Montag, 17. Juni 2013

Review: Morbid Contempt - Morbide Verachtung (CD, Urtod Records)

Was haben wir denn hier? Neues Futter aus der Schmiede von Urtod also. Hm... ok. Man nehme hierzu diverse Holzstiche aus der Feder von Albrecht Dürer ("Die vier Reiter der Apokalypse" und "Das Tier aus dem Meer") auf Vorder- und Rückseite, dazu auf dem Frontcover dann noch ein BM-Modell. Scheiss auf ein umfangreiches Beiheft mit Texten - hier wird lediglich ein Infoblatt benötigt mit den geringsten Informationen zur Band. Generell auch nicht verwerflich. Am Schluss dann natürlich noch ein paar provokante und misanthropische Titel, bei deren Hören man dann auch gerade noch ein paar pregnante Wortfetzen versteht...


fertig ist das Black Metal-Release 2013... oder etwa nicht?! Im Falle dem ersten Lebenszeichen von Morbid Contempt gibt's von mir ein eindeutiges "NEIN" - so viel kann ich schon einmal verraten. Wobei ich gestehen muss, dass mir die Darstellung der Band schon irgendwie imponiert... längst nicht mehr jeder traut sich heutzutage mit einer solch' untergründigen Produktion an den Start zu gehen, bzw. solch' ein Tonmaterial zu veröffentlichen. Jedenfalls nicht offiziell als CD im professionellen Stil. Die Älteren unter euch Lesern dürften sich noch erinnern: Anfang bis Mitte der 90er geisterten Mal ein paar Bands im deutschen Underground herum, die ja meist eher mit musikfremden Schlagzeilen auf sich aufmerksam machten, als mit der Qualität ihrer Musik. Beispiele gefällig? Na gut: ich würde jetzt nicht soweit gehen, und sagen, dass Morbid Contempt an alte Absurd erinnern - dafür sind sie doch noch einen Tick musikalisch wertvoller. Die Musik des Duos aus Erfurt orientiert sich da eher an Sachen wie den alten Totenburg Veröffentlichungen (das Demo "Peststurm" sei hier mal als Vergleich herangezogen), oder an mach' eine Rehearsal-Session von Moonblood oder auch an Priestermord (ohne die Schunkel-Momente). Auch das relativ unbekannte Ein-Mann-Projekt Wolfherr aus Brasilien muss ich in dem Zusammenhang erwähnen. Den einen wird's freuen, der andere wird sich mit Grausen abwenden. Dazwischen gibt es nichts. Die ersten beiden Beiträge sind auch noch ganz gut hörbar, "Seuche Mensch" beherrbergt sogar so etwas wie einen richtigen spielerischen Fluss. Dagegen ist "Voice of Bastard" etwas schwächer und "Gasangriff" für mich der Griff ins sprichwörtliche Klo. Jedoch haut man dann mit "Alcoholic Suicide" wieder einiges raus und verspricht sogar einen Hauch von wirklicher Atmosphäre. So kann das ruhig weitergehen!

Fazit:
Als deutsche Black Metal-Band hat man es heutzutage ja sowieso nicht leicht im eigenen Land. Wie ja auch wieder neueste Auftrittsverbote für Bands wie u.a. Nargaroth zeigen. Aber wenn eine Band dann auch noch den alten Stil deutscher Ost-Bands zelebriert, von denen ja nicht wenige eine eindeutige politische Schiene zelebrieren, ist die Sache für die Gutmenschen dieser Welt/diesen Landes natürlich ganz klar! Auch wenn man sich gegen jegliche politische Gesinnung ausspricht. Eine verdammte Schande! Aber ich bin mir sicher, dass die Band ihren Weg gehen wird, wie ich erfahren habe, steht man wohl auch schon bereit für ein erstes vollständiges Album... ich kann nur sagen, dass man auf jeden Fall auf dem atmosphärischen Part von "Alcoholic Suicide" aufbauen sollte und genau diesen Stil weiter ausbauen sollte - dann könnte ein durchaus gutes Werk dabei herauskommen. So ist diese erste Demo-Veröffentlichung im edlen Gewand zwar nett anzuschauen, jedoch vom Inhalt her nicht so qualitativ hochwertig, wie es die Verpackung versprechen lässt - nichtsdestotrotz ist Potential zu erkennen. Limitiert auf 50 handnummerierte Exemplare (CDs mit schwarzer Abspielseite).

5.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Morbide Verachtung
02. Seuche Mensch
03. Voice of Bastard
04. Gasangriff
05. Alcoholic Suicide

Laufzeit: ca. 23 Minuten

Review: Chronik - Gewalten (CD, Vama Marga Productions)

Endlich mal wieder ein aktiver Musiker aus dem Circle of Honor, der sich zu Wort meldet. Es handelt sich dabei dieses Mal um Atna, der ja auch mit der Band Macht aktiv ist. Chronik, bei denen er den Bass übernimmt, sagten mir bis vor kurzem rein überhaupt nichts. Bis ich diese CD in die Hand gedrückt kriegte. So sitze ich nun hier und höre mir die Scheibe nun zum vermehrten Male an und überlege immer noch, wie man hierzu wohl die besten Worte finden könnte...





Bei "Gewalten" handelt es sich um das Debüt der drei Herren. Schlecht ist es nicht, was die Truppe hier gezaubert hat. Mit den sieben dargebotenen Liedern bekommt man soliden melodischen Black Metal im Stil der Mitt-90er-Jahre geboten. Klingt alles ziemlich nordisch, hat allerdings auch teilweise etwas vom Charme von Bands ala Gorbalrog oder den alten Werken Empyrium's. Andererseits gibt man sich aber auch sehr rau und ungeschliffen. "Aus der Ferne" fängt daher schon gut an, getragen, hymnisch und trotzdem nicht zu protzig und episch. Mit "Zorn des Himmels" gelangt das Album zu seinem bisherigen Höhepunkt. Ab da nimmt es leider für mich ziemlich ab. Das Schema ist in ungefähr immer dasselbe, was wohl auch die Hauptursache für diesen plötzlichen Einbruch darstellen dürfte. Man ist zwar darum bemüht, die Lieder abwechslungsreich zu gestalten, jedoch gelingt das in meinen Ohren nur bedingt. Erst der vorletzte Song "Leere Zeiten" vermag es mich wirklich wieder aufhorchen zu lassen. Bietet er doch vielerlei Spielereien. Und der Titelsong bietet noch einmal richtige Gewalten und erinnert in seiner Machart an Werke der mittleren Schaffensperiode von Graveland (womit ich z.B. "Immortal Pride" meine).

Fazit:
Ein grundsolides Erstlingswerk. Nicht mehr, nicht weniger. Das tolle an diesem Album ist, dass es sich hervorragend für Neulinge eignet, die sich in dem Genre noch nicht so gut auskennen. Es bietet zwar überhaupt nichts Neues, vereint aber sehr viele Ideen, die schon einmal vertont wurden. So sollten auch mal alle, die mit den alten Werken von Dimmu Borgir bspw. oder mit den oben genannten Bands etwas anfangen können, hier mal ein oder zwei Ohren riskieren. Die CD kommt im Digi und ist limitiert auf 300 handnummerierte Exemplare.

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Aus der Ferne
02. Glühende Wut
03. Zorn des Himmels
04. Dunkles Ende
05. Verschlungen
06. Leere Zeiten
07. Gewalten

Laufzeit: ca. 37 Minuten

Dienstag, 4. Juni 2013

Review: Selvmorrd - Vergangen & Vergessen (CD, Self Mutilation Services)

Lange angekündigt, und im Besitz der Vorab-Promo bin ich sowieso schon seit längerer Zeit, war auch das neue Album von Selvmorrd, jenes Projekt aus der Feder von Nightwolf, der ja hauptsächlich durch seine Band Godless Cruelty bekannt sein dürfte, und bereits mit dem Debüt "Bis zum Ende", welches damals bei Urkraft Records erschien, die Aufmerksamkeit auf sich zog...






Nun liefert Nightwolf mit seinem Projekt gänzlich andere Musik ab, als man es von seinem Hauptprojekt Godless Cruelty gewohnt ist. Während dieses sich dieses nämlich vornehmlich perversen, misanthropischen und antichristlichen Themen widmet (wir erinnern uns an Titel wie "Christraping", "Kinderficker im Namen des Herrn", "Jesus Fotze" und weiterer illustrer, lebenbejahender und kindgerechter Titel) und sich musikalisch eher im Sektor des brachialen Satanic Black Metal bishin zum Thrash Black Metal bewegt, sieht das bei Selvmorrd ganz anders aus. Erst einmal sind die Texte persönlicher. Viel persönlicher. Sie offenbaren dem geneigten Hörer (vor allem ZUhörer) einen Einblick in die Seele und Gedankenwelt der Person, die hinter alle dem steht. Sie beschäftigen sich mit Depression, Todessehnsucht und der täglichen Scheiße, die man erlebt. Die Musik ist natürlich Black Metal, und ohne Zweifel erkennt man Nightwolf's persönliche Note auch hier eindeutig wieder. Das markante Gitarrenspiel, die sehr eigene Art des Gesanges. Apropos Gitarre, die wird hier noch begleitet durch die zweite von Sturmgestalt, zudem lässt sich als Session-Musiker wie bereits schon auf der "Gott... im Chaos gestorben" von Godless Cruelty Morgoth von Runenblut am Schlagzeug finden. Geboten werden sieben reguläre Songs und ein zusätliches Lied in Form von "Seelenfeuer", welches dem einen oder anderen bereits von der selbstveröffentlichten Selvmorrd-Box bekannt sein dürfte. Auf der Vorab-Promo war dieses Lied ebenfalls enthalten, wurde jedoch nochmals hörbar überarbeitet. Die anderen drei Bonusstücke der Vorab-Promo haben es dann aber leider nicht mehr auf das entgültige Werk geschafft, was jedoch auch nicht weiter schlimm ist, denn auch diese befanden sich auf der zweiten CD der Box.

Bleibt noch zu sagen, dass es sich mit dieser Veröffentlichung etwas suspekt verhält, denn wenn ich meinen Informationen glauben schenken darf, entstand diese CD ohne das endgültige Einverständnis von Nightwolf, was die ganze Sache zu einem Bootleg machen würde. Ursprünglich war nämlich wohl geplant, das Album auf Vinyl zu veröffentlichen - was aber auch auf jeden Fall noch geschehen wird (und das wird hoffentlich nicht mehr lange auf sich warten lassen)!

Fazit:
Denke ich da an das erste Album, so ist "Vergangen & Vergessen" eine deutliche (und konsequente) Weiterentwicklung. Alle, die auf authentischen Black Metal ohne viel Schnickschnack und mit einer ordentlichen Portion Melancholie stehen, können hier bedenkenlos zugreifen. Einzig die Veröffentlichungspolitik dieses unsäglichen Labels S.M.S. hinterlässt einen faden Beigeschmack. Limitiert ist die CD auf 500 Exemplare (wie bei dem Label üblich nicht nummeriert).

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Am Ende steht der Tod
02. Vergangen und vergessen
03. Meine Gedanken
04. Zwischenspiel
05. Allein
06. Mein Ende
07. Outro
08. Seelenfeuer (Bonus)

Laufzeit: ca. 50 Minuten

Review: Inexistenz - Erfundene Welten (CD, Naturmacht Productions)

Bei Inexistenz handelt es sich um ein im Jahre 2010 begründetes Ein-Mann-Projekt aus Slowenien. Veröffentlicht wurde das zweite Album "Erfundene Welten" bei der deutschen Schmiede Naturmacht Productions, welche neben den labeleigenen Veröffentlichungen ja auch noch ein umfangreiches Distro bietet und sich damit inzwischen auch einen recht guten Namen im Underground gemacht hat. Doch zurück zu der aktuellen Veröffentlichung von Inexistenz...



Präsentiert wird hier dem geneigten Hörer depressiver Black Metal mit Ambient-Einschlag. Überraschenderweise ohne irgendwelche genrefremden Einflüsse wie Post Rock, Shoegaze oder so einen Schmarn. "Erfundene Welten" beinhaltet insgesamt sechs Lieder, wovon einer ("Mitternachts Gedanken") als Zwischenspiel dient. Gleich zu Beginn macht der Opener "Verloren in der Neer" deutlich, wie es die nächsten knappen 40 Minuten zugehen wird: depressiv düster, mit sehr viel Melancholie und einem deutlich nostalgischen Touch. Die Musik, die hier zelebriert wird, ist mit aktuellen sogenannten DSBM Bands nahezu nicht vergleichbar, da sie eine ganz andere Atmosphäre besitzt, die tiefer geht, am Geist und der Seele nagt. So ist das schmerzvolle Empfinden von "Erfundene Welten" beinahe körperlich spürbar, ohne jedoch zu klischeehaft beladen zu sein. Kein Emo-Black-Metal-Kiddie-Scheiß, sondern authentische kalte Klangwelten, die entfernt an Werke von Balnasar oder auch (aber nur einen Hauch von wenig) an Striborg erinnern. Auch die eher depressiv-melancholischen Frühwerke Burzum's dürften hier Pate gestanden haben (man höre sich mal den Beginn von "Erkenntnis" an). Allerdings wird hier auch der Fehler gemacht, den so viele depressive Black Metal Bands machen. Das Stichwort heißt zu langgezogene und ausgedehnte Slowpassagen. Die halten sich jedoch noch in Grenzen und werden immerhin auch durch immer wieder eingesetzte Tempowechsel aufgelockert, so dass es nicht zu monoton ausartet.

Fazit:
Ein sehr authentisches Depressiv Black Metal Album ist Inexistenz da geglückt, mit jeder Menge Melancholie und einem steten Gefühl der Nostalgie. Ganz genau wie es sein sollte. Die Geduld des Hörers wird zu keiner Sekunde auf die Probe gestellt, jedenfalls im Verhältnis zu dem, was sich manche Bands sonst so erlauben. Leuten, die sich mit dem Genre des nostalgischen Depressiv Black Metal jedoch noch nicht so recht auseinander gesetzt haben, sei diese Scheibe nur bedingt empfohlen, da sie doch Passagen aufweist, die einem ungeschulten Ohr einiges an Geduld abverlangen. Ich für meinen Teil kann jedoch sagen, dass "Erfundene Welten" bis auf wenige Ausnahmen keine sonderlichen Längen aufweist. Ein solides Album eben, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Limitiert auf 300 Exemplare.

7.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Verloren in der Neer
02. Erfundene Welten
03. Erkenntnis
04. Mitternachts Gedanken
05. Zu Misslingen bestimmt
06. Belanglos

Laufzeit: ca. 36 Minuten

Review: Grauzeit - Tyrannei der Tristesse (CD, Self Mutilation Services - 2013)

Ist schon ein Weilchen her, seit ich die Demo "Mein Leben endet..." der deutschen Band Grauzeit besprochen habe. Ich kann mich ehrlich gesagt auch nicht mehr sonderlich gut an das Werk erinnern, ich weiß nur, dass ich es (auch dank dem erneuten lesen meiner Besprechung) nicht sonderlich gut fand. Nun mittlerweile sind zwei Veröffentlichungsjahre ins Land gezogen und es wurden zwei EP's sowie ein weiteres Demo in der Zwischenzeit aufgenommen... und nicht nur die Tatsache, dass M.F. kein Teil der Band mehr ist, hat sich hier geändert...





Natürlich kann ich nichts zu den bisherigen Werken der Band sagen, die aktuell aus zwei Leuten besteht (zumindest in dieser Session), da ich bis auf die erste Demo und diese EP nichts von ihnen kenne, aber irgendwas muss schon in der Zwischenzeit passiert sein. Zwar zelebriert man immer noch diesen Post Rock / Black Metal - Stil mit Shoegaze, aber "Tyrannei der Tristesse" ist ungleich stärker als noch "Mein Leben endet...". Auch der Gesang sagt mir hier zu. Die Art der Darbietung (Gesang und Instrumente) erinnert mich ein wenig an Fäulnis' Werk "Letharg", da hier ein ähnliches graues und tristes Szenario gezeichnet wird - jedoch ohne übermäßig viel Sample-Einspielungen. Der Gesang im Speziellen lässt an das immer noch aktuelle Tavaron Album "Architektur des Schmerzes" denken, wo auch eine nicht unerhebliche Inspirationsquelle liegen dürfte (ob es sich tatsächlich so verhält, weiss ich natürlich nicht, aber es gibt durchaus nicht zu überhörende Parallelen zu den beiden Werken), was mich jedoch auch nicht wirklich stört, da ich dieses Album sehr schätze. Und etwas mit ähnlicher Atmosphäre kann so verkehrt ja nicht sein. Was mich allerdings etwas stört, sind die etwas poppig wirkenden Instrumentals zwischen den beiden wirklichen Liedern, die zwar relativ kurz sind, aber mit zwei bis drei Minuten dem einen oder anderen trotzdem noch zu lang vorkommen werden. Ich kann damit zwar auch nicht viel anfangen, muss jedoch zugestehen, dass die Stücke ebenfalls eine triste Grundstimmung besitzen.

Fazit:
Das hätte ich an dieser Stelle so nicht erwartet. "Tyrannei der Tristesse" kann, wenn auch nicht auf ganzer Linie, durchaus überzeugen! Nach dem grauenhaften Einstieg bin ich sehr positiv überrascht, in welche Richtung sich die Band und deren Musik entwickelt hat. Wenn man diesen Weg jetzt noch konsequent weiter verfolgt, kann ein baldiges Voll-Album ruhig kommen. Limitiert ist die ganze Angelegenheit wie bei S.M.S. üblich auf 500 Exemplare, die ersten 50 im Digi mit Bonus CDr, die das zweite Werk der Band (die EP "Dieses Gefühl jeden Tag") enthält. Black Metal Puritisten werden diese Veröffentlichung natürlich wie immer links liegen lassen, und auch mich stören diese etwas zu poppigen Zwischenspiele sehr - jedoch sind die eigentlichen Lieder recht ordentlicher und authentischer Psycho / Depri Black Metal geworden.

6.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. I
02. II
03. III
04. IV
05. V

Laufzeit: ca. 22 Minuten

Review: Aloeswood - Forsaken Landscapes (Digitaler Download, Eigenproduktion)

Aloeswood ist ein relativ junges Projekt (Gründungsjahr 2010) aus England. Zelebriert wird eine postmoderne Form des Black Metal mit Einflüssen aus Dark Ambient und Shoegaze. Hatten wir ja alles schon einmal irgendwie...








Allerdings muss ich der Band attestieren, dass sie definitiv zu den besseren Vertretern dieser, nennen wir es mal 'trendigen' Spielweise gehören. Inklusive Natur-Samples, getragen-hymnischen Instrumentals mit Streicher-Einsatz (beides bei "The Lake of Shattered Hope" zu hören), akustischen und psychedelischen Rock-Momenten (halt typisch für Shoegaze). Dann aber auch wieder ein erhabener sehr melodischer Black Metal, der in seiner Machart an die guten alten Mitt-90er Nordländer Immortal erinnert. Der Gesang ist dabei ebenfalls sehr grimmig und meist keifend vorgetragen. So drückt man Liedern wie "Farewell" oder auch "Nostalgia" einen eigenen Stempel auf, was ja kaum eine Band dieses Genres wirklich vermag. Erwähnenswert ist auch der, wenn auch kurze, weibliche Gesangspart in letztgenanntem Lied, welcher dem Song noch einen gewissen heidnischen Touch verleiht und ein wenig an Pagan Metal erinnern lässt. So ist das Ganze durchaus auch für Leute geeignet, die sonst mit dieser Art von Musik nichts anfangen können und sogar relativ breit gefächert. Puritisten werden aber natürlich trotzdem einen großen Bogen um die EP machen - allein aus Prinzip.

Fazit:
Durchaus hörenswert, wenn auch keine wirkliche Überraschung. Allerdings schafft es die Band, den Hörer in ihren Bann zu ziehen, und heben sich allein schon wegen der detailverliebten Spielweise erfreulich vom Einheitsbrei des Subgenres Shoegaze Black Metal ab. Von der Band wird man mit Sicherheit in Zukunft noch öfter hören. Die EP kann man sich, genau wie eine weitere Split-Veröffentlichung kostenlos auf der offiziellen Band-Seite (www.aloeswood.co.uk) herunterladen. Im Paket mit enthalten sind das Cover sowie erklärende Worte zu den Werken und Liedtexte.

8.0 / 10 Punkte


Darbietungen:
01. Farewell
02. Forsaken Landscapes
03. The Lake of Shattered Hope
04. Nostalgia
05. Like Rain to the Ground

Laufzeit: ca. 31 Minuten

Samstag, 1. Juni 2013

Review: Drengskapur - Von Nebel umschlungen (CD, Eigenproduktion)

Bereits vier Jahre ist dieses, bisher auch letztes, Werk aus der Feder von Drengskapur alt. Bei dem Duo handelt es sich um eine Black Metal Formation aus der Landeshauptstadt (Besprechung zum Debüt-Album "Geist der Wälder" lässt sich hier finden). Nun steht ja bald auch die Veröffentlichung des neuen Werkes "Der Urgewalten Werk", daher wollte ich die Gelegenheit noch einmal wahr nehmen, und etwas zu "Von Nebel umschlungen" schreiben...




Nach dem kurzen atmosphärischen instrumentalen Einklang "Nebelfeld" geht es auch gleich los mit "Drunten im Tal", welches direkt mal mit über 14 Minuten Spielzeit aufwartet. Eine sehr 'naturverbundene' pagane Art des Black Metals, die hier geboten wird. Erinnert mich spontan einerseits an Graveland zu "Following The Voice Of Blood" Zeiten oder andererseits auch an den kompromißlosen Stil von Judas Iscariot. Gefällt mir, zumal die Wechsel innerhalb des Liedes gut gesetzt sind und somit auch etwas Abwechslung ins Geschehen kommt. "Auf zum Kampfe" erklingt da schon wieder ungleich brachialer und druckvoller. Unheilvoller. Und irgendwie erhabener. Und nicht nur bei diesem Song wird klar, wo die musikalischen Inspirationsquellen von Drengskapur liegen... Früh- Mitt-90er Black Metal aus Polen ist da ein gutes Stichwort. Hört sich zum Beispiel auch den folgenden "Herbst" an. "Uralte Macht" kann dann noch einmal wirklich herausstechen mit seiner sehr direkten Struktur und den schnellen, etwas an Oi! erinnernden Gitarren im kurzen Solopart in der vierten Minute. "Blut'ges Abendrot" stellt den atmosphärischen Ausklang.

Fazit:
Ein durchaus solides Black Metal-Werk. Allerdings muss ich leider sagen, dass mir die einzelnen Lieder doch etwas zu lang geworden sind. Der Stil ist nicht verkehrt, aber führt dazu, dass es auf die Dauer doch ein wenig zu monoton wird. Vielleicht sticht für mich auch gerade deshalb "Uralte Macht" so heraus, da es mit knapp sieben einhalb Minuten das kürzeste Lied darstellt. Die Länge wäre für die übrigen Beiträge auch optimal gewesen. Ich bin gespannt, was uns Drengskapur mit ihrem neuen Machwerk präsentieren werden.

7.5 / 10


Darbietungen:
01. Nebelfeld
02. Drunten im Tal
03. Auf zum Kampfe
04. Herbst
05. Aufbruch
06. Uralte Macht
07. Blut'ges Abendrot

Laufzeit: ca. 67 Minuten