Mittwoch, 31. August 2011

Nostalgie-Review: Opera IX - The Call of the Wood (CD, Miscarriage)














Im Jahr 1995 erschien dieses erste Album der italienischen Formation Opera IX, die bis dato auf zwei Demos und eine EP zurückblicken konnten, und mit diesen eher als Gothic Metal Band auf sich aufmerksam gemacht hatten. Dies änderte sich jedoch, wenn auch nicht schlagartig, mit "The Call of the Wood". Jenes Werk war/ist sehr beeinflusst vom Okkulten, der Natur, Horror, alten Riten und der Nacht. Die Musik an sich ist wesentlich Black Metal-lastiger, als noch auf den Demos, wenn auch der Gothic noch herauszuhören ist, den die Band übrigens im Laufe ihres Daseins auch nicht vollends abgelegt hatte - zumindest in der Schaffensperiode mit Cadaveria. Die fünf Lieder der CD haben eine Gesamtspielzeit von gut 60 Minuten und allesamt sehr individuell gehalten: so ist etwa "Alone in the Dark" eine eher mittelschnelle Black Metal-Nummer mit Keyboard oder "The Call of the Wood" ein eher rituell anmutender und okkulter Pagan/Black Metal-Song und "Al Azif" bezieht sich auf Lovecraft's Necronomicon.

Im Jahr 1998 folgte dann noch ein zweites Album namens "Sacro Culto", welches nicht minder schlecht war. Zwei Jahre später erschein "The Black Opera", auf dem der Gothic Einfluss der Band besonders gut zum tragen kommt, was nicht zuletzt an dem Cover "Bela Lugosi's Dead" der Dark Wave-Formation Bauhaus liegt. Hier zeigt sich auch einmal mehr der Hang der Band zum Horror. Darauf folgte 2002 mit "Maleventum" das letzte Album mit Cadaveria als Sängerin, und mit dem nächsten Album änderte sich der Stil der Band dann definitiv in sehr Pagan-lastigen Black Metal, der allerdings nicht mehr den Geist der ersten Alben bietet.

Über eine Limitierung des Albums ist mir indes nichts bekannt, aber die Tatsache, dass es 2001 neu aufgelegt wurde, lässt ja vermuten, dass es in der Erstpressung nur noch schwer zu ergattern ist. Ich kann euch aber nur empfehlen, nach eben dieser Ausschau zu halten - und wenn ihr sie nicht kriegen solltet, dann beschafft euch das Re-Release, welches im übrigen auch zwei Bonus Tracks bereit hält!

Review: Drowning The Light - An Alignment of Dead Stars (LP, Obscure Abhorrence)

Nach langer Zeit des Wartens, wurde dieses Album nun doch auf Vinyl veröffentlicht, jedoch nicht wie ursprünglich geplant ebenso wie die CD unter Avantgarde, sondern unter dem deutschen Label Obscure Abhorrence Productions, unter welchem ja schon einiges von Drowning The Light veröffentlicht wurde in der Vergangenheit.







Das Album ansich zählt für mich zu einem der besten, die die Band jemals eingespielt haben. "An Alignment of Dead Stars" ist okkult, mystisch, satanisch und erhaben - aber auch düster, melancholisch und teils sogar sehr depressiv. Nach einem kurzen instrumentalen Einklang geht's auch gleich in die Vollen mit "The Cult of Shadows", der gleich auch klarmacht, dass die Qualität der Songs erst einmal sehr gut ist, aber auch alles andere als sauber und eher hallend ist (produktionstechnisch). Das ganze wird immer mal wieder durch instrumentale Einspielungen aufgelockert, was der Atmosphäre sehr gut tut. Die meisten Songs sind auch eher wirkliche Black Metal-Granaten, soll heißen: sehr reißerisch und kriegerisch, richtig aggressiv vorgetragen, wobei solche Lieder wie "Gone..." oder "In a Time of Honour", die auch einen gewissen Ambient-Einfluss inne haben, dann doch eher düster und melancholisch wirken.

Fazit:
Dass es "An Alignment of Dead Stars" endlich auch mal auf Vinyl geschafft hat, freut mich sehr, und dieses Release habe ich schon lange herbeigesehnt um ehrlich zu sein. Neben dem Album enthält die 2LP-Fassung auch noch die '10 Demo "Rise of the Black Serpent" als Bonus auf der D-Seite. Limitiert ist das ganze auf 500 Exemplare, die ersten 150 im farbigen Vinyl.

9.0 / 10 Punkte

Samstag, 27. August 2011

Review: Thyrgrim - Monument (CD, Nocturnal Empire)

Nach drei Jahren des Wartens seit dem letzten Album "Niedergang" veröffentlichten Thyrgrim aus Moers dieses Jahr ihr mittlerweile drittes Album "Momument".










Nach einem instrumentalen Intro geht es auch gleich in die Vollen mit dem Lied "Sturmgesang". Hasstriefende Vocals paaren sich mit messerscharfen, schneidenden und druckvollen instrumentalen Darbietungen. Zur Mitte hin gibt es sogar einen kleinen Break, in der die Gitarren aussetzen, und nur die Drums samt Flüstergesang zu hören sind... intensiv! "Zwielicht" fängt da eher gediegener an, mit Akustikgitarren und anschließend eher getragenen, eher langsam gespielten Instrumenten. Ein sehr melancholisch unmutender Song, der zur Mitte hin aber abrupt an Geschwindigkeit und Härte zunimmt, bis gegen Ende wieder eine Akustikgitarre auftaucht und das ganze ausklingen lässt. Sehr emotional und ergreifend. "Des Lebens Zerfall" ist dann eine wirkliche Raserei und wahrer Hassbatzen. Das atmospährische Gitarren-/Schlagzeug-Spiel gegen Ende des Songs sei ihr besonders erwähnt. "Bare Doeden" ist Black Metal Song mit leicht düsterem Pagan-Einfluss im nordischen Stil. Sehr erhaben vorgetragen. "Endzeit" ist in etwa so wie "Des Lebens Zerfall", wenn auch nicht ganz so rasend und wild vorgetragen, wobei man hier gegen Ende noch einiges an Geschwindigkeit zulegt. "Zeit des Abschieds" war ja bereits auf der Demo "Kältetot" enthalten und ist dem verstorbenen Nazgul gewidmet. Nazgul war bis zu seinem plötzlichen Tod Sänger der Band Tavaron und nahm mit der Formation das erste Album "Suizid" sowie ein Demo auf. Nicht zuletzt aufgrund des Hintergrunds ein sehr ergreifendes Lied, was auch sehr episch und getragen daherkommt. Der Song wurde natürlich auch komplett neu aufgenommen für das Album. "Bevor ich gehe" stellt dann auch gleichzeitig den ausklingenden Song dar und setzt nochmals einiges an negativen Emotionen frei.

Fazit:
Der Titel des Albums passt. Mit diesem Album haben sich Thyrgrim definitiv ihr "Monument" errichtet - es ist mit Abstand das beste, was ich bisher von der Band zu hören bekommen habe, und für mich auch eines der besten Werke, die das Jahr 2011 bisher hervorgebracht hat! Absolute Kaufempfehlung meinerseits!

9.5 / 10 Punkte

Review: Bonjour Tristesse - Par Un Sourire (CD, Self Mutilation Services)

'Auweia, wieder mal Depressive Black Metal' dachte ich gleich beim ersten Begutachten des Covers. Richtig vermutet - allerdings ist das Album "Par Un Sourire" gar nicht mal so schlecht, wie anfänglich vermutet.









Hinter Bonjour Tristesse verbirgt sich auch kein Unbekannter... so handelt es sich hier um ein Band-Projekt von Nathanael, der mit seiner Post Rock/Black Metal-Band Thränenkind ja auch schon einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzt. Bonjour Tristesse jedoch orientiert sich rein instrumental gesehen nur auf DSBM. Insgesamt gibt es dann sechs überlange Songs zu hören, die eine Gesamtspielzeit von gut 46 Minuten aufweisen. Das ist schon beachtlich und endet auch nicht wie bei so vielen Vertretern dieses Genres in unnötig in die Länge gezogene langweilige dahingerotzte Lieder, sondern man bewegt sich hier schon auf einem Niveau mit Bands wie beispielsweise Andrarakh. Wobei einem die Songs hier manchmal auch nicht schnell genug vorüber gehen können. So finde ich "Wieder allein" einfach nur langweilig, "Mit einem Lächeln" ist da schon eine Spur besser, grandios sind die Songs "Freiheit" und "Lebenskraft", da sie auch reich an Ideen und Details sind. Der erste und letzte Song ist ein konzeptioneller Zweiteiler, der noch mit passenden Samples unterlegt wurde.

Fazit:
Ein, wenn auch nicht durchweg, gelungenes Album aus der Sparte des Depressive Black Metal. Auch eindeutig eine der besten Veröffentlichungen des Labels S.M.S. bisher in meinen Augen - jedenfalls von denen, die mir bekannt sind. "Par Un Sourire" kann ich all jenen empfehlen, die mit solcher Art von Musik etwas anzufangen wissen und Bands wie z.B. Andrarakh hören. Mich würde auch einmal interessieren, aus welcher Quelle man die Samples bezogen hat.

8.0 / 10 Punkte

Review: Kaiserreich - Ravencrowned (CD, De Tenebrarum Principio)

Die Italiener Kapelle Kaiserreich lässt nach der Split mit Nocturnal Depression endlich mal wieder in Form eines vollständigen Albums von sich hören.









Präsentiert werden hier 10 Lieder, wobei das erste lediglich ein Intro darstellt, welches einem Film entnommen wurde. Der erste wirkliche Song "Vae Victis" macht dann auch gleich klar, was der geneigte Hörer von diesem Album erwarten darf... brachialer Black Metal, der zwar hart aber trotzdem gut produziert ist und sich zumeist im getragen hymnischen Midtempo-Bereich bewegt. Allerdings war's das größtenteils auch schon, wenn man sich so die ersten paar Songs anhört - denn wirkliche Abwechslung kommt hier selten auf. Aber ab der Mitte wird es dann wieder besser, da die Lieder auch individueller gestaltet zu sein scheinen. Von eher melancholisch wirkenden Hymnen wie "Cruore Nero"  bishin zu rasanten Hasstriaden wie "A.B. 86" ist so ziemlich alles vertreten.

Fazit:
Insgesamt kein schlechtes Album, aber auch kein wirklich gutes. Die Lieder kommen einfach zu monoton rüber, bieten zu wenig Details und Abwechslung. Die Struktur ist bis auf einige Ausnahmen immer die selbe: Midtempo und dann langsame, aber stete Steigerung der Geschwindigkeit. Die paar hervorstechenden Songs können das Album dann doch irgendwie retten, aber bevor ihr einen Kauf erwägt, würde ich euch empfehlen zunächst in das Album reinzuhören.

4.5 / 10 Punkte

Dienstag, 16. August 2011

Review: Ah Ciliz - Reawakening Ancient Sorrow (CD, Selbstmord Kommando)

Aus Amiland, genauer aus L.A. stammt diese Ein-Mann-Band - auf Grund der Gastauftritte hätte ich eher auf Südamerika getippt, aber was soll's. E. von Ah Ciliz präsentiert mit "Reawakening Ancient Sorrow" sein erstes vollständiges Album. Ob's was kann, lest ihr nun im folgenden.









Gespielt wird atmosphärischer Depressiv Black Metal, vom Stil her ähnlich wie ihn beispielsweise die Franzosen Nocturnal Depression zelebrieren (ich rede hier vorallem von ihrem Werk "Nostalgia").  Das Album hält ganze neun Songs bereit, die alle eine Länge zwischen 4 und 7 1/2 Minuten aufweisen, wobei einige Songs eigentlich auch rein instrumentale Stücke mit Sample-Einlagen und gelegentlichen Schreien zu sein scheinen. Ich muss ehrlich gestehen, dass mich die erste Hälfte des Albums nicht wirklich vom Hocker haut... zu gewöhnlich die Machart und der Gesang ist knapp an der Grenze zum Emo-Heulsusen-BM. Wobei man in Track eins und zwei sogar noch Hilfe an den Drums hatte - nämlich von W. (Grimlair). Lied Nummer eins ist als Intro auch noch ganz pasabel und atmosphärisch. Musikalisch geht "Oceans From My Veins" auch noch in Ordnung, nur der Gesang macht hier einiges an Atmosphäre kaputt. "Comatose" wirkt dann schon unnötig in die Länge gezogen. "Fragil Sirviente" ist ein sehr atmosphärisch dichter Depressive Black Metal-Song, leidet aber darunter, dass man auch hier das Gefühl hat, das alles schon gehört zu haben. Ab "Creators Of Time (Mayan Ressurection)" scheint es dann dafür aber richtig interessant zu werden, so kann man den Song getrost als Überleitung zu dem nun folgenden sehen. Die Songs "Ancient Mayan Sorcery" und "Over the Andes" sind nämlich ungleich rauer und ursprünglicher als die vorhergegangenen Lieder. Das gefällt mir auch wesentlich besser, da es in meinen Augen einfach mehr mit dem eigentlichen Black Metal zu tun hat. Es folgen die beiden Bonus Lieder "YourSelf-Mutilation", der ein sehr raues Stück Suizid Black Metal verkörpert, und "Years of Sorrow", der eher im Stile klassischer melancholischer Black Metal-Stücke gehalten ist, erinnert er instrumental doch etwas an das erste Burzum-Album.

Fazit:
Atmosphärisch ist das Album auf jeden Fall, auch wenn die ersten vier Lieder mich jetzt nicht unbedingt ansprechen, und in meinen Augen wohl eher nur Durchschnitt sind. Ab Lied fünf aber wird die CD richtig gut, und die restlichen Songs sind mehr als nur hörenswert. Limitiert ist die Vinyl-CD mit Pro-Inlayprint (beidseitiger Druck) und im DVD-Case im übrigen auf 100 handnummerierte Exemplare. Es gab auch mal eine Zeit, da hätte das Album sicherlich mehr Punkte von mir erhalten, da ich es auch allgemein für besser befunden hätte, aber so...

7.5 / 10 Punkte

Montag, 15. August 2011

Review: Zorn - Menschenfeind II: Antichristliches Naturerbe (CD, Christhunt)

Das nunmehr vierte Voll-Album der deutschen Kapelle Zorn erschien ja auch schon vor einiger Zeit, jedoch fiel mir letztens beim erneuten hören von "Menschenfeind II" auf, dass ich bisher noch keine Rezension zu dem Werk geschrieben hatte, was ich hiermit jetzt nachholen möchte...








Nach den Alben "Schwarz Metall", "Menschenfeind" und "Todesschwadron", sowie diversen Promos und zwei Split EP's wird das neue Album wohl keine großen Überraschungen bergen... könnte man annehmen. Aber tatsächlich ist "Menschenfeind II - A.N." das wohl ausgereifteste und zugleich stärkste Album der Terror Truppe. Dabei sollte das Album ja ursprünglich mal bei Black Hate veröffentlicht werden, warum man aber dennoch auf Christhunt veröffentlichte, kann man nur mutmaßen. Wie dem auch sei - das Album hält die wohl aggressivsten, druckvollsten, weil am besten produzierten Songs der Band bisher bereit. Geboten werden deren übrigens acht Stück bei einer Gesamtspielzeit von knappen 48 Minuten. Der Black Metal ist sehr oldschool, irgendwo zwischen typisch deutschem und typisch nordischem anzusiedeln. Oftmals im Midtempo präsentiert, aber dann und wann auch mal sehr aggressiv knüppelnd - Gefangene werden hier auf jeden Fall nicht gemacht, und Verschnaufpausen gewährt man dem Hörer keine. Titel wie "Vektoren der Dummheit", "...für eure Ignoranz", "Spottgeburten" oder "Zerstöre den Mensch" sprechen schon eine deutliche Sprache, eine noch deutlichere die Texte, die man sogar bis auf einige Stellen sehr gut versteht. Der Gesang stellt für mich auch eigentlich den einzigen wirklichen Kritikpunkt der CD dar - mit diesem arg technisch verzerrtem kann ich mich einfach nicht ganz anfreunden, und so zündet dieser auch nur bei manchen Gelegenheiten bei mir. Genial finde ich den absolut düster-depressiven Brecher "Endloses Leer", der mit seinen knapp 11 Minuten Spielzeit für mich das Highlight des Albums darstellt.

Fazit:
Das beste Album aus der Feder von Zorn bisher. Druckvolle Produktion, hasserfüllte Atmosphären, ein Gesang, der trotz allem im großen und ganzen auch in Ordnung geht... ein überdurchschnittliches Album, das auf Grund seiner Machart aber wohl nicht jedermanns Geschmack treffen wird.

7.5 / 10 Punkte

Sonntag, 7. August 2011

Review: Ivenberg - Wunden (CD, Trollzorn)

Das zweite Album der gefeierten Coburger Band Ivenberg stellt für die Kombo einen riesen Schritt dar - zumindest in kommerzieller Hinsicht. So hat man "Wunden" nun unter dem Banner des eher schon Mainstream-lastigen Labels Trollzorn veröffentlicht. Warum nicht mehr unter Asatru veröffentlicht wurde, kann man nur mutmaßen, aber ich denke mal, dass man sich von der immer mehr offensichtlichen politischen Entwicklung des Labels, vorallem aber des Vertriebes entfernen wollte.




Wie dem auch sei, ist ja eigentlich auch egal. Politik stinkt sowieso. Zurück also zum Kern - der Musik von Ivenberg. Die Horde um den ehemaligen Varg-Mann Morsan bietet auf "Wunden" sage und schreibe 12 Lieder, die immerhin auf eine Spielzeit von knapp 48 Minuten kommen. Musikalisch hat sich im Gegensatz zum letzten Album "Leben heisst sterben" nicht allzu viel verändert: es geht hauptsächlich ohne Umwege nach vorne, mit kleinen Zwischenpausen, groovige Riffs paaren sich mit kompromißlosem Drum-Playing. Der Gesang hat sich im oberflächlichen Vergleich auch nicht großartig verändert, im Detail merkt man diesem aber doch einige mehr Fascetten an... so erinnert er beispielsweise bei "Kalter Engel" vermehrt an den Stil von Eisregen. In "Mein Traum" gibt es ein technisch sehr schönes und sauberes Gitarren-Solo zu hören. "Der Anfang" ist ein mit Samples unterlegter instrumentaler Einklang zu dem Stück "Amen", an dessen Ende Morsan das Vater unser rezitiert... natürlich in entsprechend vokaler Form: zunächst klar, aber nach und nach immer keifender. "Menschheitsalptraum" besitzt gar nicht zu überhörende Anleihen an den klassischen Death Metal (die sind zwar durchweg im Album enthalten, kommen hier jedoch wie ich finde am deutlichsten zum tragen). Auch der Break mit dem Flüstern und den Streichern im letzten Drittel des Songs kann sich hören lassen. Das weiß auf jeden Fall zu gefallen und sind nur einige der detailfreudigen Ideen, die die Band in diesem Album umgesetzt hat.

Fazit:
"Wunden" wird einigen vielleicht eine Spur zu 'modern' klingen. Das geht mir teilweise nicht anders, zumal es noch eine Spur technisch sauberer klingt als "Leben heisst sterben". Aber insgesamt betrachtet mag ich den Stil der Band - sowohl in musikalischer als auch in textlicher und konzeptioneller Hinsicht. Ein nahezu perfektes Metal-Album!

9.5 / 10 Punkte

Review: Ravenskull - L'agonie Du Genre Humain (CD, Selbstmord Kommando)

Bei Ravenskull handelt es sich um eine relativ junge Black Metal-Band aus Frankreich, die sich den Ursprüngen des französischen Black Metals angenommen zu haben scheinen, denn das Liedgut klingt teils wirklich stark nach diversen alten Kombos der Legions Noires - dazu eine Prise Burzum zu der Schaffensphase von "Filosofem", einen Hauch älterer Marduk, sowie leichte Pagan-Anleihen - schon hat man den ersten Tonträger mit Namen "L'agonie du Genre Humain" (soviel wie "Die Agonie der Menschlichkeit" oder einfach "Menschheits Agonie").





Wie man vom Titel schließen könnte, geht es hier sehr misanthropisch zu, auch wenn ich nur die Hälfte der Texte verstehe, ob meiner fehlenden Französisch-Kenntnisse. Die Texte sind im übrigen alle abgedruckt. Geboten werden insgesamt vier Lieder, die allerdings alle Überlänge aufweisen und daher eine Gesamtspielzeit von gut 29 Minuten erreicht wird.

Fazit:
Insgesamt ein sehr französisches Werk, von der Spielart, wie ich es mir eigentlich öfters aus diesem Land wünsche. Mit Abstand also eins der besten Werke, die ich in letzter Zeit aus dem französischen Underground zu hören bekommen habe! Eine sehr intensive Erfahrung. Kommt als Pro-CDr in DVD-Case mit beidseitig bedrucktem Inlay. Limitiert auf 100 handnummerierte Exemplare.

8.5 / 10 Punkte

Review: Evil - Pure Black Evil (CD, Hammer Of Damnation)

Die Underground Kombo aus Brasilien lässt mal wieder von sich hören... das letzte Mal, als ich den Namen Evil registierte war im Zusammenhang mit der Drowning The Light Split. Nun liegt mit "Pure Black Evil" eine Art Best Of der Band vor.








Sollte man entgegengesetzt aller Wahrscheinlichkeit alle Demos, Alben und Splits der Band besitzen, macht ein Best Of-Album bekanntlich ja nicht allzu viel Sinn. Allerdings ist das im Falle von Evil doch recht unwahrscheinlich wie schon erwähnt (vorallem, wenn man doch eher in Europa beheimatet ist, sprich sehr weit weg). Lohnen tut sich diese Zusammenstellung also allemale, zudem hier wirklich so gut wie alle raren Stücke zum besten gegeben werden... so z.B. die Original-Aufnahme von "A Southern War from the Winter's March" oder das geniale "In the Forest of Insanity and Sorrow". Die Qualität der Aufnahmen schwankt teils sehr, dadurch, dass die einzelnen Stücke wohl nicht neu gemastert wurden, und so belassen wurden, wie sie waren. Auch das relativ aktuelle "Iron Tyranny" von der Split mit Abigail ist hier enthalten - und das Stück hat neben dem Black Metal noch einen sehr old schooligen Thrash-Einschlag, der sehr gefällt. Oben drauf gibt es neben dem sehr guten Moonblood Cover "Burning In Hell", welches ja schon auf der offiziellen Tribut-CD erschien, noch zwei bisher unveröffentlichte Stücke zu hören: einmal das instrumentale Intro "Pure Black Evil" und den letzten, versteckten Song "Into the Cosmic Cataclysm", der mit knapp sieben Minuten Spielzeit aufwartet und zum Schluß noch einmal alles wegfegt, was ihm im Weg ist.

Fazit:
Eine lohnenswerte Best Of der Band, vorallem für alle die, die Evil bisher noch nicht gut oder gar nicht kannten. Musikalisch gesehen keine Bedenken. Jedoch finde ich es merkwürdig, dass sich Evil trotz ihrer neuartigen eindeutigen Aussprache gegen politische Extreme für so einige kontroverse Aufnahmen entschieden haben, die zudem ja überwiegend noch von extrem kontroversen Splits stammen. Ob das unbedingt der Sache dienlich ist, seinen vorhandenen Ruf loszuwerden, wage ich mal stark zu bezweifeln.

8.0 / 10 Punkte

Mittwoch, 3. August 2011

Review: Veintears - Redemption Of The Soul (CD, Selbstmord Kommando)

Ihr aktuelles Debüt-Album präsentierten vor ein paar Monaten die drei Griechen Veintears in Form einer CDr in DVD-Case mit professionellem Artwork.










Veintears gehen einmal mehr in die depressivere Richtung, und so passt die Umschreibung Depressive Black Metal auch sehr gut auf die Band. Positiv ist hierbei zu erwähnen, dass man sich musikalisch aber nicht unbedingt auf den typischen DSBM-Stil beschränkt. Die Instrumente werden oftmals sogar eher im Uptempo gehalten, was ja schon als sehr gewagt für dieses Sub-Genre bezeichnet werden darf... aber gerade auch dadurch entsteht eine sehr depressive Atmosphäre, die auch wirklich authentisch ist. In dem Stil sind zumindest die ersten beiden Songs "Religious Disputes" und "Isolation" gehalten, wobei zweitgenannter noch einen schönen Akustik-Part im Mittelteil hat, der die ganze Sache etwas runder macht. "Incubus Convultions" wurde wohl unter anderen Umständen aufgenommen, so hingt die Qualität der Aufnahme doch schon etwas. Trotzdem ein sehr guter Black Metal Song, dem man eigentlich auch nicht weiter anmerkt, dass es sich um eine DSBM Band handelt. Dies kommt hauptsächlich bei den vereinzelt eingestreuten Schreien durch, die zumeist sehr schrill sind, wie beim Ambient-Stück "Howling at Dawn". Der vorletzte Song "Reaching the End" ist vergleichbar mit Bands wie Amesoeurs oder Heretoir, lange instrumentale Passagen mit kürzeren Gesangspassagen, die Musik geht etwas in Richtung Post Rock. Das sagt mir sehr zu. Zu guter letzt geht "Nighttime Depression" in eine ähnliche Richtung, wie die ersten beiden Tracks, ist aber eine Spur gewöhnlicher, und stellt für mich den schwächsten Song auf dem Album dar.

Fazit:
Ein überraschend gutes Release aus dem Depressive Black Metal Sektor! Harte Töne, ein mal wirklich verzweifelter Gesang, der aber auch Zähne zeigt - man kann den Griechen-BM auf jeden Fall heraus hören. Für mich sicher nicht die Erfüllung, aber doch eins der besten Alben, die ich aus dem Bereich kenne. Limitiert auf 100 handnummerierte Exemplare, kommt als Pro-CDr mit roter Abspielseite, wie beschrieben im DVD-Case und Inlay-Card.

7.5 / 10 Punkte