Donnerstag, 26. Juni 2014

Review: Andhord - Pleroma of Uncreation (LP, Black Mass Records)

Aus Spanien stammt das Trio Andhord, welche mit dieser LP nach zwei Demos, die ich leider nicht kenne, ihr erstes Mini-Album präsentieren. Bis auf den Schlagzeuger, der wohl auch für Auftritte bei Empty aktiv ist, sagen mir die Musiker auch nichts. Dafür klingt "Pleroma of Uncreation" jedoch erfreulich ausgereift und hat einen so kalten nordischen Flair, dass man meinen könnte, hier einer Band aus dem Dunstkreis der mächtigen modernen Underground-Szene aus Schweden zu lauschen.





Doch, Andhord gelingt mit ihrem EP-Debüt genau das, was so vielen südländischen Black Metal Bands leider vollkommen abgeht. Authentische Atmosphären von Leere, Kälte und Einsamkeit - von Misanthropie, kosmischen Chaos-Sphären und düsteren okkulten Riten. Das klingt fast schon nordischer als das Gros dieser selbsternannten heutigen True Norwegian Black Metal Kombos (FVCK OFF!). Höhepunkt ist natürlich der zweite Song "Astral Transfiguration", wobei auch die beiden anderen äußerst soliden Untergrund Black Metal bieten, der eigentlich durchweg im schnelleren Midtempo angesiedelt ist und auch ein gewisses Gespür für Rhythmen aufweist.

Fazit:
Andhord ist mit "Pleroma of Uncreation" ein kleines aber feines Werk geglückt, was sich mit seinem sehr nordisch geprägten Stil deutlich von dem Gros der spanischen 'Szene' abhebt. Dass Black Metal anno 2014 noch so klingen kann, bzw. dass es heute immer noch Bands gibt, die einfach dieses gewisse Etwas inne haben, lässt ja doch hoffen, dass der wahre Geist des Black Metals doch noch nicht ganz tot ist und in solchen Werken weiter existiert (zumindest in musikalischer Form). Achso ja, limitiert ist die ganze Angelegenheit natürlich auch, und zwar auf 300 nicht durchnummerierte Exemplare.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Cauldrons of Sabbath
02. Astral Transfiguration
03. Splendour of the Hidden Flame

Laufzeit: ca. 23 Minuten

Review: Vanhelgd - Relics of Sulphur Salvation (LP, 20 Buck Spin)

Ich sah eigentlich nur das Cover und war sofort angetan. Dann noch einmal ein Blick auf die Herkunft der Band gerichtet und schon brauchte ich gar nicht mehr großartig überlegen, ob ich diesen Blindkauf wage. Bei Vanhelgd, die mir bis dato absolut unbekannt waren, handelt es sich um eine Death Metal-Kapelle aus Schweden, die (das Cover lässt es bereits erahnen) dem Okkulten in ihrer Musik nicht abgeneigt sind.






So muss ich gestehen, dass mich seit dem letzten Album der Deutschen Sulphur Aeon und dem großartigen Debüt von Venenum keine Death Metal-Platte so sehr fasziniert hat wie "Relics of Sulphur Salvation"! Was die vier Schweden hier auffahren, spottet jeder Beschreibung. Eine Mischung aus Old School Death mit teilweise reichlich Doom-Einfluss, dass es eine wahre Freude ist und jedem Old School Metaller erst Freudentränen bescheren wird, um ihn anschließend völlig wegzufegen. Andererseits klingen Vanhelgd erfrischend modern und spieltechnisch sehr ausgepfeilt. Die Mannen verstehen ihr Handwerk, eindeutig. So klingt man dann auch trotz der Härte und der omnipräsenten düsteren und okkulten Atmosphäre auch sehr rhythmisch und melodisch. Was einen jetzt jedoch nicht abschrecken sollte, denn ausschweifender als auf der "Swallowed by the Ocean's Tide" der Deutschen Sulphur Aeon wird es hier auch nicht. Was auch besonders hervorsticht, dass es (zumindest aus meiner Sicht heraus) keinen einzigen Hänger auf dem Album gibt - wenn es einmal läuft, lässt man es auch in einer Tour durchlaufen und hat dabei zu keiner Sekunde den Eindruck, dass man um seine unkostbare Lebenszeit betrogen wurde.

Fazit:
Um meinen letzten Satz noch einmal aufzugreifen: ganz im Gegenteil sogar, vermag mich dieses Album hier doch eine Spur mehr zu begeistern. Eine Spur kerniger, eine Ecke ausgereifter klingend. Und dann sind da natürlich noch die eingestreuten Doom-Elemente, die das ganze in meinen Augen noch einmal deutlich aufwerten. Ich steh' halt auf diesen alten Doom/Death-Shit. Wer diesen ebenfalls zu schätzen weiss, und auch moderneren Death Metal-Einflüssen nicht abgeneigt ist, sollte bei der Platte nicht lange überlegen, sondern sie einfach kaufen! Und für alle, die noch einen Anspieltipp brauchen, nenne ich einfach mal "May the Worms Have Mercy on My Flesh" (man beachte den sehr doomigen Abschluß - ist aber wie gesagt längst nicht das einzige Stück mit Doom!).

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Dödens Maskätna Anlete
A-02. The Salt in My Hands
A-03. Where All Flesh is Soil
A-04. Ett Liv I Träldom
B-05. May the Worms Have Mercy on My Flesh
B-06. Relics of Sulphur Salvation
B-07. Sirens of Lampedusa
B-08. Cure Us From Life

Laufzeit: ca. 41 Minuten

Donnerstag, 12. Juni 2014

Review: Azelisassath - In Total Contempt Of All Life (CD, Eigenproduktion)

Zur Abwechslung mal wieder etwas gutes aus Schweden. Die Skandinavier haben ja was Black Metal angeht momentan ein sehr gutes Händchen. Das trifft auch auf das erste Album des Duos Azelisassath zu. "In Total Contempt of All Life" steht ganz in der Tradition des alten nordischen Black Metal, allein schon das Cover spricht für sich.







Nach der kurzen instrumentalen Einleitung "Path of Pure Darkness" geht es auch gleich in die Vollen. Gleich das erste Lied "Malignant Soul Rape" zeigt es auf: die Musik von Azelisassath ist vertonte Düsternis. Alles verschlingende schwarze Finsternis. Stolz und erhaben, hasserfüllt misanthropisch und durch und durch verachtungsvoll gegenüber allem was lebt (die Protagonisten eingeschlossen). Der Stil der Band orientiert sich dabei an die frühen 90er - Mitt-90er Jahre, vorwiegend der norwegischen und der schwedischen Szene. Parallelen zu der Musik von Dead (insbesondere Morbid und seine Beteiligungen bei Mayhem) als auch zu Bands wie frühere Gehenna, vereinzelt auch frühere Darkthrone oder auch Thornium (ich denke da vornehmlich an ihr "Dominions Of The Eclipse" Album) sind nicht von der Hand zu weisen - genau so wenig wie vereinzelte Vergleiche zu aktuelleren schwedischen Gruppen wie Svartrit oder Grav - und wohl auch durchaus gewollt. Wobei die Band nicht nur einfach kopiert, sondern auch durchaus das Zeug dazu hat, ganz eigene, durchaus auch psychedelische klangliche Atmosphären zu erschaffen. Dabei geht man einerseits durchaus kompromisslos und rau zur Sache, aber klingt gleichzeitig auch melodisch und majestätisch, was nicht zuletzt auch an den zahlreichen Chor-Samples liegt. Was hier mit den Synths gezaubert wurde, hat man in der Form auch länger nicht mehr so gekonnt gehört.

Fazit:
Einen direkten Anspieltipp kann ich hier gar nicht wirklich benennen, da das gesamte Album eigentlich durchweg top ist und sich alles auf durchgehend hohem Niveau bewegt. Trotzdem möchte ich allen Interessierten den Song "Path of Misanthropic Hate" empfehlen - hört ihn euch an und ihr wollt direkt das ganze Album haben! Ansonsten ist dieses Debüt-Album als Gesamtkunstwerk zu betrachten, welches man sich in völliger Dunkelheit und bei voller Lautstärke zu Gemüte führen sollte.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Path of Pure Darkness
02. Malignant Soul Rape
03. His Desecrating Evilness
04. A Monument of Death
05. Path of Misanthropic Hate
06. Earth in Blazing Fires
07. Eternal Fires of Desolation
08. Left Hand of the Evil Will

Laufzeit: ca. 33 Minuten

Review: Aiμα - σάρκα (EP, Kill Yourself Productions)

Das Trio aus Griechenland präsentiert mit dieser E.P. nach gerade einmal einer Demo ihre zweite bisherige Veröffentlichung. Wie man aus dem Cover evtl. schon deuten könnte, wird hier ursprünglicher Black/Death Metal zelebriert. All Hail The Goat!









Die erste Seite namens "Blood" enthält das Lied "Sarx", und direkt zu Beginn werden hier keine Gefangenen gemacht. Ein donnerndes Gemetzel, welches hier gleich von Anfang an dargeboten wird. Ein Gesang wie direkt aus der Hölle, apokalyptisches Schlagzeugspiel, messerscharfe und pfeilschnelle Gitarren. Doch zwischendrin wird immer mal wieder ein Gang runter geschaltet und die Musik kommt schon fast Doom-mäßig rüber. Asphyx und Nocturnal Vomit lassen grüßen! Ein verdammt geiler, starker Song. Die Seite "Flesh" hält dann die beiden letzten Stücke "Trumpeters of Doom" und "Cryonics for a fallen god" bereit. Ersteres stellt eine lupenreine Goat Metal-Nummer dar. Hier wird von vernichtendem Gebolze über massenvernichtende Stacheldrahtsymphonien alles geboten - wirklich ein fieses Stück, welches auch eindeutig den meisten traditionellen Death bietet! Die letzte Darbietung beginnt mit einem klassischen Doom-Gitarrensolo, auch der Gesang ist anfänglich eher dem Doom zuzuordnen - das ändert sich natürlich nach kurzer Zeit und es wird wieder ordentlich gemetzelt, dass das Engelsblut nur so umherspritzt! Sehr erwähnenswert ist hier auch noch der sehr doomige Mittelpart und das reißerische Solo im letzten Viertel!

Fazit:
Doom, Death und Black Metal in einer Platte vereint. Kurz gesagt: eine E.P. wie ein Brett! Den drei Griechen ist hier ein sehr starkes Old School (Goat) Metal Album geglückt, was weitaus bekanntere Genre-Kollegen wie Proclamation oder Typhus ziemlich alt aussehen lässt und eher in einer Liga mit Nocturnal Vomit, Necroblood oder alten Asphyx spielt. Davon bitte in Zukunft ein vollständiges Album! Kommt in schwarzem Vinyl mit doppelseitigem Beiblatt und ist limitiert auf 300 handnummerierte Exemplare.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Sarx
B-02. Trumpeters of Doom
B-03. Cryonics for a fallen god

Laufzeit: ca. 8 Minuten

Mittwoch, 11. Juni 2014

Review: Ak-11 - Legendary, Demonic & Invincible (Digitales Album)

Aus dem Jahr 2011 stammt diese erste Demo-Veröffentlichung der, damals noch als Solo-Projekt agierenden Band aus Australien. Gehört habe ich von dem inzwishen dreiköpfigen Gespann zwar noch nichts, allerdings scheinen sie keine so Unbekannten zu sein - auch im deutschen Raum scheinen die Jungs ziemlich erfolgreich einige Auftritte absolviert zu haben im Rahmen der Tour zum Debüt-Album "Once upon a time in Europa", welches Ende Mai erschien.





Kommen wir jedoch zu diesem ersten Frühwerk. "Legendary, Demonic & Invincible" bietet sechs Lieder und die Stilbeschreibung 'Triumphant Black War Metal' trifft es eigentlich so ziemlich genau, was hier geboten wird. Man hört auch zu jeder Zeit, dass es sich hier um das Werk einer alleinigen Person handelt, mit allen Einschränkungen, die ein Solo-Projekt zu bieten hat. So scheinen die Drums nicht wirklich real eingespielt zu sein. Nichts desto trotz tritt die Musik von AK-11 bereits in diesem frühen Stadium ordentlich Arsch und bietet neben dem War Black Metal Geknüppel auch allerlei Anleihen an den Old School Death Metal, inklusiver einiger Samples.

Fazit:
Kein Überwerk, aber das habe ich hier auch gar nicht erwartet. Die erste AK-11 Demo bietet genau das was sie verspricht: grundsoliden War Black Metal, der obendrein noch mit einer ordentlichen Prise Death Metal verfeinert wurde und auch einige kleine Spielereien aufweist. Ordentliche Veröffentlichung! Die Demo kann auf der offiziellen Blog-Seite der Band http://ak-11.blogspot.com.au kostenlos heruntergeladen werden.

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. The Cleansing Stream
02. Vechnyi Ogon'
03. Slava Rossii
04. Legendary, Demonic & Invincible
05. Sniper's Glory (Satan guides my aim)
06. Shest' Shest' Shest' i Katyusha

Laufzeit: 33 Minuten

Dienstag, 10. Juni 2014

Review: Luci Tristis - Simplex Mortalis (CD, Eisiger Mond Productions)

Dieses bereits im Jahre 2006 entstandene Demo aus der Feder Luci Tristis aus Frankreich, habe ich auch erst kürzlich für mich entdeckt. Ist ja inzwischen selten genug, dass man in Sachen Black Metal brauchbares Material aus dem französischen Underground mitbekommt.








Das Erstlingswerk dieses Duos gehört jedoch eindeutig dazu. Rau und aggressiv. Hasserfüllt und düster wie sau. Und dabei so schwermütig und melancholisch, als hätte man bei der Band die Depression gepachtet. Zwar ist hier auch wieder einmal ein allzu künstliches Schlagzeug am Werk, was bei einigen Stücken doch schon extremst nervt, aber gerade durch dieses latent Laienhafte - diese ungezügelte und rohe Wildheit erhält dieses Werk seinen Charme und den Charakter des frühen 90er - Mitt-90er Black Metals der französischen Szene. Dabei wirkt der Stil der Band doch recht eigenständig, auch wenn er nicht so überhörende Parallelen zu alten Helden Marke Mütiilation, Vlad Tepes oder Belkètre aufweist. Davon zeugen auch die schlichten und auch nicht allzu häufig vorkommenden Dark Ambient-Momente. Aber eigentlich muss man sich auch nur dieses nihilistische Cover anschauen, und man weiss eigentlich schon, wessen Geistes Kind die Musik Luci Tristis' ist.

Fazit:
Für alle, die mit dem frühen Black Metal der französischen Szene etwas anfangen können, und immer noch auf der Suche nach aktuellen Bands sind, die hör- und spürbar jenen Geist dieser alten Tage atmen. Für die jenigen, die Wert auf eine saubere Produktion legen habe ich nur folgenden gut gemeinten Ratschlag: FINGER WEG! Mich persönlich hat diese Demo-Veröffentlichung schwer beeindruckt, und es ist fast eine Schande, dass ich erst jetzt, wo es das Label nicht mehr gibt, darüber gestolpert bin. Erschienen als Pro-CDr, limitiert auf 200 Exemplare.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro - As The Demon Weeps
02. Alone In This Painful Winter
03. A Long Trail To Deviance
04. She Bleeds Onto The Earth
05. Ligurian Myth
06. The Tragedy Of The Cathares
07. Outro - Transalpine Gaule

Laufzeit: ca. 22 Minuten

Montag, 9. Juni 2014

Review: Ancient Blood - Damnation & Bloodlust (Digitales Album)

Im letzten Jahr brachte die relativ junge Band Ancient Blood aus Mexiko ihr Erstlingswerk heraus. Dies hört auf den illustren Namen "Damnation & Bloodlust". Gespielt wird natürlich Black Metal, bei dem Logo, der Gestaltung und vor allem diesem Titel bleiben da von vornerein auch keine Zweifel offen.








Der Black Metal, der hier unter's internationale Publikum gebracht wird, ist jedoch keinesfalls ursprünglicher Natur - wobei... doch, in gewisser Weise kann man davon schon reden - sondern huldigt eher dem melodischen bis symphonischen Black Metal Mitte der 90er. Alte Dimmu Borgir, Gehenna, Malignant Eternal, Siebenbürgen und/oder auch Mactätus dürften hier Pate gestanden haben. Die größte Inspirationsquelle dürften jedoch die ersten Scheiben der Engländer Cradle Of Filth gewesen sein. So ist der Sänger hier auf jeden Fall hörbar bemüht, in solche Stimmlagen und klangliche Sphären zu gelangen, wie es ein Dani Filth früher problemlos schaffte. Ein beherzter Tritt in die Weichteile sei dank. Oder eben auch nicht. Diese Band hat halt schon immer die Lager gespalten, ich sehe mich da noch in den Reihen derjenigen, die zumindest mit den ersten drei Werken von Cradle Of Filth etwas anfangen konnten. Ancient Blood schaffen es jedenfalls irgendwie den Charme dieser Anfänge einzufangen, und darüber hinaus dem ganzen noch einen gewissen eigenen Stempel aufzudrücken. Der Gesang geht einem jedoch nach einer Weile doch erheblich auf die Eier. Zu konstruiert, zu sehr nach Schema-F - zwar mit Ausnahmen, aber eigentlich hört es sich an wie ein früher Klon früherer Hecate Enthroned, die ja bekanntlich früher selbst nur ein Cradle Of Filth Klon mit nordischen Einflüssen waren.

Fazit:
Einerseits nett, aber eigentlich braucht dieses Werk kein Mensch. Nichts, was nicht schon irgendwann einmal gemacht wurde. Jedoch hat dieses Machwerk auf Grund seinen Stils schon so etwas wie einen nostalgischen Wert. Allerdings nur für die jenigen wirklich empfehlenswert, die mit diesem Stil etwas anfangen können und von solcher Art Bands nicht genug kriegen können.

4.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01.  Black August (The Birth Of A Grim Omen)
02. Shadows Of Doom
03. Damnation & Bloodlust
04. Beyond The Veil Of Death

ca. 23 Minuten

Review: Ygramvl - Sphaere (CD, Lupus Tonkunst)

Es ist Zeit für etwas Ambient... naja nicht wirklich. Aber ich wollte ja doch mal etwas zu dieser Scheibe hier schreiben. So ganz kann man seinen Mund ja dann doch nicht halten. Bei Ygramvul handelt es sich um ein Ein-Mann-Projekt, welches wie bereits erwähnt Dark Ambient zelebriert, mit einigen Black Metal-Einlagen. Abgeleitet scheint der Bandname von der Unendlichen Geschichte zu sein - zumindest spricht das Logo für diese Vermutung.





Bei einer Gesamtspielzeit von ca. 50 Minuten präsentiert man dem geneigten Hörer vier (!) Lieder, die von durchschnittlichem Ambient-Keyboard-Gewichse, hin zu einigen recht interessanten und auch ordentlichen Passagen und Klangteppichen so ziemlich alles zu bieten haben. Der Black Metal-Anteil ist dabei, das muss ich leider so sagen, unspektakulärer ausgefallen als der Dark Ambient. Ich kann mich mit dieser Art Mixtur aus Rüppel-Black Metal und unsäglichem Drumcomputer nicht mehr erwärmen. Es mag Leute geben, die das hier als wirklich atmosphärisch ansehen und auch ich muss dem Künstler immerhin einen gewissen Anspruch und ein gewisses Händchen für Atmosphären zugestehen - doch dieses künstliche Schlagwerk geht gar nicht. Das wirkt so 08/15... das hat man schon x-mal gehört, oder hören müssen. Wie gesagt: der Ambient geht da noch vollkommen in Ordnung, zwar wirkt auch dieser streckenweise in die Länge gezogen bis uninspiriert, ist aber noch besser als so manches andere, was sich so Dark Ambient schimpft. Vielleicht hätte man es einfach dabei belassen und den Black Metal ganz weg lassen sollen.

Fazit:
Unausgegorenes Werk, welches zwar definitiv seine Momente besitzt, jedoch auch nicht zuletzt auf Grund seines unspektakulären Endes sehr verhalten und unausgereift daher kommt. "Sphaere" bietet ergo einige interessante Ansätze, die man nur hätte weiterspinnen müssen. Und den Black Metal hätte man sich getrost sparen können. Besser als die alten Vinterriket wird es sowieso keine Band mehr hinbekommen diese beiden Genres zu vereinen.

4.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Königreich Nebel
02. Lauernde Schatten
03. Irrlichter
04. In den stummen Kavernen

Laufzeit: ca. 50 Minuten

Kurze Information zum kommenden dritten Sampler

Moin Zusammen.

Der dritte Teil der Sampler-Reihe nimmt nun langsam Gestalt an.
So hat sich bereits die ein oder andere Band gefunden, darunter wird auch wieder exklusives Material sein. Ich denke, dass es dieses Mal ein größeres Vorhaben wird, als noch bei den beiden älteren Samplern.

Den Druck werde ich auch nicht mehr selber machen, sondern professionell anfertigen lassen, da ich mit dem Endresultat meines Druckers im Nachhinein doch nicht recht zufrieden war.

Die Limitierung wird sich diesmal auf 100 Stück belaufen. Es wird auch wieder eine gesonderte Edition für einen engeren Personenkreis geben. Ich hoffe auch, dass die Artworks bald fertig sind und dass das Ganze noch in diesem Jahr veröffentlicht wird.

...bis dahin hat jetzt noch einmal jeder die Möglichkeit, sich ein Exemplar des letzten Samplers zu sichern, da ich mich vor einigen Tagen doch dazu entschlossen habe, eine zweite Auflage anzufertigen. Mit einem einhaltlichen Cover, welches sehr von denen der Erstauflage abweicht. 25 Stück auf Vinyl-CD, im Jewelcase mit 4-seitigem Beiheft. Es wird definitiv die letzte Möglichkeit sein, in den Besitz dieses Werkes zu gelangen!

Review: Auf dem schwarzen Thron - Wonders of Darkness (EP, Zinarthan Productions)

Die Ein-Mann-Band Auf dem schwarzen Thron geistert nun auch schon seit knapp 10 Jahren im nordrheinwestfälischen Underground herum, kann dabei aber bisher lediglich auf drei Veröffentlichungen zurückblicken, was ja durchaus noch ein weiteres Indiz für die vorhandene Untergrund-Attitüde dieses Projektes ist. Nach den beiden Kassetten "Demo 2008" und "The Night, The Stars, The Earth" folgte nun vor immerhin schon vier Jahren diese Vinyl-E.P. mit Namen "Wonders of Darkness", wobei die Veröffentlichung unter dem Banner des australischen Labels Zinarthan Productions stattfand.



Dargeboten werden insgesamt vier Lieder, dabei macht nach einer kurzen Introduktion der Titel "Down in my temple of darkness" den Anfang. Und gleich hier zeigt sich, dass der Mann aus Werl sein Handwerk versteht. Black Metal der alten deutschen Schule. Celticmoon und Dying Fullmoon kommen einem da genau so in den Sinn wie Moonblood, Hati oder auch alte Deathgate Arkanum und Nihil Nocturne Aufnahmen. Verdammich noch eins... aus welchem Jahr stammt diese E.P. noch einmal?! Bereits der erste Song besitzt eine großartige Atmosphäre, diese Dunkelheit setzt sich dann mit "As the night enters our light" fort, inklusive unheilvollen Glockenschlägen. Die B-Seite hält dann mit "The fear deep inside" und "Beneath these trees of darkness" die letzten beiden Lieder bereit, die den Beiträgen der A-Seite in nichts nachstehen. Die Samples der E.P. entstammen laut Angaben Auszügen von Kate Bush und aus der Serie Der kleine Vampir. Interessante Wahl, die hier getroffen wurde, und daher wohl auch passend für diese Band.

Fazit:
Interessante Musik, welche hier zelebriert wird. Wobei ich sagen muss, dass hier absolut nichts Neues geboten wird, dafür aber viel Atmosphäre geboten und der Geist vergangener Tage mit viel Hingabe eingefangen wird. So etwas bekommt man heutzutage wirklich nur noch sehr selten zu hören, und genau deshalb sollte man für jede verdammte Seele, die mit einer kleinen Untergrund-Kapelle alle paar Jahre mal so ein Machwerk rauswirft dankbar sein! Die Platte kommt in Schutzhülle mit einseitig bedrucktem Cover und einem Faltblatt, welches zum einen als kleines Poster und zum anderen als Infoblatt dient. Limitiert auf 200 Exemplare und nicht durchnummeriert.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Down in my temple of darkness
A-02. As the night enters our light
B-03. The fear deep inside
B-04. Beneath these trees of darkness

Laufzeit: ca. 12 Minuten

Review: Leyd - Allt Närmare Ändå (CD, Lupus Tonkunst)

Bei Leyd handelt es sich um eine fünfköpfige Black Metal-Kombo aus Baden-Württemberg und existiert seit 2011. Jedoch entstand dann erst zwei Jahre später das hier vorliegende Debüt-Werk, welches unter Lupus Tonkunst veröffentlicht wurde. Natürlich mischt hier auch wieder Lupus direkt mit.








Das Ganze kommt in einem durchaus nett gestaltetem Digi, welches jedoch sehr schlicht ausgefallen ist. Doppelseitige Vorderseite (einmal Cover und einmal Bandfoto mit Namen) dann CD-Halterung und noch die Rückseite. Keine Texte etc., was ich gerade bei so einem Projekt bedauerlich finde. Die CD hält vier Lieder bereit und stellt daher auch eher eine E.P. denn ein wirkliches Album dar, da die ganze Angelegenheit auch nur knappe 20 Minuten andauert. Zur Musik kann man grob sagen, dass es sich hier um einen schnellen atmosphärischen Black Metal im Stile von (den ebenfalls deutschen) Kathaaria handelt. Oder auch von Suicidal Vortex... wobei ich sagen muss, dass Leyd eindeutig die bessere Produktion als auf dem Suicidal Vortex-Debüt haben, atmosphärisch jedoch nicht so ergreifend daher kommen wie die Marler Band Kathaaria - deren "The Complex Void of Negativity" ist und bleibt einfach der Referenz-Titel für mich, wenn es um solch' einen Stil geht. Wobei man sagen muss, dass sich Leyd doch schon ins Zeug legen und sich im Rahmen eines kompletten Album sicherlich noch mehr hätten entfalten können. So bleiben jedoch lediglich vier Lieder, die keinem weh tun, jedoch auch nicht derart mitreißend sind, dass sie dauerhaft in den Hirnwindungen haften bleiben.

Fazit:
Nette E.P., die auch definitiv Lust auf ein vollständiges Album macht. Wenn Leyd ihren Stil noch verfeinern, noch ein wenig mehr ergreifende Atmosphären in ihre Musik packen, könnte das durchaus was Großes werden. Ich lasse mich da gerne überraschen und wäre in dem Fall auch einer höheren Punktevergabe nicht abgeneigt. Limitiert ist das Digi meiner Information nach auf 80 Exemplare, die allerdings nicht durchnummeriert sind.

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Leid
02. Uppå Galgbacken
03. Wiedergänger
04. Allt Närmare Ändå

Laufzeit: ca. 19 Minuten

Review: Orlok - Black Funeral Holocaust (CD, Werewolf Records)

Graf Werwolf alias Satanic Tyrant Werwolf alias Vince 'Werwolf' Venom hat mal wieder ein Projekt am Start. Und so fügt sich Orlok in den Reigen der schier endlos erscheinenden Band-Projekte des Herren ein. Den meisten dürfte er den meisten BM-Anhängern wohl durch Satanic Warmaster und The True Werwolf sein, den Old School Metallern wohl eher durch die Band Amour. Wie dem auch sei... mit dem Erstwerk von Orlok präsentiert der Graf räudigen Underground Black Metal mit einer Prise Ambient.





Immerhin lässt auch die gesamte Aufmachung der CD bereits darauf schließen, auf was man sich hier genau einlässt. Auch dass die Veröffentlichung unter dem Banner des hauseigenen Labels stattfand, lässt tief blicken. Evtl. hat man auch sonst keinen Interessenten für ein solches Projekt finden können. Orlok ist dreckig und äußerst dumpf produziert, zwar äußert sich das ganze nicht so schlimm, als dass es einem undefinierbaren Soundbrei ähneln würde - jedoch kommt das hier schon ziemlich nah dran. Spielerische Details sucht man die meiste Zeit vergeblich, hier wird das pure Chaos mit viel Aggressivität zelebriert. Einen gewissen Okkultismus möchte man sich wohl selber auch noch zusprechen, was durch diese undergroundige Produktion auch durchaus gelingen mag, jedoch reicht man bei weitem nicht an Meister des Okkulten ala Svartrit, Hetroertzen oder Grav heran. Aus spielerischer sowie auch atmosphärischer Hinsicht nicht. Nunja, aber die finnische mit der schwedischen Black Metal-Szene zu vergleichen ist auch irgendwie so wie mit den Äpfeln und den Birnen. Das Instrumental "Kuun Naama", welches auf einer Gitarre dargeboten wird, erinnert dann auch eher an klassischen Heavy Metal denn an Black Metal. Der Rest lässt sich eigentlich mit den letzten Ergüssen von Satanic Warmaster seit der "Nachzehrer" Platte gleichsetzen. Rehearsal scheint wohl gerade schwer angesagt zu sein...

Fazit:
Wer Satanic Warmaster mag (und das "Nachzehrer" Album im Besonderen), wird das hier auch mögen. Parallelen zu den großartigen Goatmoon würde ich allerdings nur bedingt ziehen, da diese doch um einiges... sagen wir mal 'epischer' zu Werke gehen. Insgesamt ist Orlok's "Black Funeral Holocaust" jetzt kein Werk, was mich aus den Stiefeln haut, aber auf Grund seiner durchaus vorhandenen düsteren Atmospähren immerhin noch besserer Durchschnitt. Limitiert ist die CD auf 999 handnummerierte Exemplare.

6.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Lamentation
02. Black Funeral Holocaust
03.  Black Hearts Symphony
04. Chamber Of Torments
05. Kuun Naama
06. Mysticum Corpus Satanae
07. Towards Darkness

Laufzeit: ca. 37 Minuten

Review: Ketelens' Brukke - Ancient Shadow Throne (CD, Talheim Records)

Nachdem vor guten vier Jahren das damalige Debüt in Kooperation zwischen Nordsturm und Sturmglanz erschien, folgte letztes Jahr das Zweitwerk der Mannen aus Österreich. Ehrlich gesagt, hatte ich nicht damit gerechnet, jemals wieder etwas von dieser Band zu Gehör zu bekommen, da das erste Album zwar durchaus Potential aufwies, nichts desto trotz aber auch nichts weiter als Durchschnittsware darstellte, die man so ähnlich schon x-mal gehört hat. Ob es sich nun bei "Ancient Shadow Throne" anders verhält, lest ihr nun im folgenden...




Zunächst einmal fällt natürlich der Wechsel zum heimatlichen Label Talheim auf. Das nett gestaltete Digi mit mehrseitigem Beiheft rundet die Sache ab. Talheim hat dahin gehend mal wieder ganze Arbeit geleistet. Was die Musik und deren Inhalte betrifft, so weicht man eigentlich keinen Deut von dem Stil des letzten Albums ab. Die Produktion ist insgesamt etwas rauer und erinnert mich persönlich etwas an alte Darkthrone Aufnahmen. Generell also nicht verkehrt, und ich muss zugeben, dass mich die Musik von "Ancient Shadow Throne" schon irgendwie in seinen Bann zu ziehen weiss, aber letztlich bleibt ihr objektiv betrachtet doch nicht viel mehr übrig als beim Debüt... räudig produzierter Black Metal, der zwar einiges an Potential aufweist, es jedoch nicht schafft, wirklich hervorzustechen.

Fazit:
Für Anhänger des "Graeueltaten/Memories of Life" Albums empfehlenswert, da sich hier doch die ein oder andere (kleine) Weiterentwicklung und Verfeinerung des bekannten Stils finden lässt. Ansonsten wohl eher nur wirklich für Leute interessant, die alles haben müssen. Mir persönlich ist das hier alles zu gewöhnlich und unspektakulär. Die Punktevergabe fällt daher auch geringer aus als beim Debüt, welches allerdings aus heutiger Sicht noch einmal deutlich weniger Punkte verdient hätte, handelt es sich hier doch um das eindeutig gereiftere Album.

4.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Crypt Of The Sorcerer
02. Ancient Shadow Throne
03. Under Satan's Victory Flag
04. The Misanthrope
05. Once
06. Prophezeiung naechtlichen Terrors
07. Enchanting Moonlight
08. Buried Beneath Funeral Torment / Towards The Hellgate
09. Getrågen auf hoelzernem Schrågen

Laufzeit: ca. 38 Minuten