Donnerstag, 29. November 2012

Review: Rabenholz - Akt I - Auf welken Schwingen... (CD, Helheim Productions)

Das bereits vor zwei Jahren erschienene Debüt-Werk "Auf welken Schwingen..." der deutschen Horde Rabenholz, die aus vier Leuten besteht, hat nun auch den Weg in mein Regal gefunden. Von gehört habe ich natürlich auch schon vorher, aber das Album dann im Original zu besitzen, ist ja doch noch etwas anderes als es irgendwo im Internet mal probegehört zu haben.






Fünf Lieder erwarten den geneigten Hörer hier, wobei der erste "Auf welken Schwingen..." lediglich einen instrumentalen Einklang darstellt. Der ist aber schon sehr beeindruckend, und wirkt nicht wie mal eben dahingerotzt und so überflüssig, wie es viele andere Intros tun. 'Richtige' Instrumente kommen hier ebenso zum Einsatz wie klassische Streicher. Mit "Schatten der Sehnsucht" geht's dann aber richtig los. Und bereits hier wird klar - das Album wird nicht jeder Manns Geschmack treffen. Black Metal mit einer gewissen melodischen Note und einem, fast schon ins depressive abweichende Schreigesang. Das erinnert mich sehr an Sachen wie Tavaron. Dieses Gefühl zieht sich auch kontinuierlich durch alle Lieder. Auch der sehr melodische Anklang zieht sich wie ein roter Faden durch jeden Song, ob es nun "Todesherrschaft", "Stille... am Ende aller Tage" oder der überaus melancholische "Als das Licht mich mit sich nahm..." ist. Dieses letzte Stück bietet zur Mitte hin sogar einen recht netten Ambient-Klangteppich,  und endet schließlich mit den gleichen Klängen, mit denen das Album auch begann. Eine abgeschlossene Geschichte.

Fazit:
Gerade wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um ein Debüt handelt muss man schon sagen: "Auf welken Schwingen..." ist ein mächtiges Machwerk geworden! Black Metal, wie er anno 2010 sein sollte - modern klingend und doch irgendwie herrlich old school. In meinen Augen ein gelungenes Album. Ich hoffe auf einen zweiten Akt.

8.5 / 10 Punkte

Sonntag, 25. November 2012

Review: Orchid - Heretic (LP, Nuclear Blast)

Erinnert sich noch jemand an die Zeit, als der Occult Rock so allmählich aufkam? Mit Bands wie Coven, Black Sabbath und wie sie alle hießen? Die wenigsten Leser dieses Blogs, mich als Autoren mit eingeschlossen, dürften diese Zeit überhaupt erlebt haben... doch die Bands sagen einem auch heute noch etwas (und immer mehr der alten Säcke - äh, ich meine natürlich Helden - feiern in der heutigen Zeit ein Revival). Mit "Heretic", der neuen EP der US-Ami-Band Orchid ist nun vor kurzem ein Werk erschienen, das es vermag, genau diese Zeit einzufangen und den Hörer in eben jene zu entführen.




Das passt musikalisch vielleicht nicht so ganz zu Unholy Black Art Of Ritual, doch von der Thematik her passt es allemal. So ist auch die Aufmachung von "Heretic" ganz im Stile der damaligen Zeit sehr psychedelisch ausgefallen und in Schwarz- und Rot-Tönen gehalten. Das Frontcover zeigt eine Dame (offensichtlich eine Häretikerin) mit Totenschädel in den Händen. Hola die Waldfee, da kommt Freude auf! Die Innenseite des Klappcovers zeigt die Dame dann als Wicca Hexe inmitten einer abgestorbenen Waldlandschaft. Die Blair Witch läßt grüßen.

Die 10'' LP in weißem Vinyl beinhaltet im Gegensatz zur digitalen Download-Version vier Songs (während die digitale Fassung lediglich die drei ersten Lieder beinhaltet). Seite A beinhaltet "Heretic" und "Falling Away", Seite B "Saviours Of The Blind" und "He Who Walks Alone". Fangen wir gleich an mit dem ersten titelgebenden Song "Heretic". Dieser wird durch ein Sample eingeleitet, dass an einen Hexensabbath erinnert und wahrscheinlich aus einem alten Horror-Streifen stammt. Was folgt ist traditioneller Okkult-Rock in bester Black Sabbath-Manier. Sehr fein, psychedelisch, detailverliebt und mit viel Herzblut vorgetragen. Besonders erwähnenswert: die Gitarrenspiele sowie der Einsatz der Bontempi-Orgel. Man, man - das ist nostalgisch und (gerade in der heutigen Zeit) fast schon wieder innovativ zugleich. "Falling Away" ist fast schon als Ballade zu bezeichnen, so akustisch, wie das Stück beginnt. Sehr doooomig. Und ich spreche hier nicht von so einer Scheiße wie Drone Doom. Ich rede vom traditionellen Doom. Candlemass. Oder von mir aus auch eher progressive Sachen wie Opeth. Im letzten Viertel wird es allerdings noch einmal richtig rockig. "Saviours Of The Blind" ist dann leider auch schon der letzte reguläre Song dieser EP. Ein sehr gutes progressives Stück traditioneller und doomiger Rockmusik. Interessant ist hier vor allem das Wechselspiel zwischen Schlagzeug und Gitarre zur Mitte hin, welches in diversen Gitarren- und Schlagzeug-Soli gipfelt. Einfach nur Hammer! Das letzte Lied im Bunde mit Namen "He Who Walks Alone" stammt von dem letzten Voll-Album "Capricorn" aus dem Jahr 2011 und ist daher auch wohl eher nur als Bonus Lied exklusiv für die LP-Version der EP zu verstehen, steht dem restlichen Liedgut aber in nichts nach.

Fazit:
Aufmerksam auf diese Platte wurde ich durch eine Besprechung im Virus, die ja sonst meist nur uninteressantere Sachen (Rockabilly, Horror Punk etc.) besprechen. Doch das hier ist mal wirklich eine lohnenswerte Anschaffung. Das einzige, was mich hier stört - dies ist aber typisch Major-Label - die Limitierungsnummer ist auf einem Aufkleber vermerkt (immerhin handnummeriert!), der auf (!) der Abziehfolie der Hülle geklebt ist. Mit anderen Worten, wenn man die Folie aufreißt, ist auch gleich der Aufkleber hinüber. Das sollte bei einem solchen limitierten Release nicht sein. Ich hab die Limitierung dann kurzer Hand selbst mit Silberstift auf die Rückseite der Hülle geschrieben. Achso, apropos Limitierung... die ist auf gerade einmal 500 Stück begrenzt - wer also auf materielle Musikscheiben wert legt, sollte sich schnell beeilen, noch ein Exemplar zu ergattern.

9.5 / 10 Punkte

Review: Apofolis - Geburt des Todes (MC, Eigenproduktion)

Nun weiß ich auch endlich mein Exemplar des neuen Apofolis-Tapes in meinem Besitz. Ob ich darüber glücklich sein soll, angesichts der Qualität der letzten Kassette (wie hiess sie noch?), bleibt abzuwarten.










Erst einmal ein paar Fakten. Wahr ist, dass die Qualität der Produktion des letzten Tapes voll in die Hose ging. Wenn man Vyranis glauben darf, traf das wohl auch auf die Erstauflage von "Geburt des Todes" zu. Die erschien nämlich ebenfalls als Tape und als Pro-CDr bei Depressive Illusions - mit deren Arbeit der Meister jedoch nicht wirklich zufrieden war, und so beschloss er, das Album nochmals, diesmal in Eigenregie aufzulegen. Dabei heraus gekommen ist das mir vorliegende Tape. Leicht abgeändertes Artwork, doppelseitig bedrucktes Inlay mit zwei abgedruckten Texten. Was die Produktion angeht, so kann ich eine Verbesserung gegenüber des D.I.-Releases nicht wirklich feststellen, da mir der Vergleich fehlt - allerdings kenne ich die alten mp3-Aufnahmen, und ich muss sagen, gegenüber diesen hat die Kassette eine beachtliche Klangqualität zu bieten.

Gut... was erwartet den geneigten Hörer nun auf "Geburt des Todes"? Im besten Fall ein lupenreines Black Metal-Album, im schlimmsten Fall ein ambient-durchzogenes Machwerk. Um es gleich klar zu stellen: das Album ist weder das eine, noch das andere, sondern siedelt sich irgendwo im Mittelfeld an. Mit dem Intro "Das Findelkind" hat man ein burzumdeskes Instrumental mit Babyschreien. "Einsam weilend" stellt ein kurzes Ambient Black Metal Zwischenspiel dar (ein solches direkt als zweiten Song zu wählen finde ich aber doch etwas deplatziert). Mit "Roter Schnee" hat man dann den ersten 'richtigen' Song. Soweit ist dieser sogar recht gelungen, was mich nervt ist nur dieses zu penetrante Keyboard-Geklimper, welches mich zu stark an die einfachen Ambient-Sachen von Burzum erinnert, die ich ebenfalls nicht mag (um es freundlich auszudrücken). Bei "Brodelnd' Blut" handelt es sich dann wieder um einen reinen instrumentalen Black Metal Song, der auch nicht ohne Grund seinen Weg auf den offiziellen Circle of Honor-Sampler gefunden hat, für mich das bisherige Highlight des Tapes! "Unter der Erde" ist wieder ein Lied im Black Metal-Stil mit Gesang und leichtem Ambient-Einfluss, der aber nur passagenweise Einsatz findet. Insgesamt eine sehr gute Darbietung, auch wenn ich persönlich dem folgenden "Meine Wut währt ewig" mehr abgewinnen kann - zudem ist dieses Lied mit über acht Minuten das längste der Kassette (und der zweite Apofolis-Beitrag auf dem CoH-Sampler nebenbei bemerkt). "Todestanz" stellt dann noch einen abschließenden instrumentalen und ambienten Ausklang dar, der allerdings auch nichts besonderes mehr bietet.

Fazit:
Insgesamt betrachtet muss man Apofolis schon zugestehen, dass die zweite Veröffentlichung unter Eigenregie schon wesentlich besser ist, als es das Debüt unter dem Banner eines ehemals renomierten Underground-Labels war. Der Klang ist super und nicht zu dumpf, die Atmosphäre kommt gut rüber, auch wenn der Funke bei mir persönlich bei einigen Songs nicht so ganz über springen will. Dafür bietet das Tape aber insgesamt auch zu wenig - sieben Lieder sind es insgesamt und fünf davon sind instrumentale Song. Davon sind dann noch mal zwei Stücke Ambient-Einspieler. Allerdings stellen die Instrumentalen "Brodelnd' Blut" und "Meine Wut währt ewig" für mich auch eindeutig die Höhepunkte auf der Kassette dar, mit "Unter der Erde" hat man sogar einen ordentlichen Song mit Gesang. Der Rest allerdings ist allenfalls Durchschnittskost, dass muss ich leider so sagen. Trotzdem retten die drei genannten Lieder das Gesamtwerk noch vor der Belanglosigkeit (immerhin machen sie, das muss man ja auch mal sagen, über die Hälfte der Spielzeit aus). Limitiert ist die Kassette auf 100 handnummerierte Exemplare. Wer eins haben möchte, der wende sich doch bitte gleich an Vyranis (vyranis@hotmail.com) oder an die Labels Unholy Black Art und Kristallblut Records (von denen weiss ich mit Sicherheit, dass sie noch Exemplare haben).

6.5 / 10 Punkte

Samstag, 24. November 2012

Review: Evocation Of Despair - Auf ewig mit Dunklem vereint (CD, Urtod Records)

Gegründet im Jahr 2011, ist Evocation Of Despair ein noch relativ junges Band-Projekt aus deutschen Landen. Die Band besteht mittlerweile aus vier Leuten, die sich den Fotos in dem Digi nach zu urteilen ganz und gar dem Old School Underground verschworen haben. Davon zeugt jedoch nicht nur das s/w Artwork des ersten Werkes, sondern auch dessen Name "Auf ewig mit Dunklem vereint" und die Musik an sich.





Ich möchte zunächst aber noch einmal auf die Aufmachung zu sprechen kommen, da es sich hier doch um ein sehr erwähnenswertes Exemplar seiner Gattung handelt. Die Digi-Hülle ist wie ein LP-Klappcover gearbeitet, um diesen Eindruck zu untermauern, handelt es sich bei der CD ebenfalls um eine Vinyl-Stil CD, inklusive dem passenden Labeldruck. Das aufwendige Beiheft beinhaltet acht Seiten mit allen Texten sowie Fotos.

Gleich der erste Song "Sterbend die Wahrheit sehen" geht gleich in die Vollen. Richtig fieser und rotziger Underground Black Metal mit hasskeifendem Gesang und messerscharfen Instrumenten. Dazu gesellt sich nicht jugendfreie deutsche Lyrik. Genau so muss dat! Ein fast schon beiläufiges Gitarrensolo zum Abschluss und fertig. "Elegy of Madness" erklingt und weckt in mir irgendwie Erinnerungen an Werke von Bands wie Leichenstätte oder dergleichen. Emoitional und doch rau, auf jeden Fall depressiver als der erste Song. Apropos Leichenstätte... kann man Evocation Of Despair jedenfalls attestieren, dass sie ihre Instrumente (vor allem aber das Spielen des Schlagzeuges) besser beherrschen, als genannte Band in ihren Anfängen (das Drumspiel ist ja auch eine Sache, die von Krankheit bei Leichenstätte selber oft bemängelt wurde). "Es schimmern schwarz die heim'schen Wälder" ist der dritte Song und stellt mit über 11 Minuten Spielzeit den längsten Liedbeitrag der CD dar. Er fängt ebenfalls depressiv an, steigert sich aber in Sachen Geschwindigkeit und Atmosphäre noch ein wenig und wirkt hinterher eher wie ein Mix aus räudigem Misanthropic Black Metal gepaart mit einer Prise Melancholie und Nostalgie (was vor allem in dem akustischen Part im letzten Viertel sehr gut zum tragen kommt), um sich dann schließlich mit einem brachialen Knall zu verabschieden. Es folgt "Possessed by Solitude and Void", welches mit seinem depressiven Grundton relativ zahnlos beginnt, ab Minute 1:30 aber durch das einsetzende zusätzliche Gitarrenspiel eine stete Steigerung erfährt, welche gar darin gipfelt, dass man dies hier durchaus mit Sachen wie Nargaroth zu Demo-Zeiten ("Herbstleyd" - ich denke da vor allem an "Into the Void" oder "Shall We Begin") vergleichen kann. Leider wird dieser Stil nicht bis zum Ende durchgezogen, so dass der Song ähnlich endet wie er begann. Das letzte Lied nennt sich "Tormented by Devils" und stellt zum Abschluß noch einmal einen wahren Hammer dar.

Fazit:
Old School As(s) fuck! Hrhr, sorry, den konnt' ich mir nich' verkneifen. Klar ist das musikalische (Zusammen)Spiel noch ausbaufähig und natürlich ist die Produktion alles andere als sauber - aber scheiße, das ist der Underground, so sollte es sein. Insgesamt eine erfreuliche Veröffentlichung, vor allem, wenn man bedenkt, was derzeit im nationalen und internationalen Raum so alles unter dem Deckmantel des Black Metals herausgehauen wird. Limitiert ist das Teil auf 200 handnummerierte Exemplare, um noch eins der wenigen verbliebenen zu ergattern, rate ich, euch schnellst möglich mit Urtod Records (http://urtod.blogspot.de) in Verbindung zu setzen.

7.0 / 10 Punkte

Review: Acherontas & Crimson Moon & Akrabu & Shibalba - Ana Harrani Sa Alaktasa La Tarat (LP, Obscure Abhorrence/Art Of Propaganda)

Dieses Gemeinschaftswerk zwischen den vier okkulten Gruppen Acherontas, Crimson Moon, Akrabu und Shibalba entstand noch vor der aktuellen Acherontas-Split mit Nightbringer, wurde jedoch erst kürzlich durch die deutschen Label Obscure Abhorrence und Art Of Propaganda als Vinyl aufgelegt. Die Mühe hat sich durchaus gelohnt.







Die A-Seite hält die Beiträge von Acherontas und Crimson Moon bereit. Beginnen wir also dort.
Gleich sehr düster und okkult fängt der erste Song "Foolmoon and a Pale Lover" der Griechen Acherontas an. Schwarze-Messe-Sample, und dann geht es gleich über in den erhabenen Midtempo Black Metal, für den ich Acherontas so sehr schätze. Durchzogen von finsteren, aber dennoch hymnischen Instrumenten, Chor-Samples, Stolz und, wie bereits erwähnt, Erhabenheit. Das ist meiner Ansicht nach eines der besten Lieder, die die Band bisher hatte. Das erinnert nicht nur einmal an die alles in den Schatten stellende "And Cosmos from Ashes to Dust..." von Stutthof. Perfekt!

Nach einem langgezogenen und epischen Gitarrensolo, welches den Abschluss des Acherontas Beitrags darstellt, erklingt "A Transgression of Vultures", der Beitrag der Ami-Band Crimson Moon aus den Boxen. Eigentlich ganz anders als Acherontas, dennoch sehr okkult. Aber insgesamt ist das hier wesentlich rauer und auch nihilistischer. Das lässt mich direkt an andere Truppen aus Amiland denken, wie z.B. Wind Of The Black Mountains. Gefällt mir persönlich sehr gut, vor allem der spärliche Keyboard-Einsatz zum Ende hin kommt auch nicht schlecht. Leider fehlt dem Song ein wirklicher Höhepunkt und daher auch der gewisse Aha-Effekt.

Akrabu nennt sich das nächste beteiligte Projekt auf dieser Split-LP und stellt ihren Beitrag "Mantra of Lucidity" als ersten Song der B-Seite vor. Was ich über dieses Projekt herausfinden konnte, ist, dass es wohl aus Deutschland kommt und bis dato auf eine nicht unbeachtliche Anzahl von Veröffentlichungen zurückblicken kann - man kann hier sogar auch mal davon sprechen, dass sich dies wohl positiv auf die Beherrschung der Instrumente ausgewirkt hat. Wenn man da an Sachen wie Drowning The Light, Striborg oder Moloch denkt, die ja eine wahre Veröffentlichungsflut aufweisen, sich aber im Großen und Ganzen immer wieder nur selbst kopieren... so etwas braucht kein Mensch, da ist so eine Band wie Akrabu doch recht innovativ zu bezeichnen (und so viele Releases sind es jetzt ja auch nicht). Aber doch, dieser minimalistische Stil aus Akustik, Antik, Ambient und riutellem Gesang hat etwas für sich. Das Lied nervt jedenfalls nicht und wird die guten 5 1/2 Minuten auch kein einziges Mal langweilig.

Den Abschluß bildet der musikalische Beitrag von Shibalba, welche ein weiteres Ambient-Projekt von Acherontas darstellt. Insgesamt sehr düster, minimalistisch und rituell. Durch und durch dunkel. Jedoch reicht die Qualität des Dargebotenen nicht an das Liedgut von Akrabu heran. Langweilig wird jedoch auch "The Entrance to Xibalba" nicht wirklich, da mit knapp 6 1/2 Minuten Spielzeit die Grenze des Auslotbaren nicht überschritten wird.

Fazit:
Acherontas sind hier stärker vertreten als jemals zuvor in meinen Augen! Crimson Moon gefallen mir ebenfalls sehr gut, auch wenn es nicht das beste Material ist, was ich von den Amis kenne - jedoch bin ich froh, überhaupt mal wieder etwas von ihnen zu hören. Akrabu hat mich mit dem dargebotenen Stil sehr positiv überrascht und Shibalba ist guter Ritual Ambient, würde das Lied jedoch nur im gehobenen Mittelfeld ansiedeln. Die LP kommt, wie man es von Obscure Abhorrence gewohnt ist, im schniggen Design, die Hülle beinhaltet sogar mal alle Texte. Die LP an sich ist auf 500 Stück limitiert, die ersten 100 im violetten Vinyl. Für das Gesamtwerk vergebe ich...

8.0 / 10 Punkte

Review: Zorn - Schwarz Metall (LP, Asatru Tonschmiede)

Da ist sie nun... die Vinyl-Auswertung des Debüt-Albums der deutschen Black Metal Truppe Zorn aus dem Jahr 2001. Veröffentlicht wurde "Schwarz Metall" im Original damals als Jewelcase CD bei Last Episode in Zusammenarbeit mit Jesus Wept Production. Im Zuge der Auflösung von L.E. aus bekannten Gründen wurde das Werk dann unter dem Labelnamen Black Attakk (unter dessen Fahne auch das Debüt des Projekts Mord veröffentlicht wurde) erneut vier Jahre später aufgelegt. Helheim Productions veröffentlichten schließlich im Jahr 2010 das Album als Digi CD mit dem Bonus "Genickschuss" (von der Split EP mit Battlehorns).


Nun, 2012, ließ sich endlich ein Label - in diesem Falle die Asatru Klangwerke - dazu erbarmen, dieses Werk auf Vinyl zu bannen. Kommen wir zunächst zum Layout... das ist komplett neu gestaltet, und so prangt auf dem Frontcover der bekannte diabolische Greif in nachbearbeiteter Fassung. Das Logo sieht allerdings immer noch aus wie eh und je. Auf dem Backcover. ein Reichsadler mit dem Zorn-Logo und der Brust und dem Symbol an der Stelle, wo ansonsten das Kreuz zu finden ist. Provokation? Mit Sicherheit! Was die allgemeine Aufmachung angeht, muss ich leider sagen, dass es nicht mehr zu entdecken gibt. Lediglich die Vorder- und Rückseite des einfachen Klappcovers sind bedruckt, das allerdings edel. Jedoch sind die Innenseiten blanko, was wirklich eine ernüchternde Tatsache ist. Für so ein Album hätte ich doch mehr erwartet...

"Schwarz Metall" wurde auf eine LP gepresst, auf der A-Seite finden sich die ersten vier Lieder "Hexenlichter am Nordhimmel", "Schwarz Metall", "Der totale Krieg" und "Wiederkehr", während sich auf der B-Seite die letzten vier Lieder "Kriegserklärung an die Menschheit", "...in Flammen", "Panzerzorn" und "Genickschuss" (lediglich der Album-Ausklang in Form eines Schusses) finden lassen. Zudem enthält die B-Seite als Bonus eine 2012 Version des Songs "Hexenlichter am Nordhimmel".

Das eigentliche Album zu beschreiben, spare ich mir an dieser Stelle einmal. Wer es bisher noch nicht kennt, ist einfach selber schuld. Das Debüt von Zorn hat schon so etwas wie einen kleinen Kult-Status unter neueren deutschen Releases. Die Titel sprechen für sich und sind durchzogen von Hass, Aggression und Zorn. Die 2012 Version von "Hexenlichter am Nordhimmel" ist ebenfalls sehr hörenswert - komplett neu eingespielt und mit neuem Sänger versteht man sogar mehr als nur ein paar Bruchstücke und Fetzen des Textes.

Fazit:
Sehr gutes Album, bei dem ich sehr froh bin, dass es endlich einmal den Weg auf Vinyl gefunden hat. Leider lässt die Aufmachung insgesamt doch sehr zu wünschen übrig. Für ein kultiges Album, sollte auch eine kultige Aufmachung (mit zumindest bedruckter Innenseite) her. Trotzdem zu empfehlen, da es für Vinyl-Fetischisten derzeit die einzige Möglichkeit ist, in den Besitz von "Schwarz Metall" zu kommen. Die LP ist auf 500 Stück limitiert und sogar durchnummeriert. 250 Exemplare im grauen Vinyl, 250 kommen in violettem Vinyl.

8.0 / 10 Punkte

Dienstag, 20. November 2012

Review: Hasserben & Searing Skull - De Vesontio Ad Argentoratum (CD, Die Unaussprechlichen Kulten/Atavism Records)

Hier haben wir nun das Gemeinschaftswerk zweier französischer Underground Black Metal Bands. Hasserben um die neue Sängerin Spleen existieren seit 2004. Spleen gibt auf dieser Scheibe ihr Debüt. Das Duo Searing Skull existiert seit 1997, begann allerdings erst im Jahre 2001 damit, Veröffentlichungen rauszuhauen.







Zunächst erschallen Hasserben mit ihren fünf Lieder aus den Boxen. Ein riutell-anmutendes Intro, welches glücklicher Weise nicht allzu lang ausfällt, danach der erste wirkliche Song "Errance" (soviel wie etwa "Irrfahrt"). Hier wird gleich klar, dass Freunde sauberer Produktionen hier einpacken und nach Hause gehen können - denn was hier geboten wird, ist zwar melodisch zu nennen, aber sehr räudig und dreckig aufgenommen worden. Es lebe der Underground! Der Song beginnt zwar recht unbeholfen, schafft aber die Kurve und kann sich zur Mitte hin richtig steigern, und zeigt auch gleich einmal, wozu die Band instrumental gesehen fähig ist. "La Marche de l'Hérétique"... bei so einem Titel erwartet man schon etwas mehr, und das wird auch durchaus geboten. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten auf dem letzten Song, lässt sich das hier ohne weiteres mit Sachen wie Monarque oder Darkened Nocturn Slaughtercult vergleichen. Letzterer Vergleich wohl eher wegen der Stimme. "Torpeur Mortuaire" schlägt dabei in die gleiche Kerbe, auch wenn der Gesang mir hier an ein paar Stellen nicht so gefällt, da sich die Sängerin doch überschlägt. Das klingt dann eher nach heul-heul-Musik - wobei das ja wieder eigentlich zum Titel passt. Als letztes folgt mit "The Vampiric Tyrant" ein Cover des Satanischen Kriegsministers aus Finnland. Gar nicht schlecht, schaffen es die Hasserben doch, dem Song ihren eigenen Stempel aufzudrücken.

Searing Skull erklingen. Nach einem eher militärisch anmutenden Gitarrenspiel kommt's auch gleich knüppeldick und - ihr ahnt es vielleicht bereits - es folgt War (Black) Metal in seiner ursprünglichsten Form. Scheiß auf Atmosphäre und Melodie, das ist sowieso viel zu überbewertet. Nee Leute, das klingt mir einfach zu einfältig und erinnert dabei an Dumpfbacken, wie die erste Kriegsgott Scheibe. "Dead Upon The Cold Earth" klingt da überraschender Weise gleich ganz anders. Das hört sich sogar recht doomig an, oder wie der Beginn eines Mortician Songs, wenn man natürlich von dem Gesang absieht. Das ist Black Metal-Gekeife durch und durch. Aber das hier hat definitiv was... allerdings erfährt das Lied kaum eine Steigerung oder Höhepunkt, so dass es eigentlich nur vor sich herdumpelt. "Those Who Still Hope" ist da schon eine Spur härter, instrumental gesehen irgendwo zwischen War Metal, Thrash Metal und Black Metal. Beeindruckend ist hier auch die Doom-Gitarre, die knapp nach der Hälfte der Laufzeit einsetzt und in einen Akustikpart übergeht. Was dann folgt kommt dem Begriff Geistermusik sehr nahe. Leider ist dieser Part in meinen Augen viel zu kurz. Der letzte im Bunde ist "Agony Of The Universe" und orientiert sich instrumental an dem ersten Beitrag von Searing Skull, allerdings mit mehr Atmosphäre. Da finde ich es gleich schade, dass die CD hier schon zu Ende ist, denn davon hätte man gerne noch ein paar Lieder mehr gehört.

Fazit:
Weder Hasserben noch Searing Skull würde ich jetzt als schlechte Bands bezeichnen, die Leute verstehen es zumindest mit ihren Instrumenten umzugehen. Dennoch spreche ich den Hasserben eine Spur mehr Detailverliebtheit und Atmosphäre zu, allein schon deshalb, weil sich die Drums bei Searing Skull in meinen Ohren zu statisch und steril anhören. Einzig der letzte Song der Band vermochte es, mich immerhin wirklich aufhorchen zu lassen. Ansonsten bleibt wohl zu sagen, dass die Musik beider Gruppen noch ausbaufähig ist.

6.5 / 10 Punkte

Review: Nihasa - Brahamanda Xul Grimoire (MC, Night Birds Records)

Bei Nihasa handelt es sich um ein relativ junges Projekt aus Griechenland, hinter dem kein geringerer als Acherontass (Acherontas, ex-Stutthof) steckt. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber bei dem Namen habe ich dann gleich schon gewisse Erwartungen an das Werk. Mystische Klangsphären, erhabener Black Metal, überirdische Welten. Ob Nihasa diese Erwartungen mit dem hier vorliegenden ersten Album erfüllen kann, lest ihr im folgenden.






Zunächst muss man festhalten, dass es sich bei Nihasa um sehr ambient-betonten Black Metal handelt, der allerdings weit von einer sauberen und verharmlosenden Produktion entfernt ist. Das hier klingt räudig und doch erhaben. Genau wie man es auch von Stutthof gewohnt war. Der Ambient-Anteil ist hierbei auch nicht viel höher als es bei Acherontas oder bei der Vorgänger-Band der Fall war bzw. immer noch ist. Und mit insgesamt sechs Liedern, die allesamt eine Länge zwischen knapp 7 - knappen 12 Minuten besitzen, ist das Werk noch nicht einmal sonderlich kurz ausgefallen. Das gefällt, und man darf wirklich gespannt sein, ob es noch eine Album-Fortsetzung geben wird.

Fazit:
Starkes Album! Mehr Worte braucht es eigentlich auch nicht mehr. Die CD erschien ursprünglich bei Z.-B Productions aus Griechenland, limitiert auf insgesamt 600 Exemplare, die hier vorliegende Tape-Fassung aus dem Hause Night Birds ist limitiert auf 300 Stück (nicht durchnummeriert).

8.5 / 10 Punkte

Review: The Earth King - Cycling between Sun and Moon (CD, Kristallblut Records)

Das Album "Cycling between Sun and Moon" des Projektes The Earth King, welches hier musikalische Unterstützung von einem anderen Projekt mit Namen Dead Man's Hill erfuhr, stellt die zweite Veröffentlichung aus dem Hause Kristallblut Records dar. Kristallblut entstand aus dem Label Nordsturm Productions, welches ja gerade eine Art Wiederauferstehung feiern darf. Jedenfalls versucht man sich bei Kristallblut nun, ganz dem Namen entsprechend, auf Veröffentlichungen aus dem (Space) Ambient Black Metal-Bereich zu spezialisieren, was mit den zwei bisherigen Veröffentlichungen auch durchaus gelungen ist.


So kann man die Musik des Album von The Earth King als schamanischen, spirituellen Ambient Metal ansehen, der zwar eine gewisse Black Metal-Atmosphäre besitzt, mit selbigem aber so viel zu tun hat, wie etwa Schlager mit guter Musik. Das macht auch gleich der erste Song "House of Shadows" klar... Ritueller Kehlkopfgesang, gepaart mit düsteren Metal-Parts und einem nach Horrorfilm-Soundtrack schreiendem Keyboard. Das erinnert mich stark an Sachen wie Wraith Of The Ropes - die ja bekanntlich mit Black Metal auch nicht viel bis gar nichts am Hut haben. Allerdings klingen The Earth King auch nicht wirklich doomig. Der Metal-Anteil ist eher sehr Pagan orientiert. Mit der rituellen Ambient-Atmosphäre entsteht dadurch der Eindruck eines sehr naturverbundenen Werkes, was vorallem bei "Autumn Temple" oder "Entering the black hole of Infinity" zum tragen kommt. Wobei letztgenanntes Lied ganz klar den größten Black Metal-Einfluss des Albums für sich beansprucht. "Doodstrotseerder" ist ein sich eher rein auf den Ritual Ambient beziehendes Stück geworden. Hier klingen The Earth King dann auch sehr doomig. "The end of Salve Mater" ist dann wirklich ein reiner Ambient Song, soweit ich das sagen kann, ohne Gesang. Gefällt mir dann auch nicht mehr ganz so gut, wie alles vorherige. Außerdem für eine Art Zwischenstück eindeutig zu lang, aber immerhin nicht so langweilig, wie viele andere selbsternannte Ambient-Scheiben. Bei "Cycling between Sun and Moon" wird es dann noch einmal richtig mystisch und teils auch irgendwie "abgespaced", wie man so schön sagt. Das gefällt mir dann auch nicht mehr so wirklich, aber geht gerade noch so in Ordnung. Trotzdem hätte hier eine Spur weniger Space Ambient besser getan.

Fazit:
Ein wirklich eigenwilliges Album, mit einem sehr eigenen - und gerade deshalb wahrscheinlich auch sehr gewöhnungsbedürftigen - Stil, den man entweder mag... oder auch nicht. Mit Black Metal hat das Resultat wie gesagt nicht sehr viel zu tun, dann eher mit rituellem Ambient, der mit Pagan-, Doom- und eben nur einem Hauch von BM-Einflüssen aufwartet. Der traditionelle Gesang gefällt mir allerdings sehr gut und trägt auch sehr viel zur Atmosphäre bei. Totalausfälle sind keine zu verzeichnen, wenn auch das Album in meinen Augen nach guten vier Songs gehörig nachlässt. Aber das ist ja immer noch über die Hälfte. Ohne die beiden letzten Songs, hätte das Album von meiner Seite aus eindeutig mehr Punkte verdient, aber so ist es halt wie es ist. So, oder zumindest so in der Art muss für mich Musik klingen, die sich dem Thema Natur und Kosmos verschrieben hat. Für Black Metal-Puritisten sicher nicht gedacht, dafür aber sicherlich für Leute interessant, die gerne einmal über die eng gesteckten Grenzen hinaus sehen.

7.5 / 10 Punkte