Donnerstag, 5. September 2013

Review: Hekate - Carpathians (MC, Schattekult Produktionen)

Bei Hekate handelt es sich um ein Soloprojekt des Herrn Avenger (u.a. Black Priest Of Satan und Szarlem), das erstmals im Jahr 2011 auf sich aufmerksam machte. Nun, mir war Hekate bis zu dieser aktuellen Tape-Veröffentlichung kein Begriff, wobei man mit diesem Werk das bereits dritte vorlegt und sogar schon eine Split-EP mit Ødelegger, einem Bilskirnir-Projekt , aufwarten kann.






Bei der Kassette handelt es sich um eine EP-Veröffentlichung mit Rehearsal-Charakter. Das heißt also: kurz, knackig und unbändig. Ja, was hier geboten wird, wird Freunden ausgepfeilter Melodieführungen und technischen Spielereien nicht gefallen. Dafür werden die Black Metal-Puritisten unter euch Freundentränen in den Augen haben. Hekate ist nicht schön, nicht erhaben - weder mythologisch begründet, noch irgendwelchen Trends unterworfen. "Carpathians" stellt eine pure Form des Black Metal dar und ist, wenn man so will nichts weiter als ein durch und durch wütendes Geschrammel... doch es verfehlt seine Wirkung keineswegs!

Fazit:
Ich brauchte auch erst ein paar Durchläufe, bis sich mir die Musik vollends erschlossen hat. Hekate macht einem mit diesem räudigen Stil den Einstieg in das Werk aber auch wahrlich nicht einfach. Bestimmt keine Veröffentlichung, welche die die Masse ansprechen wird, aber für Leute, die einen Sinn für ursprünglichen Black Metal besitzen ist es allemal eine lohnenswerte Sache. Limitiert ist die Kassette auf 100 handnummerierte Exemplare.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Deathless
02. I Summon Holocaust
03. Carpathians
04. Black, Wind, Fire and Steel (Manowar Cover)
05. Intro (Bonus)
06. Legion der Leichen (Bonus)
07. Midnight Satan Worship (Bonus)

Laufzeit: ca. 17 Minuten

Mittwoch, 4. September 2013

Review: Nehëmah - Tomb of Thoughts 1992-2004 (LP-Boxset, Those Opposed Records)


Auch schon etwas länger in meinem Besitz weiß ich dieses gute Stück europäischen Schwarzmetalls. Das Box-Set "Tomb of Thoughts" vereint alle bisherigen Alben von Nehëmah, angefangen von "Light of a Dead Star", über "Shadows from the Past..." und "Requiem Tenebrae", hinzu kommt dann noch eine exklusive und bisher unveröffentlichte Live-LP mit Namen "Black Mass" sowie eine weitere exklusive LP, die zwei bisher unveröffentlichte Rehearsal-Sessions der Band enthält. Im folgenden werde ich nun auf die einzelnen Platten eingehen.


"Light of a Dead Star" stellte anno 2001 das erste Album der Band aus Frankreich dar. Gewidmet ist dieses Werk laut Aufdruck dem Gedenken an all die Hexen aus der Vergangenheit und jenen, die auch auch heute noch das alte Wissen praktizieren.








Was den Stil der insgesamt acht Lieder angeht, so handelt es sich hier um lupenreinen Black Metal, der von seiner Spielweise her irgendwo zwischen Werken Mitt-90er Underground Bands aus dem Heimatland und aus Norwegen angesiedelt ist. Insbesondere Bands wie z.B. frühere Peste Noire, Seigneur Voland oder auch Darkthrone zu ihrer "Under A Funeral Moon"-Zeit dürften hier Pate gestanden haben. Aber auch Bathory scheint einen nicht unwesentlichen Einfluss auf die Musik gehabt zu haben. Dabei ist die Atmosphäre gleichwohl sehr düster, misanthropisch, aber auch erhaben, melancholisch und nostalgisch. Musikalisch rau, bis hypnotisch getragen und sogar etwas episch - einen eindeutigen Hang zu Rhythmus und Melodie hat das Werk ebenfalls inne. Ein perfektes Black Metal-Album, an dem es überhaupt nichts auszusetzen gibt. "Light of a Dead Star" wurde im Rahmen dieses Box-Sets erstmals auf Vinyl veröffentlicht. Die reguläre Version kommt im schwarzen Vinyl, exklusiv im Those Opposed-Shop gibt es aber auch eine farbige Vinyl in weiß.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. The Witch Burns...
A-02. Light of a Dead Star
A-03. Across the Landscape
A-04. Misty Swamps
B-05. In October Nightshades
B-06. Nehëmah in Vulva Infernum
B-07. I will Sleep with the Dragon
B-08. ...In the Heat of the Flames

Laufzeit: ca. 54 Minuten


"Shadows from the Past..." stellte das zweite Album der dreiköpfigen Band  dar und stammt ursprünglich aus dem Jahr 2003. Geboten wird aber Black Metal der alten Schule, der aber mehr noch als auf dem Debüt vom frühen norwegischen Black Metal beeinflusst zu sein scheint, so ist das Lied "Sonner av den Fimbulvetr" auch explizit dieser Ära gewidmet.





"Black Winds over the Walls of Csejthe" knallt auch schon ordentlich und richtig druckvoll aus den Bosxen, inklusive dezentem Chor-Sample-Einsatz. Genau wie bei "The Thousand Tongues of Medusa" kommt hier auch ein Keyboard zum Einsatz, welches sich aber richtigerweise im Hintergrund hält und auch nicht durchgehend zu vernehmen ist. Die Dominanz haben daher eindeutig die 'wirklichen' Instrumente. Eindeutige Einflüsse dürften wieder bei Bathory, Darkthrone und auch bei Mayhem liegen.Nehëmah ist anno 2003 ein Album gelungen, welches sich wirklich wie zu Zeiten des Black Metals der Jahre 1994-1996 anhört, und hätte, wäre es gute 10 Jahre früher entstanden mit Sicherheit für viel Aufsehen gesorgt. So jedoch handelt es sich hier zwar um ein solides Machwerk, aber man bietet hier doch nicht so viel auf, wie noch auf dem Debüt. Die Melodien und Rhythmen scheinen größtenteils allseits bekannt - man legt sich zwar ins Zeug, aber es fehlt irgendwie der wirklich individuelle Aufdruck, wobei es auch durchaus 2-3 Songs gibt, die da doch noch etwas herausragen. Trotz dem allen vermag es diese Band immer noch sehr gut, den Geist alter Tage zu vermitteln und authentisch rüberzubringen - und dieses Merkmal können sich ja aktuell nicht gerade viele Bands auf die Fahne schreiben. Auch hier handelt es sich um die erste Auflage des Albums auf Vinyl. Regulär in schwarz, bei Those Opposed gibt es die LP aber auch exklusiv als clear vinyl. Zudem beinhaltet diese LP das Booklet zum Boxset, 12'' Format, beidseitig bedruckt mit Fotos, Liner-Notes und Texten.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Black Winds over the Walls of Csejthe
A-02. Sønner av den Fimbulvetr
A-03. The Thousand Tongues of Medusa
A-04. Warlock
B-05. Siguilum Sanctum Lycantropia
B-06. Shadows from the Past
B-07. Selvmord
B-08. Drawn in Darkness

Laufzeit: ca. 49 Minuten


"Requiem Tenebrae" ist das dritte Album der Franzosen und stammt aus dem Jahre 2004. Es wird allgemein als das Meisterwerk der Band angesehen. Und das auch zurecht, wie ich nur sagen kann. Denn von der Melodieführung steht dieses Werk dem Debüt in nichts nach, bietet aber eindeutig noch mehr Eigenständigkeit und Wiedererkennungswert.





Dies macht sich auch gleich schon im ersten Song "Creeping Chaos" bemerkbar. Wohlgemerkt hört man die Einflüsse immer noch klar heraus, aber ich nehme an, dass Nehëmah gleichwohl zu ihren Wurzeln stehen und stolz auf sie sind, und es vor allem auch nicht nötig haben, diese zu verleugnen. "The Great Old Ones", "Dead but Dreaming in the Eternal Icy Waste" und "The Elder Gods Awakening" sind durch und durch großartige Kompositionen mit einigen netten Details wie Sample-Einsatz, Akustik-Gitarren, Chören und einer durch und durch düsteren, okkult-mystischen Atmosphäre, die unter die Haut geht. Das zieht sich nicht nur durch die A-Seite, sondern durch das ganze Album... und diese Titel "Taken Away by the Torn Black Shroud", "Conscience in Evil" oder "Through the Dark Nebula" - jawohl, ja sag ich da nur! Das Album kommt als DLP, wobei sich auf Seite D ein unveröffentlichtes Demo aus dem Jahre 2001 befindet, welches lediglich zu Promotion-zwecken an Labels herausgegeben wurde, sich aber in der Trackliste nur in zwei Songs von der damaligen "Nehëmah" Demo unterscheidet. Auch dieses Album gibt es nun im Rahmen des Box-Sets zum ersten Mal auf Vinyl. Die reguläre Version wieder in schwarz, die exklusive Those Opposed Version kommt in gold und silber. Diese LP enthält zusätzlich noch ein Poster (A2 Format).

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Creeping Chaos
A-02. The Great Old Ones
A-03. Dead but Dreaming in the Eternal Icy Waste
A-04. The elder Gods Awakening
B-05. In the Mists of Orion's sword
B-06. Taken Away by the Torn Black Shroud
C-07. Conscience in Evil
C-08. Through the Dark Nebula
D-09. The Sheol (Demo 2001)
D-10. Across the Landscape (Demo 2001)
D-11. Nehëmah in Vulva Infernum (Demo 2001)
D-12. In October Nightshades (Demo 2001)

Laufzeit: ca. 84 Minuten


Kommen wir nun zum ersten exklusiven Release des Box-Sets (jetzt mal abgesehen von der Demo, die als Bonus auf "Requiem Tenebrae" enthalten war). "Black Mass" stellt den Mitschnitt eines, oder mehrer, Konzerte der Band auf ihrer "Shadows from the Past..." Tour durch Frankreich dar. Die Aufnahmen stammen aus dem Jahr 2002.






Bleibt nicht viel zu schreiben. Die Songs sind bekannt: auf der A-Seite befinden sich "Light of a Dead Star", "Across the Landscape" und "Sonner av den Fimbulvetr", auf der B-Seite tummeln sich "In October Nightshades", "Selvmord" und "I Will Sleep with the Dragon". Die Live-Aufnahme ist recht ordentlich und die Atmosphäre wurde sehr gut eingefangen. Man hört das Puplikum zwar während der Song überhaupt nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass es während der Vorstellung auch sehr still war. Diese Erhabenheit verdient es nicht, durch Zwischenrufe unterbrochen zu werden - und sie duldet es auch nicht! Die LP kommt im regulären Box-Set ebenfalls in schwarz, in der exklusiven Version in moosgrünem transparent vinyl. Für eine authentische Live-Atmosphäre gibt's von mir:

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Light of a Dead Star
A-02. Across the Landscape
A-03. Sønner av den Fimbulvetr
B-04. In October Nightshades
B-05. Selvmord
B-06. I Will Sleep with the Dragon

Laufzeit: ?? Minuten


Kommen wir nun zur letzten und für Sammler wahrscheinlich relevantesten LP von "Tomb of Thoughts", dem Rehearsal 1992 und dem Rehearsal "Feigd". Beide stammen aus dem selben Jahr und sind bisher unveröffentlicht gewesen.








Die A-Seite enthält die vier Lieder der Rehearsal 1992-Session. "Witches Sabbat" ist ein räudiger, ungezügelter Black Metal-Hassbratzen. "Nosferatu" ist vom gleichen Schlag, bietet aber doch eher gediegenderen Rhythmus. Zwar vielleicht keine Übernummer, aber der Song hat eindeutig seine Qualitäten. Genau wie der folgende "Tormented Soul", der mich ein wenig an die Rehearsal-Sessions von Ophthalamia ("To Elishia") erinnert. Rau wie scheisse, aber trotzdem doch irgendwo doch wieder gut, weil kultige Atmosphäre. Bei "Spells Of Destruction" handelt es sich tatsächlich nicht um ein Burzum-Cover, sondern lediglich um einen Song, deren Struktur sehr artverwandt mit dem Stil Burzum's und Mayhems zu sein scheint. Insgesamt ganz gute Arbeit. Die B-Seite enthält dann mit "Feigd" einen langen Song, der jedoch rein instrumental gehalten ist und dem Dark Ambient zuzuordnen ist. Ich finde ihn persönlich recht gelungen, da er es versteht durchgehend eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen. Erinnert auch so ein wenig an alte Werke diverser Les Legions Noire Bands und an Vinterriket Lieder Marke "Landschaften ewiger Einsamkeit". Allerdings werden Black Metal-Puritisten herzhaft wenig damit anfangen können. Reguläre Version in schwarz, TOR exklusiv in transparentem blutroten Vinyl.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Witches Sabbat
A-02. Nosferatu
A-03. Tormented Soul
A-04. Spells Of Destruction
B-05. Feigd

Laufzeit: ?? Minuten


Fazit zu Nehëmah allgemein:
Dieses Box-Set der Franzmänner ist eine Offenbarung für jeden, der sich bisher mit dieser Band beschäftigt hat, aber auch für neue Jünger, die bisher nur namentlich von der Band gehört haben, der perfekte Einstieg. Hier sind alle Alben unter einem Hut gebracht worden, und zum ersten Mal seit ihrer jeweiligen Existenz auch als (offizielle) Schallplatten-Auswertung zu ergattern. Die farbigen Vinyls gibt es wie gesagt nur exklusiv im Shop von Those Opposed Records aus Frankreich, inklusive einem exklusiven Patch. Den offiziellen Vertrieb in Deutschland übernimmt die Eisenwald Tonschmiede (hier geht's zum Shop), aber auch Astrum Tempestas dürfte noch ein paar Exemplare im Shop anbieten. Eisenwald legte mir sogar auf Anfrage auch noch einen Patch dabei, hehe. Limitiert ist die ganze Angelegenheit auf 1000 Exemplare. Von mir gibt's auf jeden Fall eine absolute Kaufempfehlung!

Review: Hädanfärd - Vederstyggelsens Uppväckelse part.II (LP, Ancient Records)

Die lange bestellten Sachen von Ancient Records sind nun mittlerweile bei mir eingetrudelt. Es wurde aber auch Zeit, ich wusste auch schon gar nicht mehr, was ich genau alles bestellt hatte. Jedoch war dann unter den ganzen Platten auch dieses aktuelle Werk aus der Feder von Hädanfärd aus Schweden und hält den zweiten Teil der Demo Sessions "Vederstyggelsens Uppväckelse" bereit (Besprechung zur ersten MLP gibt es hier).





An den ersten Teil kann ich mich gerade nicht so gut erinnern, ist auch schon eine Weile her, seit dem ich die Platte das letzte Mal aufgelegt habe. Und seit diesem Zeitpunkt habe ich einfach zu vieles anderes regelmäßiger gehört. Aber im nachhinein habe ich dem ersten Teil wohl Unrecht getan, denn was mir hier entgegenschallt, lässt sich nur schlicht und einfach als genial bezeichnen! Sir N. legt hier ein Macherk vor, welches so voller Emotionen und wohliger Nostalgie steckt, dass die Trauer, der Schmerz und der Hass förmlich spürbar ist. Hier trifft typischer schwedischer Black Metal auf frühen Norweger-Stoff, allen voran sei hier das Burzum-Werk "Filosofem" in seinen Black Metal-Momenten als Vergleich angeführt. Diese fast schon träumerische hypnotische Atmosphäre, die einfach alles für sich einzunehmen scheint, die eigenen Gedanken vernebeln und einen abscheifen lässt in längst vergangene, vergessene und düstere Zeiten. Als Black Metal nicht nur ein Wort oder eine Umschreibung für einen Musikstil war. Diese acht Lieder sind allesamt grandiose Black Metal Tonkunst, die man nur sehr selten zu hören bekommt!

Fazit:
Ein grandioses Werk! Spielerisch top. Die Atmosphäre packt einen direkt und brennt sich bei Hörer ins Gedächtnis ein. Ein Werk, welches es vermag, den Hörer zu entführen und mit auf eine Gedankenreise zu nehmen. Ganz große Klasse! Die LP kommt mit einem einseitig bedruckten Textblatt und in schwarzem Schutzumschlag. Die Platte ansich ist in einem Rot/Braun-Ton gehalten, erinnert an Rost, Bronze oder auch an dunkles morsches Holz. Limitiert auf 250 Exemplare, und bereits restlos beim Label ausverkauft.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Skoningslöshetens Herre
A-02. Likffisakans Urskallande Helgedom
A-03. Lömskhetens Illviliga Upprinelse
A-04. Myrmarkernas Dödsande
B-01. Predikarens Svarta Urafbild
B-02. Underjordens Gastar
B-03. Formad f Skuggsidans Varelser
B-04. Svarthetens Dunkla Salar
B-05. Nidstrof

Laufzeit: ca. 44 Minuten

Montag, 2. September 2013

Review: Drudensang - Rehearsal 1 - Dunkle Tradition (MC, Eigenproduktion)

Es gibt ja nicht mehr vieles, was mich wirklich von den Socken haut. Gerade nicht aus Deutschland. Umso positiver überrascht bin ich nun von der ersten Rehearsal-Kassette aus der Feder von Drudensang. Bei Drudensang handelt es sich um die Nachfolgeband von Ravnsvart (deren Demo-Album "In den Fängen der Kälte" ich auch schon vor einiger Zeit besprochen hatte - zu finden hier). Drudensang besteht aus fünf Leuten, Sänger ist Aske (u.a. Winterreich, und gesangliche Aushilfe bei Askuror und Sieghetnar/gewesen). Die Idee zum Tape spukte wohl auch schon länger in Askes Kopf herum, jedenfalls war mir die Idee zu Drudensang schon zu Circle of Honor-Zeiten ein Begriff. Als der CoH sich schließlich auflöste riss der Kontakt jedoch nicht ab...


und eines Tages hatte ich das Tape dann im Briefkasten. Erfreulich, wenn alte Kontakte und Freundschaften nicht abreißen. Zur Aufmachung: das Tape kommt in 100% selbst gefertigtem Gewand daher. Das s/w Cover ist auf normalem Papier und beidseitig bedruckt, wurde angezündet und hat Brandflecken noch und nöcher. Darüber hinaus ist das Cover mit Blut beschmiert, genau wie die Hülle. Das Tape selbst ist rot und mit schwarzem Stift bemalt und beschrieben. Seite Anti beinhaltet den instrumentalen Einklang, sowie die Lieder "Fäulnis" und "De schlofad Hex 1 - Überlieferung". Der erste Song ist schon ein Hammer sondersgleichen. Durch und durch hasserfüllt und aggressiv. Trotzdem sehr melodisch und rhythmisch. Sogar etwas episch-erhaben. Das hat atmosphärisch betrachtet schon gewisse Züge von Moonblood. Jedoch trotz vorhandener Rehearsal-Attitüde nicht im entferntesten so rau und ungeschliffen. Ähnlich verhält es sich auch beim nächsten Lied. Kassette gewendet und es erklingen mit dem Interludium die ersten fast zarten Klänge der Seite Burn. Die fast Soundtrack-mäßige Musik (bestimmt ein Sample mit Gitarre unterlegt) steigert sich und bietet anschließend einen nahezu nahtlosen Übergang zu "Watzmann 1 - ein Monument". Ein sehr rauer und wilder Song. JA! So soll/so muss doch ein Rehearsal klingen! Ein Ausklang, bestehend aus Samples ist dann auch noch mit an Bord, wird dann aber abrupt unterbrochen. Und fertig!

Fazit:
Ich bin begeistert ob so vieler unverfälschter ursprünglicher Aggression und solcher rohen Hasstriaden. Ein Werk, was so auch in den guten alten 90ern hätte veröffentlicht werden können. Freunde von Moonblood, Shroud of Satan, alten Mayhem und ähnlichem dürfen hier bedenkenlos zugreifen. Ist halt nur die Frage, ob man als Außenstehender überhaupt so leicht an das Tape kommt. Achso, limitiert ist die ganze Angelegenheit natürlich auch noch, und zwar auf knappe 50 handnummerierte Exemplare. Ich hoffe auf ein baldiges Wiederhören und vielleicht wird daraus ja eine richtige Rehearsal-Season (aber das wäre dann wieder Moonblood-like, hehe).

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Introduction
A-02. Fäulnis
A-03. De schlofad Hex 1 - Überlieferung
B-01. Interludium
B-02. Watzmann 1 - ein Monument
B-03. Outroduction

Laufzeit: ?? Minuten

Review: Mother Of Worms - The Grimoire Of Abomination Tales (MC, Schattenkult Produktionen)

Man braucht sich eigentlich nur das Cover anzusehen... das weiß man eigentlich, wie der Hase läuft und wessen Geistes Kind Mother Of Worms sind. Die 3-köpfige Band aus Thüringen zelebriert seit ihrem Gründungsjahr 2007 eine perverse Unterart des Black/Death Metals. Die perverse und sexistische Note zeigt sich vor allem in den Artworks (das Innenleben des Tape-Covers ist eine Augenweide, hrhr) und findet sich natürlich auch in den Texten wieder. So werden auch Songs von bspw. GG Allin gecovert - und wer diesen Mann mal im Internet recherchiert hat, der wird wissen, was ich meine.




Rein musikalisch betrachtet wird hier ein gelungener Mix aus Dark Ambient, Black und Death Metal, sowie einige Anleihen an den Grind, Industrial und Thrash (welche sich jedoch dezent im Hintergrund verstecken und nur angedeutet werden, was den einen oder anderen sicher freuen und beruhigen düfte) dargeboten. Dabei vereint das Tape, mal abgesehen von dem Debüt-Album, alle bisherigen Veröffentlichungen der Band. Angefangen beim Demo "Demonatrixxx Butchery Cult", welches mit "Cunt of Christ" einen echt fiesen Death/Black Song bietet, "Fuck The Dead" ist besagtes GG Allin Cover und wurde hervorragend in ein Black Metal-Gewand gezwängt. "Visions" stellt eine Art Ambient-Zwischenspiel dar, Stöhnen inklusive. Und mit "Under The Sign Of Evil" huldigt man dann noch dem deutschen Thrash-Urgestein Violent Force. Es folgt das etwa 10-minütige "Hinterland EP", welches beide Lieder der EP beinhaltet. Black Metal mit eindeutiger Thrash-Note Marke Urticant. "Ritual 2012" und "Silvia (Saint Of Hell)" entstammen beide der gleichnamigen "Silvia" EP und bieten oldschooligen Death/Black Metal mit viel Groove und einigen netten Einspielungen und Zwischenpassagen, die unter Garantie beim Jugendschutz durchfallen würden, hehe. Die letzten drei Lieder sind von der "Sex. Blood. Darkness" Demo und halten vom fiesen Death/Black bis hin zum Dark Ambient mit Sample-Einspielungen und Blackened Trash Metal noch einmal alles bereit.

Fazit:
Alles in allem ist das Tape von Mother Of Worms, die mir bis dato übrigens überhaupt kein Begriff waren, eine ziemlich runde Sache. Der hier zelebrierte Death/Black Stil ist sehr kernig, ursprünglich und kommt authentisch rüber. Die anderen Einflüsse tauchen hier und da mal auf, sind aber kein fester Bestandteil der Musik an sich. Was sich natürlich durch sämtliche Songs zieht, ist dieser SM-Touch und der Hang zum Perversen. Ich denke, alle, die Sachen wie z.B. Hellfucked mögen, werden sich hier auch schnell heimisch fühlen. Aber auch Leser von Edward Lee-Romanen und Konsorten sollten mal ein oder zwei Ohren riskieren und den, teils gut verständlichen Texten ihre Aufmerksamkeit widmen. Für mich ist diese Kollektion zwar nicht DIE Erfüllung (aber das ist wohl auch nicht die Intention hinter dieser Musik), sondern vielmehr ein gutes, solides Machwerk Death/Black Metals der alten Schule.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Cunt Of Christ
A-02. Fuck The Dead (GG Allin Cover)
A-03. Visions
A-04. Under The Sign Of Evil (Violent Force Cover)
A-05. Sex. Blood. Darkness. / Hinterland
B-06. Ritual 2012
B-07. Silvia (Saint Of Hell)
B-08. Sex. Blood. Darkness.
B-09. Fucked & Butchered
B-10. Hinterland

Laufzeit: ca. 46 Minuten

Review: Silent Dominion & Morbid Fog - Defending The Ancient Spirit Split (MC, Schattenkult Produktionen)


Das deutsche Label Schattenkult hat in der letzten Zeit doch einiges veröffentlicht. Da ich mittlerweile im Besitz aller Werke bin, werde ich diese nun nach und nach listenartig abarbeiten. Beginnen wir mit dieser Split namens "Defending The Ancient Spirit" zwischen den beiden griechischen Bands Silent Dominion und Morbid Fog, welche sich inzwischen aber auch schon wieder aufgelöst hat...







und was soll ich sagen? Beim hören dieser Kassette weiß man auch, wieso sich zumindest eine Band aufgelöst hat. Wobei Morbid Fog hier eigentlich noch die bessere ist... eindeutig die bessere! Denn allein angefangen bei der Tatsache, dass das Logo von Silent Dominion in seiner Machart unangenehm an diese unsägliche Band Heaven Shall Burn oder auch allgemein an diesen Trend "Metalcore" erinnert, bleibt auch noch, dass der hier zelebrierte Black Metal derart lieb- und zahnlos dargeboten wurde, dass es beinahe traurig ist. Das ist Musik aus der Retorte und es ist eine verdammte Schande, dass ausgerechnet ein solches Label so etwas veröffentlicht, da ich bisher doch eher hochwertige Produktionen von Schattenkult gewohnt bin, auch was die Bandauswahl anbelangt. An der Aufmachung gibt es zwar nichts zu meckern, wie immer sehr gut geworden, jedoch geht solche Musik mal gar nicht! Dass das ganze dann noch in einer Art Ambient-Ausklang mit NES-mäßigen Soundcollagen endet, verstärkt diesen negativen Eindruck, den ich ohnehin schon von der Band hatte, nur noch. Morbid Fog bietet da, wie schon erwähnt, höherwertige Musik. Dazu wird der einsame Krieger im zweiten Liedbeitrag "The Grim Dungeon Of Tartarus" am Gesang begleitet, und zwar von Gareth aus u.a. Diabolical Principles und Mortuus Caelum, die ich eigentlich doch sehr schätze. Dies soll jedoch nicht ausschlaggebend sein. So sind auch die Ambient-Passagen bei "Pagan Ritual Beneath The Fullmoon Light" gelungener.

Fazit:
Von einer hochwertigen Produktion kann im Falle von Morbid Fog zwar auch keine Rede sein, aber das erwarte ich von solch einer Veröffentlichung ja auch nicht. Immerhin schafft es dieses Ein-Mann-Kommando Black Metal mit Atmosphäre zu erzeugen, was meiner Ansicht nach die Person hinter Silent Dominion total in den Sand gesetzt hat. Diese Musik rauscht einfach an mir vorbei, ohne eine Spur Eindruck hinterlassen zu haben. Einmal gehört und vergessen. Und das ist eigentlich noch schlimmer, als eine besonders miese Produktion - die bleibt wenigstens noch im Gedächtnis kleben wie Scheiße an der Wand. Ja, hier kann man durchaus davon ausgehen, dass Silent Dominion die Gesamtnote erheblich herabsenken. Limitiert ist das Tape auf 100 handnummerierte Exemplare.

4.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
Silent Dominion
A-01. Modest Daugther
A-02. Amiable Goddess, Hecate
A-03. To Charites
Morbid Fog
B-04. Kerasphoros (The Horned One)
B-05. The Grim Dungeon of Tartarus
B-06. Pagan Ritual Beneath the Fullmoon Light

Laufzeit: ca. 30 Minuten

Review: Amnion - Cryptic Wanderings (LP, Ishtadeva Vinyl Productions)

Mit Amnion präsentiert sich das nächste vielversprechende Black Metal-Projekt aus Spanien, dessen Material ich mir in jüngerer Vergangenheit angeeignet habe. Bei "Cryptic Wanderings" handelt es sich um das erste Album des Trios, welches im Jahr 2008 erstmals auf CD erschien. Interessant dabei ist, dass hier der gleiche Sänger wie bei Empty (Review siehe ein paar Einträge weiter unten) aktiv ist.





So schallt einem auch gleich nach dem auflegen der Platte ein schneller und rotziger, aber trotzdem melodiebetonter Black Metal entgegen. Ich gebe zu, "Cryptic Wanderings", der erste Song, zündet bei mir nicht wirklich. Alles irgendwie schon einmal gehört, alles irgendwie schon einmal dagewesen. Jedoch entwickelt sich das Album von Lied zu Lied weiter, bzw. scheint interessanter zu werden, und offenbart dem Hörer auch erst im Nachhinein, das hier durchaus hörenswerte - wenn auch nicht gerade sehr innovative - Musik zelebriert wird. "The Dreadful Martydom of the Most Cruel" oder "Dominants & Perpetuals Echoes of Discouragement" sind wahre Hämmer. Die Highlights jedoch bietet definitiv die B-Seite: egal, ob Zerstörer wie "In Sarna We Trust", atmosphärischere Momente wie "The Harm Caused by the Most Baneful of all Trees" oder eher okkult vertonte Blutorgien für den Teufel wie bei "Sick of the Light". Inklusive leichtem (aber nur leichtem!) Ambient-Einschlag, Akustikgitarren, Beschwörungsriten und Klargesang. Da wird doch schon einiges geboten und wieder wettgemacht, was auf der A-Seite noch nicht so ganz überzeugen konnte.

Fazit:
Nicht unbedingt ein Album bei dem ich spontan sagen würde: "das muss ich haben", sondern eher ein sehr solides Black Metal-Werk. Die ersten 100 Exemplare wurden in einer Holzbox ausgeliefert, welche das aufgedruckte Cover ziert. Anbei gibt es ein Poster. Die reguläre Fassung kommt lediglich mit einem 4-seitigen Heft in A4-Format, welches alle Texte sowie Fotos und Linernotes enthält.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Cryptic Wanderings
A-02. The Dreadful Martyrdom of the Most Cruel
A-03. Towards Desolate Places My Wanderings Lead
A-04. Dominants & Perpetuals Echoes of Discouragement
B-05. In Sarna We Trust
B-06. The Harm Caused by the Most Baneful of All Trees
B-07. Sick of the Light

Laufzeit: ca. 40 Minuten