Donnerstag, 27. November 2014

Review: Pestheim - In The Mysterious Depths Of The Forest (CD, Eigenproduktion)

Aus dem Bergischen stammt das Ein-Mann-Kommando Pestheim, welches von M.H. Frost ins Leben gerufen wurde. Unter wechselnden Bandnamen und auch in anderen Projekten war/ist der Protagonist seit Mitte der 90er im deutschen Black Metal Untergrund unterwegs und treibt sein Unwesen. Inzwischen hat sich Pestheim aber als eine Art 'Wahlheimat' etabliert. Auch ist Frost in dem deutschen Black/Thrash Tribute Projekt Old Skull aktiv.





Die Aufmachung: das aktuelle Album von Pestheim (die früheren Veröffentlichungen sind mir nicht bekannt... ein Nachteil, wenn man erst spät auf solch' eine Band aufmerksam wird) kann sich rein optisch schon einmal sehen lassen. Professionelle Aufmachung, Drucke, vierseitiges Beiheft. Die CD ist eine Pro-CDr.

Die Musik: M.H. Frost zelebriert auf "In The Mysterious Depths Of The Forest" in acht Liedern traditionellen Black Metal (plus Intro- und Outroduktion, also insgesamt 10 Titel), der auf den ersten Eindruck zunächst einmal ziemlich ruppig dargeboten wird. Erst nach mehrmaligem Hören fallen einem bewusst die Details auf, und man merkt, dass die Musik durchaus seine Stärken hat und mitnichten so ruppig und belanglos ist, wie sie im ersten Moment scheint. Allgemein ist das Album durchzogen von sehr feinen Melodiebögen, die an die guten alten 90er in Norwegen erinnern. So bietet z.B. das Stück "Hateful Manifesto" verschiedene Solo-Parts, Breaks, Tempowechsel, verschiedene Fascetten im Gesang und trotz aller Brutalität bietet das Lied eine unglaubliche Atmosphäre. Genau so sieht es auch bei dem folgenden "The Anthems Of The Impaler" aus, welches gleich zu Anfang mit einer Double-Bass-Line beginnt, und sich mit der Zeit zu einer erhabenen Midtempo-Hymne im Stile von Sachen wie alten Satyricon entwickelt. Persönlicher Höhepunkt der CD stellt für mich das Lied "The Freezing Winds" dar (und nein, es handelt sich um kein Mayhem Cover), welches mit Dark Ambient beginnt, dann in einen sehr langsam gespielten Black Metal übergeht, was dem ganzen eine sehr schwermütige, melancholische Atmosphäre verleiht. Und wenn dann der Refrain "The freezing winds blowing as sharp thorns through my blood that runs in my veins" wird auch dem Letzten, der diese Musik wirklich noch fühlt, ein wohliger Schauer über den Rücken laufen. Gänsehaut ist hier garantiert!

Das Fazit:
Eine sehr feine Veröffentlichung eines deutschen Solo-Projektes aus dem Schwarzmetall Untergrund. Direkt eine Schande, dass ich erst jetzt im Zuge des kommenden Samplers auf diese Musik aufmerksam wurde. Hier werden alte Traditionen wirklich noch bewahrt und das Banner des ursprünglichen Black Metal hoch erhobenen Hauptes empor gehalten. Die schwarze Fahne des Pentagrams weht uns im Sturm voran und unter ihm wird das Christentum zerschmettert! Was hier besonders hervorsticht, ist das Gitarrenspiel, denn in eigentlich jedem Song finden sich wohlplatzierte Solo-Parts, die auch schon einmal sehr heavy oder auch thrashig anmuten - da kommt Frost's Arbeit in Old Skull wieder zum tragen (ich habe keine Ahnung, was zu erst da war: Old Skull's "Unholy Ground" oder diese CD hier), auch gibt es vereinzelte kurze Sample-Einspielungen. Am Gesang werden sich wieder die Geister scheiden, da dieser bestimmt nicht jedem gefallen wird. Aber das ist auch sicher nicht die Intention. Denn die Musik von Pestheim ist wie schon erwähnt halt nicht der übliche 08/15-Mist, als das sie zunächst vielleicht erscheinen mag, sondern bietet eine Menge atmosphärischer Höhepunkte, die dieses Album zu einem kleinen Highlight in diesem Jahr machen.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Introduction
02. Winter Anthems
03. Hateful Manifesto
04. The Anthems Of The Impaler
05. On The Wings Of Immortality
06. The Freezing Winds
07. Vampirism (The Cult Of The Undead)
08. Walpurgis Night (First Version)
09. Wrath Of The Nordic Hordes
10. Outroduction

Laufzeit: ca. 38 Minuten 

Mittwoch, 26. November 2014

Review: Glasperlenspiel - Post Kastaliam (MC, Eigenproduktion)

Glasperlenspiel nennt sich eine noch relativ junge Band (Gründung 2013) aus Stuttgart. Beteiligt sind gerade einmal zwei Personen. Gespielt wird Black Metal, der typisch deutsch klingt. Soweit ja eigentlich nix besonderes... aber (und meine Damen und Herren das ist mal wirklich ein ABER): das, was die zwei Protagonisten hier zelebrieren ist mit eines der interessantesten Sachen, die ich seit Jahren aus dem nationalen Underground vernommen habe. Die Musik von Glasperlenspiel (lustig übrigens die Namensgleichheit mit der deutschen Pop-Gruppe, die ja momentan auch schwer angesagt zu sein scheint - manche Dinge gehen halt nicht an einem vorbei, auch wenn man es versucht zu vermeiden...). Wenn das mal nur keinen Streß wegen Urheberrechten usw. gibt.


Da sind Deutsche ja immer schnell mit dabei, vor allem Musik-Gruppen. Aber gut, das soll hier ja auch gar nicht Thema sein. Wenden wir uns also der Musik zu: Die beiden Musiker Stella (Gitarre, Schlagzeug, Synths, Texte, Komposition und Gesang) sowie Otis (Bass, Lyrik, Gesang) bieten der geneigten Hörerschaft fünf Lieder, sowie einen instrumentalen Einklang. Wo das Grundgerüst der Lieder eindeutig dem Black Metal zuzuordnen ist, und zwar von einer ziemlich räudigen Machart (das wird auch direkt bei dem recht ruppigen Anfang von "Feindbild Mensch" klar), gibt es dann auch immer mal wieder einige sehr nette Details - so ist der BM ansich trotz aller Räudigkeit recht melodisch gespielt, auch der zweistimmige Gesang kann auf Grund der beiden verschiedenen Stimmen überzeugen - und hier und da setzt dann auch mal ein sehr folklore-lastiger Klar-/Sprechgesang ein. Dann gibt es auf einmal auch Symphonic und Ambient zu hören, es wird auch mal durchaus doomig. In "Faule Früchte" und "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" wird es gar etwas Industrial-lastig. Und, die Titel lassen es schon erahnen... hier lohnt sich auch ein etwas aufmerksamerer Blick auf die Texte, die leider nicht Bestandteil des Covers sind. Aber das ist auch nicht weiter schlimm, da sie auch für ungeübtere Ohren gut verständlich sind. Lyrisch beschäftigt man sich, ganz der instrumentalen Darbietung entsprechend, Themen wie Misanthropie ("Feindbild Mensch"), Gesellschafts- sowie Glaubenskritik ("Faule Früchte"), dem Tod ("Die letzte Glocke") und Krieg ("Der Tod ist ein Meister aus Deutschland"). Typische Black Metal-Themen halt, die allerdings auf eine sehr poetische Art und Weise vorgetragen werden und auch die Wahl der Worte spricht dafür, dass die Band einiges mehr auf dem Kasten hat, als die x-te unbedeutende Möchte-Gern-Wir-Sind-Ja-Ach-So-Böse-Misanthropen-Truppe. Verpisst euch aus dem Black Metal, da ihr nichts, aber auch gar nichts verstanden habt (Sorry, aber das musste nun mal raus)!

Fazit:
Glasperlenspiel liefern mit ihrem Debüt-Werk "Post Kastaliam" nicht nur eine ungewöhnliche Veröffentlichung ab - ich würde sogar soweit gehen, und behaupten, dass es sich hier um eines der innovativsten Machwerke aus dem deutschen Untergrund handelt seit dem Fornost ihr Debüt "Der Wind hat mir ein Lied erzählt" veröffentlichten (ist ja schon ne Weile her), was zwar wiederum in eine ganz andere Richtung geht, aber von der Atmosphäre der Lieder haben beide Werke doch viel gemein. Dieser wechselnde Gesang, diese gleichzeitige Räudigkeit und Melodik. Wer unbedingt Vergleiche sucht, sei also an den atmosphärischen Stil der oben genannten Scheibe verwiesen. Sehr schön, dass es wirklich noch einige Bands gibt, die es verstehen, mit neueren Einflüssen dem alten Wesen Schwarzmetall neues Leben einzuhauchen, ohne all' seine Ideale zugunsten einer political correctness zu verraten. Wider dem Zeitgeist. Wider dem Mainstream. So muss das und nicht anders. Limitiert ist die Kassette mit doppelseitig bedrucktem Pro-Cover übrigens auf 218 handnummerierte Exemplare und kann auf der offiziellen Seite der Band für 5,- Euronnen bestellt werden.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Einklang
A-02. Feindbild Mensch
A-03. Faule Früchte
A-04. Glasperlenspiel 1
B-05. Die letzte Glocke
B-06. Der Tod ist ein Meister aus Deutschland

Laufzeit: ca. 60 Minuten 

Sonntag, 23. November 2014

Review: Mucous Scrotum - Hall of the Slain (CD, Raven Music / Herbst Records)

Aus Tel-Aviv, Israel stammt dieses Ein-Mann-Kommando. Zelebriert wird natürlich Black Metal. Mit vorliegendem Werk legte man 2009 nach einer Demo und einer E.P. sein Debüt-Album vor. Nun kenne ich nicht viel aus den Breitengraden, und das was ich kenne, ist mehr schlecht als recht. Ob Mucous Scrotum da eine rühmliche Ausnahme darstellen, könnt ihr im folgenden nachlesen...






Erst einmal zum Offensichtlichen: "Hall of the Slain" beinhaltet sieben Lieder, bietet eine schlichte, aber für Underground-Verhältnisse akzeptable Aufmachung, ein mehr-seitiges CD-Beiheft mit allen Texten und eine sichtbare Limitierung von 1000 Einheiten (im übrigen handnummeriert - wer macht sich bei dieser Limitierung denn heutzutage noch so eine Mühe?). Zunächst einmal also nicht so verkehrt. Mit dem Black Metal, der hier geboten wird, kann ich allerdings nur bedingt etwas anfangen. Mal geht es sehr brachial zu Werke, dann wird es auch mal melodisch mit Choreinsatz, dann wieder mit Noise und Industrial. Das ist zwar alles schön und gut, zeugt auch von einer gewissen Eigenständigkeit, aber letztendlich klingt es größtenteils doch sehr form- und seelenlos. Das ist Musik, um die Masse zu befriedigen. Das ist in der Hinsicht schade, als dass es durchaus wirklich gute Passagen zu vernehmen gibt.

Fazit:
Rauscht an mir vorbei und lässt mich dabei absolut kalt. Ein paar nette Einfälle sind drin, und hätte man den melodischen Parts vielleicht mehr Spielraum eingeräumt, hätte das hier ein wirklich gutes Album werden können. So allerdings höchstens Durchschnittsware, die eigentlich direkt nach dem hören wieder aus den Hirnwindungen verschwindet. Schade!

4.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Nevermind the Rotting
02. I Will
03. The Battle for a Black World
04. The Priory of Hordes
05. Under Dying Skies
06. Innere Bitte
07. The Dead Remain Dead

Laufzeit: ca. 37 Minuten 

Review: Grail - The Morning of Disillusionment (LP, Sol Records)

Es ist soweit, eines der meines Erachtens, intensivsten Werke deutschen Black Metals der letzten paar Jahre feiert seinen Einstand auf Vinyl. Die Rede ist von vorliegender Demo-Veröffentlichung, die die erste und bisher auch einzige Arbeit von der Band Grail darstellt, zum ersten Mal veröffentlicht 2011.







Eine ausführliche Besprechung der Musik ansich erspare ich mir hier mal, da ich ihrer Zeit die CD schon zur Genüge besprochen habe (lässt sich hier finden). Das Hauptaugenmerk liegt hier ergo auf der Aufmachung, sowie den tatsächlichen Mehrwert, den die LP im Gegensatz zur CD bietet. Das Artwork ist das selbe geblieben, aber warum soll man es auch ändern, wenn es doch passt? Die Rückseite der Hülle hält dann die bekannten drei Fotos der Mitglieder bereit, sowie die Titelliste und eine kleine Information zur Aufnahme bereit. Der Schriftzug "Grail performs Black Metal exclusively. Nothing more. Nothing less." lässt sich ebenfalls finden, auch wieder Klasse: die Information zu den verwendeten Samples, welche man ebenfalls auf der CD findet. Während die CD jedoch nicht sichtbar limitiert war, sondern lediglich eine Exemplar-Nummer aufwies, ist die Platte sichtbar auf 133 Stück limitiert - so muss das. Beigefügt wurde zudem ein doppelseitiges dekoratives Blatt mit allen Texten. Wenn mich nicht alles täuscht, konnte man diese aber bereits im Innenteil des CD-Heftes nachschlagen - sie stellen also keine exklusive LP-Sache dar, wie es z.B. bei Shroud of Satan der Fall war, deren LP-Version von "Litany to the Moon" ebenfalls von Sol Records nachträglich auf Vinyl gepresst wurde. Auch bot man mit der S.o.S. LP einen exklusiven Song, was hier ebenfalls nicht der Fall ist - allerdings erübrigt sich das, da das Grail-Werk von Haus aus einen versteckten Bonussong enthält (wer den noch nicht entdeckt hat, hat sich nicht mit der CD beschäftigt - ich verrate also nichts neues).

Fazit:
Letztlich besitzt die Vinyl-Auflage von Grail's "The Morning of Disillusionment" keinen wirklichen Mehrwert zur CD-Fassung, außer halt der Tatsache, dass es eine LP ist. Das Textblatt ist immerhin gut bestaltet, und aktuell bin ich mir wirklich nicht sicher, ob die CD die Texte enthielt (ich bin mir aber fast sicher, dass sie sie enthielt) - da ich sie aber weggegeben habe, kann ich das nicht mehr nachkontrollieren. Wenn ich hier also falsch liegen sollte, bitte ich, mich zu korrigieren. Was die LP meines Erachtens aber enorm aufgewertet hätte, wäre ein schnickes Poster gewesen - hätte sich bei dem Artwork durchaus gelohnt. An der Musik gibt es auch weiterhin nichts auszusetzen, dieses Machwerk ist mächtig! Punkt. Limitiert auf 133 handnummerierte Exemplare und zu beziehen über Sol Records. Da ich hier nicht nur die Musik, sondern auch die Aufmachung, sowie den Mehrwert der LP bewerte gibt's:

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. The Morning of Disillusionment - part one
A-02. The Morning of Disillusionment - part two
A-03. The Morning of Disillusionment - part three
B-04. When the Stars fall asleep
B-05. Dis Manibus Sacrum
B-06. Outro (utinam invenias thronum occultum)

Laufzeit: ca. 40 Minuten 

Review: Bekëth Nexëhmü - De Urtida Krafterna (EP, Darker Than Black Records)

Dass D.T.B. auch mal durchaus unpolitische Gruppen veröffentlichen, wissen wir ja nicht erst seit diesem Release. Allerdings lassen es sich die Herren auch einiges kosten, dass sie die Ancient Records-Lizensen besitzen. Knapp 8,- Euro für eine E.P. zu verlangen, die gerade einmal zwei Lieder enthält, ist nicht nur unverschämt, sondern grenzt an Wucherei und hat nichts, aber auch gar nichts mehr mit dem Underground-Gedanken zu tun. Aber das ist nur meine persönliche Meinung zur Veröffentlichungspolitik und das soll auch nicht mit in diese Besprechung reinfließen.



Denn das hätte die Band aus Schweden, die ja keine allzu Unbekannten mehr sind, nicht verdient. Einmal mehr zelebriert man auf "De Urtida Krafterna" Schwarzmetall in seiner reinsten und ursprünglichsten Form, mit einer Hingabe, dass es eine wahre 'Freude' ist, Bekëth Nexëhmü zu lauschen. Gleich der erste Liedbeitrag "Urtidens Jättar" bietet obskuren Black Metal, wie man ihn heute nur noch äußerst selten findet, ein durch und durch verzweifelter Gesang, sägende Gitarren und ein erhabenes Schlagzeug. Eine Hymne an die Nacht, die Finsternis und ihre Gestalten. Musik, die nicht von dieser Welt zu sein scheint, und den Mensch unweigerlich für sich einnimmt. Musik, die bewegt, die tiefer geht - und einem das Herz bluten lässt. Das setzt sich auch mit dem zweiten Lied "Det Gapande Svaljet" fort, das insgesamt etwas schneller dargeboten ist, aber trotzdem sehr hymnisch und getragen daherkommt.

Fazit:
...und wieder einmal sind es die Schweden, die einem aufzeigen, warum man dem Black Metal überhaupt noch huldig ist. Diese beschissene, verlogene Szene. Fuck Off! Bekëth Nexëhmü gehen mit einer solchen Inbrunst zu Werke, dass all' dies egal wird... dies hier ist die wahre Essenz dessen, was den Black Metal so stark macht - pure Magie! Aus dieser Sicht heraus betrachtet, ist die E.P. also auf jeden Fall einen Kauf wert, allerdings muss das bei dem Preis jeder für sich selbst entscheiden (Tipp: ein paar Cent günstiger bekommt man die 7'' bspw. im Shop von Iron Bonehead).

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Urtidens Jättar
B-02. Det Gapande Svaljet

Laufzeit: ca. 11 Minuten 

Review: Graveyard & Nominon - Gräveyard vs. Nöminon Split (EP, Doomentia Records)

Unter dem Banner des tschechischen Labels Doomentia wurde diese Split 7'' Vinyl zwischen den spanischen Death Metallern Graveyard und den Death-Pionieren Nominon aus Schweden veröffentlicht. An dem Artwork, der Schreibweise und der Schriftart der Bandnamen könnte man es schon erahnen, was hier zum Besten gegeben wird. Beide Bands steuern nämlich jeweils ein Motörhead-Cover zu dieser Split bei.






Starten wir mit den vier Spaniern, die den Kult-Song "Deaf Forever" interpretieren. Instrumental gesehen eher Hard Rock, wenn auch mit sehr tief gestimmten Bässen und Gitarren. Trotzdem aber auch spieltechnisch eine glanzvolle Hommage an die englischen Kult-Rocker. Das Original stammt übrigens von dem 1986er Album "Orgasmatron", wen welchem ja schon so einige Lieder gerade auch in der Black Metal-Szene gecovert und neu interpretiert wurden. Widmen wir uns Nominon, welche sich ihrerseits dem Motörhead-Lied "The Hammer" widmen. Instrumental wird schneller Heavy Metal gespielt, der irgendwo zwischen Thrash und Speed Metal einzuordnen ist. Gesanglich gibt es eher eine gröllende Stimme zu vernehmen, aber das passt ja auch zum rockig-rotzigen Flair des Originals (welches sich im Übrigen auf Motörhead's viertem Album "Ace of Spades" aus dem Jahre 1980 finden lässt). Die vier Schweden machen ihre Sache genau wie ihre spanischen Kollegen sehr gewissenhaft und führen sie solide aus.

Fazit:
Ob diese Split 7'' jetzt wirklich Sinn macht oder nicht, sei einmal dahin gestellt. Das ist ja sowieso bei E.P.s immer so eine Sache. Was die Platte auf jeden Fall macht, ist eine Menge 'Spaß'. So merkt man hier nicht nur, dass wirkliche Vollblut-Musiker am Werk sind, sondern, dass hier auch Menschen zu Werke gehen, die nicht nur einfach irgendeinen Song covern, sondern dem Original wirklich Tribut zollen und dem Ganzen darüber hinaus auch noch ihren eigenen Stempel aufsetzen. Ein Projekt von Fans für Fans, wenn man so will. Auf wie viele Exemplare die Split insgesamt limitiert ist, weiss ich nicht, die ersten 100 Stück kommen auf jeden Fall im bier-gelben Vinyl daher, der Rest in schlichtem Schwarz. In diesem Sinne: ich genehmige mir jetzt erst einmal ein kühles Blondes und hör' mir meine alten Motörhead-Platten an...

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A. Graveyard - Deaf Forever
B. Nominon - The Hammer


Laufzeit: ca. 8 Minuten

Samstag, 22. November 2014

Review: Imposer - Contra Omnia (EP, Iron Bonehead / Vault Of Dried Bones)

Bei Imposer handelt es sich um eine drei-köpfige Band aus Italien, welche seit annähernd 15 Jahren besteht. Allerdings scheint diese Kombo bisher total spurlos an mir vorübergangen zu sein, denn gehört habe ich noch nie von ihnen. Dabei kann die Band neben drei Demos und zwei E.P.s bereits auch ein vollständiges Album vorweisen. Nun folgt mit vorliegendem Werk die neueste E.P., welche schon einmal auf Kassette veröffentlicht wurde und vor kurzem durch die beiden Labels Vault Of Dried Bones (Kanada) und Iron Bonehead (Deutschland) auf Vinyl gebannt wurde.




Seite A beinhaltet das erste Lied "Omnipotence", und das macht von Anfang an klar, in welche Richtung es hier geht - nämlich schnurschracks und mit voller Wucht nach vorne! Der Gröllgesang wechselt sich mit Schreigesang, was durchaus willkommen ist, und für Abwechslung sorgt. Heraus gekommen ist dem Teufel sei Dank kein Schweinegegrunze Marke Cannibal Corpse und Co. sondern wirkliches Oldschool-Gegrunze/Gröllen/Schreien. Die Instrumente halten da locker mit, die Gitarren sind gnadenlos tiefer gelegt und auch der Bass dröhnt ordentlich in den Ohren. Das Schlagzeug macht keine Gefangenen und bolzt in den stürmischen Momenten einfach alles und jeden nieder. Doch gibt es auch melodische und groovende Momente, z.B. im kompletten letzten Viertel. Und spätestens jetzt wird deutlich: Imposer sind eine Macht! Eine, mit der man rechnen muss! Platte gewendet und es erklingt "Pestilent Death", der ebenfalls gleich in die Vollen geht und noch weniger als sein Vorgänger darauf aus ist, Gefangene zu machen, jedoch auch den nötigen Rhythmus nicht vermissen lässt. Nach einer kleinen Sample-Einspielung geht es dann gleich weiter mit dem letzten Song, dem Bestial Warlust Cover "Blood & Valour", welches sich nahtlos an die übrigen zwei Lieder einfügt.

Fazit:
Ein sehr lohnenswertes Release! Death Metal wie er sein sollte. Brutal, ohne viel Drumherum. Sehr geil. Einzig die kurze Laufzeit trübt den Gesamteindruck doch etwas. Die 7'' Platte kommt in transparent-rotem (schwarz marmoriertem) Vinyl (400 Stück), sowie in einfachem schwarz (100 Stück), beide Auflagen enthalten ein beidseitig bedrucktes Beiblatt. Die ersten 60 Exemplare kommen darüber hinaus als Die Hard-Edition, welche neben einer schwarzen Vinyl-Scheibe noch eine Schlinge von der Art, wie diese auf dem Cover, enthält. Da kann man gleich noch seinen Hals um ein Schmuckstück verschönern. Direkt niedlich finde ich in dem Zusammenhang das Warnungsschnipsel, in dem davor gewarnt wird, dass es sich bei der Schlinge um ein, und ich zittiere 'Kostümzubehör für Erwachsene' und um kein Spielzeug handele. Also liebe Metalheads, bitte sorgt dafür, dass eure Kinder nicht auf die Idee kommen, ihre Hälse in eure Schlingen zu legen. Ironie, Sarkasmus und Zynismus meinerseits darf durchaus angenommen werden.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Omnipotence
B-02. Pestilent Death
B-03. Blood & Valour (Bestial Warlust Cover)

Laufzeit: ca. 10 Minuten 

Review: Satanic Warmaster - Fimbulwinter (Digitales Album)

Der Satanische Kriegsminister aus Finnland meldet sich auch mal wieder zu Wort. Inzwischen nennt man sich nur noch Werwolf. Gut, immerhin keine komplette Änderung des Pseudonyms. Geboten wird einmal mehr Black Metal, der mal wieder keinen Hehl aus seiner Herkunft und auch keinen Deut vom Stil der Band abweicht.







Zunächst einmal sei gesagt, dass ich Satanic Warmaster wie viele andere auch, musikalisch durchaus sehr passabel finde, sie aber im Gegensatz zu den meisten doch für gnadenlos überschätzt halte, da das Projekt um Werwolf nur bedingt dem Ruf gerecht wird, welcher ihm vorauseilt. Und die Zeiten von "Opferblut", jenes Album, welches in meinen Augen den Genie-Streich der Band darstellt (und der seither auch nicht mehr ansatzweise erreicht wurde) sind leider auch lange vorbei. Mit "Nachzehrer" hatte man sich dann an einem etwas raueren Stil gewagt, der der Band meiner Ansicht nach auch gar nicht einmal so schlecht zu Gesicht stand, zumal es durchaus auch einige wirkliche rituell und okkult anmutende Passagen gab. Mit "Fimbulwinter" orientiert man sich jedoch wieder an dem 2005-Werk "Carelian Satanist Madness", welches ja auch nicht gerade wenige als DAS Meisterwerk ansehen. Gut, ein paar nette Ideen, sowie brauchbare Lieder sind vorhanden, aber das war wirklich nichts, was man in dieser Form nicht schon einmal gehört hätte. Trotzdem muss ich zugestehen, dass "Fimbulwinter" noch einen drauflegt, und es versteht neben den vorwiegend schnell gespielten Black Metal-Songs, die nur so an einem vorbeirauschen, noch ein paar wirklich gute Songs zu zaubern, die einen gefangen nehmen. Und genau das ist es auch letztlich, was ich persönlich an dieser Band schätze... auch die akustischen Zwischenpassagen sind sehr fein.

Fazit:
Mag man von der Band und finnischem Black Metal allgemein halten, was man will - dieses Album ist wirklich nicht schlecht. Auch wenn es nicht der Überflieger ist, so ist es doch ein grundsolides Werk geworden. Anspieltipps sind hier ganz klar "Korppi" (ein Cover der finnischen Kult-Band Vornat), "Dragon's Egg", welches sehr melodische, epische und akustische Passagen enthält und "Winter's Hunger", eine Neuaufnahme der gleichnamigen Rehearsal-E.P. Veröffentlicht wurde das Album als Digi-CD, CD im Jewelcase und auch als digitaler Download mitsamt dem Cover, Fotographie und den Texten.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Fimbulwinter's Spell
02. Funeral Wolves
03. Korppi (Vornat Cover)
04. When Thunders Hail
05. Dragon's Egg
06. Nuin-Gaer-Faun
07. Winter's Hunger
08. Silent Call of Moon's Temple

Laufzeit: ca. 52 Minuten

Review: Melencolia Estatica - Hël (CD, Temple of Torturous)

Kaum zu glauben, aber das aktuelle Album der beiden Italiener Melencolia Estatica ist wirklich und wahrhaftig satte zwei Jahre an mir vorbei gegangen, ohne mir aufzufallen. Dabei hat das Album eigentlich alles, was ein modernes Black Metal-Album braucht. Die Aufmachung und Ästhetik beruht mehr oder weniger auf Motiven aus "Metropolis" und ist alleine deshalb schon mehr als interessant. Allerdings kennt man das ja auch, dass oft dann nicht die Qualität geboten wird, die die Verpackung suggeriert...





Vor allem könnte man bei der Wahl der Logogestaltung und des Cover-Artworks schnell denken, dass es sich hier wohl um einen weiteren Vertreter diesen abgenudelten Post Black Metal/Shoegaze/Emo/wasauchimmer-Trends handelt. Doch weit gefehlt! Es sind zwar durchaus postmoderne Einflüsse zu vernehmen, was gerade im Gitarrenspiel deutlich wird, welche gelegentlich in Post Rock-Sphären schwebt, und auch einige ambiente Zwischenspiele samt Sample-Beiträgen sind auszumachen, dennoch liegt der Fokus hier ganz klar auf dem Black Metal. Der Gesang schlägt dabei eine etwas gröllende Richtung ein, und versprüht daher auch ein angenehmes Flair von Death/Doom, zeigt sich insgesamt betrachtet und nach einigen Durchläufen doch relativ fascettenreich. Tja, so manches Detail wird einem wohl erst im zweiten oder dritten Durchgang bewusst auffallen. Gelungen auch die psychedelisch amutenden Klargesang-Passagen, sowie der als labil zu bezeichende Flüstergesang. Teilweise klingt hier sogar eine musikalische Atmosphäre Marke alter Monumentum durch, wie etwas im letzten Stück "VI", welches in seiner Machart wirklich etwas von der Magie eines "In Absentia Christi" versprüht.

Fazit:
Wer sich für postmoderne, 'wirkliche' Black Metal-Musik ala Deathgate Arkanum und mit Abstrichen auch noch Amesoeurs begeistern kann, wird an diesem Album auch definitiv seine helle "Freude" haben. Erschien im Digisleeve aus Raukarton, wie üblich bei diesem Label, und enthält noch ein mehrseitiges Beiheft.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. I
02. II
03. III
04. IV
05. V
06. VI

Laufzeit: ca. 41 Minuten 

Freitag, 21. November 2014

Review: Primigenium - ...as eternal as the night... (CD, Deviant Records)

Primigenium ist wohl mit eine der älteren Bands, die aus dem nicht deutschsprachigen oder skandinavischen Raum Europas kommen. Auch gehört die Truppe, die damals noch als Duo agierte, zu den Pionieren des spanischen Black Metal... zählt Primigenium mit u.a. Atman wohl zu den ältesten Vertretern der schwarzen Metall-Tonkunst aus diesen Landen.







"...as eternal as the night" stellt auch kein neues Album dar, sondern beinhaltet, so wie es das Rückencover schon andeutet, altes Material aus Demo-Zeiten, um die Jahre 1994-1995. Dazu zählen die beiden ersten Lieder, die von der Original '94er Demo auf Kassette stammen, sowie die letzten beiden Stücke, welche der Wiederveröffentlichung der Demo auf CD entnommen sind, welche im Jahre 1996 durch das Ami-Label Wild Rags Records rausgehauen wurde. Alle Lieder sind in ihrem ursprünglichen Klangbild belassen und wurden nicht digital überarbeitet oder sonstigen Scheiß. It's pure. It's Black. It's Fucking Metal! Den vier Stücken merkt man da natürlich auch gleich an, dass sie zwei verschiedenen Aufnahme-Sessions entstammen, so klingen "Feeling at One with the Night" und "The Cold, the Emptiness" sehr rau und etwas dumpf produziert, können aber nichtsdestotrotz mit einer ganz eigenen Faszination und einer düsteren Atmosphäre überzeugen. "As Eternal as the Night" klingt dagegen nicht ganz so dumpf, dafür umso hasserfüllter und rotziger. Rau auf alle Fälle und etwas, ich nenne es mal episch, obendrein. Das ist genau der Mid-90er Black Metal, dem man in nostalgischen Stunden schon einmal so gerne hinterher trauert. Mit "Art of War (outro)" wird dann auch der passende atmosphärische Ausklang geboten. Interessanter Weise nennt sich der Ausklang genau so wie das Debüt-Album der Band, welches 1997 veröffentlicht wurde. Also quasi gleichzeitig das Ende eines alten und der Beginn eines neuen Kapitels. Interessant ist auch der Umstand, dass die beiden letzten Lieder auf der Wid Rags-CD zu einem Stück vereint wurden, auf der Deviant Art-Ausgabe aber getrennt wurden. Das vier-seitige Beiheft hält dann noch alle Texte, sowie ein paar Fotos und das Original-Artwork der Kassetten-Demo bereit, sowie Infos zur Demoaufnahme, Besetzung und Titelliste.

Fazit:
Mit der Wiederveröffentlichung des alten Primigenium-Werkes als erstes Release der Reihe ist Deviant Records mit ihrer gegründeten CD-Reihe "Nocturnal Legacy" ein hervorragender Einstand gelungen. Ich bin gespannt, was da in Zukunft noch auf die geneigte Hörerschaft zukommen wird. Die CD beinhaltet wie bereits erwähnt, die komplette alte Demo, sowie die zwei zusätzlichen Lieder der Wild Rags-CD und wurde klangtechnisch auch nicht mehr bearbeitet, was den Underground-Flair nochmals fett unterstreicht. Die CD ist limitiert auf 500 Stück (nicht durchnummeriert) und u.a. bei Deviant Records, sowie bei Sol Records erhältlich.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Feeling at One with the Night
02. The Cold, the Emptiness
03. As Eternal as the Night
04. Art of War (outro)

Laufzeit: ca. 16 Minuten

Mittwoch, 19. November 2014

Review: Askrinn - Hjørleifsljóð (Digitaler Download)

Aus Frankreich stammt dieses durchaus melodische Pagan Black Metal-Ein-Mann-Kommando. Mit vorliegendem Album, welches in einer kostenlosen digitalen Version, sowie auch in CD-Form existiert, präsentiert man dem gemeinen Volk mal abgesehen von einer vorherigen veröffentlichten Single, sein Debüt-Werk.








"Hjørleifsljóð" versteht es dabei durchaus von Beginn an Stimmung zu erzeugen. Für ein Debüt-Album und erst recht für das einer Ein-Mann-Kapelle hört sich das hier von Anfang an sehr gelungen, ausgereift und durchdacht an. Der Klang ist untergründig rau, und gleichzeitig sehr melodisch gehalten, so gibt es innerhalb der einzelnen Lieder, die im übrigen alle in mittelalterlicher isländischer Sprache vorgetragen sind, eine nicht unbeachtliche Menge an Details und netten Ideen zu entdecken. Raue Melodien, ein gutes Gitarrenspiel, welches dem Werk vor allen anderen Elementen solche Kraft verleiht, akkustische Zwischenspiele, Wechsel im Gesang... eigentlich alles, was ein gutes Album braucht. Valenten, die Person hinter Askrinn liefert hier wirklich sehr solide Arbeit ab, und bietet zum Abschluss der insgesamt fünf Lieder sogar noch eine Tributzollung an die Ungarner Bornholm, die Coverversion von "Hymn To The Forgotten Pagan Gods" finde ich beinahe noch besser als das Original - aber das ist wohl Geschmackssache.

Fazit:
Askrinn - definitiv ein Name, den man im Hinterkopf behalten sollte. Wenn man an seinem Stil festhält und diesen noch weiter verfeinert, wird man von dieser Band mit Sicherheit noch einiges zu hören bekommen - vielleicht auch mal in einer professionelleren Aufmachung. Es ist halt noch nicht alles perfekt, manches klingt noch zu schwach produziert, aber die Qualität, die dieses erste Werk hier insgesamt aufweist, ist wesentlich besser, als so manche Arbeit von alteingesessenen Bands, denen inzwischen einfach merklich das Herzblut in der Musik fehlt. Bleibt daher noch zu sagen, dass das Album wirklich das beinhaltet, was es verspricht, nämlich "Pagan Black Metal" und keine sinnentleerten Sauflieder. Sehr zu empfehlen - und wem das Album in digitaler Form reicht, der wird auf der offiziellen Seite der Band fündig. Dort kann man auch die auf gerade einmal 60 Stück limitierte CD-Fassung ordern.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Bjarmalandsfør Hjørleifs konungs
02. Hjørleifr mægðist við Hreiðar konung
03. Frá spám Marmennils
04. Frá konungum, Hjørleifi ok Hreiðari
05. Hymn to the Forgotten Pagan Gods (Bornholm cover)

Laufzeit: ca. 34 Minuten

Freitag, 14. November 2014

Review: Darkenhöld - Castellum (CD, Those Opposed Records)

Neues gibt es auch aus Frankreich zu vermelden. Nein, keine Angst, es hat weder etwas mit Post / Shoegaze oder was weiss ich für pseudo-modernen Weichspül-Black Metal zu tun. Nein. Das Manifest mit Namen Darkenhöld meldet sich nämlich zurück mit ihrem aktuellen Album, welches bereits im September erschien.








Geboten wird mal wieder feinster Mid-90er Black Metal. Soll heissen, es wird neben der rauen, ungebändigten spürbaren Wut durchaus melodisch. Ganz der alten Schule verpflichtet, zelebrieren Darkenhöld abermals einen Black Metal Marke alter Gehenna bis alten Dimmu Borgir - und mag man von den Werdegängen der erwähnten Bands und deren heutiger Arbeit halten, was man mag - die alten Werke sind unangefochtene Meisterwerke und waren wegweisend für das ganze Genre. Im Falle Gehenna möchte ich da an die ersten beiden Alben sowie die "Black Seared Heart E.P." verweisen, bei Dimmu Borgir ist es vornehmlich das erste Album, sowie "Stormblast". Gut, aber genug der Vergleiche... was erwartet den geneigten Hörer bei "Castellum"? Zunächst einmal eine schön aufgemachte CD, 10 Lieder, die insgesamt eine Länge von knapp 41 Minuten aufweisen, also auch nicht unnötig in die Länge gezogen sind, und zu guter Letzt natürlich wunderbare Musik, wie man sie heutzutage in einer derart authentischen Intensität nur noch selten zu hören bekommt. Anspruchsvoller Black Metal trifft auf Keyboards, Chöre und Akustikparts.

Fazit:
Genial! Ich würde sogar so weit gehen, und das hier als das bisher ausgereifteste Werk Darkenhöld's bezeichnen. "Castellum" hört sich wirklich so an, als wären die Aufnahmen gute 18-20 Jahre alt, und wären jetzt erst wieder ausgegraben worden. Ich ziehe meinen Hut!

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Strongholds Eternal Rivalry
02. La Castellas du Moine Brigand
03. Majestic Dusk Over The Sentinels
04. Glorious Horns
05. Feodus Obitus
06. Le Souffle des Vieilles Pierres
07. L'Incandescence Souterraine
08. Mountains Wayfaring Call
09. The Bulwarks Warlords
10. Medium Aevum

Laufzeit: ca. 42 Minuten 

Review: Morrigan & Blizzard - Split (LP, Evil Spell Records)

Nachdem sich vergangenes Jahr die Band Morrigan noch einmal aufraffte und uns ihr in meinen Augen bis dato schwächstes Album "Diananns Whisper" bescherte, verkündete man in diesem Jahr die erneute Auflösung der Band. Doch zum Abschluss sollte noch diese Split mit Blizzard folgen, was sich zumindest Bandtechnisch anbietet, da Balor in beiden Bands spielt.







Das Intro "Miasma Winds" stammt noch von Morrigan, es folgt "Do Or Die", den ersten Beitrag von Blizzard, der in bester Venom-Manier daherkommt. Blizzard steht ja allgemein auch eher für diesen Oldschool Blackened Thrash Metal. Dies setzt sich auch bei dem überaus kurzen "Unholy Winds" fort, den insgesamt vierten Song, und den zweiten Beitrag aus der Feder von Blizzard. Es wird also abwechselnd etwas von Morrigan und von ihren Kollegen geboten, insgesamt sind acht Lieder enthalten, wobei das erste wie gesagt nur ein instrumentales Intro und das letzte einen gemeinsamen Song beider Bands darstellt. Was die Morrigan-Songs angeht, welche gleichzeitig auch das letzte Tonmaterial der Band darstellen, so bekommt man gewohnte Kost serviert, die glücklicher Weise nicht so dermaßen in den Sand gesetzt wurde, wie noch das letzte Album. Die Produktion passt dieses Mal wieder voll und ganz, ist dreckig, untergründig, erhaben und episch zugleich. Allerdings halten die drei Lieder "Keep Me", "Bitchfeast" und "Graves" auch keinerlei Überraschungen für Morrigan-Jünger bereit. Wobei gerade der letzte Song es jedoch vermag, einen wirklich zu fesseln. Das Zusammenbringen beider Bands und derer unterschiedlicher Stile ist auch nur bedingt als gelungen zu bezeichnen, wirklich schön sind die ausgiebigen Gitarrensoli.

Fazit:
Eine, ich muss es leider so sagen, durchschnittliche Split-Veröffentlichung, zweier keineswegs durchschnittlicher Bands. Nachdem es nach dem letzten Album für mich noch gar nicht einmal so schlimm erschien, dass Morrigan erneut und wohl für immer aufgelöst wurde, so ist es nach dieser Split eigentlich eher traurig, da man hier noch einmal zu alter Stärke zurückgefunden zu haben scheint. Blizzard interessieren mich musikalisch betrachtet, ohnehin weniger, liefern aber auch eine solide Leistung ab. Trotzdem: ohne Morrigans Beteiligung hätte mich diese Split wohl nicht die Bohne interessiert. Veröffentlicht unter dem Banner des Undercover-Unterlabels Evil Spell, in einer Auflage von 500 Schallplatten. 400 davon in schwarzem Vinyl, 100 Stück in weiß/rotem Splatter Vinyl mit einem Morrigan- oder Blizaard-Logo-Shape-Backpatch (jeweils 50 Stück). Wie üblich bei diesem Label nicht durchnummeriert - Limitierung also für'n Arsch!

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Miasma Winds (Intro)
A-02. Blizzard: Do Or Die
A-03. Morrigan: Keep Me
A-04. Blizzard: Unholy Winds
B-01. Morrigan: Bitchfeast
B-02. Blizzard: Immersion
B-03. Morrigan: Graves
B-04. Blizzard and Morrigan: Fili Ad Mortem

Laufzeit: ca. 34 Minuten 

Review: Ghost Bath - Funeral (Digitales Album)

Seit einiger Zeit bin ich nun im Besitz der digitalen Kopie dieses Albums, kam allerdings irgendwie nie dazu, es mir wirklich anzuhören und mich damit zu beschäftigen. Naja, wie ich später dann feststellen musste, auch eher zurecht, aber davon später mehr. Bei Ghost Bath handelt es sich um eine vier-köpfige Black Metal-Band aus Amiland, welche mit vorliegendem Werk ihr Debüt-Album präsentieren und mit ihrem Stil die eher depressive Schiene bedienen. Ob es trotzdem etwas taugt... lest selbst.





So bescheren uns Ghost Bath mit ihrem Debüt "Funeral" - übrigens sehr schönes Cover-Motiv (Ophelia) - einen weiteren Vertreter der Sparte Depressive Post Black Metal, der weiterhin unverkennbare Anleihen an den Shoegaze besitzt. Das geht bei den seltensten Bands gut, und auch hier muss ich sagen, dass mich das Resultat zwar nicht absolut, aber dennoch weitestgehend kalt lässt, auch wenn ich der Band gleichwohl ein gewisses Talent im Umgang mit ihren Instrumenten attestieren muss. Die Arbeit an den Instrumenten ist nämlich durchaus gekonnt und in den wirklichen Black Metal-Passagen, die es durchaus gibt, einfach nur 'dreckig'. Auch der Aufbau so mancher Lieder ist ergreifend, wie bei "Burial". Der Gesang geht für dieses Sub-Genre auch in Ordnung, zumindest steht er in seiner Darbietung noch vor der absoluten Peinlichkeit. Ergo handelt es sich bei "Funeral" eben nicht um einen weiteren 08/15-Verschnitt, der im Fahrwasser solcher Bands wie Alcest, Xasthur, Be Persecuted usw. mitschwimmt und so trotz nicht vorhandenen Talents, noch etwas vom Kuchen abzubekommen, sondern hat durchaus seine Daseinsberechtigung.

Fazit:
Gut, Ghost Bath reißen mich jetzt nicht vom Hocker, trotzdem ist das hier immer noch besser als so ziemlich 98% der anderen sogenannten DSBM-Bands, die ich bisher hören "durfte". Ich bin erstaunt, vor allem weil es mal wirklich eine solche Band geschafft hat, mich mit ihrer Musik zu fesseln. Wenn auch nicht durchgehend - aber immerhin. Konnte man sich mal kostenlos auf der Bandcamp-Seite der Band herunterladen, inzwischen lässt sich das die Kombo aber $10 kosten, vermutlich, da inzwischen auch eine auf 500 Exemplare limitierte CD existiert, die bei dem Label Pest Productions veröffentlicht wurde.

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Torment
02. Burial
03. Silence
04. Procession
05. Dead
06. Sorrow
07. Calling
08. Continuity
09. March
10. Afterlife
11. Birth
12. Forever

Laufzeit: ca. 64 Minuten 

Review: Among the Rotting Trees - The Cold, Misty Morning (Digitales Album)

Aus Polen stammt das Ein-Mann-Projekt Among the Rotting Trees. "The Cold, Misty Morning" stellt das erste Werk des Alleinunterhalters Marek dar, den einige vielleicht auch durch seine anderen Projekte (u.a. Garden of Sadness) kennen werden. Durchaus also kein allzu großer Unbekannter mehr, auch wenn ich gestehen muss, dass ich mit dieser eher depressiven Richtung seiner anderen Projekte nicht viel anfangen konnte...






Was erwaret den geneigten Hörer also bei Among the Rotting Trees? Erst einmal gute 40 Minuten Gesamtlaufzeit bei gerade einmal drei Liedern. Wenn das nichts ist. Angepriesen wird das ganze als atmosphärischer Black Metal, was zunächst ja alles bedeuten kann... von Keyboard-Grütze bishin zum echt überragenden Machwerk. Um es gleich vorweg zu nehmen: "The Cold, Misty Morning" reiht sich da mit seinem Stil im oberen Mittelfeld ein, was bei dem wirklich grottenhässlichen Cover-Artwork zumindest ein klein wenig überrascht. Denn Among the Rotting Trees verzichtet erfreulicher Weise zur Gänze auf Keyboards, sondern lässt einfach nur die Black Metal-Musik für sich stehen, und so schafft dieses Werk in seiner rein instrumentalen Darbietung genau das, was Projekte wie Sieghetnar seit der "Todessehnsucht" leider etwas aus den Augen verloren haben... wirklich atmosphärischen Black Metal zu erzeugen, ohne viel Schnickschnack drum herum. Allerdings sollte man Among the Rotting Trees jetzt trotz dieses Vergleichs nicht mit dem zweiten Album des Deutschen gleichsetzen. Der Stil orientiert sich hier eher an alte Sachen vom Schlage Burzum bis Graveland, Vergleiche zu der ersten Nargaroth-Demo "Orke" (in besserer Qualität) ist ebenfalls berechtigt.

Fazit:
Beeindruckendes Werk, und das trotz des fehlenden Gesangs! Selten hat mich ein Instrumental-Epos mehr berührt als dieses hier. Among the Rotting Trees schafft es, einen mit seiner Musik wirklich mitzureißen, die Darbietung ist fesselnd und in seiner Schlichtheit einfach nur ergreifend. So durchlaufen die drei Songs verschiedene Stadien und erzeugen beim Hörer die verschiedensten Emotionen, während sie sich durch die Tiefen der menschlichen Seele winden. Melancholie, Trauer, Depression, Verzweiflung und Misanthropie. Kälte, die Natur, Trostlosigkeit und Erhabenheit. Dieses Werk fügt diese Begriffe und Emotionszustände gekonnt zu einem Ganzen zusammen. Auf der Visagenheft-Seite der Band gibt es einen Link zum freien Download des Werkes. Lohnt sich!

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Cold
02. Mist
03. Morning

Laufzeit: ca. 40 Minuten 

Review: Mother of the Hydra - Contradiction (CD, Nekrogoat Heresy Productions / Bubonic Productions)

Neues aus Schweden. Wobei laut den Metal-Archiven ist diese Band seit neuestem in Deutschland heimisch... naja egal. Bei Mother of the Hydra handelt es sich in erster Linie um ein Solo-Projekt, welches jedoch durch Session-Musiker untersützt wird. Kopf der Band ist V-kaos, die für das Schreiben der Musik, der Texte, die Bassgitarren und den Gesang verantwortlich zeichnet. Also endlich mal wieder etwas vernünftiges mit einer Frau hinter dem Mikro? Wird sich zeigen...





Zunächst einmal fällt auf den ersten Blick auf die CD und ins Beiheft auf: Mother of the Hydra gibt sich betont okkult, luziferisch und alchemistisch. Lange schwarze Kutten und Umhänge, Symbolik, Tränke, Schlangen... das passt alles zu der Musik, die einem dann auch entgegenschallt. Dessen Zelebrierung ist nämlich auch als durchaus magisch-okkult zu bezeichnen, klingt instrumental gesehen doch sehr schwedisch, erinnert in seinen instrumentalen Ambient-Passagen aber eher an Werke der deutschen Formation Darkened Nocturn Slaughtercult, da diese eine ähnliche Stimmung und eine tiefe meditative Wirkung erzeugen. Der Gesang allerdings ist dann wiederum eher nicht von den Deutschen beeinflusst, klingt er doch im Wesentlichen etwas rauer und unspektakulärer. Zwar durchaus kraftvoll, aber letztendlich vermisse ich einige Aspekte, die wirkliche Emotionen hervorrufen - in Verbindung mit dem rauen, aber durchaus melodischen Klangbild der Instrumente harmoniert das ganze aber trotzdem ganz gut.

Fazit:
Eine zwar nicht in allen Bereichen überragende, trotzdem aber eine gute Veröffentlichung. "Contradiction" besticht vor allem durch die guten Instrumente, die einen boshaft rauen, aber auch melodischen Klang besitzen, hier wird definitiv etwas für's Ohr geboten. Gesanglich vermisse ich hier und da wirkliche emotionale Höhepunkte, klingt mir insgesamt auch eine Spur zu 'verzerrt', was eigentlich schade ist. Nichtsdestotrotz werde ich mir das hier mit Sicherheit noch öfter anhören, und sollte man an sich arbeiten, würde ich auch bei einem nächsten Album nicht nein sagen.

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Introvert Ritual
02. Silent Storm
03. Illusion Control Part I - Initiation
04. The One
05. Time Liquid
06. Search Your Roots For Silence
07. Concerning Sulphur
08. Putrefaction Complete
09. Gate Of Voices
10. Illusion Control Part II - Transition
11. Estuans Interius

Laufzeit: ca. 34 Minuten 

Sonntag, 9. November 2014

Review: Misantropical Painforest - Firm Grip of the Roots (CD, Desecending Towards Damnation)

Aus Finnland stammt das Ein-Mann-Kommando Misantropical Painforest. Nun denn... wer schon einen auf bösen Misanthropen Black Metal macht, sollte doch wenigstens das Wörtchen richtig schreiben können... sonst wird's eher peinlich. Aber das nur am Rande. Das Album stammt aus dem Jahr 2010 und weder die Band noch das Label sagten mir bisher irgendetwas. Zurecht? Lest selbst...






Gut, D.T.D. haben immerhin einige nette Sachen hervorgebracht, darunter zwei Demos von Teloch und eine E.P. sowie das immer noch aktuelle Album von Verge. Und auch diese CD gehört zu ihrem Label-Programm. Na gut. Aber was erwartet einen hier nun? Laut eigener Definition zelebriert man 'Epic Black Metal'... wohlan, Moonblood hatten ihren Stil doch eine Weile auch mal so tituliert, warum also nicht?! Doch bevor die ersten jetzt euphorisch werden: mit Moonblood hat das hier herzlich wenig zu tun! Es geht eher in Richtung eines doomigen Mixes aus Black und Death Metal, gepaart mit etwas paganen Einflüssen, sowie einigen Ausflügen ins Gothic-Genre. Ob das Album dann, wie in den Metal-Archiven verzeichnet, eine Wertung von 100% verdient, ist und bleibt fraglich. Die Musik ist nett... mehr aber auch nicht. Düstere Metal-Musik, die keinem wirklich weh tut und auch nur selten wirklich ergreifend ist. Interessanter Weise sind es auch gerade die Momente, in denen sich der Black Metal im Hintergrund hält und der Gothic / Doom Metal so richtig zum tragen kommt, wie bei "Struggle Eternal", welches mit knapp 11 Minuten gleichzeitig auch das längste Stück der Scheibe darstellt. Dieses bietet sogar noch ein recht gelungenes Black Metal-Gitarrensolo in der letzten Hälfte.

Fazit:
...der Rest ist wie gesagt ganz nett, wird aber wohl nur die wenigsten Schwarzmetall-Jünger wirklich vom Hocker reißen. Immerhin muss man der Band attestieren, dass man sich wirklich um Eigenständigkeit bemüht. Dafür gibt's auch einen klaren Pluspunkt. Allerdings vermögen es die meisten Songs nicht wirklich, einen auf Dauer gefangen zu nehmen, dafür fehlt irgendwie noch das Tüpfelchen auf dem i - das gewisse Etwas, ein wirklicher 'aha'-Effekt. Trotzdem... alles andere als ein schlechtes Album, welches mit Sicherheit seine Hörerschaft finden wird. Auch sollte man in Zukunft wohl überlegen, ob man die Sache mit dem Black Metal nicht ganz sein lässt und sich eher auf diesen Neofolk, Gothic und Doom Metal spezialisiert, da könnte ein durchaus passables Album bei rumkommen.

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. The Center Remains Frozen
02. Distance is Measured from this Spot
03. (You are the) Brightest Star
04. Noita
05. Warmind
06. Struggle Eternal
07. Campfire (Transpositonal)
08. The Forest Dreams On
09. Dreadfully Lonely
10. The Heart of the Powerful Nature

Laufzeit: ca. 63 Minuten 

Samstag, 8. November 2014

Nostalgie-Review: Eclipse - Gefallener Stern (MC, Eigenproduktion)

Das gab es ja schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr in diesem Blog. Ein Nostalgie-Review. Ich hatte es immer schon einmal wieder vor, wusste nur nie so recht, was ich an alten Sachen besprechen sollte. Nun habe ich mich also dazu entschlossen, etwas über diese erste und einzige Veröffentlichung der kurzlebigen deutschen Kapelle Eclipse zu schreiben. Eclipse formierte sich anno 1996 aus der Band Sorcerer, die es immerhin auf zwei Demos schaffte... desweiteren waren/sind Mitglieder bei der Kult-Band Baxaxaxa, bei Ungod und bei Pestnebel aktiv.





Dabei stellt "Gefallener Stern" noch nicht mal so ein schlechtes Machwerk dar, im Gegenteil kann es als durchaus passabel betrachtet werden. Melodischer Black Metal, der auch etwas symphonischen Einschlag hat und eine gewisse Nähe zum Gothic Metal nicht verbergen kann. Das Problem der Band liegt, bzw. lag da wohl eher in der Tatsache begraben, dass Mitte der 90er Jahre einfach jede beschissene Band, deren Mitglieder auch nur halbwegs ihre Instrumente halten konnte, auf diesen symphonisch-/melodic-Black Metal Zug aufsprangen. Cradle of Filth gab es auch bereits ein paar Jahre und die hatten mit ihrem Debüt "The Principle Of Evil Made Flesh" (oder auch "Ca$h", je nach dem) für Furore gesorgt und die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Auf einmal wollte jede untalentierte Band so klingen. Und so sprossen die Melodic Black Metal Bands nicht nur in Deutschland wie die Pilze aus dem Boden. Dass die meisten nichts taugten und nur ein eher kurzes Dasein im Untergrund fristeten, brauche ich keinem zu erzählen. Warum also eine Besprechung zu einem Release, welches eigentlich genau in dieses Schema passt? Ganz einfach: "Gefallener Stern" von Eclipse strahlt auf mich damals wie heute eine gewisse Faszination aus. Sphärische Black Metal Klänge paaren sich mit düsteren gesprochenen Ambient-Passagen, etwas Death ist auch dabei. Man muss auch dazu sagen, dass die Herren Eclipse in ihren Schwarzmetall-Passagen dem alten Geist, trotz aller Melodie, durchaus treu bleiben! Somit bleibe ich der Ansicht, dass aus dieser Band unter den richtigen Umständen, durchaus hätte etwas werden können. Wenn man bedenkt, wo eine Band wie beispielsweise Andras anno 1994 angefangen haben und wo sie heute stehen... da hätte diese Band in meinen Augen definitiv die größere Existenzberechtigung gehabt.

Dass die Kassetten-Demo heutzutage als ziemliche Rarität gilt, werde ich wohl auch nicht weiter großartig erwähnen brauchen. Wer sie mal irgendwo sichtet, oder angeboten bekommt, sollte meines Erachtens zugreifen! Lohnenswert ist es allemal.


01. Luminis Caeruleis Saltation
02. ...ins leuchtende Nichts
03. Herbstabend / Impressionen
04. Gefallener Stern
05. Epilog


Review: Schattenreiner - Nostalgia (Digitales Album)

Was zum... hey Leute, ist das euer Ernst? Mit was für einer Scheiße man sich manchmal beschäftigen "muss"... das Solo-Projekt Schattenreiner (Was zur Hölle?!) stammt aus Mexiko, ihr wisst schon, da, wo auch sonst die ganzen grandiosen Black Metal-Bands und -Labels herkommen (Ironie Ende)... kein gutes Omen also. Vielleicht im Falle von Schattenreiner (ich komme irgendwie von diesem Namen nicht mehr los...) ja doch. Immerhin sind Infernal Hate ja auch ganz passabel, wenn man mal Bock, auf rohe Scheiße hat...





Doch auch nach dem zweiten Durchgang bleibt der Eindruck: Was wollte man uns damit nun genau verdeutlichen? Das man nicht fähig ist, Instrumente zu spielen? Das man auf den Geist des Black Metals einen großen Haufen setzt? Das man mit seinem Unvermögen die Leiche Black Metal noch einmal ordentlich vergewaltigen wollte, bevor man sich ihrer entledigt (wäre ja nicht die erste Band...)? Letzteres würde zumindest zum Thema des Covers passen, und in der Hinsicht scheint man sich dann ja doch irgendwie seine Gedanken gemacht zu haben... aber ganz ehrlich, ich bin erstaunt, dass ich es überhaupt bis zu einem zweiten Durchgang geschafft habe, ohne Ohrenkrebs oder Brechdurchfall zu bekommen. Nee Leute, dass hier geht mal gar nicht.

Fazit:
Ab in die Tonne damit, wo es hin gehört. Das wäre so ein typischer Kanditat für eine Rotten Crowz-Veröffentlichung - vielleicht kommt das ja sogar noch. Dort wäre Schattenreiner jedenfalls in guter Gesellschaft und unter Seinesgleichen. Für alle anderen gilt: Finger weg, legt euer hart umkämpftes Geld lieber in Alkohol an - das ist sinniger und dessen Konsum ist auf Dauer gesehen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit weniger schädlich für die Gesundheit!

0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Via Dolorosa
02. Baphomet's Throne
03. Nostalgia

Laufzeit: ca. 15 Minuten 

Review: Plagues - Winter Tomb (Digitales Album)

Die zweite Veröffentlichung aus dem Hause Plagues nennt sich schlicht "Winter Tomb", stammt ebenfalls aus dem letzten Jahr und ist lediglich in digitaler Form erhältlich. Die E.P. enthält zwei eigene Songs, sowie ein Discharge Cover.









Die beiden eigenen neuen Lieder machen deutlich, dass Plagues ihrer Linie treu bleiben, und keinen Deut von ihrem Pfad abweichen. Der titelgebende erste Beitrag ist daher ganz im Stil ihrer ersten Demo gehalten, genau so verhält es sich eigentlich auch nachfolgend mit "Nothing", allerdings wurde hier noch etwas rumgewerkelt und es erklingen doch tatsächlich obskure, beinahe psychedelische dezente Klänge innerhalb des Black Metal Massakers. Die Produktion ist auch hier wieder sehr rau ausgefallen, aber das ist nicht weiter tragisch, merkt man doch, dass hier Mannen am Werk sind, die durchaus etwas von dem verstehen, was sie machen und mit Herzblut bei der Sache sind. Zu der Discharge-Nummer kann ich nicht viel sagen, da ich das Original nicht kenne. Den Hardcore hört man aber definitiv raus. Alles in allem eine runde Sache.

Fazit:
Geiles, wenn auch kurzes Release. Auch hier wieder zum freien runterladen verfügbar, unter der bandcamp-Seite von Plagues. Empfehlenswert, wenn auch etwas schwächer als die "Darkness Reigns" Demo!

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Winter Tomb
02. Nothing
03. Drunk With Power (Discharge Cover)

Laufzeit: ca. 10 Minuten 

Review: Plagues - Darkness Reigns (Digitales Album)

Bei Plagues handelt es sich um ein Trio aus Amiland, die es sich vor ein paar Jahren zur Aufgabe gemacht hat, Black Metal zu zelebrieren. Anno 2013 erschien dann diese erste Demo mit dem klangvollen Namen "Darkness Reigns" und dem freundlichen Herren auf dem Cover. Und, was soll ich sagen? "Darkness Reigns" hat mich echt überrascht...








Gleich vorweg: ja, im positiven Sinne! Das hat mehrere Gründe. Zum ersten bin ich positiv davon angetan, dass hier tatsächlich alle Instrumente von Hand eingespielt wurden - und das die Herren auch noch etwas von ihrem Handwerk zu verstehen scheinen. So ist das Klangbild zwar rau wie harter Stuhl, aber alles anderes als von einer scheiß Qualität! Das ist genau von der Art, die endlich mal wieder nötig war, um den us-amerikanischen Untergrund ernst nehmen zu können, und die man seit dem Ableben solcher Bands wie Lord Foul, Judas Iscariot und den alten Krieg vermisst hat. Dabei haben Plagues nicht nur amerikanische Einflüsse, sondern klingen auch durchaus nord-europäisch. Alte norwegische Hassprediger Marke Mayhem (die besonders) dürften ebenfalls Pate für dieses Werk gestanden haben, so weist das Klangbild in Abzügen auch Ähnlichkeiten mit "Deathcrush" auf - sowohl mit dem Song, als auch mit der frühen Demo. Das ist nicht nur Musik, das ist eine Huldigung an die schwarzen Künste, die musikalische Untermalung zu einer schwarzen Messe, der Krieg im Black Metal... ein Kunstwerk aus Blut und Knochen!

Fazit:
Mit Abstand das Beste, was ich lange Zeit aus dem us-amerikanischen Untergrund vernommen habe! Rauer, obskurer Black Metal, der derart intensiv zu Werke geht, dass selbst einige hiesige Kombos getrost einpacken und spielen gehen können. Die Demo kann man sich kostenlos auf der Bandcamp-Seite von Plagues runterladen, oder aber man kann sie sich als Kassette zu legen... die erschien nämlich bei dem französischen Label Infernal Kommando Records in einer Auflage von 100 Stück.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Darkness Reigns
02. Deep Red
03. Viking Funeral
05. Sacrifice

Laufzeit: ca. 19 Minuten 

Review: Mirkwood - Journey's End (MC, Night Birds Records)

Mirkwood ist ein Solo-Projekt aus Amiland und kann bisher drei Demos sowie eine Split aufweisen. Vorliegende Kassette ist nun die Tape-Version der ersten Demo. Bei Black Metal aus Übersee darf man ja immer gespannt sein, ob es was taugt, ist mir doch seit dem Ausstieg von Judas Iscariot lediglich eine gut gemeinte Handvoll Bands bekannt, die auch nur halbwegs erwähnenswert sind (darunter großartige Kombos wie Nightbringer oder Inquisition, ebenfalls erwähnenswert wären Wind Of The Black Mountains - wie ist eigentlich deren Status?). Ob sich Mirkwood in diesen Reigen einfügen können, lest ihr im folgenden Bericht...




Geboten wird hier mal wieder atmosphärischer Black Metal. Sehr melodisch, sehr ambient-lastig, sehr tolkien-lastig. Was einen natürlich immer zu einem Vergleich mit den Österreichern Summoning verleiten lässt. Das ist allerdings nur bedingt berechtigt, denn die eigentlich Musik ist ziemlich rauer und schnell gespielter Black Metal, dessen Drumcomputer ich allerdings absolut nichts abgewinnen kann. Wenn man das hier also unbedingt mit dem Österreicher Duo in Verbindung bringen will, dann höchstens mit deren ersten Scheibe "Lugburz". Auch Sachen wie Caladan Brood, Ered Wethrin oder auch Countess weisen durchaus Parallelen auf. Hier ist allerdings alles etwas minimalistischer und rauer produziert - wobei im Falle von Countess reicht die Produktion definitiv an die Qualität heran, ich würde sogar behaupten, dass sie noch etwas besser ist. Countess konnte ich noch nie auch nur einen Hauch etwas abgewinnen. Gelungen finde ich auf jeden Fall die Tatsache, dass man zwar nur drei Lieder bietet, man als Hörer jedoch leicht den Eindruck erhalten könnte, dass man glatt der doppelten Menge lauscht... von daher wurde hier in der Hinsicht also alles richtig gemacht.

Fazit:
Atmosphärisches Werk, welches durch seine melodischen und epischen Einspielungen zu überzeugen weiss, im Black Metal-Anteil jedoch höchstens soliden Durchschnitt bietet. Dennoch eine hörenswerte Veröffentlichung, die in ihrer Gesamtheit ganz klar im oberen Mittelfeld mitmischt und gerade mit Leuten, die gewillt sind, etwas über den Tellerrand zu blicken, Gehör finden wird. Limitiert ist die Kassette auf 300 handnummerierte Exemplare.

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Journey's End
02. Winter Path
03. Through Endless Forests

Laufzeit: ca. 23 Minuten 

Review: Mooncult - Descend Upon Us (MC, Winter Solace)

Das Projekt Mooncult aus Griechenland hat sich inzwischen zwar aufgelöst (seit nunmehr zwei Jahren), doch kam ich erst kürzlich in den Genuss ihres vorletzten Werkes, der Demo-Kassette "Descend Upon Us"...









Nun, ich kann verstehen, dass sich das Projekt aufgelöst hat. Von wegen haltlose Vorwürfe, dass die Band dem rechten - rechtsextremen Spektrum angehöre... nein! Viel wahrscheinlicher für mich ist, dass man sich dazu entschieden hat, Mooncult aufzugeben, da es keinen wirklichen Sinn hat. Ich kenne zwar nur diese eine Demo, aber wenn die anderen Veröffentlichungen der Ein-Mann-Band auch von dieser oder ähnlich Qualität sind, muss ich sagen, dass es mir nicht leid tut, dass Mooncult weg sind. Durchschnitts-Black Metal Mark 08/15, den man so schon zuhauf gehört hat. Mal in besserer, viele andere Male in schlechterer Form. Ja, für ein Ein-Mann-Projekt ist die Musik gar nicht einmal so verkehrt, aber so banal und austauschbar, dass es einfach nur traurig ist...

Fazit:
Lässt mich absolut kalt. Ein paar nette Ideen sind zwar vorhanden, und hätte man darauf weiter aufgebaut und diese vielleicht noch etwas mehr ausgebaut, so wäre hier wohl ein recht passables Werk bei rum gekommen. Aber so... naja Mooncult ist weg vom Fenster, nur das zählt. Wen es interessiert: die Kassette ist auf 150 Exemplare limitiert und von Hand durchnummeriert - wer will, kann sich meinem Exemplar gerne erbarmen.

3.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Descend Upon Us (Intro)
02. Mortal Way of Life
03. One With the Shadows
04. Towards the Annihilation
05. The Sirens Cry for the End

Laufzeit: ca. 20 Minuten 

Review: Schattenthron - Der alte Thron, siechend im Schatten (CD, Heretic Wisdom Productions / Sol Records)

Mal wieder etwas aus heimatlichen Gefilden. Das Quartett Schattenthron präsentiert mit vorliegender CD ihr Debüt-Album. Dabei besteht das Werk gerade einmal aus drei Liedern, die allerdings eine Gesamtspielzeit von über 33 Minuten aufweisen. Immerhin. Ob das ganze was taugt, oder ob doch eher Langeweile beim hören aufkommt... meine Eindrücke im folgenden.







Was zunächst einmal positiv auffällt: endlich mal wieder eine deutsche Veröffentlichung, die alle Texte im Beiheft bereithält. Da tun sich gerade deutsche Untergrund-Schergen ja immer schwer, keine Ahnung, ob das mit der Aufrechterhaltung eines verruchten deutschen Mythos zu tun hat, aber auffallend ist es schon. Was dann beim hören auch direkt Pluspunkte bei mir sammelt, ist die Tatsache, dass sich gar nicht erst lange mit einem ambienten Einklangspart aufgehalten wird, es geht direkt in die Vollen! Das ist in der Hinsicht positiv, dass der erste Beitrag "Der alte Thron" nicht unnötig in die Länge gezogen wirkt. Musikalisch betrachtet wird hier atmosphärischer Black Metal zelebriert, der aber, Luzifer sei Dank, ohne langgezogene oder überstrapazierte Keyboard-Teppiche auskommt. So wird das meiste an Atmosphäre durch das hypnotische, fast schon monotone Gitarrenspiel erzeugt, was ganz im nordischen Stil dargeboten wird. Auch das Schlagzeug befindet sich im schnelleren Midtempo, es geht aber auch schon einmal etwas langsamer zur Sache, und man klingt gar sehr melancholisch. Gesanglich kann man sich ebenfalls nicht beschweren, so klingt das hasserfüllte Gekeife von Grimwald wunderbar sphärisch und doch untergründig. Insgesamt hört man aber doch eindeutig, dass die Band aus Deutschland stammt. Das ist halt dieser typische deutsche Untergrund. Lied Nummer zwei "siechend" wird etwas langsamer dargeboten, als sein Vorgänger, und erschallt im getragenden Midtempo. Genau das, was man doch am liebsten hört. Die Gitarren sind hier ebenfalls Mittelpunkt des atmosphärischen Klangspiels. Sehr fein auch das Schlagzeugspiel gepaart mit dem Klar- und Keifgesang im letzten Drittel. "im Schatten" präsentiert sich dann wieder als schnellerer Black Metal-Song, der eigentlich nur mit einem Wort umschrieben werden kann: STARK! Kraft- und machtvoll erklingt "im Schatten" und setzt diesen anfänglichen Eindruck auch im Verlauf gekonnt um. Eine dichte, raue Atmosphäre, die durchtränkt von Schwärze, Hass und Verzweiflung den Weg ins Hirn der Hörerschaft sucht... und auch findet. Auch hier lassen sich wieder die Stilmittel der vorherigen Lieder finden, wie die gekonnten Tempowechsel, die Gewichtung auf das Gitarrenspiel, sowie auch das Schlagzeug, auch ein kurzer akustischer Einspieler lässt sich hier finden, der dem folgenden Sturm weichen muss. Ja, und in den letzten vier Minuten konnte man es dann doch nicht lassen mit dem Ambient-Ausklang.

Fazit:
Schattenthron liefern mit "Der alte Thron, siechend im Schatten" ein recht solides Werk ab. Das Album vermag es, einen in seinen Bann zu ziehen und mitzureißen. Allerdings muss ich gestehen, dass es hier absolut nichts Neues zu hören gibt, was man bei anderen (zum Teil wesentlich älteren) Bands nicht schon einmal gehört hätte. Da die Musik es jedoch versteht, durchaus gute Atmosphären zu erzeugen und auch authentisch daherkommt, finde ich es trotzdem lohnenswert für alle, die dem alten Geist des Black Metal hörig sind und von dieser Musik einfach nicht genug kriegen könne,. Schattenthron zählt daher in meinen Augen zu einer der wenigen Gruppen, die es heutzutage verstehen, den Geist längst vergangener Tage (musikalisch) einzufangen und ist daher auch ganz klar im oberen Mittelfeld anzusiedeln!

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Der alte Thron
02. siechend
03. im Schatten

Laufzeit: ca. 33 Minuten 

Dienstag, 4. November 2014

Review: Carn Dûm & Black Jade - Auf vergessenen Pfaden... Split (CD, Narbentage Produktionen)

Etwas Neues gibt es auch aus dem Hause Narbentage Prod. zu vermelden. Jenes Label hat vor einiger Zeit die neue Split CD der deutschen Truppe Carn Dûm und der Ein-Mann-Kapelle Black Jade aus der Schweiz veröffentlicht. Gut, thematisch betrachtet natürlich durchaus nachvollziehbar, sind beide Horden doch Anhänger des Tolkien-Kultes. Auch mal wieder interessant, von Black Jade zu hören, glaubte ich dieses Projekt doch eher für tot. Aber nun ja, ich verfolge ja auch nicht alles, und schon gar nicht, wenn es mich nicht die Bohne interessiert...




Den Anfang machen Carn Dûm, welche die ersten fünf Lieder beisteuern, wobei es sich bei dem ersten Lied lediglich um ein instrumentales Intro handelt, in dem grob die Melodie des folgenden Liedes "Der Ruf der Ferne" akustisch dargeboten wird. Diesen kennt man nun bereits von der ersten CD, genau wie den folgenden Titel. Wirklich neu sind daher lediglich die letzten beiden Lieder, die dem Stil absolut treu bleiben, soll heißen musikalisch epischer, atmosphärischer Black Metal. Allerdings muss ich sagen, dass mir die Klargesangspassagen in "Forgotten Memories" rein gar nicht überzeugen können. Da fehlt irgendwie etwas. "Anduin der Große" weiß da deutlich besser zu gefallen, und stellt insgesamt auch einen guten Abschluss dar.

Kommen wir zu Black Jade. Seit ihrem zweiten Album "...of Forest and Fire..." habe ich die Musik nicht mehr gehört, einfach aus dem schon weiter oben genanntem Grund. Lasse ich mich also mal überraschen, was mich hier erwartet. Schließlich hat man in der Zwischenzeit vier weitere Alben und zwei Splits eingespielt. Irgend ein Wandel wird da ja wohl stattgefunden haben, oder? Nun, dass ambiente, mit einer an Stöhn-Gesang erinnernden weiblichen Stimme lässt mich zunächst schon einmal schmunzeln. Es folgt der erste wirklich Song "Dol Amroth", und ich muss sagen: gar nicht einmal so schlecht! Vor allem fallen hier die mittelalterlichen Instrumente positiv auf, welche live eingespielt wurden (Dudelsäcke, Sackpfeife etc), der Gesang ist auch gar nicht einmal so schlecht, und wirkt längst nicht mehr so monoton, wie ich ihn in Erinnerung hatte. Allerdings hat das ganze mit wirklichem Black Metal fast gar nichts mehr zu tun. Das erinnert mich vielmehr an die guten alten Zeiten von Adorned Brood.

Fazit:
Carn Dûm haben mich mit ihrem Beitrag etwas enttäuscht. Zwar macht man seine Sache insgesamt gesehen solide, dennoch hätte ich mir nach der letzten CD, die ich gut - sehr gut fand, erheblich mehr erwartet und vor allem etwas mehr neue Ideen. Black Jade dagegen haben mich positiv überrascht, hatte ich die Musik doch nicht ganz so gut in Erinnerung. Tja, so wirklich aus den Stiefeln hau'n tut mich das hier jetzt zwar auch nicht, aber es ist guter Dark Medieval Metal, der hier geboten wird und garantiert für den einen oder anderen feuchtfröhlichen Abend als musikalische Untermalung herhalten darf.

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
Carn Dûm
01. Grauer Wanderer
02. Der Ruf der Ferne
03. Khamûl - Schatten des Ostens
04. Forgotten Memories
05. Anduin der Große
Black Jade
06. Namárie
07. Dol Amroth
08. Rise and Fall of Khazad-dûm
09. Dorthonion
10. Undulàve Iumbule
11. Path to Edhellond
12. Warden of Tol Sirion
13. Belegost

Laufzeit: ca. 75 Minuten

Montag, 3. November 2014

Review: Nebrus - Blackera (CD, Schattenkult Produktionen / Totensänge Produktionen)

Die Italiener Nebrus sind nun auf diesem Blog auch schon lange keine Unbekannten mehr. Ihr bisheriges Gesamtwerk wusste mich stets zu überzeugen, vor allem weil man es schafft, mit jedem Release irgendwie doch etwas anders zu klingen, sich dabei selbst aber stets treu bleibt. Hier tritt die Band übrigens im Gegensatz zur letzten Split nur noch als Trio auf. Ko-Veröffentlichung der beiden deutschen Labels Schattenkult und Totensänge.





"Blackera" beginnt mit einem atmosphärischen Intro ("Kill The Enemy"), geht dann aber mit dem titelgebenden Stück gleich in die Vollen. Schon auf der letztjährigen Split wusste gerade dieser Beitrag zu überzeugen. Ob er hier noch einmal nachbearbeitet wurde vermag ich trotz direkten Vergleiches nur teilweise zu sagen. Dafür ist aber bei "I Am The Beast" sicher, dass es sich hier um eine Neuaufnahme handelt - ist ja schließlich auch so gekennzeichnet. Dazu muss ich sagen, dass mir diese Version doch wesentlich mehr gefällt, als die der ersten CD-Demo, die ich im gesamten nur für ein Durchschnittswerk mit vorhandenem Potential erachte. Was mir durchaus zusagt ist der doch relativ dominant vorhandene traditionelle Doom-Einfluss in der Musik (besonders: der Anfang von "Wolfpride"). Der nächste Song stellt eine Besonderheit dar: es ist ein Akerbeltz Coversong, des selbstbetitelten Liedes von der "Akerhell" LP, die von Akerbeltz himself mit eingesungen und eingespielt wurde. Insgesamt ein recht wuchtiger Song, scheinbar hatten Akerbeltz schon zu dieser Zeit etwas drauf. Aber vielleicht liegt es einfach auch an der Neuinterpretation dieser Band hier. Als letzten im Bunde gibt es "Heinous Communion" als Bonustrack um die Ohren, und wer hier jetzt die Ohren spitzt und sich sagt 'ey, den Titel kenne ich doch' darf sich wahrscheinlich im Besitz eines Exemplares des letzten Unholy Black Art Of Ritual-Samplers wissen, auf welchem eben dieser Titel ebenfalls vertreten war. Allerdings wurde "Heinous Communion" für diese CD hier komplett neu gemastered und gemixt, und hat mit der Original-Aufnahme (die auch Sampler-Exklusiv bleibt!) eigentlich nur noch das Grundkonstrukt gemein. Die Atmosphäre ist definitiv anders. Und so kann ich auch durchaus beiden Versionen etwas abgewinnen, während diese hier nämlich im Einklang mit den anderen Beiträgen eher etwas dunkler wirkt, besitzt die Original-Aufnahme für mich eine klar räudige Ader.

Fazit:
Nebrus überzeugen auf ihrer neuen MCD durch und durch. Grandioses Werk, schwankend zwischen Misanthropie, Kälte, Satan und Schwärze. Mehr braucht es nicht. Und mit dem Bonussong ist es für alle, die den Sampler verpasst haben, eine gute Gelegenheit, doch noch in den Genuss von "Heinous Communion" (wenn auch in anderer Form) zu kommen. Limitiert ist die CD auf 500 handnummerierte Exemplare. Erhältlich direkt bei der Band und bei den Labels (sk-produktionen@gmx.de, bzw. ts_produktionen@gmx.de).

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Kill The Enemy (intro)
02. Blackera
03. I Am The Beast MMXIV
04. Wolfpride
05. Akerbeltz (Akerbeltz Cover)
06. Heinous Communion (bonustrack)

Laufzeit: ca. 32 Minuten 

Review: Akerbeltz & Waffenträger Luzifers & Nebrus - Slaughtered Whores of Satan Split (CD, Schattenkult Produktionen / Unholy Grave Procession / TotalDeath Records)

Mit etwas Verspätung folgt eine Besprechung der 2013er Split zwischen drei europäischen Untergrund Kapellen. Akerbeltz aus Spanien, Waffenträger Luzifers für Deutschland und Nebrus gehen für Italien ins Rennen. Die CD stellt dabei eine Kooperation der deutschen Labels Schattenkult, Total Death (die es ja beide schon etwas länger gibt), sowie dem relativ jungen Label Unholy Grave Procession, die mit diesem Release ihre erste Veröffentlichung feiern, dar.





Den Anfang macht die spanische Ein-Mann-Band Akerbeltz. Und, was soll ich sagen: Akerbeltz haben sich wirklich ziemlich gewandelt, die Musik jedenfalls gefällt mir außerordentlich gut, ganz im Gegensatz zu ihren ersten Werken, die ich schlicht für Schrott halte. Daher habe ich den Werdegang seit der "Akerhell" auch nicht mehr weiter verfolgt. Bis ich dann die letzten Split-Tapes mit Satanic Supremacy und die "Unholy Fire" gehört hatte. Seitdem scheint sich doch einiges getan zu haben. Nihilistischer Black Metal ohne Schnickschnack, vertont in vier Liedern. So muss dat.

Als nächstes erklingen die luziferischen Waffenträger. Mit ihrem ziemlich Oi!-/Punk-/Hardcore-lastigen Mix aus Death und Black Metal konnte mich die Band irgendwie noch nie so wirklich überzeugen, das ändert sich auch bei dieser Split nicht. Und dabei mag ich Goat Metal manchmal recht gerne. Immerhin gibt's hier aber keinen Totalausfall zu vermelden. Für alle, die ihren Black Metal extra "böse" haben wollen, durchaus zu gebrauchen.

Die letzten drei Lieder stammen von den Italienern Nebrus. Nach ihrem letzten Voll-Album "From The Black Ashes" liefert die Band hier wieder schnörkellosen Black Metal der alten Schule ab und scheuen sich auch nicht vor Ausflügen ins Blackened Thrash-Genre. Doch keine Angst: diese Momente treten zwar auf, sind aber nicht durchgängig präsent. Gänzlich aus den Socken gehauen wird man dann von "Blackera", dem letzten Beitrag. Oh man, wie ich Nocturaria's Stimme liebe!

Fazit:
Überdurchschnittliche Split, die ein paar grandiose Highlights der beteiligten Bands enthält. Sehr gelungen ist auch die Aufmachung. Limitiert ist die ganze Angelegenheit auch noch und zwar auf 1000 Stück - diese sind allerdings nicht durchnummeriert.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
Akerbeltz
01. Shadow Keeper
02. Extreme Unction
03. Medieval Curse
04. Ritaul Assassination
Waffenträger Luzifers
05. Master Satan
06. The Devils Night
07. Rattenplage
08. Shut Up Bastard and Die
09. Sado Sathanas
Nebrus
10. Lifedefilers
11. Plaguemaster
12. Blackera

Laufzeit: ca. 45 Minuten

Montag, 27. Oktober 2014

Review: Vargsang - In The Mist Of Night (CD, Obscure Abhorrence Productions)

Wer hätte das gedacht?! Auch von dem berüchtigten Solo-Projekt von Vargsang (ex-Graven, ex-Nordisches Blut) gibt es etwas neues zu vermelden. Mit "In The Mist Of Night" präsentiert man der geneigten Hörerschaft gar ein komplett neues Album. Und das, wo es doch hieß, dass der Herr Vargsang der Black Metal-Bewegung den Rücken kehren würde. Aber was man von solchen Gerüchten zu halten hat, das sieht man ja auch immer wieder...






Nun denn, um es kurz zu machen: "In The Mist Of Night" ist ein typisches Vargsang-Album geworden, welches allerdings auch ein paar Überraschungen bereit hält, die man Vargsang zumindest unter diesem Band-Namen nicht zugetraut hätte, und die auch gut und gerne Teil seines aufgelösten Solo-Projektes Nordisches Blut hätten sein können. So finden neben den hasserfüllten Black Metal-Parts auch immer wieder Chor-Samples ihren Einsatz, oder eher getragene, fast etwas epische Passagen ihren Platz in der Musik. Das aktuelle Album hält dabei eine Atmosphäre bereit, die ich bei der Band seit dem Debüt "Call Of The Nightwolves" vermisst habe. Diese Gradwanderung zwischen Finsternis, Hass und Kälte, Melancholie, Verzweiflung und erhabener Schwärze. Absoluter Höhepunkt der Scheibe stellt in meinen Augen "Of Sickness And Lust" dar, welches sich auch wohlplatziert in der Mitte des Albums befindet. Weitere Anspieltipps meiner Seits wären da das erhabene "Prais The Dead", "The Cosmic Gate", "Lifeless Eternal", sowie "There Is No Heaven" und der äußerst verzweifelte Abschluß "Chains Of Life".

Fazit:
Vargsang meldet sich mit "In The Mist Of Night" mit dem besten und stärksten Album seit seinem Debüt zurück! Neben der CD existiert auch eine Auflage im A5-Digi, welche auf 200 Stück limitiert ist. Bitte demnächst auch auf Vinyl nachlegen - das Album hätte es wirklich verdient!

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. The Roots Of Hate
02. Praise The Dead
03. In The Mist Of Night
04. The Cosmic Gate
05. Lifeless Eternal
06. Of Sickness And Lust
07. Captured In The Dark
08. There Is No Heaven
09. Begotten
10. Chains Of Life

Laufzeit: ca. 42 Minuten