Mittwoch, 30. Dezember 2015

Review: The 3rd Attempt - Born in Thorns (CD, Dark Essence Records - 2015)

Aus Norwegen stammt die 2014 formierte Horde The 3rd Attempt. Mit "Born in Thorns" lassen die vier Herren nun ihr Debüt-Album auf die Menschheit los. Dabei hat die Band auch noch keine bisherige Demo-Veröffentlichung oder dergleichen zu bieten. Manchmal ein nicht allzu gutes Zeichen, wenn dann direkt ohne vorherige 'Probeläufe' ein ganzes Album dahingeklatscht wird. Ob sich dies bei The 3rd Attempt ebenfalls so verhält, lest ihr im folgenden...






Zunächst einmal handelt es sich bei den Mitgliedern der Band größtenteils um keine allzu Unbekannten. Die meisten Namen dürften Kennern der norwegischen Szene ein Begriff sein. Horden wie Curse, Den Saakaldte, Blood Red Throne, Green Carnation und vor allem Carpathian Forest sollte jeder schon einmal gehört haben. Die Musik der letztgenannten Truppe dürfte den Sound von "Born in Thorns" vorwiegend Pate gestanden haben, so lassen sich gerade im Gitarrenspiel oder auch im Drumming nicht zu leugnende Parallelen feststellen. Gesangstechnisch orientiert man sich allerdings vermehrt an einer anderen Vorreiter-Band des norwegischen Stils: Satyricon. Nun, mag man auch von den aktuelleren Sachen genannter Gruppen oder den immer kommerzielleren Auswüchsen des norwegischen Black Metals im Allgemeinen halten, was man möchte... das meiste rockt einfach! Man nehme nur die aktuelle Live-Scheibe von Satyricon ("Live at the Opera"). Das hat mit Black Metal im ursprünglichen Sinn vielleicht nicht mehr so viel zu tun, ist aber musikalisch gesehen unbestreitbar phänomenal. Doch ich schweife ab. The 3rd Attempt liefern hier jedenfalls ein recht solides erstes Werk ab, das ich schon beinahe eher dem Blackened Rock 'n' Roll zurechnen würde, denn dem Black Metal an sich. Es gibt darüber hinaus ein paar sehr gut arrangierte Songs, aber letztlich fehlt es der Band etwas zu sehr an wirklicher Eigenständigkeit.

Fazit:
Ich meine, wenn ich Bock auf Carpathian Forest habe, höre ich mir halt Carpathian Forest an. Oder wenn ich Lust auf die Musik von Satyricon verspüre, höre ich eben Satyricon. Aber nicht unbedingt The 3rd Attempt. Versteht mich nicht falsch - musikalisch gesehen ist "Born in Thorns" mitnichten ein schlechtes Album, sogar recht intensiv und atmosphärisch, aber auch gerade im Verhältnis zu den Größen der norwegischen Szene absolut vorhersehbar und daher fast schon langweilig in seinem Verlauf - wenn es auch immer mal wieder interessante Passagen, Elemente und Songs gibt (Chöre, Klargesang, Akustikgitarren etc.). Wer die ganzen, schon etwas älteren Sachen aber nicht kennt, wird mit diesem Debüt seine Freude haben. Alle anderen können mal reinhören, sollten aber nichts erwarten, was über ein spielerisch recht gutes Blackened Rock Album hinaus geht.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Torment Nation
02. Dark Vision
03. Art Of Domination
04. We Defy
05. Born in Thorns
06. Beast within
07. Sons of the Winter
08. Nekrogrammaton
09. Fire Storm
10. Anti-Self

Laufzeit: ca. 48 Minuten

Sonntag, 27. Dezember 2015

Review: Plague - Deconstructing Reality (Digitales Album - 2015)

Bei Plague handelt es sich um eine Horde aus Deutschland. Viel ist mir über jene aber weiter nicht bekannt. Es existieren keine Angaben zu dem Mitglied / zu den Mitgliedern, keine Angabe über die die genaue Herkunft der Band und bis auf die Dark Noiz-Bandcamp-Seite, auf der man sich kostenfrei alle bisherigen Veröffentlichungen runterladen kann, existiert lediglich noch eine recht uninformative Präsenz auf Visagenbuch.






Gut... jedenfalls präsentiert die Horde mit vorliegendem Werk ihr erstes vollwertiges Album. "Deconstructing Reality" ist dabei nicht bloß ein weiterer gesichtsloser Vertreter der Gattung Underground Black Metal, sondern hat durchaus auch interessante Facetten zu bieten. So werten Plague ihren, zugegeben, recht verschnörkelten, doch auch irgendwie primitiven Black Metal mit allerlei anderen Genre-Einflüssen auf. So weist ihr Stil weiterhin eine gehörige Portion Doom / Post Rock auf. Leicht psychedelisch wird es hier und da auch schon einmal. Ein paar Death-Growls sind auch zu vernehmen. Song weise hört sich das Schlagzeug allerdings sehr stark nach Konserve an, was recht schade ist, und eigentlich eher dafür spricht, dass es sich hier um ein Solo-Projekt handelt. Die meiste Zeit hört sich das aber doch erträglich an. Der Gesang und die restlichen Instrumente gehen indes auch vollkommen in Ordnung, wenn natürlich auch nichts wirklich Neues geboten wird. Einen wirklichen Augenöffner hatte ich lediglich bei dem Lied "Of Broken Dreams and Shattered Hopes". Diese kranke Mischung aus langsamen Black Metal, Anleihen an den Psychedelic und Doom... das haut mich einfach um. Bei "I Am The Sky" zeigt man seine avantgardistische Experimentierfreudigkeit.

Fazit:
Plague legen mit "Deconstructing Reality" einen recht soliden Einstand hin. Was hier wirklich stört, ist die offensichtliche Drum-Konserve, die zumindest in vielen der Lieder Verwendung zu finden scheint und so auch vieles an Atmosphäre zunichte macht. Wirklich hervorragend finde ich allerdings das Stück "Of Broken Dreams and Shattered Hopes"... ein richtig schön fieses Stück. Das ist schwarze Tonkunst, wie sie sein sollte (und das muss ja nicht nur Black Metal sein). Mit "I Am The Sky" kann ich leider so rein gar nichts anfangen und für ein Album, welches sich mit dem Black Metal auseinandersetzt, halte ich es persönlich für zu harmonisch. Unter'm Stich bleibt hier ein grundsolides erstes Album einer noch jungen Band, welches deutliches Potential erkennen lässt, dieses jedoch nicht vollends auszuspielen weiß und noch deutlich erkennbare Ecken und Kanten besitzt. Beziehen kann man das Album über das Bandcamp-Profil von Dark Noiz (https://darknoiz.bandcamp.com/).

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. March Of The Dead
02. The Heavens Are Empty
03. Manifesto Of Filth
04. Eridanus
05. III - Deconstructing Reality
06. Of Broken Dreams And Shattered Hopes
07. I Am The Sky
08. Distress

Laufzeit: ca. 51 Minuten

Preview: Ancestors Blood - Hyperborea (CD, Naturmacht Productions - 2016)

Nach einigen Demos, Splits und zwei  vollständigen Alben präsentieren uns die Finnen Ancestors Blood mit "Hyperborea" demnächst ihr nunmehr drittes abendfüllendes Machwerk. Die Erwartungshaltung ist natürlich dementsprechend hoch, bestachen die vergangenen Veröffentlichungen der Band doch durch ihre gekonnte Machart und einen wohltuenden rauen Pagan Black Metal-Stil, den man bei gleichgearteten Bands auch nur seltener antrifft.






Für alle, die Ancestors Blood noch nicht kennen sollten: es handelt sich um eine fünfköpfige Kombo aus Finnland, die sich hauptsächlich aus Mitgliedern der Band Kadotus zusammensetzt, die ja schon einen gewissen Kult-Status innerhalb des Undergrounds erlangt haben. Aber auch Ancestors Blood wird in manchen Kreisen mittlerweile zum Kult erhoben - was vor allem mit dem doch recht speziellen Stil der Band zusammenhängen dürfte. Der ist für Pagan Black Metal nämlich ungewöhnlich rau. Hier trifft majestätische Erhabenheit auf düster-finstere Schwarzmetall-Klänge. Dies wird auch mit dem neuen Werk fortgeführt. Dunkelheit statt Fröhlichkeit. Nostalgie, Kriegertum und die Erhabenheit der Natur statt sinnentleerter Trinklieder zum Mit-schunkeln. Und bevor die ersten hier jetzt 'Graveland' schreien, so lasst euch sagen, dass die Musik der Finnen (glücklicher Weise) um Längen ausgewogener, atmosphärischer und vor allem abwechslungsreicher ist, als alles, was Rob Darken seit seinem "Immortal Pride" Album zustande gebracht hat! Ein eher gekeifter Gesang verbindet sich mit einem schwarz angehauchten Gitarrenspiel, rhythmischem Schlagzeug und getragenem Tastenspiel. Dazu gesellen sich immer mal wieder wohl platzierte Gitarrensoli (wie bei "Elegies", um mal einen Titel zu nennen) oder auch mal sehr atmosphärische Zwischenspiele oder Einspielungen - kurzum: "Hyperborea" ist ein Album, welches seinen Namen alle Ehre macht.

Fazit:
Nun kenne ich längst nicht alles aus der Diskographie von Ancestors Blood, aber ich wage mal zu behaupten, dass es sich bei "Hyperborea" um eines der bisher besten Veröffentlichungen der Band handelt. Das Album ist ein kleines Meisterwerk heidnischer Black Metal Tonkunst, ohne wenn und aber. Da steht uns ab dem 9. Januar 2016 auf jeden Fall etwas ganz Großes bevor - dann erscheint die Scheibe nämlich bei Naturmacht Productions. Ob die Vorbestellungen schon laufen, weiß ich jetzt nicht mit 100%-iger Sicherheit, ein Blick in den Online-Shop des Labels dürfte aber auf jeden Fall schon einmal riskiert werden. Die CD wird im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft veröffentlicht werden und auf 300 Stück limitiert sein. Meine Empfehlung lautet daher: Kaufen! Und zwar schnell!

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Descension
02. The way of the spirits
03. Autumn (Metsäpirtti, Part II)
04. Elegies
05. Hyperborea
06. Rite of Passage
07. Funeral Rite
08. Ascension

Laufzeit: ca. 52 Minuten

Sonntag, 20. Dezember 2015

Review: Ekstasis - Wirklichkeitsraster (CD, Geisterasche Organisation - 2015)

Kürzlich ist dieses Debüt-Werk der deutschen Formation Ekstasis erschienen. Die Band existiert mittlerweile auch schon seit beinahe fünf Jahren. Genügend Zeit also, um an seinem ersten Album herumzufeilen. Was hier dann in den fünf Liedern geboten wird, lässt sich anhand des schlichten, aber effektiven Covers bereits erahnen: Avantgardistischer Progressive Black Metal.







Dabei präsentiert sich die Musik recht modern klingend, hat durchaus melancholische als auch depressive Züge. "Wirklichkeitsraster" klingt dadurch teils sehr verzweifelt, und doch recht aggressiv. 'Manisch' ist wohl das richtige Wort, um die Musik zu beschreiben. Das Artwork des Covers scheint auf den ersten Blick zwar wirr und etwas bunt, macht im Kontext zur Musik aber durchaus Sinn, fängt es doch recht gut die Stimmungen der einzelnen Lieder ein, zu denen sich am besten jeder seine eigene Gedanken machen sollte. Eine intensive Beschäftigung mit dem Werk und ein sich-selber-Gedanken-machen durch den Hörer scheint seitens der Band absolut gewollt zu sein, was auch mehr als begrüßenswert ist.  So umfasst die CD auch ein 12-seitiges Beiheft mit Illustrationen zu allen Titeln, die der Musik ein Gesicht geben. Die Musik an sich ist im übrigen sehr gekonnt dargeboten und detailverliebt: es wird schnell klar, dass hier keine Stümper am Werk waren, die mal eben auf die Schnelle ein Album raushauen wollten, sondern dass hier Leute etwas geschaffen haben, von dem sie absolut überzeugt sind. Möchte man unbedingt Vergleiche heran ziehen, so würde ich das letzte Tavaron-Album "Architektur des Schmerzes", die letzten zwei Werke von Fäulnis oder den Österreicher Hephaistos' Fall nennen wollen. Doch Ekstasis allein darauf zu reduzieren, würde der Musik in keinster Weise gerecht werden. Allein das letzte Lied "Realitätsverlust" hat einen so eigensinnigen Stil inne, der irgendwo zwischen getragener Epik, Melancholie und einer inneren Trostlosigkeit angesiedelt ist, dass es wahrlich erfrischend ist, dieser Band zu lauschen. Da ist es direkt schade, dass nach diesem Song schon Schluss ist.

Fazit:
Das Debüt Ekstasis' kann sich wahrlich hören lassen und sollte gerade für diejenigen interessant sein, die nicht unbedingt nur dem ursprünglichen Black Metal frönen, sondern auch gerne modernen Einflüssen in dieser Musik eine Chance einräumen. So wird "Wirklichkeitsraster" Anhänger des Primitiven eher kalt lassen, während es Leute, die gerne über den Tellerrand blicken und auf der Suche nach innovativen Werken sind, verzücken wird. Bestellungen sind am besten direkt an die Band (http://gedankenort.com) zu entrichten - dort gibt es die CD für 12,- Euronnen (inkl. Versand). (Nachtrag: Diese ist im übrigen auf 500 hand-nummerierte Exemplare limitiert. Jeder CD liegt ein Stück eines Puzzles bei, in der Art, welches auf dem Cover zu sehen ist. Die Limitierung befindet sich auf diesem Teil.)

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Angstzustände
02. Kontrolle
03. Farbenblind
04. Gedankenort
05. Realitätsverlust

Laufzeit: ca. 29 Minuten

Sonntag, 13. Dezember 2015

Review: Runenwacht - Des Goden Werk (CD, Wolfmond Production - 2015)

Das nunmehr dritte Album der deutschen Underground-Horde Runenwacht wurde im Oktober diesen Jahres veröffentlicht. Wieder einmal in den Blasphemy Halls eingehämmert und dieses Mal auch gänzlich unter dem Label Wolfmond Production veröffentlicht. Und die vier Mannen, so viel kann schon einmal verraten werden, liefern hier ihr bisher bestes Werk ab.






Ja, es stimmt: "Des Goden Werk" mutet anders an als seine Vorgänger. Vor allem im direkten Vergleich zu seinem Vorgänger fällt eine leichte Stilwandlung der Band auf. Wobei hier eigentlich nicht von einer wirklichen Wandlung gesprochen werden kann. In dem aktuellen Werk treten lediglich mehr Eindrücke in den Vordergrund. So paart sich zu dem harschen, recht militanten Black Metal Stil der Band, den sie ja bereits auf ihrer Debüt-EP "Schrei des Hasses" inne hatten, und auf ihrem letzten Album regelrecht verinnerlicht hatten, noch ein gewisser Pagan-Einschlag hinzu. Dieser Mix aus brachialem Menschenhass und fast schon hymnischen Sphären (die jedoch nicht mithilfe von Tasten erzeugt werden, meine Herrschaften! Es handelt sich hier schließlich um Schwarzmetall im ursprünglichen, primitiven Sinne) erinnert nicht selten an das Schaffen solcher Bands wie Heimdalls Wacht, The Martyrium (ist ja quasi die selbe Gruppe), Hati (kennt die noch jemand?), Forgotten Darkness (R.I.P.) oder vereinzelt auch an Lieder von Absurd ab ihrem Album "Totenlieder". Besonders gut rüber kommen diese Bezüge in Liedern "Der alte Baum", "Goldner Hirsch und Goldner Löwe" oder bei "Heidnisches Bollwerk".  Dazu passend gesellt sich angemessene Produktion, die hörbar besser ist, als bei den Vorgängern und viel zu der nötigen Kälte auf dem Album beiträgt. Spielerisch hat man sich auch weiterentwickelt und präsentiert so auch nicht unbedingt das gefühlte zum x-ten Male gehörte Riffgewitter. Dabei fallen einem hier und da doch mal Passagen auf, die man zu kennen glaubt, aber ich denke, dass lässt sich heutzutage auch einfach nicht mehr vermeiden bei dieser schieren Masse an Bands. Alles ist doch irgendwie schon einmal da gewesen. Zudem haben Runenwacht immer mal wieder nett anzuhörende Details mit in ihre Songstrukturen eingebaut, so dass man hier auch getrost von einer gewissen Eigenständigkeit sprechen kann, welche das Album enorm aufwertet.

Fazit:
So ist "Des Goden Werk" vielleicht auch nicht gerade innovativ, dafür aber authentisch und hörbar mit Herzblut vorgetragen. Das ist Schwarzmetall, so wie er sein sollte. Misanthropisch, kalt, machtvoll und erhaben. Dem Menschen überlegen und gleichzeitig eine nicht gekünstelt wirkende Ode an die Dunkelheit, die Natur und den Tod. Das gewisse Etwas ist hier einfach vorhanden. Man bemüht sich auch hörbar um Eigenständigkeit. Einen Innovationspreis wird das Album trotzdem nicht einfahren. Erwartet aber auch keiner ernsthaft von solch einem Werk, also kein Grund rum zuheulen. "Des Goden Werk" ist eine Scheibe, die indes genau das hält, was sie verspricht: guten authentischen deutschen heidnischen Underground Black Metal. Nicht mehr, nicht weniger. Die CD kommt als Pro-CDr im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft auf doppelseitigem Fotopapier.
Während der Vorgänger noch auf 200 Stück limitiert war, ist der aktuelle Auswurf der Truppe auf gerade einmal 100 Exemplare begrenzt (natürlich hand-nummeriert). Bestellungen gehen entweder direkt an die Band unter order.runen.wacht@gmx.de oder an Wolfmond Production.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Der alte Baum
02. Des Goden Werk
03. Goldner Hirsch und goldner Löwe
04. Heidnisches Bollwerk
05. Weltenende
06. Eberkopf
07. Das Opfer
08. Des Waldes geistiger Hauch

Laufzeit: ca. 34 Minuten

Freitag, 11. Dezember 2015

Preview: Black Blood - Black Blood (CD, Inverse Records - 2015)

Die Groove / Stoner Metal Band aus Finnland präsentiert uns mit ihrem un-/selbst-betitelten Debüt-Album ihr meines Wissens nach, erstes Gesamtwerk. Gegründet wurde die Gruppe bereits im Jahr 2010, startete anfangs als reine Tribute- und Cover-Band, welche Hits von u.a. Black Sabbath, Iron Maiden, Pantera und Metallica zum besten gab. Daraus entwickelt hat sich das heutige Quartett, welche zwischen den ganzen Einflüssen aus Southern Metal, Hard Rock, Stoner Metal und einer Prise Hardcore ihren Weg gefunden zu haben scheint...




Das Album ist, um es direkt am Anfang mal erwähnt zu haben, vor allem eins: dreckig! Dieser irgendwie matschige Southern Metal ist jeder Zeit spürbar. Dadurch wirkt das ganze auch ziemlich modern im Klang. Der Gesang erinnert mich zudem vor allem an Pantera. Aber würde dieses Album nur aus diesem Stil bestehen, wäre es wohl kaum von Interesse für mich. Interessanter sind da schon eher die richtig groovenden Metal-Einflüsse, gepaart mit teils recht psychedelischen Stoner-Sphären, die den Anfängen einer Band wie Monster Magnet in nichts nachstehen (kommt vor allem im Stück "Wolf Of Anger" sehr gut zur Geltung). Das Instrumental "Route 66.6" ist auch mehr als bloß Lückenfüller. So richtig schöner Assi-Rock lässt sich in Form des Songs "Dopesmashed Jazz" finden, eine gewisse Death-Attitüde im letzten Lied "Speed Thrills & Roadkills".

Fazit:
Ein Album wie ein Hammer! Black Blood ist mit ihrem selbst-betitelten Debüt ein äußerst stimmungsvolles, dreckiges Werk finnischen Rock 'n' Rolls gelungen. Es gibt hier eigentlich auch nicht viel auszusetzen, da man sich spiel-technisch auf allerhöchstem Niveau bewegt und trotz des gewollt dreckigen Sounds, den richtigen Druck in der Produktion aufweist. Einzig ein winzige Spur mehr Eigenständigkeit hätte dem Album vielleicht noch gut getan - aber für eine Band, die hier gerade einmal ihr erstes Werk präsentiert, ist das hier schon wirklich enorm. Die CD wird im Digipak erscheinen, ist ab dem 18. Dezember 2015 verfügbar und kann bereits im Online-Shop des Labels Inverse Records vorbestellt werden. Für alle, die vor allem Southern, Groove und Stoner Metal mögen, absolut empfehlenswert!

8.5 / 10 Punkte

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Review: Hoth - Oathbreaker (CD, Epicurus Records - 2015)

Bei vorliegendem Werk handelt es sich um das bereits zweite Album des Duos aus Amiland mit Namen Hoth und stammt aus dem Jahr 2014. Diese Wiederveröffentlichung unter einem Label stammt allerdings aus dem aktuellen Jahr. Neben einer professionellen Gestaltung enthält das Re-Release zwei exklusive Bonus-Stücke. Und zu dem Kurs, für den mir die CD angeboten wurde, fragte ich auch nicht groß nach, obwohl ich die Band bisher so gar nicht kannte...






Es verhält sich wohl auch so, dass man das frühere Debüt-Album wohl getrost vergessen kann, was man von vorliegender Veröffentlichung "Oathbreaker" wohl eher nicht behaupten kann. Zelebriert wird hier allerfeinster melodischer Black Metal mit einer Vielzahl an weiteren Einflüssen, wie etwa Viking Metal, Death und Doom Metal. Auch Folklore fließt hier viel mit ein. Das klingt in etwa so, als würden Immortal auf Dissection und gute alte Enslaved treffen und ein heidnisches Fest mit In The Woods... und Empyrium begehen. So ein wenig Inquisition fließt auch mit ein. Insgesamt sehr atmosphärisch und stimmig. Die stimmt hier nämlich erfreulicher Weise wirklich einmal. Während viele Melodic Black/Death Metal-Vertreter ja oft daran scheitern, dass sie es einfach übertreiben und ihre Musik einfach nur noch nach bittersüßlicher Harmonie klingt, verstehen es Hoth eine wirklich eiskalte Atmosphäre zu erzeugen, die mich in ihrer Kraft und Erhabenheit wie gesagt schon sehr an die Werke der Norweger Immortal zu ihren besten Zeiten erinnert. Die Viking/Heathen Metal-Parts haben auch durchaus einen Charakter vom Schlage eines Falkenbach inne. Bleibt noch zu sagen, dass das King Diamond Cover absolut gelungen ist, der ursprünglichen Version absolut würdig. So muss ein Cover klingen: gleichzeitig eine Hommage an das Original und doch mit einem eigenen Einfluss. Was man sich jedoch hätte sparen können, ist der letzte Song. Das wird wohl nur absolute PC-/Game-Nostalgiker ansprechen.

Fazit:
Hoth legen mit "Oathbreaker" ein schlicht geniales Album ab. Hier melodischer Mix aus Black / Death / Viking / Doom Metal kann sich nicht nur hören lassen und ist spielerisch auf sehr hohem Niveau, sondern klingt auch recht stimmungsvoll. Majestätisch erhaben, gleichzeitig düster und eiskalt. Genau das erwarte ich von einem Werk eines solchen Formates. Vielleicht als reines Black Metal-Machwerk vielleicht nicht vollends seriös genug. Puristen werden hiermit eh nicht glücklich. Die Erstauflage, die die Band selbst an den Mann brachte, wurde als Digipak-CD in einer Auflage von 300 Stück veröffentlicht. Diese Neuauflage kommt ebenfalls im Digipak und ist auf 1000 Einheiten limitiert. Das Album ist via Death Culture Tapes ebenfalls auf Kassette erschienen, limitiert auf 100 Stück (evtl. habt ihr ja Erfolg, und könnt hier noch ein Exemplar abstauben). Die CD bestellt ihr euch am besten gleich bei der Band über deren Bandcamp-Profil. Dort gibt es das Album auch in rein digitaler Form zu erwerben, für die, die es interessiert.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. The Unholy Conception
02. A Blighted Hope
03. Cryptic Nightmares
04. Serpentine Whispers
05. Acolyte of the Tenebrous Night
06. Unending Power
07. Oblivion
08. Despair
09. Welcome Home (King Diamond Cover)
10. Serpentine Whispers (8-bit)

Laufzeit: ca. 65 Minuten

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Review: FPS - First Person Shooter (A3 Film / KSM - 2015)

Nach einer gefühlten Ewigkeit folgt hier mal wieder eine Film-Review. Der Grund, warum es nun ausgerechnet diesen Film traf? Gute Frage: ich habe ihn heute geschaut und zum ersten ist es mal wieder ein solider Beitrag aus Deutschland zum Horror-Genre und zum anderen einer der wenigen abendfüllenden Filme, die das Genre des Ego-Shooters in Szene setzen (Allein das geniale Cover sollte schon klarstellen, was einen hier erwartet). Nun, ich mag sowohl Horrorfilme als auch FPS-Games - was kann da schon so verkehrt an diesem Film sein? Der Versuch einer nicht gänzlich seriösen Rezension...






Einleitende Worte:
Zunächst einmal sei gesagt, dass Leute, die generell deutsche Genre-Filme ablehnen, ihre Meinung auch mit diesem Beitrag nicht ändern werden. FPS sieht man an allen Ecken und Kanten sein offensichtlich nicht gerade sehr hohes Budget an. Fans gut gemachter Independent Produktionen und vor allem Anhänger alter 90er Jahre Ego-Shooter wie Duke Nukem 3D, Shadow Warrior oder auch insbesondere der Blood-Reihe, sollten diesem Film aber unbedingt mal eine Chance geben.

Die Handlung:
Der Film beginnt in einer alternativen Realität, in der eine geheimnisvolle Zombie-Seuche große Teile der Menschheit auszurotten droht. Die Ursache ist ein Virus, der Ursprung scheint jedoch weitgehend unbekannt. Bis Behörden eine jetzt stillgelegte Anstalt für Kranke als Ausgangspunkt ausmachen konnten. Und nun planen, eben diese mit einem Giftgas-Angriff aus der Luft wegzubomben. WTF... Pech nur für den namenlosen "Helden", dessen Frau als Krankenschwester in eben jener Einrichtung arbeitete. Die hat nämlich die Stelle hin geschmissen und hätte nach ihrem letzten Tag nun eigentlich wieder neben ihm im Bett liegen müssen, was sie jedoch nicht tut, wie er nach seinem Erwachen feststellen muss. Ergo schmeißt sich der psychisch irgendwie durchgeknallt wirkende Protagonist in seinen schicken schwarzen Schutzanzug, setzt sich ins Auto und fährt zur Klinik, um seine Frau - die übrigens auch noch schwanger ist, dort herauszuholen. In dem Hospital angekommen, erwarten ihn schon einige Zombies und ein actiongeladener Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Der Film:
FPS ist kein Horrorfilm im eigentlichen Sinne. Grusel- und Schockmomente kommen so wirklich eigentlich zu keiner Zeit auf, jedoch versteht es Regisseur Andreas Tom durchaus Spannungsbögen zu erzeugen, die einem wirklich Glauben machen können, dass man dem Walkthrough oder Longplay eines plump aber brachial inszenierten Ego-Shooters zusieht. Das Feeling richtet sich ganz klar an die Generation der 90er-Zocker. So werden bereits vor der Einblendung des Logo in 8 Bit-Qualität (inklusive Angabe der vorliegenden Spiele-Version) in MS-DOS-Eingabe-Manier Einstellungen an dem Spiel vorgenommen, nachdem es klassisch installiert wurde. Schnell den Gore-Gehalt auf volle Pulle gestellt und schon erscheint das Logo und der anschließende Menü-Bildschirm. In den Optionen noch schnell die Farbe des Blutes eingestellt und los geht's.

Die Einleitung des Films findet, zur Untermauerung des Retro-Feelings, komplett im 8bit-Stil statt und zeigt einen Fernsehsprecher, der über die Ausbreitung der Seuche berichtet (interessant ist das Quake-Siegel im News-Logo). Auch die Passage, als der Protagonist erwacht und sich in seinem Wagen aufmacht, wird in 8bit-Grafik dargestellt, ähnlich einem alten Point-and-Click-Adventure. Mit der Ankunft bei der Klinik wechselt man dann in die reale Welt und die First-Person-Ansicht. Schnell wird klar, dass der "Held" nicht alle Latten am Zaun hat, wird prompt von hinten niedergeschlagen und findet sich nach seinem Erwachen angekettet in einer Zelle wieder, und er ist nicht allein...

Die Tötungen in der First-Person-Perspektive werden von dem "Helden" oft mit einem trockenen Oneliner kommentiert, auch gibt es die obligatorischen Sprüche, wie "ist verschlossen", wenn er versucht, eine verschlossene Tür zu öffnen. Dafür müssen nämlich erst Schlüssel gefunden werden, die natürlich auch wieder von besonders fiesen Gegnern bewacht werden. Das alles erinnert sehr an die alten Videospiel-Helden, insbesondere den Duke. Auch die Sprüche sind herrlich nostalgisch, wobei man sich hier von der Grundstimmung und auch bei der Stimme eher an dem eher düsteren, schwarzen Humor von Blood orientiert hat. Genial ist die Klo-Szene, in der sich der "Held" ins Pissoir erleichtert und dies mit einem "Ah, das ist besser" quittiert. Auch der abschließende Monolog des Protagonisten stammt wahlweise aus Blood oder auch Army Of Darkness. Je nachdem, aus welcher Perspektive man es sieht. Zwischendurch finden immer mal wieder Zwischensequenzen in In-Game-Grafik statt, die die Handlung voran treiben - darüber hinaus findet der "Held" während seines Streifzugs noch ein paar Notizen, die in bester Resident Evil-Manier präsentiert werden. Auch gibt es eine Passage, in der der Spieler doch allen Ernstes versucht, zu cheaten - dabei kommen interessanter Weise Tastatur-Eingaben heraus, die jeder Spieler der alten 3D-Realms-Titel eigentlich noch im Kopf haben sollte. Bis auf einen, klappt aber kein Cheat. Wäre ja auch irgendwie langweilig, dem Protagonisten im God-Modus zuzuschauen. Übrigens gibt es auch eine Leiste für Lebenspunkte, Munition und Inventar, die ab und an mal eingeblendet wird. Die einzelnen Etagen sind wie in Level unterteilt, an deren Ende immer eine Tötungsquote angezeigt und immer zwischengespeichert wird.

Eine Sterbe-Szene gibt es übrigens auch, stilecht mit anschließendem "Sie sind tot" Bildschirm. In einer Szene gibt es dann noch eine markante Stelle, in der der Protagonist mit einer Railgun unter Dutzenden von Zombies aufräumt - dafür wurde abermals in die 8bit-Grafik geschaltet, so dass das Ganze wie eine Sequenz aus Doom oder Blood wirkt. Aber es gibt auch durchaus eine Passage im Film, die dann eher an neuere Titel wie Outlast denken lässt, nämlich dann, wenn der Protagonist, seiner Waffen beraubt und vollkommen schutzlos, sich vor seinen Häschern verstecken muss.

Die Auswahl der Waffen reicht von den Klassikern wie die Faust, einer Pistole, einem Revolver, einer abgesägten Schrotflinte, über eine Klinge, ein Brecheisen, die Kettensäge und die allseits beliebte Railgun, bis hin zu etwas exotischeren Dingen wie eine mit Ketten umwickelte Faust und eine herausgerissene Wirbelsäule inklusive mit Stacheldraht umwickelten Schädel. Auch ein Dünndarm kommt als Waffe zum Einsatz. Die Forke (und wieder einmal lässt Blood mehr als nur grüßen) ist leider nur im Bonusmaterial in den experimentellen Einstellungen zu sehen und lässt sich leider nicht im fertigen Film wiederfinden.

Die Kritik & abschließendes Fazit:
Man sieht "FPS" ganz klar sein eher geringes Budget an, was sich hauptsächlich darin äußert, dass es keine wirklichen Einschusslöcher oder wirklich viel handgemachte Splatter- und Gore-Effekte zu bestaunen gibt. Die digitalen Blut-Effekte beschränken sich meist auf das, was gegen die Kamera ins Sichtfeld des "Helden" fliegt und welches er unter einem Kommentar oder hysterischen Lachen wegwischt. Das trägt natürlich andererseits auch wieder sehr zum nostalgischen Ego-Shooter-Flair des Films bei, der ja durchaus gewünscht ist. Trotzdem hätten ein paar explodierende Körper(-teile) nicht geschadet und die Umgebung scheint leider auch kein Blut aufzunehmen. Die Kettensäge scheint auch nicht wirklich viel Schaden zu verursachen, außer Bäuche platzen zu lassen - aber das erinnert ja auch wieder sehr an Doom. "FPS" ist daher vielleicht kein Meilenstein an Film, will er aber auch gar nicht erst sein. "FPS" ist mehr als Tribut und Hommage zu sehen und in seiner einzigartigen Darstellungsweise ist der Film doch recht außergewöhnlich. Ich habe mich auf jeden Fall gut unterhalten gefühlt und den Film regelrecht abgefeiert, aber ich stehe wie gesagt auch auf so einen Scheiß und verfolge auch das eine oder andere Longplay.

Der Film hatte ebenso keinerlei Probleme bei der FSK, die ihn mit dem Siegel "ab 18" bedachte. In dieser Form ist er ergo vollkommen ungeschnitten und frei im Handel auf DVD und Blu-ray erhältlich Solltet ihr also Game-Nostalgiker und auf Spiele wie Dukem Nukem 3D, Quake, Blood 1 + 2, Outlast oder Silent Hill sein, so schaut euch "FPS" ruhig mal an: euch erwartet ein wirklich solider Party-Film, der zwar gerade im Mittelteil einen leichten Hänger bekommt, dann aber wieder richtig abgeht und den man so auch durchaus mit ein paar Freunden und ein paar Bier genießen sollte.

Dienstag, 8. Dezember 2015

Review: Cosmic Church & Blood Red Fog & Shroud of Satan - Beyond the Mirror of Worlds Split (LP, Deviant Records - 2015)

Kaum dass ich das aktuelle Album der Herren Shroud of Satan besprochen habe, wurde ich auf diese Split-LP aufmerksam, die ebenfalls aus dem Hause Deviant Records stammt. Tut sich ja mit Sol Records nicht viel. Split-Partner der Deutschen sind die beiden finnischen Bands Cosmic Church und Blood Red Fog, die ja bereits auch jeweils ein oder mehrere Werk(e) unter dem Banner des deutschen Labels veröffentlichten.







Eingeleitet wird die einseitig bespielte 12'' Vinyl von der Ein-Mann-Band Cosmic Church, welche das Stück "Marrastuuli" beiträgt. Ein langes Lied, welches eher dem atmosphärischen Depressiv Black Metal zuzuordnen ist, da die Instrumente hier größtenteils in Slow-Motion zelebriert werden und somit fast schon ein gewisses Doom-Flair aufkommt. Trotzdem sorgen einige Stimmungswechsel dafür, dass der Song nicht allzu monoton daher kommt, und am Ende vielleicht sogar noch eher langweilt. So vergehen die getragenen knapp 11 Minuten zwar auch nicht allzu schnell, aber immerhin hat man hier nicht wie bei so vielen anderen Vertretern dieses Genres den Eindruck, kostbare Lebenszeit vergeudet zu haben, sondern etwas besonderem gelauscht zu haben.

Die drei Mannen von Blood Red Fog gehen da eine Spur aggressiver zu Werke. "Komeeta" kommt als lupenreiner Black Metal-Song daher, der sich im getragen-hymnischen Midtempo bewegt. Instrumental gesehen vielleicht eine Spur zu monoton und vorhersehbar, aber das geht in Ordnung. Nach gut sieben Minuten ist der Spuk vorbei.

Als letztes Lied ertönt "A Distant Dream" der Horde Shroud of Satan. Ein brachiales Machwerk, welches den Aufnahme-Sessions des aktuellen Albums entnommen wurde. Dieser umfasst gute dreieinhalb Minuten Spielzeit. Hier gibt es dreckig-rotzigen Black Metal, direkt aus dem Herzen und voll in die Fresse. Eines der besten, weil einprägsamsten Stücke der Band bisher!

Fazit:
Alle drei Kombos liefern hier eine mehr als solide Arbeit ab, wobei Blood Red Fog meiner Meinung nach im direkten Vergleich zu ihren beiden Split-Kollegen etwas zurück bleiben. Cosmic Church kann durch seine dichte Atmosphären überzeugen und Shroud of Satan liefern hier eines ihrer besten Werke bisher ab. Daher eine uneingeschränkte Kaufempfehlung meinerseits. Bestellungen sind an Deviant Records zu entrichten.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
Cosmic Church
01. Marrastuuli
Blood Red Fog
02. Komeetta
Shroud of Satan
03. A Distant Dream

Laufzeit: ca. 24 Minuten

Review: Wrathrone - Born Beneath (CD, Inverse Records - 2016)

Nach längerer Zeit habe ich endlich mal wieder die Gelegenheit, eine Preview zu schreiben. Aus Finnland stammt die Death Metal-Kombo Wrathrone, die mit "Born Beneath" ihr Debüt-Album vorlegen. Diesem gingen im Jahr 2011 und 2013 bereits die EPs namens "Burning Hatred" und "Left Unburied" voran. Die Band formierte sich bereits 2008, war seitdem eigentlich nur auf kleinen Touren unterwegs und besteht aktuell aus fünf Leuten. Death Metal, gerade aus den Jahren 20... stehe ich zwar immer etwas skeptisch gegenüber (aus gutem Grund, wie ich meinen will), aber wenn man doch schon einmal die Gelegenheit bekommt, dann soll man sie natürlich aus ergreifen.


Gut, mir liegt natürlich nur eine Vorab-Promo der CD in digitaler Form vor. Aber das macht nichts, da es sich hier laut Beschreibung auch um das letztendliche Klangbild handeln wird. Wrathrone haben sich brutalen Old School Death Metal auf die Fahne geschrieben. Auch spielen hier einige Death Rock-Einflüsse mit ein. So erinnert das Material einerseits erfreulich an selten erreichte Brutalität der frühen Cannibal Corpse und andererseits auf eine Art und Weise an die Spielfreudigkeit der Deutschen Debauchery, als sie noch gute Musik machten. Dann betritt man aber auch mal dommigere Gefilde ("Failing Flesh, Enduring Spirit"), was sich vor allem im Gitarrenspiel widerspiegelt und lässt dabei an seine Landsleute von Convulse denken (ich denke da vornehmlich an die geniale "Inner Evil" LP!). Trotz all dieser erkennbar deutlichen Einflüsse, schaffen es Wrathrone durch ihre Art zu überzeugen und dem Ganzen einen eigenen Stempel aufzudrücken - was allerdings auch nicht immer zu 100% gelingt. Doch im Old School Death Metal wirklich eigene Akzente zu setzen, ist fast mehr unmöglich, da doch alles irgendwie schon einmal dagewesen ist - der Schwierigkeit im Black Metal nicht unähnlich. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, zumal Wrathrone zum Ende hin mit dem knapp sieben Minuten langen Song "Sea Of Sickness" einen wahren Hammer abliefern, der durchaus episch-melodische Sphären besitzt.

Fazit:
Und so kann man heutzutage eigentlich auch nur noch zwischen den guten Bands mit diesem gewissen Etwas in der Musik, spielerischer Finesse und mit einer authentischen Atmosphäre und diesen ganzen mehr als belanglosen Bands, die lediglich 08/15-Mucke abliefern, unterscheiden. Um es klar zu sagen: Wrathrone gehören meiner Meinung nach eindeutig zur ersten Kategorie. Wirklicher "Old School" Death Metal ist es zwar nicht, dafür ist er doch etwas zu modern in seiner Spielart, aber diese Band schafft es Elemente aus beidem miteinander zu vereinen und etwas eigenes zu schaffen - und allein dafür sollte man ihnen schon Respekt zollen! Fans solcher Bands wie Convulse, alten Cannibal Corpse, alten Debauchery, Autopsy und Sulphur Aeon sollten hier auf jeden Fall mal ein oder zwei Ohren riskieren, und sich im nächsten Frühjahr die CD zulegen (wird am 22. Januar 2016 erscheinen). Auf dem bandeigenen Bandcamp-Profil kann man sich indes einen Song des kommenden Albums anhören (zu welchem sich auch ein Video auf Youtube finden lässt) und sich zudem noch die beiden früheren EPs kostenlos herunterladen. Die CD kann man sich bereits im Online-Store von Inverse Records vorbestellen (auch im Bundle mit T-Shirt erhältlich).

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Born Beneath
02. Age of Decadence
03. Eternal Salvation
04. Failing Flesh, Enduring Spirit
05. Blunt Blade Birth
06. Dead End
07. Sea Of Sickness
08. Carnal Lust

Laufzeit: ca. 33 Minuten

Samstag, 5. Dezember 2015

Review: Shroud of Satan - At the Behest of Time (CD, Sol Records - 2015)

Kaum zu glauben, aber ich habe es selbst gerade nachgeschlagen... sage und schreibe zwei Jahre ist es nun her, dass ich die "Litany to the Moon" EP der Band besprochen habe. Kaum hatte ich noch einmal mit Shroud of Satan gerechnet. Von Sol Records hatte man ja auch länger nichts mehr gehört. Und mit einem Mal meldet das Label gleich zwei neue Veröffentlichungen der Band an: zum einen vorliegendes Debüt-Album und zum anderen eine Split-LP mit Cosmic Church und Blood Red Fog (Review folgt). Hier nun zunächst meine Meinung zum ersten Voll-Album der Mannen...




"At the Behest of Time" beginnt überraschender Weise mit einem Auszug aus dem gleichen Sample, welches damals schon "Litany to the Moon" einleitete. Jedoch wurde es soundtechnisch etwas überarbeitet. Weitere Passagen, und das sei hier schon einmal erwähnt, lassen sich als Zwischeneinspielungen auch im weiteren Verlauf festmachen. Was beim Blick ins Booklet auffällt: Shroud of Satan sind nun zu dritt. Die Texte sind im übrigen auch alle abgedruckt, was die Sache enorm aufwertet in meinen Augen. Zum Schluss noch eine kurze Stellungnahme zur Intention, die hinter der Band und deren Werken steht. Klar und deutlich, sollte auch der letzte Idiot verstanden haben. Black Metal ist mehr als bloß Musik für irgendwelche Trendsetter und Möchte-gern-Aussenseiter... aber wem erzähle ich das? Ich glaube, dazu habe ich mich auch schon oft genug geäußert, und ich glaube auch kaum, dass Leute, die ihr Herz und ihre Seele nicht diesem Kult verkauft haben und sich ihm widmen, wohl kaum aufmerksam diesen Blog verfolgen und lesen werden. Aber ich schweife mal wieder ab... widme ich mich also wieder der Musik: Shroud of Satan zelebrieren hier sieben Lieder, deren Stil sich an die bereits mehrfach erwähnte erste EP anlehnt. Die Musik hat einen nicht zu leugnenden finnischen Einfluss, kommt mal kraftvoll erhaben ("At Night we came with fire"), meist aber eher kraftvoll misanthropisch und satanisch rüber. Dazu sehr passend sind auch die bereits erwähnten Sample-Einspielungen gesetzt. Die Produktion wirkt in meinen Ohren etwas dumpfer, was aber der allgemein etwas brachialeren Darbietung der Musik sehr gut zu Gesicht steht. Der Gesang wirkt dadurch auch eine Spur düsterer und klingt im direkten Vergleich auch nicht mehr allzu... sagen wir 'hysterisch'.

Fazit:
Das erste Album Shroud of Satan's "At the Behest of Time" trifft voll ins Schwarze (was für ein vortrefflicher Vergleich). Ein sehr gutes Album aus dem deutschen Underground. Und lasst euch von meinem Text nicht beirren: die Musik ist zwar nord-europäisch, vor allem finnisch, geprägt, stellt aber weit mehr dar, als einen bloßen Klon solcher Bands wie Satanic Warmaster, Horna, Blood Red Fog und co. Shroud of Satan verstehen es auf ihrem Debüt auch durchaus, der Musik eine eigene Note zu verpassen. Ich bin sehr angetan und hoffe auf eine baldige Auswertung des Albums auf Vinyl (was bei Sol Records ja so sicher ist wie das Amen in der... oh, Verzeihung.). Unbedingte Bestellungen sind zu entrichten an Sol Records.

Edit (25.02.17): Seit einiger Zeit ist auch endlich die Vinyl-Auflage des Albums erhältlich. Die Veröffentlichung der Platte erfolgte durchgehend in schwarz mit einem doppelseitigen Beiblatt mit allen Texten und Informationen zur Aufnahme und sonstigem Shit. Zusammenarbeit zwischen Sol Records und Eternity Records, über welche dieses auf 300 Stück limitierte und von Hand durchnummerierte Kleinod auch zu ergattern ist.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Lurking in Profound Obscurity
02. Hecatomb
03. At the Behest of Time
04. The Enemy's Skin
05. Poisonous Snakes
06. At Night we came with Fire
07. In Vanitate Veritas

Laufzeit: ca. 37 Minuten

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Review: Sarkrista & SAD - Fury of the Doomsday Apostles Split (CD, Metal Throne Productions - 2015)

...und noch einmal SAD. Dieses Mal in Form einer Split CD mit der deutschen Horde Sarkrista. Veröffentlicht wurde die Gemeinschaftsarbeit unter dem Arbeitstitel "Fury of the Doomsday Apostles" unter dem Banner des Labels Metal Throne aus Griechenland.









Beginnen wir bei Sarkrista, die die ersten drei Lieder beisteuern. Die Deutschen zelebrieren einmal wieder schnellen Black Metal mit einer gewissen düster-okkulten Note, der von seiner Spielweise her ziemlich nordisch geprägt ist, und vor allem an finnische Underground-Bands denken lässt. Aber auch die Vergleiche mit Landsleuten wie Zorn sind nicht von der Hand zu weisen. Wenn diesen auch der okkulte Flair fehlt... bei Zorn wird ja eigentlich nur in kriegerisch instrumentaler Weise alles niedergemäht. Aber ich schweife ab. Sarkrista jedenfalls liefern mit ihren drei Beiträgen eine recht solide Arbeit ab, die mir insgesamt betrachtet besser gefällt, als ihre letzte "The Evil Incarnate" EP.
Die beiden Griechen SAD spielen schließlich die letzten drei Stücke ein. Auch hier präsentiert man dem Hörer Black Metal in Reinkultur, natürlich wieder mit einer gewissen "Fuck You"- und "Leckt mich am Arsch"-Attitüde, welche sich in leichten Rock-Einflüssen niederschlagen. Hier geht es insgesamt gesehen aber noch etwas rauer zu, als noch auf "Alpha Voyage", was der Band auch gar nicht so schlecht zu Gesicht steht. Atmosphärisch wird es hier zwar weniger, dafür hält man aber ein paar nette und erhabene Melodiebögen bereit, die nur so vor Hass auf die Menschheit triefen.

Fazit:
Sarkrista gefallen mir hier wieder außerordentlich gut, zumindest besser als auf der letzten EP. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass man mit dem Stil noch ein ganzes Album füllen könnte. Da sollte man sich doch besser noch ein paar Details einfallen lassen. So aber in dieser Präsentation funktioniert es. SAD gehen hier etwas anders zu Werke als auf ihrer letzten MCD, sind weniger atmosphärisch als vielmehr erhaben und halt ursprünglich bei dem, was sie tun. Insgesamt eine solide Präsentation. Ob man diese Split nun letztlich wirklich braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die CD ist auf 300 Einheiten begrenzt. Interessenten aus Deutschland sollten sich zwecks einer Bestellung am besten an Obscure Abhorrence Productions wenden. Wer mit Bestellungen im Ausland aber kein Problem hat, kann die CD aber auch direkt über Metal Throne Productions ordern (und so das Label auch direkt unterstützen!).

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
Sarkrista
01. Ascending From The Urns
02. Behold Perdition!
03. Their Drowned Sanctuary
SAD
04. Still Death
05. Festing Over Your Dead Corpse
06. Through Times Immemorial

Laufzeit: ca. 37 Minuten

Dienstag, 1. Dezember 2015

Review: SAD - Alpha Voyage (CD, Obscure Abhorrence Productions - 2015)

Die beiden Griechen SAD legten mit "Alpha Voyage" aus dem Hause Obscure Abhorrence dieses Jahr auch eine neues Werk vor. Wenn auch nur im Umfang einer MCD. So umfasst der Silberling gerade einmal vier Lieder, wobei dann das erste noch einen instrumentalen Einklang darstellt.








Immerhin wird in diesem Einklang dann nicht etwas Ambient oder dergleichen geboten, sondern wirkliche Musik. Fängt ja bereits gut an. Bei "Funeral Pyre" stört dann auch nicht die Spielzeit von über sechs Minuten, da die Wechsel zwischen Metal- und Akustikpassagen hier wirklich sehr ausgewogen und atmosphärisch eingesetzt sind. Der erste wirkliche Song "Riding The Rays Of Darkness" geht dann auch wie gewohnt keinerlei Kompromisse ein und bietet gewohnt primitiven Black Metal mit rotzigem Rock-Einschlag. Dafür kennt und liebt man diese Band. Ich muss dazu sagen, dass ich diese Einstellung, bzw. diese "Fuck You"-Attitüde der beiden Hellenen sehr schätze. Mit ihrer Musik scheißen sie förmlich auf Trends, sinnentleerte Floskeln oder ausgelutschte Klischees und machen einfach ihr Ding. Ganz gleich, was andere davon halten. Wobei man sich musikalisch doch schon wie erwähnt primitiv und ursprünglich hält - da geht man keine Experimente ein. Das setzt sich auch bei "Void" fort. Mit dem Rausschmeißer "Rite Of Passage" gibt man sich noch einmal atmosphärisch und wird sogar etwas episch in den Instrumenten, bis es dann wieder brutal wird.

Fazit:
Ob "Alpha Voyage" wirklich lohnenswert ist, bleibt wohl Ansichtssache. Vielen mag das hier wohl eher zu plump klingen, und auch ich muss sagen, dass SAD schon wesentlich bessere Werke raus gehauen haben. Trotzdem sollte man die CD, gerade als Anhänger dieses griechischen Duos, nicht so einfach an sich vorbei ziehen lassen, sondern wenigstens mal ein oder zwei Ohren riskieren. Gerade die Passagen, in denen es atmosphärisch wird, retten das Mini-Album dann auch noch vor der gänzlichen Mittelmäßigkeit. Zwecks Kaufes wendet euch am besten direkt an Obscure Abhorrence Productions.

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Funeral Pyre
02. Riding The Rays Of Darkness
03. Void
04. Rite Of Passage

Laufzeit: ca. 29 Minuten

Donnerstag, 26. November 2015

Review: Opera IX - Back to Sepulcro (CD, Dustone - 2015)

Die Urgesteine aus Italien, Opera IX melden sich nach gut drei Jahren seit dem letzten Album "Strix" zurück. Dabei handelt es sich bei "Back to Sepulcro" um kein neues Album im herkömmlichen Sinne. Vielmehr präsentiert man hier eine Zusammenstellung älterer Lieder in komplett neuem Gewand und gleichzeitig auch seine neue Sängerin. Wohl richtig gehört: der Gesang bei Opera IX obliegt nach langen Jahren (immerhin knapp 13) endlich wieder einer Frau.






Und wer jetzt schon aufhört zu lesen und meint, dass man niemals den Geist der alten Stücke und gerade den Gesang dieser Furie Cadaveria in die heutige Zeit transportieren kann, dem kann ich nur sagen: "Lass dich einfach mal überraschen." Musikalisch gesehen ist das hier Gebotene nämlich aller erster Güte. Symphonischer Black Metal, der die Mystik vergangener Tage atmet. Eine fette Produktion, die eigentlich keine Wünsche im Klangbild unerfüllt lässt, denn hier stimmt einfach das Verhältnis zwischen mächtigen Arrangements und einer räudigen Wildheit. Das steht Liedern wie "Sepulcro" (vom '95 Debüt "The Call of the Wood") oder "The Oak" ("Sacro Culto" aus dem Jahr 1998) sehr gut zu Gesicht. Aber auch das neue Stück "Consacration" zerrt vom hymnisch-mystischen Stil. Der Gesang ist hier gar noch etwas ritueller. Apropos Gesang - bei genauerem hören wird man gewahr: Abigail Dianaria hat eine Stimmgewalt sondergleichen, die der von Cadaveria sehr (sehr, sehr...) ähnelt. Handelt es sich da womöglich um die gleiche Person? Offiziell erhält man hierzu keinerlei Informationen, auf der offiziellen Seite heißt es nur, dass sie genau die Sängerin ist, die die Band brauche. Eine Hexe. Recherchiert man den Namen im Internet ein wenig, wird man schnell auf weitere Hinweise stoßen, dass es sich um die alte Sängerin der Band handelt (von wegen "Abigail Dianaria returns..."), auch der Hinweis, dass sie Mitglied bei Cadaveria von 1992 - 2001 war, mutet in dem Zusammenhange sehr interessant an. Aber schön, dass es noch Geheimnisse gibt.

Fazit:
Eine mehr als lohnenswerte Zusammenstellung älterer Lieder der Band, die genau 20 Jahre nach Erscheinen des Debüt-Werkes veröffentlicht wurde. Die Auswahl der Lieder umfasst dabei jeweils einen Beitrag von den ersten vier Alben in chronologischer Reihenfolge (das bereits erwähnte "The Call...", "Sacro Culto", "The Black Opera" und "Maleventum") und enthält darüber hinaus auch noch zwei neue Kompositionen, die den alten in nichts nachstehen. Und endlich gibt es wieder weibliche Vocals zu hören, welche viel zur Mystik der alten Werke beitrugen. So kommt auch nach langer Zeit auch wieder zusammen, was eigentlich schon immer zusammen gehörte. Die CD kommt im Super-Jewelcase und kann direkt beim Label Duskstone (Sitz in Italien - hier geht's zur Homepage) bestellt werden.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Sepulcro
02. The Oak
03. Act I: The First Seal
04. Maleventum
05. Consacration
06. The Cross

Laufzeit: ca. 47 Minuten

Review: Rimruna - Frostbann (CD, Eigenproduktion - 2014)

Das aktuelle Rimruna Werk aus dem letzten Jahr weiß ich nun auch endlich in meinem Besitz. Nach gerade einmal einer Demo-Veröffentlichung ("Wintarfluoh") aus dem Jahre 2012, welche auf auf Pro-Tape erschien, präsentiert man hier also das erste Voll-Album. Dabei handelt es sich bei Rimruna aber um keine Unbekannten - handelt es sich hier doch um ein Projekt der beiden Protagonisten Wintergrimm (Drengskapur) und Hiverfroid (Adalwolf und Schlagzeuger auf dem Drengskapur Werk "Der Urgewalten Werk" sowie bei dem Lied "Sonnengang", was die Band für den letzten Unholy Black Art Of Ritual-Sampler beigesteuert hatten).


Nun, so verwundert einen der Klang von "Frostbann" auch nicht weiter, bewegt man sich hier doch auf ähnlichen Pfaden wie Drengskapur. Vor allem ist hier die sehr gute Produktion zu erwähnen, die mal wieder aus dem Hause Temple Of Disharmony stammt. Druck- und kraftvoll, die Gitarren kommen gut rüber und das Schlagzeug erklingt wie ein unheilvoller Donnergroll. Musikalisch können Rimruna ebenfalls überzeugen, und die beiden Herrschaften geben dem Ganzen einen sehr individuellen Klang, was wirklich begrüßenswert ist - einen Klon ihrer Hauptprojekte braucht wohl niemand. So geht man hier ungleich direkter zu Werke als etwa bei Drengskapur (die Musik von Adalwolf nenne ich nicht gut genug, um hier etwaige Vergleiche anstellen zu können). Insgesamt wird hier mehr direkter Black Metal geboten, der sich vor allem im schnelleren Midtempo bewegt, aber auch schon mal hier und da eher getragene Passagen bietet. Auch das "Frostbann", seinem Namen entsprechend, eine wesentlich kältere Atmosphäre inne.

Fazit:
Das Debüt Rimruna's kann durchweg überzeugen. Atmosphärischer Black Metal, bei dem die dichte und kalte Sphäre gänzlich ohne Tasten erzeugt wird. Man besinnt sich der Wurzeln und so kommen hier lediglich Gesang, Gitarre und Schlagzeug zum Einsatz... das erinnert stilistisch etwas an Inquisition und in konzeptioneller Hinsicht an Immortal (ich sag' da nur "Moutains of Might"). Ein sehr starkes Stück deutschen Schwarzmetalls, was man sich als Anhänger kraftvoller, erhabener, naturverbundener Machwerke keinesfalls entgehen lassen sollte. Absolute Kaufempfehlung meiner Seits! Die CD ist limitiert auf 500 hand-nummerierte Exemplare und ist über die Heimseiten von Rimruna, Drengskapur oder direkt unter Rimruna@gmx.de zu beziehen.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Aus den Wolken herab
02. Erkaltet
03. Frostbann
04. Winters Macht
05. Eisiger Sturmwind
06. Aus dunklen Tiefen
07. Die Sage vom ewigen Eis
08. Weiße Weiten

Laufzeit: ca. 65 Minuten

Mittwoch, 25. November 2015

Review: Heilnoz & Drengskapur - The Forest's Arcanum Split (CD, Dominance of Darkness Records - 2015)

Die zwei Mannen von Drengskapur aus Landeshauptstadt melden sich nach einiger Zeit und manchen Auftritten auch wieder Mal in Form einer Split-Veröffentlichung zurück. Die letzte Split "Rauhnächte" mit Nemesis Sopor liegt ja nun auch schon gute zwei Jahre zurück. Zwischenzeitlich war die Band musikalisch auch auf dem letzten Unholy Black Art Of Ritual Sampler mit einem exklusiven Lied vertreten.






Doch beginnen wir bei ihren Split-Partnern auf "The Forest's Arcanum". Dem spanischen Trio Heilnoz. Diese steuern die ersten drei Lieder bei. Die drei Stücke laufen unter dem Arbeitstitel "O Peto das Ánimas". Scheint sich da jemand von 'Der Herr der Ringe' inspiriert zu haben? Da muss ich doch glatt an die Horde der gefallenen Geisterheere denken. Wie dem auch sei: die Musik an und für sich ist gar nicht einmal so schlecht. Kriegerischer Black Metal, etwas dumpf produziert und räudig in seiner Darbietung. Einige leichte Pagan-Einflüsse in den Instrumenten lassen sich auch nicht verbergen, zumal hier auch Akustikgitarren ihren Einsatz finden. Die drei Lieder haben jeweils eine Länge von etwa sieben Minuten, was der ganzen Angelegenheit schon beinahe den Charakter eines eigenständigen Mini-Albums gibt, da die 'Geschichte' auch in sich abgeschlossen scheint.

Von Drengskapur stammen dann die letzten vier Lieder der Split. Auch hier agieren die einzelnen Lieder unter dem Gesamttitel "Quell", was dem Ganzen auch wiederum den Charakter eines eigenständig funktionierenden Mini-Albums gibt. So geht es hier thematisch um eine Mär aus dunklen Wäldern. Von düsteren Gestalten, die jedem Menschen auflauern, der es wagt sich an den verborgenen Schätzen der Natur gütlich zu tun. Musikalisch im gewohnten Gewand. Paganer Black Metal mit einer ordentlichen Produktion, die aber trotzdem nichts von der Wildheit der Musik verbirgt. Ganz im Gegenteil habe ich den Eindruck, dass Wintergrimm hier wieder etwas mehr aus dem Herzen heraus keift als es noch auf der letzten Split war, die im Vergleich zu dem hier etwas schwächelt. Auch Angria der Grausame am Schlagzeug donnert voran, als gäbe es kein Morgen. Was nicht heißt, dass die Nummern hier in Geknüppel ausarten, ganz im Gegenteil, geht es hier sehr atmosphärisch zu, und gekonnt wechseln sich schnelle, wie auch hymnische Parts ab.

Fazit:
Heilnoz aus Spanien wird wohl eher die Puritisten ansprechen. Mit ihrer räudigen Variante des Pagan beeinflussten Black Metal können die drei Herren aber durchaus überzeugen. Ich hoffe, in Zukunft mehr von ihnen zu hören zu bekommen. Drengskapur liefern wie gewohnt eine solide Arbeit ab. Insgesamt sind die beiden Lieder (Ein- und Ausklang dabei mal außer Acht gelassen) wieder mehr dem ursprünglichen Black Metal zuzuordnen und weniger paganer Natur. Textlich gesehen aber eine einzige Ode an die Naturmystik. Zudem stellen sie eine nochmalige Steigerung dar. Die CD ist limitiert auf 500 hand-nummerierte Exemplare und direkt bei den Bands zu beziehen. Interessenten aus Deutschland sollten sich daher mit Drengskapur in Verbindung setzen, unter der auf der Homepage angegebenen Email-Adresse.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
Heilnoz
01. Os Albores do Tempo
02. O Abrazo do Outono
03. O Peto das Ánimas
Drengskapur
04. Von den Höhen hernieder
05. Trüg'risches Nass
06. Des Waldes Quell
07. In die Tiefen hinab

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Review: Ewiges Reich - ...nur frei bei Nacht (CD, Obscure Abhorrence Productions - 2015)

Die Horde Ewiges Reich meldet sich nach einer Weile auch mal wieder zu Wort. Die Hassprediger aus Kassel präsentieren mit "...nur frei bei Nacht" ihr bereits sechstes Voll-Album. Gewidmet ist es S.M., einem Mitglied der Band, welches Zeit ihres Bestehens mit dabei war und im März dieses Jahres verschied.






Was darf man von einem neuen Werk dieser Truppe erwarten? Für diejenigen, die die vergangenen Veröffentlichungen kennen, dürfte es eigentlich schon klar sein. Denn auch wenn Ewiges Reich seit ihrem selbst-betitelten Debüt aus dem Jahr 2001 ihren Stil immer mal wieder verfeinert und produktionstechnisch etwas aufgestockt haben, so sind sie ihrer Linie immer treu geblieben. Und die heißt in ihrem Fall Misanthropischer Knüppel-Black Metal. Meist wird hier also gnadenlos Gas gegeben und alles einfach niedergemäht. Aber dies geschieht mitnichten auf niedrigem Niveau! Denn instrumental gesehen macht man den Herren nichts vor und auch von der (zwar räudigen) guten Produktion her kann sich das Album mehr als hören lassen. Auch wird nicht in einer Tour durchgeknüppelt. Die Lieder besitzen zudem eine Art erhabener Atmosphäre, wie man sie bei Ewiges Reich bisher nur selten vernommen hat. Hier findet man sich also auch durchaus im Midtempo wieder, und stellenweise bekommt man sogar hier und da mal Klargesang um die Ohren (wie bei "Sklaven des Lichts"). Nur um dann wieder die volle Breitseite wie einen Hammer in die Magengrube zu bekommen. Das hat in der Tat wenig mit Epik im eigentlichen Sinne zu tun. Mehr mit einer Glorifizierung der Jenseitigkeit. Des Todes. Des Bösen. Des Anti-Mensch-Seins. Und letztlich ist "...nur frei bei Nacht" genau das: Glorifying Misanthropic Art.

Fazit:
Ewiges Reich liefern mit ihrem neuesten Werk einerseits altbewährte und bekannte Kost ab, schaffen es jedoch andererseits auch durchaus zu überraschen. Da sind zum einen die Knüppelattacken, die man von der Truppe gewohnt ist, zum anderen hat man dann auch diese sehr tiefgreifenden erhabenen Midtempo-Passagen, die in ihrer Mixtur eine beinahe schon hypnotische Wirkung vom Schlage Burzum's aufweisen - wenn der Stil an sich auch ein ganz anderer ist. In meinen Augen stellt "...nur frei bei Nacht" das beste seit "Thron aus Eis" und gleichzeitig wohl auch das bisher ausgereifteste vollwertige Album der Horde dar. Bisher lediglich auf CD im schicken Digipak erschienen. Man darf gespannt sein, ob Obscure Abhorrence sich auch um eine Auswertung des Albums auf Vinyl bemüht. Ich wäre auf jeden Fall dabei.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. ...nur frei bei Nacht
02. Des Wanderers letzte Ruhestätte
03. Sklaven des Lichts
04. Was sein soll
05. Das Erwachen des Leidens
06. Heilige Nächte
07. Wahrer Hass

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Montag, 23. November 2015

Nostalgie-Review: Monster Magnet - Spine of God (CD, Glitterhouse Records - 1991)

Endlich mal wieder ein Nostalgie-Review. Wie ich bereits angekündigt habe, handelt es sich dieses Mal um kein Werk aus dem Bereich des Black Metals oder eines artverwandten Genres. Heute geht es hier um das das erste Album der Gruppe Monster Magnet. "Spine of God" folgte damals 1991 auf das 1989 veröffentlichte erste Demo-Tape "Forget About Life, I'm High On Dope" und die '90er EP "Monster Magnet".







Warum ich also unbedingt dieses Album hier jetzt rausgesucht habe? Ganz einfach: zum einen besitze ich die beiden früheren Werke selber nicht, kann ergo auch nicht viel zu ihnen sagen. Zum anderen war "Spine of God" für seine Zeit wirklich bahnbrechend und wegweisend für die Sparten des Stoner und Space Rock war. Die Band sollte später noch sehr bekannt werden mit ihrem "Powertrip"-Album, welches weniger abgespacten Stoner Rock enthielt, sondern eher die Schiene des Power Rock mit etwas spacigen Einflüssen fuhr. Aus diesem Album stammen wohl auch zwei der bekanntesten Lieder der Ami-Band: das titelgebende "Powertrip" (war Teil des OST zu dem Kurt Russell Film "Soldier" und "Space Lord". Gerade nach diesem Album nahmen die Drogeneskapaden des Sängers und Kopfes der Band Dave Wyndorf zu und endeten schließlich damit, dass dieser mit einer Überdosis im Krankenhaus landete. Zudem nahm die Qualität der musikalischen Werke mal mehr, mal weniger rapide ab. Das änderte sich erst wieder mit dem Jahr 2010, in welchem Monster Magnet ihr Album "Mastermind" über das Label Napalm Records (trotzdem ein Rotzlabel) veröffentlichten und seitdem auch dort unter Vertrag sind (seitdem erschien auch das Album "The Last Patrol" sowie zwei Abwandlungen der beiden Napalm-Records-Alben im Retro-Psychedelic-Stil, der an die 60er/70er Jahre angelehnt ist).

Die Musik von "Spine of God" kann man als Mix aus Psychedelic Rock, etwas Punk, aggressiven Grunge und vor allem drogengeschwängerten Stoner Rock mit einem leichten Metal-Einfluss beschreiben. Manche Lieder haben gar eine meditativ zu nennende Atmosphäre inne. Generell merkt man dem Album an, dass von Grund auf ehrlich ist und hier keine Dinge wie Geld oder Trends im Mittelpunkt standen.

Das Album wird man in seiner Erstauflage (vorliegendes Cover) nur noch sehr schwer erwerben können - und wenn, dann nur zu absolut inakzeptablen Preisen. Auch ein paar der Nachpressungen von diversen anderen Labels haben mittlerweile Seltenheitswert, und lediglich Steamhammer hat man es zu verdanken, dass das Album für wenig Geld noch zu haben ist. Dafür ist das Cover leicht abgewandelt., wirkt dadurch aber gleichzeitig auch etwas moderner und künstlerischer.


01. Pill Shovel
02. Medicine
03. Nod Scene
04. Black Mastermind
05. Zodiac Lung
06. Spine of God
07. Snake Dance
08. Sin's A Good Man's Brother
09. Ozium
10. Ozium (Demo) (Bonus Track)


Review: Vrag - Species of One (CD, Schattenkult Produktionen / Dancing in the Trees - 2015)

Aus Australien stammt dieses Trio, welches seit dem Jahr 1999 besteht. Wobei ich ehrlich gesagt vorher noch nie etwas von Vrag gehört hatte. Mit "Species of One" präsentiert man nach einer Reihe von Demos und Compilations sein zweites Voll-Album (das erste ist mir, wie bereits erwähnt, nicht geläufig).








Zelebriert wird hier Black Metal mit einer gehörigen Portion dreckigem Rock. Das hat in Phasen etwas von dem Sound von Satyricon's "Volcano" Album mit einem Mix aus Motörhead und den Niederländern Heretic. Die Instrumente sind gekonnt vorgetragen, was wirklich positiv zu erwähnen ist und beileibe nicht bei allen Vertretern ähnlicher Ausrichtung der Fall ist. Auch wirkt die Band in dem was sie tut, nicht aufgesetzt, sondern kommt authentisch rüber. Das recht schick gestaltete, aber minimalistisch gehaltene CD-Beiheft umfasst alle Texte, sowie ein Bandfoto, Informationen zur Besetzung, zur Aufnahme und eine Kontakt-Adresse. Insgesamt betrachtet, ist "Species of One" doch eine recht runde Sache geworden.

Fazit:
Satanic Blackened Rock at its best. Der letzte Liedbeitrag hat sogar noch ein paar weibliche Vocals zu bieten. Mir persönlich gibt dieser Black Metal/Rock 'n' Roll Mix nicht allzu viel. Hat er nie getan. Doch kann ich für Anhänger dieses Stils eine klare Empfehlung aussprechen, da es sich hier um ein musikalisch sehr reifes Werk handelt. Die CD ist auf 1000 Einheiten limitiert und wie immer am besten direkt über die Labels zu beziehen.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Alcoholocaustic Carcinogenocide
02. Ahasver
03. Cynicism & Hate
04. Species of One
05. Madman
06. Vagrant in the Astral Plane
07. Interlude
08. Inverse Horizon
09. Invisible Chains of Infernal Command

Laufzeit: ca. 30 Minuten

Mittwoch, 18. November 2015

Review: Aryman - Plugawe Dziedzictwo (CD, Hell Is Here Productions / Zone of Blasphemy - 2014)

Aus Polen stammt diese satanische Schwarzmetall-Kapelle. Generell scheint es so, als wenn die polnische Szene eine Art Wiederauflebung durchmacht. Bands wie Plaga, Mgla oder auch die älteren Kriegsmaschine sind momentan in aller Munde, und erhalten - oft auch trotz ihrer fragwürdigen Vergangenheit - von den Heuchler-Magazinen dieser Welt beste Bewertungen. Ob die jedes Mal gerechtfertigt sind, sei mal dahin gestellt.






"Plugawe Dziedzictwo" jedenfalls, das letztjährige erste Album der fünf Mannen stellt nach einer Reihe von Demo-, EP-, und Split-Veröffentlichungen das erste vollwertige Werk dar. Immerhin: allein der Titel macht ja Hoffnung auf ein polnisches Schwarzwurzel-Album der alten Schule. Und tatsächlich offenbart das "Schmutzige Erbe" dem Hörer nach dem kurzen Einklang einen sehr räudigen, giftigen und gallespeihenden Black Metal. Dreckig produziert, dennoch nicht schlecht und die Instrumente sind klar herauszuhören. Bei den Musikern handelt es sich teils auch um keine Unbekannten, so sind hier u.a. Mitglieder der Horden Beleth und The Temple of the Mist involviert. Musikalisch wird hier auch weit mehr als der Durchschnitt geboten: es lassen sich atmosphärische Solo-Passagen ebenso finden wie gut platzierte Tempowechsel. Als besondere Beigabe für alle Anhänger hat die Band einen Bonus Song in Form "Z cmentarnych klątw" mit auf die CD gepackt, welcher ursprünglich für eine Split veröffentlicht wurde, dort allerdings nur in einer fehlerhaften Form zu finden war und hier nun in der von der Gruppe beabsichtigten Version vorliegt.

Fazit:
Zugegeben - Aryman's Debüt-Album reicht vielleicht nicht an die Finesse des Erstlings der Band Plaga heran (und diesen Vergleich müssen sich die Herren als Landsleute einfach mal gefallen lassen), stellt aber nichtsdestotrotz ein sehr mächtiges Schwarzmetall-Machwerk dar. "Plugawe Dziedzictwo" ist einfach ein waschechtes Polish Black Metal Album, welches mit sehr viel Hingabe und Herzblut zelebriert wurde, und das spürt man einfach. Ich liebe den Stil, und deshalb gibt's meinerseits auch eine klare Kaufempfehlung. Limitiert auf 1000 Exemplare. Interessierte wenden sich zwecks Bestellungen an Zone of Blasphemy, an Hell Is Here oder direkt an die Band unter nefarius.r@interia.pl.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Potępione ścierwo - Intro
02. Po trzykroć straceni bądźcie
03. Królestwo wojny
04. Krocząc ścieżką lewej dłoni
05. Monument
06. Splugawiony
07. Oczekuj na nas
08. ..i zdychaj
09. Proroctwo końca
10. Z cmentarnych klątw


Laufzeit: ca. 46 Minuten

Dienstag, 17. November 2015

Review: Fra Waurhts - For Celestial Glory (CD, Schattenkult Produktionen / Dancing in the Trees - 2015)

In Kooperation mit Dancing in the Trees veröffentlichte Schattenkult auch dieses Debüt-Album des niederländischen Ein-Mann-Kommandos Fra Waurhts. Nach der gleichnamigen Demo auf Kassette aus dem letzten Jahr, ist dies insgesamt das zweite Machwerk der Kapelle. Meine Eindrücke über das, was man hier erwarten darf, lest ihr im folgenden...








Zunächst einmal sei die abermals sehr professionelle Aufmachung genannt: ein voll-coloriertes, aber schlicht bis minimalistisch gehaltenes Artwork, welches auch einen gewissen okkulten Charakter aufweist. Im Beiheft lassen sich Textauszüge sowie ein Foto des Protagonisten finden. Kein Name, keine Kontaktadresse - lediglich der Hinweis "Ensouled and Enfleshed In The Name of Hecate" lässt sich unter dem Porträt finden. Musikalisch wird hier ohne Abweichung ein sehr brutaler blackened Death Metal zelebriert, etwas dumpf in der Darbietung, aber nichtsdestotrotz gut produziert. Während der erste Eindruck auf ein wie schon erwähnt eher stumpfes und monotones Werk schließen lässt, entdeckt man bereits mit dem nächsten Hörgang durchaus einige spielerische Finessen und Details, die das ganze aufwerten. So gibt es durchaus atmosphärische Phasen, die sich hier und da in düsterem Ambient widerspiegeln oder in Form von Gitarrenspielerein. Der Gesang ist Geschmackssache, da er doch sehr Death-lastig ist und da wohl auch eher die Fraktion der alten Cannibal Corspe-Hörer ansprechen dürfte.

Fazit:
Insgesamt muss ich sagen, dass mich das erste Album von Fra Waurhts nicht so sehr hinter'm Ofen hervorlockt, wie es der Preview-Trailer versprechen ließ. Inzwischen gibt es einfach auch in diesem eher rauen Black/Death-Sektor zu viele Bands, die ähnlich klingen und eine ebenbürtige Qualität an den Tag legen. Dass das Ganze dennoch nicht so ganz in der Versenkung des Mittelmaßes untergeht, ist solch spielerisch guten Passagen, wie sie etwa im letzten Viertel von "III" vorkommen geschuldet. "For Celestial Glory" setzt definitiv keine neuen Maßstäbe und ist nicht DAS Überwerk, dennoch durchaus hörenswert. Die CD ist limitiert auf 1000 Exemplare und unter den Adressen der Labels zu beziehen: sk-produktionen@gmx.de oder rope.and.wheel@gmail.com.

6.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. I (Instrumental)
02. II
03. III
04. IV
05. V
06. VI
07. VII
08. VIII
09. IX
10. X (Instrumental)

Laufzeit: ca. 32 Minuten

Montag, 16. November 2015

Review: Gorrch - Nera Estasi (CD, Altare Productions / Schattenkult Produktionen / Dancing in the Trees - 2015)

Gorrch aus Italien, die aus zwei schwarzen Seelen besteht, lässt mit "Nera Estasi" (so viel wie etwa "Schwarze Ekstase") nach gut zwei Jahren und einer selbstbenannten EP ihr erstes Voll-Album auf die Menschheit los. Bereits dieses frühe Werk aus dem Jahr 2013, welches ebenfalls über Schattenkult auf Kassette veröffentlicht wurde, ließ das große Potential des Duos erkennen... und so ist auch "Nera Estasi" genau das Album geworden, was man nach der sehr guten Debüt-EP erwartet hatte.





Nüchtern betrachtet enthält das Album zunächst einmal sechs Lieder, die sich allesamt im durchschnittlichen Laufzeit-Bereich befinden, wenn auch einige eine gewisse Überlänge aufweisen. Das Booklet enthält alle Texte, eine Fotographie, sowie ein paar Eckdaten zum Album ansich und jeweils ein Foto der beiden Protagonisten. Musikalisch bietet man wie bereits genau das, was der Hörer von diesem ersten Album auch erwarten durfte: ein Machwerk voll bombastischem Black Metal! Und bevor jetzt die ersten von euch entsetzt das Weite suchen: die Art Bombast, die ich hier meine hat mitnichten etwas mit Chören, Orchestern oder sonstigem klassischen Firlefanz zu tun, sondern ist allein auf die Essenz des Wortes zu reduzieren. Zum einen gibt es hier in spielerischer Hinsicht einen sehr technisch versierten Black Metal, der stellenweise gar etwas psychedelisch daher kommt, aber trotz aller Finese diese gewisse "Fuck You"-Attitüde nicht vernachlässigt. Besonders hypnotisierend wird es, wenn langgezogene Instrumental-Parts einsetzen. Das hat dann sogar eine gewisse Epik - wenn man dieses Wort denn unbedingt in Verbindung mit Black Metal bringen will.

Fazit:
Gorrch ist mit ihrem Debüt-Album ein weiteres Machtwerk gelungen! Das werden aber garantiert nicht alle so sehen... der Stil der Band ist schon sehr eigen, die Musik wie bereits erwähnt, fast schon eine Spur zu verfeinert und zu verschnörkelt. Oldschooler werden mit diesem Werk daher nur bedingt glücklich werden, da "Nera Estasi" in einigen Passagen auch recht postmodern klingt. Für Anhänger der besonderen Musik, die auch gerne einmal die Grenzen des Genres sprengt, aber durchaus empfehlenswert - insbesondere möchte ich denjenigen die Scheibe ans Herz legen, die Bands vom Schlage Nightbringer oder Kathaaria etwas abgewinnen können. Die CD ist auf 500 Exemplare limitiert und direkt bei den Labels zu beziehen. Inlands sollte man sich an Schattenkult Produktionen wenden unter sk-produktionen@gmx.de. Für die Sammler unter euch sei noch erwähnt, dass neben der CD noch eine Kassetten-Fassung (über Hexencave Productions) und eine Vinyl-Auflage (Duplicate Records) des Albums existieren. Alle drei Formate sind identisch und enthalten keinerlei Bonusmaterial.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Decrepita Stasi
02. Cinico Dominio
03. Atra Bile
04. Crudo Primordio
05. Intima Tenebra
06. Nera Estasi

Laufzeit: ca. 34 Minuten

Dienstag, 10. November 2015

Review: Drudensang - Todgeweiht I (MC, Black Blood Records - 2015)

Die deutsche Underground-Horde Drudensang beehrt die Meute auch wieder mit einer neuen Demo-Veröffentlichung. Ganz im Stile der alten Tage und Traditionen wieder in Kassettenform. Das mittlerweile dritte Werk nach der "Rehearsal 1 - Dunkle Tradition" und der "Prinzipien der Grausamkeit" Kassette trägt den Titel "Todgeweiht I". Rein optisch betrachtet macht die Veröffentlichung bereits durchaus was her: Pro-Tape in Hülle mit Pro-Cover, als Beigaben gibt es eine sehr schicke Postkarte (zeigt das Covermotiv von "Prinzipien der Grausamkeit") und ein Säckchen mit einer Räuchermischung.





In meinem Fall zumindest handelt es sich bei dem Räucherkraut um die Mischung "Samhain", ob es da noch verschiedene Variationen gibt, entzieht sich jedoch leider meiner Kenntnis. Riecht auf jeden Fall sehr aromatisch, würzig und nach alten Riten. Samhain ist da mehr als passend. Doch nicht nur von der Optik her hat "Todgeweiht" etwas zu bieten, sondern vor allem (und das ist ja auch das Ausschlaggebende) musikalisch. Drudensang liefern mit diesem hier nämlich ihr bisher atmosphärischstes Werk ab. Und das liegt nicht nur an dem großzügigen, wenn auch erfreulicher Weise verhaltenen Einsatz von Tasten, sondern auch am zweistimmigen Gesang, der hier sogar noch präsenter durchscheint, als noch auf dem Vorgänger. Mit dem brachialen Black Metal, der mit Absicht stellenweise etwas dumpf und primitiv produziert zu sein scheint, ergibt das eine in sich sehr stimmige, düstere Atmosphäre, die eine fast schon hypnotische Wirkung aufweist. Zugegeben: die Musik ist nicht unbedingt etwas für verwöhnte Ohren, dafür aber sehr kraftvoll in Szene gesetzt und kommt sehr authentisch rüber.

Fazit:
Mit "Todgeweiht I" haben Drudensang in meinen Augen ihr bisher bestes Material abgeliefert. Dieser eine überlange Song ist ganz klassisch in erkennbare Akte gegliedert, was ihn sehr sympathisch macht. Die Darbietung richtet sich nicht an Jene, die ihre Alben gerne sauber produziert hören, sondern eher an die, welche dem traditionellen Schwarzmetall immer noch hörig sind. Ein Werk mit manchen Ecken und Kanten zwar, aber in seiner Grundstimmung sehr düster, brachial und authentisch. Limitiert ist die Kassette auf 98 von Hand durchnummerierte Exemplare. Wo es das Tape noch zu erwerben gibt, weiss ich aktuell selbst nicht genau. Black Blood scheinen keine mehr zu haben und auch Der Neue Weg habe ich um sein letztes Exemplar erleichtert. Achja, und noch eine kleine Anmerkung zum Schluß: auf der B-Seite ist tatsächlich nichts mehr zu hören, obwohl die Kassette von beiden Seiten bedruckt ist - eine einseitige Beschriftung hätte eigentlich gereicht - aber das tut irgendwie auch so gar nichts zur Sache.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A: Todgeweiht I - Bloody Ritual

Laufzeit: ca. 20 Minuten

Donnerstag, 5. November 2015

Review: Mortis Mutilati - Mélopée Funèbre (CD, Naturmacht Productions - 2015)

Ein neues Album von Mortis Mutilati, jenem französischen Ein-Mann-Projekt, welches mich mit seinem 2013er Album "Nameless Here For Evermore" absolut begeisterte und es sogar schaffte, dass ich sie mit auf die Liste des "The Return to the Ancient Dark Paths" Samplers setzte. Bei so einer Voraussetzung sind meine Erwartungen an das aktuelle Werk natürlich dementsprechend hoch angesetzt. Ob es diese auch erfüllen kann, lest ihr nun...






Eingeleitet wird das ganze durch ein, in meinen Augen, etwas zu lang gezogenes Intro. "Vénus Anadyomène" kann dann aber wieder auf Anhieb überzeugen. Es wird wieder typisch französisch: Black Metal irgendwie zwischen Nihilismus und Avantgarde. Obskurer Ambient lässt sich hier ebenso finden, wie beinahe schon erhabene Schwarzmetall-Hymnen. "Mélopée Funèbre" (soviel wie "Grabgesang") ist dabei dem Titel entsprechend wesentlich melancholischer und schwermütiger ausgefallen als sein Vorgänger, der ja eher vom minimalistischen Black Metal und Ambient der alten Frankreich-Bands der Legions Noire geprägt war. Doch hier ist alles eher von einer gewissen Traurigkeit erfüllt, was die Angelegenheit zu einer nicht ganz einfach zu konsumierenden Kost macht (was Black Metal allgemein nicht sein sollte). So finden sich neben der Schwarzmetall-Musik auch Piano und Orgeln wieder ("Reliquiae") oder auch Passagen, die eher dem getragenen Post-Black Metal zuzuordnen wären (wie im letzten Viertel von "Morte"). Und "Fingers of Death" bietet zum Abschluss noch einmal eine etwas doomige Atmosphäre.

Fazit:
Auch das dritte Album des Franzosen kann sich definitiv hören lassen. Es ist zwar definitiv anders in seiner Grundstimmung her als das letzte Werk - das macht es aber nicht schlechter. Viele Elemente erkennt man wieder, einiges wurde auch konsequent ausgebaut und verfeinert, das einzige, was ich hier jedoch ganz klar bemängeln muss, ist mal wieder das Schlagzeugspiel, dass manches Mal einfach zu sehr nach Konserve klingt. Aber das kommt wie gesagt auch nur passagenweise vor und fällt daher nicht so sehr ins Gewicht, wie bei anderen Bands. Auch kann das Werk durchaus mit seiner in sich stimmigen Atmosphäre überzeugen. Die CD ist auf 300 Exemplare begrenzt und direkt bei Naturmacht Productions erhältlich.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Mélopée Funèbre
02. Vénus Anadyomène
03. Ophélia
04. Oraison du Soir
05. Reliquiae
06. Morte
07. Eros & Thanatos
08. Fingers of Death

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Review: Full Moon Ritual - Emperor Of The Age Of Disorder (CD, Eigenproduktion - 2014)

Full Moon Ritual zum zweiten. "Emperor Of The Age Of Disorder" lautet der Titel des zweiten und immer noch aktuellen Albums der Italiener aus dem letzten Jahr. Hier agierte die Truppe noch als Trio. Inzwischen ist das Werk auch nur noch als digitale Version via Bandcamp zu haben.









Geboten werden hier sieben Lieder, innerhalb derer (wie nicht anders zu erwarten) wieder primitiver Black Metal geboten wird. Im Gegensatz zum letzten Machwerk, präsentiert man sich hier aber eine Spur - ich will nicht sagen eigenständiger, aber eine Idee eingängiger. Auch erkennt man in einigen Pasasagen durchaus eine positive Weiterentwicklung im Songwriting und an den Instrumenten traut man sich auch mal etwas mehr. Das macht die ganze Angelegenheit jetzt allerdings auch nicht wirklich besonderer. Immer noch hört sich vieles einfach nur nach Standard an, aber mittlerweile immerhin gehobener, und manche Songs wie "Spirits Lurk in Darkness for Eternity" haben eine wirklich kalte Atmosphäre inne.

Fazit:
Klare Weiterentwicklung zum letzten Werk. Hier gibt es doch so einige Lieder mit gewissen Details zu entdecken, die dem Ganzen doch einen gewissen Wiederhörwert geben. Insgesamt jedoch noch immer eher nur im Mittelfeld anzusiedeln, da es einfach zu viele Bands dieses Schlages gibt. "Emperor..." kann man sich auf der Bandcamp-Seite der Truppe kostenlos anhören, sowie das Album in digitaler Form für 5,- Euronnen herunterladen.

5.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Blood of Truth
02. From Underneath
03. Frozen Ground
04. Malicious Whisper
05. Spirits Lurk in Darkness for Eternity
06. The Flames of Wrath
07. Towards the Path of Death

Laufzeit: ca. 34 Minuten

Mittwoch, 4. November 2015

Review: Full Moon Ritual - Nightcall Comes From The Forest (Digitales Album - 2013)

Bei Full Moon Ritaul handelt es sich um eine mittlerweile nur noch als Duo agierende Black Metal-Band aus Italien. Nach gerade einmal einer Demo im Jahr zuvor legte man anno 2013 dieses Debüt-Album vor. Allerdings auch nur in digitaler Form. Vom Label Broken Bones erschien noch eine Kassette im selben Jahr.








Dieser Umstand dürfte auch nicht zuletzt dem Stil der Band geschuldet sein. Auf "Nightcall Comes From The Forest" bieten man rauen Underground Black Metal, ohne viele Spielerein und Details. Das ist, ich muss es leider sagen, Musik, die man in dieser Form schon x-mal (und in meinem Fall eindeutig einmal zu oft) gehört hat. Das Geschrammel geht ja in Ordnung, aber die Präsentation ist absolut langweilig in Szene gesetzt und der Gesang lässt mich emotional absolut kalt.

Fazit:
Ohne große Umschweife... das Debüt der Italiener von Full Moon Ritual zündet bei mir absolut nicht. Alles schonmal irgendwie da gewesen. Immerhin höre ich hier keine instrumentalen Aussetzer heraus. Natürlich darf innerhalb der acht Lieder auch ein ambientes Stück nicht fehlen. Kurioser Weise muss ich gestehen, dass mir dieses sehr gut gefällt. Der Rest ist wie schon erwähnt zwar instrumental gesehen nicht wirklich schlecht, doch leider auch mehr als austauschbar.

5.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. The Arrival of the Plague
02. Nightcall Comes from the Forest
03. Memories of a Nightmare
04. Domain of Evil
05. Past Life in a Dark Realm
06. Haunted
07. Memories of a Nightmare (The Persistance)
08. Forgotten Path

Laufzeit: ca. 42 Minuten

Dienstag, 3. November 2015

Nostalgie-Review: Antichrist & Mjölnir - Split (MC, Eigenproduktion - 1997)

Für den aktuellen Beitrag aus der beliebten Rubrik der Nostalgie-Reviews habe ich dieses Mal etwas sehr obskures aus deutschen Landen heraus gekrammt. Es handelt sich hier um eine Split-Kassette der beiden Bands Antichrist (aus Köln, inzwischen aufgelöst) und Mjölnir (ebenfalls aus Köln und ebenfalls aufgelöst. Mitglieder sind/waren noch bei Thy Majesty aktiv). Auch handelt es sich zumindest bei der zweit genannten Band um eine der alten NSBM-Gruppen aus Deutschland - wobei ich diese Genre-Beschreibung nur bedingt zutreffend finde. Immerhin fanden sich schon immer Bezüge in der Musik der Band, was sich auch in der Zusammenarbeit mit diversen Bands und Labels zeigte.



Die ersten acht Lieder stammen von dem Duo Antichrist, die letzten der insgesamt 14 Beiträge wurden von Mjölnir zelebriert. Jeweils ein Lied stellt einen Konzert-Mitschnitt dar. Was hier eindeutig bei beiden Gruppen nervt, ist der stellenweise wirklich grottige Drumcomputer, wobei der bei Mjölnir sogar noch etwas arger ins Gewicht fällt, da die Musik ansich auch sehr viel keyboardlastiger ist, als bei ihren Kollegen. Selbst bei der Live-Aufnahme "Trollherz" klingt das Schlagzeug ziemlich statisch und macht nicht den Eindruck, live eingespielt worden zu sein. Aber daran möchte ich mich jetzt nicht aufhängen... gerade die Mitschnitte geben einen kleinen Eindruck davon, was man heute wohl nur noch sehr selten findet (und mit Sicherheit schon damals kaum fand) - nämlich authentische Black Metal Musik, zelebriert von Überzeugungstätern. Diese Atmosphären sind so dicht, dass man sich glatt mitten in diesem nebelumwaberten Wulst aus Schweiß, Haaren und Blut wähnt. Ein sehr intensives, fast schon intimes Gefühl, was eindeutig für die Nostalgie-Wirkung dieser Musik spricht. In beiden Fällen. Interessant ist auch, dass sich das Klangbild von Mjölnir nach der Live-Aufnahme wandelt: und zwar schreitet man fortan eher auf Martial Industrial-Pfaden. "Das Sonnenrad" wird so durch Samples aus "Terminator" eingeleitet und präsentiert eine leicht modifizierte Version der Filmmusik aus dem James Cameron-Kultstreifen.

Diese Kassette aus dem Jahr 1997 stellt heutzutage eine nur sehr schwer zu ergatternde Rarität dar, und geht - wenn man sie mal erblicken sollte - zu horrenden Preisen über die virtuellen Ladentheken dieser Welt. Ob sich die Anschaffung da wirklich lohnt, muss jeder für sich entscheiden. Musikalisch besticht die Kassette nicht unbedingt durch ihre Finesse, allerdings sind in meinen Augen schon die beiden genialen Live-Aufnahmen eine Anschaffung wert. Also, immer schön die Augen offen halten.


Antichrist
01. Heimdallr
02. I Am the Diabolical Eclipse
03. Black War
04. Totentanz / Naglfar
05. Legion of Fucking Skeletons
06. In the Forest of Evil
07. Hades erwacht
08. In Ancient Hate (live)
Mjölnir
01. Ring aus Stein
02. Altes Götterreich
03. Trollherz (live)
04. Das Sonnenrad
05. Der Übermensch
06. The Hour of... (1st Demo)