Sonntag, 30. September 2012

Review: Purbawisesa & Ad Arma - Coalition Ov Morbid Belligerence (LP, Dunkelheit Produktionen)

Die neue Split (naja, so neu ist ja auch nicht mehr) der beiden Bands Purbawisesa (Singapur) und Ad Arma (Deutschland) aus dem Hause Dunkelheit Produktionen hält endlich neues Material beider Bands parat.









Auf ein neues Lebenszeichen von Purbawisesa aus Singapur warte ich ja bereits seit dem ich ihre Kassette "Glorification Ov Terror Disharmony" in die Finger bekam, zu dem sich die Besprechung hier finden lässt. Beginnen wir demnach auch mit der Purbawisesa-Seite. Die beinhaltet vier Lieder mit wunderbaren Titeln wie "Hierachical Golden Misantrofik Funeral" oder "Grand Funeral Ov Apparition". Gleich beim ersten Song wird gnadenlos nach vorne gespielt und es wird gemetzelt, dass die Körperteile umherfliegen. Surrender Of Divinity lassen grüßen. Das zweite Lied ist da schon weitaus gediegener und besitzt insgesamt mehr Oldschool-Feeling, bietet aber auch zeitweise richtige Knüppelmomente. "Helluzination" stammt hörbar aus einer älteren Aufnahme-Session. Es rauscht ganz schön und musikalisch gesehen werden wieder einmal keine Gefangenen gemacht, sondern es wird munter drauflosgeprügelt. Mit "You Don't Move Me (I Don't Give A Fuck)" wird dann noch dem verstorbenen Quorthon und dem Bathory-Kult gehuldigt. Das Material dürfte ebenfalls aus dem Jahr 2004 stammen, so wie es klingt.

Ad Arma beginnen ihre Seite mit Bombenalarm. Man steht also wieder ganz im Zeichen des War Black Metal. Die drei Lieder, die von dem Duo hier dargeboten werden zählen dabei zu dem besten, was ich bisher von ihnen gehört habe. Es scheint, als hätte man mit "Trinity Of The Horned", "Satanic Supremacy" und "Infernal Warlust" endlich seine ganz eigene Mitte gefunden. Zwar spielt man wie gesagt, noch sehr kriegerischen High-Speed-Black Metal, aber in den Feinheiten haben sich Ad Arma positiv gewandelt. Zumindest konnte ich dem damaligen "Stalingrad"-Tape und der MCD "Völkermord" nicht sonderlich viel abgewinnen. Doch das hier spricht mich wirklich an!

Fazit:
Beide Bands liefern hier eine sehr gute Arbeit ab. Singapura Black Metal trifft Intolerant Antihuman German Black Metal aus Germania. Die beiden letzten Songs von Purbawisesa stinken zwar im direkten Vergleich zu den ersten zweien hoffnungslos ab, und statt des Bathory Covers hätte man dann doch eher zwei weitere Hammernägel für das Schwein zaubern können, aber was soll's. Ad Arma haben mich zudem sehr positiv überrascht. Limitiert ist die 12'' LP auf 350 Stück, die ersten 100 Exemplare als Die-Hard-Edition mit Splatter-Vinyl, A2-Poster und einem Aufnäher der jeweiligen Band.

8.5 / 10 Punkte

Review: Anhedonia - Cluster I (MC, Schattenkult Produktionen)

Mit Anhedonia, einem Musik-Projekt aus Russland, bietet man im Programm von SKP etwas ganz Neues (für das Label). Handelt es sich bei dem Tape "Cluster I" doch um kalten Dark Ambient, den man selbst als 'Drone Space Ambient'. Zu der Band selbst gibt es keinerlei Informationen im Internet. Halt nur, wo Anhedonia erkommt. Auf der Seite des Labels Depressive Illusions finden sich darüber hinaus auch Hinweise auf weitere Veröffentlichungen des Projekts, und zwar lassen sich dort ein weiteres Tape, welches im Hause der Ukrainer veröffentlicht wurde, und eine Split mit Saturn From Essence finden. Saturn From Essence ist ja bekanntlich ein ähnlich gelagertes Projekt des ukrainischen Ein-Mann-Projektes Moloch.

Wie ich schon erwähnte, handelt es sich hier um ein reines Ambient-Projekt. Nun kennt man meine Einstellung zum Ambient, weiss dass ich nicht gänzlich abgeneigt bin, aber reicht das aus, um einem vollwertigem Album mit solcher Musik zu lauschen? Nein. Wirklich Leute, ich habe es versucht, aber diese Musik 11 Minuten aufwärts am Stück zu hören, ist für mich nicht tragbar. Hier passiert einfach zu wenig, wie in nahezu allen mir bekannten Dark Ambient-Projekten. Ich möchte der Musik an sich keine Qualität absprechen, sicher habe auch ich den Songs gelauscht, aber meiner Meinung hätte man die Lieder nach höchstens 5 Minuten beenden können, da doch nichts aufregendes mehr passiert.

Fazit:
Ein Album, welches sicher seine Qualitäten besitzt. Allein, am Abend, dezent im Hintergrund eines ambienten dunklen Abends sicherlich gut hörbar. So jedoch wird das bewusste Zuhören bei mir zur Geduldsprobe. Die Lieder sind zwar gut hörbar, aber eindeutig viel zu lang. Für Längen zwischen knappen 8 - 27 Minuten wird hier ingesamt zu wenig geboten und es passiert zu wenig. Ich bin hier äußerst zwiegespalten, da die Produktion an sich in Ordnung geht, die Musik ganz passabel, jedoch eindeutig zu unspektakulär und unnötig lang vorgetragen wird. Ich verbleibe daher noch mit gut gemeinten

3.5 / 10 Punkte

Review: Haeckel's Tale (Blu-ray, Splendid Black Edition, Uncut)

Nun sind wir also schon bei #012 der Black Edition aus dem Hause Splendid angelangt. Diese hat nun den zweiten, in der Reihe vertretenden Film aus der Kurzfilm-Reihe "Masters Of Horror" zum Inhalt. "Haeckel's Tale" hatte es bei den deutschen Zensoren ja bekanntlich auch nicht einfach, was allerdings auf Grund des Gezeigten doch etwas verwundert. In Sachen Gore und/oder Splatter passiert hier nämlich nicht so wirklich viel. Aber erst einmal zum Film an sich.






Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte aus der Feder von Autor und Regisseur Clive Barker (Hellraiser, Cabal - Nightbreed, Die Bücher des Blutes) und wurde von John McNaughton (kennt man vor allem vom Film "Henry - Portrait of a Serial Killer") realisiert.

Ausgehendes 19. Jahrhundert, New England: der schon lange gehegte Traum und Wunsch des jungen und aufstrebenden Medizinstudenten Ernst Haeckel ist es, verstorbene Menschen wieder ins Leben zurück zu holen. Er experimentiert also mit Leichen, jedoch führen diese Versuche nicht zum gewünschten Erfolg (der eine oder andere Tote geht dabei auch in Brand auf). Als er eines Tages dem fahrenden Gaukler und selbsternannten Nekromanten Montesquino begegnet und einer öffentlichen Demonstration seiner Fähigkeiten beiwohnt, in dem Montesquino einen längst toten Hund wiedererweckt, ist er zwar fasziniert, aber auch abgestossen zugleich. Einerseits auch interessiert und zum anderen zweifelnd. Mehr durch einen Zufall findet er eines abends Schutz in einer abgelegenden Hütte im Wald. Der Gastgeber mit seiner weitaus jüngeren Frau wirkt freundlich, warnt Haeckel jedoch davor, die Hütte nach Anbruch der Dunkelheit zu verlassen, egal was er höre. Haeckel, dessen Neugier natürlich nun erst recht entflammt ist, hört natürlich nicht auf die Worte, und wartet ihm Stillen die Nacht ab. Die Frau des Mannes verlässt das Haus und begibt sich auf den nahegelegenen Friedhof. Haeckel, in Begleitung seines Gastgebers folgen ihr. Was Haeckel dort erblickt übersteigt sein Vorstellungsvermögen bei weitem...

So viel zur Geschichte. Dass dies hier nicht gerade originell ist, wird sich schon herauslesen. Jedoch ist die Umsetzung, trotz aller Kritik, die der Film einstecken musste, interessant. Die ganze Atmosphäre ist wirlich alten britischen Gruselfilmen entlehnt und kommt authentisch rüber, die schauspielerischen Leistungen sind zwar solide, aber nicht überwältigend. Man hat es hier halt mit einem Grusel/Horror-Märchen zu tun, welches sich ganz und gar der alten Schule verschrieben hat. So auch bei den 2-3 Szenen am Ende, weswegen der Film letztlich überhaupt in seiner FSK 18-Version geschnitten wurde. Da hat die Gemahlin des Gastgebers am Ende Sex auf dem Friedhof - mit einem Zombie - genauer mit dem verwesenden Leichnam ihres ersten Gemahls. Dieser Szene wohnen auch noch andere Untote bei, die den Mann dann auch ausweiden, weil er sich dazwischen stellen will. Haeckel wird bewusstlos. Das alles klingt sehr reißerisch, ist im Endeffekt aber eher harmlos und kunstvoll dargeboten. Man merkt der Story aber auch an, gerade wegen den Endsequenzen, dass es eine klassische Barker-Geschichte ist - Gewalt und Sex. Wie dem auch sei, musste für die deutsche Kaufversion rund 1 Minute geschnitten werden - was nahezu die komplette Friedhofsequenz darstellt. Daher allein schon vom Zusammenhang der Geschichte her, nicht zu empfehlen. Die Black Edition enthält den Film zum ersten Mal in ungeschnittener deutscher Fassung mit leichter JK "keine schwere Jugendgefährdung".

Vielleicht nicht der beste Beitrag der "Masters Of Horror"-Serie, trotzdem sehr empfehlenswert für alle, die sich für Filme im Stile alter Gruselstreifen und generell für aussergewöhnliche Gruselmär begiestern können.

7.5 / 10 Punkte

Review: Dark Elite - Enter The Void (MC, Schattenkult Produktionen)

Verstörendes, was meine Ohren am Anfang der ersten Veröffentlichtung der Finnen Dark Elite vernehmen. Die Kassette "Enter The Void" aus dem Hause Schattenkult beherrbergt tatsächlich das erste Tonmaterial der vier Mannen aus dem kalten Norden. Von den Beteiligten sind nicht alle unbekannt, so sind Mitglieder u.a. auch in Bands wie Battlelore aktiv.







Was man von dem drei Lieder + Intro umfassenden Werk erwarten darf? Ganz einfach: brachialen, manchmal obskuren Black/Death Metal, ohne viel Tamtam, trotzdem aber mit dem gewissen Etwas und netten Details. Das "Intro" ist eher noch Dark Ambient-mäßig und ist ziemlich verstörend, während es dann bei "Sic Itur Ad Astra" gleich sehr brutal zu Werke geht, aber auch eine gewisse Mystik schwebt in dem Song mit - das gefällt mir persönlich sehr gut. "Pathways Beyond The Black Star" geht da eher schon getragen an die Sache heran. Zumeist im Midtempo angesiedelt, bietet das Lied auch einiges an atmosphärischen Einspielungen und guten Melodien, geht aber auch zeitweise in schnellere Gefilde über. "Apex Manifest" dagegen bolzt von Anfang an wieder voll drauf los, verliert dabei aber nie das Gespür für Rhythmus und Melodie - was der Brutalität und dem Brachialen jedoch nicht den Biss nimmt. Besonders der "zweistimmige" Gesang des Sängers sei ihr angemerkt - abgründige Growls und hasserfülltes Gekeife... da gesellt sich, was zumindes hier einfach zusammen gehört. Das letzte Lied im Bunde, namentlich "Death Unknown" hat dann auch noch erfreulich hörbare Parallelen zum Oldschool Black - aber auch zum Death Metal zu bieten, bis das ganze in einem fast schon okkulten Part sein Ende findet.

Fazit:
Grandiose Arbeit, vor allem wenn man bedenkt, dass es sich um die erste Veröffentlichung der Band handelt! "Enter The Void" ist zwar mit seinen vier Liedern und bei einer Gesamtlaufzeit von etwas mehr als 20 Minuten doch relativ kurz ausgefallen, aber für das erste Tape - Hut ab! Ich bin der festen Überzeugung, dass man in Zukunft auf jeden Fall noch mehr von Dark Elite hören wird - hoffentlich auch wieder unter dem selben Label - denn das hier ist eine eindeutige musikalische Bereicherung im Reigen von Schattenkult!

8.5 / 10 Punkte

Samstag, 22. September 2012

Review: Winterreich - Wanderung durch die Ruinen der Zeit (MC, Schattenkult Produktionen)

Neues aus dem Hause Schattenkult... neben vier weiteren Veröffentlichungen erschien jüngst das erste Album-Tape des deutschen Duos Winterreich aus Bayern.  Zumindest Sänger Aske dürfte dem einen oder anderen bekannterer sein - so findet sich sein hasstriefendes Gekeife auch bei der Band Ravnsvart wieder, in der er mometan alleiniges Mitglied ist.  Unter dem Namen brachte man das Tape "In den Fängen der Kälte" heraus - unter dem Label Black Blood Records, dem Unterlabel der gar nicht so unbekannten Einheit Produktionen. Doch ich greife vor, schließlich wollte ich diese Kassette zu einem späteren Zeitpunkt auch noch besprechen. Nun aber zunächst einmal volles Augenmerk auf das hier vorliegende Werk "Wanderung durch die Ruinen der Zeit"...


Was die Aufmachung betrifft, wie von Schattenkult gewohnt, ist sie wirklich gelungen und qualitativ hochwertig - gleichzeitig ist das Artwork aber auch sehr trist und einfach gehalten und beschränkt sich auf das Wesentliche: Frontcover, Bandfoto, Texte, fertig. Was mich auch gleich zu der Musik von Winterreich bringt. Die ist nämlich ebenfalls als trist zu bezeichnen - was hier jetzt jedoch nicht negativ aufgefasst werden soll. Trist ist hier vorwiegend die Atmosphäre, die den Hörer meist in eine große Leere eintauchen lässt. Dabei ist der Gesang sehr melancholisch aber auch verachtend und lebensbeneinend. Wenn man sich dann die Texte dazu durchliest, erkennt man, dass sich alles zu einem großen Ganzen zusammenfügt. Leere, durchzogen von Ruinen. Die Musik selber kann eine gewisse Thrash-Note nicht verschleiern, was vor allem bei "Die Schlacht" zum tragen kommt. Aber keine Sorge... so groß, dass sie stören würden, sind diese Einflüsse auch nicht. Die Kassette enthält vier Lieder, von denen mir Lied 2 "Hymne der ewigen Empfindungslosigkeit" (inklusive Flüstern/Klargesang zur Mitte hin) und das letzte "Heimat der Dunkelheit" am besten gefallen. Letzteres würde ich dann auch uneingeschränkt jedem als Hörprobe emfehlen, da sich hier alle Fascetten des Albums wiederfinden - Keifgesang, Klargesang, Thrash-Einfluss, Melancholie, und natürlich hasserfüllter hymnischer Black Metal.

Fazit:
Insgesamt betrachtet auf jeden Fall ein gutes Tape. Ich persönlich hätte mir noch einen oder zwei weitere Songs vom Schlage eines "Heimat der Dunkelheit" gewünscht, das wäre perfekt gewesen. So bleibt eine Kassette, die gut hörbar ist, jedoch auch nicht jeden ansprechen wird (was ja vielleicht auch beabsichtigt ist). Man ist zwar sehr darum bemüht, eigenständig und abwechslungsreich zu klingen, was jedoch auch nicht immer gelingt. Dass hier jedoch auch sehr viel Potential liegt, zeigen vor allem die bereits erwähnten zwei Songs, wenn man in Zukunft daran festhält und es noch weiter ausbaut, kann das wirklich was werden. Die MC ist limitiert auf 100 Stück.

6.5 / 10 Punkte