Sonntag, 21. Oktober 2012

Review: Hädanfärd - Vederstyggelsens Uppväckelse (LP, Afgrundsvisioner/Ancient Records)

Hädanfärd ist ein noch relativ junges Black Metal Projekt aus dem schwedischen Untergrund, welches mit vorliegender LP ihr erstes Mini-Album vorlegt.










Die 12'' Platte ist dabei nur einseitig bespielt und enthält neben dem Intro "En Fördold Ohelighet" vier Lieder. Das Intro ist ein akustisches Instrumental mit Natursamples, das dann auch nahtlos in den nächsten Song "Bevilja af Hans Oheliga Afgrundsmakt" übergeht, welcher in einem allseits beliebten Midtempo gehalten ist. Die Instrumente klingen dabei schon fast hymnisch und erhaben, der Gesang tut dann sein übriges zur Atmosphäre und man fühlt sich hier irgendwie an die deutschen Askuror in ihren besten Momenten erinnert. "I Skuggan af Kristus Rangliga Kors" ist etwas Schlagzeug-lastiger und erinnert instrumental gesehen dabei eher an Burzum zu seinen "Filosofem" Zeiten. Im letzten Drittel wird's dann etwas ruhiger, nur um dabei noch einmal einen richtig guten Übergang zu einer etwas schnelleren Gangart des Black Metal hinzulegen. "Svurna Förbannelser af Besvärtade Energier" hält dann auch durchaus okkulte Elemente wie den kurzen intrumentalen Sequenzen, in denen auch ein ritueller Gesang zum Einsatz kommt. "Ändlöshetens Helgedom" stellt dann einen letzten Bonus Song dar. Kurz und ganz im Stil des restlichen Albums vorgetragen.

Fazit:
Ein gutes Album aus dem schwedischen Underground, welches zwar nichts wirklich neues bietet, dafür aber das Gefühl der alten Tage gut einfängt und wieder aufleben lässt. Zumindest für eine Weile - denn sonderlich lang ist "Vederstyggelsens Uppväckelse" leider nicht ausgefallen, was sehr schade ist, denn davon hätte ich mir durchaus mehr anhören können.

8.5 / 10 Punkte

Review: EgoNoir - Fortuna Teil I (Velut Luna Statu Variabilis) (MC, Der neue Weg Productions)

Was sich bei einer Band von einer Veröffentlichung zur nächsten nicht alles verändern kann... das dachte ich mir jedenfalls auch beim betrachten des neuen EgoNoir Werkes "Fortuna I". Nicht nur, dass BinZynisch jetzt nicht mehr "BinZynisch" heißt sondern "JanuZ", nein auch die feste Besetzung besteht jetzt auch drei Leuten. Musikalisch hat sich allerdings nicht viel geändert. So zelebriert man immer noch experimentellen Black Metal. Soll heißen, hier finden sich auch Einflüsse aus Dark Ambient, Industrial und Neofolk. Und diesem eigenwilligen Stil ist man nun sich nun schon eigentlich seit der ersten Demo "Also starb Zarathustra" treu geblieben.



Wobei so wirklich durchgezogen, hatte man diesen erst auf dem Album "Der Pfad zum Fluss" - seitdem hat man seinen Stil glücklicher Weise stets immer etwas ausgearbeitet und weiter verfeinert. Nein, ein stumpfes Kopieren der eigenen Werke kann man diesem Projekt wohl kaum vorwerfen. Und all jenen, denen der Black Metal Anteil in den letzten Werken "A new philosophical thunder rise" und "Reste... (was vom Sturme übrig blieb)" zu gering ausfiel, kann ich beruhigt sagen: das hat sich ebenfalls geändert! "Wolfsherrin" vereint direkt einmal Elemente aller drei Stilkomponenten miteinander und zeigt gleich zu Anfang auf, zu was EgoNoir imstande sind. Das ganze könnte auch Mitte der 90er Jahre aufgenommen worden sein - passend dazu gibt's im letzten dritte ein echt fieses Oldschool Gitarrensolo zu hören. Die (guten alten) Darkthrone lassen grüßen. "Mondsängerin" wird insgesamt eine Spur langsamer vorgetragen, und auch hier werden sich Liebhaber des Mitt-90er-Black Metals vom Schlage Gehenna, Godkiller, Diabolical Masquarade, Opera IX usw. direkt heimisch fühlen. Eingängige Melodie, leichter Keyboard-Einsatz hier und da, mystischer Singsang. Dritter und (leider) auch schon letzter Song ist "Fortuna (Velut Luna Statu Variabilis)", der im Stil eines Ausklangs mit ambienten Klängen daherkommt, die mit Sprechgesang und klassischen Samples unterlegt wurden. Lang geworden, jedoch nicht zu lang. Alle, die dann wie ich, die Kassette noch durchlaufen lassen, anstatt sie nach der offiziellen Liederliste zu beenden, erwartet noch ein versteckter Bonus Song in Form des volkstümlichen Liedes "Hohe Tannen", dessen letzte Strophe (die allerdings auch erst in der Zeit des NS-Regimes hinzugefügt wurde) etwas umgedichtet wurde. Hier hat man dann auch das Statement der Band zum Thema NS. Das sollte dann auch der letzte Idiot verstanden haben.

Fazit:
Ein tolles Werk. Nicht nur, dass es mich freut, dass ich mal wieder etwas von EgoNoir zu hören bekomme - hier hat man auch gleich das im Vergleich beste Material bisher abgeliefert. Schade, dass die Freude doch relativ kurz ausfällt, wenngleich die drei Lieder auch allesamt Überlänge besitzen. Limitiert ist die Kassette auf 200 handnummerierte Exemplare.

8.5 / 10 Punkte

Review: Lebensessenz - Tage der Nostalgie (LP, Dunkelheit Produktionen)

Das neue, und bisher aufwendigste Album des Jungpianisten Newton Schner Jr., der unter dem Namen Lebensessenz nun schon eine ganze Weile aktiv ist und seine emotionale Klaviermusik (vor allem in seiner Heimat Brasilien wohl sehr erfolgreich) präsentiert, hört auf den Namen "Tage der Nostalgie".







Was auf den frühen Werken angedeutet wurde und auf dem Debüt letztlich präsentiert wurde, wird hier nun formvollendet weitergeführt. War "Tu, deorum hoinumque tyranne, Amor", das letzte Werk (welches bekanntlich ja auch schon unter Dunkelheit in Zusammenarbeit mit Self Mutilation Services veröffentlicht wurde) noch nicht voll ausgereift und wirkte teils noch etwas unbeholfen und plan- bzw. zusammenhanglos, so verhält es sich hier auf diesem zweiten Album anders. Der Name ist Programm und so durchzieht das Album und die einzelnen Stücke ein stetes Gefühl der Melancholie, Nostalgie, Traurigkeit und des Schwermuts. Genau so Gefühle wie Liebe, Sehnsucht und Romantik. Hier wird wirklich klar: Lebenessenz, das ist Musik zum träumen und zum zuhören. Die Seele baumeln lassen. Sich ganz auf die Musik einlassen. Am besten abends allein im stillen Kämmerlein bei Kerzenschein und einer Flasche guten Rotweins geniessen.

Fazit:
Bei "Tage der Nostalgie" wird klar, warum der Name des Projektes Lebensessenz lautet. Hier wird nämlich genau das vertont. Das Leben. In all seinen Fascetten, Farben und Gefühlsschwankungen. Bei den vereinzelt vorkommenden recht harmonisch klingenden Stücken, ist es kaum zu glauben, dass dieser Mann sich auch bevorzugt in der düsteren Musiklandschaft des Black Metal herumtreibt (Inmitten des Waldes, sowie diverse Gastauftritte z.B. bei Drowning The Light etc.). Ein wirklich emotionales Werk melancholischer Klavierkunst. Für alle, die mit so etwas anfangen können, gibt es von mir eine klare Empfehlung! Das Album kommt als auf 350 Stück limitierte schwarze LP, wovon die ersten 100 Exemplare in mintgrünem Vinyl kommen. Zudem gibt es exklusiv im Shop von Dunkelheit eine auf wenige Exemplare limitierte handsignierte CD-Version.

10 / 10 Punkte

Review: Sad - ...and His Minions Shall Eternally Reign (EP, Self Mutilation Services/Satanic Records/Dubbuk Records)














Die 7er "...and His Minions Shall Eternally Reign" der griechischen Band ist zwar auch nicht mehr das aktuellste der Band, gab es seit dem doch schon wieder zwei Split-Veröffentlichungen. Doch egal. Die Platte hält zwei Lieder bereit. Seite A "Dichotomy" und Seite B "Shallow Grave". Zu berichten gibt es über die beiden Songs nichts allzu besonderes, da sie in gewohnter Sad-Manier dargeboten werden, sprich eher im lower midtempo angesiedelt sind, und daher auch eher depressiv wirken. Bekanntlich handelt es sich bei der Band ja nicht um eine DSBM Band, so dass der Gesang verachtend und keifend vorgetragen wird, was gerade bei "Shallow Grave" eine sehr kalte Atmosphäre aufkommen lässt. Vor allem das letzte Drittel des Liedes gefällt mir sehr gut.

Fazit:
Bei 7'' EPs ist natürlich immer die Frage gegeben: braucht man das wirklich? In diesem Falle bin ich doch zwiegespalten, aber ich muss schon sagen, dass dies hier doch um einiges besser ist, als dieser ganze 0815-Dreck, der in letzter Zeit leider viel zu häufig veröffentlicht wird. Limitiert ist die Platte auf 300 Stück (wie bei S.M.S. üblich NICHT durchnummeriert).

7.5 / 10 Punkte

Dienstag, 2. Oktober 2012

Review: Kaos Sacramentum - Bloodcurse Stigmata (CD, Ancient Records)

Kaos Sacramentum, die zweite. Nachdem mich das "Avgrundens Konst" ja quasi umgehauen hat, kam ich natürlich nicht umhin mir auch den Nachfolger anzuhören.










"Bloodcurse Stigmata" schlägt dabei in die gleiche Kerbe wie das Zweitwerk der Band, wirkt insgesamt betrachtet aber eine Spur ausgereifter. Nach dem kurzen "Intro" legt man auch gleich in Form von "One With The Beast" ordentlich los und entfacht einen regelrechten Sturm. Genial diese peitschenden Drums. Die Produktion ist auch hier wieder hervorragend für ein Werk aus dem Underground. "Bloodcurse Stigmata" hat ein sehr geiles Gitarrenspiel inne. Hier wird bis auf einige Breaks und Tempowechsel durchgehend gebrettert, das es eine Freude ist. Das beste: die Band kann ihr Niveau konstant oben halten. Mein persönliches Highlight des Albums "Infernal Assignment" - hier wird noch einmal richtig- und durchgehend gemetzelt, was dank der knapp 3 1/2 Minuten Spielzeit auch nicht zur Langeweile verkommt - leider war das auch schon der letzte wirkliche Song des Albums. Es folgt mit "Prayer Of Destruction" ein kurzes instrumentales Outro und beendet ist der Spuk.

Fazit:
Alle Achtung für dieses Werk. Allerdings ist die Musik an sich auf diesem Album nicht ganz das selbe, wie auf "Avgrundens Konst". Zur Mitte hin lässt die Euphorie doch etwas nach, bis man zum Ende hin doch noch einiges geboten bekommt. Was jetzt nicht heißen soll, dass das hier dargebotene schlecht ist - es ist immer noch besser als 95 % der aktuellen Veröffentlichungen, die ich in jüngerer Zeit gehört habe.

9.0 / 10 Punkte

Review: Kaos Sacramentum - Avgrundens Konst (CD, Ancient Records)

Kaos Sacramentum... noch nie zuvor gehört. Just heute erreichte mich ein Paket aus Schweden mit allerlei nationalem Underground. Darunter halt auch diese 3-köpfige Band. Was zelebriert wird? Natürlich Black Metal. Und zwar in seiner reinsten Form. Hasstriaden, Gitrarre und Bolzwerk. Warum die Idee der Grundessenz immer noch zündet und es einfach nur verdammt geil ist, dieser Band zu lauschen, lest ihr nun im folgenden...





Das zweite Album von Kaos Sacramentum nennt sich "Avgrundens Konst", was soviel heißt wie etwa - ach schaut euch die Wörter an, und übersetzt sie einfach (so schwer dürfte die Ableitung vom Deutschen ja nicht sein).

Kommen wir zur Musik. Die ist durchaus hörenswert und für eine Produktion aus dem Underground recht kraft- und druckvoll. Der Stil lässt sich schwer beschreiben, da man recht viele Fascetten des Black Metal in seiner Musik einarbeitet. Sprich: dieses Album ist erfreulicher Weise einfach mal wieder "nur" Black Metal. Sonst nichts. Kein Keyboard. Keine schwule Emo-Stimme. Kein Frauen- oder Knabenchor. Keine Samples. Nichts. Nur die reine Musik. Und das funktioniert wunderbar! Instrumental betrachtet bewegt man sich dabei zumeist im rhythmischen Midtempo, generiert sich aber nicht, auch mal ein paar Gänge zuzulegen. Typisch nordisch klingt das ganze dann schon irgendwie, so erinnert es mich passagenweise an frühere Marduk oder Horna oder an aktuellere Sachen wie Satanic Warmaster (wenn S.W. das mit dem Keyboard sein lässt... wenn man diesen Vergleich heran ziehen will, sei das Album "Opferblut" genannt), aber auch die Niederländer Zwartplaag und die Amis Inquisition könnte man durchaus als Vergleich anführen. Die letztgenannten vor allem deshalb, weil es Kaos Sacramentum ähnlich gut verstehen, wahre Hymnen der schwarzen Kunst zu erschaffen und durchaus auch die gekonnten Wechsel innerhalb der Lieder draufhaben, für die man Inquisition so schätzt. Auch ein gewisser Hang zum Okkulten hört man der Musik an, so dass der Vergleich zu meinen bevorzugten Griechen von Acherontas auch nicht ganz abwegig scheint... vor allem vom Rhythmus und Geschwindigkeit der Lieder her ist dieser Vergleich sehr deutlich. Aber nun genug der Vergleiche - schließlich handelt es sich bei Kaos Sacramentum weit mehr als einen bloßen Klon von anderen Bands. Aussetzer auf dem Album gibt es keine, die Scheibe ist an einem Stück gut hörbar, da keines der Lieder wirklich zu lang ist, wenn "Livsbundna Kedjor" auch an die 11 Minuten geht. Aber was hier musikalisch geboten wird, ist 1A Black Metal Tonkunst, weshalb es auch zu keiner Sekunde langweilig wird.

Fazit:
Dass mich Schweden noch einmal so überzeugen können, hatte ich ja nicht gedacht. Bis ich dieses Album hörte. "Avgrundens Konst" hat einfach alles, was ein gutes Black Metal Album ausmacht. Gewalt, Hass, Schnelligkeit, Rhythmus, Hang zum Okkulten. Besser geht es kaum. Von mir eine unbedingte Kaufempfehlung!

9.5 / 10 Punkte

Montag, 1. Oktober 2012

Review: Frostgrim - Hasserben (Digitaler Download, Eigenproduktion)

Beim stöbern in den Unweiten des Internets bin ich heute mehr durch Zufall über das Album "Hasserben" der deutschen Black Metal Kombo Frostgrim gestolpert. Im Gegensatz zu manch anderen Sachen, die in jüngerer Zeit aus dem deutschen Underground hervorgekrochen sind, ist dies hier durchaus als "hörenswert" zu bezeichnen.







Das Album hat acht Lieder zum Inhalt, und weist dabei eine Länge von guten 30 Minuten auf. Nach einem Sample-Intro, an dessen Ende Schüsse fallen (hrhr, das erinnert mich doch immer unweigerlich an den Herrn Wagner), geht es auch gleich über in den ersten Bolzer "Gottesgeißeln". Einem wahrhaftem Hammer. Druckvolle Produktion, allerdings nicht zu klar und nicht zu seicht. Brutalität und gleichzeitige Erhabenheit kommen hier zum tragen. Und auch lässt mich hier schon das Gefühl nicht los, die Stimme zu kennen... weiter geht's mit "Inferno", der durchaus in die gleiche Kerbe schlägt, jedoch einige nette Tempowechsel und Breaks inne hat. Der Titelsong gibt dann wieder Vollgas. Leider sind die Texte kaum bis gar nicht verständlich. "Wintersturm" kommt mit ganz leichtem Death-Einfluss daher. Das bringt noch einmal Abwechslung ins Geschehen. "Totenheer" und "Black Winged Chaos" sind dann wieder brachiale Black Metal-Bolzer, die jedoch auch die Melodie nicht außer Acht lassen. Ganz im instrumentalen Stil von neueren Bands wie Silberbach, Imperium Dekadenz etc.

Fazit:
Ihr solltet euch, wenn ihr es noch nicht kennen solltet, das Album unbedingt zulegen - es lohnt sich wirklich. Zumindest für alle, die auch melodischem Black Metal (OHNE Keys wohlgemerkt!) nicht abgeneigt sind. Zudem ist dieses Album Zeugnis der Arbeit N.K.'s und T.S.', die seit der Auflösung von Frostgrim mit der Band Der Weg einer Freiheit am Start sind. Die dürfte dann auch schon etwas bekannter sein. Da weiß man auch gleich wieder, wo man diesen Gesang schon einmal gehört hat. Der offizielle Download-Link ist offline, jedoch sollte man bei youtube oder bei intensiven Recherchen im Netz fündig werden.

8.5 / 10 Punkte

Review: Pig Hunt (Blu-ray, Splendid Black Edition, Uncut)

Nachdem #013 "Driven To Kill" der Black Edition für meinen Blog nicht - wie einige Titel der Reihe - relevant ist, und ich ohnehin nichts Gutes über den Streifen sagen könnte, dachte ich mir, ich überspringe ihn doch einfach. Nein, sehr geehrter Mr. Seagal, ihre Tage sind mal sowas von vorüber.
Widmen wir uns also der #014 "Pig Hunt", der zwar schon einmal als Uncut-Fassung in Deutschland veröffentlicht wurde, hier jedoch erneut innerhalb der Black Edition mit neuem Cover released wurde.





Worum es geht? Die Handlung lässt sich eigentlich schnell in ein paar Sätzen herunterleiern, denn so spannend sie ist, so banal ist sie auch. Das mit der Spannung war im übrigen ein Witz. Kein guter, aber immerhin. Also, es geht los. Naiver Torpfkopf schnappt sich seine Freundin und ein paar Kumpels und unternimmt mit ihnen einen Ausflug in die Wildnis zu der Ranch seines kürzlich verstorbenen Onkels. Dabei (wie könnte es bei Splatter-Comedys aus Amiland anders sein) treffen sie auf allerlei freakige Hinterwäldler, grasanbauende Hippies und... ein mächtig angepisstes Riesenwildschwein. Angepisst wäre ich allerdings auch, wenn ich hätte gegen meinen Willen in diesem Film mitspielen müssen. Natürlich handelt es sich hier um kein richtiges Wildschwein... das sieht man leider auch zu deutlich in den Nah- und besonders in den Totalaufnahmen. Autsch!

Trotzdem... Pig Hunt macht auf eine sinnentleerte, makabre Weise wirklich Spaß. Wahrscheinlich muss man schon einen gewissen Hang zum Sadismus haben und Brain/Mindfucking als angenehm empfinden, um diesen Schwachsinn an einem Stück zu ertragen. Auf jeden Fall sollte man seinen besten Kumpel neben sich sitzen haben und reichlich Alkohol in greifbarer Nähe bei sich haben. Und die Hirnaktivität sollte sowieso gen 0 geschaltet werden. Doch, dann kann "Pig Hunt" durchaus Spaß machen und unterhalten. Bei der FSK 18 ist natürlich mal wieder ordentlich geschnibbelt worden: rund 1 1/2 Minuten fehlen! Natürlich überhaupt nicht zu empfehlen, da die, wenn auch nur spärlich und nicht sonderlich überwältigenden Splatter-Effekte fast gänzlich fehlen. Und die stellen bei so einer Art von Film halt immer die Highlights dar. Also legt euch die am besten Black Edition mit leichter JK zu, schaltet das Hirn aus, nehmt das Bier zur Hand und geniesst das Spektakel!

7.0 / 10 Punkte

Review: Nightbringer & Acherontas - The Ruins Of Edom (LP, Agonia Records)

Seit einiger Zeit in meinem Besitz befindet sich auch die aktuelle Split der beiden okkulten Black Metal Vereinigungen Nightbringer und Acherontas. Mir liegt zudem die auf 300 Stück limitierte LP-Version vor, von denen die 50 ersten im blauen Vinyl kommen. Egal, bei so einem edlen Stück ist man schon mit schwarzem Vinyl zufrieden.







Beginnen wir mit der Seite NIGHTBRINGER. Die Band aus Amiland steuert vier Songs, mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 16 1/2 Minuten bei. Schon einmal nicht schlecht. Und schon am Anfang wird klar: das hier wird richtig... böse. Anders mag man es gar nicht beschreiben. "Ingress (The Gates Of Edom)" stellt ein ambientes Instrumental dar und könnte glatt aus dem Soundtrack von Filmen wie Hellraiser entnommen sein. "Mare" beginnt, und fegt alles hinweg, was ihm im Wege steht. Rasend, aber doch hymnisch, von epischem Okkultismus getragen. Musik um den Weltuntergang herauf zu beschwören. "The Grave-Earth's Son" steht dem in nichts nach. Wobei der Song dann doch nicht sooo extrem gitarrenlastig ist und eher rein im Midtempo anzusiedeln ist. Den Ausklang verkündet "Egress (Rebirth From The Ruins)". Wahrlich hat man hier nach Beendigung des Rituals nichts weiter als Ruinen hinterlassen. Das interessante ist, dass die Songs kaum Übergänge zu einander besitzen, wodurch der Eindruck eines einzigen langen Liedes entsteht. Ein Ritual, von Anfang bis Ende.

Seite ACHERONTAS hält dann die letzten beiden Stücke bereit, die die besagte Band aus Griechenland zum besten gibt. Acherontas sind ja gar nicht so ein neues Phänomen, wie manche ja gerne behaupten. Eigentlich kann die Gruppe als Nachfolger der 2007 aufgelösten Formation Stutthof angesehen werden, die ihr Schaffen ja mehr oder weniger als mystische NSBM-Band begannen, sich aber immer mehr dem rein Okkulten und dem Mythischen widmeten. Wie dem auch sei: mit "Layil" und "Reverence for the Scarlet Goddess" bietet man zwei neue Lieder, wovon das letzte lediglich ein Ambient-Stück mit rituellem Sprechgesang darstellt - als Rausschmeißer gut gewählt. "Layil" bietet dagegen Black Metal direkt in die Fresse, ohne Umschweife geht es direkt nach vorne. Es gibt hier und da aber schon auch einige Tempowechsel, wo es dann etwas gen Midtempo geht, auch der sehr gute Wechsel bei 2:18/2:19 ist sehr gut, was folgt erinnert einen an ältere Stücke wie Stutthof's "Wampyric Metamorphosis", dann nach gut einer Minuten ein erneuter Wechsel, es geht wieder gen Midtempo... zum Schluß wird das Ganze durch einen Akustikpart beendet... man merkt, dass sich die Band hier sehr bemüht hat, das ganze abwechslungsreich zu gestalten. Das jedoch wird vielleicht auch einige abschrecken, da der Song dadurch nicht gerade leicht zugänglich ist und auch nicht gleich ins Ohr geht. Man sollte sich schon darauf einlassen. Aber das setze ich bei interessierten Hörern diesen Bands ohnehin voraus.

Fazit:
Nightbringer sind absolut top. Etwas anderes fällt mir dazu einfach nicht mehr ein. Acherontas ebenso - auch wenn "Layil" seine Zeit braucht, um zu zünden. Von den Griechen hätte ich mir überdies auch noch einen ruhig einen weiteren Song gewünscht - denn gerade mal ein richtiges Lied und ein Ambient-Stück (auch wenn's mit Gesang ist) ist doch eher wenig in der Präsentation. Andererseits auch verständlich, denn ein weiterer 8-9 Minüter hätte sicherlich nicht mehr auf die Platte gepasst.

9.0 / 10 Punkte