Samstag, 24. September 2011

Review: Nazxul - Totem (CD, Eisenwald Tonschmiede)

Das mir hier vorliegende Album "Totem" erschien bereits anno 1995 bei dem Label Vampire Records, wurde in diesem Jahr jedoch von Eisenwald als Jewelcase und Digi wiederveröffentlicht. Wahrscheinlich geschah dies auch im Zuge der Veröffentlichung von "Iconoclast", dem neuen Album der Band, welches ja ebenfalls über das deutsche Label veröffentlicht wurde.






Geboten werden hier 10 Lieder, die allesamt der eher schnelleren Gangart des Black Metal frönen. Es gibt zwar auch einige Passagen, in denen man sich dann doch eher im Midtempo ansiedelt, aber die sind eher spärlich gesät. Auch dass man sich hier den einigen oder anderen Symphonischen Klängen bedient, finde ich nicht weiter schlimm. Es ist halt typisch für diese Zeit. Was mich hier wesentlich mehr stört, ist der abgründige Gesang. Der klingt nämlich sowas von statisch und mechanisch verzerrt, dass es nicht mehr schön ist. Da kann ich gleich Behemoth oder irgendeine möchte-gern-oldschool-band Marke Proclamation hören. Nee, sorry - aber das gibt mir absolut nix. Zwar ist der Gesang dann für die Hochgeschwindigkeitsmusik wieder sehr passend, und gerade auch der Song "Distance Begins" in der letzten Hälfte richtig zündet (generell ist das letzte Viertel des Albums eindeutig das Beste an der Scheibe), aber all das kann meinen Groll dann auch nicht mehr schmällern.

Fazit:
Instrumental gesehen in Ordnung. Aber was bitte soll dieser Gesang? In den härteren Stücken (die eigentlich zuhauf auf "Totem" vertreten sind) ist er zwar passend, aber emotional gesehen gibt er mir rein gar nichts. Ich weiss jetzt nicht, ob sich das auf dem neuen Album genau so verhält, aber falls es so sein sollte, ist Nazxul für mich definitiv eine Band, die ich mir wohl eher nicht mehr anhören würde. Zwar kein totaler Mist, und wird bestimmt auch seine Anhänger finden, und einige Songs sind dann ja wirklich ganz hörenswert - aber im Endeffekt auch einfach zu gewöhnlich.

4.5 / 10 Punkte

Review: Inhuman Hate - Twilight Of A Lost Soul (CD, Eisenwald Tonschmiede)

Das aktuelle Album der deutschen Formation Inhuman Hate erschien bereits letztes Jahr unter besagtem Label. Eigentlich direkt eine Schande. dass mir das Werk erst vor ein paar Wochen vorlag und ich nicht früher darauf aufmerksam wurde. Hier liegt nämlich ein wirklich starkes Depressiv Metal-Album vor, welches ich gleich zu Anfang schonmal allen nahelegen möchte, die mit den jüngeren Werken von Fäulnis etwas anzufangen wussten.





Bei "Twilight Of A Lost Soul" handelt es sich um ein waschechtes Dark Metal Album. Ich wähle diese Umschreibung bewusst, denn die Musik lässt sich nicht wirklich definieren. Es steckt etwas vom Black, aber ebenso vom Death und Doom Metal drin. Auch auch gewisse Note des Depressive Rock wie ihn beispielsweise Isolation auf ihrem neuen Album zelebrieren lässt sich hier ausmachen. So vereint auch gleich der erste Song (mit einer stolzen Spielzeit jenseits der 15-Minuten-Grenze!) alle diese Einflüsse in einem in sich schlüssigen Lied voller Lethargie. Etwas zu monoton vielleicht, aber sehr intensiv. Da geht das zweite Lied schon um einiges schneller zu Werke, hält dann im Mittelteil noch eine angenehme Zwischenpassage bereit, die aus mehreren Soli besteht und sich bis ins letzte Viertel streckt. Der dritte Song ist eine Art Zwischenstück in Form eines (wenn auch sehr kranken) hörspielähnlichen Monologes, der in seiner Machart wirklich verstärkt an Werke vom Schlage Todesstoß oder Fäulnis erinnert. Das vorletzte Stück wird von klassischen Instrumenten eingeleitet und geht dann über in einen gemächlicheren Dark Metal-Song, der ganz im Stile älterer Gothic und Doom-Kombos gehalten zu sein scheint. So etwas bekommt man heutzutage auch nur noch sehr selten geboten. Der fünfte und letzte Song präsentiert sich dann noch einmal als ein gradliniger melancholischer Black Metal Song mit Doom zum Ende hin.

Fazit:
Ein sehr gutes Album, auf das man sich aber wirklich einlassen muss, um seine Atmosphäre gänzlich zu erfassen. Inhuman Hate haben hier definitiv keine CD für zwischendurch geschaffen. Um das Werk begreifen zu können, sollte man erstens in der richtigen Stimmung sein und sich zweitens eine Umgebung der nötigen Atmosphäre, Zeit und Ruhe verschaffen. Sind diese beiden Faktoren gegeben, kann man sich ungetrübt diesem starken Werk widmen - welchem im übrigen auf 666 Exemplare limitiert ist und als Digi aus Raukarton daherkommt. Das Logo sowie die Nummer sind eingestanzt.

9.0 / 10 Punkte

Donnerstag, 8. September 2011

Review: Sabbat - Sabbatrinity (LP, Evil Records/Iron Pegasus)

Die bis heute bestehende dienstälteste japanische Black Metal Band Sabbat lässt endlich mal wieder etwas von sich hören. Das Besondere daran ist, dass dies sogar in Form eines schon lange überfälligen neuen Albums geschieht und nicht etwa in einem weiteren Live-Mitschnitt, einer Split-Veröffentlichung oder einer weiteren Best-Of, die nun wirklich kein Mensch mehr braucht.






Tatsächlich stellt "Sabbatrinity" das erste Album seit acht Jahren dar. Geändert hat sich nicht viel - das Artwork ist gewohnt blasphemisch, anzüglich und satanisch... vor allem aber fucking Oldschool! Selbiges gilt im übrigen auch für die Musik... der Mix aus alten Helden wie Sodom, Venom und Bathory verfehlt seine Wirkung auch anno 2011 kein Stück. So zaubert das Urgestein japanischen Black Metals auf dieser Platte ein ursprüngliches Black Metal-Stück nach dem anderen. Die Gitarrenarbeit ist mal wieder richtig klasse und alles klingt so unverfälscht, als wenn es seit den späten 80ern und frühen 90ern nichts anderes mehr gegeben hätte. Nur älter ist man offensichtlich geworden, riskiert man mal einen Blick auf die Fotos, dafür aber eindeutig kein bisschen ruhiger.

Fazit:
Die Art Thrash/Black Metal, den Sabbat schon seit knapp 30 Jahren zum besten geben, funktioniert auch heute noch. Unverfälscht und 'rein' wirkt ihre Musik. Zudem zeigt man sich immer noch äußerst spielfreudig, was ich persönlich sehr begrüße, denn man hat echt den Eindruck, dass hier drei Leute am Werk sind, die ihre Musik immer noch der Musik wegen spielen und nicht aus irgendeinem Trend heraus. Für mich persönlich zudem auch noch eins der besten Sabbat-Alben, die ich kenne.

9.5 / 10 Punkte

Mittwoch, 7. September 2011

Review: Humus - Art Noir Clandestin (MC, Selbstmord Kommando)

Gestern erreichte mich überraschend ein Paket mit den neuen Releases des Labels Selbstmord Kommando, welches u.a. auch dieses Tape beinhaltete. "Art Noir Clandestin" stellt das Debüt-Werk von der Band Humus dar, die sich aus zwei Leuten zusammensetzt. Einer davon ist 'Dunkel', jenes Individuum, welches auch hinter dem Projekt Sale Freux (wurde ja ebenfalls über SKP veröffentlicht) steht.







Die Musik von Humus lässt sich aber nur teilweise mit der von Sale Freux vergleichen, obgleich es sich hier ebenfalls um typisch französisch klingenden Underground Black Metal handelt. Dieser scheint aber eher von Sachen wie Sombre Chemin inspiriert zu sein (was ich durchaus positiv meine). Geboten werden drei Songs, die Gesamtlänge des Tapes beläuft sich aber auf knapp 32 Minuten, von daher bekommt man hier schon einiges um die Ohren. Und so klingt das ganze dann auch, sagen wir mal episch - auch wenn ich das Wort nicht unbedingt in Zusammenhang mit Underground BM benutzen würde. Die Lieder sind recht kernig, aggressiv und weisen dabei auch eine gewisse Melancholie auf, die vor allem in den recht monotonen Sphären des letzten Liedes "Avanie" besonders gut zur Geltung kommt.

Fazit:
Ein meiner Meinung nach sehr gutes Underground Black Metal Werk, wenn ich mir auch etwas mehr als nur diese drei Songs gewünscht hätte. Humus sprechen mich auf jeden Fall sehr an, und ich hoffe auf noch umfassendere zukünftige Veröffentlichungen. Limitiert ist "Art Noir Clandestin" auf 100 handnummerierte Exemplare.

8.5 / 10 Punkte

Dienstag, 6. September 2011

Review: 40 Watt Sun - The Inside Room (LP, Cyclone Empire)

Die Band 40 Watt Sun aus London um Sänger und Gitarrist Patrick Walker gründete sich im 2009. Aufmerksam wurde ich auf die Musik der Doom Metaller durch ein Youtube-Video... dieses Video, bzw. dieser Song hatte mich so dermaßen beeindruckt, das ich nicht umhin kam, mir das Album auf Vinyl zuzulegen. Die Vinyl-Ausgabe stellt eine DLP dar, wobei die A-Seite "Restless" und "Open My Eyes" enthält. Die B-Seite hält den exklusiven Song "Take Me In" und "Between Times" bereit. Die zweite LP enthält auf Seite C die Lieder "Carry Me Home" und "This Alone", die D-Seite ist unbespielt, dafür aber sehr schön gestaltet mit dem Bandnamen, dem Album Titel und einem wunderschönen Artwork.

"Restless" ist der erste Song, und um den selbigen handelte es sich auch bei dem Video. Allein schon dieses eine, knapp 11 Minuten schwere Stück vertonter Melancholie und Sehnsucht rechtfertigt eigentlich schon den Kauf von "The Inside Room". Eine schwermütige Atmosphäre, die hier erzeugt wird, deren Grad an Emotionalität und Sensibilität ich schon sehr sehr lange nicht mehr vernommen habe in irgend einem Lied. Das gilt aber nicht nur für diesen Song, eher ist er erst die Spitze eines gewaltigen Eisberges, der sich über die Landschaften der restlichen fünf Songs erstreckt. "Open My Eyes", der zweite Song erinnert mich auch sehr stark an progressive Sachen wie Nevermore (ich denke da vornehmlich an ihre "Dead Heart In A Dead World" Platte), vor allem der Melodieverlauf lässt an Songs wie "Believe In Nothing" denken. Auch dieser Song ist dann gerade einmal zwei Sekunden kürzer als "Restless". Es folgt der Vinyl-exklusive Song "Take Me In". Ein im wahrsten Sinne des Wortes schwermütiges Lied, das trotz seiner vorhandenen depressiven Grundstimmung doch eine gewisse Hoffnung in sich birgt. Mit 'knappen' sieben Minuten Spielzeit aber einer der kürzesten Songs des Albums, zusammen mit dem folgenden "Between Times", der für Doom Verhältnisse etwas schnell gespielt wird. "Carry Me Home" ist da schon wieder eher episch schleppend, mit einem schönen instrumentalen Part zur Mitte und einem langgezogenen, aber sehr sentimentalen Gitarrensolo zum Ende hin. Es folgt mit "This Alone" auch schon der letzte Song von "The Inside Room". Ein sehr ruhiges und bedächtig langsames Stück, welches schon fast an eine Art Trauermarsch erinnert und als ausklingender Song daher bestens geeignet zu sein scheint. Und abrupt endet das Album... man fühlt sich gerädert und wie aus einem tiefen Traum gerissen. Zurück versetzt in die Realität, diese stinkende schmutzige Welt. Und spätestens dann hat man das Bedürfnis die Platte von vorne abzuspielen.

Fazit:
So und nicht anders muss für mich Doom Metal anno 2011 klingen! 40 Watt Sun haben es mit "The Inside Room" geschafft, einer fast schon totgeglaubten, eigentlich nur noch sich ständig wiederholenden Musikrichtung neues Leben einzuhauchen und den Doom Metal in die Moderne zu transferieren. Dazu kommt, dass es sich hier offenkundig um drei sehr begabte Musiker handelt (man höre sich als Beweis nur einmal die Akustik Version von "Restless" an - Gänsehaut garantiert!). Die schöne aber triste Aufmachung des Covers und der LP (insbesondere der D-Seite) tut ihr übriges zur Gesamtatmosphäre dazu. Ein rundum grandioses Werk, das ich all jenen empfehlen kann, die gute Musik lieben und noch nicht so gefühlsmäßig abgestumpft sind, wie so viele es heutzutage sind, sondern Emotion leben!

10 / 10 Punkte

Montag, 5. September 2011

Review: Sale Freux - Subterraneus (MC, Selbstmord Kommando)

Oha... es scheint sie also doch noch zu geben - die französischen Black Metal Bands, die wirklich reinrassigen Black Metal spielen, ganz im Stile der Legion Noire. Das Album von Sale Freux hätte auch vor gut 15 Jahren veröffentlicht werden können. "Subterraneus" ist Oldschool durch und durch.








Das Album bietet insgesamt neun Songs. Abwechslung sucht man hier jedoch weitestgehend vergeblich... aber das erwartet man hier auch gar nicht. Die Musik von Sale Freux steht für atmosphärischen, aber auch nihilistischen Black Metal im Stil der frühen 90er Jahre. Zudem werden ab und an auch Akustikgitarren eingesetzt (als Ein-/Ausklänge, Zwischenstücke etc.), was dem ganzen einen leichten paganen Touch gibt, dennoch ist die Musik fieser Underground Black Metal in Reinkultur. Dreckig, rotzig und abgrundtief dunkel. Der Gesang ist passend und so entwickeln die Lieder ein Gefühl der stetig mit jeder einzelnen Note steigenden Verzweiflung.

Fazit:
Eine morbide Ode an die Nacht und ihre Wesen - so könnte man "Subterraneus" passend beschreiben. Kaum zu glauben, das so ein Album anno 2011 veröffentlicht wurde. Ich persönlich bin sehr von der, im übrigen sehr gut gestalteten, Kassette angetan. Gesungen wird übrigens, ganz traditionell, alles in Landessprache. Limitiert auf 100 Exemplare (bereits ausverkauft beim Label). Sehr empfehlenswert!

8.0 / 10 Punkte

Sonntag, 4. September 2011

Review: Inquisition - Anxious Death / Forever Under (LP, Nuclear War Now!)

Inquisition... jene Band aus Amiland, die heute zum Bollwerk des Black Metal zählen, ursprünglich aber aus Kolumbien stammen und in ihrer Anfangszeit etwas technisch versierten Thrash Metal im Stile von Kreator oder Demolition Hammer spielten, präsentieren nun im Bund mit Nuclear War Now! eine DLP der besonderen Art - denn diese enthält die erste EP-Veröffentlichung der Band, sowie die danach gefolgte Demo "Forever Under".





Die erste LP enthält die EP "Anxious Death", welche sich aus dem ersten Song (Seite 1) und den ersten beiden Songs auf der B-Seite zusammensetzt. Klassischer Thrash Metal. Schon damals als Sänger aktiv: Jason Wilson alias 'Dagon', der anfangs auch der einzige US-Ami in der Band war. Doch es war seine Band, und so spielte er ebenfalls die Gitarren sowie den Bass. Was beim hören auch sofort auffällt, dass es gewisse trotz des Stilwechsels doch schon gewisse musikalische Parallelen zu den heutigen Werken der Band gibt, was vor allem bei den Songs der "Forever Under" Demo sehr gut zum tragen kommt - Inquisition besitzen halt auch heute noch einiges an Thrash-Einfluss, was gerade bei dem Gitarrenspiel noch durchklingt.

Fazit:
Diese Platte ist für mich als Anhänger der Band auf jeden Fall eine Bereicherung. Auch wenn der Stil im Gegensatz zu den heutigen Sachen des (jetzigen) Duos doch sehr abweicht. Aber es ist spannend einfach einmal die Historie zu sehen, die Hintergründe zu betrachten, da Dagon in seinen Linenotes ja doch sehr vieles preisgibt. Für Thrash-Fans absolut empfehlenswert, da zwar nicht wirklich neues präsentiert wird, man sich dafür aber sehr spielfreudig zeigt. Für Anhänger der Band, die den Black Metal-Stil schätzen, bestimmt interessant, aber denen empfehle ich doch ein vorheriges Probehören.

8.0 / 10 Punkte

Samstag, 3. September 2011

Review: Kamera Obskur - Bildfänger (CD, Cold Dimensions)

Man höre und staune... nach den Auflösungen der Bands Lunar Aurora und Nocte Obducta (die sind ja bereits wieder aktiv - edit anno 2012) haben sich ein paar ehemaliger Mitglieder der genannten Bands nebst einem Mitglied der ebenfalls bekannten Grabnebelfürsten zusammengeschlossen, um ein neues Projekt aus dem Boden zu heben. Kamera Obskur ist dabei herausgekommen, und nun präsentiert man mit "Bildfänger" das erste Album.




Die Musik, die hier gespielt wird hätte man, wirft man einen Blick auf die Liste der Band-Mitglieder, in dieser Form so wohl nicht erwartet. Progressive Rock- bis Metal-Musik mit Industrial/Ambient und psychedelischen Spähren, so könnte man das Ganze wohl in einem Satz umschreiben. Die Instrumente sind solide gespielt, vorallem die Gitarren sind schön rockig. Allerdings nervt mich der Gesang enorm. Der klingt nämlich nach einer penetranten Mischung aus Subway To Sally und Nevermore in ruhigen Passagen - nur ohne wirkliche Emotion. Besonders nervtötend wird es in sich wiederholenden Passagen wie in "Leichen im Keller".  Die Texte ansich sind eigentlich recht gut gelungen, und es gibt auch Songs, bei denen der Gesang auch passend ist wie bei "Ein Rest im Glas". Wirkliche Gefühlsregungen bietet er jedoch nicht... bis auf, ja bis auf eine Ausnahme, nämlich den Song "Ballade von der verlorenen Kindheit", in dem passagenweise die Instrumente einen oder zwei Gänge zulegen und sogar der Gesang in einen leichten Schreigesang übergeht. Dazwischen gibt es immer wieder eingestreute Ambient und Industrial-Passagen, die mich aber gerade beim zweiten Lied "Ein Rest im Glas" an Kirmes- oder Jahrmarktsmusik erinnern. Auch wagt man sich dank der elektronischen Einflüsse sehr in Pop-kulturelle Gefilde, was eigentlich ok ist, aber dann doch hier und da ein wenig "too much" wirkt.

Fazit:
"Bildfänger"... ist das Album nun gut oder schlecht? So ganz vermag ich es auch für mich nicht zu bestimmen. Was es aber auf jeden Fall ist... sehr experimentell. Die doch schon sehr psychedelischen Sphären, die hier erzeugt werden, scheinen wirklich nur unter dem reichlichen Konsum von halluzinogenen Mitteln ermöglicht worden zu sein. Auch hätte das Album in meinen Augen mehr Punkte verdient, aber der Gesang macht hier doch einiges kaputt.Wer sich also mit solcher Art Musik anfreunden kann, sollte mal ein oder zwei Ohren riskieren, sollte sich aber nicht von den Namen der hier beteiligten Leute blenden lassen, da Kamera Obskur so rein gar nichts mit den anderen Bands der Mitglieder zu tun hat.

6.0 / 10 Punkte

Freitag, 2. September 2011

Review: Aurvandil - Yearning (CD, Eisenwald Tonschmiede)

Vor kurzem erreichte mich ein Schwall Promo CDs, darunter auch jenes neue, erste Album der französischen Ein-Mann-Kapelle Aurvandil, veröffentlicht durch die deutsche Eisenwald Tonschmiede.









Nun, was einen auf "Yearning" erwartet dürfte klar sein... nach einem akustischen Einklang geht es gleich über in düsteren Black Metal. Sehr kalt und grimmig vorgetragen, das wird schon beim ersten Song klar - wobei mich die Melodie von "End of an Age" bis zur Mitte hin irgendwie an Kapellen wie Absurd oder Wolfsmond erinnert. Aber wollen wir Aurvandil jetzt mal keinen Strick daraus drehen. Der Mann besitzt auf jeden Fall einen ausgeprägten Sinn für dichte Atmosphären und abwechslungsreiche Songstrukturen, so finden des öfteren Akustik-Gitarren ihren Einsatz, es gibt wohl platzierte Tempowechsel innerhalb der Songs (wobei die Geschwindigkeit zumeist im Midtempo gehalten ist, aber auch gerne in schnellere Gefilde übergeht), sowie passend verstreute instrumentale Soli. Hier trifft misanthropische Kälte auf düstere Winter-Romantik und herzzerreißende Melancholie. Aufgelockert wird das Ganze durch immer wieder eingesetzte instrumentale Akustik-Passagen, sei es als Einleitung, als Mittelteil/Ausklang eines Songs oder als Zwischenstück wie "Walking". Das eigentliche Album bietet insgesamt neun Lieder, der 10. und letzte Song hält mit "Jesus' Tod" noch ein Burzum Cover bereit. Gute und atmosphärische Umsetzung in meinen Augen und fügt sich auch perfekt in den Rest von "Yearning" ein.

Fazit:
Eigentlich direkt eine Schande, dass ich erst jetzt auf diese Band und das Album aufmerksam wurde. Soviel Potential und Atmosphäre hat bisher kaum ein Album anno 2011 ausgestrahlt. Wenn die Scheibe noch einmal irgendwann auf Vinyl aufgelegt werden sollte, bin ich auf jeden Fall dabei!

9.5 / 10 Punkte