Sonntag, 28. Juli 2013

Preview: Mortis Mutilati - Nameless Here For Evermore (CD, Naturmacht Productions)

Mortis Mutilati nennt sich eine noch relativ junge Ein-Mann-Band aus Frankreich und zelebriert eine eher depressive und düstere Form des Black Metal. So benennt man seinen Stil dann selbst auch Funeral Black Metal. Gegründet wurde das Projekt 2011 und es handelt sich bei der CD "Nameless Here For Evermore" um das erste Voll-Album, nachdem man in der Vergangenheit bereits zwei Demos, sowie eine Split und unter dem Label Naturmacht ein Tape veröffentlichte.




Bis dato war mir die Band absolut kein Begriff, was im nachhinein wirklich schade ist. So kann ich gleich zu Anfang festhalten, dass sich die Band, gerade im Bereich des eher depressiven Black Metal erfreulich vom Durchschnitt abhebt. Kein weinerlicher Emo-Scheiß. Kein tuntiges Rumgejammere. "Nameless Here For Evermore" bietet von der ersten Sekunde nach dem instrumentalen Einklang bis zum letzten Lied (insgesamt gibt es derer, exklusive Ein- und Ausklang, sechs Stück) grundsoliden Black Metal, der typisch französisch klingt und hier und da auch einige sehr schöne Hommagen an Les Légions Noire bereit hält. So bietet z.B. der Song "Neige de sang" auch eine okkult wirkende Ambient-Passage - auch die eher melancholische Grundatmosphäre, die durch die eher getragene Darbietung der Musik erzeugt wird, erinnert an alte französische Kombos der aufkommenden Früh- bis Mitt-90er Untergrund-Szene. "Way To End Your Useless Life, Partié I" ist in diesem Sinne wohl die Hymne der Band und in der Beziehung dürfte mit dem Titel wohl auch schon alles gesagt sein. Auch wieder ein sehr schönes Beispiel dafür, dass depressiver Black Metal nicht zwangsweise extrem langsam, schnulzig und memmenhaft vorgetragen werden muss - denn hier fegt das Schlagzeug einfach mal alles weg! Der darauf folgende zweite Teil beinhaltet dann auch noch einen kurzen akustischen Part zur Mitte hin. "Quoth The Raven, Nevermore" bietet einen ebensolchen Part auch als Einklang, bevor er dann in die Vollen geht und beinahe, ich würde schon sagen, den brachialsten Song des Albums darstellt. Trotzdem bleibt es immer auch auf eine Weise melodisch und rhythmisch.

Fazit:
Ja, mit diesem Album hat Mortis Mutilati sich die Messlatte für alle seine kommenden Werke extrem hoch angesetzt. Auch wenn es sich hier um das erste Voll-Album des Herren handelt, so wirkt es doch schon dermaßen ausgereift, dass man nicht nur meinen könnte, dass hier nicht bloß ein Mann am Werk ist, sondern auch dass dieser bereits seit den 90ern mit dieser Band aktiv ist und immer noch diesen alten Stil zelebriert. Wohlan, mir gefällt mit Sicherheit nicht alles an dem Album, aber die wenigen Kritikpunkte lassen sich sehr leicht verschmerzen. Ein depressives Black Metal Album, wie ich es haben möchte. Fies, düster und krank. In meinen Augen schon jetzt eines der Top6-Alben diesen Jahres! Die CD erscheint in zwei Tagen und wird auf 300 Exemplare limitiert sein. Das Album ist aber schon seit geraumer Zeit im Laden von Naturmacht Productions vorbestellbar. Bei einem Preis von 10,- Euro ist eine Kaufempfehlung meinerseits ganz klar ausgesprochen!

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Intro
02. Nameless Here for Ever More
03. Neige de Sang
04. Way to End Your Useless Life, Part I
05. Way to End Your Useless Life, Part II
06. Obsèques
07. Quote the Raven, Nevermore
08. La lanterne des morts

Laufzeit: ca. 46 Minuten

Review: Frozen Ocean & Petrychor - Autumn Bridges Split (CD, Wolfsgrimm Records)

Mit diesem Split-Album präsentiert sich eine neue Veröffentlichung aus dem Hause Wolfsgrimm Records. Und dabei handelt es sich zweifelsohne um ein sehr internationales Release. Deutsches Label, Petrychor aus Amiland und Frozen Ocean aus Russland. Letztere konnte man ja schon einmal auf dem Label begrüßen, und so lange ist meine Besprechung ihrer CD "A Perfect Solitude" (gibt es hier zu lesen) ja auch noch nicht her. Von Petrychor indes habe ich bisher noch nichts vernommen, allerdings bin ich bei etwas Recherche über erstes Album gestolpert, was mit Sicherheit auch baldig hier erwähnt werden wird...


Zunächst präsentiert das Ein-Mann-Projekt Petrychor dem geneigten Hörer seinen Beitrag zu dieser Split. Dieser nennt sich "Tomorrow It Will Rain Over Bouville" und geht schon einmal etwas mehr als 13 Minuten. Keine schlechten Vorraussetzungen also - muss nur noch die Musik passen. Und die passt glücklicher Weise auch. Es beginnt ambientlastig, bekommt dann mit seinem akustischen Gitarreneinsatz einen leichten paganen Touch und geht dann über in einen schnell gespielten atmosphärischen Post Black Metal, der mich an die Black Metal-geprägten Lieder von bspw. Alcest erinnert. Auch Reverenzen zum "Stillhallen"-Album der deutschen Band Deathgate Arkanum lassen sich heraus hören. Aufgefrischt wird das Geschehen durch immer mal wieder einsetzende instrumentale Passagen an Gitarre und Keyboard. Insgesamt gesehen ein sehr intensives Stück mit einer eingängigen Melodie und einem einprägsamen Rhythmus, der einen einfach bis zum ambienten Ausklang mitreißt.

Die beiden letzten Lieder der CD steuert dann die russische Ein-Mann-Band Frozen Ocean bei. Nach einem eher schon fast gemächlichen Anfang  geht "To Drown In Hoary Grass" auch gleich in die Vollen. Krätchzender Gesang, peitschendes Schlagzeug, stürmische Gitarren, die nach vorne preschen. Und trotz allem noch sehr melodisch, atmosphärisch und irgendwie erhaben. Es lohnt sich auch, genauer hinzuhören, denn hier und da wurden doch ein paar nette Details und Spielereien eingebaut, wie z.B. Gitarrensoli, Ambient- und Akustikpassagen, Chöre und Klargesang. Dennoch finde ich, dass Frozen Ocean hier ein wenig hinter dem Petrychor-Beitrag zurück bleibt. Das liegt aber auch vor allem an ihrem nächsten Lied, dem reinen Instrumental "Autumn Bridges", welches zwar durchaus soliden atmosphärischen Ambient Black Metal bietet, jedoch mit seinem Elektroeinfluss im letzten Drittel so einiges kaputt macht. Nein, mit so etwas kann und konnte ich mich auch noch nie anfreunden.

Fazit:
Der Ami von Petrychor hat mich mit seiner musikalischen Darbietung wirklich überrascht. Eines der besten Lieder dieses Stils, welches in letzter Zeit gehört habe. Großartig! Es wäre gelogen, wenn ich Frozen Ocean attestieren würde, dass sich die Musik konsequent weiterentwickelt hat. Das hat sie nicht. Geboten wird der bekannte Stil, den man ja schon von vorhergegangenen Veröffentlichungen her gewohnt ist, was jetzt auch nicht unbedingt schlecht ist - und es sind ja immer noch ein paar der erwähnten Details eingefügt, die das Ganze doch noch etwas aufwerten. Allerdings ist das Instrumental für mich (zumindest die Elektrospielereien) der Griff ins Klo. Insgesamt ist diese Split-Veröffentlichung (vor allem wegen der Petrychor-Darbietung) aber eine grundsolide Sache für alle, die sich für atmosphärischen Ambient Black Metal mit Post-Einfluss begeistern können. Jedoch für Puritisten wie immer nicht wirklich geeignet. Limitiert ist die CD, wie bei Wolfsgrimm üblich, auf 300 Stück (nicht durchnummeriert) und können bei wolfsgrimm-records.de oder direkt unter wolfsgrimm@web.de bestellt werden.

7.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
Petrychor
01. Tomorrow It Will Rain over Bouville
Frozen Ocean
02. To Drown in Hoary Grass
03. Autumn Bridges

Laufzeit: ca. 23 Minuten

Donnerstag, 11. Juli 2013

Review: Thromos - Haures (CD, Self Mutilation Services)

Thromos, Runde drei! Diesmal handelt es sich um das neuste Werk des deutschen Duos. Das aktuelle Album hört auf den Namen "Haures" und wurde unter dem Banner von dem mexikanischen Label Self Mutilation Services veröffentlicht. Leute, also echt... ist das euer Ernst? Wie kann man noch bei diesem Label veröffentlichen? Hat sich kein heimischer Interessent gefunden? Seit ich die Sache mit Selvmorrd erfahren habe, ist das Label jedenfalls bei mir noch weiter unten durch als eh schon...





...aber darum soll es ja nun nicht gehen. Sondern vielmehr um die Musik des aktuellen Werkes der Band. Was direkt beim ersten Hörgang auffällt... die Produktion ist etwas holprig. Die Instrumente scheinen nicht wirklich stimmig abgemischt worden zu sein, das Schlagzeug kommt ziemlich dominant rüber, während sich der Rest eher im Hintergrund abspielt, der etwas nach Halle und dunklem Kellergewölbe klingende Gesang geht aber durchaus für eine Veröffentlichung dieser Art in Ordnung. Auch ist das ganze jetzt nicht dermaßen vermurkst, dass man nicht viel mehr als ein stetes Rauschen ausmachen würde. Auch wenn es einigen vielleicht so vorkommen mag. Auf "Haures" präsentiert sich die Band einmal mehr sehr der alten Schule verschrieben und glänzen mit ihrer Art eines authentischen Black Metals, wie es ihn heute leider viel zu selten zu hören gibt. Gesungen wird auch wieder rein in deutscher Sprache, was den Gesamteindruck nur noch mehr bestätigt. Geboten wird zwischen Kälte, Finsternis, Misanthropie, Okkultismus und Melancholie, sowie selbstzerstörerischer Todessehnsucht eigentlich alles an Emotionen, was das Herz eines jeden 'wahren' Anhängers des Kultes Black Metal berühren dürfte. Allein schon diese Titel wie "Reisend durch Ewigkeiten", "Mortifer" oder "Opferblut für die Geister"... was vielleicht klischeehaft wirkt, wird in der Tat konsequent und ernsthaft umgesetzt. Und das ist der springende Punkt: es gibt heutzutage einfach nicht mehr viele Bands, denen man wirklich abkauft, dass sie auch das leben, was sie durch ihre Musik zu verkörpern versuchen, sei es durch zu viel Ironie, der fehlenden Ernsthaftigkeit oder durch zu viele genrefremde Einflüsse... doch was Thromos hier wieder einmal abgeliefert haben, vermag ich als die wahre Essenz von Black Metal, so wie ich ihn verstehe und auffasse, zu bezeichnen.

Fazit:
Insgesamt betrachtet ist das Album durch seine etwas unglückliche Produktion in meinen Augen nicht derart intensiv, wie es "Alte okkulte Macht" oder "Hexenkult" waren. Nichtsdestotrotz handelt es sich hier um ein durch und durch authentisches Black Metal-Album, welches in seiner Aufmachung, seiner Titel und seiner Texte eine große Tributzollung an diesen Kult darstellt (vor allem an die jüngere Zeit der nordischen und deutschen 'Szene' um 1994). Limitiert ist die CD auf 500 Exemplare, wie bei S.M.S. üblich nicht durchnummeriert (auch nicht mit Blut, hehe).

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Tempel des schwarzen Lichts
02. Haures
03. Reisend durch Ewigkeiten
04. Okkult
05. Mortifer
06. Opferblut für die Geister
07. Satans Sphären
08. Unbetitelt

Laufzeit: ca. 54 Minuten

Mittwoch, 10. Juli 2013

Review: Aloeswood & Desiderium & Sagas & Wolfthorn - Winter Hymns Split (Digitales Album, Eigenproduktion)

Von dem Debüt-Werk der englischen Band Aloeswood bin ich immer noch ziemlich beeindruckt. Endlich eine Band, die es neben Alcest versteht, wirklichen Black Metal mit Shoegaze zu verbinden - wobei Alcest in der Hinsicht mit ihrem letzten Album auch ziemlich nachgelassen hatten, und einen Black Metal-Anteil eigentlich nur auf ihrem zweiten Longplayer präsentierten. Hier bietet Aloeswood zwei weitere Lieder, Desiderium bietet einen Song, Sagas und Wofthorn (nicht die Deutschen!) bieten jeweils zwei Lieder....



Beginnen wir mit Aloeswood: Mit "Winter" geht es auch gleich ohne Intro-Part in die Vollen. Die Instrumente brausen und donnern los, als gäbe es kein Morgen, und so erinnert man schnell und gerne an so manch' ost-europäische Black Metal Band. Dieser Eindruck setzt sich dann auch fort, auch wenn die Gitarrenläufe mit der Zeit rhythmischer und gediegender werden. Der Gesang jedoch ist auch wieder ganz klar als äußerst grimmiger Black Metal zu identifizieren, und der von mir bereits angebrachte Vergleich mit Immortal drängt sich erneut auf. In der fünften Minute nimmt die Geschwindigkeit gänzlich ab und es wird sogar etwas doomig-angehaucht, bevor es denn wieder rasend wird - doch nach einer Weile setzt wieder ein Wechsel ein, der dann schließlich in ein für Shoegaze typisches langgezogenes Gitarrenspiel übergeht. Auch dieses Instrument ist in seiner verzerrten Darbietung eindeutig dem Black Metal zuzuordnen. So langsam gesellt sich noch eine rhythmische Gitarre hinzu und es setzt nach und nach ein Schlagzeug-Spiel ein, welches dann letztlich in einem wahren Sturm Marke "Winter" von der Nargaroth "Jahreszeiten"-Scheibe gipfelt und das Ganze dann in einem eher instrumentalen Black Metal Shoegaze-Part enden lässt. "Sowilo Rune" fängt akustisch an, bietet dann psychedelischen Rock, geht über in Black Metal und bietet zum Ende hin dann sogar noch Ambient-Passagen ala Burzum. Naja, das hätte man sich auch sparen können - den Ambient meine ich.

Kommen wir zu Desiderium. Das Soloprojekt kommt aus Amiland und bietet mit seinem Beitrag "Thousand Year Winter" einen knapp neun-minütiges Lied, welches sachte beginnt, mit dezenten Instrumenten und einem harmonischen Klargesang. Nach knapp zwei Minuten jedoch kippt die Stimmung plötzlich und was folgt ist ein erfreulich kalt klingender Black Metal mit leichten Anleihen an das Melodic-Genre. Dabei erinnert er verstärkt an nordische, vornehmlich schwedische, Bands der Mitt-90er. Ein wenig Shoegaze wird auch hier zum Ende hin geboten, dies sollte aber auch einen absoluten Verächter des Genres nicht stören.

Es folgt mit "Long Awaited Decree of the Stars Aflame" der erste Beitrag von Sagas. Ein Instrumental im Mittelalter-Stil. Als Überleitung zu dieser Band genau passend. "Overwhelming Grief upon us on our March Towards the Inexorable" ist dann der 'richtige' Liedbeitrag der Gruppe. Keine Ahnung, was für ein Projekt Sagas ist, es ist nirgendwo wirklich verzeichnet. Geboten wird hier eine Mischung aus Medival, Orchester, Funeral Doom / Black Metal und epischer Soundtrack-Musik. Das erinnert ein wenig an die Amis von Wraith Of The Ropes und gleichzeitig irgendwie an Summoning und die Sountracks zu den Conan-Filmen. Auf jeden Fall eine sehr interessante Mischung, die erstaunlicherweise sogar funktioniert. Nur etwas holprig ist es doch schon produziert. Aber immerhin wesentlich besser als die gesamte aktuelle Morrigan-Platte.

Kommen wir mit der Band Wolfthorn aus Großbritannien zu der letzten Gruppe der Split. Diese bieten ebenfalls zwei Lieder. "And For All Nights to Come" bietet einen aggressiven und rauen Mix aus Black/Death und etwas Viking Metal. Hört sich auf jeden Fall verdammt gut an, mit einer der besten Beiträge dieser Split würde ich sagen. "Sailing Ships and Burning Bridges" hingegen fängt sehr episch an und mausert sich zu einer ordentlichen Viking/Folk-Nummer. Die Gesangsaufnahmen sind jedoch in einigen Passagen als bedenklich zu bezeichnen, aber ok. Wer hier eine Überproduktion erwartet, ist sowieso fehl am Platze.

Fazit:
Was soll ich sagen?! Eigentlich eine Top-Split, die ich hier vorliegen habe. Wirkliche Ausfälle gibt es eigentlich nicht und hier ist eigentlich auch für jeden etwas dabei. Aloeswood bedienen den aggressiveren Teil der Shoegaze/Black Metal-Anhänger, Desiderium verneigen sich mit ihrem Beitrag vor den alten Bands, Sagas experimentieren wohl gerne und vermögen zu überraschen, und Wolfthorn stellen wohl das düsterste Material dieser Gemeinschaftsveröffentlichung dar. Die Split wird von den Bands als offizieller Download angeboten und enthält zwei Cover-Varianten sowie die Texte und Biographien jeder Band.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
Aloeswood
01. Winter
02. Sowilo Rune (Agalloch Cover)
Disederium
03. Thousand Years Winter
Sagas
04. Long Awaited Decree of the Stars Aflame
05. Overwhelming Grief upon Us on Our March Towards the Inexorable
Wolfthorn
06. And for All Nights to Come
07. Sailing Ships and Burning Bridges

Laufzeit: ca. 58 Minuten

Review: Totengeflüster - Vom Seelensterben (CD, Eigenproduktion)

Mal neues Futter für alle unter euch, die mit symphonischen Black Metal ala Cradle Of Filth zu ihrer "Dusk...", "Cruelty..." oder wegen meiner einer auch noch "Midian"-Zeit etwas anfangen können. Die Rede ist von der relativ jungen deutschen Band Totengeflüster. Das Debüt wurde von der sogenannten "Fachpresse" ja schon für gut befunden. Aber warum? Nur weil es sich hier um einen, wenn auch zugegebener Maßen sehr guten, Aufguß von etwas Altem handelt und es vielleicht auch darum schon wieder innovativ klingt? Meine Eindrücke zum Album nun in folgenden Zeilen...


Erst einmal kann ich Entwarnung geben. Ein hölzerner Klon alter Cradle Of Filth-Werke (die ich - musikalisch betrachtet - im übrigen sehr schätze!), im Stile von Bands wie die anfänglichen Hecate Enthroned aus England oder Darkness Of Blood aus Mexiko (kennt die überhaupt jemand?) ist "Vom Seelensterben" dann doch nicht geworden! Es findet sich zwar sehr viel Einfluss, das merkt man gerade in der Songstruktur und der Art wie der Gesang vorgetragen wird - aber ebenso lassen sich bei genauerer Betrachtung auch Anleihen an ihre Landsleute Nocte Obducta ("Begräbnisvermählung" oder auch "Taverne...") oder an das Debüt-Album der Österreicher Dornenreich ("Nicht um zu sterben") erkennen, wenngleich der Gesang in Sachen Grimmigkeit absolut nicht mithalten kann, wobei er durchaus schon gute Aspekte besitzt wie bei "Der Pakt", "Die strömende Erkenntnis", "Ein neuer Pfad" oder bei "Monolog im Mondschein". Alles andere ist zwar rein instrumental als gut zu bezeichnen, dümpelt aber eigentlich nur so vor sich hin. Was ich damit sagen will: es hat nichts wirklich besonderes zu bieten, weder großartige Emotionen, noch irgendwie etwas, was man nicht schon bei den anderen genannten Bands gehört hätte. Klar, das trifft zwar auf so ziemlich viele Bands, gerade im Black Metal, zu - aber trotzdem schaffen es dann doch eher die wenigsten, authentische Atmosphären und Emotionen zu erzeugen.

Fazit:
Totengeflüster bieten dem geneigten Hörer zwar viel Bombast und perfekt arrangierte Instrumente. Doch das reicht mir in diesem Fall nicht aus. Mir fehlt doch irgendwie die wirklich spürbare Emotion bei der Musik, die zwar durchkommt, jedoch nicht durchgängig präsent ist. "Monolog im Mondschein" bietet zwar Passagen, die auch durchaus von älteren Dornenreich hätten stammen können, "Der Pakt" oder auch "Die strömende Erkenntnis" zeichnen sich durch ihre brachialen und bedrohlichen Atmosphären aus, und der Bonus Song (eine orchestrale Version von "Monolog...") ist wirklich als melancholisch zu bezeichnen - der Rest jedoch bietet gerade einmal das 1x1 in Sachen symphonischer Black Metal, zwar wie gesagt im astreinen Klangbild, aber nicht wirklich von der Qualität, dass man sagen könnte "ja, ich höre gerade Totengeflüster", sondern eher nach dem Motto "ich höre gerade Black Metal mit symphonischen Einflüssen". Trotzdem - die Art von Musik verkauft sich ja allgemein immer recht gut, und vielleicht schaffen Totengeflüster ja in der Zukunft wirklich den Sprung zum richtigen Individuum... dann bin ich auch wieder dabei!

6.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Die Prophezeiung
02. Ein Traumgespinst
03. Ein Monolog im Mondschein
04. Gefronene Tränen
05. Vom Seelensterben
06. Der Pakt
07. Blutsegen - Die strömende Erkenntnis
08. Ein neuer Pfad
09. Im Tau der toten Morgensonne
10. Ein Monolog im Mondschein (Orchestral Version)

Laufzeit: ca. 46 Minuten

Montag, 8. Juli 2013

Review: Drowning the Light - Dead Soul Requiem (EP, Obscure Abhorrence Productions)

Endlich mal wieder etwas neues von Drowning the Light... hatten wir ja auch schon länger nicht mehr. Dabei schätze ich eigentlich durchaus die Musik dieser Australier. Naja, mal mehr - mal weniger. Bei der wahren Veröffentlichungsflut die vergangenen Jahre (welche aber noch nicht im entferntesten an das mittlerweile doch recht grottige, bzw. sehr zahnlose Projekt Moloch aus der Ukraine heranreicht!) muss ja zwangsweise immer mal wieder Scheiße mit dabei sein. Nun präsentiert man mit "Dead Soul Requiem" Anno 2013 eine neue EP...





...und die hält gleich ein kleines Schmankerl bereit: die nostalgische und melancholische instrumnetale Black Metal-Atmosphäre der Australier gepaart mit dem Gesang von Ash aka Kanwulf aka Mr. Wagner von Nargaroth. Ja, bei der Veröffentlichung könnte man sogar über die Blapshemie des immer noch aktuellen Nargaroth-Albums "Spectral Visions..." hinweg sehen. Könnte man. Ich bin ja mal verdammt gespannt, ob man sich mit dem neuen Album doch noch einmal mehr zurück auf seine Wurzeln besinnt. Live ist Nargaroth jedenfalls immer noch eine Macht, ohne Wenn und Aber. Doch zurück zu vorliegender EP. Die kommt als 7'' Vinyl mit zwei Liedern daher.

"Dead Soul Requiem", das Titellied zeigt gleich zu Anfang die Stärke dieser Kombination auf. Der eher traurig bis melancholisch wirkende Schreigesang passt hervorragend ins eher triste atmosphärisch betonte Klanggewand. Musik, geschrieben und gewidmet der Mystik der Nacht. Eine Ode an die Melancholie, an den Schmerz, die Leere des Seins. Beeindruckend!

Kurz die Seite gewechselt und es erklingt auch schon "Sing You To Me". Dieser Song erinnert mich in seiner Intensität sehr stark an Nargaroth's "Seven Tears Are Flowing To The River" und zeitgleich an die eher raue Seite von Drowning the Light, Nargaroth oder Torrent, was wohl nicht zuletzt dem sehr okkult anmutenden Teil etwa ab der Mitte zu verschulden ist. Auch der kurze Dialog der Stimmen zum Ende her passt perfekt.

Fazit:
Zwei Lieder... leider! Leider bietet diese EP, welche ein Zeugnis der Zusammenarbeit zweier großartiger Bands darstellt, nur zwei Lieder. Lieder allerdings, von deren Schlage man sich ein komplettes Album wünschen würde. Ich schätze zwar, dass die leider nie entstehen wird, aber man soll ja niemals nie sagen. Limitiert ist die EP auf 666 Exemplare, wobei die ersten 110 im roten Vinyl sind und in einer Holzbox mit exklusivem Shirt ausgeliefert wurden (bereits ausverkauft).

8.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
A. Dead Soul Requiem
B. I Sing You to Me

Laufzeit: ca. 10 Minuten

Review: Thromos - Hexenkult (CD, Eigenproduktion)

Thromos, die zweite! Die Demo-CD der Band aus Sachsen-Anhalt aus dem Jahr 2012 kommt in ähnlicher Aufmachung daher wie das eigenveröffentlichte Album "Alte okkulte Macht". Schlichtes Frontcover, auf der Rückseite befindet sich die Liste der Titel samt dem Logo und zwei umgedrehten Kreuzen, das Beiheft bietet innenseitig ein Foto sowie die Besetzungsliste für diese Session, das Aufnahmedatum, ein umgedrehtes Kreuz und abermals den Gruß "Heil Satan" - hinten findet sich dann noch ein Pentagramm. Die CD ist passend dazu komplett in schwarz...





So ist die Produktion hier noch um einiges rauer ausgefallen. Auch die Tatsache, dass hier jemand anderes für den Gesang tätig ist, fällt sofort auf. Der Gesang auf "Hexenkult" ist eher düster-nostalgisch bis melancholisch geprägt, eine gewisse Verachtung kann jedoch auch dieser nicht verbergen. Dennoch... so wirklich 100% gibt der Gesang die alles umfassende okkulte Stimmung nicht rüber, wie es noch der von Mortifer Daemon auf der "Alte okkulte Macht" tat. Bedrohlich wirkt er aber trotzdem, vor allem wenn die Band solche Geschütze wie "Sumpf der Vergessenen", "Blut für Satan", "Ort der Leere", "Desolat und kalt" oder den titelgebenden Song zum besten gibt. Auch hier sprechen die Titel und bei genauerem Hinhören auch durchaus verständlichen Texten eine deutliche Sprache. Und das steht mal wieder für sich! "Hexenkult" ist Black Metal durch und durch. Kalt und leer. Karg und zeitgleich wild tobend. Musikalisch geht das Ganze wieder ziemlich in die Richung, die auch "Alte okkulte Macht" eingeschlagen hat, erinnert aber in seiner Kraft auch an Werke von beispielsweise Moredhel. Apropos Moredhel... die hatten ihr Live-Album ja einmal "Burn Your Local Church" genannt - nun, mit jedem Hörgang wird hier mehr und mehr eines deutlich: während sich diverse Bands vielleicht nur mit solchen Titeln und Aussagen brüskieren, würden es die Mannen von Thromos wohl einfach nur tun - und müssten nicht einmal einen Song drüber schreiben, da man es ihnen auch einfach so glauben würde!

Fazit:
Nein, diese Musik hat wirklich absolut nichts Positives an sich. Empfindungsmäßig gesehen natürlich. Was die Musik anbelangt, wird hier wieder ein sehr authentisches Werk deutschen Schwarzmetalls dargeboten (wohl gemerkt sind die Texte wieder alle in der Landessprache verfasst!) - daher gibt's auch rein gar nichts an "Hexenkult" zu bemängeln. Der Gesang ist zwar anders, als auf der "Alte okkulte Macht", mit diesem kann man sich allerdings auch sehr schnell anfreunden und irgendwie passt er auch ganz gut zu der etwas raueren Produktion der Demo. Limitiert ist die CD auf blutbeschmierte 300 Exemplare. Zu ordern gibt's das Teil wie auch "Alte okkulte Macht" beim Methorn Mailorder. Vielleicht nicht ganz das Überwerk wie das bereits mehrmals erwähnte eigenproduzierte Debüt-Album, dennoch weit über Durchschnitt!

9.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Einklang
02. Alles und Nichts
03. Allein
04. Sumpf der Vergessenen
05. Blut für Satan
06. Hexenkult
07. Ort der Leere
08. Desolat und kalt
09. Ritual des Chaos
10. Ausklang

Laufzeit: ca. 57 Minuten

Review: Thromos - Alte okkulte Macht (CD, Eigenproduktion)

Was zur Hölle...?! Kürzlich erhielt ich dieses erste, selbst veröffentlichte Album der deutschen Black Metal Truppe Thromos. Und dieses stammt nicht etwa, wie man von der Aufmachung und von der Musik her vermuten könnte, aus den Anfängen der Mitt-90er der deutschen Black Metal-"Szene", sondern wirklich und wahrhaftig aus dem Jahr 2010! Und was soll ich sagen? Ich hasse mich dafür, dass ich nicht schon vorher auf diese Band aufmerksam wurde. So viel Dreck und Scheiße wie dieser Tage veröffentlicht wird und den man tagtäglich konsumiert. Und dann kommt so eine Kapelle wie Thromos daher...


...und macht einem dann wieder klar, warum man Anhänger dieses Kultes ist. Das fängt bei der tristen nihilistischen Aufmachung an - siehe Frontcover (hinten gibts die Titel, das Logo und die mit Blut geschriebene Limitierung), das Beiheft besteht innen aus einem Foto, der Besetzung, dem Aufnahme-Datum, einem umgedrehten Kreuz und endet dann mit den Worten "Heil Satan" - die Rückseite zeigt eine nahezu abgebrannte Kerze. Damit sollte wohl alles gesagt sein! Und wer es dann doch immer noch nicht kapiert hat, dem wird beim hören der Lieder schnell klar werden, wessen Geistes Kind Thromos sind (mal davon ab, dass jeder, der es bis dahin nicht verstanden hat, um was es hier geht es ohnehin nicht wert ist, dieser Musik zu lauschen!). Düster, okkult, satanisch, schwarz, ursprünglich sind durchaus passende Umschreibungen zu der Musik der drei Mannen. Titel wie "Schwarze Magie", "Misanthropie II", "Alte okkulte Macht", "Im Reich der Melancholie" oder "Die Mysterien Satans" sprechen für sich und tun ihr übriges zur Abrundung des nostalgischen Eindrucks. Vor allem, weil die Lieder dann auch mal genau so klingen, wie es ihre Titel versprechen lassen. Der skandinavische Black Metal der frühen 90er "Szene" aus Norwegen dürfte hier ebenso als Inspirationsquelle gedient haben, wie auch der raue Black Metal der frühen Mitt-90er "Szene" in Deutschland. So haben Thromos doch einiges von den kalten Atmosphären und dieser rauen, okkulten Epik von Moonblood oder Dying Fullmoon - ein aktueller Vergleich aus deutschen Landen wäre für mich Shroud of Satan. Ebenso lässt sich die Musik aber auch durchaus mit heutigen Kapellen aus dem hohen Norden vergleichen - wie Satanic Warmaster (hört euch die "Opferblut" an!) oder Khaos Sacramentum aus Schweden.

Fazit:
Genau das will ich hören! Verzerrte, schrammelnde Gitarren, scheppernde und donnerndes Schlagwerk, einen hasstriefenden Schreigesang - Instrumente, welche trotz aller Roh- und Bosheit aber nicht diesen gewissen Rhythmus ausser Acht lassen. Mit "Alte okkulte Macht" ist Thromos ein wahrhaft authentisches Black Metal-Album gelungen, welches in allen Belangen zu überzeugen weiss! Limitiert ist die Scheibe, die im übrigen als CD mit schwarzer Abspielseite daherkommt, auf 100 mit Blut durchnummerierte Exemplare. Erhalten kann man das Teil noch beim Methorn Mailorder für faire 7.99. Absolute Kaufempfehlung meinerseits!

9.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Einklang
02. Schwarze Magie
03. Feind
04. Misanthropie II
05. Vis Satanae
06. Alte okkulte Macht
07. Dämonisch
08. Im Reich der Melancholie
09. Die Mysterien Satans
10. Ausklang

Laufzeit: ca. 57 Minuten