nicht. Hier geht es um "Ego Dominus Tuus" von Nightbringer, was im übrigen etwa "Ich bin dein Herr" bedeutet. Nach einem spirituell anmutenden Intro namens "Prayer of Nephal" geht es auch direkt und ohne Umschweife in die Vollen. Und genau das habe ich mir von einem neuen Nightbringer-Album erhofft: schnellen, verschnörkelten, alles andere als leicht zugänglichen Black Metal, der sowohl psychedelische, als auch hypnotische, esoterische und düster-okkulte Momente bietet. Die Gitarrenarbeit ist erstklassig und allgemein scheint die Musik nicht von dieser Welt zu sein, was auch dem großzügigen Einsatz von Orgeln, Keyboard-Samples und Streichern zu verdanken ist... und in der Tat scheint sie etwas überirdisches heraufzubeschwören, was der menschliche Verstand unmöglich in Gedanken, geschweige denn in Worte fassen könnte. So verhält es sich aber nicht nur bei "Et Nox Illumination mea in Deliciis Meis", sondern dies gilt bis zum letzten Stück "The Otherness of Being", welches sich zum Schluß noch einmal mit einem Knall verabschiedet.

Fazit:
Mein persönlicher Favorit hat sich allerdings nun nach einigen Hörgängen heraus kristallisiert und hört auf den Namen "I Am the Gateway". Ein Meisterstück! Mit "Ego Dominus Tuus" ist Nightbringer wahrlich ein erstklassig Black Metal-Album gelungen, welches einmal mehr zeigt, dass wahrer Black Metal in der heutigen Zeit nicht zwangsweise schlecht produziert sein muss, sondern vor allem eines braucht: Atmosphäre und Hingabe! Das vergessen leider immer wieder sehr viele, hauen ihren selbstproduzierten seelenlosen Rotz raus, und halten sich dann für DIE Black Metaller schlechthin. Nicht so hier: Nightbringer spürt man förmlich bei jedem Riffing die Hingabe an, mit welcher hier zu Werke gegangen wurde. Genial! Und neben "Ain Soph Aur" von Hetroertzen DIE Überraschung des Jahres 2014!

10 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Prayer of Nephal"
02. Et Nox Illumination mea in Deliciis Meis
03. Lantern of Eden's Night
04. Things Which Are Naught
05. I Am The Gateway
06. Call of the Exile
07. Where Fire Never Dreamt of Man
08. The Witchfires of Tubal Qayin
09. Salvation Is the Son of Leviathan (Alabas in Memoriam)
10. The Otherness of Being

Laufzeit: ca. 71 Minuten

Review: ...Triumph... - Dominium (The Torment to he) (CD, Ordem Negra Productions)

Die Band ...Triumph... aus Brasilien veröffentlichte vor etwas weniger als 15 Jahren dieses Album, welches nach einer Reihe von Demos ihr erstes vollständiges Werk darstellte. Es folgte zwei Jahre später noch ein weiteres, sowie noch eine Zusammenstellung von verschiedenen Demo-Arbeiten auf CD. Dann löste sich die Band anno 2006 auf. Zelebriert hat man Zeit seines Bestehens natürlich Black Metal, der für brasilianische Verhältnisse durchaus akzeptabel und sogar recht hörenswert ist.





Das ist auch mit ein Grund, warum ich diese Besprechung jetzt mache. Ein anderer ist auch einfach, weil ich erst kürzlich in den Besitz der Debüt-CD gelangte. Wie bereits erwähnt, spielt man (natürlich) Black Metal, macht dabei aber von Anfang an klar, dass es sich bei der Band um keine politisch motivierte Horde handelt. Gut zu wissen - evtl. wurde das im Beiheft auf Grund der Namensgebung angefügt, wer weiß. War ja auch irgendwie gerade die Hochzeit dieser Internet-Hetz-Kampangen, die von bestimmten Gruppierungen ausging und gegen alles im Black Metal wetterte, was auch nur ansatzweise nach "rechts" klang. Die, die richtig lagen - klar, dass wusste man selber, und das meiste war dann doch eher ziemlich abenteuerlich recherchiert und aus der Luft gegriffen. Das brauchte nicht nur viele Bands in Verruf, sondern war auch nicht gerade für den Black Metal allgemein sonderlich förderlich. Seitdem erscheinen auch amüsanter Weise wieder regelmäßiger BM-Scheiben im Bundesanzeiger. Aber gut, das soll hier ja auch jetzt gar nicht Thema sein. Widme ich mich also wieder der Musik von ...Triumph... - der kommt meist im schnelleren Midtempo oder im Uptempo daher, ist dabei auch durchaus melodisch und hat einen gewissen nordischen Touch inne. Auch besitzt das Werk eine durchaus raue Note und dürfte somit genau das richtige für Verfechter des Mid-90er Black Metal sein.

Fazit:
Allerdings stellt "Dominium" nun auch kein besonderes Album dar, ist aber trotzdem kraftvoller als es 90% der mir bekannten Brasilien-Werke sind und man kann es sich auch mal wirklich an einem Stück anhören, da es in sich schlüssig klingt. So bietet die Band mit ihrem Stil zwar nichts Neues, aber gutes Altbewertes.


6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Dominium
02. Under the Fire Veils
03. Landscape of Pain (Ode Infernal)
04. Pillars of My Spirit
05. Flesh and Blood
06. Dead Shall be Alone (Nevermore Golden)
07. Highest Power of Shadows
08. In the Essence of True

Laufzeit: ca. 36 Minuten

Donnerstag, 22. Januar 2015

Review: Spectral Procession - Spirit of the Mountain (Digitales Album)

Spectral Procession ist ein Duo aus Kanada, welches sich atmosphärischen Black Metal auf die Fahne geschrieben hat. Soweit also nichts neues. Überraschend dabei ist jetzt allerdings, dass die beiden Protagonisten gänzlich auf moderne Einflüsse wie Ambient, Post-Rock-What-Ever oder sonstigen Firlefanz verzichten.






Mit "Spirit of the Mountain" präsentiert man der geneigten Hörerschaft die erste Demo-Veröffentlichung in digitaler Form. Es ist ja soviel einfacher seinen Schund zu produzieren und ihn anschließend ins Internet zu stellen, als dann noch Geld für eine physische Form auszugeben, die dann sowieso niemand haben wollen würde. Dies träfe wohl auf eine Vielzahl der selbsternannten heutigen Black Metal-Kindergarten-Bands zu. Doch dann gibt es da auch noch die löblichen Ausnahmen, wie eben diese Band hier. Was Spectral Procession hier musikalisch zelebrieren, würde sich auch sehr gut als Kassetten-Veröffentlichung eignen: rauer, aber trotzdem irgendwie melodischer Black Metal, grimmiger Schreigesang, sporadisch auftauchende Chor-Samples, Naturverbundenheit, Kälte und viel Atmosphäre. Das ist genau das, was ich hören will, wenn ich 'atmospheric black metal' höre!

Fazit:
Eine gute und auf jeden Fall lohnenswerte Demo-Veröffentlichung. Leider bisher nur in digitaler Form erhältlich, und überhaupt verstehe ich auch nicht, dass sich da nicht schon längst einmal ein Label drum gekümmert hat. Zwar wirkt hier und da noch einiges unbeholfen und man kommt stellenweise aus dem Takt, aber insgesamt eine gute Sache. Werde ich definitiv im Auge behalten.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Arcane Realm
02. The Valley of 1000 Tears
03. A Desolation Song
04. The Watcher
05. Strength of Spirit

Laufzeit: ca. 34 Minuten  

Review: Wolfhetan - Was der Tag nicht ahnt (CD, Eigenproduktion)

Nicht gänzlich, aber auch so halb an mir vorbei gegangen ist die Veröffentlichung des zweiten Werkes der deutschen Freigeister Wolfhetan, welches bereits aus dem Jahre 2012 stammt. Mit ihrem Debüt vor 9 Jahren konnte mich die Band jedenfalls schon mehr als überzeugen.








Dieser Eindruck von Individualität und gleichzeitig Treue zum Black Metal, welchen man ja schon auf "Entrückung" vorfand, wiederholt sich auch hier. "Was der Tag nicht ahnt" ist ein sehr stimmungsvolles Album, das wird gleich nach den ersten Klängen des 13-minütigen Opus eins "In die Stille der Zeit" klar und deutlich. Das hier ist Musik für wahre Liebhaber von anspruchsvoller Atmosphäre, düsteren Stimmungen und messerscharfen bis tot-traurigen Melodiebögen. Und das ohne übermäßigen Keyboard-Einsatz, sondern einfach nur mit Gitarren, Schlagzeug, Bass und Gesang. Ja, es braucht halt nicht immer Dark Ambient, um Atmosphäre zu erzeugen (wobei das einige/viele auch mit diesem Einfluss nicht hinbekommen). So lassen sich neben dem Black Metal vorallem postmoderne Rockelemente ausmachen ("Tagtraum") oder gar etwas Psychedelic. Der Gesang erstreckt sich von Schrei- über Gröll- und Klargesang. Sieben Lieder werden insgesamt geboten bei einer Gesamtspielzeit von knapp 1 1/4 Stunden - und das, OHNE dass das Album langweilig wird, im Gegenteil gehört es zu jenen Werken, die ich wirklich mal ohne vorspulen am Stück genossen habe (und das waren in letzter Zeit nicht wirklich viele, oder schon ältere, hehe).

Fazit:
Was die Band hier nahezu im Alleingang auf die Beine gestellt hat, spottet jeder Beschreibung und sollte für jede Underground-Band ein positives Beispiel sein. Präsentiert wird die CD in einem schicken A5 Digi. Zu beziehen direkt bei der Band oder aber im Shop der Eisenwald Tonschmiede.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. In die Stille der Zeit
02. Abschied
03. Vollkommenheit
04. Eispalast
05. Was der Tag nicht ahnt
06. Tagtraum
07. Ankunft

Laufzeit: ca. 74 Minuten

Review: Schattenreiner - Aruba (Digitales Album)

Meine Hochachtung! Ich hätte nicht damit gerechnet, so schnell wieder etwas von diesem Projekt zu hören, welches meiner Meinung nach mit seinem "Nostalgia" Demo so ziemlich das übelste Material der letzten beiden Jahre abgeliefert hat. Nun gut, jetzt also in Form eines Voll-Albums... das kann ja Eiter werden...







Zunächst einmal lässt sich anhand des Covers ja eigentlich irgend etwas mit Melodic oder Symphonic Black Metal in Verbindung bringen. Die Schriftart, die Farben, das grottenhäßliche Logo. So ganz hat sich der Sinn der eingefügten Glühbirne im Artwork auch noch nicht erschlossen. Was man dann jedoch bei abspielen um die Ohren bekommt, ist... ja, was ist das eigentlich? Krach? Störgeräusche? Es könnte sich allerdings auch um den Hochleistungsdruckreiniger handeln, den sich Herr Sträter neulich zugelegt hat. Wobei der ohne Zweifel mehr Power hat und da mehr Druck hinter steckt, als hinter diesem noch nicht einmal halbgaren Release! Schattenreiner denkt wohl allen Ernstes immer noch, dass das was er macht irgendetwas mit Black Metal zu tun hat. Traurig, traurig...

Fazit:
"Aruba" - Parodie? Real-Satire? Oder doch einfach nur Größenwahn? Es wird wohl auf immer ein Geheimnis des 'Künstlers' bleiben, was uns diese Einanderreihung von Geräuschen sagen soll. Produktionstechnisch, wenn überhaupt nur minimalst weiter als bei der Demo, wird wieder mal nicht viel geboten. Die Gitarre könnte sogar ich besser spielen und das Schlagzeug klingt wie Mama's Tuppertopf. Überflüssig zu erwähnen, dass es sich bei der "Band" wieder einmal um eine ach so böse Misanthropenhaut handelt, die sich auf dem bekanntesten dieser sogenannten sozialen Internetgeschwüre finden lässt. Dort findet man auch einen Link zum downloaden des Albums... wer's braucht.

0.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro
02. Sufrimiento Y Desilusión
03. Lapierre
04. Perpetua Agonia
05. Valknut
06. Sepulcrum
07. Fullmoon
08. 1996 

Review: Schmerz - Vertigo (CD, Der Neue Weg)

Schmerz... jenes deutsches Projekt, welches schon im Jahr 2008 mit seinem Debüt-Werk "Chronika" auf sich aufmerksam machte, und auch ich war diesem Album seiner Zeit nicht gänzlich abgeneigt (hier nachzulesen). Allerdings hatte ich nach diesen ganzen Jahren der Ruhe nicht mehr wirklich erwartet, noch einmal etwas von dieser Ein-Mann-Band zu hören. Letztes Jahr wurde ich dann auch eher nur durch Zufall auf diese Veröffentlichung aufmerksam. Ob sich das Warten gelohnt hat, und in wie weit "Vertigo" dem Debüt das Wasser reichen kann oder ob es den Erstling sogar übertrumpfen kann, lest ihr nun im folgenden...



Am Stil an sich hat sich hier nicht wirklich viel geändert, soviel schon einmal vorab. Es wird immer noch atmosphärischer Dark Ambient Black Metal geboten, der  zuhauf im gediegenden Midtempo zelebriert wird - wenn überhaupt. Das ganze wirkt schwer melancholisch und von der Einsamkeit der Wälder inspiriert. Das klingt auch etwas wie ein böser Zwilling von Cold World. Dabei ist die Muik ziemlich einfach gehalten und erschallt streckenweise recht monoton aus den Boxen. Aber dann gibt es auch immer mal wieder ein paar verstreute nette Details zu hören, wie eine Double-Bass-Line oder der Beginn bei "Dead Heart Of The Earth", welche das ganze Geschehen eigentlich erst interessant machen. Die Stärken des Albums werden dann aber so wirklich in den schwermütigen Momenten ala "My Name Is Darkness" gewahr.

Fazit:
"Vertigo" ist wie schon sein Vorgänger wahrlich kein einfach zugängliches Album. Dieses Werk setzt zweifelsohne eine gewisse Hingabe, eine gewisse Geduldsarbeit und ein Sich-drauf-einlassen-wollen des Hörers voraus. Dann stellt "Vertigo" durchaus ein recht spannendes, atmosphärisches Album dar, mit dem man sich den Abend beschäftigen kann. Allerdings auch nur für bestimmte Momente im Leben gedacht. Für die Musik für zwischendurch und nebenher eignet sich das Werk von Schmerz jedoch eher weniger, da es dem einen oder anderen sehr schnell zu monoton werden dürfte und vielleicht nicht genug "fetzt". Limitiert ist die CD auf 500 Exemplare.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. The Red Giant
02. Sun Above Snowdrift
03. Feel The Cold
04. Dead Heart Of The Earth
05. My Name Is Darkness
06. When Isolation Becomes Addiction
07. Falling To Pieces
08. Drowning In Nothingness

Laufzeit: ca. 64 Minuten

Review: The Depressick - Sub-Urban... (Digitales Album)

The Depressick ist eine 2013 in Mexiko gegründete vierköpfige Band, die (ganz dem Namen entsprechend) dem depressiven und suizidalen Black Metal frönt. Habe ich schon erwähnt, dass die Kapelle aus Mexiko stammt? Ja?







Das rein digitale Demo "Sub-Urban" enthält sechs Lieder mit einer Gesamtlänge von gut 25 Minuten. Immerhin. Musikalisch bewegt sich das ganze sowohl in atmosphärischen Ambient-Sphären als auch in hoffnungslosen DSBM-Gefilden. Unterlegt immerzu mit eingestreuten Samples. Das erinnert musikalisch stellenweise an die deutschen Depri-Black-Rocker von Fäulnis oder - nimmt man den typischen Jammer-Schrei-Gesang dazu - an Bonjour Tristesse. Immerhin: Ideen und vernünftige Songstrukturen sind durchaus vorhanden und zeugen auch davon, dass es die Band zu verstehen vermag, wirkliche Atmosphären und Stimmungen aufzubauen.

Fazit:
Absolutes Durchschnittswerk, welches auch durch seine (zugegeben wenigen) netten Details nicht dazu in der Lage ist, wirklich aus der Masse hervorzustechen. Trotzdem werde ich die Kombo mal im Auge behalten, vielleicht nimmt man sich ja doch einiges zu Herzen und macht hinterher ein wirklich tolles Album draus.

5.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro
02. Black Scars
03. Deceiver
04. Anxiety:Depression
05. Hypochondriac Idiot
06. Hypophrenia

Laufzeit: ca. 25 Minuten 

Dienstag, 20. Januar 2015

Review: Svordom - Sacrifice Of The Light (Digitales Album)

Da man ja nicht immer nur Black Metal lauschen kann, und ich mich durchaus auch mal für guten Doom/Death oder Gothic/Doom Metal begeistern kann, bin ich auch immerzu auf der Suche nach guten neuen Bands, die den alten Geist dieser Musik atmen... denn die Highlights des Doom/Gothic Metal sind meiner Meinung nach schon vor mehr als 20 Jahren erschienen und viele der alten Bands existieren entweder nicht mehr oder machen heutzutage Musik, die mit ihren Ursprüngen rein gar nichts mehr zu tun hat. Das lässt sich ja auch auf manche einstigen Vorreiter der Black Metal Musik übertragen.



Nun gut, bei Durchforsten der Weiten des Internets stieß ich also auf dieses relativ junge Projekt. Bei Svordom aus Italien handelt es sich um ein ausschließlich weibliches Duo, welches im Jahr 2013 gegründet wurde und im selben Jahr auch ihr erstes und bis dato einziges Album veröffentlichte. Dies hört auf den Namen "Sacrifice Of The Light". Nun, selbst bezeichnet man seine Musik als eine Mixtur aus Gothic und Doom Metal, so weit, so gut. Also das ausschließlich digitale Album heruntergeladen und reingehört. Was gleich zu Anfang auffällt: die Umschreibung der Musik passt - das ist wirklich Doom/Gothic der alten Schule, schwermütig und finster, von den Melodien her äußerst monoton, mit diesem gewissen düster-romantischen Touch. So kommt neben Gitarre, Schlagzeug, Bass und Ambient-Kram auch Klavier zum Einsatz. Das erinnert dann streckenweise auch wirklich an alte Genre-Größen, und könnte auch durchaus im Jahre 1994 entstanden sein. Der Gesang bietet auch so einiges: so wird von diesem typisch operettenhaften Klargesang, über Death-Growls bishin zu einem etwas Black Metal-lastigen Schreigesang und Mittelalter so ziemlich alles geboten. Auch Post-/Avantgarde-Einflüsse lassen sich passagenweise lokalisieren, welche dann wiederrum an Sachen wie Amesoeurs erinnern.

Fazit:
Ein recht löbliches Album dieses doch recht aussterbenden Genres (wenn man mal von solchen Pseudo-Mainstream-Bands wie Within Temptation absieht, die wirklich glauben, dass sie mit dieser Art Musik überhaupt irgend etwas zu tun haben). Definitiv aber kein Album für die Ewigkeit - dafür ist es eine Spur zu gewöhnlich, und das, was man hier zu hören bekommt, könnte auch von anderen Bands stammen. Trotzdem bekommt man hier (vielleicht auch gerade durch die starke Anlehnung an die alten Bands) ein authentisches Doom/Gothic Metal Album geboten. Ich werde Svordom zumindest im Auge behalten, und beobachten, ob die beiden Damen es schaffen, mit der Zeit dieser Musik ihren eigenen Stempel aufzudrücken - Potential dazu wäre auf jeden Fall vorhanden, wie sich "Sacrifice Of The Light" anhört. Das Album gibt's als kostenlosen Download auf der Band-eigenen Bandcamp-Seite, zu finden hier.

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Omnia Fert Aetas (Intro)
02. Plenilunio
03. Contemplating The Silent Moon
04. Light Of Negative Shades (Instrumental)
05. Innocent Tetra
06. Eternal Illusion
07. Plenilunio (Acoustic)

Laufzeit: ca. 30 Minuten

Samstag, 10. Januar 2015

Review: Hetroertzen - Ain Soph Aur (LP, Lamech Records / Terratur Possessions)

Eigentlich hatte ich ja vor, das neue Album der Band Hetroertzen schon letzten Monat, kurz nach dessen Erscheinen zu besprechen, doch leider spielte mein PC nicht so recht mit. Gut, neues Jahr, neuer PC, neues Glück... mit "Ain Soph Aur" präsentieren uns die Schweden (ehemals Chile) ihr aktuelles Werk, welches zumindest von mir sehnlichst erwartet wurde. Was man erwarten darf und ob sich die Musik seit dem letzten vollwertigen Album "Exaltation of Wisdom" weiterentwickeln konnte... meine Eindrücke lest ihr nun...




Zunächst einmal fällt die recht schicke Aufmachung auf: Gatefold Cover mit eingeklebten großem Beiheft, welches neben allen Texten auch einen einleitenden Text zur Entstehung des Albumnamens sowie diverse Zeichnungen und Bilder enthält. Da ist es direkt schade, dass die Hülle ansich nicht in Leinen gebunden wurde, hätte das Ganze optisch wesentlich besser zur Geltung gebracht - und dafür hätte ich gerne noch einmal 14 Euronnen mehr bezahlt (auf den Kritikpunkt "Preis" komme ich gleich noch zu sprechen). Das ist aber eher nörgeln auf hohem Niveau.

Widme ich mich also der Musik: die drei Hohepriester des Satans bieten auf ihrem neuen Album satte 12 Lieder, was zum Vorgänger eine enorme Steigerung in der Quantität darstellt. Thematisch bewegt man sich natürlich auch wieder im Bereich luziferischer, antikosmischer Lehren, huldigt der Heiligkeit der Schlange und wendet sich von diesem selbsternannten Gott, dem Allmächtigen ab. Die übliche Black Metal-Thematik also. Nur mit dem Unterschied, dass man hier den Eindruck hat, dass Satanismus und die luziferische Lehre für Hetroertzen nicht bloß ein Stilmittel und Image ist, wie man es von so vielen Pseudo-Bands annehmen könnte/dürfte/sollte, sondern dass die Band sich wirklich mit der Materie beschäftigt, diese lebt und auch ausübt (das dürfte ja bereits beim lesen der Einleitung im Beiheft klar werden). Auch scheint es nicht erst seit diesem Album so, dass Hetroertzen auch endlich mal wieder eine Black Metal-Band ist, die den Kult wirklich versteht und ihn mit ihrer Musik ehren will. Dabei wird nach den ersten Klängen von "Ain Soph Aur" direkt klar, dass hier eine wesentlich okkultere, düstere Atmosphäre vorherrscht, wie noch bei "Exaltation of Wisdom" (welches ohne Zweifel auch eine okkulte Grundstimmung enthält, dieses Album hier ist jedoch tiefgehender), dazu trägt auch der Wechsel zwischen finsterem Ambient, mystischen Instrumentals und metallischer Tonkunst bei. Es stimmt schon: mehr traditionellen Black Metal bietet "Exaltation of Wisdom", dafür geht es hier aber ungleich mystischer und ich möchte fast sagen psychedelischer zu. Und so kommt es nicht selten vor, dass der absolut erhaben vorgetragende Black Metal Einflüssen aus dem okkulten Doom oder Psychedelic Rock weicht. Gänsehaut-Garantie bietet auch das absolut kranke Gitatrrenspiel der Dame Åskväder, welches nicht von dieser Welt zu sein scheint. Neben der Stimmgewalt Frater D, welcher unter verschiedenen Pseudonymen auch schon bei verschiedenen Projekten und Bands aktiv war/ist, ist Åskväder auch einzig verbliebenes Gründungsmitglied von Hetroertzen - aus den alten Tagen in Chile. Einen Vorgeschmack auf die Höhepunkte dieses Albums bietet gleich zu Anfang "Blood Royale", der sowohl diesen gesanglichen Mix aus kernig-donnerndem Klargesang, der sehr beschwörender Natur ist, als auch ein paar Black Metal-Anklänge, die sich vorwiegend in kehligem Gekrächze und tiefem Kehlkopf-Singsang äußern. Ebenso findet sich hier gleich eines der psychedelischen langgezogenen Gitarrensoli wieder, welches im letzten Drittel erklingt und sich bis zum Ende durchzieht. Ebenfalls hervorzuheben ist "Endless Light", welches gesanglich von Kark (Dødsengel) vorgetragen wird. Das ist krank, und das absolute Chaos... das ist Black Metal! Mit den Norwegern hatte die Band ja vergangenes Jahr auch schon eine Split, und auch bei diesem Zusammenspiel muss ich einfach sagen: das passt einfach perfekt. Bei allem Chaos, was sich hier breit macht, vergisst man jedoch niemals die Melodie und so ist hier hör- und spürbar, dass hier wirkliche Könner am Werk sind. "Carrying the Forbidden Flame" ist dann erst einmal der letzte reine Ambient-Song, der noch ein paar Beschwörungsformeln enthält. "Spirit Eater" ist ein klassicher Black Metal-Song, der auch wunderbar auf "Exaltation of Wisdom" Platz gefunden hätte, wäre er bereits zu jener Zeit entstanden. "Procession of the Silver Fire" beginnt mit Orgelspiel und geht instrumental über in einen langsamen okkulten Schwarzmetall, der mit einem beschwörenden Gesang unterlegt wurde. Das erinnert so ein wenig an Horns' "Im Schein trüben Kerzenlichts" oder auch an "Das Geheimnis des Vampirs" von Die Kunst der Finsternis (wenngleich es bei diesem Projekt von Frater D. aka Herr Schattenriss wesentlich thrashiger zur Sache geht). Danach noch einmal ein kurzes instrumentales Ambient-Stück. Es folgen noch "Tomb and Thirst" (ein sehr rockiger Black Metal), "The Luminous One", welches mit sehr rituellem Gesang beginnt und instrumental auch eher im slow-tempo dargeboten wird, und dadurch eine sehr doomige Note erhält. Es folgt "The Rose and the Cross", bei welchem es sich eher um ein klassisches aber melodisches Black Metal-Lied handelt, bevor die Zeremonie dann mit dem annähernd 9-minütigen rituellen Tieftöner "Piercing the Veil" ausgeklungen wird. Schon mal eine ultra-tiefe Doom-Gitarre gehört, die Schwarzmetall zelebriert? Nein? Dann bitte!

Fazit:
Was bleibt da noch großartig zu sagen? Das zweite Voll-Album der schwedischen Hetroertzen "Ain Soph Aur" ist eine definitive Erfüllung und stellt in meinen Augen das stärkste Album des Jahres 2014 dar! Auch ist es ein ähnlicher Augenöffner wie seiner Zeit noch "Exaltation of Wisdom"... ein Geniestreich, der einem klar macht, warum man nochmal genau diesem Kult so hörig ist. Genau so sollte Black Metal in der heutigen Zeit klingen: erhaben und druckvoll produziert, jedoch nicht zu sauber. Melodisch und trotzdem nicht die nötige Härte vermissend. Finster und atmosphärisch. Und vor allem: authentisch! Ein spieltechnisch perfektes Album, an dem es rein gar nichts auszusetzen gibt. Einzig und alleine den Preis habe ich zu bemängeln... 24-25 Euronnen für eine DLP ist schon enorm happig, da kann die Band noch so überragend sein. Solche Preise bringt man eher mit Major-Label-Bands in Verbindung, als mit seriösen Black Metal-Kapellen. Aber das zeigt leider einmal mehr, dass der Black Metal längst im Kommerz angekommen ist. The Cult is dead. Long live the Cult. Heil Luzifer!

10 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Dealing with the Veil
A-02. Blood Royale
A-03. The Lifting of the Veil
A-04. Endless Light
B-05. Carrying the Forbidden Flame
B-06. Spirit Eater
B-07. Procession of the Silver Fire
B-08. Enter the Unknown
C-09. Of Tomb and Thirst
C-10. The Luminous One
D-11. The Rose and the Cross
D-12. Piercing the Veil

Laufzeit: ca. 63 Minuten