Sonntag, 30. Dezember 2012

Review: Princeps Daemonum - Maleficium - Rectum, Obsculum, Tormentum... (CD, Rotten Crowz)

Geht's euch gut? ...freut mich. Doch, wirklich. Allerdings wird euer Befinden beim 'Hörgenuss' dieses - ich benenne es mal ganz neutral - 'Machwerks' rapide gen Lust- und Freudlosigkeit sinken. Zudem wird sich ein starker Abfall eures Lebenswillens bemerkbar machen. Und ihr werdet den steten Drang verspüren euch gleichzeitig übergeben und ritzen zu müssen. Nicht etwa weil es sich hier um eine äußerst gelungene Scheibe aus dem Bereich DSBM handelt, die ihrem Namen alle Ehre machen würde, sondern eher weil das hier vertonte 'Material' so unglaublich und dermaßen schlecht ist, dass man sich fragen muss, ob es wirklich Leute gibt, die sich sowas ernsthaft anhören.

Dabei kommt dieses Duo aus Ungarn - also einem Ort, von dem man eigentlich ausschließlich gute Musik gewohnt ist (Tormentor, Dusk, Tymah usw.). Doch hier wird man eines Besseren belehrt. Wie war das noch? Wenn du mal so überhaupt keinen Plan von den Instrumenten hast, setze vor dem 'Black Metal' einfach noch ein 'Noise' davor und schon weiß jeder, dass deine 'Musik' schließlich auch nicht gekonnt melodisch, geschweige denn in irgendeiner Weise harmonisch klingen SOLL. Von dem Zusammenspiel der Instrumente (die man ja ohnehin nicht beherrscht - wir erinnern uns) ganz zu schweigen. DAS passt nämlich sowohl vorne als auch hinten nicht. Wenn das zusammengekloppte Stück Kuhdung dann auch noch über 53 Minuten an einem Stück präsentiert wird, machen sich bei einem nur noch Kopfschmerzen breit. Das kann dann auch zu spontanen Zuckungen (Bedingt durch eine Schädigung des Nervenzentrums), Ohrenblutungen und akuter Schädelexplosion führen - und bevor ihr fragt: nein, Alkohol macht die Sache auch nicht mehr besser (auch nicht in hohem Maße)! Achso ja, ich habe ganz vergessen, den ab und an einsetzenden 'Gesang' bzw. das Schweinequieken zu erwähnen. Der bzw. das ist grandios... schlecht. Wie eben auch der Rest der Pro-CDr. Aber das Beste kommt dann noch nach guten 30 Minuten Spielzeit - ab da hat nämlich zumindest meine CD einfach keine Lust mehr, diesen zusammengeformten Haufen Elefantenkot weiter abzuspielen. Verdenken kann ich ihr dies nicht...

Fazit:
So einen Mist habe ich schon lange nicht mehr zu hören bekommen. Es passiert rein gar nichts, keine Höhepunkte zu verzeichnen - eine Passage lässt zwar hoffen, aber die wird schnell durch den unterirdischen - ich weigere mich das als Gesang zu bezeichnen - zunichte gemacht. Um den Gesamteindruck, den das Label und die Band mit ihrem 'Werk' hinterlassen haben, noch zu untermauern beinhaltet die Pro-CDr dann einen Brennfehler, der die CD nach gut der Hälfte der Laufzeit einfach enden lässt. Keine Ahnung, ob das bei allen so ist - ist mir gelinde gesagt aber auch egal, da die letzten 20 Minuten sich wohl kaum vom Rest unterscheiden werden und das Album auch nicht mehr retten könnten - so viel Innovation (wenn man hier überhaupt davon sprechen kann) traue ich Princeps Daemonum nicht zu. Mein Rat: sucht vor der nächsten Veröffentlichung noch einmal fürr ein paar Monate (oder Jahre) euren Proberaum auf und kommt erst wieder raus, wenn ihr eure Instrumente bzw. das Zusammenspiel zwischen euren Instrumenten beherrscht. Für diese auf 66 handnummerierte CD kommt dieser Rat allerdings zu spät.

1.0 / 10 Punkte

(edit 08.01.2013: nachdem ich nun vor einer Weile mal die CDr auf meinen Rechner digitalisierte, habe ich festgestellt, dass es sich bei dem Problem nicht um einen Brennfehler handelt, sondern sich eher mein Laufwerk einfach geweigert hat, den Scheiß weiter abzuspielen. Nun denn... ob es nun die CD war oder mein Laufwerk, was sich weigerte - ich bleibe dabei: verdenken kann ich es ihm nicht! Auch die guten letzten 20 Minuten konnten meinen Eindruck zur Musik erwartungsgemäß nicht mehr revidieren. Trotzdem vergebe ich noch einmal 0.5 zusätzliche Punkte, da es sich hier nicht um einen Fehler der CD handelte. Somit ergibt sich eine Benotung von 1.0 Punkten. Diese Stellungnahme dient lediglich der Klarstellung - soll mir ja keiner Nachsagen, dass ich unfair beurteile. Kraehenblut)

Samstag, 29. Dezember 2012

Review: Seelengreif - ...zum Tode betrübt (CD, Obscure Abhorrence Productions)

Die nun auch schon ein paar Jährchen aktive Band Seelengreif aus Thüringen (gegründet 2003) lässt auch mal wieder von sich hören. Tatsächlich fand ich es nach der grandiosen Demo "Jenseits der Tore", die sowohl eine MC-, als auch jeweils eine CD- sowie LP-Auswertung erfuhr, direkt schade, dass nun annähernd gute fünf bis sechs Jahre nichts mehr von diesem vielversprechenden Projekt zu hören bekam...





Dafür melden sich die vier Herren mit ihrem Debüt-Album "...zum Tode betrübt" umso mächtiger wieder zurück in der Welt der Lebenden. Für alle die, die mit Seelengreif bisher nichts zu tun hatten: es handelt sich bei den Beteiligten mitnichten um Unbekannte, sondern vielmehr um Musiker, die sich zurecht einen Namen in der 'Szene' erspielt haben. Unter anderem (und allen voran) Grroll, der hier vor allem durch seine hammermäßigen Gesangseinlagen überzeugen kann. Auch ist er, wie ebenfalls bei Odal, für das Schlagzeug verantwortlich, welches dank der klaren und fetten Produktion sehr druckvoll aus den Boxen erschallt. Dann gibt's da noch Taaken, der ja mittlerweile jedem etwas sagen wird, der sich auch nur ein wenig mit dem Deutschen Black Metal Untergrund beschäftigt. Vor allem aber durch seine Band-Projekte Odal, Erhabenheit und Wolfsschrei - er ist bzw. war auch aktiv in Bands wie Barastir und Wald Geist Winter. So, nun aber geung Hintergrund. Widmen wir uns dem Kern dieser Rezension, nämlich dem aktuellen Seelengreif-Werk. Wie bereits erwähnt, ist die druckvolle Produktion wirklich sehr gelungen, wobei der Gesang und die Gitarren hier etwas in den Vordergrund gerückt wurden, wie mir scheint. Allerdings kommt das Schlagzeug auch richtig schön zur Geltung, vor allem wenn die Doublebass zum Einsatz kommt - so gleicht direkt der Einsteiger des Albums "Totenstille" einem zwar harmlos beginnenden Lüftchen, welches sich jedoch nach und nach zu einem wahren Sturm entwickelt. Der grimmige Keifgesang ist sauber vorgetragen und man versteht nahezu jedes Wort. Endlich einmal ein Album, bei dem man keine abgedruckten Texte benötigt, um zu verstehen, was der ehrenwerte Herr oder meinetwegen auch die Dame (gibt's ja auch im Black Metal) hinter dem Mikro einem sagen will. "Klagend im Sturm" führt diesen Weg konsequent weiter, präsentiert sich aber noch eine Spur melodischer und bietet sogar recht verspielte Gitarrenpassagen. Grroll versteht es zudem seiner Stimme verschiedenste emotionale Fascetten zu entlocken - so klingt sie mal eher wütend und zornig, dann aber wieder sehr verzweifelt und klagend - wie der Titel eben auch vermuten lässt. "Blanker Hass" beginnt da doch schon anders: auf eine Basslinie folgt ein tristes Gitarren/Schlagzeug-Spiel, dem hassgetränkte Growls folgen, nebst dem Einsatz von Streichern - das hat schon beinahe den Flair alter Doom Metal Werke der Marke Theatre of Tragedy (man möge mir diesen Vergleich verzeihen). Was folgt erinnert mich, sowohl von instrumentaler Seite her als auch vom poetisch in Reimform Gesang, der ein wahres Feuerwerk an Splatter- und Gore-Thematik auffährt, an die guten alten Wolfsmond ("Des Düsterwaldes Reigen" oder auch "Tollwut"). Mit "Gleich der dunklen See" folgt ein instrumentales Akustikstück, welches ebenso gut auch von Empyrium stammen ("Weiland") könnte. "...vom Sterben" stellt dagegen eine etwas melancholischere und fast schon depressive Art schwarzer Künste dar. Der Song beweckt sich auch eher im langsameren Midtempo-Bereich, in dem besonders die Sangespassage ab etwa Minute hervorsticht, so auch die folgende ruhigere Passage und der einsetzende selbstzerstörerische Black Metal. "Staubgeboren" kommt dagegen wieder sehr erhaben rüber, nichts desto trotz ist das Lied durchzogen von einer gewissen Traurigkeit und schwelgerischen Todessehnsucht, die sich auch im Text widerspiegelt. "Grimmige Macht" zeigt dann zum Abschluss noch einmal die grimmige Seite der Band, sowie im letzten Viertel noch einmal den Hang zur Melodie und geht nahtlos in einen instrumentalen Epilog über.

Fazit:
Ein Hammer-Album! Mehr Worte braucht es da nicht. Neben dem Werk "Stille" von Nebelmythen definitiv eins der besten Werke, die ich dieses Jahr zu hören bekommen habe (auch wenn beide Arbeiten bereits aus dem Jahr 2011 stammen und somit leider auch nicht das Prädikat "Album des Jahres" von mir erhalten können).

8.5 / 10 Punkte

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Review: Nur - Futile Transcendence of the Cursed Ones (CD, Rites Of Violence Productions)

Zwar hat das Debüt-Werk der Band Nur aus Chile bereits vier Jahre auf dem Buckel, jedoch wollte ich es hier doch einmal einer Besprechung unterziehen, da ich annehme, dass längst nicht jeder, der sich für 'guten' Black Metal begeistern lässt, unbedingt auch diese CD kennt...








Die lohnt sich nämlich wirklich. Gerade aus Südamerika kommen ja auch einige Bands aus dem BM-Sektor, doch sind viele nicht wirklich dazu in der Lage, durch herausragende Leistungen und dichte Atmosphären zu überzeugen. NuR (so die Schreibweise) stellt da eine zufriedenstellende Ausnahme dar. Präsentiert werden hier gerade einmal vier Lieder, wobei drei Stück jenseits der 10 Minuten-Grenze liegen. Zelebriert wird durchgängig eine sehr rituelle Art von Black Metal, der sehr ursprünglich klingt. Auch wenn vielleicht der ein oder andere bei Songs wie "Black Portal" oder "Forgotten Before the End" der Ansicht sein könnte, dass die Laufzeit übertrieben ist, und sich eigentlich bis auf monoton vorgetragenden Black Metal wenig tut, bin ich hier anderer Ansicht. Der Black Metal mag zwar in erster Linie einen monotonen Grundtenor besitzen - was gerade ja diese sehr rituelle Atmosphäre ausmacht - doch zeigt er sich bei eingehender Betrachtung durchaus spielfreudig und detailverliebt. So gibt es immer wieder etwas zu entdecken, seien es kleine aber feine Gitarrenmelodien, hervorstechende Sessions am Schlagzeug oder diesen wohlpassenden untergründigen Schreigesang, der direkt aus der Hölle zu kommen scheint. Das alles erzeugt eine Atmosphäre, die sowohl düster und bedrohlich wirkt, als auch nostalgisch. Halt ursprünglich. Und dann ist da ja noch dieser okkulte Aspekt, der mir sehr zusagt...

Fazit:
"Futile Transcendence of the Cursed Ones" ist sicher kein Album für zwischendurch, dafür sorgen allein schon die Längen der Lieder. Das Werk setzt eine gewisse Grundstimmung voraus und man muss sich auf dieses ebenso einlassen, wie man sich mit der Musik zwangsweise auseinandersetzen muss. In diesem Fall vermag es das Werk durchaus jemanden mitzureißen und einen auf eine Reise durch schwarze Sphären zu schicken.

8.5 / 10 Punkte

Dienstag, 18. Dezember 2012

Review: Shadows Toward My Sky - Forever Lost My Dying Love (EP, Sombre Records)

Und hier mal wieder etwas älteres... diese Zwei-Song-EP der Band aus Eisenach stammt aus dem Jahr 1997, gelang jedoch erst kürzlich in meinen Besitz. Mit dabei war Van Hofe, der hier als Sänger agierte und ja bereits von Sterbend Besungen (zumindest von der ersten Demo-Kassette) bekannt sein dürfte.







Beginnen wir bei dem Lied "Forever Lost My Dying Love". So handelt es sich hier laut der Hülle um die Fassung von der "Germanenland"-Demo. Der Text liest sich wie eine tragische Liebesgeschichte, passend zur Thematik präsentiert sich die Band auch nicht nur im melodischen Underground BM-Stil, sondern lässt auch Einflüsse aus Doom und Ambient zu. So erinnert einen der Klargesang an Sachen wie beispielsweise Monumentum.

Platte herumgedreht und es erklingt "Nightwaves (for Archangels and Firestorms)" vom gleichnamigen Demo. Ein sehr rauer, aber mit Keyboard unterlegter, melodischer Black Metal, der im typischen Stil dieser Zeit daherkommt, inklusive bereits erwähnter epischen Keyboard-Teppichen, sowie Frauengesang. Lange nicht mehr so etwas gehört, und irgendwie gerade wieder in Stimmung für sowas.

Fazit:
Durchaus eine 7'' EP, die man sich mal zu Gemüte führen kann, wenn man empfänglich für solche Art von Musik ist. Da ist es gleich schade, dass es diese Band scheinbar bereits seit mehreren Jahren nicht mehr zu geben scheint.

7.5 / 10 Punkte

Review: Vargnatt - Durch die Stille... (CD, Wolfsgrimm Records / Karge Welten Kunstverlag)

Hier nun nach zwei Demo-Kassetten nun die erste EP-Veröffentlichung der Deutschen Ein-Mann-Band Vargnatt. Klang die Musik auf der ersten Demo "Wintergrab" im Black Metal-Anteil noch stark nach Judas Iscariot (vor allem beim Gesang und der Geschwindigkeit), war das zweite Demo schon wesentlich eigenständiger - die hier vorliegende EP setzt diesen Entwicklungs- prozess konsequent fort...






So macht "Geist in Ketten" gleich zu Anfang deutlich, dass man den Stil, der ja schon auf der ersten Demo zu hören war und auf der zweiten Demo "Nur ein Traum..." verfeinert hat, hier nochmals ausgebaut wurde. Verzweifelter (Post) Black Metal paart sich mit akustischen und ambienten Momenten, sowie gesprochenen Passagen. Das gibt dem ganzen einen gewissen Touch, der an Werke von Deathgate Arkanum, Fäulnis oder auch Todesstoß erinnert - sogar Anleihen an den (weitgefecherten) Dark Metal Marke Bethlehem hat. "Schall und Rauch" schlägt in die gleiche Kerbe, präsentiert sich jedoch eine Idee... nennen wir es mal schwungvoller. Das klingt schon beinahe erhaben, wäre da nicht diese eher nach Verzweiflung und Melancholie klingende Stimme. Auch bietet der Song durchaus depressivere Stimmungen, gerade zum Ende hin werden Atmosphären erzeugt, die man mit einem "A Lost Forgotten Sad Spirit" gleichsetzen könnte. "Traum einer Jugend" ist ähnlich aufgebaut, vielleicht erreicht er meinen Geist dann auch nicht mehr in dem Maße, wie es die vorherigen Lieder getan haben. Mit "Erwachen" bietet man ein instrumentales Stück mit Flüsterstimmen und zum Ende hin gar mit grimmiger Keifstimme. "...mit dem Sturm" beginnt mit einem kurzen Flötenspiel... und geht dann über in einen schnellen Black Metal Song, der zur Mitte, sowie zum Ende hin noch einmal ein paar akustische Momente mit teils gehauchten Vocals bietet.

Fazit:
Insgesamt betrachtet kann ich Vargnatt schon eine deutliche Weiterentwicklung im Verhältnis zu ihren beiden bisherigen Demo-Werken attestieren. Jedoch ist "Durch die Stille..." auch nicht eins dieser Werke geworden, die mich vollends mitreißen. Die beiden ersten Lieder sind echte Hammer, und auf diesem Niveau hätte ich mir den Rest der CD ebenfalls gewünscht, jedoch lässt die EP nach diesen beiden Songs nach, zwar nicht rapide und kontinuierlich - aber doch merklich. "...mit dem Sturm" kann zwar noch einiges retten, vermag es jedoch nicht, die Stimmung von der anfänglichen Begeisterung hin zur anschließenden Ernüchterung wieder vollends zu wenden.

6.5 / 10 Punkte

Montag, 17. Dezember 2012

Review: Shores of Ladon - Lupercal (CD, Eternity Records / Sol Records)

Dies ist nun das zweite Werk aus der Feder der Deutschen Band Shores of Ladon, das ich zu hören kriege. Und ich kann der Gruppe nur gratulieren, denn so wie ich ihren Erstling "Promo 2010" noch in Erinnerung habe, haben sie sich enorm gesteigert. Beteiligt an diesem Projekt sind Mitglieder von Thorybos, Grail, Nosophoros und Balnasar, von denen man ja in letzter Zeit auch leider nichts mehr hört...






Den Anfang macht ein akustischer, mit Naturgeräuschen unterlegter "Einklang" der zum Ende hin in ein schnelles, aber melancholisches Black Metal Instrumental übergeht. Dieses setzt sich dann nahtlos in dem ersten wirklichen Song "Knochenstaub" fort. Das Lied macht direkt deutlich, dass sich Shores of Ladon atmosphärisch sowie instrumental stark verbessert haben. Nostgalisch anmutender Black Metal, im Stile von älteren Nargaroth - hat auch etwas von The Martyrium oder Heimdalls Wacht. Besonders erwähnenswert wird "Knochenstaub" ab der Hälfte der Laufzeit, wenn der Black Metal mit einem Mal von Akustikgitarren abgelöst wird, die dann wieder einer melancholischen aber grimmigen Art von Black Metal samt erhabenem Gitarrenspiel Platz machen. Der nächste, titelgebende Song steht dem in nichts nach, hat aber insgesamt doch eine Spur weniger zu bieten, als noch der vorangegangene. Es folgt ein kurzes Zwischenspiel samt Samples, welches die Einleitung zum kommenden letzten Stück "Brut und Seuche" darstellt. Wieder ein sehr melancholisch-grimmiger und nostalgischer Song, der Black Metal in Reinkultur bietet und gerade durch seinen schnelleren und mitreißenden Midtempo-Rhythmus überzeugt.

Fazit:
Auf der Rückseite des Beiheftes steht "Shores of Ladon performs Black Metal exclusively. Nothing more. Nothing less." - und genau so verhält es sich hier auch. Ein lupenreines und nostalgisches Werk aus dem Deutschen Underground, welches sich trotz einiger Schwächen nicht zu verstecken braucht.

8.0 / 10 Punkte

Sonntag, 16. Dezember 2012

Nostalgie-Review: Sterbend Besungen - Des Todes wegen... (MC, Sombre Records)

Zur Abwechslung mal wieder etwas älteres... das erste Demo Tape der Deutschen Sterbend Besungen aus dem Jahr 1998 und seiner Zeit unter dem Banner von Sombre Records veröffentlicht, gelang auch erst vor kurzem durch einen Tausch in meinen Besitz. Das Debüt und gleichzeitig leider auch letzte Lebenszeichen der Band unter diesem Namen "Verstummt auf alle Zeit" steht  ja nun auch schon einige Jährchen in meinem Regal, und da hat man natürlich das Bedürfnis, mal die alten Werke solcher Bands zu hören...






Ruft man sich noch einmal den Klang des Albums in Erinnerung, muss man schon eingestehen, dass das hier nicht im entferntesten etwas mit Professionalität zu tun hat. Jedenfalls von der Produktion her - die allerdings geht für eine Demo immer noch in Ordnung, das Schlagzeug kommt sogar recht druckvoll herüber. Auch wird hier bereits deutlich, dass die Musiker ihre Instrumente zu beherrschen wissen, genau wie die insgesamt fünf Lieder eine nicht zu leugnende bedrohliche und selbstzerstörerische Atmosphäre besitzen. Der Gesang ist zwar hier und da noch etwas unbeholfen und geht teils bis ins Schrille aber ok. Für eine erste Demo ist das durchaus zu verzeihen. Angenehm sind auch die Laufzeiten der Stücke, die sich auf knapp fünf bis sieben Minuten belaufen. Kurz und bündig, sagt die Band was sie eben zu sagen hat - und das ist eine Menge! Instrumental hauptsächlich im Midtempo angesiedelt, jedoch auch mal eine Gangschaltung drüber finden ebenso akustische Momente als auch Klargesang ihren Platz auf der Kassette.

Doch, wenn man die Zeit bedenkt, in der diese Kassette veröffentlicht wurde, kann man schon sagen, dass "Des Todes wegen..." relativ innovativ war (gerade verhältnismäßig zum Deutschen Underground) und auch noch aus heutiger Sicht durchaus fascettenreiche Momente aufweist. Definitiv ein empfehlenswertes Demo Tape. Schade, dass es Sterbend Besungen nicht mehr gibt. Die Auflösung fand wohl damals schon vor der Veröffentlichung des Debüts statt, was umso tragischer ist. Allerdings machen die meisten Mitglieder weiterhin Musik mit ihrer ähnlich atmosphärischen Kapelle Wolfhetan. Übrigens... noch als kleine Kuriosität am Rande: das Bandlogo ist tatsächlich verkehrt herum auf dem Frontcover abgedruckt worden, was für das Label schon ziemlich peinlich gewesen sein dürfte. Klar sind Black Metal Logos nicht immer gut zu entziffern, aber irgendwie sollte man das doch schon erkennen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Gruppe dies sehr amüsant fand.

Die Kassette wird man heutzutage wohl nur noch selten finden und noch seltener zu einem angemessenen Kurs. Sollte euch einmal die Gelegenheit bieten, dann nimmt sie wahr. Es lohnt sich!


01. I
02. II
03. III
04. IV
05. V

Review: Nebelmythen - Stille (CD, Wolfsgrimm Records)

Wenn zwei Brüder sich zusammen tun, um ein bisschen Musik zu machen, dann kann da bekanntlich alles mögliche herauskommen. Handelt es sich bei den beiden allerdings um bereits aktive Musiker bei solch illustren Bands wie etwa Helfahrt oder Thulcandra, kann man schon erahnen, in was für eine ungefähre Richtung das Resultat eines gemeinsamen Projektes gehen wird. In diesem Falle heißt das Werk schlicht und ergreifend "Stille" und bietet eine der besten Black Metal Produktionen, die ich dieses Jahr hören durfte.




Nebelmythen nennt sich nun das Projekt der beiden Brüder. Geboten wird hier melodischer, aber dennoch harter und aggressiver Black Metal. Ein bisschen Träumerei, Mystik und Melancholie ist ebenfalls mit an Bord. Das zeigt auch direkt der erste Song "Mond", der nach einem kurzen Sample direkt in die Vollen geht. Druckvolle Produktion, die erfrischend modern klingt und sich im Verlauf als sehr spielfreudig zeigt. Das erinnert in Teilen an aktuellere Werke von Immortal, die aktuelle Tavaron, Der Weg einer Freiheit oder auch an Lunar Aurora - letztendlich aber auch an die eigenen Bands wie Helfahrt (schuld dran wird wohl in erster Linie der Gesang sein). "Sinn" überrascht mit einem sehr gut passenden Streicher-Sample zur Mitte hin und mit teils sehr Death-groovigem Gitarrenspiel. "Meer" beginnt relativ harmlos, zeigt im Laufe seiner Spielzeit aber durchaus seine Klauen und Zähne. Musikalisch durchzogen von immer anwesenden Keyboard-Teppichen, die sich jedoch deutlich im Hintergrund abspielen - die Priorität liegt hier ganz klar bei dem Drum- und Gitarrenspiel sowie dem Gesang. Dazu sehr passend sind die durchaus sehr verständlichen Texte. Seinen Höhepunkt findet der Song in dem Einsatz eines Chorsamples, welches den majestätisch anmutenden Midtempo Black Metal begleitet und das Lied zu einer wahren Hymne werden lässt. Bisheriges Highlight der Scheibe in meinen Augen! Instrumental gesehen, könnte man das folgende Stück "Stein" durchaus mit Burzum seit seiner "Filosofem"-Zeit vergleichen... fährt man hier doch einen ähnlichen hyponotischen Black Metal auf. Mit den Chören im Hintergrund wirkt das Ganze jedoch dann eher wie eins der besseren Stücke aus der aktuellen Graveland-Ära. Es folgt ein instrumentales Zwischenspiel Namens "Unsterblich", welches zunächst durch seine melancholischen Streicher und anschließend durch sein traurig-monotones Klavierspiel besticht. Hier fällt auch direkt noch etwas ins Auge: wo andere Bands und Veröffentlichungen solchen Formats sowas hoffnungslos in die Länge ziehen, wodurch einfach Atmosphäre und Interesse schwinden (fällt denen das eigentlich nicht selber auf?!), präsentieren Nebelmythen ihre Lieder in gesunden Längen von fünf bis sieben Minuten, ebenso dauern die instrumentalen Stücke nicht einmal drei Minuten an - vielleicht mit einer der Gründe, warum sie so zünden und sehr atmosphärisch wirken. "Spiegel" muss ich sagen, ist mir mit seinen knapp über vier Minuten schon fast ZU kurz, man hat den Eindruck, als wäre der Song zu Ende, kaum dass er begann. Was allerdings auch wieder den Eindruck dichter Atmosphäre untermauert, den ich hier bereits erwähnte... man kann sich "Stille" wirklich an einem Stück durch anhören, ohne dass es langweilig wird und garantiert ohne dass man das Gefühl hat, um seine Lebenszeit beschissen worden zu sein. Mit "Narbenkind" hat man noch einmal einen wirklich hmynischen wie melancholischen Song geschaffen, der im letzten Viertel vom druckvollen Black Metal in ein Streicherspiel übergeht, daraufhin wieder in Black Metal übergeht, diesmal jedoch einen ganzen Tacken schnell und schließlich in einem Zusammenspiel aus beidem endet. Der letzte wirkliche Song "Blutjuwel" bietet noch einmal alles: Chöre, rockige Gitarren, druckvolles Schlagzeug, sehr viel Melancholie und gleichzeitig Erhabenheit. Es folgt mit "Vergessen" noch ein kurzes instrumentaler Ausklang mit Klavierspiel und Chören, sowie sonstigen Ambient-technischen Spielereien. Auch hier fällt die verhältnismäßig kurze Spielzeit auf, die das Ganze nicht zu einer schier endlos erscheinenden Geduldsprobe werden lässt.

Fazit:
Ein fantastisches Album kann ich nur sagen! Wer auf gut, aber nicht überproduzierten Black Metal mit Atmosphäre und Tiefgang steht, dem sei diese Scheibe hiermit uneingeschränkt empfohlen. Ebenso allen Anhängern der Bands, die ich hier als Vergleich aufgeführt habe. Bleibt zu hoffen, dass es für Leute mit Sammelleidenschaft (also für welche wie mich, hrhr) irgendwann mal eine Vinyl-Auswertung dieses Albums geben wird.

9.5 / 10 Punkte

Samstag, 15. Dezember 2012

Review: Grail - The Morning of Disillusionment (CD, Sol Records)

Eine relativ junge Band aus Deutschen Landen nennt sich Grail und besteht nahezu aus der kompletten Besetzung von Shores of Ladon. Grail präsentieren hier mit "The Morning of Disillusionment" ihr erstes Werk, welches die laut dem Label die ersten Aufnahme-Sessions der Musiker beinhaltet. Und wenn hier schon solche Musiker beteiligt sind, dann lässt das ja schon relativ weit blicken.






So kommt das erste auf CD gebannte Tonmaterial von Grail erwartungsgemäß im reinrassigen Black Metal Gewand daher. It's Pure... it's Black... it's Evil! Eine Old School Scheibe anno 2012 an der Euronymous seine wahre Freude dran gehabt hätte. Und das dazu auch noch aus Deutschland. Doch, Grail klingen zwar doch irgendwie typisch deutsch (die alten Sachen von Ewiges Reich etwa scheinen hier eine gewisse Inspirationsquelle gewesen zu sein), aber insgesamt entführt einen die Musik der Mannen eher in die Welt des kalten Nordischen Black Metal um die Jahre 1992-1994. Ohne irgendwelchen Schnickschnack wie Keyboards oder Frauengesang. Erstgenanntes kommt dann aber auch nur im Outropart zum Einsatz. Zur Abwechslung auch mal sehr passend zu den Thematiken sind die (gerne) benutzen Samples - die Stammen aus ganz verschiedenen Filmen wie "The Passion Of The Christ", "Interview With The Vampire", "The Company Of Wolves" (und bestimmt noch weiteren, die ich nicht heraushören konnte) - die üblichen Verdächtigen halt, wenn es um Einspielungen für Black Metal Scheiben geht - sogar Nargaroth bediente sich ja auf seinem Debüt an letztgenanntem Film (dort allerdings in deutscher Sprache). In diesem Kontext fand ich auch den Text auf der Rückseite des Beihefts sehr amüsant - gerade in Zeiten, in denen Plagiatsvorwürfe immer öfter die Runde machen, und sich die Großen in Deutschland wegen Urheberrechten die Köppe einschlagen. Sehr sympathisch, sag ich da nur! Die CD enthält übrigens sechs Lieder, inklusive dem Outro samt einem 'versteckten' Bonus Lied, welches ebenfalls sehr zur Thematik passend gewählt wurde, nämlich "Unholy Black Metal" von der Darkthrone Scheibe "Under A Funeral Moon" (und die stellt meiner Meinung nach immer noch das beste Darkthrone Album überhaupt dar - Fuck Off überbewertetes "Transilvanian Hunger"!).

Fazit:
Absolute Empfehlung meinerseits! Wer mal wieder richtig Bock auf guten Old School Black Metal ohne Verfälschungen hat, dem sei diese Scheibe nur ans schwarze Herz gelegt! Mich wundert im Nachhinein auch, dass die Scheibe wirklich keine Aussetzer hat und zu keiner Zeit langweilig wird, trotz dass der vorgetragene Black Metal doch irgendwie monoton ist - aber Scheiße: Genau das waren halt die Mitt-90er!

9.0 / 10 Punkte

Review: Nargis - Was lange lag im Dunkeln... (CD, Lycaner Records)

Endlich, das Warten hat ein Ende. Nachdem mich seiner Zeit die Demo-Kassette der Band Nargis aus Hessen ziemlich begeisterte (und ja, ich höre sie auch heute noch ganz gerne), folgt nun mit "Was lange lag im Dunkeln..." das bereits lang angekündigte Debüt-Album, der vierköpfigen Formation. Ob es eine Steigerung zu "Triumph des Zorns" darstellt, lest ihr nun...






Gar nicht zu glauben, dass es nun nahezu drei Jahre her ist, dass die Demo veröffentlicht und über zwei Jahre seit meiner dazu Review zu diesem Werk vergangen sind. Nun aber zu den aktuellen Ereignissen: "Was lange lag im Dunkeln..." nennt sich das erste Voll-Album der Band, mit fünf Liedern und einer Spielzeit von etwa 49 Minuten ausgestattet. Bereits der erste Song "Wenn das Licht erlöscht..." hat über satte 11 Minuten Laufzeit. Hier wird auch direkt zu Anfang deutlich, dass es sich hier um eine sehr druckvolle Produktion handelt. Allerdings wird hier auch gleich die größte Schwäche des Albums klar: wo "Triumph des Zorns" noch in sich stimmig klang, klingt hier doch einiges zu arg in die Länge gezogen. Dafür standen ja auch, die zwar immer noch überlangen, aber im Verhältnis kurz-knackigen Stücke der Demo. Die standen der Band wesentlich besser zu Gesicht. Was allerdings nicht daran rütteln lässt, dass es sich bei "Wenn das Licht erlöscht..." musikalisch gesehen um einen guten Song handelt. Der Gesang ist dabei ganz in Ordnung, es gibt Krächz- und Schreigesang, sowie ein krankes Wimmern und Flüstern zu hören. Auch der akustische Mittelteil hat was für sich. "Echotod", das zweite Stück der CD fängt gleich im hymnischen Midtempo an - aber auch hier wird nach einer Weile des Hörens doch klar, dass über 12 Minuten eindeutig zu lang sind für einen Song diesen Formates. Vom Aufbau her auch relativ gleich zum ersten. "Mein Gang ins Dunkle" wartet dagegen mit knapp über sieben Minuten auf, und ist somit neben "Die Mutter frisst's" der kürzeste Song des Albums. Und ab hier weiss mich das Album auch zum ersten Mal wirklich zu überzeugen. Das klingt zunächst sehr primitiv und wirklich zornig hätte auch gut und gerne auf der Demo Platz gefunden - geht dann aber ab der dritten Minute über in einen eher melodischen Black Metal inklusive Gitarrensoli und verspielten Details, dass glatt der Eindruck entsteht, immer tiefer in einen Strudel des Wahnsinns gezogen zu werden. Es folgt mit dem bereits erwähnten "Die Mutter frisst's" ein Lied ähnlichen Formates, allerdings überwiegt hier der rein primitive Black Metal, der auch einige melodische Aspekte im Stile der Mitt-90er (ich denke da vornehmlich an Bands wie Gehenna oder Godkiller), sowie kranke Monologe im Stile alter Fäulnis-Werke enthält. Diese Momente sind leider etwas kurz geraten. Den letzten Song stellt "Die Nordwand" dar. Das Lied hatte ich bereits vor ca. einem Jahr in einer Rohfassung vom Label erhalten. Und ich muss schon gestehen, dass ich seitdem sehnsüchtig auf die Scheibe gewartet habe. Doch - das letzte Stücke weist mehr Paralellen zu "Triumph des Zorns" auf, als es irgend ein anderer hier vertretender Song inne hat. Vielleicht gefällt mir die Nordwand deshalb so gut, und da jucken einen dann auch die 12 Minuten Länge nicht mehr.

Fazit:
Das Debüt Nargis' ist zwar nicht das von mir erhoffte grandiose Album geworden, aber verdammt, dafür, dass die Jungs bisher nur dieses Album samt einer Demo draußen haben, fahren sie ein großartiges spielerisches Können auf. Allerdings muss ich auch sagen, dass einige Songs in und durch Passagen schon unnötig in die Länge gezogen wirken. Unter'm Strich sind die beiden ersten Stücke ganz ok, die beiden nächsten in meinen Augen wesentlich überzeugender, und der letzte Song schlägt ein wie eine Bombe. So sollte ein Album auch aufgebaut sein - bei einigen verhält es sich ja genau umgekehrt.

7.5 / 10 Punkte

Review: Satanic Warmaster - In Eternal Fire / Ghost Wolves (EP, Northern Heritage)

Die neue EP aus dem Hause der Finnen Satanic Warmaster ist der nun mittlerweile dritte Teil einer Serie von Rohaufnahmen, die seit dem letzten Voll-Album "Nachzehrer" entstanden. Wie auch die vorhergegangenen Veröffentlichungen beinhaltet die 7er Platte zwei Lieder.








In Eternal Fire:
Ein sehr räudiger, und für den Satanischen Kriegsminister aus Finnland typischer Black Metal, der hier geboten wird. Sehr krank, nahezu reißerisch und hasstriefend. Durch die rohe Produktion wirkt das ganze noch einmal so aggressiv. Bis zum Ende steigert sich die Geschwindigkeit noch einmal, bis alles mit einem Knall endet. Was folgt ist noch ein atmosphärisches Keyboard-Outro.

Ghost Wolves:
Unheilvolles kündigt sich am Anfang des Songs an. Was folgt ist ein Lied, welches so auch auf der "Black Metal Kommando / Gas Chamber" CD hätte sein können. Die Art der Darbietung des Gesangs ist gewöhnungsbedürftig. Allerdings höre ich mir das Stück mittlerweile auch zum fünften Mal (nicht infolge) an, und so langsam muss ich sagen, dass ich dem doch schon was abgewinnen kann.

Fazit:
Auch der dritte Teil der Reihe ist durchaus gelungen, wenn auch gerade die B-Seite Schwächen zeigt. Ob diese 7'' allerdings jemand braucht, muss wie immer jeder für sich selbst entscheiden. Da es sich hier um Northern Heritage handelt und mal wieder keine Limitierung angegeben ist, schätze ich, dass sich die Anzahl wieder auf 500 Stück beläuft.

7.0 / 10 Punkte

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Review: Obscura Monotonia Animae - Crepusculum Aeternorum Cruciatuum (CD, Kristallblut Records)

Die neue Veröffentlichung aus dem Hause Kristallblut hat nun auch mich erreicht. Die Ein-Mann-Band aka Lord Svart aus Italien präsentiert mit "Crepusculum Aeternorum Cruciatuum" sein erstes Album. Was geboten wird? Instrumentaler Ambient Black Metal im Stile von etwa Sieghetnar zu "Todessehnsucht" Zeiten.






Wer bei diesen Zeilen bereits aufgehört hat zu lesen - ok, ich habe vollstes Verständnis für alle, denen rein instrumentaler Black Metal mit Ambient einfach nichts gibt oder einfach nicht genug ist. Ich verstehe euch, wirklich. Zumal gerade diese Untersparte des Black Metal oftmals eher schlecht als recht ist. Billige Drumcomputer, zu unspektakuläre und zu monotone Darbietungen... dies trifft teilweise, dem Namen ganz entsprechend, auch auf Obscura Monotonia Animae zu. Das liegt aber dann auch größtenteils daran, dass die Lieder mit Längen von knappen acht Minuten bis sogar knapp 24 Minuten nicht unbedingt kurz ausgefallen sind, und so - wie bei so vielen Bands, die Songs mit Überlänge besitzen - das Problem der schnell heraufkommenden Langeweile besteht. So ist das ambiente Intro noch ganz gut, der darauf folgende Song "De Requisitione Relictae Memoriae" ist mit seinen knappen 13 Minuten Spielzeit auch sehr gut hörbar, da er verschiedene Stimmungs- und Stilwechsel in sich vereint. Allerdings entwickelt sich das anhören des dritten Songs bei mir bereits zur Geduldsprobe, und es erscheint mir schier endlos lange zu dauern, bis im letzten Viertel ein spaciger Ambient-Ausklang erklingt. Das ganze wird dann aber noch durch den folgenden "Restinctio Humani Generis" übertroffen - der bietet nämlich eine beachtliche Länge von über 23 Minuten! Gut fängt er ja schon an. Dark Ambient, etwas an Vinterriket erinnernd, gepaart mit fast schon schamanischen Einspielungen. Landschaften ewiger Einsamkeit... kommt mir dabei in den Sinn. Gefällt mir. Und gerade, wo man meint, die Grenze zum nervenden wird jetzt überschritten, setzt eine verzerrte Gitarre nehmst Keyboard-Teppich ein, anschließend das Schlagzeug. In verschieden schnell gespieltem Tempo geht es fortan die nächsten sieben Minuten weiter, bis eine akustische Gitarre unterlegt mit Wind-Samples erklingt, und dann ein paar Minuten später wieder in den erhaben, aber melancholischen Ambient Black Metal überzugehen. Und der zieht sich dann bis zur Minute 20, ab der ein ambienter Ausklang ertönt. "Inter Mortis Metum Et Vitae Tormenta" gefällt mir da schon eine ganze Ecke besser, allein weil man sich mit einer Länge von etwas mehr als sieben Minuten fast schon nur auf's Wesentliche konzentriert, ohne viel Tamtam. Das unvermeidbare Dark Ambient-Outro ist mir dann noch mit satten 11 Minuten Spielzeit wieder erheblich ZU lang ausgefallen... wie - wie ich schon bereits weiter oben erwähnte - bei so vielen anderen Bands gleichen Schlages.

Fazit:
Insgesamt betrachtet, ist das Erstlingswerk von Obscura Monotonia Animae kein wirklich schlechtes Album geworden, und mit Sicherheit nicht als Totalausfall zu bezeichnen, da es gerade aus der Sparte erheblich schlechtere, gar regelrecht grottige "Werke" gibt. Allerdings ist "Crepusculum Aeternorum Cruciatuum" auch weit davon entfernt, mich zu überzeugen. Klar, gute Passagen gibt es, und mit dem zweiten, sowie dem vorletzten Stück hat man gar zwei sehr gute Lieder auf dem Album - aber das reicht mir hier nicht. Vieles wirkt einfach zu langatmig, was in schnell aufkommender Langeweile resultiert und man einfach nicht mehr bereit ist den Liedern die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie (vielleicht) verdient hätten. Lord Svart ist mit seiner Band aber auf einem guten Weg, er müsste jetzt nur noch eine Spur mehr Eigenständigkeit zeigen und mehr aus sich heraus gehen. Sollte er dies beherzigen und auch umsetzen, dürfen wir uns schon getrost auf ein neues Album freuen.

4.5 / 10 Punkte

Dienstag, 11. Dezember 2012

Review: Fäulnis - Gehirn zwischen Wahn und Sinn (LP, Frontcore Records)

Nachdem ich ja vor einiger Zeit die Rezension zur CD-Fassung des Albums verfasste - ist das wirklich schon über drei Jahre her?! - erschien im Oktober diesen Jahres endlich die Vinyl-Ausgabe von "Gehirn zwischen Wahn und Sinn", die ja nun auch schon einige Zeit angekündigt war, aber irgendwie dann doch länger auf sich warten ließ, und daher wahrscheinlich nicht nur meinerseits sehnlichst erwartet wurde.





Großartige Worte zur Musik des eigentlichen Albums erspare ich mir und euch an dieser Stelle einmal, da ich das Werk in der damaligen Besprechung durchaus detailiert behandelte und es für mich definitiv immer noch eins der besten und innovativsten (Black) Metal-Alben der letzten Jahre darstellt. Ich möchte das Augenmerk hier eher auf die großartige Gestaltung der Platte legen, sowie auf die beiden exklusiven Bonus Lieder.

Die Aufmachung:
Zunächst dachte ich ja, ehrlich gesagt: nicht schon wieder eine einfache Klapphülle. Wieder ein grandioses Album, welchem die Vinyl-Veröffentlichung nicht gerecht wird (wie bei Zorn)? Dazu kann ich sagen: ganz klares nein! Zwar handelt es sich wirklich wieder nur um eine Klapphülle, die ist allerdings 3-fach ausklappbar und von allen Seiten bedruckt mit Fotos (Live-Auftritte und anderes) - was mich halt nur stört an solchen Hüllen ist, dass die Platten (in diesem Fall sind es wirklich zwei an der Zahl) lose drin liegen - eine Schutzhülle ist demnach absolut von Nöten, allerdings ist diese auch in der Lieferung enthalten. Darüber hinaus enthält das Album dann auch noch ein (sehr kunstvolles) Poster, sowie ein 20-seitiges Beiheft, welches von den Maßen her etwas größer ist, als eine 7'' EP-Hülle und alle Texte enthält, inklusive bekannter und neuer Bilder, sowie den Text eines der Zusatzlieder. Das Frontcover ist in weiß gehalten mit schwarzem Druck. Insgesamt sehr edel.

Die Zusatzlieder:
Als Bonus winken auf der Vinyl-Auflage des Albums wie schon erwähnt zwei weitere Lieder, die exklusiv für dieses Album-auf-Vinyl-Debüt aufgenommen wurden und auf der D-Seite zu finden sind. "Scheiße: Rückfall" und "(Aus)Gespien" sind dabei alles andere als harmlose, mal eben dahin gerotzte Beigaben. Sie sind als Songs durchaus ernst zu nehmen und bieten aus meiner Sicht gar das härteste musikalische Material, was Fäulnis jemals veröffentlicht hat. Hier passt die Umschreibung Black Doom Punk Rock sehr gut. Dreckig, kraft- und druckvoll, schnell, schwarz und hoffnungslos, alles verschlingend. Sehr geil! Davon hätte es auch durchaus mehr sein können, bzw. in der Art würde ich mir gut und gerne ein neues Album wünschen! Nachdem sich die Band ja nach einer kurzen Pause nun wieder zusammengerauft hat, steht dem ja nichts mehr im Wege.

Fazit:
"Gehirn zwischen Wahn und Sinn" war, ist und bleibt ein grandioses Machwerk. Die Tatsache, dass es das Album nun auf Vinyl geschafft hat, genau wie die beiden Zusatzlieder ist da nur das Tüffelchen auf dem i. Limitiert ist die DLP in schwarzem Vinyl auf 510 handnummerierte Exemplare, und kann z.B. im Shop von Eternity Records geordert werden. Ich bleibe dabei:

10 / 10 Punkte