Sonntag, 30. Dezember 2012

Review: Princeps Daemonum - Maleficium - Rectum, Obsculum, Tormentum... (CD, Rotten Crowz)

Geht's euch gut? ...freut mich. Doch, wirklich. Allerdings wird euer Befinden beim 'Hörgenuss' dieses - ich benenne es mal ganz neutral - 'Machwerks' rapide gen Lust- und Freudlosigkeit sinken. Zudem wird sich ein starker Abfall eures Lebenswillens bemerkbar machen. Und ihr werdet den steten Drang verspüren euch gleichzeitig übergeben und ritzen zu müssen. Nicht etwa weil es sich hier um eine äußerst gelungene Scheibe aus dem Bereich DSBM handelt, die ihrem Namen alle Ehre machen würde, sondern eher weil das hier vertonte 'Material' so unglaublich und dermaßen schlecht ist, dass man sich fragen muss, ob es wirklich Leute gibt, die sich sowas ernsthaft anhören.

Dabei kommt dieses Duo aus Ungarn - also einem Ort, von dem man eigentlich ausschließlich gute Musik gewohnt ist (Tormentor, Dusk, Tymah usw.). Doch hier wird man eines Besseren belehrt. Wie war das noch? Wenn du mal so überhaupt keinen Plan von den Instrumenten hast, setze vor dem 'Black Metal' einfach noch ein 'Noise' davor und schon weiß jeder, dass deine 'Musik' schließlich auch nicht gekonnt melodisch, geschweige denn in irgendeiner Weise harmonisch klingen SOLL. Von dem Zusammenspiel der Instrumente (die man ja ohnehin nicht beherrscht - wir erinnern uns) ganz zu schweigen. DAS passt nämlich sowohl vorne als auch hinten nicht. Wenn das zusammengekloppte Stück Kuhdung dann auch noch über 53 Minuten an einem Stück präsentiert wird, machen sich bei einem nur noch Kopfschmerzen breit. Das kann dann auch zu spontanen Zuckungen (Bedingt durch eine Schädigung des Nervenzentrums), Ohrenblutungen und akuter Schädelexplosion führen - und bevor ihr fragt: nein, Alkohol macht die Sache auch nicht mehr besser (auch nicht in hohem Maße)! Achso ja, ich habe ganz vergessen, den ab und an einsetzenden 'Gesang' bzw. das Schweinequieken zu erwähnen. Der bzw. das ist grandios... schlecht. Wie eben auch der Rest der Pro-CDr. Aber das Beste kommt dann noch nach guten 30 Minuten Spielzeit - ab da hat nämlich zumindest meine CD einfach keine Lust mehr, diesen zusammengeformten Haufen Elefantenkot weiter abzuspielen. Verdenken kann ich ihr dies nicht...

Fazit:
So einen Mist habe ich schon lange nicht mehr zu hören bekommen. Es passiert rein gar nichts, keine Höhepunkte zu verzeichnen - eine Passage lässt zwar hoffen, aber die wird schnell durch den unterirdischen - ich weigere mich das als Gesang zu bezeichnen - zunichte gemacht. Um den Gesamteindruck, den das Label und die Band mit ihrem 'Werk' hinterlassen haben, noch zu untermauern beinhaltet die Pro-CDr dann einen Brennfehler, der die CD nach gut der Hälfte der Laufzeit einfach enden lässt. Keine Ahnung, ob das bei allen so ist - ist mir gelinde gesagt aber auch egal, da die letzten 20 Minuten sich wohl kaum vom Rest unterscheiden werden und das Album auch nicht mehr retten könnten - so viel Innovation (wenn man hier überhaupt davon sprechen kann) traue ich Princeps Daemonum nicht zu. Mein Rat: sucht vor der nächsten Veröffentlichung noch einmal fürr ein paar Monate (oder Jahre) euren Proberaum auf und kommt erst wieder raus, wenn ihr eure Instrumente bzw. das Zusammenspiel zwischen euren Instrumenten beherrscht. Für diese auf 66 handnummerierte CD kommt dieser Rat allerdings zu spät.

1.0 / 10 Punkte

(edit 08.01.2013: nachdem ich nun vor einer Weile mal die CDr auf meinen Rechner digitalisierte, habe ich festgestellt, dass es sich bei dem Problem nicht um einen Brennfehler handelt, sondern sich eher mein Laufwerk einfach geweigert hat, den Scheiß weiter abzuspielen. Nun denn... ob es nun die CD war oder mein Laufwerk, was sich weigerte - ich bleibe dabei: verdenken kann ich es ihm nicht! Auch die guten letzten 20 Minuten konnten meinen Eindruck zur Musik erwartungsgemäß nicht mehr revidieren. Trotzdem vergebe ich noch einmal 0.5 zusätzliche Punkte, da es sich hier nicht um einen Fehler der CD handelte. Somit ergibt sich eine Benotung von 1.0 Punkten. Diese Stellungnahme dient lediglich der Klarstellung - soll mir ja keiner Nachsagen, dass ich unfair beurteile. Kraehenblut)

Samstag, 29. Dezember 2012

Review: Seelengreif - ...zum Tode betrübt (CD, Obscure Abhorrence Productions)

Die nun auch schon ein paar Jährchen aktive Band Seelengreif aus Thüringen (gegründet 2003) lässt auch mal wieder von sich hören. Tatsächlich fand ich es nach der grandiosen Demo "Jenseits der Tore", die sowohl eine MC-, als auch jeweils eine CD- sowie LP-Auswertung erfuhr, direkt schade, dass nun annähernd gute fünf bis sechs Jahre nichts mehr von diesem vielversprechenden Projekt zu hören bekam...





Dafür melden sich die vier Herren mit ihrem Debüt-Album "...zum Tode betrübt" umso mächtiger wieder zurück in der Welt der Lebenden. Für alle die, die mit Seelengreif bisher nichts zu tun hatten: es handelt sich bei den Beteiligten mitnichten um Unbekannte, sondern vielmehr um Musiker, die sich zurecht einen Namen in der 'Szene' erspielt haben. Unter anderem (und allen voran) Grroll, der hier vor allem durch seine hammermäßigen Gesangseinlagen überzeugen kann. Auch ist er, wie ebenfalls bei Odal, für das Schlagzeug verantwortlich, welches dank der klaren und fetten Produktion sehr druckvoll aus den Boxen erschallt. Dann gibt's da noch Taaken, der ja mittlerweile jedem etwas sagen wird, der sich auch nur ein wenig mit dem Deutschen Black Metal Untergrund beschäftigt. Vor allem aber durch seine Band-Projekte Odal, Erhabenheit und Wolfsschrei - er ist bzw. war auch aktiv in Bands wie Barastir und Wald Geist Winter. So, nun aber geung Hintergrund. Widmen wir uns dem Kern dieser Rezension, nämlich dem aktuellen Seelengreif-Werk. Wie bereits erwähnt, ist die druckvolle Produktion wirklich sehr gelungen, wobei der Gesang und die Gitarren hier etwas in den Vordergrund gerückt wurden, wie mir scheint. Allerdings kommt das Schlagzeug auch richtig schön zur Geltung, vor allem wenn die Doublebass zum Einsatz kommt - so gleicht direkt der Einsteiger des Albums "Totenstille" einem zwar harmlos beginnenden Lüftchen, welches sich jedoch nach und nach zu einem wahren Sturm entwickelt. Der grimmige Keifgesang ist sauber vorgetragen und man versteht nahezu jedes Wort. Endlich einmal ein Album, bei dem man keine abgedruckten Texte benötigt, um zu verstehen, was der ehrenwerte Herr oder meinetwegen auch die Dame (gibt's ja auch im Black Metal) hinter dem Mikro einem sagen will. "Klagend im Sturm" führt diesen Weg konsequent weiter, präsentiert sich aber noch eine Spur melodischer und bietet sogar recht verspielte Gitarrenpassagen. Grroll versteht es zudem seiner Stimme verschiedenste emotionale Fascetten zu entlocken - so klingt sie mal eher wütend und zornig, dann aber wieder sehr verzweifelt und klagend - wie der Titel eben auch vermuten lässt. "Blanker Hass" beginnt da doch schon anders: auf eine Basslinie folgt ein tristes Gitarren/Schlagzeug-Spiel, dem hassgetränkte Growls folgen, nebst dem Einsatz von Streichern - das hat schon beinahe den Flair alter Doom Metal Werke der Marke Theatre of Tragedy (man möge mir diesen Vergleich verzeihen). Was folgt erinnert mich, sowohl von instrumentaler Seite her als auch vom poetisch in Reimform Gesang, der ein wahres Feuerwerk an Splatter- und Gore-Thematik auffährt, an die guten alten Wolfsmond ("Des Düsterwaldes Reigen" oder auch "Tollwut"). Mit "Gleich der dunklen See" folgt ein instrumentales Akustikstück, welches ebenso gut auch von Empyrium stammen ("Weiland") könnte. "...vom Sterben" stellt dagegen eine etwas melancholischere und fast schon depressive Art schwarzer Künste dar. Der Song beweckt sich auch eher im langsameren Midtempo-Bereich, in dem besonders die Sangespassage ab etwa Minute hervorsticht, so auch die folgende ruhigere Passage und der einsetzende selbstzerstörerische Black Metal. "Staubgeboren" kommt dagegen wieder sehr erhaben rüber, nichts desto trotz ist das Lied durchzogen von einer gewissen Traurigkeit und schwelgerischen Todessehnsucht, die sich auch im Text widerspiegelt. "Grimmige Macht" zeigt dann zum Abschluss noch einmal die grimmige Seite der Band, sowie im letzten Viertel noch einmal den Hang zur Melodie und geht nahtlos in einen instrumentalen Epilog über.

Fazit:
Ein Hammer-Album! Mehr Worte braucht es da nicht. Neben dem Werk "Stille" von Nebelmythen definitiv eins der besten Werke, die ich dieses Jahr zu hören bekommen habe (auch wenn beide Arbeiten bereits aus dem Jahr 2011 stammen und somit leider auch nicht das Prädikat "Album des Jahres" von mir erhalten können).

8.5 / 10 Punkte

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Review: Nur - Futile Transcendence of the Cursed Ones (CD, Rites Of Violence Productions)

Zwar hat das Debüt-Werk der Band Nur aus Chile bereits vier Jahre auf dem Buckel, jedoch wollte ich es hier doch einmal einer Besprechung unterziehen, da ich annehme, dass längst nicht jeder, der sich für 'guten' Black Metal begeistern lässt, unbedingt auch diese CD kennt...








Die lohnt sich nämlich wirklich. Gerade aus Südamerika kommen ja auch einige Bands aus dem BM-Sektor, doch sind viele nicht wirklich dazu in der Lage, durch herausragende Leistungen und dichte Atmosphären zu überzeugen. NuR (so die Schreibweise) stellt da eine zufriedenstellende Ausnahme dar. Präsentiert werden hier gerade einmal vier Lieder, wobei drei Stück jenseits der 10 Minuten-Grenze liegen. Zelebriert wird durchgängig eine sehr rituelle Art von Black Metal, der sehr ursprünglich klingt. Auch wenn vielleicht der ein oder andere bei Songs wie "Black Portal" oder "Forgotten Before the End" der Ansicht sein könnte, dass die Laufzeit übertrieben ist, und sich eigentlich bis auf monoton vorgetragenden Black Metal wenig tut, bin ich hier anderer Ansicht. Der Black Metal mag zwar in erster Linie einen monotonen Grundtenor besitzen - was gerade ja diese sehr rituelle Atmosphäre ausmacht - doch zeigt er sich bei eingehender Betrachtung durchaus spielfreudig und detailverliebt. So gibt es immer wieder etwas zu entdecken, seien es kleine aber feine Gitarrenmelodien, hervorstechende Sessions am Schlagzeug oder diesen wohlpassenden untergründigen Schreigesang, der direkt aus der Hölle zu kommen scheint. Das alles erzeugt eine Atmosphäre, die sowohl düster und bedrohlich wirkt, als auch nostalgisch. Halt ursprünglich. Und dann ist da ja noch dieser okkulte Aspekt, der mir sehr zusagt...

Fazit:
"Futile Transcendence of the Cursed Ones" ist sicher kein Album für zwischendurch, dafür sorgen allein schon die Längen der Lieder. Das Werk setzt eine gewisse Grundstimmung voraus und man muss sich auf dieses ebenso einlassen, wie man sich mit der Musik zwangsweise auseinandersetzen muss. In diesem Fall vermag es das Werk durchaus jemanden mitzureißen und einen auf eine Reise durch schwarze Sphären zu schicken.

8.5 / 10 Punkte

Dienstag, 18. Dezember 2012

Review: Shadows Toward My Sky - Forever Lost My Dying Love (EP, Sombre Records)

Und hier mal wieder etwas älteres... diese Zwei-Song-EP der Band aus Eisenach stammt aus dem Jahr 1997, gelang jedoch erst kürzlich in meinen Besitz. Mit dabei war Van Hofe, der hier als Sänger agierte und ja bereits von Sterbend Besungen (zumindest von der ersten Demo-Kassette) bekannt sein dürfte.







Beginnen wir bei dem Lied "Forever Lost My Dying Love". So handelt es sich hier laut der Hülle um die Fassung von der "Germanenland"-Demo. Der Text liest sich wie eine tragische Liebesgeschichte, passend zur Thematik präsentiert sich die Band auch nicht nur im melodischen Underground BM-Stil, sondern lässt auch Einflüsse aus Doom und Ambient zu. So erinnert einen der Klargesang an Sachen wie beispielsweise Monumentum.

Platte herumgedreht und es erklingt "Nightwaves (for Archangels and Firestorms)" vom gleichnamigen Demo. Ein sehr rauer, aber mit Keyboard unterlegter, melodischer Black Metal, der im typischen Stil dieser Zeit daherkommt, inklusive bereits erwähnter epischen Keyboard-Teppichen, sowie Frauengesang. Lange nicht mehr so etwas gehört, und irgendwie gerade wieder in Stimmung für sowas.

Fazit:
Durchaus eine 7'' EP, die man sich mal zu Gemüte führen kann, wenn man empfänglich für solche Art von Musik ist. Da ist es gleich schade, dass es diese Band scheinbar bereits seit mehreren Jahren nicht mehr zu geben scheint.

7.5 / 10 Punkte

Review: Vargnatt - Durch die Stille... (CD, Wolfsgrimm Records / Karge Welten Kunstverlag)

Hier nun nach zwei Demo-Kassetten nun die erste EP-Veröffentlichung der Deutschen Ein-Mann-Band Vargnatt. Klang die Musik auf der ersten Demo "Wintergrab" im Black Metal-Anteil noch stark nach Judas Iscariot (vor allem beim Gesang und der Geschwindigkeit), war das zweite Demo schon wesentlich eigenständiger - die hier vorliegende EP setzt diesen Entwicklungs- prozess konsequent fort...






So macht "Geist in Ketten" gleich zu Anfang deutlich, dass man den Stil, der ja schon auf der ersten Demo zu hören war und auf der zweiten Demo "Nur ein Traum..." verfeinert hat, hier nochmals ausgebaut wurde. Verzweifelter (Post) Black Metal paart sich mit akustischen und ambienten Momenten, sowie gesprochenen Passagen. Das gibt dem ganzen einen gewissen Touch, der an Werke von Deathgate Arkanum, Fäulnis oder auch Todesstoß erinnert - sogar Anleihen an den (weitgefecherten) Dark Metal Marke Bethlehem hat. "Schall und Rauch" schlägt in die gleiche Kerbe, präsentiert sich jedoch eine Idee... nennen wir es mal schwungvoller. Das klingt schon beinahe erhaben, wäre da nicht diese eher nach Verzweiflung und Melancholie klingende Stimme. Auch bietet der Song durchaus depressivere Stimmungen, gerade zum Ende hin werden Atmosphären erzeugt, die man mit einem "A Lost Forgotten Sad Spirit" gleichsetzen könnte. "Traum einer Jugend" ist ähnlich aufgebaut, vielleicht erreicht er meinen Geist dann auch nicht mehr in dem Maße, wie es die vorherigen Lieder getan haben. Mit "Erwachen" bietet man ein instrumentales Stück mit Flüsterstimmen und zum Ende hin gar mit grimmiger Keifstimme. "...mit dem Sturm" beginnt mit einem kurzen Flötenspiel... und geht dann über in einen schnellen Black Metal Song, der zur Mitte, sowie zum Ende hin noch einmal ein paar akustische Momente mit teils gehauchten Vocals bietet.

Fazit:
Insgesamt betrachtet kann ich Vargnatt schon eine deutliche Weiterentwicklung im Verhältnis zu ihren beiden bisherigen Demo-Werken attestieren. Jedoch ist "Durch die Stille..." auch nicht eins dieser Werke geworden, die mich vollends mitreißen. Die beiden ersten Lieder sind echte Hammer, und auf diesem Niveau hätte ich mir den Rest der CD ebenfalls gewünscht, jedoch lässt die EP nach diesen beiden Songs nach, zwar nicht rapide und kontinuierlich - aber doch merklich. "...mit dem Sturm" kann zwar noch einiges retten, vermag es jedoch nicht, die Stimmung von der anfänglichen Begeisterung hin zur anschließenden Ernüchterung wieder vollends zu wenden.

6.5 / 10 Punkte

Montag, 17. Dezember 2012

Review: Shores of Ladon - Lupercal (CD, Eternity Records / Sol Records)

Dies ist nun das zweite Werk aus der Feder der Deutschen Band Shores of Ladon, das ich zu hören kriege. Und ich kann der Gruppe nur gratulieren, denn so wie ich ihren Erstling "Promo 2010" noch in Erinnerung habe, haben sie sich enorm gesteigert. Beteiligt an diesem Projekt sind Mitglieder von Thorybos, Grail, Nosophoros und Balnasar, von denen man ja in letzter Zeit auch leider nichts mehr hört...






Den Anfang macht ein akustischer, mit Naturgeräuschen unterlegter "Einklang" der zum Ende hin in ein schnelles, aber melancholisches Black Metal Instrumental übergeht. Dieses setzt sich dann nahtlos in dem ersten wirklichen Song "Knochenstaub" fort. Das Lied macht direkt deutlich, dass sich Shores of Ladon atmosphärisch sowie instrumental stark verbessert haben. Nostgalisch anmutender Black Metal, im Stile von älteren Nargaroth - hat auch etwas von The Martyrium oder Heimdalls Wacht. Besonders erwähnenswert wird "Knochenstaub" ab der Hälfte der Laufzeit, wenn der Black Metal mit einem Mal von Akustikgitarren abgelöst wird, die dann wieder einer melancholischen aber grimmigen Art von Black Metal samt erhabenem Gitarrenspiel Platz machen. Der nächste, titelgebende Song steht dem in nichts nach, hat aber insgesamt doch eine Spur weniger zu bieten, als noch der vorangegangene. Es folgt ein kurzes Zwischenspiel samt Samples, welches die Einleitung zum kommenden letzten Stück "Brut und Seuche" darstellt. Wieder ein sehr melancholisch-grimmiger und nostalgischer Song, der Black Metal in Reinkultur bietet und gerade durch seinen schnelleren und mitreißenden Midtempo-Rhythmus überzeugt.

Fazit:
Auf der Rückseite des Beiheftes steht "Shores of Ladon performs Black Metal exclusively. Nothing more. Nothing less." - und genau so verhält es sich hier auch. Ein lupenreines und nostalgisches Werk aus dem Deutschen Underground, welches sich trotz einiger Schwächen nicht zu verstecken braucht.

8.0 / 10 Punkte

Sonntag, 16. Dezember 2012

Nostalgie-Review: Sterbend Besungen - Des Todes wegen... (MC, Sombre Records)

Zur Abwechslung mal wieder etwas älteres... das erste Demo Tape der Deutschen Sterbend Besungen aus dem Jahr 1998 und seiner Zeit unter dem Banner von Sombre Records veröffentlicht, gelang auch erst vor kurzem durch einen Tausch in meinen Besitz. Das Debüt und gleichzeitig leider auch letzte Lebenszeichen der Band unter diesem Namen "Verstummt auf alle Zeit" steht  ja nun auch schon einige Jährchen in meinem Regal, und da hat man natürlich das Bedürfnis, mal die alten Werke solcher Bands zu hören...






Ruft man sich noch einmal den Klang des Albums in Erinnerung, muss man schon eingestehen, dass das hier nicht im entferntesten etwas mit Professionalität zu tun hat. Jedenfalls von der Produktion her - die allerdings geht für eine Demo immer noch in Ordnung, das Schlagzeug kommt sogar recht druckvoll herüber. Auch wird hier bereits deutlich, dass die Musiker ihre Instrumente zu beherrschen wissen, genau wie die insgesamt fünf Lieder eine nicht zu leugnende bedrohliche und selbstzerstörerische Atmosphäre besitzen. Der Gesang ist zwar hier und da noch etwas unbeholfen und geht teils bis ins Schrille aber ok. Für eine erste Demo ist das durchaus zu verzeihen. Angenehm sind auch die Laufzeiten der Stücke, die sich auf knapp fünf bis sieben Minuten belaufen. Kurz und bündig, sagt die Band was sie eben zu sagen hat - und das ist eine Menge! Instrumental hauptsächlich im Midtempo angesiedelt, jedoch auch mal eine Gangschaltung drüber finden ebenso akustische Momente als auch Klargesang ihren Platz auf der Kassette.

Doch, wenn man die Zeit bedenkt, in der diese Kassette veröffentlicht wurde, kann man schon sagen, dass "Des Todes wegen..." relativ innovativ war (gerade verhältnismäßig zum Deutschen Underground) und auch noch aus heutiger Sicht durchaus fascettenreiche Momente aufweist. Definitiv ein empfehlenswertes Demo Tape. Schade, dass es Sterbend Besungen nicht mehr gibt. Die Auflösung fand wohl damals schon vor der Veröffentlichung des Debüts statt, was umso tragischer ist. Allerdings machen die meisten Mitglieder weiterhin Musik mit ihrer ähnlich atmosphärischen Kapelle Wolfhetan. Übrigens... noch als kleine Kuriosität am Rande: das Bandlogo ist tatsächlich verkehrt herum auf dem Frontcover abgedruckt worden, was für das Label schon ziemlich peinlich gewesen sein dürfte. Klar sind Black Metal Logos nicht immer gut zu entziffern, aber irgendwie sollte man das doch schon erkennen. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Gruppe dies sehr amüsant fand.

Die Kassette wird man heutzutage wohl nur noch selten finden und noch seltener zu einem angemessenen Kurs. Sollte euch einmal die Gelegenheit bieten, dann nimmt sie wahr. Es lohnt sich!


01. I
02. II
03. III
04. IV
05. V

Review: Nebelmythen - Stille (CD, Wolfsgrimm Records)

Wenn zwei Brüder sich zusammen tun, um ein bisschen Musik zu machen, dann kann da bekanntlich alles mögliche herauskommen. Handelt es sich bei den beiden allerdings um bereits aktive Musiker bei solch illustren Bands wie etwa Helfahrt oder Thulcandra, kann man schon erahnen, in was für eine ungefähre Richtung das Resultat eines gemeinsamen Projektes gehen wird. In diesem Falle heißt das Werk schlicht und ergreifend "Stille" und bietet eine der besten Black Metal Produktionen, die ich dieses Jahr hören durfte.




Nebelmythen nennt sich nun das Projekt der beiden Brüder. Geboten wird hier melodischer, aber dennoch harter und aggressiver Black Metal. Ein bisschen Träumerei, Mystik und Melancholie ist ebenfalls mit an Bord. Das zeigt auch direkt der erste Song "Mond", der nach einem kurzen Sample direkt in die Vollen geht. Druckvolle Produktion, die erfrischend modern klingt und sich im Verlauf als sehr spielfreudig zeigt. Das erinnert in Teilen an aktuellere Werke von Immortal, die aktuelle Tavaron, Der Weg einer Freiheit oder auch an Lunar Aurora - letztendlich aber auch an die eigenen Bands wie Helfahrt (schuld dran wird wohl in erster Linie der Gesang sein). "Sinn" überrascht mit einem sehr gut passenden Streicher-Sample zur Mitte hin und mit teils sehr Death-groovigem Gitarrenspiel. "Meer" beginnt relativ harmlos, zeigt im Laufe seiner Spielzeit aber durchaus seine Klauen und Zähne. Musikalisch durchzogen von immer anwesenden Keyboard-Teppichen, die sich jedoch deutlich im Hintergrund abspielen - die Priorität liegt hier ganz klar bei dem Drum- und Gitarrenspiel sowie dem Gesang. Dazu sehr passend sind die durchaus sehr verständlichen Texte. Seinen Höhepunkt findet der Song in dem Einsatz eines Chorsamples, welches den majestätisch anmutenden Midtempo Black Metal begleitet und das Lied zu einer wahren Hymne werden lässt. Bisheriges Highlight der Scheibe in meinen Augen! Instrumental gesehen, könnte man das folgende Stück "Stein" durchaus mit Burzum seit seiner "Filosofem"-Zeit vergleichen... fährt man hier doch einen ähnlichen hyponotischen Black Metal auf. Mit den Chören im Hintergrund wirkt das Ganze jedoch dann eher wie eins der besseren Stücke aus der aktuellen Graveland-Ära. Es folgt ein instrumentales Zwischenspiel Namens "Unsterblich", welches zunächst durch seine melancholischen Streicher und anschließend durch sein traurig-monotones Klavierspiel besticht. Hier fällt auch direkt noch etwas ins Auge: wo andere Bands und Veröffentlichungen solchen Formats sowas hoffnungslos in die Länge ziehen, wodurch einfach Atmosphäre und Interesse schwinden (fällt denen das eigentlich nicht selber auf?!), präsentieren Nebelmythen ihre Lieder in gesunden Längen von fünf bis sieben Minuten, ebenso dauern die instrumentalen Stücke nicht einmal drei Minuten an - vielleicht mit einer der Gründe, warum sie so zünden und sehr atmosphärisch wirken. "Spiegel" muss ich sagen, ist mir mit seinen knapp über vier Minuten schon fast ZU kurz, man hat den Eindruck, als wäre der Song zu Ende, kaum dass er begann. Was allerdings auch wieder den Eindruck dichter Atmosphäre untermauert, den ich hier bereits erwähnte... man kann sich "Stille" wirklich an einem Stück durch anhören, ohne dass es langweilig wird und garantiert ohne dass man das Gefühl hat, um seine Lebenszeit beschissen worden zu sein. Mit "Narbenkind" hat man noch einmal einen wirklich hmynischen wie melancholischen Song geschaffen, der im letzten Viertel vom druckvollen Black Metal in ein Streicherspiel übergeht, daraufhin wieder in Black Metal übergeht, diesmal jedoch einen ganzen Tacken schnell und schließlich in einem Zusammenspiel aus beidem endet. Der letzte wirkliche Song "Blutjuwel" bietet noch einmal alles: Chöre, rockige Gitarren, druckvolles Schlagzeug, sehr viel Melancholie und gleichzeitig Erhabenheit. Es folgt mit "Vergessen" noch ein kurzes instrumentaler Ausklang mit Klavierspiel und Chören, sowie sonstigen Ambient-technischen Spielereien. Auch hier fällt die verhältnismäßig kurze Spielzeit auf, die das Ganze nicht zu einer schier endlos erscheinenden Geduldsprobe werden lässt.

Fazit:
Ein fantastisches Album kann ich nur sagen! Wer auf gut, aber nicht überproduzierten Black Metal mit Atmosphäre und Tiefgang steht, dem sei diese Scheibe hiermit uneingeschränkt empfohlen. Ebenso allen Anhängern der Bands, die ich hier als Vergleich aufgeführt habe. Bleibt zu hoffen, dass es für Leute mit Sammelleidenschaft (also für welche wie mich, hrhr) irgendwann mal eine Vinyl-Auswertung dieses Albums geben wird.

9.5 / 10 Punkte

Samstag, 15. Dezember 2012

Review: Grail - The Morning of Disillusionment (CD, Sol Records)

Eine relativ junge Band aus Deutschen Landen nennt sich Grail und besteht nahezu aus der kompletten Besetzung von Shores of Ladon. Grail präsentieren hier mit "The Morning of Disillusionment" ihr erstes Werk, welches die laut dem Label die ersten Aufnahme-Sessions der Musiker beinhaltet. Und wenn hier schon solche Musiker beteiligt sind, dann lässt das ja schon relativ weit blicken.






So kommt das erste auf CD gebannte Tonmaterial von Grail erwartungsgemäß im reinrassigen Black Metal Gewand daher. It's Pure... it's Black... it's Evil! Eine Old School Scheibe anno 2012 an der Euronymous seine wahre Freude dran gehabt hätte. Und das dazu auch noch aus Deutschland. Doch, Grail klingen zwar doch irgendwie typisch deutsch (die alten Sachen von Ewiges Reich etwa scheinen hier eine gewisse Inspirationsquelle gewesen zu sein), aber insgesamt entführt einen die Musik der Mannen eher in die Welt des kalten Nordischen Black Metal um die Jahre 1992-1994. Ohne irgendwelchen Schnickschnack wie Keyboards oder Frauengesang. Erstgenanntes kommt dann aber auch nur im Outropart zum Einsatz. Zur Abwechslung auch mal sehr passend zu den Thematiken sind die (gerne) benutzen Samples - die Stammen aus ganz verschiedenen Filmen wie "The Passion Of The Christ", "Interview With The Vampire", "The Company Of Wolves" (und bestimmt noch weiteren, die ich nicht heraushören konnte) - die üblichen Verdächtigen halt, wenn es um Einspielungen für Black Metal Scheiben geht - sogar Nargaroth bediente sich ja auf seinem Debüt an letztgenanntem Film (dort allerdings in deutscher Sprache). In diesem Kontext fand ich auch den Text auf der Rückseite des Beihefts sehr amüsant - gerade in Zeiten, in denen Plagiatsvorwürfe immer öfter die Runde machen, und sich die Großen in Deutschland wegen Urheberrechten die Köppe einschlagen. Sehr sympathisch, sag ich da nur! Die CD enthält übrigens sechs Lieder, inklusive dem Outro samt einem 'versteckten' Bonus Lied, welches ebenfalls sehr zur Thematik passend gewählt wurde, nämlich "Unholy Black Metal" von der Darkthrone Scheibe "Under A Funeral Moon" (und die stellt meiner Meinung nach immer noch das beste Darkthrone Album überhaupt dar - Fuck Off überbewertetes "Transilvanian Hunger"!).

Fazit:
Absolute Empfehlung meinerseits! Wer mal wieder richtig Bock auf guten Old School Black Metal ohne Verfälschungen hat, dem sei diese Scheibe nur ans schwarze Herz gelegt! Mich wundert im Nachhinein auch, dass die Scheibe wirklich keine Aussetzer hat und zu keiner Zeit langweilig wird, trotz dass der vorgetragene Black Metal doch irgendwie monoton ist - aber Scheiße: Genau das waren halt die Mitt-90er!

9.0 / 10 Punkte

Review: Nargis - Was lange lag im Dunkeln... (CD, Lycaner Records)

Endlich, das Warten hat ein Ende. Nachdem mich seiner Zeit die Demo-Kassette der Band Nargis aus Hessen ziemlich begeisterte (und ja, ich höre sie auch heute noch ganz gerne), folgt nun mit "Was lange lag im Dunkeln..." das bereits lang angekündigte Debüt-Album, der vierköpfigen Formation. Ob es eine Steigerung zu "Triumph des Zorns" darstellt, lest ihr nun...






Gar nicht zu glauben, dass es nun nahezu drei Jahre her ist, dass die Demo veröffentlicht und über zwei Jahre seit meiner dazu Review zu diesem Werk vergangen sind. Nun aber zu den aktuellen Ereignissen: "Was lange lag im Dunkeln..." nennt sich das erste Voll-Album der Band, mit fünf Liedern und einer Spielzeit von etwa 49 Minuten ausgestattet. Bereits der erste Song "Wenn das Licht erlöscht..." hat über satte 11 Minuten Laufzeit. Hier wird auch direkt zu Anfang deutlich, dass es sich hier um eine sehr druckvolle Produktion handelt. Allerdings wird hier auch gleich die größte Schwäche des Albums klar: wo "Triumph des Zorns" noch in sich stimmig klang, klingt hier doch einiges zu arg in die Länge gezogen. Dafür standen ja auch, die zwar immer noch überlangen, aber im Verhältnis kurz-knackigen Stücke der Demo. Die standen der Band wesentlich besser zu Gesicht. Was allerdings nicht daran rütteln lässt, dass es sich bei "Wenn das Licht erlöscht..." musikalisch gesehen um einen guten Song handelt. Der Gesang ist dabei ganz in Ordnung, es gibt Krächz- und Schreigesang, sowie ein krankes Wimmern und Flüstern zu hören. Auch der akustische Mittelteil hat was für sich. "Echotod", das zweite Stück der CD fängt gleich im hymnischen Midtempo an - aber auch hier wird nach einer Weile des Hörens doch klar, dass über 12 Minuten eindeutig zu lang sind für einen Song diesen Formates. Vom Aufbau her auch relativ gleich zum ersten. "Mein Gang ins Dunkle" wartet dagegen mit knapp über sieben Minuten auf, und ist somit neben "Die Mutter frisst's" der kürzeste Song des Albums. Und ab hier weiss mich das Album auch zum ersten Mal wirklich zu überzeugen. Das klingt zunächst sehr primitiv und wirklich zornig hätte auch gut und gerne auf der Demo Platz gefunden - geht dann aber ab der dritten Minute über in einen eher melodischen Black Metal inklusive Gitarrensoli und verspielten Details, dass glatt der Eindruck entsteht, immer tiefer in einen Strudel des Wahnsinns gezogen zu werden. Es folgt mit dem bereits erwähnten "Die Mutter frisst's" ein Lied ähnlichen Formates, allerdings überwiegt hier der rein primitive Black Metal, der auch einige melodische Aspekte im Stile der Mitt-90er (ich denke da vornehmlich an Bands wie Gehenna oder Godkiller), sowie kranke Monologe im Stile alter Fäulnis-Werke enthält. Diese Momente sind leider etwas kurz geraten. Den letzten Song stellt "Die Nordwand" dar. Das Lied hatte ich bereits vor ca. einem Jahr in einer Rohfassung vom Label erhalten. Und ich muss schon gestehen, dass ich seitdem sehnsüchtig auf die Scheibe gewartet habe. Doch - das letzte Stücke weist mehr Paralellen zu "Triumph des Zorns" auf, als es irgend ein anderer hier vertretender Song inne hat. Vielleicht gefällt mir die Nordwand deshalb so gut, und da jucken einen dann auch die 12 Minuten Länge nicht mehr.

Fazit:
Das Debüt Nargis' ist zwar nicht das von mir erhoffte grandiose Album geworden, aber verdammt, dafür, dass die Jungs bisher nur dieses Album samt einer Demo draußen haben, fahren sie ein großartiges spielerisches Können auf. Allerdings muss ich auch sagen, dass einige Songs in und durch Passagen schon unnötig in die Länge gezogen wirken. Unter'm Strich sind die beiden ersten Stücke ganz ok, die beiden nächsten in meinen Augen wesentlich überzeugender, und der letzte Song schlägt ein wie eine Bombe. So sollte ein Album auch aufgebaut sein - bei einigen verhält es sich ja genau umgekehrt.

7.5 / 10 Punkte

Review: Satanic Warmaster - In Eternal Fire / Ghost Wolves (EP, Northern Heritage)

Die neue EP aus dem Hause der Finnen Satanic Warmaster ist der nun mittlerweile dritte Teil einer Serie von Rohaufnahmen, die seit dem letzten Voll-Album "Nachzehrer" entstanden. Wie auch die vorhergegangenen Veröffentlichungen beinhaltet die 7er Platte zwei Lieder.








In Eternal Fire:
Ein sehr räudiger, und für den Satanischen Kriegsminister aus Finnland typischer Black Metal, der hier geboten wird. Sehr krank, nahezu reißerisch und hasstriefend. Durch die rohe Produktion wirkt das ganze noch einmal so aggressiv. Bis zum Ende steigert sich die Geschwindigkeit noch einmal, bis alles mit einem Knall endet. Was folgt ist noch ein atmosphärisches Keyboard-Outro.

Ghost Wolves:
Unheilvolles kündigt sich am Anfang des Songs an. Was folgt ist ein Lied, welches so auch auf der "Black Metal Kommando / Gas Chamber" CD hätte sein können. Die Art der Darbietung des Gesangs ist gewöhnungsbedürftig. Allerdings höre ich mir das Stück mittlerweile auch zum fünften Mal (nicht infolge) an, und so langsam muss ich sagen, dass ich dem doch schon was abgewinnen kann.

Fazit:
Auch der dritte Teil der Reihe ist durchaus gelungen, wenn auch gerade die B-Seite Schwächen zeigt. Ob diese 7'' allerdings jemand braucht, muss wie immer jeder für sich selbst entscheiden. Da es sich hier um Northern Heritage handelt und mal wieder keine Limitierung angegeben ist, schätze ich, dass sich die Anzahl wieder auf 500 Stück beläuft.

7.0 / 10 Punkte

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Review: Obscura Monotonia Animae - Crepusculum Aeternorum Cruciatuum (CD, Kristallblut Records)

Die neue Veröffentlichung aus dem Hause Kristallblut hat nun auch mich erreicht. Die Ein-Mann-Band aka Lord Svart aus Italien präsentiert mit "Crepusculum Aeternorum Cruciatuum" sein erstes Album. Was geboten wird? Instrumentaler Ambient Black Metal im Stile von etwa Sieghetnar zu "Todessehnsucht" Zeiten.






Wer bei diesen Zeilen bereits aufgehört hat zu lesen - ok, ich habe vollstes Verständnis für alle, denen rein instrumentaler Black Metal mit Ambient einfach nichts gibt oder einfach nicht genug ist. Ich verstehe euch, wirklich. Zumal gerade diese Untersparte des Black Metal oftmals eher schlecht als recht ist. Billige Drumcomputer, zu unspektakuläre und zu monotone Darbietungen... dies trifft teilweise, dem Namen ganz entsprechend, auch auf Obscura Monotonia Animae zu. Das liegt aber dann auch größtenteils daran, dass die Lieder mit Längen von knappen acht Minuten bis sogar knapp 24 Minuten nicht unbedingt kurz ausgefallen sind, und so - wie bei so vielen Bands, die Songs mit Überlänge besitzen - das Problem der schnell heraufkommenden Langeweile besteht. So ist das ambiente Intro noch ganz gut, der darauf folgende Song "De Requisitione Relictae Memoriae" ist mit seinen knappen 13 Minuten Spielzeit auch sehr gut hörbar, da er verschiedene Stimmungs- und Stilwechsel in sich vereint. Allerdings entwickelt sich das anhören des dritten Songs bei mir bereits zur Geduldsprobe, und es erscheint mir schier endlos lange zu dauern, bis im letzten Viertel ein spaciger Ambient-Ausklang erklingt. Das ganze wird dann aber noch durch den folgenden "Restinctio Humani Generis" übertroffen - der bietet nämlich eine beachtliche Länge von über 23 Minuten! Gut fängt er ja schon an. Dark Ambient, etwas an Vinterriket erinnernd, gepaart mit fast schon schamanischen Einspielungen. Landschaften ewiger Einsamkeit... kommt mir dabei in den Sinn. Gefällt mir. Und gerade, wo man meint, die Grenze zum nervenden wird jetzt überschritten, setzt eine verzerrte Gitarre nehmst Keyboard-Teppich ein, anschließend das Schlagzeug. In verschieden schnell gespieltem Tempo geht es fortan die nächsten sieben Minuten weiter, bis eine akustische Gitarre unterlegt mit Wind-Samples erklingt, und dann ein paar Minuten später wieder in den erhaben, aber melancholischen Ambient Black Metal überzugehen. Und der zieht sich dann bis zur Minute 20, ab der ein ambienter Ausklang ertönt. "Inter Mortis Metum Et Vitae Tormenta" gefällt mir da schon eine ganze Ecke besser, allein weil man sich mit einer Länge von etwas mehr als sieben Minuten fast schon nur auf's Wesentliche konzentriert, ohne viel Tamtam. Das unvermeidbare Dark Ambient-Outro ist mir dann noch mit satten 11 Minuten Spielzeit wieder erheblich ZU lang ausgefallen... wie - wie ich schon bereits weiter oben erwähnte - bei so vielen anderen Bands gleichen Schlages.

Fazit:
Insgesamt betrachtet, ist das Erstlingswerk von Obscura Monotonia Animae kein wirklich schlechtes Album geworden, und mit Sicherheit nicht als Totalausfall zu bezeichnen, da es gerade aus der Sparte erheblich schlechtere, gar regelrecht grottige "Werke" gibt. Allerdings ist "Crepusculum Aeternorum Cruciatuum" auch weit davon entfernt, mich zu überzeugen. Klar, gute Passagen gibt es, und mit dem zweiten, sowie dem vorletzten Stück hat man gar zwei sehr gute Lieder auf dem Album - aber das reicht mir hier nicht. Vieles wirkt einfach zu langatmig, was in schnell aufkommender Langeweile resultiert und man einfach nicht mehr bereit ist den Liedern die Aufmerksamkeit zu schenken, die sie (vielleicht) verdient hätten. Lord Svart ist mit seiner Band aber auf einem guten Weg, er müsste jetzt nur noch eine Spur mehr Eigenständigkeit zeigen und mehr aus sich heraus gehen. Sollte er dies beherzigen und auch umsetzen, dürfen wir uns schon getrost auf ein neues Album freuen.

4.5 / 10 Punkte

Dienstag, 11. Dezember 2012

Review: Fäulnis - Gehirn zwischen Wahn und Sinn (LP, Frontcore Records)

Nachdem ich ja vor einiger Zeit die Rezension zur CD-Fassung des Albums verfasste - ist das wirklich schon über drei Jahre her?! - erschien im Oktober diesen Jahres endlich die Vinyl-Ausgabe von "Gehirn zwischen Wahn und Sinn", die ja nun auch schon einige Zeit angekündigt war, aber irgendwie dann doch länger auf sich warten ließ, und daher wahrscheinlich nicht nur meinerseits sehnlichst erwartet wurde.





Großartige Worte zur Musik des eigentlichen Albums erspare ich mir und euch an dieser Stelle einmal, da ich das Werk in der damaligen Besprechung durchaus detailiert behandelte und es für mich definitiv immer noch eins der besten und innovativsten (Black) Metal-Alben der letzten Jahre darstellt. Ich möchte das Augenmerk hier eher auf die großartige Gestaltung der Platte legen, sowie auf die beiden exklusiven Bonus Lieder.

Die Aufmachung:
Zunächst dachte ich ja, ehrlich gesagt: nicht schon wieder eine einfache Klapphülle. Wieder ein grandioses Album, welchem die Vinyl-Veröffentlichung nicht gerecht wird (wie bei Zorn)? Dazu kann ich sagen: ganz klares nein! Zwar handelt es sich wirklich wieder nur um eine Klapphülle, die ist allerdings 3-fach ausklappbar und von allen Seiten bedruckt mit Fotos (Live-Auftritte und anderes) - was mich halt nur stört an solchen Hüllen ist, dass die Platten (in diesem Fall sind es wirklich zwei an der Zahl) lose drin liegen - eine Schutzhülle ist demnach absolut von Nöten, allerdings ist diese auch in der Lieferung enthalten. Darüber hinaus enthält das Album dann auch noch ein (sehr kunstvolles) Poster, sowie ein 20-seitiges Beiheft, welches von den Maßen her etwas größer ist, als eine 7'' EP-Hülle und alle Texte enthält, inklusive bekannter und neuer Bilder, sowie den Text eines der Zusatzlieder. Das Frontcover ist in weiß gehalten mit schwarzem Druck. Insgesamt sehr edel.

Die Zusatzlieder:
Als Bonus winken auf der Vinyl-Auflage des Albums wie schon erwähnt zwei weitere Lieder, die exklusiv für dieses Album-auf-Vinyl-Debüt aufgenommen wurden und auf der D-Seite zu finden sind. "Scheiße: Rückfall" und "(Aus)Gespien" sind dabei alles andere als harmlose, mal eben dahin gerotzte Beigaben. Sie sind als Songs durchaus ernst zu nehmen und bieten aus meiner Sicht gar das härteste musikalische Material, was Fäulnis jemals veröffentlicht hat. Hier passt die Umschreibung Black Doom Punk Rock sehr gut. Dreckig, kraft- und druckvoll, schnell, schwarz und hoffnungslos, alles verschlingend. Sehr geil! Davon hätte es auch durchaus mehr sein können, bzw. in der Art würde ich mir gut und gerne ein neues Album wünschen! Nachdem sich die Band ja nach einer kurzen Pause nun wieder zusammengerauft hat, steht dem ja nichts mehr im Wege.

Fazit:
"Gehirn zwischen Wahn und Sinn" war, ist und bleibt ein grandioses Machwerk. Die Tatsache, dass es das Album nun auf Vinyl geschafft hat, genau wie die beiden Zusatzlieder ist da nur das Tüffelchen auf dem i. Limitiert ist die DLP in schwarzem Vinyl auf 510 handnummerierte Exemplare, und kann z.B. im Shop von Eternity Records geordert werden. Ich bleibe dabei:

10 / 10 Punkte

Donnerstag, 29. November 2012

Review: Rabenholz - Akt I - Auf welken Schwingen... (CD, Helheim Productions)

Das bereits vor zwei Jahren erschienene Debüt-Werk "Auf welken Schwingen..." der deutschen Horde Rabenholz, die aus vier Leuten besteht, hat nun auch den Weg in mein Regal gefunden. Von gehört habe ich natürlich auch schon vorher, aber das Album dann im Original zu besitzen, ist ja doch noch etwas anderes als es irgendwo im Internet mal probegehört zu haben.






Fünf Lieder erwarten den geneigten Hörer hier, wobei der erste "Auf welken Schwingen..." lediglich einen instrumentalen Einklang darstellt. Der ist aber schon sehr beeindruckend, und wirkt nicht wie mal eben dahingerotzt und so überflüssig, wie es viele andere Intros tun. 'Richtige' Instrumente kommen hier ebenso zum Einsatz wie klassische Streicher. Mit "Schatten der Sehnsucht" geht's dann aber richtig los. Und bereits hier wird klar - das Album wird nicht jeder Manns Geschmack treffen. Black Metal mit einer gewissen melodischen Note und einem, fast schon ins depressive abweichende Schreigesang. Das erinnert mich sehr an Sachen wie Tavaron. Dieses Gefühl zieht sich auch kontinuierlich durch alle Lieder. Auch der sehr melodische Anklang zieht sich wie ein roter Faden durch jeden Song, ob es nun "Todesherrschaft", "Stille... am Ende aller Tage" oder der überaus melancholische "Als das Licht mich mit sich nahm..." ist. Dieses letzte Stück bietet zur Mitte hin sogar einen recht netten Ambient-Klangteppich,  und endet schließlich mit den gleichen Klängen, mit denen das Album auch begann. Eine abgeschlossene Geschichte.

Fazit:
Gerade wenn man bedenkt, dass es sich hierbei um ein Debüt handelt muss man schon sagen: "Auf welken Schwingen..." ist ein mächtiges Machwerk geworden! Black Metal, wie er anno 2010 sein sollte - modern klingend und doch irgendwie herrlich old school. In meinen Augen ein gelungenes Album. Ich hoffe auf einen zweiten Akt.

8.5 / 10 Punkte

Sonntag, 25. November 2012

Review: Orchid - Heretic (LP, Nuclear Blast)

Erinnert sich noch jemand an die Zeit, als der Occult Rock so allmählich aufkam? Mit Bands wie Coven, Black Sabbath und wie sie alle hießen? Die wenigsten Leser dieses Blogs, mich als Autoren mit eingeschlossen, dürften diese Zeit überhaupt erlebt haben... doch die Bands sagen einem auch heute noch etwas (und immer mehr der alten Säcke - äh, ich meine natürlich Helden - feiern in der heutigen Zeit ein Revival). Mit "Heretic", der neuen EP der US-Ami-Band Orchid ist nun vor kurzem ein Werk erschienen, das es vermag, genau diese Zeit einzufangen und den Hörer in eben jene zu entführen.




Das passt musikalisch vielleicht nicht so ganz zu Unholy Black Art Of Ritual, doch von der Thematik her passt es allemal. So ist auch die Aufmachung von "Heretic" ganz im Stile der damaligen Zeit sehr psychedelisch ausgefallen und in Schwarz- und Rot-Tönen gehalten. Das Frontcover zeigt eine Dame (offensichtlich eine Häretikerin) mit Totenschädel in den Händen. Hola die Waldfee, da kommt Freude auf! Die Innenseite des Klappcovers zeigt die Dame dann als Wicca Hexe inmitten einer abgestorbenen Waldlandschaft. Die Blair Witch läßt grüßen.

Die 10'' LP in weißem Vinyl beinhaltet im Gegensatz zur digitalen Download-Version vier Songs (während die digitale Fassung lediglich die drei ersten Lieder beinhaltet). Seite A beinhaltet "Heretic" und "Falling Away", Seite B "Saviours Of The Blind" und "He Who Walks Alone". Fangen wir gleich an mit dem ersten titelgebenden Song "Heretic". Dieser wird durch ein Sample eingeleitet, dass an einen Hexensabbath erinnert und wahrscheinlich aus einem alten Horror-Streifen stammt. Was folgt ist traditioneller Okkult-Rock in bester Black Sabbath-Manier. Sehr fein, psychedelisch, detailverliebt und mit viel Herzblut vorgetragen. Besonders erwähnenswert: die Gitarrenspiele sowie der Einsatz der Bontempi-Orgel. Man, man - das ist nostalgisch und (gerade in der heutigen Zeit) fast schon wieder innovativ zugleich. "Falling Away" ist fast schon als Ballade zu bezeichnen, so akustisch, wie das Stück beginnt. Sehr doooomig. Und ich spreche hier nicht von so einer Scheiße wie Drone Doom. Ich rede vom traditionellen Doom. Candlemass. Oder von mir aus auch eher progressive Sachen wie Opeth. Im letzten Viertel wird es allerdings noch einmal richtig rockig. "Saviours Of The Blind" ist dann leider auch schon der letzte reguläre Song dieser EP. Ein sehr gutes progressives Stück traditioneller und doomiger Rockmusik. Interessant ist hier vor allem das Wechselspiel zwischen Schlagzeug und Gitarre zur Mitte hin, welches in diversen Gitarren- und Schlagzeug-Soli gipfelt. Einfach nur Hammer! Das letzte Lied im Bunde mit Namen "He Who Walks Alone" stammt von dem letzten Voll-Album "Capricorn" aus dem Jahr 2011 und ist daher auch wohl eher nur als Bonus Lied exklusiv für die LP-Version der EP zu verstehen, steht dem restlichen Liedgut aber in nichts nach.

Fazit:
Aufmerksam auf diese Platte wurde ich durch eine Besprechung im Virus, die ja sonst meist nur uninteressantere Sachen (Rockabilly, Horror Punk etc.) besprechen. Doch das hier ist mal wirklich eine lohnenswerte Anschaffung. Das einzige, was mich hier stört - dies ist aber typisch Major-Label - die Limitierungsnummer ist auf einem Aufkleber vermerkt (immerhin handnummeriert!), der auf (!) der Abziehfolie der Hülle geklebt ist. Mit anderen Worten, wenn man die Folie aufreißt, ist auch gleich der Aufkleber hinüber. Das sollte bei einem solchen limitierten Release nicht sein. Ich hab die Limitierung dann kurzer Hand selbst mit Silberstift auf die Rückseite der Hülle geschrieben. Achso, apropos Limitierung... die ist auf gerade einmal 500 Stück begrenzt - wer also auf materielle Musikscheiben wert legt, sollte sich schnell beeilen, noch ein Exemplar zu ergattern.

9.5 / 10 Punkte

Review: Apofolis - Geburt des Todes (MC, Eigenproduktion)

Nun weiß ich auch endlich mein Exemplar des neuen Apofolis-Tapes in meinem Besitz. Ob ich darüber glücklich sein soll, angesichts der Qualität der letzten Kassette (wie hiess sie noch?), bleibt abzuwarten.










Erst einmal ein paar Fakten. Wahr ist, dass die Qualität der Produktion des letzten Tapes voll in die Hose ging. Wenn man Vyranis glauben darf, traf das wohl auch auf die Erstauflage von "Geburt des Todes" zu. Die erschien nämlich ebenfalls als Tape und als Pro-CDr bei Depressive Illusions - mit deren Arbeit der Meister jedoch nicht wirklich zufrieden war, und so beschloss er, das Album nochmals, diesmal in Eigenregie aufzulegen. Dabei heraus gekommen ist das mir vorliegende Tape. Leicht abgeändertes Artwork, doppelseitig bedrucktes Inlay mit zwei abgedruckten Texten. Was die Produktion angeht, so kann ich eine Verbesserung gegenüber des D.I.-Releases nicht wirklich feststellen, da mir der Vergleich fehlt - allerdings kenne ich die alten mp3-Aufnahmen, und ich muss sagen, gegenüber diesen hat die Kassette eine beachtliche Klangqualität zu bieten.

Gut... was erwartet den geneigten Hörer nun auf "Geburt des Todes"? Im besten Fall ein lupenreines Black Metal-Album, im schlimmsten Fall ein ambient-durchzogenes Machwerk. Um es gleich klar zu stellen: das Album ist weder das eine, noch das andere, sondern siedelt sich irgendwo im Mittelfeld an. Mit dem Intro "Das Findelkind" hat man ein burzumdeskes Instrumental mit Babyschreien. "Einsam weilend" stellt ein kurzes Ambient Black Metal Zwischenspiel dar (ein solches direkt als zweiten Song zu wählen finde ich aber doch etwas deplatziert). Mit "Roter Schnee" hat man dann den ersten 'richtigen' Song. Soweit ist dieser sogar recht gelungen, was mich nervt ist nur dieses zu penetrante Keyboard-Geklimper, welches mich zu stark an die einfachen Ambient-Sachen von Burzum erinnert, die ich ebenfalls nicht mag (um es freundlich auszudrücken). Bei "Brodelnd' Blut" handelt es sich dann wieder um einen reinen instrumentalen Black Metal Song, der auch nicht ohne Grund seinen Weg auf den offiziellen Circle of Honor-Sampler gefunden hat, für mich das bisherige Highlight des Tapes! "Unter der Erde" ist wieder ein Lied im Black Metal-Stil mit Gesang und leichtem Ambient-Einfluss, der aber nur passagenweise Einsatz findet. Insgesamt eine sehr gute Darbietung, auch wenn ich persönlich dem folgenden "Meine Wut währt ewig" mehr abgewinnen kann - zudem ist dieses Lied mit über acht Minuten das längste der Kassette (und der zweite Apofolis-Beitrag auf dem CoH-Sampler nebenbei bemerkt). "Todestanz" stellt dann noch einen abschließenden instrumentalen und ambienten Ausklang dar, der allerdings auch nichts besonderes mehr bietet.

Fazit:
Insgesamt betrachtet muss man Apofolis schon zugestehen, dass die zweite Veröffentlichung unter Eigenregie schon wesentlich besser ist, als es das Debüt unter dem Banner eines ehemals renomierten Underground-Labels war. Der Klang ist super und nicht zu dumpf, die Atmosphäre kommt gut rüber, auch wenn der Funke bei mir persönlich bei einigen Songs nicht so ganz über springen will. Dafür bietet das Tape aber insgesamt auch zu wenig - sieben Lieder sind es insgesamt und fünf davon sind instrumentale Song. Davon sind dann noch mal zwei Stücke Ambient-Einspieler. Allerdings stellen die Instrumentalen "Brodelnd' Blut" und "Meine Wut währt ewig" für mich auch eindeutig die Höhepunkte auf der Kassette dar, mit "Unter der Erde" hat man sogar einen ordentlichen Song mit Gesang. Der Rest allerdings ist allenfalls Durchschnittskost, dass muss ich leider so sagen. Trotzdem retten die drei genannten Lieder das Gesamtwerk noch vor der Belanglosigkeit (immerhin machen sie, das muss man ja auch mal sagen, über die Hälfte der Spielzeit aus). Limitiert ist die Kassette auf 100 handnummerierte Exemplare. Wer eins haben möchte, der wende sich doch bitte gleich an Vyranis (vyranis@hotmail.com) oder an die Labels Unholy Black Art und Kristallblut Records (von denen weiss ich mit Sicherheit, dass sie noch Exemplare haben).

6.5 / 10 Punkte

Samstag, 24. November 2012

Review: Evocation Of Despair - Auf ewig mit Dunklem vereint (CD, Urtod Records)

Gegründet im Jahr 2011, ist Evocation Of Despair ein noch relativ junges Band-Projekt aus deutschen Landen. Die Band besteht mittlerweile aus vier Leuten, die sich den Fotos in dem Digi nach zu urteilen ganz und gar dem Old School Underground verschworen haben. Davon zeugt jedoch nicht nur das s/w Artwork des ersten Werkes, sondern auch dessen Name "Auf ewig mit Dunklem vereint" und die Musik an sich.





Ich möchte zunächst aber noch einmal auf die Aufmachung zu sprechen kommen, da es sich hier doch um ein sehr erwähnenswertes Exemplar seiner Gattung handelt. Die Digi-Hülle ist wie ein LP-Klappcover gearbeitet, um diesen Eindruck zu untermauern, handelt es sich bei der CD ebenfalls um eine Vinyl-Stil CD, inklusive dem passenden Labeldruck. Das aufwendige Beiheft beinhaltet acht Seiten mit allen Texten sowie Fotos.

Gleich der erste Song "Sterbend die Wahrheit sehen" geht gleich in die Vollen. Richtig fieser und rotziger Underground Black Metal mit hasskeifendem Gesang und messerscharfen Instrumenten. Dazu gesellt sich nicht jugendfreie deutsche Lyrik. Genau so muss dat! Ein fast schon beiläufiges Gitarrensolo zum Abschluss und fertig. "Elegy of Madness" erklingt und weckt in mir irgendwie Erinnerungen an Werke von Bands wie Leichenstätte oder dergleichen. Emoitional und doch rau, auf jeden Fall depressiver als der erste Song. Apropos Leichenstätte... kann man Evocation Of Despair jedenfalls attestieren, dass sie ihre Instrumente (vor allem aber das Spielen des Schlagzeuges) besser beherrschen, als genannte Band in ihren Anfängen (das Drumspiel ist ja auch eine Sache, die von Krankheit bei Leichenstätte selber oft bemängelt wurde). "Es schimmern schwarz die heim'schen Wälder" ist der dritte Song und stellt mit über 11 Minuten Spielzeit den längsten Liedbeitrag der CD dar. Er fängt ebenfalls depressiv an, steigert sich aber in Sachen Geschwindigkeit und Atmosphäre noch ein wenig und wirkt hinterher eher wie ein Mix aus räudigem Misanthropic Black Metal gepaart mit einer Prise Melancholie und Nostalgie (was vor allem in dem akustischen Part im letzten Viertel sehr gut zum tragen kommt), um sich dann schließlich mit einem brachialen Knall zu verabschieden. Es folgt "Possessed by Solitude and Void", welches mit seinem depressiven Grundton relativ zahnlos beginnt, ab Minute 1:30 aber durch das einsetzende zusätzliche Gitarrenspiel eine stete Steigerung erfährt, welche gar darin gipfelt, dass man dies hier durchaus mit Sachen wie Nargaroth zu Demo-Zeiten ("Herbstleyd" - ich denke da vor allem an "Into the Void" oder "Shall We Begin") vergleichen kann. Leider wird dieser Stil nicht bis zum Ende durchgezogen, so dass der Song ähnlich endet wie er begann. Das letzte Lied nennt sich "Tormented by Devils" und stellt zum Abschluß noch einmal einen wahren Hammer dar.

Fazit:
Old School As(s) fuck! Hrhr, sorry, den konnt' ich mir nich' verkneifen. Klar ist das musikalische (Zusammen)Spiel noch ausbaufähig und natürlich ist die Produktion alles andere als sauber - aber scheiße, das ist der Underground, so sollte es sein. Insgesamt eine erfreuliche Veröffentlichung, vor allem, wenn man bedenkt, was derzeit im nationalen und internationalen Raum so alles unter dem Deckmantel des Black Metals herausgehauen wird. Limitiert ist das Teil auf 200 handnummerierte Exemplare, um noch eins der wenigen verbliebenen zu ergattern, rate ich, euch schnellst möglich mit Urtod Records (http://urtod.blogspot.de) in Verbindung zu setzen.

7.0 / 10 Punkte

Review: Acherontas & Crimson Moon & Akrabu & Shibalba - Ana Harrani Sa Alaktasa La Tarat (LP, Obscure Abhorrence/Art Of Propaganda)

Dieses Gemeinschaftswerk zwischen den vier okkulten Gruppen Acherontas, Crimson Moon, Akrabu und Shibalba entstand noch vor der aktuellen Acherontas-Split mit Nightbringer, wurde jedoch erst kürzlich durch die deutschen Label Obscure Abhorrence und Art Of Propaganda als Vinyl aufgelegt. Die Mühe hat sich durchaus gelohnt.







Die A-Seite hält die Beiträge von Acherontas und Crimson Moon bereit. Beginnen wir also dort.
Gleich sehr düster und okkult fängt der erste Song "Foolmoon and a Pale Lover" der Griechen Acherontas an. Schwarze-Messe-Sample, und dann geht es gleich über in den erhabenen Midtempo Black Metal, für den ich Acherontas so sehr schätze. Durchzogen von finsteren, aber dennoch hymnischen Instrumenten, Chor-Samples, Stolz und, wie bereits erwähnt, Erhabenheit. Das ist meiner Ansicht nach eines der besten Lieder, die die Band bisher hatte. Das erinnert nicht nur einmal an die alles in den Schatten stellende "And Cosmos from Ashes to Dust..." von Stutthof. Perfekt!

Nach einem langgezogenen und epischen Gitarrensolo, welches den Abschluss des Acherontas Beitrags darstellt, erklingt "A Transgression of Vultures", der Beitrag der Ami-Band Crimson Moon aus den Boxen. Eigentlich ganz anders als Acherontas, dennoch sehr okkult. Aber insgesamt ist das hier wesentlich rauer und auch nihilistischer. Das lässt mich direkt an andere Truppen aus Amiland denken, wie z.B. Wind Of The Black Mountains. Gefällt mir persönlich sehr gut, vor allem der spärliche Keyboard-Einsatz zum Ende hin kommt auch nicht schlecht. Leider fehlt dem Song ein wirklicher Höhepunkt und daher auch der gewisse Aha-Effekt.

Akrabu nennt sich das nächste beteiligte Projekt auf dieser Split-LP und stellt ihren Beitrag "Mantra of Lucidity" als ersten Song der B-Seite vor. Was ich über dieses Projekt herausfinden konnte, ist, dass es wohl aus Deutschland kommt und bis dato auf eine nicht unbeachtliche Anzahl von Veröffentlichungen zurückblicken kann - man kann hier sogar auch mal davon sprechen, dass sich dies wohl positiv auf die Beherrschung der Instrumente ausgewirkt hat. Wenn man da an Sachen wie Drowning The Light, Striborg oder Moloch denkt, die ja eine wahre Veröffentlichungsflut aufweisen, sich aber im Großen und Ganzen immer wieder nur selbst kopieren... so etwas braucht kein Mensch, da ist so eine Band wie Akrabu doch recht innovativ zu bezeichnen (und so viele Releases sind es jetzt ja auch nicht). Aber doch, dieser minimalistische Stil aus Akustik, Antik, Ambient und riutellem Gesang hat etwas für sich. Das Lied nervt jedenfalls nicht und wird die guten 5 1/2 Minuten auch kein einziges Mal langweilig.

Den Abschluß bildet der musikalische Beitrag von Shibalba, welche ein weiteres Ambient-Projekt von Acherontas darstellt. Insgesamt sehr düster, minimalistisch und rituell. Durch und durch dunkel. Jedoch reicht die Qualität des Dargebotenen nicht an das Liedgut von Akrabu heran. Langweilig wird jedoch auch "The Entrance to Xibalba" nicht wirklich, da mit knapp 6 1/2 Minuten Spielzeit die Grenze des Auslotbaren nicht überschritten wird.

Fazit:
Acherontas sind hier stärker vertreten als jemals zuvor in meinen Augen! Crimson Moon gefallen mir ebenfalls sehr gut, auch wenn es nicht das beste Material ist, was ich von den Amis kenne - jedoch bin ich froh, überhaupt mal wieder etwas von ihnen zu hören. Akrabu hat mich mit dem dargebotenen Stil sehr positiv überrascht und Shibalba ist guter Ritual Ambient, würde das Lied jedoch nur im gehobenen Mittelfeld ansiedeln. Die LP kommt, wie man es von Obscure Abhorrence gewohnt ist, im schniggen Design, die Hülle beinhaltet sogar mal alle Texte. Die LP an sich ist auf 500 Stück limitiert, die ersten 100 im violetten Vinyl. Für das Gesamtwerk vergebe ich...

8.0 / 10 Punkte

Review: Zorn - Schwarz Metall (LP, Asatru Tonschmiede)

Da ist sie nun... die Vinyl-Auswertung des Debüt-Albums der deutschen Black Metal Truppe Zorn aus dem Jahr 2001. Veröffentlicht wurde "Schwarz Metall" im Original damals als Jewelcase CD bei Last Episode in Zusammenarbeit mit Jesus Wept Production. Im Zuge der Auflösung von L.E. aus bekannten Gründen wurde das Werk dann unter dem Labelnamen Black Attakk (unter dessen Fahne auch das Debüt des Projekts Mord veröffentlicht wurde) erneut vier Jahre später aufgelegt. Helheim Productions veröffentlichten schließlich im Jahr 2010 das Album als Digi CD mit dem Bonus "Genickschuss" (von der Split EP mit Battlehorns).


Nun, 2012, ließ sich endlich ein Label - in diesem Falle die Asatru Klangwerke - dazu erbarmen, dieses Werk auf Vinyl zu bannen. Kommen wir zunächst zum Layout... das ist komplett neu gestaltet, und so prangt auf dem Frontcover der bekannte diabolische Greif in nachbearbeiteter Fassung. Das Logo sieht allerdings immer noch aus wie eh und je. Auf dem Backcover. ein Reichsadler mit dem Zorn-Logo und der Brust und dem Symbol an der Stelle, wo ansonsten das Kreuz zu finden ist. Provokation? Mit Sicherheit! Was die allgemeine Aufmachung angeht, muss ich leider sagen, dass es nicht mehr zu entdecken gibt. Lediglich die Vorder- und Rückseite des einfachen Klappcovers sind bedruckt, das allerdings edel. Jedoch sind die Innenseiten blanko, was wirklich eine ernüchternde Tatsache ist. Für so ein Album hätte ich doch mehr erwartet...

"Schwarz Metall" wurde auf eine LP gepresst, auf der A-Seite finden sich die ersten vier Lieder "Hexenlichter am Nordhimmel", "Schwarz Metall", "Der totale Krieg" und "Wiederkehr", während sich auf der B-Seite die letzten vier Lieder "Kriegserklärung an die Menschheit", "...in Flammen", "Panzerzorn" und "Genickschuss" (lediglich der Album-Ausklang in Form eines Schusses) finden lassen. Zudem enthält die B-Seite als Bonus eine 2012 Version des Songs "Hexenlichter am Nordhimmel".

Das eigentliche Album zu beschreiben, spare ich mir an dieser Stelle einmal. Wer es bisher noch nicht kennt, ist einfach selber schuld. Das Debüt von Zorn hat schon so etwas wie einen kleinen Kult-Status unter neueren deutschen Releases. Die Titel sprechen für sich und sind durchzogen von Hass, Aggression und Zorn. Die 2012 Version von "Hexenlichter am Nordhimmel" ist ebenfalls sehr hörenswert - komplett neu eingespielt und mit neuem Sänger versteht man sogar mehr als nur ein paar Bruchstücke und Fetzen des Textes.

Fazit:
Sehr gutes Album, bei dem ich sehr froh bin, dass es endlich einmal den Weg auf Vinyl gefunden hat. Leider lässt die Aufmachung insgesamt doch sehr zu wünschen übrig. Für ein kultiges Album, sollte auch eine kultige Aufmachung (mit zumindest bedruckter Innenseite) her. Trotzdem zu empfehlen, da es für Vinyl-Fetischisten derzeit die einzige Möglichkeit ist, in den Besitz von "Schwarz Metall" zu kommen. Die LP ist auf 500 Stück limitiert und sogar durchnummeriert. 250 Exemplare im grauen Vinyl, 250 kommen in violettem Vinyl.

8.0 / 10 Punkte

Dienstag, 20. November 2012

Review: Hasserben & Searing Skull - De Vesontio Ad Argentoratum (CD, Die Unaussprechlichen Kulten/Atavism Records)

Hier haben wir nun das Gemeinschaftswerk zweier französischer Underground Black Metal Bands. Hasserben um die neue Sängerin Spleen existieren seit 2004. Spleen gibt auf dieser Scheibe ihr Debüt. Das Duo Searing Skull existiert seit 1997, begann allerdings erst im Jahre 2001 damit, Veröffentlichungen rauszuhauen.







Zunächst erschallen Hasserben mit ihren fünf Lieder aus den Boxen. Ein riutell-anmutendes Intro, welches glücklicher Weise nicht allzu lang ausfällt, danach der erste wirkliche Song "Errance" (soviel wie etwa "Irrfahrt"). Hier wird gleich klar, dass Freunde sauberer Produktionen hier einpacken und nach Hause gehen können - denn was hier geboten wird, ist zwar melodisch zu nennen, aber sehr räudig und dreckig aufgenommen worden. Es lebe der Underground! Der Song beginnt zwar recht unbeholfen, schafft aber die Kurve und kann sich zur Mitte hin richtig steigern, und zeigt auch gleich einmal, wozu die Band instrumental gesehen fähig ist. "La Marche de l'Hérétique"... bei so einem Titel erwartet man schon etwas mehr, und das wird auch durchaus geboten. Nach den anfänglichen Schwierigkeiten auf dem letzten Song, lässt sich das hier ohne weiteres mit Sachen wie Monarque oder Darkened Nocturn Slaughtercult vergleichen. Letzterer Vergleich wohl eher wegen der Stimme. "Torpeur Mortuaire" schlägt dabei in die gleiche Kerbe, auch wenn der Gesang mir hier an ein paar Stellen nicht so gefällt, da sich die Sängerin doch überschlägt. Das klingt dann eher nach heul-heul-Musik - wobei das ja wieder eigentlich zum Titel passt. Als letztes folgt mit "The Vampiric Tyrant" ein Cover des Satanischen Kriegsministers aus Finnland. Gar nicht schlecht, schaffen es die Hasserben doch, dem Song ihren eigenen Stempel aufzudrücken.

Searing Skull erklingen. Nach einem eher militärisch anmutenden Gitarrenspiel kommt's auch gleich knüppeldick und - ihr ahnt es vielleicht bereits - es folgt War (Black) Metal in seiner ursprünglichsten Form. Scheiß auf Atmosphäre und Melodie, das ist sowieso viel zu überbewertet. Nee Leute, das klingt mir einfach zu einfältig und erinnert dabei an Dumpfbacken, wie die erste Kriegsgott Scheibe. "Dead Upon The Cold Earth" klingt da überraschender Weise gleich ganz anders. Das hört sich sogar recht doomig an, oder wie der Beginn eines Mortician Songs, wenn man natürlich von dem Gesang absieht. Das ist Black Metal-Gekeife durch und durch. Aber das hier hat definitiv was... allerdings erfährt das Lied kaum eine Steigerung oder Höhepunkt, so dass es eigentlich nur vor sich herdumpelt. "Those Who Still Hope" ist da schon eine Spur härter, instrumental gesehen irgendwo zwischen War Metal, Thrash Metal und Black Metal. Beeindruckend ist hier auch die Doom-Gitarre, die knapp nach der Hälfte der Laufzeit einsetzt und in einen Akustikpart übergeht. Was dann folgt kommt dem Begriff Geistermusik sehr nahe. Leider ist dieser Part in meinen Augen viel zu kurz. Der letzte im Bunde ist "Agony Of The Universe" und orientiert sich instrumental an dem ersten Beitrag von Searing Skull, allerdings mit mehr Atmosphäre. Da finde ich es gleich schade, dass die CD hier schon zu Ende ist, denn davon hätte man gerne noch ein paar Lieder mehr gehört.

Fazit:
Weder Hasserben noch Searing Skull würde ich jetzt als schlechte Bands bezeichnen, die Leute verstehen es zumindest mit ihren Instrumenten umzugehen. Dennoch spreche ich den Hasserben eine Spur mehr Detailverliebtheit und Atmosphäre zu, allein schon deshalb, weil sich die Drums bei Searing Skull in meinen Ohren zu statisch und steril anhören. Einzig der letzte Song der Band vermochte es, mich immerhin wirklich aufhorchen zu lassen. Ansonsten bleibt wohl zu sagen, dass die Musik beider Gruppen noch ausbaufähig ist.

6.5 / 10 Punkte

Review: Nihasa - Brahamanda Xul Grimoire (MC, Night Birds Records)

Bei Nihasa handelt es sich um ein relativ junges Projekt aus Griechenland, hinter dem kein geringerer als Acherontass (Acherontas, ex-Stutthof) steckt. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber bei dem Namen habe ich dann gleich schon gewisse Erwartungen an das Werk. Mystische Klangsphären, erhabener Black Metal, überirdische Welten. Ob Nihasa diese Erwartungen mit dem hier vorliegenden ersten Album erfüllen kann, lest ihr im folgenden.






Zunächst muss man festhalten, dass es sich bei Nihasa um sehr ambient-betonten Black Metal handelt, der allerdings weit von einer sauberen und verharmlosenden Produktion entfernt ist. Das hier klingt räudig und doch erhaben. Genau wie man es auch von Stutthof gewohnt war. Der Ambient-Anteil ist hierbei auch nicht viel höher als es bei Acherontas oder bei der Vorgänger-Band der Fall war bzw. immer noch ist. Und mit insgesamt sechs Liedern, die allesamt eine Länge zwischen knapp 7 - knappen 12 Minuten besitzen, ist das Werk noch nicht einmal sonderlich kurz ausgefallen. Das gefällt, und man darf wirklich gespannt sein, ob es noch eine Album-Fortsetzung geben wird.

Fazit:
Starkes Album! Mehr Worte braucht es eigentlich auch nicht mehr. Die CD erschien ursprünglich bei Z.-B Productions aus Griechenland, limitiert auf insgesamt 600 Exemplare, die hier vorliegende Tape-Fassung aus dem Hause Night Birds ist limitiert auf 300 Stück (nicht durchnummeriert).

8.5 / 10 Punkte

Review: The Earth King - Cycling between Sun and Moon (CD, Kristallblut Records)

Das Album "Cycling between Sun and Moon" des Projektes The Earth King, welches hier musikalische Unterstützung von einem anderen Projekt mit Namen Dead Man's Hill erfuhr, stellt die zweite Veröffentlichung aus dem Hause Kristallblut Records dar. Kristallblut entstand aus dem Label Nordsturm Productions, welches ja gerade eine Art Wiederauferstehung feiern darf. Jedenfalls versucht man sich bei Kristallblut nun, ganz dem Namen entsprechend, auf Veröffentlichungen aus dem (Space) Ambient Black Metal-Bereich zu spezialisieren, was mit den zwei bisherigen Veröffentlichungen auch durchaus gelungen ist.


So kann man die Musik des Album von The Earth King als schamanischen, spirituellen Ambient Metal ansehen, der zwar eine gewisse Black Metal-Atmosphäre besitzt, mit selbigem aber so viel zu tun hat, wie etwa Schlager mit guter Musik. Das macht auch gleich der erste Song "House of Shadows" klar... Ritueller Kehlkopfgesang, gepaart mit düsteren Metal-Parts und einem nach Horrorfilm-Soundtrack schreiendem Keyboard. Das erinnert mich stark an Sachen wie Wraith Of The Ropes - die ja bekanntlich mit Black Metal auch nicht viel bis gar nichts am Hut haben. Allerdings klingen The Earth King auch nicht wirklich doomig. Der Metal-Anteil ist eher sehr Pagan orientiert. Mit der rituellen Ambient-Atmosphäre entsteht dadurch der Eindruck eines sehr naturverbundenen Werkes, was vorallem bei "Autumn Temple" oder "Entering the black hole of Infinity" zum tragen kommt. Wobei letztgenanntes Lied ganz klar den größten Black Metal-Einfluss des Albums für sich beansprucht. "Doodstrotseerder" ist ein sich eher rein auf den Ritual Ambient beziehendes Stück geworden. Hier klingen The Earth King dann auch sehr doomig. "The end of Salve Mater" ist dann wirklich ein reiner Ambient Song, soweit ich das sagen kann, ohne Gesang. Gefällt mir dann auch nicht mehr ganz so gut, wie alles vorherige. Außerdem für eine Art Zwischenstück eindeutig zu lang, aber immerhin nicht so langweilig, wie viele andere selbsternannte Ambient-Scheiben. Bei "Cycling between Sun and Moon" wird es dann noch einmal richtig mystisch und teils auch irgendwie "abgespaced", wie man so schön sagt. Das gefällt mir dann auch nicht mehr so wirklich, aber geht gerade noch so in Ordnung. Trotzdem hätte hier eine Spur weniger Space Ambient besser getan.

Fazit:
Ein wirklich eigenwilliges Album, mit einem sehr eigenen - und gerade deshalb wahrscheinlich auch sehr gewöhnungsbedürftigen - Stil, den man entweder mag... oder auch nicht. Mit Black Metal hat das Resultat wie gesagt nicht sehr viel zu tun, dann eher mit rituellem Ambient, der mit Pagan-, Doom- und eben nur einem Hauch von BM-Einflüssen aufwartet. Der traditionelle Gesang gefällt mir allerdings sehr gut und trägt auch sehr viel zur Atmosphäre bei. Totalausfälle sind keine zu verzeichnen, wenn auch das Album in meinen Augen nach guten vier Songs gehörig nachlässt. Aber das ist ja immer noch über die Hälfte. Ohne die beiden letzten Songs, hätte das Album von meiner Seite aus eindeutig mehr Punkte verdient, aber so ist es halt wie es ist. So, oder zumindest so in der Art muss für mich Musik klingen, die sich dem Thema Natur und Kosmos verschrieben hat. Für Black Metal-Puritisten sicher nicht gedacht, dafür aber sicherlich für Leute interessant, die gerne einmal über die eng gesteckten Grenzen hinaus sehen.

7.5 / 10 Punkte

Sonntag, 21. Oktober 2012

Review: Hädanfärd - Vederstyggelsens Uppväckelse (LP, Afgrundsvisioner/Ancient Records)

Hädanfärd ist ein noch relativ junges Black Metal Projekt aus dem schwedischen Untergrund, welches mit vorliegender LP ihr erstes Mini-Album vorlegt.










Die 12'' Platte ist dabei nur einseitig bespielt und enthält neben dem Intro "En Fördold Ohelighet" vier Lieder. Das Intro ist ein akustisches Instrumental mit Natursamples, das dann auch nahtlos in den nächsten Song "Bevilja af Hans Oheliga Afgrundsmakt" übergeht, welcher in einem allseits beliebten Midtempo gehalten ist. Die Instrumente klingen dabei schon fast hymnisch und erhaben, der Gesang tut dann sein übriges zur Atmosphäre und man fühlt sich hier irgendwie an die deutschen Askuror in ihren besten Momenten erinnert. "I Skuggan af Kristus Rangliga Kors" ist etwas Schlagzeug-lastiger und erinnert instrumental gesehen dabei eher an Burzum zu seinen "Filosofem" Zeiten. Im letzten Drittel wird's dann etwas ruhiger, nur um dabei noch einmal einen richtig guten Übergang zu einer etwas schnelleren Gangart des Black Metal hinzulegen. "Svurna Förbannelser af Besvärtade Energier" hält dann auch durchaus okkulte Elemente wie den kurzen intrumentalen Sequenzen, in denen auch ein ritueller Gesang zum Einsatz kommt. "Ändlöshetens Helgedom" stellt dann einen letzten Bonus Song dar. Kurz und ganz im Stil des restlichen Albums vorgetragen.

Fazit:
Ein gutes Album aus dem schwedischen Underground, welches zwar nichts wirklich neues bietet, dafür aber das Gefühl der alten Tage gut einfängt und wieder aufleben lässt. Zumindest für eine Weile - denn sonderlich lang ist "Vederstyggelsens Uppväckelse" leider nicht ausgefallen, was sehr schade ist, denn davon hätte ich mir durchaus mehr anhören können.

8.5 / 10 Punkte

Review: EgoNoir - Fortuna Teil I (Velut Luna Statu Variabilis) (MC, Der neue Weg Productions)

Was sich bei einer Band von einer Veröffentlichung zur nächsten nicht alles verändern kann... das dachte ich mir jedenfalls auch beim betrachten des neuen EgoNoir Werkes "Fortuna I". Nicht nur, dass BinZynisch jetzt nicht mehr "BinZynisch" heißt sondern "JanuZ", nein auch die feste Besetzung besteht jetzt auch drei Leuten. Musikalisch hat sich allerdings nicht viel geändert. So zelebriert man immer noch experimentellen Black Metal. Soll heißen, hier finden sich auch Einflüsse aus Dark Ambient, Industrial und Neofolk. Und diesem eigenwilligen Stil ist man nun sich nun schon eigentlich seit der ersten Demo "Also starb Zarathustra" treu geblieben.



Wobei so wirklich durchgezogen, hatte man diesen erst auf dem Album "Der Pfad zum Fluss" - seitdem hat man seinen Stil glücklicher Weise stets immer etwas ausgearbeitet und weiter verfeinert. Nein, ein stumpfes Kopieren der eigenen Werke kann man diesem Projekt wohl kaum vorwerfen. Und all jenen, denen der Black Metal Anteil in den letzten Werken "A new philosophical thunder rise" und "Reste... (was vom Sturme übrig blieb)" zu gering ausfiel, kann ich beruhigt sagen: das hat sich ebenfalls geändert! "Wolfsherrin" vereint direkt einmal Elemente aller drei Stilkomponenten miteinander und zeigt gleich zu Anfang auf, zu was EgoNoir imstande sind. Das ganze könnte auch Mitte der 90er Jahre aufgenommen worden sein - passend dazu gibt's im letzten dritte ein echt fieses Oldschool Gitarrensolo zu hören. Die (guten alten) Darkthrone lassen grüßen. "Mondsängerin" wird insgesamt eine Spur langsamer vorgetragen, und auch hier werden sich Liebhaber des Mitt-90er-Black Metals vom Schlage Gehenna, Godkiller, Diabolical Masquarade, Opera IX usw. direkt heimisch fühlen. Eingängige Melodie, leichter Keyboard-Einsatz hier und da, mystischer Singsang. Dritter und (leider) auch schon letzter Song ist "Fortuna (Velut Luna Statu Variabilis)", der im Stil eines Ausklangs mit ambienten Klängen daherkommt, die mit Sprechgesang und klassischen Samples unterlegt wurden. Lang geworden, jedoch nicht zu lang. Alle, die dann wie ich, die Kassette noch durchlaufen lassen, anstatt sie nach der offiziellen Liederliste zu beenden, erwartet noch ein versteckter Bonus Song in Form des volkstümlichen Liedes "Hohe Tannen", dessen letzte Strophe (die allerdings auch erst in der Zeit des NS-Regimes hinzugefügt wurde) etwas umgedichtet wurde. Hier hat man dann auch das Statement der Band zum Thema NS. Das sollte dann auch der letzte Idiot verstanden haben.

Fazit:
Ein tolles Werk. Nicht nur, dass es mich freut, dass ich mal wieder etwas von EgoNoir zu hören bekomme - hier hat man auch gleich das im Vergleich beste Material bisher abgeliefert. Schade, dass die Freude doch relativ kurz ausfällt, wenngleich die drei Lieder auch allesamt Überlänge besitzen. Limitiert ist die Kassette auf 200 handnummerierte Exemplare.

8.5 / 10 Punkte

Review: Lebensessenz - Tage der Nostalgie (LP, Dunkelheit Produktionen)

Das neue, und bisher aufwendigste Album des Jungpianisten Newton Schner Jr., der unter dem Namen Lebensessenz nun schon eine ganze Weile aktiv ist und seine emotionale Klaviermusik (vor allem in seiner Heimat Brasilien wohl sehr erfolgreich) präsentiert, hört auf den Namen "Tage der Nostalgie".







Was auf den frühen Werken angedeutet wurde und auf dem Debüt letztlich präsentiert wurde, wird hier nun formvollendet weitergeführt. War "Tu, deorum hoinumque tyranne, Amor", das letzte Werk (welches bekanntlich ja auch schon unter Dunkelheit in Zusammenarbeit mit Self Mutilation Services veröffentlicht wurde) noch nicht voll ausgereift und wirkte teils noch etwas unbeholfen und plan- bzw. zusammenhanglos, so verhält es sich hier auf diesem zweiten Album anders. Der Name ist Programm und so durchzieht das Album und die einzelnen Stücke ein stetes Gefühl der Melancholie, Nostalgie, Traurigkeit und des Schwermuts. Genau so Gefühle wie Liebe, Sehnsucht und Romantik. Hier wird wirklich klar: Lebenessenz, das ist Musik zum träumen und zum zuhören. Die Seele baumeln lassen. Sich ganz auf die Musik einlassen. Am besten abends allein im stillen Kämmerlein bei Kerzenschein und einer Flasche guten Rotweins geniessen.

Fazit:
Bei "Tage der Nostalgie" wird klar, warum der Name des Projektes Lebensessenz lautet. Hier wird nämlich genau das vertont. Das Leben. In all seinen Fascetten, Farben und Gefühlsschwankungen. Bei den vereinzelt vorkommenden recht harmonisch klingenden Stücken, ist es kaum zu glauben, dass dieser Mann sich auch bevorzugt in der düsteren Musiklandschaft des Black Metal herumtreibt (Inmitten des Waldes, sowie diverse Gastauftritte z.B. bei Drowning The Light etc.). Ein wirklich emotionales Werk melancholischer Klavierkunst. Für alle, die mit so etwas anfangen können, gibt es von mir eine klare Empfehlung! Das Album kommt als auf 350 Stück limitierte schwarze LP, wovon die ersten 100 Exemplare in mintgrünem Vinyl kommen. Zudem gibt es exklusiv im Shop von Dunkelheit eine auf wenige Exemplare limitierte handsignierte CD-Version.

10 / 10 Punkte

Review: Sad - ...and His Minions Shall Eternally Reign (EP, Self Mutilation Services/Satanic Records/Dubbuk Records)














Die 7er "...and His Minions Shall Eternally Reign" der griechischen Band ist zwar auch nicht mehr das aktuellste der Band, gab es seit dem doch schon wieder zwei Split-Veröffentlichungen. Doch egal. Die Platte hält zwei Lieder bereit. Seite A "Dichotomy" und Seite B "Shallow Grave". Zu berichten gibt es über die beiden Songs nichts allzu besonderes, da sie in gewohnter Sad-Manier dargeboten werden, sprich eher im lower midtempo angesiedelt sind, und daher auch eher depressiv wirken. Bekanntlich handelt es sich bei der Band ja nicht um eine DSBM Band, so dass der Gesang verachtend und keifend vorgetragen wird, was gerade bei "Shallow Grave" eine sehr kalte Atmosphäre aufkommen lässt. Vor allem das letzte Drittel des Liedes gefällt mir sehr gut.

Fazit:
Bei 7'' EPs ist natürlich immer die Frage gegeben: braucht man das wirklich? In diesem Falle bin ich doch zwiegespalten, aber ich muss schon sagen, dass dies hier doch um einiges besser ist, als dieser ganze 0815-Dreck, der in letzter Zeit leider viel zu häufig veröffentlicht wird. Limitiert ist die Platte auf 300 Stück (wie bei S.M.S. üblich NICHT durchnummeriert).

7.5 / 10 Punkte

Dienstag, 2. Oktober 2012

Review: Kaos Sacramentum - Bloodcurse Stigmata (CD, Ancient Records)

Kaos Sacramentum, die zweite. Nachdem mich das "Avgrundens Konst" ja quasi umgehauen hat, kam ich natürlich nicht umhin mir auch den Nachfolger anzuhören.










"Bloodcurse Stigmata" schlägt dabei in die gleiche Kerbe wie das Zweitwerk der Band, wirkt insgesamt betrachtet aber eine Spur ausgereifter. Nach dem kurzen "Intro" legt man auch gleich in Form von "One With The Beast" ordentlich los und entfacht einen regelrechten Sturm. Genial diese peitschenden Drums. Die Produktion ist auch hier wieder hervorragend für ein Werk aus dem Underground. "Bloodcurse Stigmata" hat ein sehr geiles Gitarrenspiel inne. Hier wird bis auf einige Breaks und Tempowechsel durchgehend gebrettert, das es eine Freude ist. Das beste: die Band kann ihr Niveau konstant oben halten. Mein persönliches Highlight des Albums "Infernal Assignment" - hier wird noch einmal richtig- und durchgehend gemetzelt, was dank der knapp 3 1/2 Minuten Spielzeit auch nicht zur Langeweile verkommt - leider war das auch schon der letzte wirkliche Song des Albums. Es folgt mit "Prayer Of Destruction" ein kurzes instrumentales Outro und beendet ist der Spuk.

Fazit:
Alle Achtung für dieses Werk. Allerdings ist die Musik an sich auf diesem Album nicht ganz das selbe, wie auf "Avgrundens Konst". Zur Mitte hin lässt die Euphorie doch etwas nach, bis man zum Ende hin doch noch einiges geboten bekommt. Was jetzt nicht heißen soll, dass das hier dargebotene schlecht ist - es ist immer noch besser als 95 % der aktuellen Veröffentlichungen, die ich in jüngerer Zeit gehört habe.

9.0 / 10 Punkte

Review: Kaos Sacramentum - Avgrundens Konst (CD, Ancient Records)

Kaos Sacramentum... noch nie zuvor gehört. Just heute erreichte mich ein Paket aus Schweden mit allerlei nationalem Underground. Darunter halt auch diese 3-köpfige Band. Was zelebriert wird? Natürlich Black Metal. Und zwar in seiner reinsten Form. Hasstriaden, Gitrarre und Bolzwerk. Warum die Idee der Grundessenz immer noch zündet und es einfach nur verdammt geil ist, dieser Band zu lauschen, lest ihr nun im folgenden...





Das zweite Album von Kaos Sacramentum nennt sich "Avgrundens Konst", was soviel heißt wie etwa - ach schaut euch die Wörter an, und übersetzt sie einfach (so schwer dürfte die Ableitung vom Deutschen ja nicht sein).

Kommen wir zur Musik. Die ist durchaus hörenswert und für eine Produktion aus dem Underground recht kraft- und druckvoll. Der Stil lässt sich schwer beschreiben, da man recht viele Fascetten des Black Metal in seiner Musik einarbeitet. Sprich: dieses Album ist erfreulicher Weise einfach mal wieder "nur" Black Metal. Sonst nichts. Kein Keyboard. Keine schwule Emo-Stimme. Kein Frauen- oder Knabenchor. Keine Samples. Nichts. Nur die reine Musik. Und das funktioniert wunderbar! Instrumental betrachtet bewegt man sich dabei zumeist im rhythmischen Midtempo, generiert sich aber nicht, auch mal ein paar Gänge zuzulegen. Typisch nordisch klingt das ganze dann schon irgendwie, so erinnert es mich passagenweise an frühere Marduk oder Horna oder an aktuellere Sachen wie Satanic Warmaster (wenn S.W. das mit dem Keyboard sein lässt... wenn man diesen Vergleich heran ziehen will, sei das Album "Opferblut" genannt), aber auch die Niederländer Zwartplaag und die Amis Inquisition könnte man durchaus als Vergleich anführen. Die letztgenannten vor allem deshalb, weil es Kaos Sacramentum ähnlich gut verstehen, wahre Hymnen der schwarzen Kunst zu erschaffen und durchaus auch die gekonnten Wechsel innerhalb der Lieder draufhaben, für die man Inquisition so schätzt. Auch ein gewisser Hang zum Okkulten hört man der Musik an, so dass der Vergleich zu meinen bevorzugten Griechen von Acherontas auch nicht ganz abwegig scheint... vor allem vom Rhythmus und Geschwindigkeit der Lieder her ist dieser Vergleich sehr deutlich. Aber nun genug der Vergleiche - schließlich handelt es sich bei Kaos Sacramentum weit mehr als einen bloßen Klon von anderen Bands. Aussetzer auf dem Album gibt es keine, die Scheibe ist an einem Stück gut hörbar, da keines der Lieder wirklich zu lang ist, wenn "Livsbundna Kedjor" auch an die 11 Minuten geht. Aber was hier musikalisch geboten wird, ist 1A Black Metal Tonkunst, weshalb es auch zu keiner Sekunde langweilig wird.

Fazit:
Dass mich Schweden noch einmal so überzeugen können, hatte ich ja nicht gedacht. Bis ich dieses Album hörte. "Avgrundens Konst" hat einfach alles, was ein gutes Black Metal Album ausmacht. Gewalt, Hass, Schnelligkeit, Rhythmus, Hang zum Okkulten. Besser geht es kaum. Von mir eine unbedingte Kaufempfehlung!

9.5 / 10 Punkte

Montag, 1. Oktober 2012

Review: Frostgrim - Hasserben (Digitaler Download, Eigenproduktion)

Beim stöbern in den Unweiten des Internets bin ich heute mehr durch Zufall über das Album "Hasserben" der deutschen Black Metal Kombo Frostgrim gestolpert. Im Gegensatz zu manch anderen Sachen, die in jüngerer Zeit aus dem deutschen Underground hervorgekrochen sind, ist dies hier durchaus als "hörenswert" zu bezeichnen.







Das Album hat acht Lieder zum Inhalt, und weist dabei eine Länge von guten 30 Minuten auf. Nach einem Sample-Intro, an dessen Ende Schüsse fallen (hrhr, das erinnert mich doch immer unweigerlich an den Herrn Wagner), geht es auch gleich über in den ersten Bolzer "Gottesgeißeln". Einem wahrhaftem Hammer. Druckvolle Produktion, allerdings nicht zu klar und nicht zu seicht. Brutalität und gleichzeitige Erhabenheit kommen hier zum tragen. Und auch lässt mich hier schon das Gefühl nicht los, die Stimme zu kennen... weiter geht's mit "Inferno", der durchaus in die gleiche Kerbe schlägt, jedoch einige nette Tempowechsel und Breaks inne hat. Der Titelsong gibt dann wieder Vollgas. Leider sind die Texte kaum bis gar nicht verständlich. "Wintersturm" kommt mit ganz leichtem Death-Einfluss daher. Das bringt noch einmal Abwechslung ins Geschehen. "Totenheer" und "Black Winged Chaos" sind dann wieder brachiale Black Metal-Bolzer, die jedoch auch die Melodie nicht außer Acht lassen. Ganz im instrumentalen Stil von neueren Bands wie Silberbach, Imperium Dekadenz etc.

Fazit:
Ihr solltet euch, wenn ihr es noch nicht kennen solltet, das Album unbedingt zulegen - es lohnt sich wirklich. Zumindest für alle, die auch melodischem Black Metal (OHNE Keys wohlgemerkt!) nicht abgeneigt sind. Zudem ist dieses Album Zeugnis der Arbeit N.K.'s und T.S.', die seit der Auflösung von Frostgrim mit der Band Der Weg einer Freiheit am Start sind. Die dürfte dann auch schon etwas bekannter sein. Da weiß man auch gleich wieder, wo man diesen Gesang schon einmal gehört hat. Der offizielle Download-Link ist offline, jedoch sollte man bei youtube oder bei intensiven Recherchen im Netz fündig werden.

8.5 / 10 Punkte

Review: Pig Hunt (Blu-ray, Splendid Black Edition, Uncut)

Nachdem #013 "Driven To Kill" der Black Edition für meinen Blog nicht - wie einige Titel der Reihe - relevant ist, und ich ohnehin nichts Gutes über den Streifen sagen könnte, dachte ich mir, ich überspringe ihn doch einfach. Nein, sehr geehrter Mr. Seagal, ihre Tage sind mal sowas von vorüber.
Widmen wir uns also der #014 "Pig Hunt", der zwar schon einmal als Uncut-Fassung in Deutschland veröffentlicht wurde, hier jedoch erneut innerhalb der Black Edition mit neuem Cover released wurde.





Worum es geht? Die Handlung lässt sich eigentlich schnell in ein paar Sätzen herunterleiern, denn so spannend sie ist, so banal ist sie auch. Das mit der Spannung war im übrigen ein Witz. Kein guter, aber immerhin. Also, es geht los. Naiver Torpfkopf schnappt sich seine Freundin und ein paar Kumpels und unternimmt mit ihnen einen Ausflug in die Wildnis zu der Ranch seines kürzlich verstorbenen Onkels. Dabei (wie könnte es bei Splatter-Comedys aus Amiland anders sein) treffen sie auf allerlei freakige Hinterwäldler, grasanbauende Hippies und... ein mächtig angepisstes Riesenwildschwein. Angepisst wäre ich allerdings auch, wenn ich hätte gegen meinen Willen in diesem Film mitspielen müssen. Natürlich handelt es sich hier um kein richtiges Wildschwein... das sieht man leider auch zu deutlich in den Nah- und besonders in den Totalaufnahmen. Autsch!

Trotzdem... Pig Hunt macht auf eine sinnentleerte, makabre Weise wirklich Spaß. Wahrscheinlich muss man schon einen gewissen Hang zum Sadismus haben und Brain/Mindfucking als angenehm empfinden, um diesen Schwachsinn an einem Stück zu ertragen. Auf jeden Fall sollte man seinen besten Kumpel neben sich sitzen haben und reichlich Alkohol in greifbarer Nähe bei sich haben. Und die Hirnaktivität sollte sowieso gen 0 geschaltet werden. Doch, dann kann "Pig Hunt" durchaus Spaß machen und unterhalten. Bei der FSK 18 ist natürlich mal wieder ordentlich geschnibbelt worden: rund 1 1/2 Minuten fehlen! Natürlich überhaupt nicht zu empfehlen, da die, wenn auch nur spärlich und nicht sonderlich überwältigenden Splatter-Effekte fast gänzlich fehlen. Und die stellen bei so einer Art von Film halt immer die Highlights dar. Also legt euch die am besten Black Edition mit leichter JK zu, schaltet das Hirn aus, nehmt das Bier zur Hand und geniesst das Spektakel!

7.0 / 10 Punkte

Review: Nightbringer & Acherontas - The Ruins Of Edom (LP, Agonia Records)

Seit einiger Zeit in meinem Besitz befindet sich auch die aktuelle Split der beiden okkulten Black Metal Vereinigungen Nightbringer und Acherontas. Mir liegt zudem die auf 300 Stück limitierte LP-Version vor, von denen die 50 ersten im blauen Vinyl kommen. Egal, bei so einem edlen Stück ist man schon mit schwarzem Vinyl zufrieden.







Beginnen wir mit der Seite NIGHTBRINGER. Die Band aus Amiland steuert vier Songs, mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 16 1/2 Minuten bei. Schon einmal nicht schlecht. Und schon am Anfang wird klar: das hier wird richtig... böse. Anders mag man es gar nicht beschreiben. "Ingress (The Gates Of Edom)" stellt ein ambientes Instrumental dar und könnte glatt aus dem Soundtrack von Filmen wie Hellraiser entnommen sein. "Mare" beginnt, und fegt alles hinweg, was ihm im Wege steht. Rasend, aber doch hymnisch, von epischem Okkultismus getragen. Musik um den Weltuntergang herauf zu beschwören. "The Grave-Earth's Son" steht dem in nichts nach. Wobei der Song dann doch nicht sooo extrem gitarrenlastig ist und eher rein im Midtempo anzusiedeln ist. Den Ausklang verkündet "Egress (Rebirth From The Ruins)". Wahrlich hat man hier nach Beendigung des Rituals nichts weiter als Ruinen hinterlassen. Das interessante ist, dass die Songs kaum Übergänge zu einander besitzen, wodurch der Eindruck eines einzigen langen Liedes entsteht. Ein Ritual, von Anfang bis Ende.

Seite ACHERONTAS hält dann die letzten beiden Stücke bereit, die die besagte Band aus Griechenland zum besten gibt. Acherontas sind ja gar nicht so ein neues Phänomen, wie manche ja gerne behaupten. Eigentlich kann die Gruppe als Nachfolger der 2007 aufgelösten Formation Stutthof angesehen werden, die ihr Schaffen ja mehr oder weniger als mystische NSBM-Band begannen, sich aber immer mehr dem rein Okkulten und dem Mythischen widmeten. Wie dem auch sei: mit "Layil" und "Reverence for the Scarlet Goddess" bietet man zwei neue Lieder, wovon das letzte lediglich ein Ambient-Stück mit rituellem Sprechgesang darstellt - als Rausschmeißer gut gewählt. "Layil" bietet dagegen Black Metal direkt in die Fresse, ohne Umschweife geht es direkt nach vorne. Es gibt hier und da aber schon auch einige Tempowechsel, wo es dann etwas gen Midtempo geht, auch der sehr gute Wechsel bei 2:18/2:19 ist sehr gut, was folgt erinnert einen an ältere Stücke wie Stutthof's "Wampyric Metamorphosis", dann nach gut einer Minuten ein erneuter Wechsel, es geht wieder gen Midtempo... zum Schluß wird das Ganze durch einen Akustikpart beendet... man merkt, dass sich die Band hier sehr bemüht hat, das ganze abwechslungsreich zu gestalten. Das jedoch wird vielleicht auch einige abschrecken, da der Song dadurch nicht gerade leicht zugänglich ist und auch nicht gleich ins Ohr geht. Man sollte sich schon darauf einlassen. Aber das setze ich bei interessierten Hörern diesen Bands ohnehin voraus.

Fazit:
Nightbringer sind absolut top. Etwas anderes fällt mir dazu einfach nicht mehr ein. Acherontas ebenso - auch wenn "Layil" seine Zeit braucht, um zu zünden. Von den Griechen hätte ich mir überdies auch noch einen ruhig einen weiteren Song gewünscht - denn gerade mal ein richtiges Lied und ein Ambient-Stück (auch wenn's mit Gesang ist) ist doch eher wenig in der Präsentation. Andererseits auch verständlich, denn ein weiterer 8-9 Minüter hätte sicherlich nicht mehr auf die Platte gepasst.

9.0 / 10 Punkte