Donnerstag, 23. Februar 2012

Review: The Collector (Blu-ray, Splendid Black Edition, Uncut)


Der Film The Colletor, der sich irgendwo zwischen seichtem Torture-Porn und hartem Thriller einordnen lässt, und aus der Feder der Drehbuchautoren einiger Saw-Filme stammt, stellt den ersten Teil der Black Edition Film-Reihe aus dem Hause Splendid dar.









Warum es geht? Das lässt eigentlich schon der Titel erahnen. Der "Collector" ist ein Sammler. Und er sammelt bevorzugt Exemplare der Gattung Homo Sapiens. Unfreiwillig macht ein Klein-Gauner Bekanntschaft mit ihm, als dieser in ein Familienhaus einbricht, um sich etwas Geld zu beschaffen. Er stellt schnell fest, dass er nicht alleine ist, und dass der geheimnisvolle Unbekannte mit der Maske allerlei Fallen in dem Haus aufgestellt hat. Einige davon sind sogar recht eindrucksvoll und einfallsreich. Dementsprechend sind auch die Todesarten der Beteiligten mehr oder weniger einfalls- und abwechslungsreich ausgefallen. Einige Beispiele: selbstgebaute Katapulte im Boden, die einen gegen mit Nägel bestickte Wände werfen, Glasscherben und Nägel auf einem Teil der Treppe, scharfe und doch dünne Drähte aus Metall, die im ganzen Raum aufgespannt sind. Man besten jedoch gefällt mir das Zimmer mit den Bärenfallen... kommen wir zum Torture-Porn-Part. Der befindet sich im Keller, in welchem der Mann und die Frau des Hauses festgehalten werden. Ihr wird der Mund zugenäht (unter primitiven Umständen natürlich) und er wird kopfüber von der Decke baumelnd aufgeschlitzt und seine Eingeweide fein säuberlich gestapelt auf dem Boden. Schließlich kommt es auch wie es kommen muss, und der Collector knöpft sich auch den Einbrecher vor. Diesen hängt er dann im Keller an einen Stützpfeiler mit Drähten und Haken entlang des Rückrads und generell des Rückens. Das schmerzt zumindest beim zusehen.

Am Ende hat man sich sogar noch etwas einfallen lassen. Dies ist nämlich relativ offen und lässt Platz für eine "Freitag der 13." oder "Halloween" mäßige Fortsetzung.

Fazit:
Der Film ist nicht schlecht. Aber eigentlich auch nicht wirklich gut. Ein Film, der in einigen Szenen dem ungelehrten Publikum zwar schon auf den Magen schlagen dürfte, aber insgesamt für einen Torture-Porn zu lasch ist und für einen Thriller zu hart. Ich glaube The Collector kann man eher als eine weitere Variante des Serienmörder-Themas ansehen, welche einige Gewaltspitzen besitzt. Versteht mich nicht falsch - der Film ist auf jeden Fall schon mal einen Blick wert und ist durchaus geeignet für einen Filmabend mit Freunden und Alkohol, jedoch sollte man nicht zu viel erwarten. Die Black Edition ist, im Gegensatz zur FSK-Fassung, mit dem SPIO-Siegel "strafrechtlich unbedenklich" versehen und komplett ungeschnitten (zumindest ab der zweiten Auflage). Es sind zwar "nur" rund 2 Minuten Film geschnitten, doch trotzdem rate ich eindeutig vom Kauf der FSK-Version ab.

7.0 / 10 Punkte

Review: Leraje - Ferro Igrique (EP, Art Of Propaganda)














Die neue EP von Leraje, zwei Jahre nach dem letzten Album "Congeries in Viam Lemniskate" wartet mit zwei neuen Liedern auf, beide besitzen rund eine Länge von jeweils fünf Minuten. Auf einer Seite befindet sich der Song "Annihilation Of The Ego", der gleich klar macht, dass Leraje keinen Milimeter von ihrem bekannten Stil abgewichen sind. Und so zelebriert man weiterhin okkulten Oldschool Black Metal, der allerdings mit einer superben druckvollen Produktion aufwarten kann. Genau so verhält es sich auch bei dem anderen Lied "Pact With The Cosmos". Der ist insgesamt etwas rockiger ausgefallen, was die Instrumente anbelangt - aber dieser Eindruck verschwimmt auch ziemlich schnell wieder. Dann nämlich, wenn das Schlagzeug auf einmal richtig loslegt und die Gitarren anfangen zu meucheln.

Fazit:
Eine gute, wenn nicht sehr gute Veröffentlichung, die man sich als Black Metal Puritist sicherlich nicht entgehen lassen sollte! Limitiert auf 500 Exemplare und in schwarzem Vinyl!

9.0 / 10 Punkte

Montag, 20. Februar 2012

Review: Mourning Forest - Au coeur de l'ombre (CD, Deathrash Armageddon)

Mit "Au coeur de l'ombre" (soviel wie "Im Herzen der Finsternis") veröffentlichten die Franzosen Mourning Forest vor knapp drei Jahren ihr Debüt-Werk. 2010 folgte dann ein zweites Album - seitdem ist es eigentlich recht ruhig um das Trio geworden... leider.








Mir waren Mourning Forest bis zum Erhalt dieser CD bisher auch völlig unbekannt. Ein ziemliches Versäumnis, wie ich feststellen musste. Zelebriert wird hier nämlich genau die Art Black Metal, die ich mag. Druck- und kraftvoll, erhaben und trotzdem leicht melancholisch - aber auf jeden Fall nostalgisch! Es ist nicht unbedingt direkt im Stil der alten Helden der Légions Noires, aber es kommt dem doch recht nahe. Doch wirklich, das weiss mich zu begeistern!

Fazit:
Nihilistische Klangkunst. Nicht mehr, nicht weniger. Für alle, die druckvollen und doch einfach gehaltenen Black Metal bevorzugen.

8.5 / 10 Punkte

Review: Tha-Norr - Wolfenzeitalter (LP, Amor Fati)

Im Jahr 1995 wurde dieser, nun nennen wir es mal "Geheimtipp", des deutschen Black Metal Undergrounds zum ersten Mal veröffentlicht. In CD-Form und über das Label Nazgul's Eyrie, welches sich auch für diverse weitere Veröffentlichungen (u.a. Barathrum, Amon Goeth) verantwortlich zeichnete. Über 14 Jahre später, anno 2009, erschien das erste und (leider) letzte Werk Tha-Norr's nun erstmalig auf Vinyl. Und das in sehr aufwendigem Gewand: DLP im Klappcover aus Raukarton mit einem großen Poster.




Wer Tha-Norr bereits kennt, dem muss ich ja nix mehr erzählen, was die Musik angeht. Allen anderen sei gesagt, dass das Album ganze 10 Lieder bereit hält. Der Stil lässt sich als Epic Black Metal bezeichnen. Diese Umschreibung passt, da Moonblood ihrer Tage ihren Stil auch so benannten, und man als Hörer automatisch passagenweise an diese Band erinnert wird. Jetzt aber nicht falsch verstehen... Tha-Norr waren, bzw. ihr Album ist mehr als ein einfacher Klon! Auch wenn viele der Songs doch sehr räudigen Black Metal bieten, wie ihn auch Moonblood zelebrierten, so hat man sich hier und da schon auch sehr nette Details ausgedacht, die dem Album ganz klar Wiedererkennungswert verleihen. So gibt es ein Zwischenspiel mit Flöte und Piano, und den Ausklang stellt ein ergreifendes Ambient-Stück dar.

Fazit:
Man muss sich einfach mal vor Augen führen, aus welcher Zeit dieses Album stammt. Wobei man es eigentlich zuerst anhören sollte und dann auf die Jahreszahl der Erstveröffentlichungen schauen sollte. Das ist wirklich große Kunst, und war wohl für damalige Verhältnisse stellenweise gewagt, auch wenn man sich deutlich an dem Underground Stil der Mitt-90er orientiert. Limitiert ist die DLP auf 500 Exemplare, die ersten 100 Stück mit Aufnäher.

8.5 / 10 Punkte