Samstag, 26. November 2011

Preview: Sale Freux - La Mélancolie des Pennes (MC, Selbstmord Kommando)

Im Dezember diesen Jahres wird es endlich veröffentlicht werden. Die Sprache ist hier natürlich von oben genanntem Album "La Mélancolie des Pennes" der französischen Ein-Mann-Band Sale Freux. Mastermind Dunkel präsentiert dem geneigten Hörer hier das zweite Werk seiner Band, und kann das hohe Niveau, welches er sich mit dem Debüt gesetzt hat, locker halten. Das Werk bietet sogar einige Überraschungen.







So fällt zunächst der Stilwechsel auf... war das Debüt noch durchzogen von einem nicht zu leugnenden Gefühl der Naturverbundenheit, verhält es sich hier doch anders. Sicher - Akustik-Gitarren finden auch hier Verwendung, und das mehr als einmal, aber die Grundatmosphäre ist eine völlig andere. "La Mélancolie des Pennes" scheint tiefer zu gehen. Es ist, wie der Name schon verrät gefühlvoller, leidenschaftlicher, persönlicher. Man lauscht den Klängen, und hat den Eindruck einer sterbenden Seele in ihrem Todeskampf zu zuhören. Übrigens bedeutet der Bandname ins Deutsche übersetzt nicht viel mehr als etwa 'Dreckige Krähe'. Ein besserer Name in Verbindung mit der dargebotenen Musik hätte man wirklich nicht wählen können. Die Musik an sich scheint direkt aus den frühen 90ern Jahren der französischen Black Metal Szene entsprungen zu sein - und doch klingt sie erfreulich unverbraucht. So stellt der hier zelebrierte Black Metal wirklich die Essenz all dessen dar, was ich unter dieser Musik verstehe - Aggressivät, Räudigkeit, Krankheit, Melancholie, Schmerz, Kälte und Hass. Auch wurden in einigen Liedern schwere Streichinstrumente verwendet, die allerdings bewusst dezent im Hintergrund gehalten wurden, und so nur diese drückende, nebelverhangene, düstere Atmosphäre noch mehr unterstreichen. Besonders zum Tragen kommt das in den Songs "Insomnia" und "Averse de Plumes".

Fazit:
Im Vergleich zum ersten Album "Subterranus" ist das neue, hoffentlich baldig kommende, Werk von Sale Freux düsterer und melancholischer ausgefallen. Ein depressiver Black Metal-Klangteppich, mit einer wunderbaren Atmosphäre, die man allerdings erst wirklich auf sich wirken lassen muss. So hat mich das Album schon zwei, drei Durchläufe gekostet, um auf mich seine ganze Essenz zu entfalten - so zeigen sich einem doch erst nach mehr als einmaligem Hören verschiedene Details, wie die erwähnten verwendeten Streicher. Doch die Mühe hat sich definitiv gelohnt. Ein mehr als überzeugendes Machwerk, und wenn das Debüt in meinen Augen schon gut war, dann ist das hier einfach nur grandios! Release ist wie eingangs schon erwähnt im Dezember, ein genauer Termin steht aber noch nicht fest. Für Anfragen meldet euch beim Label unter http://sk-produktionen.blogspot.com.

10 / 10 Punkte

Sonntag, 20. November 2011

Review: Miro Klavier - Der Klang der Natur (CD, Eigenproduktion)

Hinter dem klassischen Piano-Musik-Projekt Miro Klavier steckt, ähnlich wie im Falle dem brasilianischen Klassik-Projekt Lebensessenz, jemand, der eigentlich im Metal beheimatet ist. So hat der Solo-Musiker auch das noch relativ junge Dark Metal-Projekt Stories of a dark soul, bei dem er die Stile des Black und Death Metals mit leichtem Ambient und primitivem Folk-Einfluss mischt.




Doch genug davon. Schließlich soll es hier um Miro Klavier gehen. Und mit diesem präsentiert Miro Lange dem geneigten Hörer Klassik auf... wer hätte es gedacht... dem Klavier. Wie der Name halt schon vermuten lässt. Dabei kommt allerdings kein "richtiges" Klavier/Piano zum Einsatz, sondern eher ein gutes Keyboard mit Piano-Funktion. Das erinnert dann schon wieder eher an Projekte wie Penitent, die ja sogar dem Maestro Beethoven ein gesamtes Album widmeten... apropos Beethoven: "Der Klang der Natur" klingt stellenweise so friedvoll und harmonisch, dass ich unweigerlich an Werke des großen Mannes, wie etwa "Ode an die Freude", denken muss. Durch das verwendete Keyboard offenbaren sich aber natürlich auch Möglichkeiten jenseits der Piano-Klassik... so werden auch einige Aspekte aus dem Ambient verwendet, was natürlich in keinsterweise an Sachen wie Vinterriket heranreicht, aber die Vorbilder zumindest erahnen lässt.

Fazit:
Ein recht schönes, wenn auch sehr kurzes Machwerk klassischer Keyboard-Musik. Miro versteht es mit seiner Musik auf jeden Fall verschiedene Stimmungen einzufangen, die für "Natur" stehen. Kein Wunder also, dass es hier doch eher recht harmonisch zur Sache geht. Allerdings birgen die Lieder auch eine gewisse Sehnsucht in sich, wie mir scheint. Vielleicht die Sehnsucht nach dem Einswerden mit der Natur.

7.0 / 10 Punkte

Nostalgie-Review: Amorphis - The Karelian Isthmus (CD, Relapse Records/Nuclear Blast)

Damit zu Anfang nicht direkt Missverständnisse aufkommen: das erste Album der finnischen Band Amorphis kam damals über das Label Relapse raus, wurde von Nuclear Blast aber für den europäischen Raum lizenziert. Deshalb finden sich halt auch beide Label-Logos auf dem Inlay.








Auf ihren ersten Werken huldigten Amorphis noch dem etwas melodischen Death Metal, benutzten jedoch auch sehr viele Oldschool-Elemente. Aber nicht nur Death Metal fand sich zu der Zeit in ihrer Musik - auch progressive Momente (man nehme da Lied 5 "Black Embrace") sowie Anleihen an die Düsternis des Doom Metal (besonders erwähnenswert in der Hinsicht ist Lied 4 "Warriors Trial"), und einige Chorsamples waren enthalten.
So stellt für mich das erste Album aus dem Jahr 1992 (1993 europaweiter Release-Start) auch gleichzeitig das eindeutig beste Werk der Band dar, auch wenn das nicht minder schlechte Nachfolge-Album "Tales from The Thousand Lakes" durchaus dem Debüt gerecht wird, jedoch auch nichts wirklich neues zum Erstlingswerk zu bieten hatte - die Härte hatte dort sogar etwas nachgelassen und es wurde melodischer. Im Grunde aber definiert sich die Band für mich nur durch ihre ersten beiden Alben, sowie ihrer Demo und den beiden EP's. Letztgenannte wurden im Zuge der Wiederveröffentlichungen der beiden ersten Alben übrigens als Bonustracks beigelegt. Über eine genaue Limitierung weiß ich zwar nichts, aber die Tatsache, dass man die Alben samt EP's neu auflegte, lässt ja vermuten, dass sie in ihren Erstauflagen kaum noch zu ergattern sein werden. Ich habe sie bisher auch nur bei wenigen Gelegenheiten im Second-Hand-Plattenladen oder auf Börsen gesichtet. Wenn ihr also mal die Gelegenheit haben solltet, die Erstauflagen zu ergattern, dann ergreift sie - lohnen tut es sich alle Mal!

Freitag, 18. November 2011

Review: Moloch - Der Schein des schwärzesten Schnees (CD, Sabbathid Records)

Das einstmalige Phänomen Moloch aus der Ukraine scheint sich mit der Zeit immer mehr zu einem sich immer mehr ausbreitendem Geschwür zu entwickeln, was man einfach nicht mehr loszuwerden scheint. Allein dieses Jahr erschienen (bisher) drei Alben... dazu muss man nichts mehr sagen. Doch muss ich zugeben, dass mit dieser Scheibe eins der interessantesten Werke von Moloch veröffentlicht wurde, die ich seit der Split mit Glass Coffin zu hören bekommen habe.




Teilweise hört sich das Album schon an wie die Zwischenstücke auf der ersten Fäulnis "Cholerik"... das beziehe ich hier auf den "Gesang" sowie die Musik, die teils auch in ambientartige Gefilde abdriftet, jedoch nicht so sehr wie auf anderen Alben der Band. Hier steht eindeutig der Black Metal im Vordergrund, der zwar meist hoffnungslos übersteuert ist ("Philosophie der Depression"), und so an Sachen wie etwas Striborg erinnert, aber trotzdem recht interessant klingt. Es gibt einerseits diesen klagenden Schreigesang, Klargesang und das ein oder andere Sample zu hören. "Winterliche Teilnahmslosigkeit" stellt für mich ein Highlight auf der CD dar. Der geht allerdings lediglich knapp über eine Miute und ist auch nur instrumental. "Ein Teil meiner Essenz wird hier immer verweilen" möchte ich auch noch besonders hervorheben, da er wirklich burzum'deske Sphären annimmt und eine unglaubliche Atmosphäre besitzt.

Fazit:
Kein besonderes Album, auch wenn es mit eines der besten neueren Werke Moloch's darstellt. Ab Lied sieben wird die CD eigentlich erst richtig interessant, der letzte Track, ein über 15-minütiges Ambient-Stück, macht da aber wieder vieles zunichte - es ist zwar atmosphärisch sehr gut, aber wer sich das wirklich an einem Stück anhört, muss schon starke Nerven haben, da sich hier auch nicht sehr viel tut. Achso, und zum Abschluss gibt es sogar noch ein Video auf der CD zum Song "Philosophie der Depression"... naja, es ist halt standard, aber es gibt peinlichere Sachen.

6.0 / 10 Punkte

Review: Mordhell - Suffer in Hell (CD, Pagan Records)

Achtung! Die geisteskranken Polen von Mordhell sind wieder unterwegs. Nach drei Jahren des Wartens meldet man sich nun unverhofft mit dem aktuellen Album "Suffer in Hell" zurück. Rotzig und dreckig wie eh und je...









Als ich das erste Mal 2006 von der Band hörte, in Form ihrer EP "Cut yourself and die!!!" und der Split mit Buxen und Aifur, die die gesamte EP "Suicide Blood" enthielt, kam mir spontan eine bereits ältere norwegische Band in den Sinn: Carpathian Forest. Aber mal ehrlich, wer müsste bei so illustren Titeln wie "Alcoholic Titfuckblast", "Graveyard Fuck", "You are my fucking Pornostar", "Shit Blood and Metal Black" oder "Princess-Faeces" nicht an die offensichtlichen Vorbilder aus Norwegen denken?! Genau so ist auch der Stil der Band... rotziger Black 'n' Roll, der auch keinem wirklich weh tut, da die Songs mit Längen zwischen zwei - fünf Minuten recht kurz aber passend gehalten sind. So ist wenigstens sicher gestellt, dass hier nichts unnötig in die Länge gezogen wird. Auch erinnern mich die Mannen an Sachen wie Heretic, als sie noch gut waren, oder Ungod. Ich muss der Band aber auch zugestehen, dass sie sich qualitativ durchaus steigern konnten, und mittlerweile nach mehr als einer bloßen Kopie klingen, da sie es endlich auch schaffen, eine gehörige Portion des typischen osteuropäischen Stils reinzubringen.

Fazit:
Eine Scheibe, die definitiv ihre Anhängerschaft bei den Oldschool Veteranen finden wird. Ich bin auf jeden Fall dabei - auch wenn das Album jetzt nichts besonderes in dem Sinne darstellt. Es ist eher etwas für einen feuchtfröhlichen Abend mit ein paar Brüdern und diversen Kisten Bier. Live bestimmt auch recht amüsant.

7.5 / 10 Punkte

Review: Menneskerhat - Blut und Eisen (CD, Hammerbund)

Die non-p.c. Black Metal-Band aus Österreich hat sich ja jetzt auch schon seit längerer Zeit nach gerade einmal drei Demos (von denen zwei nahezu identisch waren von der Songliste her) und zwei Split-Veröffentlichungen mit Totenburg und Permafrost sowie Annihilation 666 aufgelöst. Quasi als letzte Ehrerbietung veröffentlichte die Schmiede Hammerbund nun diese Best Of-CD.






Enthalten sind auf diesem Album alle Songs von Menneskerhat ab der "Der Weg zum Galgen" Demo, also auch die Aufnahmen der beiden Splits, sowie der Beitrag "Death from the forest" von einer Absurd-Tribut Scheibe und der Song "Blut und Eisen", welcher exklusiv für die Tape-Version der Demo gemacht wurde. Auf Grund dieser Tatsache schwankt die Qualität der Aufnahmen auch enorm, da man die verschiedenen Songs auch nicht normalisiert hat. Trotzdem ein würdiges Denkmal für die Band, bei dem besonders die Beiträge zur Split mit Totenburg hervorstechen, wobei die letzten beiden Lieder von der Split mit Permafrost und Annihilation666 auch nicht zu verachten sind, und an eine melodischere Variante von alten Beherit erinnern.

Fazit:
Schade um dieses Projekt, stellte es doch für mich immer eine der besseren, sagen wir mal politisch nicht korrekten Bands dar. Limitiert ist diese Best Of auf 333 Exemplare, wobei die ersten 100 Stück als handnummerierte Digi daher kommen, und zusätzlich ein Poster enthalten.

8.0 / 10 Punkte

Review: Voluntaria & Trauer - Wintersturm Split (CD, Nocturnal Empire)

Mal wieder Depressive Black Metal... diesmal handelt es sich um ein Split-Release zweier deutscher Underground Bands der gehobeneren Sorte. Voluntaria sagten mir vorher zwar absolut überhaupt nichts, und die Tatsache, dass sie bei S.M.S veröffentlichen macht sie nicht gerade zum Vorzeigeprodukt, aber doch bin ich angenehm überrascht. Trauer werden die einen oder anderen ja bereits kennen (vor allem vielleicht von der Split mit Leichenstätte, Balnasar und Frozen Burial). Wenn nicht, wird man die Musik von Neideck vielleicht von seinen anderen Projekten her kennen, wie etwa Todessehnsucht oder Todeskult.


Fangen wir bei Voluntaria an, die die ersten drei Songs beisteuern, wobei der erste schon eine beachtliche Länge von rund 13 Minuten aufweist. Eingeleitet wird "Nichtig" durch ein meiner Meinung nach viel zu langes Klavier-Intro, zu dem sich hinterher auch en Schlagzeug gesellt. Dann fängt die eigentliche Musik an. Langgezogenes Gitarrenrauschen, langsame Drums samt Bass... nichts neues auf dem Sektor. Der Gesang setzt dann zur fünften Minute ein - der aber in der Hinsicht überrascht, dass er wirklich nach Black Metal klingt. Großes Lob also an die Herren. Wirklich interessant wird das Lied aber erst in der achten bis neunten Minuten, wo es dann mal etwas schneller zur Sache geht und man zeigt, dass man auch wirklich seine Instrumente beherrscht. Der nächste Song "Leere" gefällt mir da von Anfang an schon etwas besser. Verzerrte, rauschende Gitarren, die nicht zu langsam gespielt sind, aber auch nicht übermäßig schnell, genau wie die Drums. Der Song lässt wirklich eine gewisse Melancholie hochkommen - gefällt mir sehr! Schließlich verabschieden sich Voluntaria mit einem Klavier-Outro, welches aber glücklicherweise nicht so lang ist, wie das Intro beim einleitenden Stück.

Kommen wir zu Trauer. Von der Band stammen die letzten beiden Lieder "Durch diese kalte Stille" und "Verloren". Wobei mir hier der erste Song eindeutig besser gefällt. Erinnert er in Sachen Atmosphäre doch an düstere Werke von Burzum oder Nargaroth. Beim zweiten Song wurde der Gesang leider total verhunzt, sorry.

Fazit:
Eine Split, die man haben kann, aber auch nicht unbedingt besitzen muss. Wobei ich von Voluntaria angenehm überrascht bin, auch wenn sie mich jetzt nicht gerade in Euphorie versetzen - aber die Musik geht in Ordnung, vor allem im direkten Vergleich zu anderen Genre-Kollegen. Von Trauer bin ich etwas enttäuscht, während der erste Song richtig gut ist, lässt die Qualität schlagartig mit dem zweiten ab, was wirklich schade ist.

6.5 / 10 Punkte

Review: Nocte Obducta - Verderbnis - der Schnitter kratzt an jeder Tür (CD, MDD)

Das Label MDD ist ja eher für Death Metal und/oder Grind-Releases bekannt. Trotzdem tummeln sich da doch einige mehr oder weniger hörenswerte und interessante Black Metal-Truppen. Zu diesen dürfen sich jetzt auch neuerdings Nocte Obducta zählen - denn das aktuelle Album der wiedergeborenen Band "Verderbnis - der Schnitter kratzt an jeder Tür" erschien ebenfalls über dieses Label.






Satte fünf Jahre war das Schicksal der Black Metal-Kombo aus Mainz ungewiss, und auf Grund der Gründung diverser Projekte (ehemaliger) Mitglieder, sah es auch fast so aus, als wäre es für Nocte Obducta vorbei. Nun sind sie wieder da, mit alten und neuen Gesichtern - musikalisch betrachtet aber im wohlbekannten Gewand. So präsentieren hier die Mannen um Marcel va. Traumschänder das bisher stärkste Nocte Obducta-Album seit dem großartigen zweiten Werk "Taverne (in Schatten schäbiger Spelunken)" oder dem "Galgendämmerung - Von Nebel, Blut und Totgeburten".  Zwar werden hier nicht gänzlich die Wildheit dieser Alben eingefangen, immerhin hat man sich mit der Zeit auch weiterentwickelt, doch in Sachen Atmosphäre kommt es ihnen schon recht nahe. Der Gesang ist teilweise zwar gewöhnungsbedürftig, schallt er auch oft mehr brüllend und gröllend aus den Boxen, so dass sich das ganze dann eher nach aggressivem Rock anhört, denn nach Black Metal, aber das soll der Sache keinen allzu großen Abbruch tun. Anspieltipps meinerseits wären "Schweißnebel", "Niemals gelebt" und "Wenn ihr die Sterne seht".

Fazit:
Ich freue mich, mal wieder etwas von Nocte Obducta zu hören. Vor allem freut es mich, dass sie offensichtlich zu alter Stärke zurückgefunden haben, denn die letzten Veröffentlichungen waren zwar musikalisch gut, aber langweilig... man hat ihnen angemerkt, dass irgendwie die Luft raus war - es fehlte an Seele. Das scheint sich mit "Verderbnis" erledigt zu haben. Wenn es so bleibt, werde ich diese Band wohl wieder ins Auge fassen.

8.5 / 10 Punkte

Dienstag, 15. November 2011

Review: Triebtat - Der Weg in die Depression (CD, Runenstein Records - 2011)

Aus dem Hause Runenstein stammt diese Demo in Pro-CDr-Format. Gut, mal wieder eine depressive Suizid Black Metal Band aus Deutschland... soweit nichts neues also. Das Duo, welches sich aus Fäulnis (u.a. Todessucht, Faulen oder die vor kurzem reviewten Grauzeit) und IRA (Misanthrop) zusammensetzt, versteht es aber doch schon einiges an wirklich depressiver Atmosphäre aufzubauen.






"Leben = Leid", der erste Song nach dem Intro gefällt mir schon ganz gut, eher langsam, mit einer traurigen Melodie und sogar Streicher-Samples. Sogar der Gesang geht hier in Ordnung - immerhin ein Beweis dafür, dass der Sänger auch anders kann. Er ist zwar nicht besonders, typisch für DSBM, aber erträglich und nicht so pseudo-verzweifelt krächzend. Der zweite Song ist mir persönlich etwas zu langgezogen, es passiert nicht wirklich viel - aber die zweite Hälfte ist richtig gut, da hier auch mal schneller zu Werke gegangen wird. Etwas mehr davon hätte dem nächsten Song bestimmt auch sehr gut getan, bei welchem ich aber die auch die Akustikpassage mit den Samples (Chor) zum Mittelteil hin, die sich dann auch bis zum Ende hin durchzieht, sehr gelungen finde. "Asphyxie" fängt harmlos an, kommt etwas polternd daher, wird zum Ende hin aber richtig fies. "Borderline" hat Ähnlichkeiten mit dem Song "Depression" von Permafrost's Erstling "Pervers & Geisteskrank", was mir außerordentlich gefällt, jedoch kann er das Niveau nicht auf Dauer halten. Es folgt ein kurzes Outro und fertig.

Fazit:
Doch, das hier kann man sich definitiv schonmal anhören - vorausgesetzt natürlich, dass man für die Art Black Metal überhaupt was übrig hat. Triebtat stellen jetzt zwar keine Band dar, die man unbedingt einmal gehört haben muss, dafür ist ihre Musik einfach zu gewöhnlich, aber es ist doch ein kleiner Funke, der sie für mich vom Einheitsbrei abhebt... ich komme nur noch nicht genau darauf, was das ist. Wer die CD sein Eigen nennen möchte, dem sei der Kontakt zu Runenstein Records nahegelegt: runensteinrecords.blogspot.com. Limitiert auf 100 handnummerierte Exemplare.

5.5 / 10 Punkte

Review: Oranssi Pazuzu - Kosmonument (CD, Spinefarm Records)

Ja Mann... da denkt man doch, nach Woods of Infinity (dem letzten Review) kann es nicht mehr obskurer werden, und schon wird man hier in Form der Band Oranssi Pazuzu aus Finnland eines besseren belehrt. Psychedelischer Black Metal sag ich nur. Und das ist mal keine angekündigte Untertreibung des Labels. Das hier ist wirklich kranker Hörgenuss.






Man stelle sich eine Mixtur aus 60/70er Psychedelic Rock und Inquisition vor. Dann hat man in etwa eine Vorstellung, wie diese Band klingt (die im Gegensatz zu Inquisition aus fünf Leuten besteht). Verzerrte Klänge, traumwandlerische Melodiesphären, ein drogengeschwängerter Farbwirbel aus Grau, weiß und schwarz. Der Band gelingt es wirklich diese beiden, eigentlich grundverschiedenen Genres perfekt zu vereinen, so dass man auch nicht den Eindruck hat, zweier Stile zu lauschen, die so gar nicht zusammen passen. Dabei entsteht eine sehr dichte, zumeist drückende und eher depressive, aber auch eine sehr rituelle Atmosphäre. Der keifende und kehlige Gesang passt dann noch wie die berühmte Faust auf's Auge. Es stört mich hier sogar nicht weiter, dass man insbesondere mit dem vierten Song einige Industrial-Einflüsse aufweist. Diese finden sich in einigen Songs wieder, aber hier doch besonders. Auch das obligatorische Ambient-Zwischenstück fällt da nicht weiter aus dem Rahmen, ist es mit knappen vier Minuten immerhin noch erträglich und wirkt nicht unnötig in die Länge gezogen. Einzig das instrumentale Ambient-Stück am Ende hätte man sich schenken können, bildet der vorhergegangene Song doch eigentlich schon einen gelungenen Abschluss auf "richtigen" Instrumenten. Zudem ist das Outro mit knappen acht Miuten Spielzeit eindeutig zu lang. Apropos Spielzeit: die Gesamtlaufzeit der CD überschreitet endlich mal wieder die 1-Stunde-Grenze!

Fazit:
Definitiv ein Album, welches nicht für jedermann geeignet ist. Insbesondere Black Metal-Puritisten sollten erst einmal probehören, bevor sie einen Kauf erwägen. Der Stil ist doch sehr speziell. Ich find's super, und so wird die CD auf jeden Fall einen Platz in meiner Sammlung einnehmen. Wären da nicht die erwähnten Wehmutstropfen - das Album hätte die glatte 10 von mir erhalten!

9.0 / 10 Punkte

Montag, 14. November 2011

Review: Woods of Infinity - Förlåt (CD, Obscure Abhorrence)

Ihr seid auf der Suche nach obskurer Musik? Am besten welche, die auf Grundlagen des Black Metal basiert? Na gut, dann wird euch das neue Werk der Band Woods of Infinity aus Schweden sicherlich sehr zusagen. Inzwischen hat sich die Band ja aufgelöst...







Was ich direkt zu Anfang sagen muss... dieses Werk erinnert mich sehr stark in seiner Ausführung an das Erstlingswerk von Deinonychus "The Silence Of December" - vorallem was die Art des Gesangs und die Instrumente anbelangt. Nur halt auf schwedisch, und wesentlich schlechter. Hier kommt auch ebenso Keyboard zum Einsatz... halt total kranker, kurioser Scheiß. Apropos kurios: sehr lustig die Interpretation des Liedes "Walking In The Air", welches ja seiner Zeit eine der besten Balladen der finnischen Band Nightwish war. Die Ballade lässt sich höchstens noch erahnen. "Ganglat fran Valhallavägen" gleicht einem Folk/Humpa-Song, "Ursprung" ist ein weitestgehend instrumentaler Song mit ein wenig Gesang. Was allerdings die letzten beiden Songs darstellen sollen, das entzieht sich wirklich meinem Fassungsvermögen. Was denkt man sich bei so etwas?!

Fazit:
Ein Album voller Obskuritäten... nicht wirklich ernst zu nehmen. Interessant finde ich aber wirklich die Parallelen in der Musik zu Deinonychus' Debüt-Album. Das gefällt mir ja doch schon wieder. Aber leider kommen die ernsten Momente hier leider nur selten durch und es herrschen doch die kuriosen und eher lustig anmutenden Lieder vor. Es ist zwar kein totaler Dreck, aber es kommt dem doch schon sehr nahe. Dies war übrigens mein erstes Woods of Infinity Album, aber wenn der Rest sich auch so anhörte, bin ich nicht wirklich traurig, dass sie sich aufgelöst haben.

2.5 / 10 Punkte

Review: Oppressive Light - Entre les Mains de la Tristesse (CD, Pest Productions)

...und noch eine Scheibe, die die depressive Schiene fährt. Allerdings ist der Unterschied zwischen diesem Werk und meinem letzten Review beinahe wie Tag und Nacht. Oppressive Light ist ein relativ junges Projekt zweier Mannen - der eine aus Frankreich und der andere aus Italien.








Die Tatsache, dass der Sänger aus Italien kommt, ist unüberhörbar. Das gibt von mir schon einmal den ersten fetten Pluspunkt. Die Musik an sich ist gut gespielter Depressiv Black Metal, der stellenweise mal wirkliche Emotionen aufkommen lässt. So bietet man hier auch einige Akustikmomente, was sogar etwas an den Shoegaze/BM Mix von Alcest erinnert, ohne diesen jedoch bewusst kopieren zu wollen. Teilweise kommen hier und da auch Erinnerungen an die alte Werke von Burzum durch, man höre sich da nur mal den letzten Song "Le declin de la vie" an.

Fazit:
Mit "Entre les Mains de la Tristesse" haben Oppressive Light ein überzeugendes Debüt abgelegt. Der sehr gute Gesang und die melancholische Grundstimmung der Musik ergänzen sich prächtig. Somit stellt das Album für mich eine der bisherigen Highlights aus dem Bereich DSBM in diesem Jahr dar.

9.0 / 10 Punkte

Review: Grauzeit - Mein Leben endet.... (MC. Depressive Illusions - 2011)

Eine deutsche DSBM-Band mit Rock-Einschlag... beteiligt sind Mitglieder aus u.a. Trauerquell, Triebtat, Herbstregen und Todessucht. Alle, die jetzt schon aufhören zu lesen, kann ich es nicht einmal verübeln, da einige der hier genannten Bands wirklich zum stupidesten DSBM gehören, der aus dem deutschen Underground kommt.









Bei dem Tape handelt es sich um eine Single. Enthalten ist also ein Song, der aber auch glücklicher Weise noch nicht einmal sonderlich lang ist, mit seinen über sechs Minuten Spielzeit. Musikalisch ist er auch ehrlich gesagt gar nicht einmal so schlecht, wie anfangs gedacht. Typischer Depressiv Black Metal mit einer Prise Depri-Rock. Was nur enorm nervt ist der Gesang. Warum müssen sich eigentlich 90% aller Sänger in Suicidal Black Metal Bands so anhören wie schwule Emos oder ihre lesbischen Freundinnen? Ich kann's nicht verstehen, und auch nicht nachvollziehen, was Leute daran emotional finden... das gibt mir rein überhaupt nichts.

Fazit:
Gut gemeintes Tape, instrumental gesehen besserer Durchschnitt, allerdings macht der Gesang hier einiges an Atmosphäre einfach kaputt. Schade. Wer ein Exemplar haben will... die Kassette ist auf 100 Stück limitiert.

2.0 / 10 Punkte

Review: Agrypnie - Asche (CD, Supreme Chaos)

Mal davon ab, dass ich nicht wusste, ob das Label Supreme Chaos Records überhaupt noch existiert, habe ich auch von der hier genannten Band Agrypnie noch nie etwas gehört. Medizinisch betrachtet bedeutet Agrypnie Schlafstörung... nun diese haben die Mitglieder der gleichnamigen Band wohl auf jeden Fall - anders kann ich mir diese Musik nicht erklären. Dabei sind die Beteiligten bei weitem keine Unbekannten, zumindest zwei der drei Leute... den Gesang übernimmt Torsten, der auch ehemaliger Sänger der Band Nocte Obducta war/ist, sowie Nathanael von Bonjour Tristesse und Heretoir.

Diese einleitenden Worte sind auf keinen Fall negativ aufzufassen: die dargebotene Musik kann sich wahrlich hören lassen, auch wenn es für gestandene Black Metal wohl eher schwer verdauliche Kost sein wird. Auf Grundlage des eher modernen, technisch versierten Death Metals werden hier zu Anfang direkt zwei sehr gute Songs mit Überlänge abgeliefert. Der Gesang ist schön gröllend und erinnert nicht nur einmal an Sachen wie Cities Of Sleep oder Stillhet (diese Dark Rock Band, die es mal gab...). Lied 3 wird durch ein Piano eingeleitet und geht dann in einen instrumentalen Industrial/Ambient-Brei über. Sowas ist gar mal gar nicht mein Fall, auch wenn das hier zu hörende doch Potential aufweist. "Augenblick" ist da wieder eher meine Kragenweite und richtig schön emotional dargeboten, wie bei den ersten beiden Songs. "Kosmos (Omega)" ist ein instrumentales Ambient-Stück und stellt das eigentliche Outro dar. Nur wirkt es mit über sieben Minuten doch enorm in die Länge gezogen. Den Abschluss bildet letztlich noch ein zusätzlicher Song, verkörpert durch die Demo-Version von "Augenblick". Rein instrumental dargeboten und von schlechterer Aufnahme Qualität, aber trotzdem klar und sauber. Nettes Gimmick also.

Fazit:
Anfangs war ich ziemlich angetan von diesem Mini-Album, aber die Ernüchterung folgte doch recht schnell. Bis auf drei gute emotionale Lieder hat die EP nicht viel zu bieten, und den Rest kann man eigentlich als überflüssig betrachten und hätte man lieber weglassen sollen - das wäre auf jeden Fall besser gewesen und hätte den Gesamteindruck doch eher in die Richtung hin tendiert, die diese EP auch verdient hätte.

6.5 / 10 Punkte

Sonntag, 13. November 2011

Review: Geschichten aus der Gruft - Die komplette 5. Staffel (3-DVD-Hartbox, '84 Entertaiment, Uncut)

Hallo, liebe Kinderchen. Euer guter Märchenonkel, der Gruftwächter hat euch wieder etwas mitgebracht... 84 Entertaiment veröffentlichte diesen Monat die mittlerweile fünfte Staffel der Serie. Diese ist mal wieder vollgestopft mit dem Unrat menschlichen Elends wie Sex, Intrigen, Affären usw. usf... aufgespickt mit gehörigem Splatter und Gore. Die Staffel ist episoden-weise wirklich etwas drastischer ausgefallen, vor allem im direkten Vergleich zur letzten, die zwar mehr bekannte Gesichter zu bieten hatte, dafür aber in Sachen Gore-Effekten wie gesagt doch etwas zurückbleibt.




Die Episoden:
DVD 1:
Folge 1 "Der verkaufte Tod" (Regie: Gilbert Adler)
Folge 2 "Die Geister, die ich rief" (Regie: Kyle MacLachlan)
Folge 3 "Ein Souvenir mit Folgen" (Regie: Gary Fleder)
Folge 4 "Der große Zambini" (Regie: Rodman Flender)
Folge 5 "Zwischen Müll und Leichenwagen" (Regie: Russel Mulcahy)

DVD 2:
Folge 6 "Koffer nach Chicago" (Regie: Kevin Hooks)
Folge 7 "Haus des Schreckens" (Regie: Bob Gale)
Folge 8 "Der Zauberlehrling" (Regie: Elliot Silverstein)
Folge 9 "Die unsterbliche Mumie" (Regie: Jeffrey Boam)
Folge 10 "Wenn die Nacht kommt" (Regie: Uli Edel)

DVD 3:
Folge 11 "Öl ist ein besonderer Saft" (Regie: Paul Abascal)
Folge 12 "Die böse Seite" (Regie: Gregory Widen)
Folge 13 "Das Mörderspiel" (Regie: Peter Iliff)
+ Bonus

Meinung:
Wie bereits erwähnt, schraubt diese Staffel episoden-weise noch einmal ordentlich an den Gore/Splatter-Effekten. So gibt es eine Menge zerstückelter und ausgenommener Leichen zu bewundern, auch ekelhafte Zersetzungsprozesse ("Ein Souvenir mit Folgen") werden detailiert dargestellt.  In genannter Episode spielt dann auch gleich einer der bekannten Gesichter mit, nämlich Steve Buscemi. Weitere Bekanntheiten wären etwa Tim Curry, der in "Der verkaufte Tod" gleich drei Rollen spielt, Adam West (bekannt als der "Batman" aus der 70er/80er Serie), Bill Paxton, David Paymer, Martin Sheen (in der Episode "Der Zauberlehrling" ebenfalls gleich drei Rollen verkörpernd), Billy Zane, Brooke Shields, Lou Diamond Phillips, Priscilla Presley, Cheech Marin und Frank Stallone. Letzterer ist übrigens der kleine Bruder von Sylvester, und spielt daher auch eine ähnlich actionreiche Rolle in dem Action-Crime "Das Mörderspiel". Eine sehr gute Kriminal-Geschichte stellt für mich auch die Episode "Koffer nach Chicago" dar. John Kassir, der Sprecher des Cryptkeepers hat in "Öl ist ein besonderer Saft" ebenfalls einen Auftritt. Kyle MacLachlan, bekannt als "Orson" in Desperate Housewifes, der bereits in der letzten Staffel in einer Episode spielen durfte, führt hier sogar Regie bei "Die Geister, die ich rief".

Als Extras winken eine Artworkgalerie, die allerdings recht unspektakulär aufgezogen ist, sowie der obligatorische Episoden-Guide. Sehr interessant ist dagegen das animierte Comic zu "Der verkaufte Tod" ("A Saleman's Death"), welchem das Original-Comic und damit auch die Original-Story zugrunde liegt, und das von John Kassir gelesen wird (mit dt. Untertiteln). Außerdem gibts mal wieder ein Making Of des exklusiven Comics, welches sich im Beiheft findet. Dieses Mal mit dem Titel "Eine göttliche Komödie". Hat etwas vom Phantom der Oper auf Tales from the Crypt, hehe. Schade ist allerdings wieder, dass es bei der englischen Tonspur keine Möglichkeit gibt, dt. Untertitel einzublenden. Allerdings auch nicht weiter schlimm, da für die Dialoge größtenteils sogar mein Schulenglisch ausreicht.

9.0 / 10 Punkte

Samstag, 12. November 2011

Review: Kroda - Schwarzpfad (CD, Purity Through Fire)

Das neue Album der Pagan/Folk Black Metal Band Kroda aus der Ukraine ließ ja geschlagene drei Jahre auf sich warten. Im Vergleich zu anderen Szene-Größen zwar kein langer Zeitraum, aber trotzdem sah ich dem Album doch ungeduldig entgegen.








Großartig verändert hat sich eigentlich nichts. Mal abgesehen von der Tatsache, dass Eisenslav jetzt alleiniger Kopf der Band ist. Auch ist die Musik und die zugrundeliegende Atmosphäre weitaus düsterer geworden, als noch auf den letzten Alben. So beginnt "First snow" ähnlich wie seiner Zeit Nargaroth's "Des alten Kriegers Seelenruh'" vom Herbstleyd-Album - generell herrscht beim ersten Song auch wesentlich mehr Black Metal-Einfluss, eigentlich erst zur Mitte hin wird es pagan-lastig. "Universal Provenances" und "Forefather of Hangmen" sind zwei wahre Pagan Black Metal-Gewitter, die man auch von Kroda gewohnt ist. "Heil Ragnarök!" ist dann wieder eine wahre Hymne und lädt zum headbangen sowie mitgröllen ein. Der letzte Song schließlich "Cold Aurora" ist ein knapp über sieben Minuten langes Instrumental, mit Folk und Ambient.

Fazit:
Ein großartiges Album von Kroda... ich würde sogar fast behaupten, dass "Schwarzpfad" das bisher beste darstellt, was die Band jemals veröffentlicht hat. Klar, das wird bei mir hauptsächlich an der düsteren Atmosphäre liegen, und an der Tatsache, dass hier wesentlich mehr von dem ursprünglichen Black Metal spürbar ist. Da macht es auch nichts, dass Eisenslav jetzt einziger Streiter ist, vielleicht hat auch gerade diese Tatsache der Band ganz gut getan.

9.0 / 10 Punkte

Sonntag, 6. November 2011

Review: Negatum - Suizid: Der Gedanken Schattenspiele (CD, Eigenproduktion)

Was haben wir denn hier? Ein Debüt-Album einer deutschen depressive/suicide Black Metal Band mit Namen Negatum, die noch dazu vorher nie eine Demo veröffentlicht hat? Kann das überhaupt etwas taugen? Meine Antwort in einem Wort: bedingt. Eine ausführlichere Besprechung lest ihr nun im folgendem...







Wie gesagt nennt sich das Duo Negatum, welche sich früher Schattenreich nannten und unter diesem auch eine Demo aufnahmen, und präsentiert mit "Suizid: Der Gedanken Schattenspiele" aus dem Jahr 2008 ihr erstes Lebenszeichen in Form eines selbstveröffentlichten Albums. Die Band zelebriert eine Art Mixtur aus DSBM und einer leichten Prise Doom Metal. Das klingt auf dem ersten Track (ein Instrumental) auch nicht verkehrt. Erinnert ein wenig an die melancholischeren Stücke Nargaroth's. Selbiges gilt für "Finsternis". Allerdings hält das nur an bis zum Einsetzen des Gesangs. Der ist nämlich typisch für depressive Black Metal, wobei ich sagen muss, dass er auch eine gewisse Individualität inne hat. Trotzdem mag ich ihn hier nicht so recht. Da gefällt mir "Suizid" schon bedeutend besser, in instrumentaler als auch in sanglicher Hinsicht. Die beiden letzten Lieder sind etwas doomiger ausgefallen, das gilt vor allem aber für das letzte, welches auch rund 23 Minuten Länge besitzt. Somit kommt man insgesamt auf eine Spielzeit von knapp 51 Minuten. Das ist für ein erstes Lebenszeichen schon beachtlich, und ich muss zugeben: keine verschwendete Zeit.

Fazit:
Es stimmt - das Album von Negatum ist zwar nicht das nonplusultra, aber doch wesentlich besser, als die Releases vieler anderer sogenannter "DSBM" Bands. Es ist erfreulich auch mal Alben dieses sub-sub-genres zu hören, bei denen man mal das Gefühl hat, seine Zeit nicht verschwendet zu haben. Hier kommt sogar eine gute Atmosphäre auf, die sich allerdings nicht bei jedem Song durchgehend halten kann. Ich bin gespannt, ob und in welcher Form man von dieser Band noch einmal was hören wird.


7.5 / 10 Punkte

Review: Old Silver Key - Tales of Wanderings (CD, Season Of Mist)

Das junge Post Rock-Projekt um Mitglieder der Bands Drudkh, Astrofaes und Kladovest aus der Ukraine, sowie dem Kopf der französischen Shoegaze/Black Metal Band Alcest Neige an den Vocals hat dieses Jahr ihr erstes Album "Tales of Wanderings" veröffentlicht.








Was den Stil angeht, so verwundert der mich nicht weiter. Gerade Drudkh und Alcest (insbesondere Neige) fahren ja immer mehr die Post Rock-Schiene. So klangen gerade die jüngsten Drudkh-Werke doch recht modern für Black Metal-Verhältnisse, waren aber trotz allem noch als Drudkh zu erkennen. Anders ist es hier... vor allem wird das daran liegen, dass die gespielte Musik hier wirklich ruhig ist, ja fast schon Pop-Rock-Flair besitzt und natürlich auch am Gesang. Apropos Gesang - ich finde dieser wird hier von Neige nicht vollends ausgereizt, da man ja durch Alcest weiß, zu welchen Stimmlagen dieser Mann fähig ist, wirkt das hier gebotene eher etwas enttäuschend. Alles klingt irgendwie weichgespült und wirkt dadurch aufgesetzt und gekünstelt... halt massentaugliche, leicht zu verdauende Rock-Musik, die sich jeder Pop-Teenie mit Freuden anhören mag, um in seinen pseudo-melancholischen Sphären zu versinken. Ja, das hier hat doch schon einiges an emo-klischees zu bieten, wenn auch die Musik selbst dafür zu seicht ist.

Fazit:
Instrumental gesehen kein wirklich schlechtes Album, wobei hier alles eine Spur zu weichgespült wirkt. Eine wirkliche Atmosphäre will sich mir nicht eröffnen. Vom Gesang bin ich enttäuscht. Ich bin ein großer Anhänger der Werke von Alcest - aber im Vergleich ist das hier einfach nur Müll. Für Pop-Rock-Begeisterte vielleicht zu empfehlen, aber als Metal-Album (und ich spreche hier nicht nur vom Black Metal!) nicht wirklich ernst zu nehmen. Wirklich schade, aber von dieser Konstellation habe ich mir eindeutig mehr erhofft.

3.0 / 10 Punkte

Review: The Dead (Einzel-DVD, Savoy Film, Uncut)

Nach dem gestrigen Abend mit "The Dead" bin ich auch jetzt noch sehr beeindruckt von dem Film...
es handelt sich hier um einen sehr geilen Oldschool-Zombiestreifen der Marke "Dawn of the dead" (Original) oder "Woodoo - Schreckensinsel der Zombies". Als Schauplatz wurde hier Afrika gewählt, was ein wenig an den aktuellen Teil der Resident Evil-Reihe (Game) erinnert - die Story ist simpel, aber wirkungsvoll und für die Art Film akzeptabel.






Fakten: ein gemächlicher, langsam erzählter Film, der die Bilder einfach für sich stehen lässt und auch nichts großartig versucht zu erklären. Pluspunkt. Lansame Zombies, eben herrlich oldschool 70er Jahre. Pluspunkt. Es wird nicht viel geredet... die ersten großen Dialoge (mehr als einen Satz) hat man erst nach knapp 60 Minuten - was sich aber auch dadurch erklärt, dass bis dahin nur ein einziger Überlebender unterwegs ist - und mit wem sollte der sich schließlich unterhalten. Pluspunkt. Handgemachte Splatter/Gore-Effekte, vielleicht 1-2 gut gemachte CGI, aber ansonsten fucking oldschool. Pluspunkt. 70er Jahre-Zombiefilmtypisch gibt es auch ne Menge handfester sozialkritik, vorallem im Hinblick wie der Westen mit Afrika umgeht. Pluspunkt.

Ich kann den Film wärmstens empfehlen, falls ihr die alten Sachen aus dem Zombie-Genre mögt, und nicht unbedingt moderne schnelle Zombies erwartet, wie in jüngeren Werken wie "Dawn of the dead" (Remake) oder auch der actionreiche "Die Horde". Mit guten 100 Minuten Spielzeit genau richtig, Xrated bemängelt zwar eine zwischenzeitliche Langeweile, doch sein wir mal ehrlich: Dawn of the dead (Original) ist da doch wesentlich langatmiger. Dieser Film ist zwar nicht von vorne bis hinten actionreich, und zeigt vielleicht auch nicht so viele Gore-Szenen wie in aktuellen Romero-Streifen (die ich übrigens als schlecht empfinde!), aber er versteht es stets eine beklemmende schleichende Atmosphäre zu erzeugen, und ich habe auch lange nicht mehr so viele Zombie-Mampf-Szenen zu sehen bekommen. Die Schauspieler sind für B-Movie-Charakter sehr gut (bis auf ein paar Ausnahmen). Gedreht wurde übrigens wirklich in Afrika, u.a. Ghanna. Die Zombies sind ausschließlich Einheimische, die als Statisten ins Boot geholt wurden und machen ihre Sache richtig richtig gut. Übrigens sind nicht alles Effekte, was man zu sehen bekommt... einige der Einheimischen sahen wirklich schon so aus... meine Empfehlung: UNBEDINGT ANSCHAUEN!

8.0 / 10 Punkte

Review: Drowning The Light - Catacombs of Blood (LP, Obscure Abhorrence)

In diesem Jahr wurde das Album "Catacombs of Blood" der Band Drowning The Light auch endlich durch das Label Obscure Abhorrence als Vinyl veröffentlicht.










Auch wenn das Original-Artwork einer Alternative weichen musste, so ist das Album ansich immer noch sehr hörenswert. Nach dem Klavier-Intro "Fragmented & Unrealisable" gehts gleich über in räudig gespielten, aber trotzdem sehr melancholisch, atmosphärischen Black Metal. "As Plague Upon The Sheep" ist dabei zum Beispiel noch äußerst aggressiv vorgetragen und "Torn Away By The Shadows" enthält Streicher- und Keyboard-Samples (wahrscheinlich kommen die Streicher auch aus dem Keyboard). Auf die nötigen Details wurde also geachtet. Der Gesang ist wie immer Ansichtssache, und so werden sich auch hier wieder die Geister scheiden. Wobei dieses Album eindeutig zu den besseren Aufnahmen der australischen Bands zu zählen ist. Das Album enthält insgesamt 11 Songs, die ersten sechs befinden sich auf der A-Seite, der Rest tummelt sich auf der B-Seite.

Fazit:
Drowning The Light... von totalem Müll bis zum wirklich hochkarätigen Underground-Album hat diese Band wohl schon alles veröffentlicht. Die Musik poralisiert weiterhin, ohne Frage. Wobei man "Catacombs of Blood" auf jeden Fall zugestehen muss, eindeutig zu den besseren Veröffentlichungen der Band zu zählen. Limitiert ist die LP-Ausgabe auf 500 Exemplare, die ersten 150 wie immer bei diesem Label als farbiges Vinyl und handnummeriert.

8.0 / 10 Punkte