Samstag, 24. August 2013

Review: Arvet - Ihmiskärsimys (CD, Deviant Records)

Nun zu einem bereits ein paar Jahre alten, mir aber bis dato völlig unbekannten Werk aus der Schmiede von Deviant Records. Das deutsche Label ist ja eher für seine hochwertigen Vinyl-Produktionen bekannt (ich erinnere da nur an die LP-Fassung des Fornost Debüts "Der Wind hat mir ein Lied erzählt"). Hier handelt es sich also nun um eine CD, die die EP "Ihmiskärsimys" der Ein-Mann-Kapelle aus Finnland enthält. Wie bereits erwähnt, war mir die Musik des Herren bisher nicht bekannt...



Umso freudiger die Überraschung nach dem einlegen der CD. Typisch nordisch-kalter Black Metal, der einem hier geboten wird. Der zudem dann auch noch sehr typisch für Finnland klingt. Die EP umfasst leider nur drei Lieder, die mit einer jeweiligen Laufzeit von sechs bis sieben Minuten noch nicht einmal sonderlich lang ausgefallen sind. Allerdings auch nicht zu kurz - und, um es deutlich zu sagen, dem Stil auch angemessen sind. Längere oder kürzere Songs hätten so aller Wahrscheinlichkeit nach doch ihre Wirkung verfehlt. So aber kann dieser Mix aus typischen Mitt-90er und neueren Underground-Elementen durchaus überzeugen. Auch vermögen es die Lieder durchaus eine sehr dichte, dunkle Atmosphäre aufzubauen. Immer wieder Vergleiche aufzuführen, widerstrebt mir zwar, aber zur Orientierung seien einmal Bands wie Vornatt, Horna und Satanic Warmaster genannt.

Fazit:
Düsterer, blasphemischer Black Metal aus Finnland. Weitere Worte bedarf es nicht, dieses Werk zu umschreiben. Wer die Musik der genannten Bands bereits schätzen gelernt hat, wird auch an "Ihmiskärsimys" seine helle Freude haben. Etwas mehr Mut zur Eigenständigkeit wäre jedoch begrüßenswert und würde das Ganze noch um einiges aufwerten. Aber mit Sicherheit eine Band, deren Laufbahn ich weiter verfolgen werde. Limitiert auf 500 Exemplare (nicht durchnummeriert), und am besten direkt bei Deviant Records bestellbar.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Mustan valon kantaja
02. Käärmeen sana kuolemissani
03. Ihmiskärsimys

Laufzeit: ca. 19 Minuten

Review: Shores of Ladon - Lupercal (LP, Eternity Records / Sol Records)

Nachdem ich vor etwas mehr als einem halben Jahr bereits die CD-Fassung dieses (Mini-)Albums der Deutschen Shores of Ladon besprochen hatte, will ich ja nicht umhin kommen, zu erwähnen, dass es "Lupercal" endlich auch auf Vinyl geschafft hat. Wieder in Ko-Produktion von Eternity und Sol Records.






Geändert hat sich soweit eigentlich nichts. Das Artwork ist dasselbe, die schwarze LP kommt in schwarzem Schutzumschlag und mit einem Blatt, welches auf der einen Seite alle Texte enthält und zum anderen Infos zur Besetzung bereit hält. Also eigentlich schon wie im Beiheft der CD. Das Material scheint auch nicht noch einmal nachträglich bearbeitet worden zu sein, was ich aber als durchaus begrüßenswert erachte. Das Werk ist gut so, wie es ist - fertig!

Einzige - und das ist auch der eigentliche Grund für diese nochmalige Besprechung von "Lupercal" - Neuigkeit ist der zusätzliche Song in Form einer Cover Version von Azaghal's "Mordor" aus dem Debüt-Album der Finnen "Mustamaa". Gut getroffen und für Shores of Ladon auf jeden Fall passend, auch wenn es für die Verhältnisse der Deutschen doch etwas sehr brachial rüber kommt. Aber schließlich geht es ja auch darum, einem Original gerecht zu werden.

Fazit:
"Lupercal" ist und bleibt ein gutes Machwerk, und wird durch den zusätzlichen Song sogar noch einmal etwas aufgewertet. Die Tatsache, dass es die Scheibe nun auch endlich auf Vinyl gibt, dürfte alle Sammler wohl sehr erfreuen. Limitiert ist die ganze Angelegenheit natürlich auch noch, und zwar auf 300 handnummerierte Exemplare. Zu bestellen bei den Labels Sol Records oder Eternity Records.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Einklang
A-02. Knochenstaub
A-03. Lupercal
B-04. Brut und Seuche
B-05. Mordor (Azaghal Cover)

Laufzeit: ca. 15 Minunten

Freitag, 23. August 2013

Review: Empty - The House Of Funerary Hymns (LP, Ishtadeva Vinyl Productions)

Hinter diesem doch eher comichaften Horrorszenario des Covers verbirgt sich in der Tat eine Black Metal-Band mit Namen Empty. Diese spanische Horde war mir bisher völlig unbekannt, ein Blick in die Metal-Archive verrät jedoch, dass es sich bei "The House Of Funerary Hymns" um das bereits dritte Voll-Album der vier Mannen handelt. Ursprünglich 2009 auf CD veröffentlicht, erfuhr das Album wenig später unter dem Banner des spanischen Labels Ishtadeva eine Vinyl-Auswertung, die dieser Besprechung zugrunde liegt.



Zur Aufmachung gibt es soweit nicht viel zu sagen. Der Druck ist, wie von Ishtadeva gewohnt, sehr gut. Das Album kommt auf einer schwarzen Vinyl in schwarzem Schutzumschlag und einem 4-seitigen Beiheft in Din-A4 Format, welches neben allen Texten auch Infos zur Produktion sowie Fotos enthält. Die Musik an sich ist als bizarr zu bezeichnen. Jedenfalls, wenn man mich fragt. Gibt sich der erste Song "The sense of no being" (der im übrigen schon einmal als Vorab-Promo mit einem Rohmix des Albums (?) veröffentlicht wurde) noch als reinrassiger, schneller und fieser depressive / suicide Black Metal-Song, sieht das bei "How far I am from all" etwas anders aus. Auch hier dominiert ein schneller, treibender Rhythmus. Aber auch absolute Schwärze, Melancholie und Depression. Ein Mix aus krankhafter Leere und brachialer Gewalt. Das erinnert in seiner Art von Umsetzung an die Deutschen Kathaaria, die mit "The Complex Void of Negativity" vor knapp fünf Jahren ein großartiges Album ablieferten! "Regret from nothing in itself" tut sich da auch nicht viel. Hier geht es aber schon wieder vermehrt in Richtung schnellerem Midtempo mit etwas okkulter Atmosphäre und einigen Passagen, die keifenden Death Metal-Gesang bieten (Venenum-Style, sag' ich nur). Womit wir dann zur B-Seite kommen. Diese beinhaltet ebenfalls drei Songs, und auch gleich beim ersten, "The house of funerary hymns" wird mehr als deutlich, dass die Band ihr spielerisches Können noch nicht ausgeschöpft hat. Langsame Instrumente, Flüster-Stimmen und auf einmal ein plötzlicher Ausbruch, ein Schrei und über geht es in einen düsteren, eher depressiven Schwarzmetall, der sich zwischen Slow- und Midtempo bewegt. Das Schlagzeug hämmert aber dafür ganz ordentlich. Hier kommt dann zur Mitte hin sogar Klargesang zum Einsatz. "In the sombre solitude" dagegen ist wieder eine schnelle Nummer und metzelt einfach nur alles erbarmungslos nieder, bietet jedoch sehr viel Rhythmus. Hier zeigt sich auch einmal mehr, dass die Instrumente sehr gut abgemischt wurden. Besonders erwähnenswert sei hier auch noch das Gitarrensolo und der anschließende, an frühere Graveland erinnernde Schlagzeugpart. Was dann folgt lässt einen unweigerlich an die okkulten Atmosphären der immer noch aktuellen Hetroertzen-Platte "Exaltation of Wisdom" denken. Den Rausschmeißer stellt "The gates of eden are too narrow" dar, welcher gesanglich sowie instrumental wieder eher dem schnelleren Suizid Black Metal zuzuordnen ist und mit seinen knapp 12 Minuten Spielzeit auch noch einmal ein paar markante Stile dieses Albums in sich vereint. Sehr gelungener Abschluß.

Fazit:
Ein sehr gutes Album! Wer sich damit anfreunden kann, dass hier viele verschiedene Stile des Black Metal zusammengetragen werden, ist hier genau richtig. Ob man seine Musik jetzt eher depressiv, suizidal, tiefschwarz und okkult oder misanthrophisch mag - hier wird einem eine Menge geboten. Ich bin auch einmal mehr angenehm von der spanischen Black Metal-Szene überrascht, die ja eindeutig doch noch brauchbare Musikkapellen hervorzubringen scheint. Kaufempfehlung meinerseits - Daumen hoch!

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. The Sense of No Being
A-02. How Far I Am from All
A-03. The House of Funerary Hymns
B-04. Regret, From Nothing in Its Self
B-05. In The Sombre Solitude
B-06. The Gates of Eden Are Too Narrow

Laufzeit: ca. 45 Minuten

Samstag, 10. August 2013

Review-Special zu der Musik von...

Vor schon einiger Zeit erhielt ich ein umfangreiches Paket mit schwedischen Underground-Bands. Einige davon habe ich auch schon zureichend hier besprochen. So wie die verschiedenen Alben von Kaos Sacramentum, Acerbitas oder auch Grav. Warum mir Svartrit durchgegegangen sind, weiss ich allerdings im nachhinein auch nicht zu sagen. Deshalb möchte ich das mit diesem Rundumschlag-Review nun nachholen... die einzelnen Besprechungen werden vielleicht nicht so ausführlich sein wie sonst, aber es sei bereits gesagt, dass es sich hier um eine sehr authentische Black Metal-Band handelt, die den alten nordischen Geist in Ehren hält...

Mystery of Death Prod.
Beginnen wir am Anfang. Und am Anfang stand dieses Werk des Duos aus Schweden, welches schlicht den Titel "I" trägt. Veröffentlicht im Jahre 2010 wurde das Gespann dann auch noch durch sage und schreibe drei Session-Musiker begleitet, wahrscheinlich um die ganze Angelegenheit etwas authentischer und druckvoller klingen zu lassen... die Mühe hat sich auf jeden Fall gelohnt.






So kann ich dieses Album durchweg und uneingeschränkt all' jenen empfehlen, die mal wieder Lust haben, ein durchweg nordisch geprägtes Black Metal-Album zu hören. Klar, dass Svartrit nordisch klingen, da sie ja auch aus Schweden stammen. Doch was hier zelebriert wird, lässt an die alten, von Mystik und Okkultismus durchzogenen Zeiten des Black Circles denken. Unweigerlich. So klingen Svartrit auch nicht unbedingt typisch für Schweden. Wobei sich ein gewisser Einschlag alter Dissection-Werke nicht leugnen lässt. Auch alte Bands aus Norwegen und vor allem auch aus Finnland dürften hier Pate gestanden haben, ohne diese jedoch zu kopieren oder überhaupt den Versuch anzustellen, diese kopieren zu wollen. Svartrit klingen so nostalgisch, dass es einem das Herz bluten lässt - und dann gleichzeitig aber auch wieder so erfrischend eigenständig und ausgereift, dass man meinen könnte, diese Band hätte sich zu Beginn der Mitt-90er gegründet und ihren Stil seitdem nur noch druckvoller gemacht, ohne vom Grundprinzip auch nur ein Stück abzuweichen. Einfach ein perfektes Underground Black Metal-Album, welches man nicht haben kann und haben sollte, sondern haben MUSS! Allerdings könnte sich das als sehr schwierig erweisen, da die CD ihrerseits schon nur auf 500 Stück limitiert war und meines Wissens nach mittlerweile beim Label restlos ausverkauft ist. 2012 wurde das Album jedoch noch einmal in einer neuen Auflage auf LP (weißes Vinyl, 150 Exemplare) über das Label Ancient Records erneut veröffentlicht. Diese Auflage ist jedoch inzwischen auch schon restlos ausverkauft.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro
02. Svartrit
03. Svarthetens ridå
04. Mänsklighetens fall
05. Svart solsken
06. Þewaz af abgrundjaz
07. Magiska riter
08. Jätten
09. Ondskans redskap
10. Dödens svarta nyckel
11. Genom dödens portar

Laufzeit: ca. 41 Minuten


Mystery of Death Prod.
 Mit "II", wie man das zweite Werk schlicht benannte, baute man seinen bereits auf "I" zelebrierten Stil noch etwas aus. So ist der Gesang hier etwas fascettenreicher, es geht nicht mehr allzu räudig zur Sache, sprich man konzentriert sich hier mehr auf das allseits beliebte hymnische Midtempo, welches auch schon einmal in schnellere Gefilde ausarten darf.






Zur Seite standen den beiden Herren bei diesen Aufnahmen ebenfalls wieder drei weitere Musiker, von denen jedoch nur vier portraitiert wurden. Egal. Widmen wir uns gleich wieder der Musik: die bewegt sich, wie schon erwähnt in ähnlichen Gefilden, wie auf "I". Doch hört man sich hier wirklich vermehrt explizit nach Schweden an. Diese Atmosphären, die hier erzeugt werden, sind derart intensive Erfahrungen (einlassen auf die Musik vorausgesetzt), dass es einem in einer Tour fröstelt und ein Schauer dem anderen folgt. Hommagen an alte Dissection lassen sich in kurzen Passagen ebenfalls so ausmachen, wie eine Ehrerbietung an Mayhem zu "De Mysteriis Dom Sathanas"-Zeiten (hört euch "Labyrinth of Death" an und sagt mir, woran euch der krasse Mittelteil erinnert). Auch dieser rituell anmutende Kehlkopfgesang in "The Venom Fangs of Hell" muss hier erwähnt werden. Zudem werden die Songs mit jeder Drehung der Scheibe im Spieler schneller. Und diese dunkle Erhabenheit, welche diese Kompositionen zu erzeugen vermögen, sind schlicht und ergreifend als genial, authentisch und mitreißend zu bezeichnen. Das ist für mich ein wahres Herzstück an Black Metal. Musik über den Tod, für den Tod. Den Tod zu empfangen und zu geben. Fuck... solche intensiven Gefühle hatte ich lange, lange Zeit nicht mehr beim hören eines solchen Werkes. Svartrit für mich spätestens nach "II" mit nichts, aber auch gar nichts mehr vergleichbar, was ich bisher gehört habe. Abermals ist die CD hier auf 500 Stück limitiert gewesen, ist aber inzwischen ebenfalls ausverkauft beim Label. Auch das zweite Werk wurde von Ancient Records auf LP veröffentlicht, limitiert auf 150 Exemplare und ebenfalls komplett vergriffen.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro
02. Black Stars of Death and Wisdom
03. A Labyrinth of Death
04. Domedagens tid (Ragnarök)
05. The Venom Fangs of Hell
06. Ginnungagap
07. Avgrundshymner
08. Varulvsnatt
09. Unholy We Are
10. Över en blodröd horisont
11. Outro

Laufzeit: ca. 36 Minuten


Mystery of Death Prod.
 "III" ist nun das dritte Werk des Duos aus Schweden, welches hier lediglich durch einen Session-Schlagzeuger unterstützt wurde. Tut der Musik dennoch keinen Abbruch. Es fallen zwar so gut wie alle Keyboard-Passagen weg, dafür steht hier aber wieder die wilde Räudigkeit ganz klar im Vordergrund.







Der Black Metal ist daher abermals sehr nordisch geprägt, bietet hier jedoch auch ruhigere Passagen wie bei "Till Elder Ära". Wer jedoch denkt, dass es nun ruhiger um die Band wird, hat sich getäuscht, wie man schon beim nächsten Hammer "De Mörka Gudarna" unter Beweis stellt, der dazu noch eine der wenigen vorhandenen okkulten Keyboard-Passagen inne hat. Auch das Glockenspiel in "Eder Slav" trägt zur sehr intensiven, dunklen Atmosphäre bei. Interessant sind auch die beiden eher heidnisch anmutenden Bonusstücke. Die limitierte CD (wieder 500 Stück) erschien, wie die anderen, bei Mystery of Death Productions und ist restlos ausverkauft. Wie die beiden anderen Werke zuvor, wurde auch diese CD vergangenes Jahr von Ancient Records als eine auf 150 Stück limitierte weiße LP veröffentlicht, welche aber inzwischen auch restlos verkauft ist.

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro
02. Till eder ära
03. De mörka gudarna
04. Den inre svarta flamman
05. Eder slav
06. Undergången nalkas
07. Mörkhetens domäner
08. Mörkhetens gravfält

Laufzeit: ca. 34 Minuten


Mystery of Death Prod.
Kommen wir zum vorerst letzten Werk aus der Feder der Schweden von Svartrit. Dieses trägt den Namen "Svarthetens Rida" und stellt laut den Metal-Archiven eine Zusammenstellung zweier älterer Demos der Band dar, die bereits aus den Jahren 2004 und 2005 stammen. Keine Ahnung, was an der Geschichte dran ist - ist mir gelinde gesagt aber auch ziemlich latte. Die Band wird hier als fünf-köpfig aufgeführt, wobei die letzten drei Aufgeführten scheinbar erst bei der zweiten Session mit von der Partie waren.



Was ich gleich festhalten muss: für Demo-Aufnahmen klingt das hier verdammt geil und erinnert einmal mehr an den guten nordischen Black Metal der aufkommenden Mitt-90er Jahre. Es geht, gleich den übrigen Veröffentlichungen, ordentlich zur Sache. Dabei wird sehr viel auf düstere Melodie-Verläufe gesetzt, und die Dunkelheit, die hier erzeugt wird, droht einen förmlich zu verschlingen. Der Anfang, sowie auch auch mehrere Passagen von "Funeral Of All Worlds" hätten so auch von älteren Dimmu Borgir-Scheiben stammen können (ich meine die wirklich alten, als die Band noch hörbar war), während mich "Deliver My Veil Soul" stark an ältere Werke von Dark Funeral erinnert. Jedenfalls ist das hier eindeutig melodisch geprägter als die restlichen drei Veröffentlichungen "I" - "III". Ich denke, gerade das wird vielleicht auch nicht jedem gefallen. Keine Frage, dass sich das Material von "Svarthetens Rida" gleichwohl klasse anhört, jedoch fehlt hier eindeutig noch der spezielle und ausgeprägte eigenständige Touch in der Spielweise, der auf den restlichen CDs zelebriert wurde. Nichtsdestotrotz, ein Must-Have-Album - und sei es nur, um die Sammlung zu komplettieren! Die CD wurde ebenfalls auf Mystery of Death veröffentlicht, Auflage 500 Stück. Das LP-Release erfolgte hier bereits im Jahr 2011 über Triumph of Death und war limitiert auf 250 Exemplare. Klar, dass auch diese Auflage heutzutage restlos vergriffen ist.

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Bortom Ljusets Räckvidd
02. Tronar på Mörkrets Makter
03. Funeral of All Worlds
04. Deliver My Vile Soul

Laufzeit: ca. 17 Minuten


Fazit zu Svartrit im allgemeinen:
Bei dieser Band handelt es sich um eine der wirklich sehr selten gewordenen Besonderheiten heutzutage, was authentischen Underground Black Metal anbelangt. Interessant dabei ist, dass Svartrit eigentlich nur eins von vielen Projekten von Sir N. ist, sich jedoch musikalisch, wie alle anderen seine Projekte auch, ziemlich zu den anderen unterscheidet. Ist es so z.B. bei Kaos Sacramentum eher ein satanischer, militanter Black Metal, so ist es bei Svartrit vor allem die okkulte und nostalgische Melodieführung, dieser Gedanke an das Alte, das Vergangene, die Dunkelheit und den Tod, was den Reiz ausmacht. In meinen Augen eine der besten Black Metal-Kombos, die sich derzeit im Underground tummeln und sich, jedenfalls laut Info aus den Metal-Archiven, noch nicht aufgelöst haben. Wenn ihr die Möglichkeit habt, an eins odere mehrere Werke dieser Band zu kommen, zögert nicht, sondern greift zu, bevor es zu spät ist!

Review: Drengskapur - Der Urgewalten Werk (LP, Eigenproduktion/Revolvermann Records)

Das neueste Werk der berliner Black Metal-Urgewalt Drengskapur ist auch seit mehreren Wochen draußen und kam sogar in den Genuß einer Veröffentlichung auf Vinyl. Da konnte ich natürlich nicht nein sagen, hehe. Was sich letztlich auf dem nunmehr dritten Voll-Album im Gegensatz zu den beiden vorhergegangenen getan hat, lest ihr nun in folgenden Zeilen...






Zunächst kann man wohl festhalten, dass Drengskapur ihrem Stil und somit auch sich selber weiterhin treu bleiben. Was hier dargeboten wird, ist eine Mischung aus recht rhythmischen Black Metal mit einer Prise Pagan. Wobei sich der heidnische Anteil zumeist auf die eher heimatlichen und naturverbundenen Texte beschränkt. Doch auch tauchen hier und da schon einmal akustische Gitarren auf. Aber dominierend ist hier natürlich mal wieder der Black Metal, der stets erhaben und mit einer gehörigen Portion Wildheit aus den Boxen erschallt. Dazu sehr passend wie immer der keifende Gesang von Sänger Wintergrimm. Trotzdem ist "Der Urgewalten Werk" wesentlich mehr als ein erneuter Aufguss von Altbekanntem. Denn man kann der Band schon attestieren, dass sie sich hier nochmals zum vorherigen Album "Von Nebel umschlungen" weiter entwickelt haben. So sind die regelrecht epischen Längen der Lieder mit 10 - annähernd 13 Minuten weiterhin vorhanden (neben kurzem Ein- und Ausklang werden ganze vier Lieder mit entsprechender Spieldauer dargeboten), jedoch wird man hier nicht müde, sich diese von vorne bis hinten durch anzuhören, was ja noch auf dem direkten Vorgänger stellenweise doch noch etwas langatmig ausartete. Dabei kann ich gar nicht einmal mit Sicherheit ausmachen, voran es genau liegt. Vielleicht liegt der Hund doch in den noch feiner ausgearbeiteten Details innerhalb der Songs, wie Tempowechseln, den bereits erwähnten akustischen Passagen, eingebauten Breaks, instrumentale Solo-Passagen usw. usf... begraben.

Fazit:
Sei es nun "Erhaben Erdengrund", "Wilde Fluten", "Vom Sturme gepeitscht" oder "Entflammt" - jeder einzelne Song hat mal wieder etwas für sich, und jeder, der die Band von ihren vergangenen Werken her bereits kennt, kann und sollte hier bedenkenlos zugreifen. Mich jedenfalls hat das Album von Anfang an gefesselt und bis zum Ende mitgerissen. Etwas, was bei mir längst nicht jede Band vollbringt. Und schon gar nicht, wenn sie aus Deutschland kommt. Die Heimat brachte jedenfalls in jüngster Zeit mehr Enttäuschungen zu stande, als dass es etwas wirklich Erfüllendes zu vernehmen gab. Da stellen Drengskapur eine wohltuende Ausnahme dar und lassen mich anno 2013 doch noch etwas hoffen, was Deutschen Black Metal angeht. Das Album kommt als selbstproduzierte CD (limitiert auf 500 Exemplare) und als die hier besprochene LP-Fassung daher, welche ebenfalls auf 500 Stück limitiert ist. Die LP kommt mit einem schwarzen Schutzumschlag und inklusive einem Textblatt (beidseitiger Druck), zudem werden die ersten 50 Stück zusätzlich mit einem Aufnäher ausgeliefert - dafür enthält die LP jedoch nicht das Bonuslied der CD in Form eines Maniac Butcher Covers (welches ich bisher nicht kenne, welches jedoch vom Stil her wie die sprichwörtliche Faust auf's Auge zu der Band passen würde). Zu beziehen direkt bei der Band unter www.drengskapur.de.

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
A-01. Ursprung
A-02. Erhaben Erdengrund
A-03. Wilde Fluten
B-04. Vom Sturme gepeitscht
B-05. Entflammt
B-06. Vereint

Laufzeit: ca. 47 Minuten

Review: Graveland - Thunderbolts of the Gods (CD, No Colours Records)

Endlich. Nach schier endlos erscheinenden Ankündigungen und Verschiebungen ist es nun erhältlich. Die Rede ist natürlich von dem neuen Album des polnischen (Black/Pagan) Metal-Urgesteins Graveland. Ich weiß eigentlich auch gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal von dieser Ein-Mann-Band gehört habe, bin mir aber ziemlich sicher, dass es sich dabei um die Split mit Kreuzfeuer handelt, die ich damals ja auch schon nicht schlecht fand (wie hier nachzulesen). Nun, mal gespannt, was das neue Album bereit hält...



"Thunderbolts of the Gods" präsentiert sich auf den ersten Blick wie jedes vorhergegangene Werk der jüngeren Vergangenheit Gravelands. Soll heißen: Pagan, wohin man auch blickt und hört. Das Artwork ist mal wieder gewöhnungsbedürftig ausgefallen und für meine Verhältnisse sowieso viel zu farbenfroh, jedoch nicht so schlimm wie noch das letzte Album "Spear of Heaven". Daher schon eine positive Entwicklung in visueller Hinsicht. Doch darauf kommt es letztlich ja auch nicht wirklich an. Viel wichtiger ist die Musik. Und die wird die geneigte Hörerschaft (mal wieder) spalten... da bin ich mir jedenfalls ziemlich sicher. Einerseits bietet Darken natürlich wieder althergebrachtes und längst bekanntes. Ich denke, es ist auch verdammt schwierig, bei diesem Stil etwas wirklich neues zu bieten. Aber habe ich persönlich auch so den Eindruck, dass Graveland auch gar nicht anders klingen will. Dabei geht es bei den ersten zwei Stücken richtig zur Sache. Besonders das Schlagzeug kommt richtig wuchtig und donnernd rüber. Das ist zwar nicht ganz von der Qualität, die man mit dem Lied der Split-Veröffentlichung bot, doch auf jeden Fall noch wesentlich besser als alles, was ich mir auf dem letzten Album anhören musste. Mit "Possessed by Steel" überspannt man den Bogen in meinen Augen aber ein wenig. Mit dem anfänglichen Chor wirkt das geradezu mainstreamhaft und der Chor im nächsten Lied "Chamber of Wicked Tears"... ich sag' nur der Graf of Deutsch-Gothic-Schlager lässt grüßen. Uargh... da läuft es einem kalt den Rücken herunter! Dabei ist der Rest des Liedes gar nicht mal verkehrt. Auch "Wolf of the North" kann da nur noch bedingt in der zweiten Hälfte wirklich überzeugen. Es folgt ein Chor-Outro, das war's auch schon.

Fazit:
Ja... was soll ich nun hierzu sagen? Es sind durchaus Ansätze erkennbar, die das Ganze noch aufwerten - auch scheint hier und doch auch mal ein (kleines) Fitzelchen alter Graveland durch. Aber - und das ist ein großes ABER - alles hier hört sich einfach zu sauber, zu sehr auf Hochglanz poliert, zu warm und zu weichgespült an. Die Chöre hören sich stellenweise grauenhaft, und - was noch viel schlimmer ist - unpassend an. Auch dieser allmähliche Mainstream-Touch, den sich die Band bzw. Rob Darken aneignet findet keinen rechten Anklang bei mir. Es existieren durchaus zwei, drei gute Songs, aber insgesamt betrachtet ist "Thunderbolts of the Gods" einmal mehr Zeugnis dafür, dass sich das Projekt Graveland inzwischen mehr als nur selbst überlebt hat. Wer das Album haben möchte, bestellt sich dieses am besten direkt im Laden von No Colours. Gibt's wahlweise als CD und LP (natürlich wieder jeweils in den Vinyl-Farben schwarz, weiß und rot).

4.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Possessed by Steel
02. Thunderbolts of the Gods
03. Chamber of Wicked Tears
04. Wolf of the North
05. Red Polaris
06. When Hammer Shines (Outro)

Laufzeit: ca. 43 Minuten