Sonntag, 26. August 2012

Review: Imprint (Blu-ray, Splendid Black Edition, Uncut)

Es ist mal wieder Zeit für einen Film aus der "Black Edition". Dieses Mal handelt es sich hier um #011, namentlich "Imprint", der von niemandem geringenen als Takashi Miike ("Izo", "Ichi, der Killer", "Audition" etc.) in Szene gesetzt wurde.









Mit seinem Beitrag zur Kurzfilm-Reihe "Masters Of Horror" liefert Takashi Miike ein wahres Monstrum von Film ab. Zunächst einmal sei gesagt, dass allen Unkenrufen zum Trotz, die Gewalt hier nicht als selbstzweckhaftes Medium verwendet wurde, und diese zum Verständis der späteren Moral der Geschichte gerade so hart in Szene gesetzt wurde. Die Härte war hier wohl noch nicht einmal der ausschlaggebende Punkt für die internationalen (!) Zensurbehörden, sondern eher, dass diese in einem äußerst realistischen, keinesfalls übertriebenen Rahmen dargestellt wurde. Aber kontrovers - das waren Takashi's Filme schon immer - sei es im Bereich der Gewalt oder in sexueller Hinsicht.

Der Film ist angesiedelt im Japan des 19. Jahrhunderts. Ein Journalist aus Amerika, der dem Land einst den Rücken kehrte, taucht nun wieder in Japan auf, um seine Geliebte zu suchen. Diese war damals eine Prostituierte. Seine Suche führt ihn auf eine düstere, wild erscheinende Insel, auf der er eine missgestaltete Frau, ebenfalls eine Straßendirne, trifft, die seine Geliebte wohl kannte, und scheinbar sehr gut über sie bescheid weiß... so erzählt sie ihm von ihrem Schicksal...

Mehr über den Film zu verraten, käme schon einem spoilen nahe. Die ganze Szenarie hat etwas düsteres und märchenhaftes. Und genau das ist "Imprint" letztendlich auch - ein Märchen. Ein Märchen allerdings nur für Erwachsene - ganz eindeutig und ohne wenn und aber. Die Erzählungen erfolgen in Rückblenden, so kann man "Imprint" auch durchaus als Episodenfilm bezeichnen, jedoch spielt sich hier eigentlich nur ein Handlungsstrang ab. Die Spielzeit beträgt gerade einmal 64 Minuten, ist schließlich auch ein Kurzfilm - was jedoch in dieser guten Stunde präsentiert wird, da können sich so manch Möchtegern-Bildgewaltigen-Überlänge-Filme nicht dran messen. Solche Itensität und solch bittersüßen Schmerz habe ich selten beim Anschauen eines Filmes empfunden (dies ist wohl auch der Grund, warum ich mir den Film bei weitem nicht sobald noch einmal anschauen werde - da muss man sich doch für in Stimmung begeben). "Imprint ist harter Film-Tobak und nur schwer zu verdauen... (...)" so schreibt es splashmovies.de. Dem kann ich mich nur anschließen. Und wie bereits erwähnt, liegt dies nicht daran, dass die Gewalt einfach überspitzt ist, sondern eher daran, dass sie in realistischem Rahmen abläuft. Das war den Sittenwächtern der FSK wohl auch ein Dorn im Auge und so wurde "Imprint" seiner Gewaltspitzen und kontroversen Bilder für eine "keine Jugendfreigabe"-Einstufung erleichtert. Das sind in Zahlen kann knappen 4 Minuten. Eigentlich eine Blasphemie, da gerade die berüchtigte Folter-Szene eine zentrale Bedeutung für den späteren Verlauf einnimmt. Aber auch die Bilder der toten Föten, die einfach dem Fluss überlassen wurden, sind für das Verständnis nicht unzulänglich. Das kennt man auch von Takashi Miike... so brutal seine Filme auch erscheinen mögen, alles hat bei ihm einen Sinn und nichts ist selbstzweckhaft. Und so hat man nach dem wirklich bedrückenden Ende das Gefühl einer Ohnmacht nah zu sein - halt ein düsteres Erwachsenen-Märchen durch und durch, indem keiner der Charaktere unbeschollten davon kommt. Ein besonderer, aber im wahrsten Sinne des Wortes gewaltiger Film wie ein alles verschlingender Moloch. Anschauen!

9.0 / 10 Punkte

Review: Centimani - Aegaeon (CD, Eigenproduktion)

Die technisch versierten, durchaus melodischen Death Metaller von Centimani aus Amiland präsentieren mit "Aegaeon" nun ihr erstes Voll-Album. Bisher war mir die Band nur von ihrer EP "Usurping the throne of flesh" bekannt.









Schon gleich zu Anfang wird hier deutlich: man hat es hier mit weitaus mehr zu tun, als mit 'nur einem Death Metal-Album'. Klassische Musik paart sich mit schweren Gitarrenriffs und treibendem Schlagzeug in "Titanomachy", dem Intro. Dann ein Piano - "Serpent's Coil" beginnt. Recht modern klingender Death Metal mit für modernen Death Metal typischen Gesang, der eine leichte Black Metal-Note aber ebenso wenig verbergen kann. Klingt insgesamt sehr geil, vorallem der Gitarrensolo-Part gefällt mir. "Self Aggrandizement" kommt da weitaus bolzender daher. Übler Grunzgesang mit treibendem Doublebase-Beat des Schlagzeugs und kriegerischen Gitarren. Das hat durchaus schwedische Züge (und ich meine hier nicht In Flames, sondern eher ihre Landsleute In Battle). Brutal, dennoch spieltechnisch allererster Güte und sauber gespielt. Jedoch auch nicht überproduziert. Es geht nahtlos über in "Thyestean Banquet", der wieder sehr modern beginnt, dann wieder ein, zwei Gangschaltungen hochschaltet, um wieder in die Ausgangsposition zu gehen. Im Vergleich zu dem vorherigen Lied leider ein Rückschritt. Mit "Flames of Gehenna" gibt's eine kleine Verschnaufpause in Form eines instrumentalen Zwischenspiels auf dem Piano-Keyboard. Umso heftiger kommt dann der Übergang zu "Fields of Karelia", in meinen Augen der Höhepunkt bisher. Wieder moderner technischer Death Metal, mit einigen netten Details aus dem Keyboard (vereinzelt) und einer wunderbar anzuhörender Spielfreude. Erwähnenswert ist dann noch der letzte Song "Sacramentum", der mit seinen 9:15 Minuten Spielzeit ein würdiger Abschluss und Rausschmeißer für das Album ist.

Fazit:
Wer bisherige Arbeiten dieser Band kennt und schätzt, wird "Aegaeon" lieben! Von allem ein bisschen mehr, ein bisschen ausgepfeilter, ein wenig härter, ein wenig melodischer. Hier wird zusammengefügt, was eigentlich überhaupt nicht zu einander passt, und woran sich schon viele Bands die Zähne ausgebissen haben und zugrunde gegangen sind. Dieses Schicksal werden Centimani jedenfalls nicht mit anderen teilen, da bin ich mir sicher.

8.5 / 10 Punkte

Review: Gebrechlichkeit - Glanz und Elend (CD, Asatru Klangwerke)

Was haben wir denn hier? Gebrechlichkeit... bei dem Namen klingelt doch etwas bei mir... achja, genau. Gebrechlichkeit, personifiziert durch Chaos, hatte doch mal eine Demo mit dem Titel "Land ohne Wiederkehr". Ob es nun damals außerordentlich gut oder schlecht für eine Demo-Präsentation war, weiß iich gar nicht mehr, aber die Tatsache, dass es sich allein namentlich in mein Hirn eingebrannt hat, sprcht eigentlich für den Tonträger. Auf der anderen Seite steht wohl, dass ich den Werdegang der Band bis zum aktuellen Werk "Glanz und Elend" nicht weiter verfolgte - was in der Regel für mich kein gutes Zeichen ist. Dabei ist das hier vorliegende Album das mittlerweile dritte an der Zahl.


 Was nun die Qualität der vorherigen Werke angeht, so kann ich nicht viel sagen. Aber so wie ich die Demo noch in Erinnerung habe (auch durch diverse Videos - youtube sei dank, hehe), klingt das hier präsentierte Tonmaterial doch recht gelungen. Black Metal in Rohform. Nichts ist hier wirklich schön produziert und auf Hochglanz poliert. Für ein Ein-Mann-Projekt ist die Musik ganz ordentlich, wenngleich das Schlagzeug hier und da doch etwas zu "statisch" klingt. Der Gesang ist gewöhnungsbedürftig, hält aber auch passagenweise durchaus verschiedene Fascetten und Überraschungen bereit, wie direkt beim ersten Lied "Von der Kunst zu leiden". Wirkliche Höhepunkte bleiben jedoch weitestgehend aus, es wird vornehmlich in einer Tour durch gemetzelt. Große Ausnahme stellt der Song "Anti Serafin" dar - dessen Stil kann nämlich als lupenreiner Industrial/EBM angesehen werden, inklusive einiger Samples. "Das Versprechen der Furcht" beginnt sehr Thrash-lastig und geht dann über in einen Midtempo-Black Metal-Song. Die Geschwindigkeit nimmt im Verlauf hier und da nochmals etwas ab, so dass das ganze fast Doom-mäßig wird. Neben dem ersten Lied und dem noch folgenden "Luxuria" eindeutig das Highlight des Albums - auch der letzte Track "Nystagmus" vermag es in der letzten Hälfte zu überzeugen. Einzig der Gesang ist und bleibt weiterhin gewöhnungsbedürftig, wie schon gesagt.

Fazit:
Nun bleiben wir doch mal auf dem Teppich - so schlecht, wie von vielen dargestellt, ist "Glanz und Elend" wirklich nicht! Ich habe schon weitaus grauenvolleres (im negativen Sinne) gehört, als das hier. Trotzdem muss ich sagen, dass dem Album ein Hauch mehr Eigenständigkeit durchaus gut getan hätte. Wenn man unbedingt Vergleiche anführen möchte, so wären das bei mir die erste Berzano-Scheibe "Hell on Earth" oder die etwas aktuellere "Am Horizont die letzten Strahlen" von Frostfinsternis. Zwei CDs, zwei verschiedene Qualitäten - und irgendwo dazwischen befindet sich Gebrechlichkeit.

5.5 / 10 Punkte

Review: Les Fleurs du Mal - Brunnen (CD, Wolfsgrimm Records)

Das zweite Album der inzwischen nur noch aus Arnar bestehenden österreicher Band Les Fleurs du Mal nennt sich schlicht und einfach nur "Brunnen" und wurde als Digisleeve unter dem Banner von Wolfsgrimm Records veröffentlicht. Wer nun noch meine Rezension zum Debüt-Werk "Seelenfeuer" im Kopf hat (ansonsten kann man es natürlich auch hier nachschlagen), weiß, dass ich diesem trotz einiger Schwächen, die ich vor allem aus heutiger Sicht sehe, nicht abgeneigt war (und auch immer noch nicht bin). Wie sich das bei dem zweiten Werk hier verhält, lest ihr in den folgenden Zeilen...



Was zunächst einmal auffällt sind die offensichtlichen Gemeinsamkeiten der beiden Alben. Die Textpassagen im Beiheft, bzw. in dem Digi sind poetisch und von märchenhafter Erzählweise, musikalisch gesehen wandelt man zudem erneut auf dem Pfad des okkult-angehauchten Dark Ambient/Black Metal-Mix, dem man schon auf dem Debüt frönte. Allerdings muss man sagen, dass sich Les Fleurs du Mal sehr gesteigert haben, und es hier wirklich verstanden wird, Atmosphären zu erzeugen, die wirklich beängstigend und düster wirken. Jedoch sollten alle Puritisten an dieser Stelle gewarnt sein - "Brunnen" enthält nämlich mehr Ambient als noch der Vorgänger "Schattenfeuer", allerdings bekommt man dafür auch den eindeutig besser zelebrierten Black Metal geboten! Monoton, erhaben und fast schon hypnotisch wird dieser vorgetragen - sprich nicht jedermanns Sache, aber ich finde es im Kontext mit dem (ausnahmsweise mal wirklich) atmosphärisch dargebotenen Ambient durchaus gelungen. Der Gesang scheint sich ebenfalls in Sphären zu bewegen, die nicht von dieser Welt sind, und stellt alles, was ich bisher von dieser Band zu hören bekommen habe, in den Schatten.

Fazit:
Kein Album, was ich uneingeschränkt allen empfehlen könnte. Aber sicherlich ein Album, welches ich Freunden guter Atmosphären und der besonderen Musik nur ans Herz legen kann - jedoch absolut nichts für Puritisten und Ambient-Verachter. Da ich dieser Musik generell aber nicht abgeneigt bin und mir sowas schon mal ganz gerne gebe...

8.0 / 10 Punkte


(Anm.: Ich weiß, dass diese Punktzahl der des Debüts entspricht, aus heutiger Sicht würde ich dem Debüt jedoch 2 Punkte weniger geben)

Review: Hinsidig - I en Tidlos Host (CD, Blut & Eisen Productions)

Das erste und bis dato einzige Album des (zwar hauptsächlich) norwegisch-deutschen Black Metal-Projektes Hinsidig hat zwar auch schon wieder knappe zwei Jahre auf dem Buckel, jedoch gelang es erst kürzlich in meinen Besitz. Ein glücklicher Umstand wie sich zeigt...







Denn die Musik auf "I en Tidlos Host" kann wirklich was. Es ist typischer nordischer Black Metal, teilweise sogar recht nostalgisch von der Atmosphäre wie auch vom Instrumentalen her. Denn nicht nur einmal erinnert die Scheibe an gute alte Sachen von Gorgoroth, Gehenna oder auch Dimmu Borgir. So kommt es auch nicht von ungefähr, dass sich auf der CD ein Coversong aus dem "Stormblast"-Album besagter Band findet. Doch ich möchte diese Band nicht als bloßen Klon abgestempelt wissen. Man versucht durchaus eigenständig rüber zu kommen. So mischt sich der druckvoll (aber nicht über-)produzierte Black Metal mit hasskeifendem Schreigesang und traditionellem norwegischen Sprechgesang und -chören, wodurch auch ein gewisser Grad an Viking Metal nicht zu verleugnen ist - dieser Eindruck wird auch durch den vereinzelten Einsatz von Streicher-Samples und dem (spärlichen) Einsatz von Akustikgitarren verstärkt. Hinzu kommt ein leichter Hauch von Ambient-Einfluss. Aber der Black Metal steht hier ganz klar im Vordergrund. Manchmal rockig, manchmal hymnisch, manchmal rasend und dann doch wieder nostalgisch und durchaus melancholisch. Der Sänger (Fimbul), sowie Gitarrist und Keyboarder (Gaurvorn) stammen aus Norwegen, während der Mann hinter dem Schlagzeug (Winterheart) aus Deutschland stammt. Letzt Genannter dürfte dem einen oder anderen zudem von Bands wie Sterbend oder Nyktalgia bekannt vorkommen.

Fazit:
Durchaus gelungenes Album, welches mit seinen sieben Liedern eine weite Bandbreite des Black Metals abdeckt. Von misanthropisch-rasend bishin zum fasst schon suizidalen Sphären wird hier sehr viel geboten. Man merkt also, dass hier Herren am Werk sind, die ihre Instrumente zu spielen verstehen. Das Dimmu Borgir Cover "Broderskapets Ring" reiht sich gut in das Album ein, zumal "Stormblast" ja schon damals (wie heute) zu dem besten zählt, was Dimmu Borgir jemals veröffentlicht haben. Für mich ganz eindeutig eins der hörenswertesten norwegischen Alben der jüngeren Zeit!

9.5 / 10 Punkte

Freitag, 24. August 2012

Review: Kriegsgott & Silberbach - In the end / Eternal silence (CD, Oskorei Bild- und Tonkunst / Helvete Tyskland)

Regulär als auf 500 Stück limitierte Digi CD über das Label Christhunt veröffentlicht, wurde zeitgleich diese nochmals limitiertere Metallbox-Edition der Split durch das Label Oskorei in Zusammenarbeit mit Helvete Tyskland veröffentlicht. Das Werk bietet vier neue Songs von dem polnischen Ein-Mann-Kommando Kriegsgott (hinter dem der Black Altar-Sänger Shadow steckt) und acht Lieder aus der Feder von dem deutschen Duo Silberbach.




Beginnen wir die Split mit Kriegsgott. Nach einem instrumentalen Intro ("Prelude to Victory") folgt gleich der erste Knüppler "The Warbringer". Wie man es von Kriegsgott erwarten dürfte handelt es sich hier um sehr bolzenden War Black Metal, der keine Gefangenen macht. Allerdings mit dem Unterschied, dass man sich das hier im Gegensatz zu dem Material der Debüt-Scheibe und der vergangenen Split mit den Franzmännern von Armaggedon durchaus anhören kann. So hat man es sogar geschafft, einiges an Abwechslung in das Geschehen zu bringen. Mit den beiden weiteren Liedern "Von Runen und Ruinen", sowie dem mächtigen "Nidhoegg" präsentiert man sogar Texte in deutscher Sprache, deren Gesang bzw. deren Aussprache glücklicherweise nicht peinlich wirkt. Nach drei wirklichen Songs also verabschiedet sich der Kriegsgott auch schon wieder und Silberbach treten auf die Bühne. Nach einem Dark Ambient-Intro beginnt dann auch gleich der erste Song "By the raging wrath", der in gewohnter Silberbach-Manier daher kommt. Sehr druckvolle Produktion, schmetternde Gitarren samt Solo-Part, das hat nicht mehr viel mit dem damaligen Debüt zu tun - was nicht unbedingt schlecht ist. "Eternity - a desire" bietet dann auch noch verschiedenen Gesang, vom Flüstern, Sprech-Passage und Gröllen ist alles dabei. "Warm blood becomes cold" ist da schon eher wieder rockig gehalten, geht aber über in einen waren Knüppelsong. "Heldenklage" ist ein Piano-Stück aus der Feder von F. Nietzsche, der ja neben dem Verfassen von Texten auch selbst komponiert hat - was leider die wenigsten wirklich wissen. Es folgen zwei deutschsprachige Titel, wobei "Blutbefleckt die Winternacht" aus der selben Session wie das Nietzsche-Stück, und "Hass und Vernichtung" dem Sampler "...for all hate in man! #10" entnommen ist. Das der Song schon älter ist als die sonstigen Aufnahmen hört man ihm an, ist er zwar als gut zu bezeichnen, doch erreicht er nicht die Qualität der anderen Lieder. Es folgt mit "Winds of torment" noch ein Dark Ambient-Outro, welches im übrigen - genau wie das Intro - von dem italienischen Projekt Spiritual Supremacy exklusiv für Silberbach komponiert und eingespielt wurde.

Fazit:
Beide Bands liefern hier mit das beste Tonmaterial ab, was ich bisher von beiden gehört habe. Wobei mir Silberbach eine Spur besser gefallen, da es auch eher meine Art von Black Metal ist, der hier vorgetragen wird. Aber auch Kriegsgott kann man sich durchaus anhören, vorallem die beiden deutschsprachigen Lieder haben mich wirklich überrascht. Die CD kam wie schon erwähnt bei CHP als Digi raus, limitiert auf 500 handnummerierte Exemplare, sowie als (die mir hier vorliegende) auf 166 Stück limitierte und handnummerierte Metal-Box im A5-Format. Die Box enthält darüber hinaus noch ein 4-seitiges Beiheft im A5-Format, sowie zwei Buttons (1x Silberbach, 1x Kriegsgott).

8.0 / 10 Punkte

Dienstag, 21. August 2012

Review: Karg - Apathie (CD, Obscure Abhorrence Productions)

Die Ein-Mann-Kapelle aus Österreich hat mal wieder ein neues Album draußen. Dies wurde von mir immerhin heiß erwartet, da mich die beiden EP's "Scherben" und "Gedankensplitter", die beide nach den bisherigen Alben "Von den Winden der Sehnsucht" I & II veröffentlicht wurden, regelrecht umgehauen haben. Ob man dieses, zugegebener Maßen hohe Niveau auch auf "Apathie" halten kann, lest ihr nun im folgenden...





Veröffentlicht wurde das Album in schicker Digi-CD Form durch das deutsche Label Obscure Abhorrence. Und ich muss schon sagen, mit Karg hat man sich eine wohl klingende Kapelle ins Boot geholt. Den Stil der Band allgemein und den des Albums im besonderen zu beschreiben, fällt nicht schwer. Es ist zwar in erster Linie eindeutig Black Metal, jedoch spielen hier auch andere Einflüsse mit ein. So ist der sehr viel umfassende Begriff Post Black Metal eigentlich gar nicht mal so abwägig. Für viele ist der Begriff ja eher ein Garant für weichgespülte Emo-Scheiße im Pseudo-Black Metal-Gewand - diese Art von postalem Black Metal jedoch ist eher mit Sachen wie Deathgate Arkanum oder dem immer noch aktuellen ersten Voll-Album "Gehirn zwischen Wahn und Sinn" von Fäulnis zu vergleichen. Was auch direkt beim Hören des ersten Liedes "Von gelebter Ekstase & wüster Raserei" auffällt, ist dass das hier vorliegende Material mit wesentlich mehr Wut im Bauch eingespielt wurde als noch die Vorgänger-Alben - trotzdem ist die Atmosphäre melancholisch wie eh und je. Das setzt sich bei "(Im)Puls" fort... ein sehr geiler und spielfreudiger Song mit sehr viel Liebe zum Detail und zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album. "K-E-T-A-M-I-N" ist ein Totalausraster, während "Wie nur ein einziger Tag" eher die melancholische Seite der Band aufzeigt und geradezu hypnotisch mit Keyboards und Akustikgitarren unterlegt ist. "Koma" kann man schon als eine kleine Tributzollung an Burzum ansehen - obwohl im typischen Karg-Stil gehalten. Genial! Den Abschluss bildet "Briefe ans Gestern" und ist sowohl musikalisch ein Rausschmeißer als auch textlich gesehen ein Schlussstrich mit der Thematik des Albums.

Fazit:
Ganz große Sache! Für mich definitiv das beste Album der diesjährigen (Hoch)Sommer-Monate. Keine wirklichen Aussätzer auf dem Album zu verzeichnen, von meiner Seite aus. Wobei "21. August" (wie passend zum heutigen Datum) in meinen Augen schon den schwächsten Song des Albums darstellt, was ihn aber jetzt nicht wirklich zu einem schlechten Lied macht.

9.5 / 10 Punkte

Montag, 20. August 2012

Review: Geschichten aus der Gruft - Die komplette 6. Staffel (3-DVD-Hartbox, '84 Entertaiment, Uncut)

Sie ist endlich veröffentlicht... die Rede ist natürlich von der im Titel genannten DVD-Box. Die sechste Staffel der kultigen Horror-Serie rund um den Cryptkeeper und seine Geschichten ist zwar insgesamt betrachtet nicht mehr so gut, wie ihre Vorgänger, jedoch immer noch sehenswert und ab dem letzten Viertel sogar sehr ordentlich. So bietet die sechste Staffel insgesamt nicht mehr soo viel überzogenen Splatter wie noch Staffel 3-5. Auch die Schauspieler sind bis auf einige Ausnahmen eher unbekannter.





Hier die Episoden-Liste:
DVD 1:
01. Hart aber gerecht
02. Mollys Masken
03. Geschichte ohne Ende
04. Der einzige Freund
05. Blinde Rache
06. Pakt mit dem Teufel

DVD 2:
07. Der Todeskäfig
08. Wer ist Ronnie?
09. Stufen des Grauens
10. Der Radioschocker
11. Die Überraschungsparty
12. Der Seelenräuber

DVD 3:
13. Nacht über Alaska
14. Seifenblasen
15. Tote leben länger
+ Bonus

Meinung:
Eines der Highlights der Staffel ist sicherlich der Cameo-Auftritt von R. Lee Ermey in der Folge "Stufen des Grauens", wo er sein Alterego Gunnery Sergeant Hartman (man erinnere sich an 'Full Metal Jacket') auf die Schippe nimmt, und in besagter Episode eine ganz ähnliche Rolle spielt. Auch mit "Blinde Rache" hat man eine gute moralische Horrorgeschichte hinbekommen und "Geschichte ohne Ende" dürfte definitiv jedem gefallen, der Filme der Marke "...und täglich grüßt das Murmeltier" mag. "Nacht über Alaska" bedient die Gorehounds, genau wie "Der Seelenräuber", der dazu aber noch ethische Fragen stellt. "Seifenblasen" stellt wie "Wer ist Ronnie?" einen lupenreinen Splatter-Crime dar. Was mich zum absoluten Höhepunkt der Staffel bringt - "Tote leben länger". Eine Kriminalgeschichte aus der Sicht eines Toten erzählt. Da hier auch direkt noch zwei wohlbekannte Filmgrößen ein postmortales Comeback feiern, passt das noch einmal so gut. So führt der Gruftwächter im Intro ein eingehendes Gespräch mit Alfred Hitchcock, während in der Episode selber niemand anderer als Humphrey Bogart neben u.a. Isabella Rossellini die Hauptrolle spielt. Tricktechnik macht es möglich... so zählt diese Episode zu einer der ersten Filmproduktionen, die am Computer generierte Schauspieler besitzt.

An den Extras hat sich nicht viel geändert. Es gibt eine relativ lieblos aufgezogene Cryptkeeper-Galerie, sowie ein animiertes Comic zu der Episode "Geschichte ohne Ende" (Original "Whirlpool"), welches von John Kassir als Erzähler begleitet wird. Darüber hinaus findet man dann noch die animierte Fassung des der Box beiliegenden Comics "Tödlich beschwipst" sowie das passende Making-Of. Ton gibt's im englischen Original oder in deutsch, wobei der O-Ton mal wieder einen Untertitel vermissen lässt.

7.5 / 10 Punkte

Review: Stone to Flesh - Some Wounds Bleed Forever (CD, CCP Records)

Und noch eine Ostblock-Band. Diesmal aus Serbien. Die damals vier-köpfige Truppe ist heute ja weiterhin unter dem Namen The Stone aktiv... haben in meinen Augen jedoch ihren Zenit längst überschritten. Nicht so auf ihrem ersten Voll-Album.








Das bietet nämlich noch erfrischend spielfreudigen High-Speed Black Metal, der nichtsdestotrotz sehr atmosphärisch wirkt - was wohl nicht zuletzt den gekonnt platzierten Keys zu verdanken ist. Auch wird die Geschwindigkeit mal heruntergeschreibt, um hymnische Midtempo-Sphären zu schaffen. Auch der Gesang, der anfangs zwar etwas gewöhnungsbedürftig anmutet, ist klasse. Keifen was die Kehle hergibt lautet die Devise. Ob "Some Wounds Bleed Forever", "My Demonic Face" oder "Serbian Blood" - das Album tritt ordentlich Arsch und läuft auch nicht Gefahr schnell langweilig zu werden, da Tempo- und Stimmungswechsel durchaus vorhanden sind.

Fazit:
Vielleicht kein Über-Album im ursprünglichen Sinne, aber für Black Metal-Puritisten schon eine kleine Offenbarung aus jüngerer Zeit... zumal die Band unter neuem Namen bis dato nicht mehr im mindesten an dieses Werk anknüpfen konnte.

8.5 / 10 Punkte

Review: Tsorer - Return To Sodom (CD, Black Hate)

In den Ostblockländern scheint der Oldschool auch heute noch nicht tot zu sein. Das Duo Tsorer und ihr erstes und bis dato einziges Album (welches immerhin schon zwei Jahre alt ist) sind ein guter Beleg dafür. Die Band selbst kommt aus Israel und bestehen wie schon erwähnt aus zwei Mannen, von denen auch einer verantwortlich für die Drone Doom-Band Sonne Adam zeichnet. Das ist allerdings eine andere Geschichte.





Glücklicherweise wird hier Black Metal der alten Schule zelebriert. Diesen kann man getrost als Hommage an alte Bands wie beispielsweise Mayhem, Deinonychus oder an die alten osteuropäischen Ikonen wie Inferno, Veles, Master's Hammer oder auch den jüngeren Szron angesehen werden. Die Musik umfasst also ein breites Spektrum, ist dabei aber eher simpel gehalten. Jedoch schaffen es die zwei Herren sehr wohl eine sehr gute Atmosphäre zu erzeugen, zwar nicht auf dem Niveau von Bands wie Inquisition oder gar Morrigan - aber das hier kann sich trotzdem wirklich hören lassen, und ist besser als vieles, was man sonst so in der jüngsten Vergangenheit an so genanntem Black Metal ertragen musste.

Fazit:
Gutes Oldschool-Album, mit netten Details und einprägsamer Gesamtatmosphäre. Selbst die ab und an mal zum Einsatz kommenden Keyboards fallen hier nicht weiter störend ins Gewicht. Als Anspieltipp für alle, die die Band absolut noch nicht kennen, gebe ich mal "Misanthrophe", "Gifts" und "Old".

7.5 / 10

Review: Eldjudnir - Ragnarok og Ginnungagab (MC, Schattenkult Produktionen)

Im Zuge der letzten Veröffentlichungswelle des Labels Schattenkult erschien auch dieses Album-Tape der dänischen Band Eldjudnir. Eigentlich ist es gar kein Album, sondern eher eine Zusammenstellung der ersten beiden Demos.

Präsentiert wird ein Mix aus räudigem Black Metal, etwas Pagan und ambienten Funeral Doom. Klingt erst einmal auch nicht verkehrt. Die Songs besitzen allesamt eine sehr dichte und düstere Atmosphäre mit Hang zur Depression, sind dann aber auch wieder sehr hasserfüllt und körnig im Empfinden. Das sind dann auch die Momente, in denen Eldjudnir wirklich überzeugen können. Der Rest klingt eher, tut mir leid, dass ich das sagen muss, nur durchschnittlich und eine Spur zu monoton. Hätte man mehr auf diese hervorstechenden Momente gesetzt, in denen sogar ein Hauch von okkulter Atmosphäre mitschwebt, wäre die Kassette in meiner Gunst eher noch mehr gestiegen - aber so...

Fazit:
Überdurchschnittliches Werk, welches durchaus gute Momente besitzt, jedoch auch einige Schwachstellen hat und somit hier und da doch das gewisse Etwas vermissen lässt. Instrumental top - die Jungs beherrschen ihre Werkzeuge auf jeden Fall. Ich bin jedenfalls auf das bereits angekündigte erste Voll-Album gespannt, da das Material hier doch Potential hat und Hoffnung auf noch mehr macht. Limitiert auf 100 handnummerierte Pro-Tapes.

7.0 / 10 Punkte