Mittwoch, 30. Januar 2013

Review: Acerbitas - Urkaosets Svarta Vredesdom (LP, Afgrundsvisioner/Ancient Records)

Acerbitas ist ein weiteres Band-Projekt aus Schweden, welches ich im Zuge einer großangelegten Bestellung bei Ancient Records erstanden hatte. Und auch dieses Release dürfte wohl heute, knapp zwei Jahre nach Veröffentlichung, längst ausverkauft sein. Allerdings auch völlig zurecht. Es handelt sich hier um ein Soloprojekt von Sir N. (u.a. Svartrit, Helgedom, Grav, Hädanfärd und einst Sänger bei Kaos Sacramentum, die es inzwischen ja nicht mehr gibt).





Schon erstaunlich, wie der Kopf hier hinter es immer wieder schafft, dass seine Projekte nie wirklich gleich klingen, sondern immer wieder neue Fascetten des Black Metals angesprochen oder in den Vordergrund gerückt werden. Ist es bei Grav eher ein Hauch von Doom, dagegen bei Grifteskymfing eine leichte depressive Note, ist es bei Helgedom eher ein paganer Grundtenor und bei Kaos Sacramentum eine leicht hymnische Atmosphäre, so ist es bei Acerbitas dann eher ein gewisser spiritueller Okkultismus. Texte, die eine gewisse Glorifizierung des Todes innehaben und sich mit Anti-Kosmos beschäftigen. Das Ganze hört sich musikalisch so an, als hätte es nach den ersten Werken von Burzum und Mayhem nichts mehr gegeben. Sowohl diese hypnotisch-epische, aber auch 'leere' Atmosphäre, die zum Beispiel Burzum's Debüt oder der "Aske"-EP innewohnten, als auch dieses Mystische wie bei Mayhem's "De Mysteriis Dom Sathanas" lassen sich hier finden. Dabei erinnert die Spielfreudigkeit der Instrumente jedoch an die alten Werke einer ganz anderen Band - nämlich an die ihrer Landsleute Dissection, insbesondere meine ich dabei "The Somberlain" oder "Storm Of The Light's Bane" - jedoch ohne dieses thrashige oder den Death Metal Einfluss dabei. Das hier ist halt purer Black Metal, und so soll es ja auch sein. Die meiste Zeit bewegt man sich im hymnisch anmutenden schnelleren Midtempo, schaltet aber auch mal einen Gang höher. Auch scheut man sich nicht davor, Samples zu verwenden oder einen fast klagenden Sprechgesang einzusetzen (wie beim ersten Song der B-Seite, in dem auch Glockenschläge ertönen).

Fazit:
Ein granidoses Album! Von meiner Warte aus wurde hier alles richtig gemacht. Acerbitas schreibt die Geschichte zwar nicht neu, und dem Genre wird eigentlich auch nichts neues hinzugefügt. Doch dies ist wahrscheinlich auch gar nicht die Intention des Albums. Hier geht es lediglich darum, zu zeigen, dass das alte Feuer in manchen Herzen auch heute noch lodert! In diesem Zusammenhang handelt es sich bei diesem durch und durch sich der alten Schule verschriebenen Album um einen Flächenbrand epischen Ausmaßes!

9.5 / 10 Punkte

Review: Annthennath & Frostmoon Eclipse - Human Infanticide (EP, Armée De La Mort Records)

Eine internationale Vinyl-Single, die uns hier präsentiert wird. Sowohl die französischen Annthennath als auch die Italiener Frostmoon Eclipse warten hier mit jeweils einem neuen Song auf. Ob sich das ganze wirklich lohnt, lest ihr im folgenden...









Beginnen wir mit der Seite Annthennath und ihrem Stück "Medea Encomium". Mir war die Band bisher nur von ihrer "Paeans of Apostasy" LP bekannt, die mich schon damals tief beeindruckt hat. Hier fährt man nun ein knapp sieben Minuten langes Lied auf, welches im hymnisch-treibenden Midtempo der schnelleren Gangart vorgetragen wird. Eine kleine Perle, die garantiert zu keiner Sekunde langweilig anmutet.

"Newborn Misery" nennt sich der Beitrag von Frostmoon Eclipse, von denen ich, wie ich gestehen muss, auch nicht viel mehr als ihre erste EP-Veröffentlichung aus dem Jahr 1999 "Supreme Triumph in Black" kenne. Die allerdings fand, bzw. finde ich immer noch, einsame Spitze. Der Stil ist jedoch mit dem hier präsentierten nur noch bedingt vergleichbar. Quasi die gesamte symphonische Kiste ist gewiechen, aber dieser erhabene, dennoch raue Stil steht der Band gut zu Gesicht.

Fazit:
"Human Infanticide" ist eine wirklich gelungene 7'' Split-EP geworden, mit zwei sehr guten Bands. Sollte man sich auf jeden Fall anschaffen! Jedoch ist das Vergnügen wie bei den meisten EPs relativ kurz, und gerade hier hätte ich mir noch jeweils mindestens ein Lied mehr gewünscht. Das nächste Mal besser gleich ne 10'' draus machen. Limitiert auf 300 Exemplare.

8.5 / 10 Punkte

Dienstag, 29. Januar 2013

Review: Uraeus - Supremo Lucifer-Ra (EP, Necromancer Records)

Black Metal aus Südamerika... genauer gesagt aus Brasilien. Hurra, hatten wir ja lange nicht mehr hier... allerdings auch aus gutem Grund. Wer meine Reviews schon etwas länger verfolgt, wird sicher wissen, wie ich zu südamerikanischem Black Metal im allgemeinen stehe, und was ich von ihm halte. Aber gut, schiebe ich meine Vorurteile mal beiseite und gebe Uraeus mit dieser 7'' Platte mal eine Chance... vielleicht wird es ja auch gar nicht so schlimm.





Und tatsächlich, was ich das vernehme, weiß mir durchaus zu gefallen. Mal kein einfallslos dahin gekloppter High-Speed-Ich-Seh-Das-Ende-Nicht-Black Metal, auch kein Ich-Bin-Ja-So-Traurig-Und-Heule-Mir-Die-Seele-Aus-Dem-Leib-Scheiß-Emo-Schwuchtel-Black Metal, sondern wirklich einfallsreicher Schwarzmetall mit einer gewissen dreckigen Rock-Attitüde und auch einem nicht so verleugnenden Thrash-Einfluss. So sind die ersten beiden Lieder der Seite "Serpential" gleich zwei gute Oldschool Granaten, allerdings erwarte ich das bei einem Titel wie "Hail Metal Negro Tupi" auch. Seite "Luciferiano" zeigt sich dann genau so, wie die andere Seite endete... nämlich insgesamt eine ganze Ecke mystischer und okkulter, was mit Sicherheit nicht zuletzt an dem beschwörenden Klargesang (fast chorgleich) in Verbindung mit der keifenden Stimme liegt. Davon hätte es ruhig auch noch etwas mehr sein können.

Fazit:
Eine lohnenswerte 7'' Vinyl-EP, die schon bei hören Lust auf mehr macht. Ich jedenfalls werde mal die Augen offen halten, ob ich nicht noch ein Voll-Album der Band irgendwo ergattern kann. Limitiert auf 300 Exemplare.

8.0 / 10 Punkte

Review: Ravnsvart - In den Fängen der Kälte (MC, Black Blood Records)

Es freut mich, endlich mal wieder etwas zu einer Band schreiben zu können, die direkt der Bruderschaft des Circle of Honor angehört. Ravnsvart ist die Hauptband von Aske Stormulv, der auch dem Projekt Winterreich eine Stimme gab. Zudem ist leiht er auch anderen Projekten und Bands seine Stimme, wie bspw. Sieghetnar, Askuror oder Todesrune, die ja auch bald wieder etwas aufnehmen werden. Mit dem hier vorliegenden Tape präsentiert man nun das erste Demo-Album von Ravnsvart, und das kann auf jeden Fall etwas.





Nach dem Intro "Blut und Rache" geht es auch gleich los mit dem Lied "Seelenwanderung", welches sich gleich zu Anfang in treibendem Midtempo bewegt, dann eine kurze Pause und es wird auch mal ein Gang hoch geschaltet. Der gekeifte, teils auch schreiende Gesang - der aber auch hier und da durch klare Passagen ergänzt wird - passt gut, und man kann sogar hier in diesem frühen Stadium schon sagen, dass "In den Fängen der Kälte" von Ravnsvart wesentlich zugänglicher, weil konventioneller, ausgefallen ist als das Album von Winterreich. So bietet man hier gut verdaulichen deutschen Underground Black Metal, der niemandem wirklich weh tut, sogar an typische Titelklischees wie "Death to the Traitor", "My Misanthrophic Path" oder "Vision vom Reich der Dunkelheit" wurde gedacht. Besonders hervorheben möchte ich hier aber erst einmal den eben zweit geannten Song, der mit seinem donnernden, schnellen Rhythmus genau das wiedergibt, was der Titel aussagt. "Blinded by the Eternal Fire" ist ebenfalls eine recht schnelle Nummer. Insgesamt bietet man der Hörerschaft 15 Lieder, inklusive einem Rehearsal von "In the Shadows of Neverending Hate". Allesamt sind, wie schon erwähnt, im Midtempo angesiedelt, mal schaltet man auch einen Gang schneller, mal ertönen auch akustische Passagen ("Firestorm of the Unholy Tyrants"), es gibt Zwischenspiele ("Ravnsvart", "Zwischen Zorn und Nebel"), sowie diverse Sample-Einspielungen wie bei "Vision vom Reich der Dunkelheit". Jeder Song ist im Rahmen der Möglichkeiten doch relativ individuell gehalten... ich sage "im Rahmen der Möglichkeiten", da man sich doch sehr auf den Black Metal mit Underground-Attitüde einfährt, und beinahe jedweden nichtkonformen Einfluss abschmettert. Das ist zwar prinzipiell nicht verkehrt, könnte dem einen oder anderen jedoch auch schnell zu langweilig werden. Zum Abschluss möchte ich dann auch nochmal auf das doch sehr gelungene Mayhem Cover am Ende der CD hinweisen!

Fazit:
Mir gefällt's, wenn es vielleicht auch nicht jedermanns Sache sein wird. Gerade das Schlagzeug klingt etwas zu statisch, aber ok. Es gibt auf jeden Fall noch wesentlich schlechteres. Beim Label erschien sowohl eine Tape- als auch eine CD-Version des Albums, das Tape sogar handnummeriert.

7.0 / 10 Punkte

Sonntag, 27. Januar 2013

Review: Patris - Servants Of Hellenism (CD, Black Metal Cult Records)

Neues aus Griechenland... Patris ist eine relativ junge Ein-Mann-Band aus dem Land der Götter. Die Intention von Mintaur, Kopf der Band, ist es die Griechen auf musikalische Art und Weise an ihre Wurzeln zu erinnern. Sie sollen sich darauf besinnen, was das Land einst groß gemacht hat. Nun, in Zeiten der europaweiten Krise, die wird hauptsächlichen den Banken, Aktienmärkten und falschem wirtschaften zu verdanken haben, bestimmt kein verkehrtes Unterfangen. Es darf jedoch angezweifelt werden, ob sich mehr als eine kleinere Schar für solche Musik begeistern werden können.



So präsentiert man hier durchaus druckvollen Bombast-Black Metal, der sich auf's Wesentliche beschränkt - und seine ganze epische Atmosphäre der gekonnten Produktion und nicht etwas überspitzten Keyboard-Teppichen verdankt. Nur hier und da jetzt mal ein Chor-Sample ein wie in "Religion Of Ichor". Geboten werden vier Lieder, die sich allesamt zwischen ca. vier - sieben Minuten Spielzeit bewegen. Wahnsinnig lange dauert dieser griechisch-kulturelle Beitrag also nicht an. Das ganze erinnert mich musikalisch gesehen stark an einen Bastard aus aktuellen Graveland und ihren Landsleuten von (verbotener Name - gedanklich bitte einsetzen), die in jüngerer Zeit durch Alben und Splits mit Totenburg oder Evil klar gemacht haben, dass sie auch in der Lage dazu sind, wirklich gute Musik zu fabrizieren. In einigen Passagen hört man sogar etwas Kawir heraus. Allerdings distanziert sich das Projekt Patris auch ausdrücklich auf der offiziellen Seite von jeglichem politischen Gedankengut. Die Tatsache, dass das EP-Album auf Black Metal Cult erschien, lässt jedoch mehr als nur tief blicken...

Fazit:
Recht stimmungsvolles, druckvolles Mini-Album. Typische Kost für zwischendurch, ohne viel Tiefgang. Wird mit Sicherheit seine Anhänger finden, mir persönlich fehlt hier jedoch eindeutig noch der wirkliche "Aha"-Effekt, wobei man hier schon einige gute Ideen parat hat. Wer nicht bereit ist, bei Black Metal Cult zu bestellen (was ich niemandem verübeln kann), der hat die Möglichkeit sich das Album kostenlos runterzuladen. Den passenden Link dazu findet sich in der Inhaltsangabe der offiziell eingestellten Youtube-Videos der Band.

6.0 / 10 Punkte

Samstag, 26. Januar 2013

Review: Malignant Eternal - Tarnet (CD, Hot Records)

Wir schreiben das Jahr 1995. Ganz Norwegen wird von Massen an Black Metal Bands überflutet. Ganz Norwegen? Ja, mann. So sah es leider aus, und so sieht es leider immer noch aus. Mit dem Unterschied, dass heutzutage kaum noch zu gebrauchendes Material aus Norwegen kommt. Allerdings darf man sich im Falle von Malignant Eternal's Erstling "Tarnet" ebenfalls die Frage stellen, ob man das wirklich braucht.





Es bleibt ja immer Geschmacksfrage. Wie steht man zu Black Metal mit symphonischen Einflüssen? Ich persönlich schätze die Werke aus dieser Zeit sehr, da sie im Gegensatz zu gleichartigen Arbeiten aus der heutigen Zeit einen gewissen Flair besitzen. Einen gewissen Geist innehaben, diesen Hauch von Nostalgie atmen. Das trifft aber bei weitem nicht nur auf nordische Verfechter dieser Spielart zu, so sind es ebenso die alten Werke von Opera IX (Italien) oder Godkiller (Monako), die mich faszinieren, wie eh und je. Und wo wir dann schon bei Norwegen sind... auch den alten Alben von Dimmu Borgir oder Obtained Enslavement vermag ich durchaus etwas abzugewinnen, halte "Stormblast" gar für eines der besten Black Metal Alben mit Symphonic-Einflüssen aller Zeiten. Was Malignant Eternal mit ihrem Debüt "Tarnet" präsentierten, schlägt in eine ähnliche Kerbe, bietet allerdings auch nichts neues. Ich hatte, bevor ich in den Besitz dieser CD gelangte, nie zuvor von der Band gehört, und wäre wahrscheinlich auch ohne ihre Entdeckung glücklich geworden. Allerdings muss ich schon zugestehen, dass es sich bei Tarnet durchaus um einen relativ brauchbaren musikalischen Vertreter der Mitt-90er 'Szene' in Norwegen handelt.

Fazit:
Ein gelungenes Zeitdokument. Mehr allerdings auch nicht. Ein Album, was man nicht unbedingt haben muss, allerdings gerade für Sammler und Liebhaber der Mitt-90er-Black Metals durchaus zu empfehlen. Ein kleines aber feines Machwerk, welches garantiert auch all jene ansprechen wird, die Dimmu Borgir gerade für ihre ersten zwei Alben sehr schätzen.

7.0 / 10 Punkte

Review: Kaos Sacramentum - Förneka Den Fysiska Lekamen (CD, Ancient Records)

Den Daten nach zu urteilen, erschien diese Zusammenstellung von Liedern zwischen dem Debüt-Album "Scars Of Revelation" und dem Werk "Avgrundens Konst" (die Besprechung findet sich hier). Zelebriert wird einmal mehr erhabener Black Metal mit dreckiger Rock- und düsterer Okkult-Attitüde.







Ist schon ne Weile her, seit ich die letzte CD dieser Truppe aus Schweden besprochen habe, dabei kam ich mittlerweile in den Genuss der kompletten Diskographie, die auch gerade einmal aus nur vier CDs besteht. 2011 löste sich die Band leider auf. Beim Hören ihrer Werke jedoch wird einem schnell klar werden, dass der Black Metal damit einer seiner intensivsten Gruppen, die heutzutage noch dem ursprünglichen Pfad folgen, beraubt wurde. Da ist es gleich noch einmal eine so große Schande, dass diese Band bei weitem nicht die Anerkennung erhielt - und immer noch nicht erhält - die sie eigentlich verdient hätte. Aber lasst uns zurück auf dieses Album kommen. Beginnend mit einem Intro, welches an eine rückwärts abgespielte christliche Messe denken lässt, folgt auch gleich schon der erste richtige Song "The Four Black Thrones Of Chaos"... und allein dieser Titel verursacht bei mir schon eine wohlige Gänsehaut. Musikalisch bewegt man sich im wohligen Midtempo, präsentiert sich erhaben und doch militant, was vor allem zum tragen kommt, wenn die Breaks und die Double-bass einsetzt. Dann klingt man gar wie Inquisition auf ihrem immer noch neuen Langspieler "Ominous Doctrines of the Perpetual Mystical Macrocosm". GEIL!!! (und ja, die drei Ausrufezeichen SIND gerechtfertigt). "Opening Ritual" geht da schon eine Spur okkulter zu Werke, keine großartigen Spielereien, sondern vielmehr hypnotisch-mystische Gitarrenriffs bestimmen hier das Geschehen. "Unmanifested Mystery" beginnt dagegen wie ein wahrer Sturm, und fegt alles hinweg. Man merkt also, dass man sich hier wirklich bemüht hat, verschiedene Stimmungen und Stile zu erschaffen und miteinander zu vereinen. Jeder, wirklich jeder der insgesamt 15 Songs ist sehr individuell gehalten, mal wird geknüppelt ("Apep, Wrathful Serpent Of Chaos", "The Secret Names Of The Eleven Gods"), dann wird's erhaben und hymnisch im Stil von Inquisition ("Holy Light, Illuminate", "Stench Of Abomination"), dann wieder fast monoton und hypnotisch-langsam wie bei "Break The Seals Of Cosmos", und schließlich fast psychedelisch ("Triumph In Deprivation").

Fazit:
Eine grandiose Zusammenstellung von Songs der Band, die offensichtlich und hörbar auch aus verschiedenen Schaffensperioden, bzw. diversen Sessions stammen. Ich verneige mich vor dem Schaffenswerk dieser Schweden. Besser geht es kaum noch! Von mir gibt's die Höchstpunktzahl:

10 / 10 Punkte

Preview: Moon - The Nine Gates (MC, Schattenkult Produktionen)

Das aus Australien gute Musik kommt, weiß man nicht erst seit den paar guten Veröffentlichungen, die Drowning The Light hatten. Auch Sachen wie beispielsweise Urgrund sind durchaus hörbar und als 'gut' zu bewerten. Und wo wir schon bei Urgrund sind... das hier zu Grunde liegende Werk "The Nine Gates" stammt tatsächlich (und glücklicherweise muss ich sagen) nicht von den polnischen Namensvettern Moon, sondern von einem australischen Soloprojekt von Miasmyr, der - und jetzt kommt die Verbindung - ebenfalls mal bei Urgrund an der Gitarre aktiv war...




Was hier nach einem relativ kurzen instrumentalen Intro ("The Rejection of Flesh") aufgefahren wird, habe ich so auch noch nie aus Australien vernommen. Für solch' okkulte Klänge waren bisher immer eher die Griechen oder von mir aus auch Italien bekannt. Während "Inhale Darkness" noch relativ zahnlos daherkommt - dafür ist er einfach ein Quäntchen ZU monoton - geht der zweite richtige Song "Poison From The Abyss" direkt in die Vollen. Es wird in einer Tour durchgeknüppelt, zur Mitte hin wird es etwas rhythmischer, was sich dann bis zum Ende hindurchzieht. "Sabbat" präsentiert sich zu Anfang auch monoton, bietet jedoch noch einige Fascetten mehr, wie ein einsetzendes Orgelspiel, was dem ganzen in Verbindung zu der ohnehin schon nebelschwangeren, düsteren Atmosphäre noch etwas sehr Mystisches, Okkultes gibt. Dazu passend auch die im letzten Viertel vorkommende Akustikgitarre. Insgesamt ist die Musik des Album-Tapes sehr erhaben, von einer dunklen Majestätik, die heutzutage nur noch schwerlich zu finden ist - gewiss vermögen es viele Bands, gerade im Underground, solche Atmosphären zu erzeugen... doch die wenigsten sind wirklich so authentisch, dass man ihnen die Mystik und das Okkulte abkaufen würde. Solche Bands sind wahrhaftig rar gesät, und Moon, die ich bis dato überhaupt noch nicht kannte, darf ich erfreulicher Weise dazuzählen.

Fazit:
Ein sehr gutes Album! Moon aus Australien ist mal eine Band, die man unbedingt im Auge behalten sollte. Gerade die Tatsache, dass der doch recht monotone, mystisch-okkulte Stil der Band längst nicht jeden ansprechen dürfte, macht "The Nine Gates" zu etwas Besonderem. Ein Werk, welchem man anmerkt, dass man nicht unter allen Umständen jedem gefallen wollte, sondern eher sein eigenes Ding durchgezogen hat. Es reicht zwar bei weitem nicht an die Intensität von Bands wie Stutthof oder Acherontas heran, ist aber trotzdem mehr als nur hörenswert! Das Album wird in MC-Format bei der deutschen Schmiede Schattenkult Produktionen veröffentlicht werden, und zwar Anfang Februar in einer Auflage von 100 Stück. Vom Label selber habe ich erfahren, dass das Ding durch Vorbestellungen schon fast gänzlich ausverkauft ist - alle Interessenten sollten sich daher schnellstmöglich mit dem Label in Verbindung setzen unter sk-produktionen@gmx.de um sich noch ein Exemplar zu sichern. Vorläufiges Urteil:

8.5 / 10 Punkte

Review: Necrosadik - The Portrait Of My Sorrow (CD, Rotten Crowz Productions)

Necrosadistik, zweiter Versuch. Nach dem absolut nicht hörbaren, mein Gehör beleidigenden Debüt (eine Review dazu findet sich hier) mit diesen an Leichenschändung grenzenden Nachspielversionen von Bathory und Nattefrost, folgt nun mit "The Portrait Of My Sorrow" die Wieder-Veröffentlichung des zweiten abendfüllenden Werkes der Soloprojektes wurde einmal mehr durch das Label Rotten Crowz realisiert.






Nachdem ich die erste CD nach erfolgter Rezension dezent entsorgte, war ich ja doch irgendwie gespannt, ob dieses Projekt doch noch mal irgendwann die Kurve hin zu hörbarer Musik geschafft hat. Also machte ich mich in den Unweiten des Internets auf die Suche, und fand tatsächlich eine entsprechende myspace-seite, die allerdings mittlerweile offline zu sein scheint - oder es wurde inzwischen jegliches musikalisches Material entfernt... ich habe keine Ahnung. Wie dem auch sei, neulich erhielt ich nun dieses zweite Machwerk der 'Band'. Eines möchte ich gerne direkt zu Anfang loswerden: "The Portrait Of My Sorrow" stellt einen Fortschritt dar. Immerhin hat man das mit dem kläglichen Versuch gelassen, Black Metal zelebrieren zu wollen, und hat sich stattdessen nur auf 'Ambient' und 'Gesang' beschränkt. Ersterer besteht dann lediglich aus Tastengeklimper, welches teilweise sogar recht atmosphärisch anmutet und für einen verstörenden Horrorfilm-Soundtrack gereichen würde - jedenfalls wenn es für sich stehen würde. Denn was man der Hörerschaft dann doch nicht ersparen wollte, ist der Versuch mit dem Schreigesang, der hier abermals so klingt, als ob er direkt am Webcam-Mikro aufgenommen wäre und der Protagonist selbiges obendrein noch zwischen seine Zähne gesteckt hätte. Zudem ist er hier und dwieder gnada enlos abgehackt und hoffnungslos übersteuert, was dazu führt, dass jegliche Atmoshäre, die bis dato versucht wurde aufzubauen, beim ersten Erklingen der 'Stimme' abrupt zunichte gemacht wird. Und so ganz konnte man das mit dem Black Metal dann ja doch nicht lassen... der letzte Song stellt nämlich ein Cover des Besatt-Stückes "Son Of Pure Viking Blood" dar, welches zusätzlich zu dem Tastengeklimper und dem schrecklichen 'Gesang' noch Akustik- und E-Gitarren enthält. Das erinnert mich an eine schlechte Variante der Klamauk-Band Winterschiss, die ja für sich schon ziemlich Scheiße waren.

Fazit:
Ab in die Tonne damit, den Deckel drauf und am besten noch mit Stahlbolzen zuschweißen und vernieten. Da fährt man auch keine Sympathie-Punkte mehr mit dem Vermerk ein, dass das 'Werk' seiner verstorbenen Großmutter gewidmet wurde - wobei ich mich hier allen Ernstes fragen muss, ob Necrosadistik wirklich zu den Menschen gehört, die ihre Omi wirklich geliebt haben. Insgesamt betrachtet ist "Portrait Of My Sorrow" nicht ganz so schlimm wie das Erstlingswerk, trotzdem in meinen Augen meilenweit davon entfernt, ein gutes, ernstzunehmendes Album darzustellen. Limitiert ist dieser Mist übrigens wieder auf 25 Exemplare.

0.5 / 10 Punkte

Review: Fester - Winter Of Sin (LP, Iron Bonehead Productions)

Das berliner Kult-Label Iron Bonehead veröffentlichte vor ein paar Jahren das Debüt-Album der Norweger Fester aus dem Jahr 1992 endlich auch auf Vinyl, da es dieses bisher nur auf CD zu ergattern gab. Damals unter No Fashion, und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mittlerweile out of print ist.







Was die Musik angeht, so wird hier schnörkelloser, rockiger Black Metal geboten, der gar ein paar oldschoolige Death- und Thrash-Einflüsse aufweist. Und so zeigt sich die A-Seite schon einmal relativ melodisch-bolzerisch. Das fängt bei "Winter Of Sin" an und endet bei "Victory!!!" (man beachte die drei Ausrufezeichen). Hinzu kommt, dass Fester mit ihrer Art von düsterem Metal nicht so typisch nordisch für damalige Verhältnisse klingen, sondern auch vor allem eher an die Spielweisen alter polnischer Werke erinnern. So sind passagenweise durchaus Momente hörbar, die an frühe Graveland erinnern (die allerdings erst später bei der bekannten Band aus Polen zum tragen kamen). Seite B hält da dann eher das Gros auf den Blackened Thrash Metal, der hier geht es insgesamt eine Ecke spielfreudiger, wirrer und rotziger zu, als noch bei den ersten fünf Liedern. Besonders hervorheben möchte ich hier den dritten Song "A Dogfight Leaves A Trace", welcher auch stimmungsvolle Anleihen an den traditionellen Doom Metal inne hat und sogar mit Chor-Samples aufwartet, sich aber ansonsten eher Death- und Thrash-lastig zeigt, inklusive gezogenem Gitarrenspiel, was einen auch an die guten alten Death aus Amiland denken lässt.

Fazit:
Fester existieren bis heute, und haben sogar letztes Jahr ein aktuelles Album veröffentlicht, zu dem ich allerdings nichts sagen kann, da mir mal abgesehen von ihrem hier rezensierten Erstwerk nichts bekannt ist. Vielleicht komme ich ja noch einmal in den Genuss eines Albums dieser Band. Stören würde es mich auf jeden Fall nicht, sofern, das Material von der Art auf "Winter Of Sin" ist. Für damalige Verhältnisse hatte man schon einige interessante Fascetten zu bieten, die heutigen Neulingen aber wohl eher nichts mehr als ein müdes Lächeln hervorlocken werden. Doch man muss das Werk als das sehen, was es letztendlich ist: ein typisches Kind seiner Zeit mit einigen netten eigenen Ideen, die sich auch heute noch weitverbreitet wiederfinden lassen. Allerdings wirkt das Album für eine höhere Punktevergabe dann doch eine Spur zu monoton und unspektakulär. Der Basser der Band ist im übrigen bereits verstorben, und diese Veröffentlichung ist mehr oder weniger dem Gedenken an ihn gewidmet. Limitiert auf 500 Exemplare (nicht durchnummeriert!).

8.0 / 10 Punkte

Review: Total Hate - Necare Humanum Est (LP, Eternity Records/Eisenwald Tonschmiede)

Total Hate... diesen Namen hatte ich wohl irgendwo irgendwann mal mit Sicherheit aufgeschnappt, jedoch hatte ich das musikalische Schaffen der Kombo aus dem Freistaat Bayern nie im Auge behalten. Jedenfalls bis ich das bis dato immer noch aktuelle Werk "Necare Humanum Est" in seiner Vinyl-Fassung von dem Label Eternity zugespielt bekam...







Bei Total Hate handelt es sich bei weitem auch um keine Unbekannten der Szene, die da musizieren. Am Gesang findet man Adrastos, der dem einen oder anderen noch als Sänger (und aktuell einzig verbliebenes Mitglied) von Seeds Of Hate bekannt sein dürfte. Den Bass zupft Aer von Erhabenheit und das Schlagzeug wird von Winterheart (Nyktalgia, Sterbend, Hinsidig) zertrümmert. Dazu gesellt sich dann noch Gitarrist Erebos. Allein schon diese Kombination, als auch das Cover ansich, sollte gleich verdeutlichen, was man hier als Hörer erwarten darf - lupenreinen misanthropic Black Metal, ohne irgendwelche Verfälschungen und Spielereien. Kein Ambient, kein Frauengesang, keine Keyboards. Das Album stellt gleichzeitig eine dicke FUCK OFF-Bekundung an alle Trends und die "moderne Szene" dar, dürfte zeitgleich aber jedem Old School Maniac Freudentränen in die Augen treiben. So konsequent einem Pfad folgen heute (leider) nicht mehr sehr viele Bands, vor allem nicht hier in Deutschland. Und wenn, dann handelt es sich in den meisten Fällen um schwache, einem nichts sagende und nichts gebende Aufgüsse und Kopien irgendwelcher alteingesessener, zum Kult erhobener Nordlichter, die ihren Zynit in der heutigen Zeit schon lange überschritten haben. Bei Total Hate verhält es sich glücklicher Weise etwas anders. Klar, einen Innovationspreis wird man mit "Necare Humanum Est" nicht gewinnen. Auch wird dem Genre eigentlich nichts wirklich neues hinzugefügt. Aber das ist auch gar nicht erst die Intention der Band. Die Musik soll oldschool sein - und das schafft man, ohne sich in irgendwelchen Klischees zu verlieren. Es wird zwar klar und deutlich, wer und was hier denn wohl als Inspirationsquelle diente, aber es gelingt der Band stets die Gradwanderung zwischen Altbekanntem und persönlicher Note zu vollziehen.

Fazit:
Mit Sicherheit ist "Necare Humanum Est" kein Must-Have-Album geworden, dafür fehlt einfach das gewisse etwas. Doch ist der Band durchaus ein solides Old-School-Werk geglückt, welches sicherlich noch öfters auf meinem Plattenteller landen wird. Die gemeinschaftliche Produktion zwischen Eternity Records und der Eisenwald Tonschmiede ist limitiert auf 300 handnummerierte Exemplare, und sollte in deren Online-Shops trotz des Alters der Platte (mittlerweile drei Jahre) noch erhältlich sein.

7.5 / 10 Punkte

Montag, 14. Januar 2013

Review: Vordr - Vordr (LP, Obscure Abhorrence Productions)

Dieses Mini-Album erschien bereits im Jahr 2009 unter dem Banner des Deutschen Labels Obscure Abhorrence. Die Band Vordr aus Finnland präsentierte mit diesem nach zwei Demos, drei Alben und einer beachtlichen Anzahl von Split-Veröffentlichungen mit u.a. Odelegger, Orodruin, Impious Havoc, Wrath und Noctifer wieder ein lupenreines Black Metal-Album, welches mal so typisch finnisch klingt.






Eigentlich wollte ich das ja nicht sagen, aber es stimmt: das hier klingt wirklich typisch finnisch. Jedoch nicht unbedingt immer nach dem besten, was aus Finnland so kommt. Zwar versteht es die Platte durchaus einen zu fesseln, aber manche Passagen kommen einem dann doch irgendwie zu sehr in die Länge gezogen vor - und das obwohl die Längen der Lieder bei knapp zwei - knappen acht Minuten liegen. Auch wird direkt beim ersten Durchgang deutlich, dass es sich hier nicht um Musik handelt, die direkt im Ohr hängen bleibt. Es benötigt schon ein paar Anläufe - und dann erschließt sich einem auch so langsam die Musik gänzlich. Da erkennt man dann doch, dass das hier durchaus Konzept besitzt und keinesfalls monoton ist. Einen monotonen Grundtenor zwar schon, aber dann doch nicht zu sehr. Und mit einem Mal hat man das Gefühl, dass das hier viel zu schnell vorbei ist. Man wünscht sich noch ein paar Songs vom Schlage eines "Weeping the Seas", der auch eine für diese Band angemessene Länge besitzt.

Fazit:
Genau wie einige von euch sich beim lesen dieser Rezension fühlen werden, kam ich mir beim hören dieser Platte vor... zunächst war ich unbeeindruckt, doch beim zweiten Durchlauf erhielt die Musik einen gewissen Reiz, der sich auch beim dritten Durchlauf wiederholte. Und dann kam die Erkenntnis: da hätte man wesentlich mehr draus machen können! Vordr bestechen durch ihre nicht allzu langen Lieder, das führt halt dazu, dass man auch durchaus zu einem weiteren Durchlauf direkt im Anschluss bereit ist, jedoch finde ich die Lieder dann schon etwas zu kurz, nachdem man sich eingehender mit ihnen beschäftigt hat - und der knapp 7 1/2 minütige "Weeping the Seas" wird zum grandiosen Highlight des Werkes. Jedoch erfährt dieser keine Fortsetzung mehr, denn auf ihrem Höhepunkt endet die Platte bereits auch schon - und als Hörer wird man einerseits euphorisch, aber doch mit einem Staunen zurück gelassen. Allerdings hat das auch was für sich, und wird sicher dafür sorgen, dass man sich die Platte dann noch ein paar Mal anhört. Limitiert ist die einseitig bespielte Vinyl-Scheibe auf 500 Exemplare, die ersten 100 Stück in orange, der Rest in schwarz.

8,5 / 10 Punkte

Review: Dark Sonority - Kaosrekviem (CD, Terratur Possessions)

Hinter Dark Sonority, die letztes Jahr ihr Debüt in Form dieser EP, die gleichwohl als Digi-CD als auch 10'' Vinyl erschien, stecken bei weitem keine Unbekannten. Nachdem sich nämlich die Norweger von Kaosritual auflösten, bzw. sich unbenannten, wurde Dark Sonority geboren. Man darf also auch schon gewisse Sachen von diesen Herren erwarten. Und die werden dann auch zufriedenstellend erfüllt...





mit dieser EP bietet man vier Stücke, die wie auch schon bei Kaosritual einen sehr okkulten, halt rituellen Touch besitzen. Das spiegelt sich sowohl im meist beschwörendem, eher gegröllt grimmigen Gesang, der direkt aus der Hölle zu stammen scheint, als auch in der Spielweise wider. So finden gezielt eingesetzte Ambient-Passagen ebenso Verwendung wie düstere Chöre und Orgeln. Stellt euch einen Bastard aus Kaosritual und Acherontas bzw. Nihasa vor, dann habt ihr ungefähr den Stil dieser Band erfasst. Da ist es direkt schade, dass man neben den beiden wirklichen Songs "Du Morgenstjerne, Morgenrodens Sonn" (Hammer direkt zu Anfang!) und dem düster atmosphärischen "Deres Blod Vaere Over Dem!" (weiterer Hammer!) nur noch einen halben eigenen (die erste Hälfte von "Hyll Seier Golgata!" besteht fast nur aus Ambient und Chor-Einlagen) und mit "Call from the Grave" ein Nachspiel eines Bathory-Klassikers präsentiert. Der zeigt sich jedoch recht eigenständig interpretiert und bietet das bekannte Lied im für Dark Sonority typischen Black Metal-Gewand. So kommt auch der Solo-Part gen Ende, der in Passagen dem Trauermarsch (Marche Funebre - Chopin) entlehnt ist, sehr gut zur Geltung.

Fazit:
Es freut mich zu hören, dass die Herren der ehemaligen Band Kaosritual ihrer Musik auch mit ihrem neuen Projekt Dark Sonority treu geblieben sind, und den Stil sogar noch um ein paar Aspekte erweitert haben. Ich hätte mir zwar noch ein oder zwei weitere eigene Lieder gewünscht, aber für eine EP geht das hier schon in Ordnung. Bleibt zu hoffen, dass man bald mal etwas in Album-Form zu hören bekommt.

8.0 / 10 Punkte

Review: I.G.A.D.S.N.A.G.I.A.T. - Promo (CD, Eigenproduktion)

Irdischer Geist auf der Suche nach anderen Galaxien in abtrünnigen Träumen... wow, da sag' ich mal: was für ein Bandname! Das heißt der Name nämlich ausgeschrieben, klar, dass dieser dann abgekürzt werden muss - aber wir Deutschen sind ja ohnehin bekannt für unsere Abkürzungen. Die Band aus Jena präsentierte im letzten Jahr neben ihrem ersten Album auch das hier im Vorfeld veröffentlichte Promo-Werk. Auch ist dies mal kein Projekt aus Ostdeutschland, welches durch bereits bekannte Musiker gegründet wurde. Einzig Schlagzeuger Urobor scheint seit letztem Jahr auch bei Nargaroth aktiv zu sein (war jedenfalls beim Gig in Oberhausen definitiv noch nicht dabei).

Nun denn, was die drei Herren hier bieten, lässt sich eigentlich ganz gut als ein Mix aus Death und Black Metal beschreiben. Jedoch liegt hier das Hauptaugenmerk definitiv auf einer technisch versierten Spielart des Death Metal mit fiesem Grunzgesang, der schon beinahe Grindausmaße annimmt. Nicht sehr mein Fall. Glücklicherweise gesellt sich aber noch eine Art Black Metal-mäßiger Schreigesang dazu, der allerdings eine Spur zu core-lastig ausgefallen ist, wie bereits im ersten Lied "Prometheus" zu hören ist. "Into a Black Hole" ist da schon wesentlich kerniger in der Machart, bietet mehr rockige Elemente und bietet beinahe durchgehend Death Metal-Gegrunze. Das erinnert nicht nur einmal an Größen wie Hate Eternal. "Lossagung" ist von der gleichen Art, scheint mit seinen beinahe 3 1/4 Minuten schon fast zu kurz. Mit "Märchen" folgt in meinen Augen der beste Song des Albums. So sollte sich moderner Death Black Metal anhören. Der bietet zum Ende hin mit einer Klargesang-Passage gar Pagan Metal-Feeling. Erinnert sogar (bis auf's Ende) ein bisschen an Dark Elite, wobei die Herren aus Finnland doch deutlich grimmiger zu Werke gehen. Das Ende bildet der instrumentale Song "Flucht in Anderswelt". Hier ist auch ganz klar zu erkennen, dass der Song eigentlich mit dem Vorhaben, noch dazugehörige Vocals einzufügen, komponiert wurde. Eine sehr eingängige Death/Black Metal-Nummer. Falls ich mal die Möglichkeit haben sollte, an das Album zu kommen, lasse ich euch wissen, wie das ganze mit Gesang klingt...

Fazit:
Ich möchte nicht sagen, dass es sich bei dieser "Promo" um eine perfekte Vorab-Veröffentlichung für ein Album handelt, doch kommt man der Perfektion zumindest in produktionstechnischer Hinsicht schon einmal verdammt nahe. Ich persönlich bemängle den Gesang etwas, der mir meist nicht allzu viel gibt. Allerdings halte ich das hier auch für durchaus Mainstream tauglich, und kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis sich die ersten größeren Labels interessiert zeigen werden an dieser noch jungen Band.

7.0 / 10 Punkte

Review: Infinitas - Journey to Infinity (CD, Self Mutilation Services)

Das Debüt-Album "Journey to Infinity" der Deutschen Band Infinitas erschien im vergangenen Jahr und stellt einmal mehr einen Vertreter des atmosphärischen Depressive Black Metal / Shoegaze Mixes dar. Nun tummelt sich zwar, wie sich aus den vorangegangenen Zeilen bereits erahnen lässt, eine beachtliche Anzahl an Bands in diesem Untergenre, jedoch sind die wenigsten wirklich 'atmosphärisch' oder überhaupt als brauchbar zu bezeichnen.





Um es gleich von vornherein zu sagen: Infinitas, in Persona Thorn, erfindet mit seinem Debüt-Werk das Rad auch nicht neu. Es wird kaum etwas geboten, was man nicht meint schon ein Dutzend mal gehört zu haben. Mal in besserer oder auch mal in schlechterer Form. Das instrumentale Intro "A Million Lights" ist noch recht hinnehmbar mit etwas mehr als zwei Minuten Spielzeit, und wirkt dadurch auch nicht zwangsweise in die Länge gezogen. Der erste richtige Song "Hinter grauen Wänden" kann direkt zu Anfang überzeugen. Atmosphärische Klangwelten, ein passender Gesang, der auch in keinster Weise heulerisch daher kommt. Doch, das gefällt mir. Es wird zwar nicht wirklich etwas neues geboten, wie schon gesagt, dafür präsentiert man hier aber gekonnt Altbewertes. Bei dem folgenden knapp 12 Minuten langen Stück "Auf neuen Wegen" streckt mich allerdings schon das anfängliche Emo-Geschreie ab - welches sich leider auch durch den gesamten Song zieht. Instrumental in Ordnung, aber gesangstechnisch absolut nicht hörbar in meinen Ohren. "A Dream About the Loneliness of Aimless Travel" stellt etwas mehr als acht Minuten lang andauerndes Ambient-Instrumental dar. Es besitzt Atmosphäre, das muss ich schon zugeben, jedoch ist es eindeutig zu lang, für das, was hier geboten wird. "Ein Paradies, das ich fand" stellt dann wieder ein wirkliches Lied dar, welches glücklicher Weise auch im Stil von "Hinter grauen Wänden" vorgetragen wird. Hier ist besonders das Gitarrenspiel im Mittelteil sowie das hervorgehobene Schlagzeugspiel gegen Ende zu nennen, welche dem ganzen eine persönliche Note geben. "Nur die Erinnerung" könnte man sogar als 'richtigen' Black Metal Song bezeichnen, wären da nicht ein paar Post Rock Attitüden, zudem knickt das Lied zur Mitte hin etwas ein. Es folgt ein relativ kurzes Instrumental und danach "Ein Hauch von Ewigkeit", dessen instrumentale Anfänge sich doch sehr an Alcest zu orientieren scheinen, welcher sich aber zu einem äußerst wütendem Song steigert. Mit "Through The Infinity" hat man wieder ein Instrumental. Langweilig. "Immerwährende Nächte" bildet dann das letzte Lied des Albums und erinnert anfangs einmal mehr an Alcest. Es beginnt relativ ruhig und steigert sich dann von Post Rock zum Post Black Metal. Hörenswert auf jeden Fall.

Fazit:
Nein, einen Preis für Innovation und Eigenständigkeit wird das Projekt Infinitas mit dem Erstlingswerk definitiv nicht einfahren können, auch wenn man schon an der ein oder anderen Stelle heraushört, dass man doch versucht, die ganze Sache individuell zu gestalten. Dafür gibt's immerhin einen Pluspunkt. Ansonsten ist das Album Durchschnitt, der zwar schnörkellos vorgetragen wird, und produktionstechnisch gibt's auch nichts an der Scheibe auszusetzen - jedoch reicht das nicht für ein wirklich gutes Release, welches im Gedächtnis hängen bleibt.

5.5 / 10 Punkte

Donnerstag, 10. Januar 2013

Review: Acherontas - Vamachara (LP, Agonia Records)

Das immer noch aktuelle Werk der Okkultisten Acherontas aus Griechenland aus dem Jahr 2011, erfuhr nun auch endlich eine Vinyl-Veröffentlichung - und zwar unter dem Banner der polnischen Kultschmiede Agonia Records (die u.a. für die Werke von Infernal War oder die neue Opera IX verantwortlich zeichnen). Stiltechnisch weicht man keinen Milimeter vom bisher beschrittenen Pfad ab, und bietet genau das, was man schon damals unter dem Namen Stutthof zelebrierte: anti-kosmischen Okkult Black Metal mit Ambient...




und ich muss sagen, auch wenn man vielleicht denken könnte, dass das ganze so langsam ziemlich ausgelutscht sein müsste, und man eigentlich nichts wirklich neues von der Band erwarten kann, setzen Acherontas hier immer noch einmal einen drauf. Nach dem Einklang "Opening The Eyes of Storm", der düsteren Ambient mit rituellem Sprechgesang, flüsternden Stimmen und Soundtrack-Bombastik kreuzt, geht es nach gut 2 1/2 Minuten auch schon los mit dem ersten richtigen Lied "Blood Current Illumination", in dem man einmal mehr seinen ureigenen Stil klarmacht. So fängt er an wie eine typische Hymne der Band, der auch den typischen Geist der Pre-Acherontas Zeit atmet. Dann kippt das ganze jedoch, und durch einen beinahe verspielt wirkenden Gitarrenlauf wird mit einem Mal klar, dass das hier zwar der für Acherontas typische Sound ist - jedoch gleichzeitig auch jenseits allen Sphären ist, in denen sich die Band bisher bewegte. Ein fast schon abartig melodisches Gitarrenspiel, ein Schlagzeug, dass nicht von dieser Welt zu sein scheint und ein Gesang, der zwischen grimmiger Keifstimme und tiefem Ritual-Chor hin und her schwankt. Ja, das ist Musik, bei dessen Klängen man am Weltuntergang abtreten möchte. Gespannt, ob das gleich zu Anfang gesteckte enorm hohe Niveau gehalten werden kann, gleich mal die Platte umgedreht. Es erschallt mit "Abraxas" ein zunächst instrumental anmutender Song mit Chören, der dann jedoch schnell in diesen majestätischen Midtempo-Black Metal übergeht, den man von Acherontas gewohnt ist, und für den zumindest ich die Band sehr schätze. Ein sehr hymnisches Gitarrenspiel, gekonnt gesetzte Tempowechsel und Breaks, erneute Wechsel der Gesangsstile. Das alles passt super zusammen und wirkt von vorne bis hinten rund. So muss das und nicht anders. Auch das der eigentliche Song abrupt im letzten Viertel endet, um einer Akustikgitarre Platz zu machen verwundert mich da nicht mehr. "Vamachara" beginnt rhythmisch mit Wechselspielen zwischen den Instrumenten. Das anfängliche Wechselspiel zwischen beschwörendem Kehlkopfgesang und grimmigem Schreigesang wird aber sicherlich nicht jedem auf Anhieb gefallen. Ich zumindest brauchte zunächst ein paar Anläufe. Besonders hervorzuheben ist hier das erhabene Gitarrensolo zum Ende hin. LP gewechselt. Seite C startet mit "Ohm Krim Kali" - ein teils orientalisch anmutendes Ambient-Stück, welches jedoch jetzt wirklich sehr gewöhnungsbedürftig ist. Zwar ordentlich dargeboten, jedoch wirkt es zumeist sehr wirr. Vielleicht ja auch genau so beabsichtigt - bei Acherontas bin ich sogar davon überzeugt, da ich bei dieser Band den Eindruck habe, dass bei ihren Veröffentlichungen nichts dem Zufall überlassen wird. "Beyond The Mazeways to Ophidian Gnosis" bietet dann noch einmal einen wahren Hammer an Liedgut, welches eine ähnliche Intensität wie "Blood Current Illumination" besitzt. Es folgt mit "Drakonian Womb (Double Mem and Single Aleph)" der letzte Song des Albums und wartet gleich zu Anfang mit einem epischen Gitarrenlauf auf - getreu seiner Laufzeit von über 10 Minuten. Ein Rausschmeißer, der zum Schluss noch einmal alles gibt und gut und gerne auch für eine Split-Veröffentlichung Verwendung gefunden hätte, da er etwas losgelöst vom Rest des Albums wirkt.

Fazit:
Insgesamt ein grandioses Album, und ein Zeugnis dafür, dass okkulter Black Metal auch heute noch funktioniert, und nicht unbedingt langweilig und festgefahren sein muss. Davon zeugen ja auch Bands wie Nightbringer, Inquisition, Kaosritual oder Kaos Sacramentum. Dass es trotz alledem nicht zur Höchstpunktzahl gelangt hat, liegt hauptsächlich an dem gewöhnungsbedürftigem Song "Ohm Krim Kali", der bei mir einfach nicht zünden will.

8.5 / 10 Punkte

Review: Shores of Ladon - Rehearsals 2011 (CD, Sol Records)

Hier präsentiere ich euch eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2011, welche auf dem deutschen Label Sol Records (u.a. Grail, Shores of Ladon) herauskam, und auf gerade einmal 66 durchnummerierte Exemplare begrenzt war. Das Werk der Band Shores of Ladon enthält dabei (wie der Name schon sagt) sämtliche Rehearsal-Aufnahmen aus dem Jahr '11, welche ursprünglich in drei Teilen und in Kassetten-Format veröffentlicht wurden/werden sollten. Ob es die Tapes wirklich gibt, habe nicht so ganz verstanden - wahrscheinlich aber nur in sehr geringer Stückzahl.



Was nun diese Pro-CDr anbelangt, so handelt es sich hier wie bereits erwähnt um reine Rohaufnahmen, also direkt live aus dem Proberaum, ohne irgendwelche Nachbearbeitungen. So sollte rauer Underground Black Metal ohnehin sein. So ist das ganze sechs Lieder umfassende Werk als ein reiner Vorgeschmack des später erschienenem fertigen Werkes "Lupercal" (Besprechung dazu findet sich hier), in dem auch die meisten Rehearsal Songs Verwendung fanden. So wie direkt der erste "Brut und Seuche" oder auch das titelgebende Stück "Lupercal" - auch "Knochenstaub" wurde nochmals neu eingespielt und fand seinen Weg auf "Lupercal". "Eindringling", "Durch die Augen des Raben" und das letzte Stück "Waldlied" sind dagegen bisher gänzlich unvollendete Werke, die noch auf eine professionelle Vertonung und eine 'richtige' Veröffentlichung warten. Doch auch schon in diesem frühen Sadium und den Umständen ihrer Entstehung fällt auf, dass es sich bei Shores of Ladon definitiv um eine Band handelt, die es auch mit primitiven Mitteln versteht, großartige Atmosphären zu erzeugen.

Fazit:
Sicherlich kein Release, was man unbedingt besitzen muss, aber für jeden Anhänger der Band eine gute Gelegenheit einen noch tieferen Einblick in das Schaffenswerk der Herren zu erhalten - welcher sogar trotz vorhandener Rehearsal-Attitüde durchaus lohnenswert ist.

7.0 / 10 Punkte

Dienstag, 8. Januar 2013

Review: Angellore - Premières Liturgies - Soupirs d'Aurore (CD, Rotten Crowz Productions)

Rotten Crowz, die dritte... so langsam entwickelt sich das 'Label' zu meinem Liebling, und ist drauf und dran Self Mutilation Services aus Mexiko ernsthafte Konkurrenz zu machen, was die Schlechtigkeit der Veröffentlichungen angeht - zumal sich S.M.S. ja doch etwas gesteigert haben, was die Auswahl der Gruppen angeht (allerdings gibt es dafür andere Sachen, die nicht hinnehmbar sind)... gut, hier handelt es sich nun um eine für das 'Label' eher untypische Veröffentlichung, sofern ich das nach drei gehörten CDs sagen kann, Angellore aus Frankreich bieten nämlich 'atmospheric Doom Metal'...




Das klingt zunächst einmal nicht schlecht, und auch von der Aufmachung her sieht das ganze nicht schlecht aus, und weckt Assoziationen zu den alten Werken Tristania's oder von Theatre of Tragedy, die ich beide persönlich sehr schätze. Geht man dann allerdings mit dieser hohen Erwartungshaltung an die Sache heran, muss man sehr schnell der ernüchternden Realität ins Auge blicken. In der tut sich nämlich nicht allzu viel. Es wird auch weniger Doom Metal geboten - diesen Ausdruck finde ich hier sowieso eher irreführend - sondern mehr ein Mischmasch aus Tastengeklimper (Ambient), grauenhaftem Klargesang, der sich wohl für episch halten möchte, und Musik mit Lagerfeuer-Atmosphäre. Keine Ahnung, was das soll. Wenn sich doch mal der Doom Metal mit Black Einfluss blicken lässt, dann in einem soundtechnisch grausigen Gewand, dass es schmerzt beim zuhören. Die Pro-CDr vereint auch lediglich nur drei Demos, wovon die Beschreibung für das erste (01-06) auf das bereits erwähnte zutrifft. Demo zwei (07-12) ist aber durchaus hörbar, solider Gothic/Doom Metal mit Ambient-Einfluss, der allerdings in keinsterweise an Sachen wie Tristania heran reicht. Die letzten drei Lieder sind dann eher wieder 'atmosphärischer Ambient'. Langweilig.

Fazit:
Bisher bestes Werk aus dem Hause Rotten Crowz. Ob es auch die besten Werke der Band beinhaltet, weiss ich nicht - allerdings habe ich nach dieser eher langweiligen Präsentation auch nicht das Bedürfnis, diese Band weiter im Auge zu behalten. Limitiert auf 50 handnummerierte Exemplare im DVD-Case.

3.5 / 10 Punkte

Review: Necrosadik - Destroying Your Life!!! (CD, Rotten Crowz Productions)

So lange liegt die letzte Besprechung einer Rotten Crowz-Veröffentlichung noch nicht zurück, da erhalte ich bereits das nächste Release aus dem Hause des Ungarner 'Labels'. Nach Princeps Daemonum habe ich ja ehrlich gesagt nicht mehr viel erwartet - schlechter konnte es ja kaum noch werden - aber das meine (eigentlich gar nicht vorhandenen) Erwartungen noch untertroffen wurden, ließ mich vorerst staunend mit offenem Mund und einem ungläubigen Kopfschütteln zurück...




Denn was das Ein-Mann-Projekt Necrosadistik hier präsentiert spottet jeder Beschreibung. Angepriesen wird es als ein Mix aus Depressive Ambient und Black Metal - Verbindungen, wo sich mir meist sowieso von vornherein die Nackenhaare aufstellen. Doch selbst diese Umschreibungen haben herzlich wenig mit dem Scheiß zu tun, der hier in kompakter Form zu einer Pro-CDr zusammengepresst wurde. Am ehesten könnte man es mit viel Wohlwollen noch als Noise Drone Ambient bezeichnen, aber bevor sich hier die ganz Kranken unter euch die Hände reiben, dass sie endlich mal wieder ein gutes geisteskrankes Album zu hören bekommen, lasst euch gesagt sein: DAS HIER IST SCHROTT! Und zwar von der ganz üblen Sorte. Hier passt aber auch rein gar nichts. Nichts. Das einzige was hier passiert ist ein allgegenwärtiges Dröhnen im Ohr, welches auf die Dauer echt nervt (die Nachbarn freuen sich gerade, dass ich den Bass aufgedreht habe), sowie ein paar Zupfer an der Gitarre und ein gnadenlos technisch-überarbeiteter und übersteuerter Gesang, der so deplatziert wirkt wie der Papst auf einer schwarzen Messe. Zudem hat man den Eindruck, dass der 'Gesang' mal eben so nebenbei ins Webcam-Mikro gekotzt wurde, da er an vielen Stellen auch SEHR abgehackt klingt. Man kann ja auch von Nattefrost (dem von Carpathian Forest) halten was man will, aber das Cover gen Ende hin wird selbst ihm nicht gerecht. Ganz zu schweigen das an Leichenschändung grenzende Nachspiel des Bathory Songs "Hammerheart", für das ich den Verantwortlichen liebendgern erschlagen würde. Wie kann man so eine Scheiße veröffentlichen?

Fazit:
Was soll das? Ist das wirklich euer Ernst? Und, ist euch eigentlich bewusst, dass ihr die gesamte Szene mit eurem Dreck in Verruf bringt? Wenn ja, tut ihr mir echt leid. Sich so einen Haufen Misted selbst auszudenken (dazu gehört ja nicht wirklich viel), ist ja schon schlimm genug, aber sich dann auch noch an Stücken wie "Hammerheart" zu vergehen, und die ganze ursprüngliche Atmosphäre mit seinem Unkönnen zunichte zu machen, spottet jeglicher Beschreibung. Im Volksmund kennt man ein Wort dafür, und das nennt sich Leichenflderei! Limitiert auf 25 Stück und handnummeriert, wen es interessiert (übrigens ist es sinnlos mich nach dem Erwerb meines Exemplares fragen zu wollen, da ich es inzwischen dezent entsorgt habe - so einen Wutanfall hatte ich seit der Einsam Gestorben CD nicht mehr (Insider werden verstehen!)).

0 / 10 Punkte

Review: Orchid - Capricorn (CD, The Church Within Records)

Nachdem ich vor einiger Zeit ja die aktuelle EP "Heretic" der Amis von Orchid unter die Lupe nahm (siehe hier), war ich ja gespannt, wie das vorherige - und bisher einzige - Album aus dem Jahr 2011 klingen mag. Eine großartige Überraschung war es nicht, dass sich das Material ebenfalls sehr an dem Okkult Rock der End-60er/70er Jahre orientiert.







...und wieder kommen einem unweigerlich Black Sabbath beim hören von "Capricorn" in den Sinn, aber auch eher psychedelische Sachen wie Iron Butterfly, genau wie klassische Doom-Einflüsse lassen sich heraushören. Dieses ursprüngliche, wilde 70er Okkult-Feeling wurde hier wirklich sehr gut eingefangen. Kaum zu glauben, dass die Scheibe wirklich aus der heutigen Zeit stammt. Das Cover ist dabei wie auch schon die EP "Heretic" optisch im Stil dieser Zeit gehalten. Schwarz mit verschiedenen Abstufungen von Weiß, sowie psychedelisch anmutende Grün- und Rottöne dominieren hier ganz klar. Der Ziegenkopf auf dem Cover sollte dann auch direkt jedem klar machen, um welche Thematiken es in den Texten geht. Die sind zwar auch 'satanisch' aber in erster Linie wohl eher allgemein okkult, naturverbunden und mystisch gehalten. Jedes Lied hat so seinen ganz eigenen Wiedererkennungswert. So überzeugt "Eyes Behind the Wall" gleich zu Anfang mit seinem nostalgischen Charm. "Capricorn" ist da schon eine ganze Spur Hard Rock-lastiger und wirkt dadurch auch etwas 'wilder'. Zu dem titelgebenden Lied wurde sogar ein Videoclip gedreht, den man sich etwa auf Youtube zu Gemüte führen kann. "Black Funeral" ist dagegen sehr Doom-lastig ausgefallen und hat schon beinahe etwas Rituelles an sich. Das folgende Stück "Masters of It All" ist da schon wieder als klassische Arbeit okkultem 70er Hard Rocks zu bezeichnen und erinnert nicht nur einmal an Black Sabbath. Das alles zieht sich durch die verschiedenen Stücke des Albums. Ebenfalls enthalten ist "He Who Walks Alone", welcher der Vinyl-Ausgabe von "Heretic" als Bonus Lied beilag. "Electric Father" ist dann noch ein sehr psychedelisches Stück, vielleicht das psychedelischste der gesamten Scheibe - inklusive drogenschwangeren Gitarrensoli. Den Abschluss bildet "Albatross", ein eher ruhiges, balladenähnliches Lied mit Akustikgitarre und reichlich Keyboard Einsatz. Für einen Rausschmeißer perfekt, insgesamt passiert hier aber doch zu wenig - bis zum letzten Drittel, in dem nochmals psychedelische Züge zum tragen kommen.

Fazit:
Ich wollte das neue Jahr nicht direkt mit einem Scheiß-Release starten, deshalb entschied ich mich, erst einmal "Capricorn" zu besprechen. Was bleibt also noch zu sagen? Eigentlich nur, dass sich jeder, der mit der Musik von der "Heretic" EP etwas anfangen konnte, sich auch unbedingt dieses Album zulegen sollte. Ich kannte Orchid vor Erscheinen der EP ja leider überhaupt nicht, und bereue es auf jeden Fall nicht, mir nachträglich noch das Album zugelegt zu haben.

9.0 / 10 Punkte