Sonntag, 24. Februar 2013

Review: Darkened Nocturn Slaughtercult - Necrovision (LP, War Anthem Productions)

Mit "Necrovision" präsentieren die vier Okkultisten von Darkened Nocturn Slaughtercult aus Dormagen ihr bereits fünftes Voll-Album. Die Truppe um Keiferin und Hasspredigerin Onielar hat sich dabei 'nur' knappe zwei Jahre Zeit gelassen, und so wird es auch kaum jemanden überraschen, dass man auch auf dem aktuellen Werk seinem ureigenen Stil treu ist und keinen Deut von dem eingeschlagenen Pfad abweicht...





Nach dem kurzen instrumentalen Einklang "Aura" geht es gleich in die Vollen mit "Omnis Immundus Spiritus", der in gewohnt schneller, erhabener Manier vorgetragen wird. Im letzten Viertel wird es gar sehr hymnisch dank des Wechsels in etwas Midtempo-mäßigere Gefilde. "Primordial Sapphirine Driplets" folgt und beginnt zunächst okkult-rockig, wandelt sich jedoch nach den ersten Zeilen des Textes schnell in eine ordentlich schnelle, aber rhythmische Black Metal-Nummer. Dass die Band ihr Handwerk (samt Zusammenspiel der Instrumente) versteht, dürfte ja auch schließlich nicht erst seit diesem Album klar werden. Auch hier gibt's im letzten Viertel wieder einen kleinen Break, danach geht es aber schnurstracks weiter nach vorne. Ein überleitendes kurzes Sample und weiter geht's mit "In the Hue of Night" erinnert da am ehesten an alte Werke der Band Marke "The Dead Hate The Living" - in einer Tour rhythmisches Gemetzel auf hohem Niveau mit einem sehr erhabenen Gesang und okkulten Momenten. Somit enthält das Album zumindest auf der A-Seite keine großartigen Überraschungen. Auf der B-Seite verhält sich das schon ein wenig anders: so halten vor allem die letzten beiden Lieder doch einige Überraschungen für den Hörer bereit. Viele spielerische Details und die okkulte Grundatmosphäre kommen hier auch noch besser zum tragen. Insgesamt beinhaltet die LP-Version neun Lieder, das heißt: leider keinen Bonus gegenüber der CD.

Fazit:
Darkened Nocturn Slaughtercult sind zurück. Ich will nicht sagen, stärker als jemals zuvor - jedoch hat man auch kein bisschen von eben dieser eingebüßt. Gewohnte hochwertige Black Metal Tonkunst, für die man die Band liebt und schätzt. Allerdings auch vielleicht gerade deshalb etwas ideenarm und zu vorhersehbar - die wenigen neuen Ideen, die sich hier finden lassen, machen aber doch wieder einiges wett.

7.5 / 10

Review: Usnea - Usnea (Digitaler Download, Eigenproduktion)

Bandcamp ist eine tolle Sache, die ich für mich neu entdeckt habe. Dort tummeln sich immerhin wirklich interessante Bands, von denen man bisher noch nie gehört hat. Und für wenig Geld kann man sich auf dem Portal dann die Werke komplett oder aber auch nur teilweise runterladen. Nun, dieses Debüt-Werk der Band aus Amiland, welches mittlerweile auch durch das Label Orca Wolf als LP veröffentlicht wurde, stand zum kompletten Download bereit, und ja, das war ne Sache, die sich definitiv gelohnt hat...




Beginnen wir mit den beiden ersten Liedern, die auch auf der Vinyl-Auflage enthalten sind. "Chaoskampf" beginnt gleich sehr böse mit einem abgrundtiefen dröhnendem Bass - das ist der perfekte Mix aus Drone, Funeral Doom und Death Metal. Das jagt einem einen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Fuck, ist das geil! Dann dieses Gitarrenspiel ab der vierten Minute... gepaart mit diesem an gute alte Morbid Angel erinnernden Gesang ("Goddd Of Emptiness" sag' ich nur!) ergibt das einfach nur eine absolut kalte, alles verschlingende Atmosphäre. Düster und okkult, finster. Dann geschieht in der siebten Minute ein Bruch... der schwere Bass und die tiefen Gitarren enden. Ein Störgeräusch... und auf einmal sind die Instrumente nicht mehr zu halten, die Stimme hat etwas hasserfüllt keifendes, und mehr noch etwas kränkelndes. Das ist absolut gestörter Black Metal, keine Frage. Das hätte man an dieser Stelle wohl am allerwenigsten erwartet - aber es stimmt. Nach ungefähr neun Minuten und 11 Sekunden setzt die Musik abrupt wieder aus... kurze Zeit ist Stille, und was dann ertönt lässt sich nur als 'epische' Doom Metal Hymne bezeichnen (Asphyx mit "The Rack" lassen grüßen!). Ich bin schon nach den gut knappen 13 Minuten des Openers dermaßen geflasht, dass ich das Gefühl habe, gerade das intensivste Album der letzten 20 Jahre gehört zu haben. Stattdessen handelte es sich doch erst um einen von vier Songs. Es folgt mit "Brazen Bull of Phalaris" ein ähnlich beginnendes Lied, welches jedoch gleich zu Anfang deutlich macht, dass es hier doch viel mehr begräbnismäßig zugeht. Funeral Doom ist die Musik, während der Gesang sich zwischen eher kreischendem Black Metal und gröllendem Klargesang bewegt. In der vierten Minute ein kurzes Break und eine Akustikgitarre erklingt, unterlegt mit etwas Keyboard. Dann geht es aber kurze Zeit später auch schon weiter. Viele kleine Details sorgen dann auch dafür, dass das Ganze nicht zu monoton ausartet. Wir haben die neun-Minuten-Marke überschritten und erneut gibt es einen Bruch im Spiel. Langsam geht der Funeral Doom in eine eher psychedelische und spacige Spielweise über. Und gerade, wenn man anfängt über Meditation nachzudenken wird man mit einem Gröllen aus dieser Zwischenwelt gerissen. Da ist er wieder, dieser wirklich sehr fiese Funeral Doom mit teils sehr Black Metal-lastigem Gesang. In der 15. Minute erklingt dann wiederrum eine Akustikgitarre mit dezentem Schlagzeug Einsatz und leitet den instrumentalen Ausklangspart ein. Hier nach endet dann auch die reguläre LP. Die LP hält jedoch auch eine Karte für den digitalen Download zwei weiterer Lieder bereit, die man sich beim bandcamp natürlich auch runterladen kann. Da die beiden Lieder auch nicht teil des eigentlichen materiellen Albums sind möchte ich sie auch nur kurz anschneiden. So ist "Monuments to Avarice" um einiges Black Metal-lastiger ausgefallen, als die beiden vorher gegangenen Lieder, fast durchgehend keifender Schreigesang, jedoch sind die Instrumente immer im eher gediegenden tiefen Doom-Stil gehalten und "Empirical Evidence of a Deranged God" ist insgesamt sehr pyschedelisch und sludge-mäßig, jedoch mit eindeutigem Death Metal Gesang.

Fazit:
Ein grandioses, monumentales Machwerk. So muss Doom Metal in all seinen Fascetten klingen. Das ist nach dem "Inside Room" von 40 Watt Sun wahrscheinlich das erste ernstzunehmende Doom Metal-Album, welches mich wirklich vollends in seinen Bann ziehen konnte. Bleibt nur zu hoffen, dass sich mal irgendein europäisches Label dazu erbarmt, die LP in seinen Katalog aufzunehmen, den die Preise von Amiland bis hierhin sind doch schon fast unverschämt. Vielleicht auch mal bei der nächsten Plattenbörse die Augen nach offen halten. Das Album anhören und in digitaler Form kaufen könnt ihr auf http://usneadoom.bandcamp.com - dort findet ihr dann auch den Link zu Orca Wolf, die die LP veröffentlichten.

10 / 10 Punkte

Samstag, 23. Februar 2013

Review: Shroud of Satan - Litany to the Moon (CD, Sol Records)

Das es so etwas heutzutage noch gibt... schaut man sich im weltweiten Netz nach der Band um, ist das einzige was man zu Gesicht bekommt, die spärliche Seite bei Sol Records. Und natürlich die Shop-Einträge. Aber ansonsten? Keine Informationen. Aus dem Beiheft kann man dann noch gerade entnehmen, unter welchen Namen die zwei Mannen musizieren und aus welchem Jahr die Aufnahmen stammen. Ja Scheiße... die Band ist noch nicht einmal in den Metal-Archiven verzeichnet! (jedenfalls nicht bis zum jetzigen Zeitpunkt)



Das Duo zelebriert hier natürlich Black Metal, was sollten die Herren auch anderes spielen bei dem Cover?! Dabei bleibt völlig offen, aus welchem Land die beiden kommen, da alle Texte schön in englisch zum besten gegeben werden - ich denke aber mal, dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach aus dem Norden von Deutschland kommen, da es sich bei Sol Records ja doch eher noch um ein regionales Label handelt. Wie dem auch sei... Shroud of Satan präsentieren mit ihrem Debüt-Werk "Litany to the Moon" satte vier Lieder bei einer Gesamtspielzeit von etwa 21 Minuten. Für eine erste EP-Veröffentlichung absolut ausreichend. Was den Stil angeht, so gibt man sich sehr räudig, aber auch irgendwie episch erhaben. Gleich nach den anfänglichen Sample-Einspielungen bei "Din of Celestial Birds" erschallt dem Hörer so ein typischer deutscher Old School Black Metal entgegen, wie ihn auch schon Moonblood zelebriert haben. Jedenfalls erinnert das Werk in seinen erhabenen Momenten entfernt an die genannte Kultband. Besonders im titelgebenden Lied kommen die epischen Aspekte durch dezenten Chor-Sample Einsatz zum tragen. Ansonsten geht es eher schnell und aggressiv zu, was nicht zuletzt auch ein wenig an Wolfsschrei oder Odal denken lässt. Und zu guter Letzt darf natürlich auch ein Quäntchen Okkultismus nicht in der Musik fehlen.

Fazit:
Endlich mal wieder ein durch und durch misanthropisches Album, ohne Kompromisse. Einfach seinem Haß freien Lauf lassen. Mit "Litany to the Moon" haben die zwei Köpfe hinter Shroud of Satan die perfekte musikalische Untermalung für Aggressionsausschweifungen geschaffen. Auch wenn man hier in musikalischer Hinsicht nicht wirklich etwas neues bietet, so bleibt doch unter' Strich definitiv eines der authentischsten Alben dieser Art, die ich in jüngster Zeit gehört habe. Wie bei Sol Records üblich limitiert auf 500 Exemplare.

8.5 / 10 Punkte

Review: Vindorn - Hrana (CD, Sol Records)

Nachdem man im Jahr 2010 seine erste Demo präsentierte und im vergangenen Jahr eine Split mit den beiden Bands Trimph,Genus und Sator Marte aus Osteuropa veröffentlichte (über das deutsche Label Schwaerze Productions), liegt mir hier nun das neuste Werk der Ein-Mann-Band aus Meck-Pomm in Form einer MCD vor. Veröffentlicht vom Underground Label Sol Records, die ja hier in meinem Blog auch keine ganz Unbekannten mehr sind...





Das Mini-Album "Hrana" enthält dann auch nur vier Lieder bei einer Gesamtlänge von etwa 21 Minuten. Nicht gerade viel, aber ist ja schließlich auch nur eine EP. Was die Musik angeht, so zeigt man sich erfreulich der alten Schule zugewandt. So scheinen sowohl ältere Werke von Burzum (der Bezug zu "Filosofem" wird schon gleich beim ersten Lied "Tricho" deutlich) als auch von Armagedda aus Schweden Vindorn maßgeblich beeinflusst zu haben. Auch gewisse osteuropäische Bands und ihre frühen, Mitt-90er Werke scheinen als Vorbilder gedient zu haben. Das klingt zwar einerseits sehr charmant, führt andererseits jedoch auch leider dazu, dass sich hier einiges doch irgendwie ausgelutscht anhört. Wie schon x-mal gehört. Wie bei "Strach", bei dem es wirklich besonders auffällt. Allerdings versteht man sein Handwerk und fährt einiges an Emotionen und auch eigenen Ideen auf, was auch dank der guten Produktion das Ganze vor der Belanglosigkeit des absoluten Durchschnitts rettet. Der letzte Song vermag es sogar einen wirklich mitzureißen, und nach einem kurzen Sample ertönt dann nach kurzer Pause noch ein instrumentales Outro.

Fazit:
Vindorn ist bei weitem keine schlechte Musik, eher im Gegenteil. Wer hier auf der Suche nach Old School Black Metal im Stile von Norwegen der früh-90er, bzw. Osteuropa der Mitt-90er, der wird hier gut bedient, und kann bedenkenlos zugreifen. In meinen Augen liegt hier die einzige wirkliche Schwäche in der Kürze der CD, die es Vindorn nicht erlaubt, das wahre Potential auszubauen. Man ist zwar auf einem guten Weg, jedoch verkommen auch gerade die ersten beiden Songs zu einer Art kleinem 1x1 in Sachen 'Black Metal der alten Schule', wenn ihr versteht, was ich damit meine. Eigentlich schade, aber ich werde dieses Ein-Mann-Projekt auf jeden Fall weiter im Auge behalten - ich kann mir schon vorstellen, dass ein vollständiges Album ordentlich abgehen würde. Limitiert ist die CD auf 500 Exemplare.

7.0 / 10 Punkte

Donnerstag, 21. Februar 2013

Review: Mammoth Mammoth - Volume III: Hell's Likely (CD, Napalm Records/Spinning Goblin Productions)

Mit Stoner Rock/Metal habe ich mich immer mal wieder etwas beschäftigt, bin jedoch nie über Bands wie Monster Magnet hinaus gekommen. Aber seit Orchid bin ich wohl auf den Geschmack dieses wilden Psychedelic und Stoner Rock/Metals gekommen. So sichtete ich nun also letztens diese CD mit eben jenem (man muss es sagen: geilem) Cover. Kurze Hörprobe und mitgenommen... dabei passt dieses Machwerk thematisch gesehen vielleicht nicht so wirklich zum Rest meines Blogs, jedoch weist die Musik sehr viele Parallelen auf, die sehr wohl passen...


Die vierköpfige Band aus Australien präsentiert dabei, wie der Name vielleicht schon vermuten lässt, mit "Hell's Likely" ihr bereits drittes Werk. Man gibt sich direkt zu Beginn bei dem titelgebenden Lied sehr wild rockig, was dem ganzen eine gewisse rotzige Punk-Attitüde verleiht. "Hell's Likely" tritt ordentlich Arsch und verweist alle Poser in ihre Schranken - hat daher auch was von typischem Biker-Metal wie ihn z.B. Motörhead fabrizieren - nur mit einem zusätzlichen, beherzten Kick in die Genitalien. Ja, so klingt wohl wahre Freiheit! "Go" beginnt dagegen sehr Drone-mäßig mit der dröhnenden langgezogenen Bass-Linie am Anfang. Erinnert irgendwie in gewisser Art und Weise auch an die etwas traditionelleren Sachen von Rob Zombie ("House of 1000 Corpses"). Was folgt ist Stoner Metal, der von seinen schizoiden Lyrics und seinem drogengeschwängerten Gitarrenspiel her auch von den guten alten Monster Magnet hätte stammen können - die ja ihr aktuelles Werk ebenfalls auf Napalm Records veröffentlichten (und mal davon ab auf eben diesem wieder etwas zu ihrer wahren alten Stärke zurück gefunden haben). Übrigens hält das reguläre Album sieben Lieder bereit, die in ihrer Wildheit auch musikalische Verweise auf Bands wie Turbonegro innehaben ("Sittin' Pretty", "(Up All Night) Demons To Fight"). "I Want It Too" hält zum Schluss noch eine mehr als verstörende Passage bereit und "Bury Me" ist 100% Stoner Metal Marke Monster Magnet, und ist auch eher im gediegenden Midtempo angesiedelt. Neben diesen Liedern beinhaltet die 'Limited Edition' dann noch fünf weitere Songs der ersten EP "Mammoth Mammoth". Der erste "Another Drink" beginnt gleich mal als traditioneller Stoner Song, was sich auch im Text widerspiegelt. Der Bass dröhnt schön aus den Boxen, allerdings ist alles sehr gut abgemischt, dass es die anderen Instrumente in keinsterweise stört. Besonders hervorheben möchte ich dann noch das Lied "Weapons Of Mass Self Destruction", der gar wirkliche psychedelische Momente besitzt.

Fazit:
Wer benötigt schon bewusstseinserweiternde Drogen, wenn er solche Musik im Regal stehen hat? Mammoth Mammoth schaffen den Spagat zwischen Stoner Metal und dreckiger Assi-Rock-Attitüde, der die nötige Härte verleiht. Neben der normalen CD und der limitierten Digipak-CD wurden auch zwei Vinyl-Ausgaben angefertigt, die ebenfalls die Bonuslieder enthalten - einmal als goldene Vinyl (200 Stück), und einmal als transparent-orangene Vinyl (300 Stück). Meine LP habe ich mir jedenfalls schonmal nachträglich gesichert.

9.5 / 10 Punkte

Review: Aura Hiemis - While The Rest Of The World Sleep... (CD, FunerArt)

Durch einen glücklichen Zufall kam ich in den Besitz des zweiten Albums der mir bis dato völlig unbekannten Ein-Mann-Band Aura Hiemis aus Chile. Als ich dieses Werk hörte, kam ich mir wie in der Zeit zurückversetzt vor. Geboten wird hier ein atmosphärisch unglaublich dichter Mix aus Funeral Doom und Death Metal mit klassischem Ambient-Einfluss, der an die ersten Werke von Theatre of Tragedy denken lässt - bloß ohne den weiblichen Sopran. Oder auch an ganz frühe My Dying Bride.




Das ist auch der Grund, warum ich dann zweimal schauen musste, um mich zu vergewissern, woher der Mann, namentlich V., hinter diesem Projekt kommt. Und da stand tatsächlich weder Norwegen, noch Schweden oder Finnland, sondern Chile. Und das liegt bekanntlich ja noch nicht einmal in Europa! Selten genug, dass aus Südamerika wirklich brauchbare atmosphärische Dunkelmusik kommt, und daher umso erwähnenswerter. Das Album hält fünf eigene Stücke und ein Forest Of Shadows Cover bereit. Die Musik ist zutiefst traurig, düster und lässt keinen Funken Hoffnung aufkommen. Gleiches gilt für den Gesang, der sich mal in Growls widerspiegelt und dann und wann auch mal klar daher kommt. Teilweise finden sich auch regelrechte Duetts ("Whispers In The Dark") - da natürlich mit abwechselndem Gesang. Es wird allerdings auch ein wenig gekeift, wie bei "A Morning Fade Away" - und... ist das etwas Frauengesang, welchen ich im gleichen Song vernehme?! Dabei besitzen sämliche Songs Überlänge und bewegen sich in Gefilden von fünf - 13 Minuten. Den kürzesten eigenen Song stellt noch das knapp sieben minütige Instrumental "Made To Lose It All", welches nicht so depressiv wirkt, wie der Rest des Albums, was wohl daran liegen dürfte, dass es hier keinen Gesang gibt. So klingt dieser instrumentale Doom Metal-Song eher episch und ein wenig erhaben, den Eindruck verliert man jedoch, wenn man den Samples zum Ende hin lauscht. Da vergeht einem schnell wieder da Grinsen. Nein, für positive Eindrücke ist hier kein Platz. Definitiv nicht.

Fazit:
Ein Album, welches mich absolut überzeugt hat. Ich mag diesen alten Doom/Death. Allerdings geht es hier weniger Richtung alte Asphyx, sondern man fährt hier eher die Gothic/Doom/Death-Schiene Marke alte Tristania, Theatre of Tragey oder November's Doom mit zusätzlichem Ambient, was dann eher wieder an Musik Marke Wraith Of The Ropes erinnert. Für jeden, der für solcherlei Musik empfänglich ist, absolut zu empfehlen. Am besten im dunklen Kämmerlein bei Kerzenschein und einer Flasche Rotwein geniessen. Inzwischen wurde das Album auch neu aufgelegt durch das Label Endless Winter, welche auch die aktuelle 3er-Split mit Sculptor und Ego Depths veröffentlichten.

7.5 / 10 Punkte

Review: Vuyvr - Eiskalt (Digitaler Download, Throatruiner Records)

Beim Durchstöbern des Internets bin ich mal wieder fündig geworden in Form dieser Scheibe, die als kostenloser Dowload vom Label zur Verfügung gestellt wurde, und ebenfalls als 12'' Vinyl veröffentlicht wurde. Naja, wenn man schonmal die Gelegenheit bekommt, in das Dingen reinzuhören, nimmt man das ja gerne wahr... Vuyvr besteht aus vier Leuten und kommt aus der Schweiz. Schlechtes Omen? Schliesslich kam aus der Schweiz nun mal äußerst selten brauchbares Material, was Black Metal angeht...




Da stellen teilweise auch Vuyvr leider keine Ausnahme dar. Wobei ich schon sagen muss, dass die Band irgendwie erfrischend anders klingt, was bestimmt auch daran liegen dürfte, dass beteiligte Musiker auch aus der Doom und Sludge Metal-Szene kommen. Der Sänger beispielsweise hat neben Vuyvr noch das Sludge-Projekt Impure Wilhelmina am Laufen und war einige Zeit lang in einer Band Namens Vancouver aktiv, die laut den Metal-Archiven dem Sludge Metal und dem Metalcore frönten. Allerdings hört man gerade auch dem Sänger seine Core-Vergangenheit an. Der Gesang ist nicht wirklich als Black Metal zu bezeichnen, sondern bietet eher einen eher hellen oder von mir aus auch hohen Schreigesang (ihr wisst, was ich meine), wie er typisch für Metalcore ist. Nein, damit kann ich mich einfach nicht anfreunden. Es gibt jedoch auch gute Momente, wo es dann doch (zwar an modernen, aber immerhin) an Black Metal erinnert. Die Instrumente ist in Ordnung, allerdings wirkt das ganze auf die Dauer doch ein wenig monoton, da hier eigentlich (bis auf einige Breaks und zugegebenermaßen gut platzierte Soli) nur stupide in einer Tour durchgemetzelt wird. Allerdings gibt's dann hier und da doch einige Passagen, die an Doom und Sludge denken lassen, was das ganze etwas aufwertet, und wie schon gesagt irgendwie erfrischend anders klingen lässt.

Fazit:
Grundsätzlich kein schlechtes Album, jedoch auch zu unspektakulär, um wirklich hervorzustechen. Die LP aus Frankreich brauche ich daher definitiv nicht, sollte sich mir allerdings mal die Gelegenheit bieten, hierzulande "Eiskalt" in Viyl-Form für wenig Geld zu ergattern, werde ich wohl zuschlagen. Das einzige, woran ich mich hier wirklich störe, ist der teils doch sehr core-lastige Gesang.

6.0 / 10 Punkte

Review: Succubus - Eclipse Of Subterra (CD, Eigenproduktion)

Die melodischen Death Metaller Succubus aus Brandenburg gehen mit "Eclipse Of Subterra" nun auch bereits in die zweite (Album-)Runde. Geboten wird wie schon eingangs erwähnt Death Metal, der in einer modernen und melodischen Art und Weise daher kommt.







Ich weiß, dass dieser typisch moderne Death Metal im Underground nicht unbedingt viele Freunde hat - mich eingeschlossen, da sich das Gros der Bands in meinen Ohren von den Growls sowie von der Melodiefolge einfach zu Emo- und zu Core-lastig anhört, was in meinen Augen rein gar nichts mit Death Metal zu tun haben sollte. Schwule pseudoemotionale Scheiße. Hier verhält es sich aber, wie ich sagen kann, glücklicherweise anders. Succubus erinnern mit ihrem recht modernen Stil an ältere Werke der Schweden In Flames. Auch handelt es sich beim Gesang um richtige Growls und nicht um undefinierbares Schweinequieken, dass ja seit dieser unsäglichen Grindcore-Welle schwer im Kommen ist und dank den Amis von Cannibal Corpse inzwischen ja auch medienkonform ist. Noch eine Band, die sich leider selbst überlebt hat, wenn man da an die ersten Werke denkt. Die CD enthält satte 11 Lieder mit einer Gesamtspielzeit von etwa 50 Minuten. Der erste Song nach dem Intro mit Namen "The Black Seeds Of Succubi" kann leider noch nicht überzeugen, jedoch steigert sich das Album von Lied zu Lied, schon das nächste "Warriors Of The Deathships" hat durchaus Potential, "Deep Black Forest" ist mein persönliches Highlight des Albums, Lied Nummer acht "Vampire's Empire" (welches auf dem Inlay fälscherlicherweise als Lied neun aufgeführt wurde) hat sogar hymnische Klargesang-Passagen zu bieten und bringt somit etwas Abwechslung. Wo wir auch direkt beim größten Schwachpunkt des Albums sind. Denn wie viele, viele andere Bands mit ähnlich geartetem Stil tut sich stimmungstechnisch nicht allzu viel, hier und da erklingt schonmal als Einleitung und Zwischenspiel eine Akustikgitarre, oder es erklingt mal ein Sample, aber sonst wird eigentlich druckvoll durchgemetzelt, wo ich der Band aber zugestehen muss, dass sie ihre Songs generell versuchen individuell aufzubauen und mit gezielt gesetzten Tempowechseln, und verschiedenen Gesangsstilen (natürlich erst einmal der standardmäßige Wechsel zwischen Growls und Schreigesang, aber auch Frauensingsang wie im ersten Lied oder der bereits erwähnte Klargesang) einiges mehr an Abwechslung und Atmosphäre in ihre Musik einbringen als die meisten anderen Gruppen.

Fazit:
Hinter dem recht hellen, comichaften Cover der CD verbirgt sich ein wirklich fieses Werk melodischen Death Metals aus deutschen Landen, dass insgesamt betrachtet sehr von schwedischen Kombos beeinflusst zu sein scheint. Man merkt den Leuten aber das Herzblut an, welches sie in dieses Album haben einfließen lassen. Und das hebt "Eclipse Of Subterra" für mich ganz klar vom Durchschnitt ab. Die CD im Digipak kommt mit einem Aufnäher - ob die Auflage limitiert ist, ist mir nicht bekannt.

8.0 / 10 Punkte

Montag, 18. Februar 2013

Review: Draumar - Gebirge (CD, Karge Welten Kunstverlag)

Neues aus dem Hause Karge Welten. Das Ambient Black Metal Projekt Draumar präsentiert mit "Gebirge" ein neues Mini-Album, welches bereits letztes Jahr veröffentlicht wurde.










Ich hatte ja zunächst große Bedenken, ob es sich hier nicht vielleicht einfach um einen der x-ten Vinterriket-Klone handelt. Aber weit gefehlt. Auch wenn die Aufmachung der CD dies mehr als nur vermuten lässt. Der wirklich vorhandene Black Metal-Anteil ist sehr druck- und kraftvoll in Szene gesetzt. Dazu kommt dann nicht nur der wunderbar träumerische Ambient, sondern auch die real eingespielten Instrumente wie die akustische Gitarre oder Flöten. Auch scheint mir das Schlagzeug mal nicht aus der Konserve zu kommen, was ein großer Pluspunkt ist, und die authentische Atmosphäre dieser EP nochmals unterschreichen sollte. Nach gerade einmal vier Liedern und knapp 20 Minuten Spielzeit ist das Ganze allerdings auch schon leider wieder vorbei. Davon hätte es aber definitiv noch mehr sein können.

Fazit:
Ein ambientes Black Metal-Werk, dass mich mal wieder richtig mitgerissen hat. Das hatte ich jetzt schon längere Zeit nicht mehr. Draumar ist definitiv eine Band, die ich im Auge behalten werde.

8.5 / 10 Punkte

Review: Frozen Ocean - A Perfect Solitude (CD, Wolfsgrimm Records)

Nachdem ich nun ein paar Nachtschichten hinter mir habe, und einigermaßen im Rhythmus bin und dementsprechend auch tagsüber halbwegs zurechnungsfähig bin, komme ich auch endlich mal wieder dazu, zu schreiben. Beginnen wir mit etwas relativ aktuellem, nämlich dem neuen Release aus dem Hause Wolfsgrimm. Dass russische Projekt Frozen Ocean präsentiert mit "A Perfect Solitude" bereits das fünfte Album (innerhalb von einem Jahr!). Was das über die Qualität aussagt, lest ihr nun hier...



Ich möchte gleich den ein oder anderen Leser vorwarnen. Frozen Ocean zelebrieren mitnichten Black Metal - wenn man das allerdings noch durchgehen lassen will, dann höchstens in einer sehr ambienten und post-modernen Art und Weise. So erinnert der Gesang bespielsweise an die Klargesänge von EgoNoir, der Stil ansich erinnert an Sachen wie Sieghetnar - dieser Vergleich wird dann auch dadurch bestärkt, dass es größtenteils lediglich instrumental zur Sache geht, ohne Gesang. Etwas Doom fließt ebenfalls mit ein, und lässt in diesen Passagen dann an das aktuelle Werk von Fäulnis denken. Das bietet also alles nichts wirklich neues, ist jedoch überraschend gut hörbar und intensiv umgesetzt. So kommen hier auch reale Instrumente zum Zuge, was bei Ambient (Black) Metal Kombos ja leider nicht Standard ist, da die Musik meist rein aus der Konserve kommt. Lied Nummer eins ist ein Intro, mit den Titel zwei und fünf hat man den erwähnten EgoNoir-Stil. Song drei beginnt sehr ambient, wandelt sich zur Mitte hin aber zu einem sehr doomigen Instrumental. Bei Lied vier wird dann eher dem Ambient (Black) Metal Stil Marke Sieghetnar gehuldigt. Den Rest stellen reine Ambient-Collagen dar, die an alte Melek-Tha erinnern lassen.

Fazit:
Nein, nichts wirklich neues - auch wenn einige, wenn nicht viele, Leute das hier als 'sehr experimentell' und 'neuartig' ansehen werden. Wahr ist, dass hier bekannte Stile, die man so ähnlich schon einmal zu hören geglaubt hat, mit einander kombiniert wurden. Das allerdings muss ich sagen, ist sehr stimmig und bietet weitaus mehr Atmosphäre als das Gros dieser selbsternannten 'atmosphärischen Black Metal Bands'. Aufgrund dieser Tatsache gibt's von mir...

7.5 / 10 Punkte

Mittwoch, 13. Februar 2013

Review: Urticant - Apocalyptical Invocations (CD, Obscurus Records)

Die beiden Ketzergestalten von Nebrus lassen mal wieder von sich hören. Dieses Mal in Form der ersten CD ihres Projektes Urticant. "Apocalyptical Invocations" hat sich ganz dem blasphemischen Metal verschrieben, und verbindet dabei gekonnt Stile von Black bis Thrash und Death Metal...








Das Duo aus Italien hatte mir diese CD vor einiger Zeit selbst zukommen lassen. Was einen hier erwartet, dürfte eigentlich gleich jedem klar sein, der die Hauptband Nebrus von Sängerin Noctuaria und Instrumentalist Mortifero kennt. Doch ganz so einfach möchte man es der Hörerschaft dann doch nicht machen. Auch versucht man sich hier nicht mit einem neuen Projekt selbst zu kopieren, auch wenn der Gesang natürlich sehr markant ist. Doch verleiht man dem Black Metal mit ordentlich rotziger Rock-Attitüde noch eine nicht zu überhörende Thrash-Note, was sich teils in den Instrumenten, aber vor allem auch in den wirklich fast schon klischeehaft zu nennenden oldschooligen Texten widerspiegelt (z.B. "Intolerant Deathfuck"). So heisst es in eben jenem Lied: "Polite people/you've sucked enough/I'll turn my back/fuck you". Auch einige Anleihen an den Death Metal sind vorhanden, die sich überwiegend im Song "Rabid Death" finden lassen. Eigentlich fast schade, dass das ganze nach gerade einmal knapp 20 Minuten schon wieder vorbei ist. Aber... das ist halt Oldschool.

Fazit:
Was die kurze Spielzeit natürlich noch positives an sich hat, ist die Tatsache, dass einem keines der Lieder unnötig langgezogen vorkommt. Alle Maniacs unter euch dürfen hier bedenkenlos zugreifen, werden sie doch allerbestens bedient. Übrigens wird dieses Mini-Album auch in naher Zukunft auf Tape veröffentlicht werden, und zwar von dem deutschen Label Schattenkult Produktionen, die ja bereits das Debüt von Nebrus auf CD veröffentlichten. Die CD hier kommt mit schwarzer Abspielseite und ist limitiert auf 66 Exemplare (handnummeriert in römischen Ziffern!).

8.0 / 10 Punkte

Sonntag, 10. Februar 2013

Review: Thorybos - Monuments of Doom Revealed (CD, World Terror Committee)

"Monuments of Doom Revealed" nennt sich das Debüt Album der deutschen Band Thorybos aus dem letzten Jahr, welches unter der Flagge von W.T.C. veröffentlicht wurde und sich nicht nur vom Bandnamen her mit dem alten mythologischen Griechenland beschäftigt.








So weist man auch in musikalischer Hinsicht leichte Parallelen zu griechischen Bands wie etwa Kawir oder Riddle Of Meander auf. Auch wird ein Titel in Altgriechisch dargebracht. Aber auch die römische Antike scheint eine gewisse Inspirationsquelle gewesen zu sein ("Downfalls of Masada"). Aber immerhin war Griechenland ja auch mal Teil des römischen Reiches. Die Herren scheinen jedenfalls geschichtlich sehr interessiert und bewandert zu sein, was durchaus zur Authensität des Albums beiträgt. Musikalisch wird hier wie schon erwähnt sehr räudiger, trotzdem episch zu nennender Black Metal zelebriert. Dieser klingt dann, wie ich auch bereits andeutete, nicht typisch deutsch sondern auch eher der Thematik entsprechend griechisch. Die Produktion ist sehr dumpf, was jedoch beabsichtigt zu sein scheint, denn hier durch entfaltet sich erst diese gewisse Atmosphäre, die als düster, rituell und mystisch zu bezeichnen ist. Seinen Beitrag dazu leistet auch Sänger V. Tyrant of Necrocracy and Clandestine Blood Cult Inauguration (da geht einem das Herz auf, übrigens benutzen alle Beteiligten solcherlei Pseudonyme), der nicht etwa keifenden und schreienden Gesang bietet, sondern eher einen an Death/Doom Metal erinnernden kehligen Gröllgesang. Das passt wie die Faust auf's bekannte Auge, und erinnert dabei an Sachen wie Necros Christos.

Fazit:
Ein lohnenswertes Album. Wer seinen Black Metal gerne auch okkult und mythologisch mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Allen anderen sei vielleicht gesagt, dass hier absolut keine neuen Aspekte geboten werden, was die Sache für manche dann vielleicht doch zu uninteressant machen wird. Thorybos kann sich aber gerade auch durch den Gesang vom Einheitsbrei abheben, und bietet wirklich erhabene düstere Atmosphären.

7.5 / 10 Punkte

Review: Stellar Master Elite - Stellar Master Elite (CD, Eigenproduktion)

Da bin ich nun wieder...war ja wieder etwas längere Zeit Funkstille hier. Immerhin liegen mir seit der letzten Review wieder einige neue (alte) Veröffentlichungen vor, die ich so nach und nach besprechen werde. Den Anfang macht hierbei das Projekt Stellar Master Elite aus Deutschland, welches hier sein Debüt präsentiert und auf diesem eine durchaus gelungene Mischung aus Space Ambient, Black Metal und Doom Death Metal bietet...





So war ich nach den ersten anfänglichen Klängen des Albums aus dem Jahr 2011 gleich etwas abgeschreckt, enthalten sie doch klare elektronische Anleihen. Allerdings sind die schnell verflogen, und aus "The Circle" entwickelt sich eine richtig druckvolle Doom Nummer mit auch schnelleren Black Rock Einschlägen Marke Satyricon auf ihrem "Vulcano" Album. Jedoch schlägt hier und da auch mal der Ambient durch und verleiht dem Ganzen eine spacige Note. Das dürfte nicht jedem gefallen, und wirkt vielleicht gerade deshalb auch gewagt und experimentell - wenngleich es das ja nicht wirklich ist, sind die Jungs doch längst nicht die ersten, die diese Stile miteinander verbinden. Das Gute an der ganzen Sache ist, dass es nie zu dominierend wird, und der Fokus eindeutig auf den Metal gelegt wurde, weshalb ich es jetzt auch nicht als sonderlich störend empfinde. "Vortex Void" beginnt sehr okkult mit tiefen und langsamen Gitarren und Bässen. Mit dieser doomigen Grundstimmung setzt sich der Song auch fort. Hinter dem Schlagzeug sitzt übrigens mit Asagh auch kein Unbekannter, schlägt er doch auch bei der Truppe Wintermoon die Felle, wohin gegen der Gitarrist bei Sonic Reign aktiv ist, die ja doch recht modern klingen. Auch wurden vier verschiedene Sänger eingesetzt, was eigentlich auch nicht schlecht ist, werden so doch allerlei verschiedener Stimmungen erzeugt. Allerdings muss ich leider sagen, dass mit dem Frauengesang bei "Ain Soph" voll ins Klo gegriffen wurde. Der klingt dann doch etwas zu spacig und abgehoben. Allerdings ist dies auch der Song, in dem diese rotzige Rock-Attitüde im Stil von Satyricon am deutlichsten hervorkommt, wenn der Sänger loslegt.

Fazit:
Insgesamt betrachtet muss ich sagen, gefällt mir das Album. Trotz der hier aufgezählten Makel. Jedoch lohnt es sich hier definitiv auf Details zu achten. Gekonnt gesetzte Breaks, Tempowechsel und Instrumentensoli machen vieles wieder wett.

7.0 / 10 Punkte

Montag, 4. Februar 2013

Review: Grav - Dit Inget Ljus Kan Nå (LP, Ancient Records/Mystery of Death Productions)

Grav ist der nächste Hammer aus Schweden. Nachdem ich nun die Reviews zu den Werken von Kaos Sacramentum und von Acerbitas geschrieben und online gestellt habe, folgt nun mit Grav das nächste Band-Projekt des Sir N. Mit "Dit Inget Ljus Kan Na" (soviel wie "Dort, wo nun kein Licht (mehr) hinfällt") präsentiert man nach drei Demos ein 12'' Mini-Album.







Dass hier auch gewisse Doom-Elemente zum tragen kommen, hatte ich ja zuvor in der Besprechung zur Acerbitas-Platte geschrieben. Das kommt besonders beim Gesang zum Ausdruck, der halt nicht typisch für Black Metal gechrieen oder gekeift wird, sondern eher sehr tief und dumpf gehalten ist. Das erinnert dann wirklich an Death Doom. Musikalisch ist das ganze auch etwas gediegender - hypnotischer mittelschneller bis langsamer Black Metal ist das Stichwort und erinnert somit nicht nur einmal an die neueren Sachen von Burzum (also die nach dem Knast). Allerdings vermag es dieser doch recht monotone Stil nicht so wirklich bei mir zu zünden, auch wenn man passagenweise recht gute Soundcoullagen bietet. Insgesamt sind hier sechs Lieder bei einer Gesamtlaufzeit von knappen 30 Minuten vertreten.

Fazit:
Ein zwar immer noch überdurchschnittliches Album, allerdings finde ich es lange nicht so mitreißend wie die sonstigen Projekte von Sir N. Ich schätze, auf Grav muss man sich einfach einlassen, und auch in einer gewissen Stimmung für solcher Art Musik sein, in der ich mich aber momentan wohl nicht so recht befinde. Aber egal, bei Zeiten wird die Platte mit Sicherheit noch einmal den Weg auf meinen Spieler finden. Limitiert auf 250 Exemplare (und da bereits mehr als ein Jahr alt ausverkauft!).

6.5 / 10 Punkte

Review: Scratching Soil - Separatism (CD, Stygian Crypt Productions)

Dieses Duo aus Russland bietet, im Gegensatz zum allgemein sonstig bekanntem Underground-Zeugs aus diesen Breitengraden, wirklichen Black Metal, ohne viel Tamtam - und vor allem ohne dominante Keyboard-Teppiche und fast schon brechreizauslösender Frickelstrukturen, die wohl pseudomelodisch daher kommen sollen.







So beschränken sich die Herren Kein und Alastor auf das Wesentliche: abgrundtiefer Hass und brachiale Gewalt. Doch, das hier ist schon sehr stark an der Grenze, zu dem, was ich als War Metal bezeichnen würde. Dazu passend gibt's natürlich hier und da auch kleine Samples mit allerlei Kriegsmaschinerie. Aber es wird glücklicherweise auch nicht in einer Tour durchgemetzelt wie bei den ersten beiden Liedern "Time to Cut the Tails Off" und "Lord Mischiefer' Arrival", sondern im dritten Song wird's dann erstmal gut rhythmisch, da man auch mal ein, zwei Gänge runterschaltet. Das ändert sich aber schnell wieder beim vierten Song. "Cordis et Caellum Dissectio", das fünfte Lied, hat gar ein paar Anleihen, an den guten alten Ami-Death Metal Marke ältere Death oder Morbid Angel. Das gefällt mir, und in meinen Augen bisher der erste wirklich überragende Song des Albums. Gleiches gilt in etwa für den nächsten "The Cutting Word", da auch dieser Song einige Death und Doom Elemente in sich vereint. Die letzten beiden Lieder sind allerdings dann wieder typische War Black Metal Knüppler. Langweilig!

Fazit:
Ein bisschen mehr vom Stil der beiden hervorstechenden erwähnten zwei Lieder, und aus dem Album wäre mit Sicherheit ein wirklich gutes Werk geworden. So allerdings stellt das Album allenfalls Durchschnittskost dar, auch wenn es wie gesagt, schon einige sehr gute Songs gibt - allerdings machen die auch nur den Rest wett, und können das Album so noch vor der völligen Belanglosigkeit bewahren.

5.5 / 10 Punkte

Review: Askuror - Des Zornes eiserne Brut (CD, Bleichmond Tonschmiede)

Es ist endlich so weit... nach nun mehr acht Jahren seit der letzten Veröffentlichung in Form einer Split mit Todesrune gibt es ein neues Lebenszeichen von Askuror - der älteren Band von Thorkraft (Sieghetnar). Nach einer Demo, zwei Splits und der Wiederveröffentlichung der Demo in Split-Form folgt nun mit "Des Zornes eiserne Brut" ein Mini-Album, welches zwar als Voll-Album angepriesen wird, jedoch lediglich vier Lieder mit noch nicht einmal einer halben Stunde Gesamtspielzeit bietet.



Im Gegensatz zu den bisherigen Werken der Band hat sich hier aber noch einiges geändert. So ist Askuror kein Duo mehr, sondern hat durch Aske (Stormulv) (u.a. Ravnsvart und Winterreich) Verstärkung erhalten. So leiht Aske abermals seine Stimme. Und das ist, ich muss es sagen - und da soll sich bitteschön keiner beleidigt fühlen - eine mehr als gute Entscheidung gewesen. Hat Aske doch ein wesentlich stärkeres, emotionaleres Schreiorgan als Thorkraft. Aske kann seinem Gesang sogar die notwendigen Black Metal-Aspekte entlocken. Darüber hinaus schrieb Aske auch sämtliche Texte der CD und lässt hier und da das Horn erklingen (bspw. bei "Unter rotem Himmel"). Thorkraft übernimmt lediglich den Bass und das Schlagzeug, und ist für diverse Chor-Samples verantwortlich. Wobei ich mich hier schon frage, ob das Schlagzeug wirklich real ist, oder nicht doch aus der Konserve stammt und einfach nur programmiert wurde - es fehlt jedenfalls ein wenig an wirklichem Druck dahinter. Bariton übernimmt wie immer den Gitarren-part. Insgesamt wurde bei den vorliegenden vier Liedern aber doch das Hauptaugenmerk auf den Black Metal gelegt und dieser Graveland-mäßige Bombast-Pagan Metal eher etwas in den Hintergrund gerückt.

Fazit:
Nicht das erhoffte Voll-Album geworden, dass sich ja "Gewaltbereit" nennen sollte. Ob das allerdings noch irgendwann einmal veröffentlicht wird, weiss ich bei bestem Willen nicht. Ansonsten bleibt zu "Des Zornes eiserne Brut" eigentlich nur noch zu sagen, dass man mit Aske am Gesang einen wahren Glücksgriff für die Band gelandet hat. Allerdings ist das Werk jetzt allerhöchstens besserer Durchschnitt, viel tut sich hier nicht... leider muss ich dazu sagen. Ich hatte durchaus höhere Erwartungen an einen neuen Askuror-Output.

5.5 / 10 Punkte