Samstag, 16. Juni 2012

Review: Merda Mundi - V: Agnus Satani (MC, Schattenkult Produktionen)

Bei der Ein-Mann-Band Merda Mundi aus Belgien handelt es sich um eine weitere Band von Déhà (Imber Luminis, ex-Dunkelnacht, Yhdarl). Gespielt wird ritueller Black Metal.










Die Musik zu beschreiben spottet diesem Album eigentlich. "Agnus Satani" ist so ziemlich das räudigste und rituellste, was ich in letzter Zeit im Black Metal-Sektor zu hören bekommen habe. Roher Black Metal mit gelegentlich einsetzenden Sample-Chören - Disharmonie und Negativität. Mit "Hopeless And Helpless" wird es sogar recht schwermütig und fast schon suizidal depressiv. Da ist dann auch ein deutlicher Doom-Einfluss nicht zu leugnen. "In Absentia" und "Agnus Satani" sind meine eindeutigen Favoriten der beteiligten Lieder. Zum Abschluss gibt es noch eine Cover von Mütiilation's "The Bitter Taste Of Emotional Void" um die Ohren, die mit dem Original aber (glücklicherweise) nicht mehr sehr viel gemein hat. Gutes Beispiel wie man aus 'heul-heul'-Musik was sehr ordentliches zaubern kann.

Fazit:
Ein Album wie ein Orkan! Merda Mundi hat mich mit seinem "Agnus Satani" sehr beeindruckt. So viel an roher Gewalt findet man heutzutage ja doch nur noch recht selten. Solide Arbeit. Kommt in roter Hülle mit Pro-Cover und bedrucktem roten Tape. Limitiert auf 100 handnummerierte Exemplare.

8.0 / 10 Punkte

Review: Instinct - A Returning Energy (MC, Schattenkult Produktionen)

Aus dem Hause Schattenkult stammen gleich vier aktuelle Veröffentlichungen, die mich erreichten. Das erste Tape möchte ich euch hier vorstellen. Instinct ist eine Ein-Mann-Band, die aus England stammt und bereits seit 2005 existiert. Zelebriert wird schnörkelloser und gradliniger Black Metal.

So bietet die Musik von Instinct auf den ersten Blick (bzw. Hinhörer) nicht gerade viel an Überraschungsmomenten und klingt nur wenig überzeugend. Doch mit der zunehmenden Anzahl von Durchläufen erkennt man doch, dass die Monotonie, die hier vorallem anderen vorhanden ist, durchaus gewollt ist. Nicht zuletzt dadurch entsteht eine gewisse Räudigkeit und Aggressivität. Die Lieder der A-Seite sind dem ersten Demo entnommen und enthalten die 'Purification'-Reihe I-V, die wirklich sehr stark nach Rehearsal-Aufnahmen klingen, und bei denen dieses weiter oben beschriebene Gefühl von Räudigkeit und absoluter Kälte sehr deutlich spürbar ist. Teil I, II und III sind hier ganz klar meine Favoriten - IV ist mir eine Spur zu unspektakulär und V kann das anfangs festgesteckte Niveau nicht halten. Die B-Seite enthält zwei Lieder. "Calls From Blood" stammt vom zweiten Demo und ist vom Klang her doch leicht besser als die ersten fünf Lieder. Trotzdem hat sich am Stil nicht viel geändert. Immer noch eingängiger, monotoner Black Metal. Aber hier kann der Song wieder durchaus überzeugen. "Abandoned" gilt bisher als offiziell unveröffentlicht, liegt nun aber auf dieser Kassette erstmals einer breiteren Masse vor. Der Stil ist gleichbleibend wie das vorherige Material - monoton, aber doch auch irgendwie spirituell und erhaben. Durch kurze Wechsel schafft es Vrest eine dichte drückende Atmosphäre zu erzeugen. Aber immerhin ist der Song mit über 20 Minuten eindeutig der längste, und da sollte man sich schon was einfallen lassen.

Fazit:
In meinen Augen kein wirkliches Must-Have Album, aber ein durchaus hörbares und intensives Black Metal Demo. Die Kassette stellt ja eigentlich auch nur den Zusammenschnitt von drei verschiedenen Demos dar. Ich bin mal gespannt auf das erste Album von Instinct, welches ja auch noch irgendwann erscheinen soll. Die Kassette kommt in weißer Hülle mit Pro-Cover und bedruckter weißer Kassette, limitiert auf 100 handnummerierte Exemplare.

6.5 / 10 Punkte

Montag, 11. Juni 2012

Review: Seed (Blu-ray, Splendid Black Edition, Uncut)

Und wieder einmal stelle ich euch einen Film aus der Black Edition vor. Übrigens auch der dritte Film von Uwe Boll in der Reihe.
Gutes Omen?
Man wird sehen...









"Seed" ist nicht nur der Titel, sondern auch der Name des Protagonisten, und der ist sprichwörtlich, wie es schon der Untertitel vermuten lässt, zurück aus dem Jenseits. Max Seed ist ein sadistischer Serienmörder in den USA, wurde von der Polizei gestellt und landet schließlich auf dem elektrischen Stuhl. Nun besagt das Gesetz, dass ein zum Tode Verurteilter, der drei Stromstöße auf "dem Stuhl" überlebt, die Freiheit erlangt. Genau dies geschieht bei der Hinrichtung eben jenes Monsters in Menschengestalt. Während die Scharfrichter und die Angehörigen der Opfer live dabei zusehen, wie der "gute" Mann sich von einer Ladung zur anderen quält und immer noch nicht krepiert, obwohl ihm nach dem dritten Mal Blut aus allen Körperöffnungen zu rinnen scheint. Als der anwesende Arzt also nach dem dritten ausgeführten Stromstoß dem Gefängnisdirektor ein Zeichen gibt, dass er immer noch einen Herzschlag wahrnehmen kann, ordnet dieser an die Hinrichtung abzubrechen und Seed für tot zu erklären. Als die ganzen Anhängsel endlich weg sind, wird im Internen entschieden, wie man weiter mit Seed umgehen soll. Anstatt seinen Körper zu verbrennen oder ihn überhaupt erst einmal tatsächlich zu töten, beschließt man, ihn lebendig zu begraben - was sich jedoch als böser Fehler herausstellt, da alsbald im Gefängnistrakt und in der Umgebung grausame Morde geschehen... und alle Anzeichen sprechen dafür, dass Max Seed sich aus seinem Grab erhoben hat.

Was hier so banal klingt, ist wirklich düster und solide erzählt. "Seed" entstand vor Bolls Geniestreich "Rampage". Ich glaube, man kann schon sagen, dass Uwe Boll mit seinem Werk "Seed" angefangen hat, wirklich gute, oder zumindest wirklich sehenswerte Filme zu machen. Und so kann ich den Werbezitaten auf dem Backcover ausnahmsweise auch mal beipflichten, wie etwa der 'Blickpunkt: Film' mit ihrem "Bester Boll bisher!". Natürlich spielen auch wieder alte Bekannte mit - fast schon übliche Verdächtige sind ja ohnehin Ralf Möller (der den intigranten Gefängnisdirektor meiner Meinung nach ganz solide spielt) und Michael Eklund (der die Rolle des Henkers übernimmt) - dann wären da noch Andrew Jackson (eher durch Ami-Serien bekannt, spielt den zwiegespaltenen Arzt), und natürlich der wichtigste Part von Will Sanderson als Max Seed, dessen Rolle allerdings auch die undankbarste gewesen sein durfte, ist sein Gesicht doch kein einziges Mal im Film zu sehen, da er ständig eine Maske trägt. Letztgenannter Schauspieler dürfte Boll-Fans indes auch nicht ganz unbekannt sein. Die, glücklicherweise meist handgemachten Splatter- und Gore-Effekte stammen von Olaf Ittenbach, der ja auch schon bei "Bloodrayne" für die Effekte verantwortlich zeichnete. Da werden Knochen gebrochen, Schädel eingetreten, Leiber durchbohrt und Schädel mit Hämmern bearbeitet. Alles halt ganz nett. Wobei man nach meinem Geschmack bei letztgenanntem etwas zu offensichtlich die CGI erkennt. Aber knappe 5 Minuten auf ein blutiges Etwas einzuschlagen, was einmal ein menschlicher Schädel war... das hat schon was. Natürlich nur im Film - versteht sich, hehe. Jedenfalls sah die FSK das ganze mal wieder anders und so fehlen in der "keine Jugendfreigabe" Fassung übersatte 7 Minuten! Hier liegt nun zum ersten Mal der Film als komplette Uncut-Version vor. Natürlich komme auch ich bei diesem Film nicht umhin, die Tier-Snuff-Szenen am Anfang zu erwähnen... diese wurden von der PETA zur Verfügung gestellt, doch der direkte Kontext will sich einem dann doch nicht gleich ganz erschließen, und was Uwe Boll mit diesen Bildern, die das Mißhandeln von Tieren für die Lebensmittel- und Schönheitsindustrie belegen, genau sagen wollte, kann eigentlich auch nur er selber beantworten. Aber die Grundhaltung von Boll im filmischen Kontext ist spürbar kritisch, was ich dann auch durchaus in Ordnung finde. In den täglichen Nachrichten und Reportagen bekommt der Normalbürger mehr reale Gewalt (auch gegenüber Tieren, liebe Tierfreunde!) zu Gesicht als hier in diesem Intropart. In diesem Sinne: Anschauen!

8.0 / 10 Punkte

Review: Demon Warriors (Blu-ray, Splendid Black Edition, Uncut)

Nachdem ich zuletzt den siebten Teil der Black Edition unter die Lupe nahm, folgt hier nun #008 "Demon Warriors - Kampf der Unsterblichen", der aus Thailand stammt und bereits schon vorher einmal von Splendid unter dem Originaltitel "Opapatika" veröffentlicht wurde. Da ich den Film jedoch vorher nicht kannte, und ich die BE sowieso mometan am sammeln bin, landete er halt im Einkaufskorb.







So viel zur Einleitung... zum Film möchte ich diesmal nur den Klappentext allein niederschreiben:
"Glaubst du an ein Leben nach dem Tod? Opapatikas sind Unsterbliche mit übernatürlichen Kräften, die sie erlangen, nachdem sie sich selbst getötet haben. Doch dass Nutzen dieser Kräfte ist mit einem Fluch versehen und ist für jeden Opapatika schmerzvoll. Doch was passiert wenn mehrere dieser Unsterblichen aufeinander treffen, und einer von ihnen seinen Fluch nur mit dem Fleisch anderer Opapatikas bekämpfen kann? Es kommt zum unerbitterlichen Krieg der Unsterblichen...".

So weit, so banal die Geschichte. Man sollte noch dazu schreiben, dass auf im Text der Neuauflage das Wort "Opapatika" durch "Demon Warriors" ersetzt wurde. Und glaubt mir, viel mehr passiert in diesem Film auch nicht. Er hat zwar eine coole Optik und - doch ich muss schon zugeben - gut choreographierte Kämpfe, die zuweilen auch sehr splattrig ausfallen, aber das reicht einfach nicht zu einem wirklich guten Film. Vorallem wenn man dann den direkten Vergleich mit "X-Men" nimmt, der ja laut dem Covertext besteht. Nun gut, in der Beziehung spreche ich diesem Film hier gar noch etwas mehr Tiefgang in der Grundstory zu, aber was die wirkliche Charakterzeichnung anbelangt, hat der Blockbuster aus Hollywood doch eindeutig die Nase vorn (man denke da nur an die recht interessante Figur des "Wolverine", deren Rolle auch noch mit dem richtigen Schauspieler besetzt wurde). Bei "Demon Warriors" hat man allerdings irgendwie das Gefühl, dass dann irgendwelche seelenlosen Dumpfbacken auf irgendwelche anderen seelenlosen Dumpfbacken eindreschen und dass sich so eigentlich nur eine Kampfsequenz an die andere reiht, zwischendurch mal unterbrochen von mehr oder weniger sinnigen Dialog-Passagen. Gut, die Effekte sind gelungen und der Splatter-Grad schnellt hier und da schon ordentlich in die Höhe - hält sich jedoch in Grenzen. Trotzdem Grund genug für die FSK für die "keine Jugendfreigabe" knapp 4 Minuten zu schneiden. Da der Film dadurch letztlich quasi seiner Highlights beraubt wird, empfiehlt sich - wenn überhaupt - nur die JK-Fassung mit "keine schwere Jugendgefährdung". Find' ich persönlich ob des gezeigten als Freigabe zwar auch etwas übertrieben, aber naja.

Fazit:
Ein eher mittelmäßiger Film, der ein großes Problem hat: er will unbedingt cool sein - was er aber gerade deswegen nicht ist. Es gibt zwar Passagen, in denen man schon sagen kann "jawoll, ja" aber die halten sich eher in Grenzen, genau wie die vorhandenen Splatter-Effekte, die zwar recht ansehnlich sind, aber auch viel zu rar gesät. Als Bonus gibt's ein Making Of, B-Rolls, Interviews und natürlich die obligatorischen Trailer.

5.5 / 10 Punkte