Dienstag, 24. Mai 2011

Review: Nargaroth - Spectral Visions Of Mental Warfare (CD, No Colours)

Als ich die CD beim Durchstöbern der Regale im Second-Hand-Laden erblickte, hätte ich mich eigentlich schon fragen sollen, warum zum Teufel ein aktuelles Album bereits wieder auf dem Grabbeltisch liegt. Trotz dieser offensichtlichen nonverbalen Warnung, kaufte ich mir das Album aber dennoch - ich mein' Nargaroth kann ja so schlecht nicht sein.







Dachte ich... bei aller Liebe - und ich konnte bisher jedem Werk von Nargaroth etwas abgewinnen, schließlich war es eine der ersten Bands, deren Musik ich damals aus dem Genre gehört hatte - aber das hier ist einfach... ich will nicht sagen totaler Schrott, aber genau das würde es in etwa treffen. Während das schöne Intro noch ganz erträglich ist, verschwindet der zweite Song bereits in der Belanglosigkeit der Durchschnitts-Musik, zudem habe ich den Eindruck, dass hier ganz bewusst und sehr reichhaltig geklaut wurde. "Diving Among The Daughters Of The Sea" klingt dagegen wieder recht nett - vorausgesetzt man kann sich für Ambient begeistern. Das Stück erinnert einen an "Das schwarze Gemälde" von der "Herbstleyd"-Platte - für ein Intro oder eine reine Ambient-Scheibe ganz gut hörbar, für ein Zwischenstück jedoch eindeutig zu lang. Lied Nummer 4 hört sich wie Lord Wind an, und ist daher ebenso allenfalls als Intro oder Zwischenstück zu gebrauchen. Lied 5 ist genauso wie Lied 8 der Gipfel - hier hört man irgendeinen Mix aus Industrial Gothic/Ambient/Dance - was für eine Schande angesichts der verschwendeten Lebenszeit, die ich mit dem anhören zugebracht habe. Doch einen Hoffnungsschimmer gibt es! Und zwar in Form des Songs "A Whisper Underneath The Bark Of Old Trees"! Dieser gut 10 1/2-minütige Wermutstropfen hat es in sich. So hat er gewisse Parallelen zu dem Titel "Herbst" aus der "Jahreszeiten". Ein sehr melancholischer Song - genau von der Art, für die ich Nargaroth so schätze. Der folgende titelgebende Track ist vom etwa gleichen Schlag, fasziniert auch durch einige Ideen, wie das Flötenspiel im Mittelteil. Hätte es mehr solcher Songs gegeben - das Album wäre um Längen besser geworden.

Fazit:
Ich habe ja nichts gegen künstlerische Freiheit, doch wenn man mit einem Mal versucht, seinen Stil krampfhaft abzulegen, ging das schon in der Vergangenheit nur sehr selten gut. Das neue Album von Nargaroth bildet da leider keine Ausnahme. Ich hatte jetzt leider nur die Möglichkeit, die CD-Veröffentlichung zu bewerten, würde mich aber auch noch einmal an die Vinyl-Auflage wagen, da dort schließlich noch 5 weitere Lieder geboten werden. Vielleicht sind die ja besser doch noch besser, als der Großteil des regulären Albums. Wenn ich mal an die Platte komme, werde ich es euch wissen lassen.

3.0 / 10 Punkte

Review: Mortal Remains - Next Level (LP, Eigenproduktion)

Bereits 2007 erschien das immer noch aktuelle Album der Thrasher aus dem Bergischen Land. Als ich die Platte vor ein paar Monaten in einem Laden in Wuppertal entdeckte, nahm ich sie natürlich sofort mit, denn mich überraschte schon ein bisschen, dass die Band überhaupt noch was macht, schließlich hatte ich nach der "Black Metal" Single nichts mehr von ihnen gehört... was wahrscheinlich auch an meinem Umzug liegen dürfte.


Nun, allen, die die erste Demo-CD "Full Speed Ahead" besitzen sei gesagt: bis auf die Besetzung hat sich nichts grundlegend verändert! Es wird immer noch luppenreiner old school Thrash Metal geboten, mit einer leichten Anleihe an den Black Metal. Das wird schon beim ersten Lied "Here We Are" deutlich. "My Revenge", der dritte Titel, bietet sogar im Mittelteil eine sehr bekannte lustige Fernsehmelodie, die wohl jeder kennen dürfte, und damit auch in der Tradition von z.B. Destruction steht. Apropos Lieder - derer werden insgesamt 10 Stück geboten, wobei das letzte "In The Line Of Fire" eine Neuaufnahme der ersten Demo darstellt.

Fazit:
Pure Thrash Metal. Old School As Fuck! Das genügt eigentlich schon, um die Platte zu beschreiben. Mir gefällt ein gelegentlicher Ausflug ins Thrash-Genre, und diese Platte ist dafür bestens geeignet. Die LP kommt übrigens in einer Auflage von 500 Exemplaren mit allen abgedruckten Texten und einem Poster.

7.5 / 10 Punkte

Review: I Saw The Devil (Einzel-DVD, Splendid Black Edition, Uncut)

Wäre es ein Film aus Amiland... er würde unter Garantie der Saw-Reihe angehören... doch halt! Mit "I saw the devil" liefert der süd-koreanische Regisseur Kim Jee-woon (der auch für den genialen "Bittersweet Life" verantwortlich zeichnet) eine bedrückende, in düsteren und langsamen, intensiven Bildern erzählte Schauermär ab. Fernab des westlichen Mainstream-Einheitsbrei.





Im Grunde genommen also eigentlich gar nicht mit Saw vergleichbar, auch wenn die Thematik eine ähnliche ist, zumal "I saw the devil", wie irgendwie jeder koreanische Film eher einem Arthaus Film anmutet - trotz seiner brachialen Gewaltdarstellung und der menschlichen Abgründe, die hier schonungslos offen gelegt werden.

Worum geht es also? Der Psychopath Kyung-chul (gespielt von einem fabelhaften Choi Min-sik - bekannt aus "Oldboy" von Park Chan-wook) verbringt seine nächtliche Freizeit als Serienkiller und hat seinen Spaß daran, in seinem Schulbus jungen Frauen aufzulauern und sie hinterher zu verschleppen und anschließend zu töten. Zumindest wünschen sich die Damen freiwillig den Tod, nachdem er mit ihnen fertig ist, denn Kyung-chul ist ein besessener, pervers-sadistischer Triebtäter, der Laune an grausam-langsamen Tötungsarten hat, die er auch bis zuletzt auslotet. Bis er eines Nachts auf einer schneebedeckten Straße auf die mit dem Auto liegen gebliebene Ju-yeon trifft. Er entführt sie auf brutale Weise, foltert sie und zerstückelt anschließend ihre Leiche... und die ihres ungeborenen Kindes. Diverse Leichenteile werden ein paar Tage später von der Polizei in einem Fluss gefunden.
Nun offenbart sich dem Zuschauer: Ju-yeon war die Tochter des inzwischen in den vorzeitigen Ruhestand getretenen Polizeipräsidenten Jang - und die Verlobte des Staatsagenten Soo-hyun, der ihr und ihrem Vater Rache an dem Mörder schwört. Durch Jang, der immer noch wichtige Kontakte hat, erhält Soo-hyun die nötigen Ausrüstungen um Kyung-chul aufzuspüren.

Und da könnte der Film eigentlich zu Ende sein, wenn... ja, wenn es sich hier nicht um einen Film aus Asien sondern aus Mainstream-Hollywood handeln würde. Denn wo andere Filme enden, fängt "I saw the devil" erst an. Denn Soo-hyun will den Psychopathen nicht einfach nur töten, nein! Er will ihn leiden lassen! Er soll für die Folterungen und für die Quälereien an all den Frauen und jungen Mädchen bezahlen! Was folgt ist eine beispiellose Kartografisierung eines ehrbaren Bürgers, der sich nach und nach in genau so ein Monster verwandelt, welches er mit Kyung-chul eigentlich töten wollte.

Mehr sei an dieser Stelle einmal nicht verraten, zudem glaube ich, dass ich ohnehin schon zuviel Spoiler in meine Bewertung gepackt habe. Es ist egal. Es ist gerade genug, um sich ein Bild von "I saw the devil" machen zu können. Den Hauch der Essenz des Films zu spüren. Kim Jee-woon hat mit dieser Geschichte ein wahres, Grauen erweckendes Meisterwerk geschaffen, das ganz im Stile anderer Rache-Thriller aus Korea steht und doch auch wieder anders ist... ich glaube am ehesten lässt sich der Film noch mit Park Chan-wook's "Sympathy for Mr. Vengeance" vergleichen, in dem das Thema Rache ebenfalls nur ein böses Erwachen für den Protagonisten hatte. Getragen wird die Erzählung von wunderschönen, nihilistischen und düster-grausamen Bildern. Nicht zuletzt lebt die Story aber auch von ihren erstklassigen Darstellern, allen voran natürlich Choi Min-sik, der hier wirklich eine Glanzleistung als kranker Psycho, der einerseits ein perverser Mädchenschänder ist, und fast gleichzeitig so sentimental, sympathisch und verletzlich wirkt, dass man fast Mitleid mit ihm haben könnte, wenn man sieht, was er hinterher alles erdulden muss. Doch man hat kein Mitleid mit ihm. Man wünscht ihm den Tod. Von ganzem Herzen.
Und so kommt die Frage auf: wann hört der Mensch eigentlich auf "Mensch" zu sein, und wann überwiegt das Tier in ihm?

Ein Film, der vielleicht nicht auf Anhieb zündet, aber der einen trotzdem schon nach dem ersten Anschauen dazu bringt, sich mit ihm auseinanderzusetzen. Zwangsweise über ihn nachzudenken. Man hat tatsächlich den Eindruck, als wenn der Regisseur den Teufel gesehen habe, als er dieses Werk schuf.

In diesem Sinne... schaut euch den Film unbedingt an, wenn ihr mit asiatischem Kino etwas anzufangen wisst - es lohnt sich! Und schaut euch "I saw the devil" unbedingt in seiner ungeschnittenen Fassung an (das mit dem schönen §131 StGB Logo ;-)), denn in der geschnittenen FSK18-Fassung fehlen satte 11 Minuten des Films!

8.0 / 10 Punkte

Review: Zornestrieb - Kalter Zeiten Ewigkeit (CDr, Black Devastation)

Neben dem neuen Mini-Album von Wolfsschrei fiel mir auch diese CDr des Labels Black Devastation kürzlich in die Hände.

 









Das Trio liefert mit "Kalter Zeiten Ewigkeit" ihr erstes Demo ab, bestehend aus vier überlangen Songs mit einer Gesamtspielzeit von immerhin knapp 33 Minuten. Bei solch' langen Liedern für ein erstes Lebenszeichen sollte man natürlich auch zunächst einmal skeptisch sein, ob es sich da nicht nur um gestreckte 08/15 Dinger handelt. Glücklicherweise verhält es sich hier aber nicht so - die Jungs verstehen hier Handwerk eindeutig, bauen sogar gekonnt sehr dichte Atmosphären auf - auch durch Einsatz von Akustik-Gitarren, und flüssigen Tempo-Wechseln innerhalb der einzelnen Stücke. Aber auch so sind die vier Songs schon sehr individuell gehalten, und keiner gleicht völlig dem anderen. Zudem hat man mit dem dritten Lied "Vor Eises Zeit" eine nette Black Metal-Hymne geschaffen, die Immortal-mäßig anfängt und sich dann vom Tempo her immer weiter steigert. Um das Hymnenhafte noch zu unterstreichen setzt der Gesang auch erst mit Beginn von Minute 5 ein.

Fazit:
Eine lohnenswerte Demo-CDr, die vorallem noch professionell veröffentlicht wurde - ich hätte es am liebsten auch noch auf Tape gesehen, aber man kann ja nich alles haben, hehe. Anspieltipps meinerseits sind eindeutig "Triebe der Befreiung" und "Vor Eises Zeit" - aber auch die beiden anderen Songs sind nicht minder zu verachten! Limitiert ist das ganze auf gerade einmal 250 handnummerierte Exemplare - wer hat, der hat.

8.5 / 10 Punkte


(original geschrieben am 26. Januar 2011)

Edit (09.06.11):
Inzwischen ist auch die Tape-Version der Demo veröffentlicht worden.

Review: Die Toten kehren wieder mit dem Wind - Ich träume von Finsternis (CD, Karge Welten Kunstverlag)

Das neue Album des Solo-Projekts aus Bayern hat lange Zeit auf sich warten lassen, immerhin sind seit "Blut" gute drei Jahre vergangen, und zwischenzeitlich dachte ich gar, dass es Die Toten kehren wieder mit dem Wind überhaupt nicht mehr geben würde...

 






nun glücklicher Weise bin ich eines besseren belehrt worden, denn diese Band zählt für mich zu einer der innovativsten, eigenständigsten und damit interessantesten aus dem Deutschen Underground. Freilich wird auch hier das Rad nicht neu erfunden, und der Black Metal scheint eindeutig inspiriert von Bands wie Nargaroth bis hin zu Paysage d'hiver. Aber gerade diese Spannbreite macht das ganze so besonders - zudem merkt man hier, dass wirklich mit Herzblut an die Sache heran gegangen wurde. Die Musik hält sich weitestgehend im Mid-tempo, eher melancholischer und gediegener. Es gibt aber auch schnellere Passagen, genauso wie es Ambient-Passagen und krankhafte akkustische Einspielungen gibt, oder - ganz im Stile von alten Burzum-Sachen - Mixturen aus nihilistischem Black Metal und dunkler, okkult anmutender Ambient Musik (besonders "Illum Opportet Crescere, Me Autem Minui" sei hier erwähnt!).

Fazit:
Musik, die tief unter die Haut geht. Aber auch Musik, mit der man sich auseinandersetzen muss, da sie teils schwer zugänglich ist. DTKWMDW werden mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack treffen, es wird sicher auch nicht ein jeder einen Zugang zur Musik finden - entweder man mag es oder nicht. Aber wie schon oben erwähnt... diese Band stellt halt eine Besonderheit im Deutschen Underground da. Für mich persönlich das beste Album seit der Veröffentlichung von "Am Ufer des Sees"! Limitiert auf 500 Exemplare. CD kommt im gebundenen Cardbook (A5-Format).

8.0 / 10 Punkte


(original geschrieben am 26. Januar 2011)

Review: Cortex Dei - Cortex Dei (CD, Eigenproduktion)

Bereits letztes Jahr erblickte auch das CD-Debüt der Band Cortex Dei aus Osnabrück das Licht der Welt - nachdem ich ja bereits vor einer Weile die Preview geschrieben hatte, möchte ich nun auch endlich eine Review zum fertigen Werk nachreichen.

 






Wer schon einmal was von den Jungs gehört hat, und seien es nur Demo-Samples, der weiß, was man hier zu erwarten hat - eine wirklich gute Mischung aus melodischem Death und Black Metal, mit teils paganen Einflüssen ("Grimnismal"). Bis vor der Veröffentlichung nannte sich die Band auch noch Diabolus Cruor, allerdings wurde unter diesem Namen nichts veröffentlicht außer ein paar einzelnen Demo-Songs - und das auch nur in digitaler Form. Nun, auf ihrem ersten Werk warten Cortex Dei mit ganzen fünf Liedern auf, deren Spielzeiten immer zwischen 4-5 Minuten liegen. Musikalisch klingt das ganze schon sehr ausgereift, trotzdem mit einer sympathischen Underground-Attitüde und wirkt erfrischend druckvoll, spielfreudig und eigenständig. Aber ich muss gestehen, am meisten hat es mir der letzte Song angetan, namentlich "Utopia (or from the greatest Genocide)", ein druckvoller Black Metal Song, der zwar sehr melodisch wirkt, aber trotzdem eine ungezähmte Räudigkeit an den Tag legt. Hier finden sogar klare Gesangspassagen ihren Einsatz.

Fazit:
Ich hoffe, dass uns diese Band noch eine lange Zeit erhalten bleiben wird. Wie mir zu Ohren gekommen ist, besteht auch die berechtigte Hoffnung auf ein weiteres Werk - ich bin gespannt, und vielleicht findet man sich dann ja auch wieder zu einem Gespräch zusammen, hehe.
Die CD ist ohne Limitierung, jedenfalls soweit mir bekannt ist, allerdings kommen wohl die ersten 25 Exemplare mit einem Button sowie mit Unterschriften aller Mitglieder (keine Ahnung, ob das stimmt, meine CD jedenfalls hat beides) - also einfach mal bei der Band nachfragen unter
contact@cortex-dei.de

8.0 / 10 Punkte

(original geschrieben am 25. Januar 2011)

Review: Satanic Warmaster - Nachzehrer (LP, Northern Heritage)

Einmal mehr erhebt sich die satanische Macht aus tiefen nebelverhangenen finnischen Wäldern. Satanic Tyrant Werewolf präsentiert mit "Nachzehrer" das bereits vierte Voll-Album seines Hauptprojektes Satanic Warmaster...

 






Immerhin sind gute fünf Jahre seit dem letzten Album "Carelian Satanist Madness" vergangen. Auf den ersten Eindruck muss man sagen, dass "Nachzehrer" mit seinem sehr rauen Stil und der relativ undergroundigen Produktion ein klarer Rückschlag im Gegensatz zum vorherigen Album darstellt. Doch mit jedem Durchgang entfalten sich mehr und mehr atmosphärische Momente und Details. Beißende Gitarrensoli, unmenschliche Schreie und Gedanken an die Glorie der Nacht sind die Zutaten - und somit passt der musikalische Hintergrund eigentlich wie die Faust auf's berühmte Auge auf den Albumnamen, da der Nachzehrer ja selber ein Wesen der Nacht ist. Insgesamt bekommt man sieben Lieder zu hören, sowie ein Intro. Am meisten beeindruckt haben mich persönlich "Vampires", "One Shining Star", "Bestial Darkness" und "Rotting Raven's Blood". Aber wirkliche Aussetzer gibt es auf dem Album glücklicher Weise keine zu vermelden.

Fazit:
Das aktuelle Satanic Warmaster-Album beeindruckt durch seine unbändige Räudigkeit und atmosphärische Kälte. Die Stimme von S.T.W. ist mal wieder wunderbar keifend und hasserfüllt - es passt einfach alles zusammen. Das Review bezieht sich auf die Vinyl-Ausgabe des Albums, die über Northern Heritage veröffentlicht wurde. Limitierung ist mir unbekannt, allerdings ist das Album offiziell bereits beim Label vergriffen. Die CD erschien bei Werewolf Records.

8.5 / 10 Punkte


(original geschrieben am 25. Januar 2011)

Review: Inquisition - Omnious Doctrines Of The Perpetual Mystical Macrocosm (LP, No Colours)

Auch Inquisition, das Duo Kult-Duo aus Amiland - und in meinen Augen auch längst die einzigen würdigen Vertreter aus den USA - haben es sich 2010 nicht nehmen lassen, ihren satanischen Anhängern ein neues Album um die Ohren zu hauen.

 






Die zwei Hohepriester des Satans melden sich mit einem gewohnt lang betitelten Album zurück. Und schon beim ersten Hören fällt auf... Inquisition haben zu alter Stärke zurück gefunden, und sind dabei machtvoller und erhabener als jemals zuvor. Doch im Ernst: was Dagon und Incubus da auf die Beine gestellt haben grenzt schon an die Möglichkeiten des machbaren einer Zwei-Mann-Band. Dagon spielt die Gitarren so bitterböse, als hätte er nie etwas anderes gemacht, dazu passend sein sprichwörtlich "satanischen" Gesang. Incubus metzelt an den Drums meist, als wenn die Apokalypse vor der Tür stehe und es keinen Morgen mehr gäbe. So muss okkulte Musik klingen, und nicht anders. Die ersten Lieder sind mehr eine Art "Faustschlag in die christliche Welt" (um mal Zorn zu zitieren), "Desolate Funeral Chant" geht da etwas gediegener zu Werke, ist gar etwas doomig vom Rhythmus her, wirkt dafür aber nur umso böser, hehe. Eines haben jedoch alle Lieder gemeinsam - es sind nahezu zeitlos erhabene Hymnen für eine kommende Ära des Blutes und des grenzenlosen Chaos. Wenn man solche Songs wie "Cosmic Invocation Rites", "Upon The Fire Winged Demon", den titelgebenden Track oder "Hymn For A Dead Star" hört möchte man am liebsten auf die Knie fallen und um Vergebung bitten, da man sich angesichts dieser Erhabenheit als menschliches Wesen einfach nur unwürdig vorkommt, diese Essenz zu erfassen.

Fazit:
Wenn es eine Band heute überhaupt noch verdient ernsthaft als "satanisch" zu gelten, dann ist es, neben einer handvoll anderen, mit Sicherheit Inquisition! Nach den letzten eher mäßigen Alben kommt nun endlich jenes, auf das ich persönlich schon sehnsüchtig gewartet habe! Neben der Vinyl-Veröffentlichung von Monarque's "Fiere Heretique" für mich eindeutig DAS Album 2010! Das Album wurde als Jewelcase CD, sowie als A5-Digi (limitiert auf 1000 Stück), sowie als Vinyl in blau-weißem Splatter, rot, weiss (jeweils limitiert auf 100 Stück) und schwarz veröffentlicht. Das Review bezieht sich auf die blau-weiße Splatter, die übrigens sehr schick nach Wichsrückstanden aussieht, hrhr.

8.5 / 10 Punkte


(original geschrieben am 24. Januar 2011)

Review: Graveland & Kreuzfeuer - Tribute To The King Of Aquilonia (EP, Darkland Records)

Wer hätte das gedacht? Anno 2010 lässt die Deutsche Band Kreuzfeuer nach dem Tod ihres alten Sängers wieder von sich hören. Zwar nur in Form eines einzelnen Liedes, aber das ist immerhin sehr schick verpackt in einer 7'' Split mit dem ebenfalls sehr kultigen Ein-Mann-Bollwerk Graveland aus Polen...

 





Auf Seite A präsentiert dann auch gleich Herr Darken seinen neuesten Output mit "King of Aquilonia". Eigentlich wie immer und typisch für neuere Sachen von Graveland. Einleitung durch einen Chor, peitschende Gitarren, schepperndes Schlagzeug - immer nach vorn - den Abschluß bildet dann auch wieder ein Chor. Allerdings - und ich weiss nicht genau, ob es hauptsächlich nur daran liegt, dass es sich nur um ein einzelnes Lied handelt - muss ich sagen, dass dieser Song für mich das kompositorisch beste darstellt, was Rob Darken unter dem Namen Graveland seit Jahren veröffentlicht hat! Hinzu kommt noch der positive Aspekt, dass Keyboards fast gar nicht zum Einsatz kommen - und wenn dann fast ausschließlich nur in den Chorpassagen. Beim Hören von "King of Aquilonia" kommen mir ähnliche Bilder in den Sinn, wie ich sie noch mit glanzvolleren Zeiten Gravelands asoziiere (explizit "Immortal Pride").
Graveland: 9.0 / 10 Punkte

Die Platte umgedreht und es erklingen Kreuzfeuer mit "Zündet die Feuer". Musikalisch mächtiger als jemals zuvor. Geboten wird eine nette Mixtur aus Black/Pagan Metal, Thrash und Death. Dominierend ist aber eindeutig der Black/Pagan Metal, so kommt beispielsweise im Refrain auch Klargesang zum Einsatz und der Sänger hat eine sehr schön keifende Stimme. Auch wenn man sagen muss, dass man Kreuzfeuer eindeutig ihre Vergangenheit als Skin-Rock Band anhört. Nicht weiter schlimm, ich freu mich jedenfalls mal wieder etwas von dieser Kombo gehört zu haben.
Kreuzfeuer: 8.0 / 10 Punkte

Fazit:
Rob Darken hat es mit seiner Graveland-Seite geschafft, mir zu beweisen, dass er doch noch gute Sachen jenseits des 08/15 Pagan Black Metals veröffentlichen kann. Kreuzfeuer haben mich in mehrerlei Hinsicht überrascht - zum ersten, weil sie überhaupt mal wieder von sich hören machen, zum zweiten, weil das hier gebotene Tonmaterial wirklich nicht zu verachten ist - wenn man sich mit dem Thrash- und Rock-Einschlag anfreunden kann versteht sich. Bleibt noch zu erwähnen, dass diese 7'' Split-Vinyl auf 1500 Exemplare limitiert ist - natürlich durchnummeriert. Die ersten 500 kommen in einem sehr schicken grau-schwarzem Splatter-Vinyl - erinnert an dunklen Marmor oder Granit.

8.5 / 10 Punkte


(original geschrieben am 24. Januar 2011)

Review: Possessed By The Unholy Black Arts (4-Wege-Split) (CD, Christhunt Productions)

Selten genug, dass was brauchbares aus dem Hause Christhunt veröffentlicht wird - aus meiner Sicht war die letzte brauchbare Veröffentlichung das Debüt von Permafrost, sieht man mal von der relativ guten "Menschenfeind II" von Zorn ab... umso mehr ein Grund bei neuen interessanten Veröffentlichungen des Labels mal ein oder zwei Ohren zu riskieren.

 



Ich gebe zu, in erster Linie hat mich an dieser Split der Teil von Silberbach gereizt, da ich die Musik dieser Kombo sehr schätze. Aber von Anfang an. Zunächst einmal sei erwähnt, dass die CD als auf ein 500 Stück limitiertes Digi daher kommt und jeweils zwei Lieder der jeweiligen Band enthält.

Den Anfang macht dabei Moloch, die Ein-Mann-Kapelle aus der Ukraine, die ja momentan schwer angesagt ist. Der erste Beitrag heisst "Depressive Visionen eines sterbenden Herbstes", welcher Kennern bereits von dem "Isolation der Essenz" Album bekannt sein dürfte. Sehr räudiger, kranker Suizid Black Metal wie man ihn von Moloch gewohnt ist, verfeinert mit guten rein instrumentalen und akustischen Einlagen und Klargesang-Passagen. Darauf folgt mit "Ein Schweigen" ein etwa 4 1/2-minütiges kaltes und dunkles Ambient-Stück, was man ja auch von Moloch gewohnt ist, und was ja auch nicht jeder an der Musik mag.
Moloch: 6.0 / 10 Punkte

Koltum, die zweite vertretende Band auf dieser Split, haben in jüngster Vergangenheit ja bereits ein Album bei Satan Fights Humanity (S.F.H.) veröffentlicht, gehört hab ich es damals nicht - umso positiver bin ich jetzt überrascht, da es sich hier wirklich um eine qualitativ gute Band handelt. Die kommt im Übrigen aus Portugal und besteht aus drei Leuten. Der erste Song "War isn't end" geht direkt in die Vollen, wobei ihr ein rauer Sprechgesang zum Einsatz kommt. Dieser ist übrigens in Deutsch verfasst und wird von Porcus (Permafrost) zum besten gegeben. Ja, schon ganz schön krank, was der gute Mann da für Gedanken hegt, hehe. Aber verdammt - das ist der Stoff, aus dem Black Metal gemacht ist. Der Titel endet mit den Worten "...der Krieg beginnt jetzt!" gefolgt von einem markerschütternden Schrei... der Übergang zum zweiten Song "Decadence of the Traitors", der sich als druckvoll produzierter Hassbatzen entpumpt und ohne Gnade zum Angriff aufruft. Nicht minder brachial geht es auch beim letzten Beitrag der Truppe "Extermination of humanity" zu.
Koltum: 8.5 / 10 Punkte

Silberbach blasen mit "Trag Feuer in die Täler" zum Angriff. Dabei wird der Pfad, den man mit "...there will be blood" eingeschlagen hat, konsequent fortgeführt, d.h. rauer, erdiger Black Metal mit einer Hand voll schnigger Melodien. "The Silence of the Forest" mutet gar etwas melancholisch an. Vor allem aber die sehr guten Gitarrenspiele gefallen mir hier. Auch das Gekeife von Athanassius ist wieder sehr gut. Ähnlich wie bei Koltum Black Metal, der zum wilden headbangen inklusive ausrasten einlädt.
Silberbach: 8.5 / 10 Punkte

Kommen wir zum letzten "Act" - bei Mourning Soul handelt es sich um drei Italiener. Die zwei Lieder sind gut gespielter Black Metal mit reichlich Thrash-Einschlag (bei dem ersten mehr als beim zweiten), auch etwas Hardcore kann man hier und da raushören. Dabei geht der Gesang eher in Richtung Depressiv/Suizid, wird jedoch noch mit eingestreuten Growls unterlegt. Insgesamt sehr gelungene Beiträge.
Mourning Soul: 8.0

Fazit:
Moloch präsentiert sich hier eigentlich wie gewohnt. Koltum haben mich sehr angenehm überrascht, gelungen ist außerdem der Gastauftritt von Porcus. Silberbach eigentlich wie immer und Mourning Soul haben mich ebenfalls angenehm überrascht.. Übrigens ist die CD handnummeriert.

7.5 / 10 Punkte


(original geschrieben am 6. November 2010)

Review: Zuul - Zuul (MC, Eigenproduktion)

Ja, hallo erstmal...
ich weiss nicht, ob ihr's schon wusstet, aber es gibt heutzutage auch noch Death Metal Kombos, die ordentlich old school-mäßig Arsch treten können...

 








Zuul gehören mit ihrem im Jahr 2009 veröffentlichtem Demo definitiv dazu! Das Dreiergespann aus dem Pott warten hier mit vier Liedern auf - 'naja' wird der ein oder andere jetzt vielleicht kopfschüttelnd denken - doch haben diese drei, wenn auch zugegebenermaßen relativ kurzen, Beiträge einiges zu bieten und lassen so manch andere Band alt aussehen. Das ist jetzt nicht gerade auf die Produktion und die Aufnahmequalität bezogen, die ist nämlich sehr schön Rehearsal-mäßig, aber wenn man sich die Mühe macht und sich Zeit nimmt, entdeckt man schon einige nette Details, wie räudig hingerotzte Gitarrensoli, vokale Hasstriaden, instrumentale Vernichtungsfeldzüge und gut platzierte Tempowechsel - und gerade diese Mixtur macht auch das Besondere an diesem Demo aus - und gibt es auch  100 andere Kombos, die einen ähnlichen Stil haben, drauf geschissen - man merkt den Jungs an, dass sie mit Herzblut an die Sache rangehen und das ist letztlich das, was zählt.

Fazit:
Authentischer und atmosphärischer Death Metal der ganz alten, aber nichts desto trotz immer noch besten Schule! Fuck... das ist Mucke, die in den Ohren blutet - und so muss es auch! Limitiert ist das ganze übrigens auf 100 handnummerierte Exemplare! Ich hoffe auch auf zukünftige Releases.

"Obscure Death Metal"? Da sag ich doch "Jawohl!" PROST

7.5 / 10 Punkte


(original geschrieben am 3. November 2010)

Preview: Scarcross - Freidenker (CD, Lycaner Records)

Sprichwörtlich vor ein paar Minuten habe ich von dem baldigen Release des neuen Scarcross-Albums erfahren. Von dieser Band aus dem Freistaat Bayern hatte ich bisher nur namentlich gehört, handelt es sich bei dem Sänger doch um die Person, die auch bei dem genialen Ein-Mann-Projekt Waldgeflüster die Fäden zieht.



Mit "Freidenker" präsentiert man demnächst schon das zweite Voll-Album, und das wird es ziemlich in sich haben - jedenfalls lassen die pre-mastered Versions der mir zur Verfügung gestellten Songs schon einiges erhoffen, und klingen ehrlich gesagt bereits in dieser Form sehr vollendet. Ich hoffe nur, dass man hier nicht den Fehler machen wird, und das ganze noch überproduzieren wird...

Aber nun endlich zur Musik: die fünf, meist überlangen Songs bieten dem geneigten Hörer einiges - viel Melodie, Härte, aber auch einen gewissen Grad von Räudigkeit und Verträumtheit. Die gut platzierten Klargesänge fügen sich genauso hervorragend in das Gesamtbild ein wie die sauber gespielten Gitarren-Soli, die teilweise vorkommenden Growls und die progressiven, teils schon fast psychedelischen Einflüsse leisten ebenfalls ihren Teil zur reißenden Atmosphäre.

Doch, wenn "Freidenker" das hält, was die bisherigen Aufnahmen versprechen, wird man das Album getrost in einem Zug mit den Werken von Ctulu, Nocte Obducta und ähnlichen Gruppen nennen können, ohne zu lügen oder zu übertreiben. Mir persönlich gefallen die fünf Lieder sehr, gerade auch weil jeder für sich sehr individuell gehalten ist - trotzdem lässt sich immer noch deutlich eine Linie zwischen den Liedern erkennen.
Vorläufiges Urteil:

8.0 / 10 Punkte


(original geschrieben am 10. Oktober 2010)


edit:
Inzwischen ist das Album nun auch veröffentlicht, und ich kann sagen, dass meine Bedenken bezüglich der Überproduktion absolut unberechtigt waren, zwar hört sich das Material noch eine spur "sauberer" an, aber es ist trotzdem noch ein sehr atmosphärisches Album.

8.5 / 10 Punkte

Review: Visionaries Of Valiant Vagaries (4-Wege-Split) (CD, Slava Productions)

Es gibt beizeiten Veröffentlichungen, da lacht das Herz schon allein aufgrund der Aufmachung. "Visionaries of Valiant Vagaries" aus dem Hause Slava Productions ist so eine Veröffentlichung. Dabei handelt es sich hier um eine Split von vier Bands (die mit jeweils zwei Liedern vertreten sind), von denen zwei aus Deutschland und zwei aus Italien stammen.

 




Bevor ich zur Musik komme, ein paar Zeilen zur Aufmachung: professionelle CD im DVD-Case (Klarsicht), beidseitig bedrucktes Cover, ein beidseitig bedrucktes Blatt, dass sowohl als Poster und Infoblatt zu den einzelnen Bands dient, sowie einem vierseitigem Beiheft aus rauem Papier mit Liedertexten und zum Schluss noch einem exklusiven Aufnäher jeder Band.

Den Anfang machen Andrarakh aus Rostock, die mich ja in der Vergangenheit schon zu begeistern wussten, mit ihrer Art des depressiv-nostalgischen Black Metals. Den ersten Song bildet "Seelenwanderung", ein knapp 8-minütiges, sehr melancholisches Ambient-Stück, welches zudem mit Trommeln und Samples unterlegt ist, und dem einen oder anderen bereits von der Tape-Version der Demo "Von gefrierenden Wassern..." bekannt sein dürfte. Nach diesem atmosphärischen Einklang folgt "Einem Trugbildnis ergeben", welches die meisten wohl auch schon von der "Von gefrierenden Wassern..."-Demo kennen werden. Daher erspare ich mir hier längere Ausschweifungen, da das Review zu dieser Demo (selbstveröffentlichte CDr-Fassung) auch in meinem Blog nachzulesen ist.
Andrarakh: 7.5 / 10 Punkte

Es folgt nach diesem doch eher melancholisch-besinnlichem Stück das erste Lied von Triumphus Mortis aus Italien mit dem wohlklingenden Namen "Il Gelo del Silenzio" (etwa "Die Kälte der Stille"). Hier wird schon bei den ersten Klängen deutlich, dass hier ein anderer Wind weht. Ein Wind, der ziemlich von den Klängen Burzum's inspiriert zu sein scheint. Das kommt aber noch deutlicher beim zweiten Song "Il Volo del Corvi Imperiali" (soviel wie "Der Flug des kaiserlichen Raben")hervor. Monotoner, dennoch ergreifend hypnotischer Black Metal in Überlänge - davon könnte ich mir sogar noch wesentlich mehr als nur diese beiden Stücke anhören.
Triumphus Mortis: 9.0 / 10 Punkte

"Spirit" heisst das nun folgende Lied des eigentlich schon totgeglaubten Ein-Mann-Projektes Gorrenje. Im Beiheft wird der Titel übrigens als "Spirit of Black Metal" angekündigt, was wohl noch etwas deutlicher macht, um welchen "Spirit" es hier geht. Gorrenje wussten mich schon mit dem "Rabenglanz"-Demo aus dem Jahr 2005 zu fesseln und ich muss sagen, dass mir das hier noch einmal so gut gefällt. Sehr räudiger, schneller Black Metal, der das bietet, was der Titel verspricht. "Epoche der Dunkelheit", der zweite Beitrag von Gorrenje ist ähnlich, wenn auch nicht ganz so schnell vorgetragen, der Gesang mutet hier auch etwas verzerrt an, und lässt mich daher an Sachen von etwa Zorn denken (was nicht unbedingt nur negativ gemeint ist). Insgesamt gefallen mir die Beiträge sehr gut und besitzen sogar ein gewisses Kult-Potential.
Gorrenje: 9.5 / 10 Punkte

Als letzte Vertreter der schwarzen Künste erklingen Movimento d'Avanguardia Ermetico (was für ein Name) aus Italien und bieten ebenfalls zwei Lieder. "Discesa all'Ade e Resurrenzione" (etwa soviel wie "Abstieg in den Hades und Wiederauferstehung") bietet einen ähnlichen Black Metal wie die Landesbrüder Triumphus Mortis, nur um einige kranke und okkulte Ambient-Passagen erweitert. Ähnlich auch beim zweiten Song "Guerriero" ("Krieger"), welcher aus musikalischer Sicht auch einige Rock-ähnliche Passagen bietet, sowie Samples (hört sich jedenfalls nach Samples an). Wirklich nicht schlecht!
Movimento d'Avanguardia Ermetico: 9.0 / 10 Punkte

Fazit:
Insgesamt betrachtet eine wirklich runde, lohnenswerte Split-Veröffentlichung von vier eher unbekannten Bands aus Deutschland und Italien. Näher betrachtet fällt auf, dass die Italiener aus musikalischer Sicht hier wesentlich mehr zu bieten haben. Die Beiträge von Gorrenje haben mich ziemlich überrascht, zum einen weil ich die Band schon für tot glaubte und zum anderen weil die beiden Lieder wirklich sehr gut sind. Einzig enttäuscht haben mich Andrarakh etwas, da mit den beiden Beiträgen leider nichts wirklich neues geboten wird.
Limitiert auf 500 handnummerierte Exemplare.

8.5 / 10 Punkte


(original geschrieben am 9. Oktober 2010)

Review: Warfield - Conquering The Black Horde (MC, Unholy Black Art)

Neuer Stoff aus Mexiko beschert man uns mit dieser Tape Fassung des bereits im letzten Jahr erschienem Albums des Zweiergespanns Warfield. Nun, was einen hier erwartet kann man schon durchaus als typischen mexikanischen Black Metal bezeichnen. Damit ist nicht unbedingt, die eher depressive Szene ala Lupus Nocturnus oder Black Hate gemeint, sondern eher die War Black Metal Fraktion aus diesen Breitengraden wie etwa (frühe) Infernal Hate, Black Torment etc. Auch die Franzosen Afflictis Lentae haben da einen ähnlichen Stil - auch wenn bei den Franzmännern der Thrash-Einschlag deutlicher zum tragen kommt.

Wie sich schon herauslesen lässt, erwartet einen hier ein solides, schnelles und kompromißloses Gemetzel der Marke "Black Metal Old School". Zu viel Melodie wird auf jeden Fall strikt vermieden, allerdings wird die Musik durch die gut platzierten und sauber gespielten Tempowechsel sehr rockig und tritt ordentlich Arsch - Langeweile kommt also nicht allzu schnell auf!

Fazit:
Ich persönlich kann mich zwar nach wie vor nicht so sehr für War Black Metal begeistern, trotzdem muss ich der Band schon zugestehen, dass sie ihr Handwerk verstehen. Das Tape gefällt mir jedenfalls, auch wenn's mich nicht unbedingt umhaut. Als Bonus winken noch vier zusätzliche Lieder im Gegensatz zur CD-Version, die einem frühen Demo entnommen wurden - dafür ist allerdings das Sepultura Cover nicht auf dem Tape erhalten (ein Verlust, den man allerdings verschmerzen kann). Limitiert auf 100 handnummerierte Exemplare.

8.0 / 10 Punkte


(original geschrieben am 9. Oktober 2010)

Review: Nargis - Triumph des Zorns (MC, Lycaner Records)

Mehr durch Zufall wurde ich auf dieses erste Machwerk der noch relativ jungen Deutschen Band Nargis aufmerksam. Dieses präsentiert sich als Demo Kassette, mit einer Spielzeit von etwa einer halben Stunde, was ja schon für sich allein im Vergleich zu anderen Demos beachtlich ist.

 






Nun zur Musik... insgesamt erwarten den Hörer derer sechs... davon stellen zwei Stück einen Einklang, bzw. ein Zwischenspiel dar, die klassische Musik bieten. Diese beiden Stück empfinde ich auch nicht weiter als störend. So bietet der Einklang ein kleines Stückchen "Ruhe vor dem Sturm" und das Zwischenstück bietet dem Hörer eine kleine Verschnaufpause, bis es wieder in die Vollen geht. Jedoch sind die vier Songs, um die es hier eigentlich gehen sollte, auch nicht zu verachten - im Gegenteil können sie sich wirklich hören lassen! Den Anfang macht "Vorwärts Marsch", der zwar zunächst harmlos midtempo-mäßig anfängt, sich dann aber zu einem wahren Orkan steigert. Hier wird schon direkt deutlich was die Musik von Nargis ausmacht: rhytmisch-flüssige Wechsel von schneller zu eher gediegenderer Marschrichtung, dreckig-rockige Melodiebögen, pure Emotion. Die instrumentale Arbeit klingt wirklich ziemlich ausgereift, die Stimme ist ebenfalls nicht zu verachten. Das nächste Lied "Dark Red" geht da schon einen etwas anderen Weg - hier wird bevorzugt gemetzelt was das Zeug hält und alles plattgewälzt, was sich einem in den Weg stellt - zwischendurch gibts eine kleine Verschaufpause, die jedoch nicht lange anhält. Ein Song der in meinen Augen eher in die Kerbe des schnellen Depressiv Black Metals schlägt, und mich stark an die Sachen von Suicidal Vortex erinnert. Sehr geil! Das bereits genannte Zwischenspiel erklingt, schöne Klaviersonate. Es folgt mit "Nargis" der wohl hasstriefenste Song des Demos. Fuck - das Lied tritt ordentlich Ärsche und lässt in meinem Kopf nicht zum ersten Mal Parallelen zu Paria oder der ersten Zorn-Scheibe entstehen. Da finde ich es direkt schade, dass der Song auch gleichzeitig den kürzesten darstellt, aber wahrscheinlich hätte er bei einer doppelten Länge wohl kaum dieselbe Wirkung. "Triumph des Zorns" folgt als letztes Lied des Demos, ist mit knapp 10 Minuten Laufzeit auch der längste und umfangreichste. So beginnt man mit einer eher langsamen, doomigen Melodie, um sich immer weiter zu steigern, um dann wieder die Schnelligkeit zu drosseln - wodurch eine sehr gute, dichte Atmosphäre erzeugt wird. Diesmal findet sogar passagenweise Sprechgesang Verwendung, was die Atmosphäre nochmals verdichtet.

Fazit:
Von diesem Quartett aus Hessen wird man in Zukunft hoffentlich noch öfter hören. Dass die vier wirklich Potential haben, ist auf dieser Kassette mehr als nur herauszuhören - es ist fast schon spürbar! "Triumph des Zorns" ist für eine Demo Kassette mehr als gelungen, und vertont die Emotion "Zorn" auf sehr gekonnte Weise. Ich hoffe auf ein baldiges Wiedertreffen mit Nargis! Limitiert ist die Kassette auf 100 Stück.

9.0 / 10 Punkte


(original geschrieben am 27. Juli 2010)

Review: Les Fleurs du Mal - Schattenfeuer (CD, Dunkelheit Produktionen)

Les Fleurs du Mal aus Österreich gründeten sich im letzten Jahr, bereits dieses Jahr erschein ihr erstes Album mit dem Titel "Schattenfeuer" über das Label Dunkelheit.

 








Nun, wenn sich eine Band eben erst gegründet hat, und direkt ein ganzes Album raushaut, bin ich persönlich zunächst einmal immer etwas skeptisch. Da sich die Alben dann auch aufgrund der fehlenden Demo-Erfahrung, die man eigentlich noch hätte machen sollen, meist sehr unbeholfen anhören. Teils trifft das auch auf Les Fleurs du Mal zu, aber glücklicherweise scheinen die Herren doch etwas von ihrem Handwerk zu verstehen, und so wirkt sich diese leichte Unbeholfenheit eher als eine charismatische Untergrund-Attitüde aus, welche dem Album eine gewisse Authensität und eine Art Charme verleiht. Was aber wird denn nun musikalisch geboten? Nun musikalisch beschreiten Les Fleurs du Mal den Pfad des melancholischen Melodic Black Metals. Melodic Black Metal? Nein, für jeden, der an dieser Stelle schon aufhören will weiterzulesen, kann ich Entwarnung geben. Mit dieser Umschreibung möchte ich nur betonen, dass diese Band nicht etwa eine weitere einfältig-monotone DSBM-Band darstellt, sondern eher in der Liga alter Sachen von Empyrium bis alter Burzum mitspielt. Dass die insgesamt vier Songs der CD bei einer Gesamtspielzeit von knapp 60 Minuten trotzdem keine einfache Kost für zwischendurch darstellen, versteht sich wohl von selbst.

Fazit:
Ein relativ aktuelles Album, welches mich wirklich einmal förmlich umgehauen hat - vorallem wenn man bedenkt, dass es Österreicher sind, die hinter der Musik stecken. Am besten hört man die CD allein in einem dunklen Zimmer bei Kerzenschein. Hammer!
Limitiert ist das Album auf nur 300 handnummerierte Exemplare, also schnell sein!

8.0 / 10 Punkte


(original geschrieben am 18. Juni 2010)

Review: Eisenfeld - Vita Reducta (MC, Eigenproduktion)

Neben einem Debüt-Album erschien letztes Jahr auch dieses erste Demo des Ein-Mann-Projektes Eisenfeld aus Nordfriesland. Die Veröffentlichung erfolgte in Eigenregie auf 100 handnummerierte Kassetten.

 








Diese enthält inklusive Intro und Outro immerhin fünf Lieder. Die Musik lässt sich als Burzum-inspirierter Black Metal beschreiben, der allerdings noch genügend eigene Fascetten bietet, um eine Daseinsberechtigung zu haben. So hört man auch viele Elemente der eher depressiven Seite des Black Metal heraus, jedoch auch dieses, gerade für Burzum typische, melancholische und zugleich misanthropische. Aber auch Tastenklänge sind vereinzelt zu vernehmen im Hintergrund, etwas Pagan-Einschlag besitzt Eisenfeld ebenfalls, und so kommt einem als Vergleich vielleicht noch die erste Nordisk Velde Platte in den Sinn. Aber scheiß auf die Vergleiche! Die Kassette lässt sich in einem Schwung durchhören, ohne dass es einem langweilig wird oder man denkt, das unbedingt schon einmal gehört zu haben.

Fazit:
Empfehlenswertes Demo für alle, die die bereits oben erwähnten Bands lieben, aber auch nichts gegen ein gewisses Maß Eigenständigkeit in der Musik einzuwenden haben. Für mich zwar nicht DIE Erfüllung, aber ich muss schon sagen, dass ich "Vita Reducta" ohne wenn und aber zu den besten Demos einer Deutschen Band des letzten Jahres zählen würde.

8.5 / 10 Punkte


(original geschrieben am 18. Juni 2010)

Review: Leichenstätte - Das finstere Irrlicht (MC, Depressive Illusions)

Die aktuelle Kassette der Deutschen Band Leichenstätte beinhaltet einen neuen Song, der eine Länge von etwa 10 1/2 Minuten aufweist. Dabei ist er klassisch in einen einleitenden Part (Ambient-Klänge), und in einen Hauptteil (Black Metal) gegliedert. Auf einen ambienten Schlußteil hat man verzichtet, was aus meiner Sicht auch nicht weiter schlimm ist.




Mir persönlich gefällt das hier präsentierte Material sehr gut, vorallem im Gegensatz zum Split Tape aus dem Hause Hammerbund, welches ich ja vorher bewertet hatte. Da muss ich schon sagen, dass Leichenstätte sich hier zu 100% gesteigert haben, instrumental als auch gesangstechnisch hörenswert. Schnörkelloser Suizid Black Metal, der aber nicht etwa ultra-schleppend und langgezogen daher kommt, sondern wirklich in die Vollen geht. Allerdings fehlt mir ehrlich gesagt ein wirklicher Höhepunkt bei dem ganzen. So baut man zwar gekonnt eine Atmosphäre auf, diese lässt doch aber irgendwie im Verlauf des Hörens ab.

Fazit:
Gute Produktion, jedoch ohne das gewisse Etwas. Zwar ein sehr guter Anfang, jedoch verläuft sich der Song spätestens zur Mitte hin doch irgendwie im Nichts. Und schließlich hat man das Gefühl, so etwas schon mindestens ein Dutzend mal gehört zu haben, wenn auch nicht unbedingt in besserer, jedoch zumindest in gleichwertiger Form. Insgesamt betrachtet, kein Release, was mich völlig kalt lässt, aber auch nichts, was mich wirklich begeistert. Für alle, die ein Exemplar haben wollen heißt es schnell beim Label ordern - denn limitiert ist die Kassette auf strikte 66 Exemplare.

5.0 / 10 Punkte


(original geschrieben am 18. Juni 2010

Review: Sieghetnar & Uruk-Hai - Split (CD, NordSturm Productions)

Das jüngste Erzeugnis aus dem Hause NordSturm Productions stellt den hier vorliegenden Gemeinschaftstonträger zwischen Sieghetnar und Uruk-Hai aus Österreich dar... beide Gruppen können ja auch schon bisher auf eine beachtliche Anzahl an Veröffentlichungen zurückblicken und musikalisch gesehen, scheint es auch zu passen. Was die Split nun letztendlich taugt, erfahrt ihr im folgenden...

 


Beginnen wir mit Sieghetnar. Das Projekt von Thorkraft steuert die ersten drei Lieder bei. Diese führen den Stil, der schon auf dem letzten Voll-Album "Kältetod" Verwendung fand, konsequent fort... d.h. es werden kalte, melancholische Klangwelten erzeugt, die einem einen angenehmen Schauer über den Rücken laufen lassen. Musikalisch geht man dabei den gewohnten Weg - Ambienter Black Metal ohne Gesang ist die Devise. Wobei mir hier doch sehr angenehm auffällt, dass man den Black Metal eindeutig in den Vordergrund gestellt hat, was die drei hier präsentierten Lieder um einiges besser macht als das Gesamtwerk "Kältetod" (in meinen Augen bleibt "Flug des Raben" aber dennoch ein alles überragender Song dieses Genres!). Trotzdem werden hier aber noch genügend Keyboard-Passagen geboten, was dem ganzen noch die, für Sieghetnar typische, hypnotisch-träumerische Atmosphäre verleiht. So vergehen die etwas mehr als 17 Minuten beinahe schon zu schnell und am Ende fühlt man sich wie aus einem tiefen Traum gerissen.
Sieghetnar: 9.0 / 10 Punkte

Die letzten drei Songs werden von Uruk-Hai dargeboten. Eingeleitet wird das ganze durch ein englisches Sample aus dem Film "Der Herr der Ringe - Die zwei Türme". Was nun mit dem Lied "March to War" folgt, ist vergleichbar mit dem letzten Summoning Album "Oath Bound", da der Song nicht zu leugnende Parallelen aufweist. Zugegeben, das gefällt mir zwar - aber da kann ich ehrlich gesagt auch gleich Summoning hören. Wobei Uruk-Hai schon versuchen auch Original-Melodien aus dem DHdR-Soundtrack unter zu bringen - natürlich verfremdet. Bei den nächsten beiden Songs verhält es sich ähnlich. Diese weisen zwar eine Spur mehr Eigenständigkeit auf, aber alles in allem hätte ein bisschen mehr davon wirklich nicht geschadet.
Uruk-Hai: 6.0 / 10 Punkte

Fazit:
Sieghetnar hat es mal wieder geschafft, mich zu überraschen und mich in einen musikalischen Bann zu ziehen. So Black Metal-lastig hat man diese Ein-Mann-Band selten zu hören bekommen. Die Musik von Uruk-Hai ist zwar auch gut, aber im Vergleich zu früheren Werken muss ich auf jeden Fall einen Abzug machen, da mir hier auch die wirkliche Eigenständigkeit fehlt. Mit der Bewertung hab ich mich schwer getan, aber ich finde im Falle von Uruk-Hai sind 7-8 Punkte einfach nicht gerechtfertigt. Lohnen tut sich die Split CD aber allemal, alleine schon wegen der Sieghetnar-Songs. Und Leute, die noch nie Summoning gehört haben, könnten sogar in Uruk-Hai eine Erfüllung sehen.
Resultat:

7.5 / 10 Punkte
(original geschrieben am 17. Juni 2010)

Nostalgie-Review: Monumentum - In Absentia Christi (CD, Misanthropy Records)

Und jetzt einmal Hand auf's Herz... wer von euch Unwürdigen kennt noch dieses, zugegebenermaßen recht unbekannte Meisterwerk aus dem Jahr 1995?! Na... wenn nicht, habt ihr euch auf jeden Fall etwas großes entgehen lassen...

 








"In Absentia Christi" erschien in seiner Erstauflage als Vinyl unter dem oben genannten Label. Geplant war die Veröffentlichung zwar unter dem Banner von Deathlike Silence Prod., doch aus mehr als bekannten Gründen kam diese Konstellation niemals zustande. So wurde "In Absentia Christi", das erste Album der Italiener Monumentum auf Misanthropy Records, wo auch Bands wie Burzum, Katatonia, Primordial und In the Woods... ein Zuhause gefunden hatten, veröffentlicht. Limitiert war die Platte damals auf gerade einmal 99 Exemplare, und so kamen verständlicherweise auch nur wenige in den Genuss dieses Albums. Aber der schnelle Ausverkauf lässt einen auch erahnen, dass es sich hier um etwas Besonderes gehandelt hat. So vermochten Monumentum einen auf Anhieb in ihren Bann zu ziehen, mit ihrer Mischung aus Doom/Gothic, Dark Wave und orientalisch angehauchtem Mittelalter (u.a. traditonell anmutende Grabgesänge). Zudem fand sich eine für manchen wohl eher untypische, für diese Szene aber gar nicht so ungewöhnliche, Coverversion auf dem Album, die Rede ist von dem genialen 80er-Jahre-Geheimtipp "Fade to Grey" des Duos Visage, was sehr gut, wenn auch eigenwillig interpretiert wurde.

Lange war es still um die Gruppe, bis sage und schreibe 12 Jahre später das erste Album erneut aufgelegt wurde. Und zwar in einer edlen Digi-CD, wiederrum veröffentlicht von Misanthropy Records. Allerdings war auch diese Neuauflage aufgrund ihrer Limitierung von 99 Stück ebenfalls wieder sehr schnell vergriffen, da sich zu diesem Zeitpunkt der Name Monumentum auch schon als Geheimtipp herumgesprochen hatte. Und so sahen wieder viele Leute ins Leere... bis das Album dann schließlich im Jahre 2009 nochmals neu aufgelegt wurde von Displeased Records (u.a. Striborg, Vinterriket und Abigail), als normale CD mit einem zusätzlichen Lied und anderem Coverartwork.

Im Jahr 2002 folgte ein weiteres Album, welches allerdings kaum mehr mit dem Debüt zu vergleichen ist, besitzt es doch weder die Klasse noch die Intensität des Erstwerkes.

Indes - wer sich im Besitz eines Exemplares von "In Absentia Christi" wissen möchte, hat dank der Wiederveröffentlichung aus dem Jahre 2009 gewiss gute Chancen, bei seinem bevorzugten Händler fündig zu werden.


01. Battesimo: Nero Opaco
02. A Thousand Breathing Crosses
03. Consuming Jerusalem
04. Fade to Grey (VISAGE Cover)
05. On Perspective of Spiritual Carthasis
06. Σελυνης αγγελος
07. From These Wounds
08. Tera Mater Ofranorum
09. Nephtali
10. La Noia


Review: Drowning The Light & Evil - Split (MC, Hammer Of Damnation)

Schon länger angekündigt, habe ich endlich mal Lust dieses Review auch wirklich zu verfassen. Die Split zwischen D.T.L. aus Australien und Evil aus Brasilien erschien ja nun schon vor einiger Zeit, ist aber immer noch einigermaßen aktuell (jedenfalls aus der Sicht von Evil)...







Zunächst werden dem Hörer die fünf Songs des Herrn Azgorh von Drowning The Light und seinen Mannen um die Ohren gehauen. Diese präsentieren sich im soliden, für Drowning The Light typischen, Stil, d.h. es wird hier eher eine schwermütigere, melancholischere Form des Black Metal dargeboten. Was jedoch nicht heißen soll, dass es sich hier um Pseudo-Depressiven Schwuler-Emo-Black-Metal handelt, sondern eher um eine Art Bastard aus Satanic Warmaster, Mütiilation und Eigenständigkeit. Dabei geht man auch sehr beherzt und spielfreudig zu Werke, was mir durchaus gefällt. So muss mystischer, okkulter Black Metal klingen.
Drowning The Light: 8.0 / 10 Punkte

Die zwei Herren von Evil aus Brasilien gehen da doch schon subtiler zu Werke. Hier wird rotziger Black Metal in Reinkultur geboten. Eingängige Hasstriaden, die man hier geschaffen hat. Alleine schon das erste der insgesamt fünf präsentierten Lieder hat es in sich. Sägende Gitarren, peitschende Drums - immer nach vorne, stolz und erhaben. Die vor Hass nur so keifende und kotzend-schreiende Stimme tut ihr übriges. Das jagt mir eine Gänsehaut nach der anderen ein! Würde es Moonblood heute noch geben - sie würden mit Sicherheit nicht anders klingen! Wobei mit "Hopeless, pt. 1" hat man sogar ein relativ melancholisches Lied im Stile von Burzum zu "Filosofem"-Zeiten geschaffen.
Evil: 9.5 / 10 Punkte

Fazit:
In meinen Augen eine mehr als lohnenswerte Split zweier sehr guter ausländischer Bands, wobei mich Evil hier ne Spur mehr begeistern, als Drowning The Light. Aber das ist und bleibt ja Ansichtssache.
Resultat:

9.0 / 10 Punkte


(original geschrieben am 15. Juni 2010)

Preview: Cortex Dei - Cortex Dei (MCD, Eigenproduktion)

Als ich die Jungs von Cortex Dei kennenlernte, daddelten sie noch unter dem Banner Diabolus Curor (irgendwo in den Unweiten meines Blogs findet sich auch noch ein bereits älteres Interview mit den beiden treibenden Kräften der Gruppe Timios und Arac Gorgor). Allerdings wurde unter diesem Namen nichts veröffentlicht.





Nun steht uns dieser Tage das erste Release der Gruppe, in der Form eines Mini-Albums ins Haus. Drei Lieder, die Lust und Laune auf das hoffentlich bald kommende Album machen sollen. Und das machen sie allemal. Denn wurde zwar der Name geändert, jedoch glücklicherweise nicht die Art der musikalischen Darbietung - immer noch bekommt man hier hymnisch-melodischen, teils pagan-inspirierten Black Metal um die Ohren. Das klingt nicht verkehrt? Ist es auch nicht - zumal die Band gerade durch dieses unverbrauchte, nicht-klischees-oder-trends-bedienende Klangspiel sehr reif und ernstzunehmend rüberkommt.

Da es auch nicht allzu viele Titel sind, möchte ich mich hier einmal mit jedem einzelnen auseinandersetzen. Entstanden sind die Lieder alle bereits in der Diabolus Curor-Ära, jedenfalls in textlicher oder grober musikalischer Hinsicht. Das Grundgerüst zum ersten Song "A.D. 1750" beschäftigt sich mit historischen Tatsachen - nämlich die letzten Hexenverbrennungen durch die Inquisition, die just in diesem Jahr im europäischen Raum vorgenommen wurden. Im Kern geht es um die fiktive Geschichte einer Frau, die zur Hexe verurteilt wurde und schließlich auf dem Scheiterhaufen ihren Tod fand - eine Geschichte also, die sich auch durchaus in der Realität so hätte zutragen können. "Utopia" - Or The Greatest Genocide - so der Untertitel, beinhaltet typische Black Metal-Thematiken - die Zersetzung der parasitären Rasse mit Namen Mensch durch sich selbst. Es gibt nur eine Lösung für diesen Planeten... Als letztes erklingt "Grimnismal", das Lied vom Grimnir, entstammend der Edda. Der Song hat die Verse fast 1:1 übernommen und thematisiert den Besuch Odins in Gestalt des Grimnir auf der Welt der Menschen. Ein typischer Pagan Black Metal Song mit dafür typischer Thematik.

Fazit:
Eine kleine aber feine runde Sache, die hier abgeliefert wird. Man erkennt, dass es sich hier um Musiker handelt, die mit Herzblut bei der Sache sind. Auch erkennt man gleich ein großes Potential, was der Musik anhaftet - es klingt zwar noch nicht vollends ausgereift, aber für ein erstes Lebenszeichen muss ich sagen: alle Achtung! Ich bin gespannt auf das fertige Werk (welches neben den hier besprochenen Songs noch zwei weitere enthalten wird) und auf das bereits angekündigte erste Voll-Album!

7.5 / 10 Punkte


(original geschrieben am 23. Mai 2010)

Review: Alcest - Écailles De Lune (LP, Prophecy Productions)

Nachdem ja nun schon einige Reviews zu dem aktuellen zweiten Album aus der Feder von Neige, der seines Zeichens Kopf und Schöpfer von Alcest ist, sowie (ehemaliges) Mitglied bei diversen französischen Black Metal-Kombos wie bspw. Peste Noire, Mortifera und Amesoeurs ist/war, existieren, habe ich mich wirklich gefragt, ob ich überhaupt noch eines schreiben soll.




Doch dieses Werk hat es in meinen Augen wirklich verdient, erwähnt zu werden, zumal sich manche der angesprochenen Reviews als Standard-Kost erweisen und teils sogar 1:1 abgeschrieben zu sein scheinen - und damit in meinen Augen überflüssig sind...

Um es den anderen nicht direkt gleichzutun, fasse ich die Quintessenz der bisherigen Reviews mal in ein paar Worten zusammen: ja, die Platte ist ein Kunstwerk, sowohl in musikalischer als in visueller Hinsicht. Man hat auch den Eindruck, dass manche Leute das Debüt von Alcest bis dato überhaupt nicht kannten oder sich damit beschäftigt haben, aber versuchen Vergleiche zu ziehen. Vergleiche zu ziehen ist aber wirklich nicht angesagt, da "Souvenirs d'un autre monde" eine, wenn auch nicht völlig, andere Richtung eingeschlagen hat. Die beiden Alben sind grundverschieden, schon was die Art der Aufmachung als auch die entstehende Atmosphäre anbelangt. Beim ersten Hören fällt sofort auf, dass "Écailles de lune" eine wesentlich intensivere emotionale Dichte besitzt, eine wirklich drückende melancholische Grundstimmung, die jedoch nicht ins klischeeüberladene depressive abrutscht, sondern authentisch rüberkommt. Dazu gesellt sich eine tiefe Traurigkeit und das Gefühl einer innigen unerfüllten Sehnsucht - etwas, was ich bisher selten derart intensiv bei einer Platte verspürt habe. Dazu passend ist auch das Artwork in seinen eher dunklen Blautönen und -fascetten gehalten. "Souvenirs..." bot zwar auch sehnsüchtige Klänge, aber diese waren geprägt von durchaus auch positiven Gedanken und Kindheitserinnerungen, einer traumähnlichen Welt, in der Harmonie herrscht. In diese Welt entführt Neige abermals, aber irgendetwas scheint sich in ihr geändert zu haben, so erscheint sie, wie schon erwähnt ungleich düsterer als bei dem letzten Besuch. So viel zu den Gefühlsaspekten des Albums. Nun zum musikalischen Teil... der unterscheidet sich vom instrumentalen nicht sonderlich zum ersten Album, immer noch erklingen hypnotisch-treibende, fast schon schlafwandlerisch wirkende Black Metal-Hymnen ala Burzum's "Filosofem" (ich spreche hier jetzt von beispielweise "Jesus' Tod"). Der Gesang von Neige bietet indes mehrere Fascetten, was die Platte auch wirklich interessant macht... sowohl sein traumhafter Klargesang, der auch schon im Debüt hervorstach, als auch ein sehr emotionaler Black Metal-Schreigesang finden hier Verwendung. Dazu gesellen sich in manchen Stücken noch weibliche Gesänge, die allerdings diesmal nicht von Audrey S. eingesungen wurden, was wirklich schade ist, da ich ihre Stimme sehr mochte. Einen einzelnen Song heraus zu suchen, wäre Hohn und Spott an dieser Kunst - man muss sich dieses Werk einfach in einem Stück anhören, um es zu erfassen und zu begreifen.

Fazit:
Nach der "Vermächtnisse einer anderen Welt", wie ich den Titel des Debüts seinerzeit übersetzte, folgt nun die "Krater des Mondes" oder auch "Tränen des Mondes" wie ich diesen Titel übersetzen würde. Zweitere Variante ist zwar etwas frei interpretiert, aber mir scheint diese Übersetzung noch am passensten zu diesem Machwerk. Eine derart intensive und träumerische Märchenatmosphäre habe ich lange nicht mehr verspürt, und in dieser Hinsicht fallen mir als Vergleich mit Alcest auch höchstens die Werke von Empyrium ein, obgleich die Musik sich nicht sehr ähnelt, aber die geschaffenen Atmosphären haben in etwa die selbe Intensität. Übrigens scheint die Bedeutung des Wortes "Écailles" im Bezug zum Mond keine direkte Übersetzung zu besitzen, was den poetischen Aspekt des Albums nur untermauert. Ein Ausnahme-Album eines wahren Künstlers.


Das Album ist als DigiCD, sowie limitierter Artbook-CD mit einigen Gimmicks, sowie als Vinyl, in wahlweise einer standard-edition (schwarz), in einer sea-edition (tief-blau) und als Pic-LP (jeweils limitiert auf 500 Stück) erhältlich.

10 / 10 Punkte

(original geschrieben am 23. Mai 2010)

Review: Beyond The Ninth Wave - Volume 1 (CD, Suffering Jesus)

Auf der Suche nach diesem Album war ich schon etwas länger, jetzt endlich hab' ich es und bin wahrlich nicht enttäuscht.










Denn das hier besprochene Album kam zeitlich gesehen vor der 4-fach-Split "Doomed to Die" heraus, auf welcher mich Beyond the Ninth Wave ja schon mit ihrem fast ausschließlich neuen Klangmaterial schwer beeindruckte. Einzig das Lied "Witchdemon" entstammt der Aufnahmezeit des Promos und Debüt, ist allerdings leider nicht mehr auf dem Debüt hier erhalten. Ich schreibe das bewusst, weil die Tracklisten des Promos und des Debüts nahezu identisch sind, lediglich "Witchdemon" und "Winter Abyss" fallen beim Debüt weg - dafür bekommt man zwei andere Lieder namens "Screams from the Dungeon" und "Trostlosigkeit" um die Ohren, was auch passt. Musikalisch gesehen orientiert man sich wie bei der Split an eher misanthrophisch klingendem Black Metal mit einer melancholischen Note ala Judas Iscariot oder früheren Burzum - ohne diese jedoch zu sehr zu kopieren. Auch wenn man das eine oder andere schonmal meint gehört zu haben, so besitzt dieses Album doch noch genug Eigenständigkeit um als vollwertig bezeichnet zu werden. Wie schon gesagt, geht es auf diesem Album eher hasserfüllt zu, dies kommt vorallem bei Songs wie "Crossing the Pyriphelegethon" oder "Arctic Holocaust" zum tragen, aber auch die depressive Schiene kommt nicht zu kurz, so klingt "Suicidal Winter" passagenweise nach Nocturnal Depression und der Gesang lässt einen meist an das Debüt von Burzum denken, was für mich sozusagen der Inbegriff von melancholischem Black Metal ist. Trotzdem fehlt mir bei diesem Album noch der Aha-Effekt, ein wirklich prägender Song vom Schlage eines "Witchdemon".

Fazit:
Ein nettes Album, das auch schon sehr ausgereift wirkt für ein Debüt. Die Songs sind klasse dargeboten. So muss Black Metal sein... dreckig, hasserfüllt, kalt und leer. Das ist Musik, die mich zu berühren vermag, allerdings jetzt auch nicht zu sehr, denn irgendwie fehlt hier in meinen Augen das gewisse Etwas, ein wirklich überwältigendes Lied. Trotzdem auf jeden Fall noch ein überdurchschnittliches Album.

6.0 / 10 Punkte


(original geschrieben am 23. Mai 2010)

Review: Leichenzug - Das letzte Gebet (CD, Blasphemous Terror)

Just an diesem Tage traf endlich das neue Erzeugnis aus dem Hause Blasphemous Terror bei mir ein. Es handelt sich dabei um das neue Album der Ein-Mann-Band Leichenzug, die ja schon mit ihrem Debüt "Meisterwerk" und der Split mit Eviscerated auf sich aufmerksam machte und zu gefallen wusste...





So stellt "Das letzte Gebet" erst das zweite Album Leichenzug's dar, doch wirkt es bereits wahrlich meisterlich. An dem Stil hat sich nicht viel getan, immer noch zelebriert man hymnenhaften War Black Metal, gepaart mit melodischen Keyboard-Melodien und hasstriefenden Gesängen. Das besondere an dem Album ist wohl die klasse, sehr wuchtige und druckvolle Produktion, was der Musik gleich noch den nötigen Nachdruck verleiht. So gut hat Leichenzug bisher noch nie geklungen, auch nicht auf irgendeiner Aufnahme der zahlreichen Gemeinschafts-Beiträge. Ebenso haben die Lieder größtenteils einen ordentlichen Pagan-Einschlag, was mich immer irgendwie auf den Vergleich mit aktuellen Sachen von Absurd bringt - wobei ich sagen muss, dass die Stücke von Leichenzug um Längen besser dargeboten, durchdachter und detailverliebter sind. Der Vergleich kommt wohl vor allem in hymnischen Momenten zum tragen, die zum Mitgröllen einladen, wie beispielsweise beim Song "Winternachtskrieg", der mit knappen 7 Minuten auch gleichzeitig der offiziell längste Song im Bunde ist. Allgemein bewegt sich die Länge der Lieder zwischen 2 bis maximal 5 Minuten, was aber auch nicht weiter schlimm ist, so wirken sie wenigstens zu keiner Zeit unnötig in die Länge gezogen. Der Titel "Heidnischer Boden" bietet an indes sogar noch Klargesang, bevor mit "Meister der Angst" dann der dritte Teil der "Meisterwerk"-Reihe eingeläutet wird, und anschließend das Album mit der hasskeifenden Hymne "Leichenzug" endet. Sehr gelungen, muss ich schon sagen!

Die hier besprochene limitierte Fassung des Albums in einer edlen bedruckten Metall-Box beinhaltet zudem aber auch noch ein Zusatzlied namens "Germanischer Heidenwahn", das ein Nachspiel des Satanic Warmaster-Songs "Carelian Satanist Madness" darstellt, der Text ist passagenweise mit dem Original konform, aber teilweise auch, damit's zur Thematik passt umgeschrieben worden, was verständlich ist.

Fazit:
Ein Hammer Album, mehr muss man eigentlich gar nicht noch dazu sagen. Das beste von Leichenzug, was ich bisher gehört hab. Das Album kann ich wirklich nur empfehlen, vorausgesetzt natürlich, dass ihr kein Problem damit habt, Musik einer, sagen wir mal politisch motivierten Band zu hören (was sich allerdings nicht allzu offensiv in den Texten widerspiegelt). Die hier besprochene Metall-Box Edition kommt in einer Auflage von 300 handnummerierten Exemplaren.

9.5 / 10 Punkte


(original geschrieben am 12. Mai 2010)

Dèsolation & Ruinaerus & Todessucht & Leichenstätte - Split (MC, Hammerbund Kunstschmiede - 2009)

Ursprünglich war diese Gemeinschaftskassette ja einmal als Galgenstrick-Release geplant, mit einer Band namens Ritualmord, aus meiner Sicht eine weitere unsägliche Band aus Österreich - eben, da kommt halt selten etwas gutes her, hehe.
Glücklicher Weise hat man sich jedoch dazu entschieden, dieses Projekt durch ein anderes zu ersetzen... was definitiv einen Lichtblick für die Split darstellt...







Doch bevor ich mich der Musik widme, erst noch ein paar Worte zur Aufmachung - die ist nämlich noch gar nicht einmal so schlecht, relativ dicker Pappeinleger mit einem sehr schicken Druck. Die Kassette an sich ist jedoch nicht besonders aufwendig.

Nun zur Musik - den Anfang macht dabei das Ein-Mann-Projekt Dèsolation aus Frankreich, das es aber inzwischen wohl gar nicht mehr zu geben scheint. Schade eigentlich, denn die hier dargebotene Musik stellt in meinen Augen auch gleich das beste da, was dieses Split zu bieten hat. Gespielt werden drei Stücke, die sich ohne weiteres dem Bereich schneller suizidaler Knüppel-Black Metal zuordnen lassen. Sehr viel Krach (aber nicht unangenehm), Selbsthass und Hass gegen andere. Feine Darbietung!
Desolation: 6.0 / 10 Punkte

Als zweite Band präsentiert sich das Ein-Mann-Kommando Ruinaerus aus Österreich - bisher aus meiner Sicht eine der besseren Bands aus den Gefilden. Bisher... denn was hier dem Hörer vorgesetzt wird entspricht so ganz und gar nicht den Klängen, die ich sonst von Isrimul gewohnt bin. Dabei fängt es relativ gut an, verkommt aber nach und nach zu einem, in meinen Ohren, undefinierbaren Soundbrei. Allerdings muss ich sagen, dass ich den gegen Ende einsetzenden Klargesang sowie den Ambient-Part am Ende recht gelungen finde. Für mich persönlich jedoch trotzdem ein eher uninteressantes Stück!
Ruinaerus: 3.0 / 10 Punkte

Kurz die Kassette umgedreht, und schon erschallen mir die ersten Klänge von Todessucht aus den Boxen. Schon der Anfang des ersten von zwei präsentierten Liedern verspricht eine Steigerung der Split zur A-Seite. Und tatsächlich weiss mich "Trauerspiel meiner Gedankenwelt" doch zu begeistern... nicht restlos zu begeistern, aber zu begeistern - suizidaler Depressiv Black Metal der dreckigen Sorte. Feine Sache! Leider verflüchtigt sich bei mir dieser positive Eindruck beim Erklingen des nächsten Liedes, welches zwar gut anfängt, aber für mich dann doch eher einen Charakter annimmt, den ich schon bei Bands wie Vernichtung nicht mochte. Ich weiss nicht ob beabsichtigt oder nicht, aber irgendwie erinnert mich das an RAC-lastigen Demo Black Metal, wenn auch langsamer gespielt - gefällt mir jedenfalls absolut nicht, da hätte man vielleicht besser daran getan, es beim ersten Lied zu belassen, und es vielleicht noch etwas länger zu machen (Potential wäre in meinen Augen durchaus vorhanden gewesen).
Todessucht: 5.0 / 10 Punkte

Es folgt das letzte Lied genannt "Schattenreich" der Gruppe Leichenstätte. Nun, Leichenstätte sind ja längst keine Unbekannten mehr in diesem Blog, von daher erspare ich mir auch jegliche überflüssigen Vorstellungen. Mit dem Song präsentieren uns die Mannen ihren ersten, jedenfalls wurde "Schattenreich" damals als erstes veröffentlicht, wenn auch nur in Datei-Form und als sogenanntes "Raw Rehearsal". Dabei muss ich gestehen, dass mir die damalige Fassung des Songs 10mal mehr anspricht, als diese Neuaufnahme. Nee, sorry Leute, damit kann ich mich gar nicht anfreunden.
Leichenstätte: 1.0 / 10 Punkte

Fazit:
'Wenn man nix nettes zu sagen hat, sollte man lieber schweigen' sagt ein altes Sprichwort. Nun ja, vielleicht stimmt das auch. Egal, ich hab mal mein Wort gegeben, jedes Release von Leichenstätte zu reviewen - wobei ich aus diesem Grunde noch lange nicht voreingenommen bin, was dieses Review wohl belegen dürfte. Ich bin ehrlich in meiner Kritik, und was mich nicht anspricht, spricht mich halt nicht an, da kann der Kontakt noch so gut sein. Für mich war's auf jeden Fall insgesamt betrachtet kein sehr lohnenswertes Split Tape. Schade! Für alle, die sich die Kassette zulegen wollen: sie ist limitiert auf nur 250 Stück und zu beziehen direkt über Hammerbund oder vereinzelt wohl auch bei den Bands.
Resultat:

3.5 / 10 Punkte


Darbietungen:
Dèsolation
01. Le nouvel ordre
02. Souvenir lointain
03. La mort de l'Astre
Ruinaerus
04. I now feel, the world has long stood still
Todessucht
05. Trauerspiel meiner Gedankenwelt
06. Weinend im Schoße der Einsamkeit
Leichenstätte
07. Schattenreich

Laufzeit: ca. 55 Minuten

Nostalgie-Review: Deinonychus - The Silence Of December (CD, Cacophonous Records)

Aus dem Jahr 1995 stammt eben dieses erste Album der, inzwischen aufgelösten Band aus den Niederlanden - wobei es sich ja hauptsächlich um eine einzelne Person handelte.
Dessen Pseudonym war zu dieser Zeit noch schlichtweg "Odin", doch schon mit den nächsten Werken legte man diesen ab und gab sich mit bürgerlichem Namen zu erkennen, und machte auch gravierende Einschnitte, was den Stil der Musik anging.



Ist das Debüt noch ein ziemlich ausgeklügeltes Black Metal-Album, so sind doch Werke wie "Ark of Thoughts" mehr doomiger Natur, was wohl auch an der späteren Besetzung lag. Soviel also erst einmal zur Geschichte - nun zum Album.

"The Silence of December" ist ein, ich sage mal für diese Zeit wohl sehr gewagtes Album. Stellt euch einen bizarren Bastard aus Stutthof (And Cosmos...), Burzum (Debüt), Immortal und alten Sachen von Bethlehem vor und ihr habt so ungefähr eine Vorstellung von dem, was es auf diesem Album um die Ohren gibt. Der Stil ähnelt von seiner kränklich-melancholischen Atmosphäre doch sehr dem von alten Bethlehem, vorallem wenn Herr Kehren (besagter "Odin") alleine singt. Wirklich interessant sind jedoch die Stücke, wo neben ihm auch Sephiroth, der u.a. auch bei der Kult-Band Bestial Summoning aktiv war, seinen Senf dazu gibt. Der Gesang ist auf den ersten Eindruck wohl gewöhnungsbedürftig, hat man sich aber erst einmal an diesen schrillen, absolut kranken Schreigesang gewöhnt, offenbart sich einem erst die volle Wirkung der Musik. Denn verbunden mit der Musik entsteht eine bedrückend kalte, fast schon klaustrophobische Atmosphäre, die vieles von dem, was heutige Bands so bieten, locker in die Tasche steckt.

Wer sich für krankhaften, irgendwie seltsam schwarzromantischen und melancholischen Black Metal begeistern kann, sollte unbedingt nach dieser CD Ausschau halten. Black Metal mit Doom-Einschlag, Horror-Soundtrack-mäßigen Keyboards und zwei starken, wenn auch sehr konstrastreichen Sängern. Mir ist indes kein Mailorder bekannt, der sie noch im Shop hätte (obwohl mir über eine Limitierung nichts bekannt ist), aber auf Börsen oder in Second-Hand-Läden könnte man noch durchaus fündig werden. Musik für Liebhaber!

Review: Faethon - Immortal Ancient Spirit (CD, Blazing Productions)

Schon etwas längere Zeit in meinem Besitz findet sich das Debüt-Album des Ein-Mann-Kommandos Faethon aus Griechenland. Apollo präsentiert dem Hörer mit diesem Album rauen Pagan Black Metal im Stile älterer Erzeugnisse von Graveland, Bilskirnir und Absurd. Ob's taugt, lest ihr im folgenden...






anhand der aufgezeigten Vergleiche kann man wohl schon sehen, auf was man sich hier einlässt, und dass die Musik in eine bestimmte (politische) Richtung geht, davon zeugen nicht nur die beiden verwendeten Coversongs auf dem Album.
Nun zur Musik: nach einem überlangen, aber durchaus schönem Ambient-Intro namens "The Silent Whispers Of The Pagan Countryside", welches noch angereichert ist mit Naturgeräuschen etc., folgt auch gleich der erste wirkliche Song in Form von "Awakening Of The Blood". Dieses Lied fand schon beim voraus gegangenen Demo "Europa über alles" Verwendung, wurde für diese Scheibe aber komplett neu bearbeitet. Genau so verhält es sich auch beim zweiten Song "The Forest Is Alive". Beides auch Titel, die man getrost all jenen empfehlen kann, die auf Sachen wie Graveland, Iuvenes, Infernum, Veles und dergleichen stehen. "Till The Next Avatar" ist der erste wirklich neue Song und mit gut 8 1/2 Minuten Spielzeit auch deutlich der längste. Auch hier sind wieder die Vorbilder der Musik sehr deutlich heraus zu hören, jedoch schafft es Apollo auch, eine gewisse Eigenständigkeit hinein zu bringen - wenn auch nicht immer im positiven Sinne. Der Gesang geht absolut in Ordnung, die Musik an für sich auch, nur die Soli hätten doch noch einmal vorher geprobt werden sollen. Es folgt mit "The Gates Of Heaven" die erste Nachspielversion. Aus wessem Feder das Original stammt, brauche ich wohl nicht mehr zu erwähnen. Bleibt nur zu sagen, dass sich das Cover sehr stark am Original orientiert und daher nicht wirklich meinen Geschmack trifft. Das sieht da mit dem nächsten Lied, ebenfalls ein Cover schon ganz anders aus - denn das trifft auf jeden Fall meinen Geschmack, zelebriert man bei "May The Hammer Smash The Cross" doch hymnenhaften, majestätischen rauen Pagan Black Metal. Ich kenne das Original von Thor's Hammer zwar nicht, kann mir aber nicht vorstellen, dass es früher besser dargeboten wurde, als hier von Faethon. Es folgt der Ausklang in Form des Instrumental-Liedes "Visions Of The Glorious Past", welches ursprünglich den Einklang zu "Europa über alles" darstellte.

Fazit:
Gut, aber nicht überdurchschnittlich. Dafür ist mir das Album einfach zu unausgegoren. Einiges ist zwar sehr solide präsentiert, aber vieles wirkt auf mich noch unbeholfen und halbherzig. Ich muss gestehen, dass ich das Demo-Release "E.Ü.A." wesentlich besser finde.

5.0 / 10 Punkte
(original geschrieben am 27. April 2010)

Nostalgie-Review: Godkiller - The Rebirth Of The Middle Ages (CD, Wounded Love Records)

Kennt noch jemand diese schon etwas länger bestehende Band aus Monaco? Anno 1995 veröffentlichte Duke Satanaël unter dem Banner seines Projektes GODKILLER dieses grandiose Machwerk. 








Zwar wartet das Mini-Album "The Rebirth of the Middle Ages" lediglich mit fünf Songs und einer Gesamtspielzeit von nicht einmal 30 Minuten auf, dennoch ist es durch und durch gelungen. Ein gut dargebotenes Konzept, sowie eine schöne Aufmachung (wie man es von Wounded Love ja auch nicht anders gewohnt war) und 1A gespielter Black Metal, grimmig und gespickt mit kalten Melodiebögen, im Stile nordischer Bands der Jahre '92-'94, jedoch auch mit einer gewissen Eigenständigkeit und für die damalige Zeit teils gewagte Ideen, was "The Rebirth..." auch nicht zu einem Durchschnitts-Werk verkommen ließ/lässt.

GODKILLER soll bis heute aktiv sein, obwohl seit gut 10 Jahren nichts mehr veröffentlicht wurde. Allerdings habe ich mir sagen lassen, dass sowohl die frühe Ära der Band vor "The Rebirth...", noch die Aktivitäten nach diesem Mini-Album zu vernachlässigen sind. Es scheint also, dass es sich bei GODKILLER doch um eine Art Eintagsfliege handelt, weshalb dieses grimmige Werk trotz großartiger Qualität nie wirklich ein großes Publikum fand, wie ich das bisher mitbekommen habe.

Limitiert ist die CD auf 5000 Exemplare weltweit und von einigen Distros weiß ich, dass sie sie noch vereinzelt im Angebot haben - ansonsten hat man auch gute Chancen auf Musik-Börsen oder Second-Hand-Läden. Absolute Empfehlung!

Review: Misanthropic Death (4-Wege-Split) (CD, Ewiges Eis Records)

Bereits längere Zeit angekündigt, heute endlich online gestellt - die aktuelle 4er-SplitCD aus dem Hause Ewiges Eis namens "Misanthropic Death", welche für das Label doch eher ungewöhnlich ist - präsentiert man hier doch eher durchgehend Suizid/Depressiv Black Metal. Was die Split taugt lest ihr nun im folgenden...

 




Beginnen wir also mit dem ersten Akt dieser CD. "Kälte" nennt sich der mit etwa 10 1/2 Minuten überlange Song und wird dargeboten von der Deutschen Band Leichenstätte, zu denen ich wohl nicht mehr viel sagen muss, Leser meines Blogs werden wissen, wie ich zu der Gruppe stehe. Mit diesem Lied offenbart man dem Hörer meiner Meinung nach sein bisher bestes Liedgut. Eingeleitet durch ein schön nostalgisch-stolzes Intro geht es alsbald über in den für Leichenstätte typischen Suizid Black Metal, der sich quälend schleppend gibt und einen ziemlichen Doom-Einschlag besitzt. Das Gute ist, dass diese Monotonie hier wirklich zündet, zumal man es nicht einfach dabei belässt sich einseitig im Downtempo zu bewegen, sondern dem Hörer auch passagenweise wirkliche "rhythmische" Raserei und Gefühlsausbrüche um die Ohren haut. Besonders zum Ende hin wird hier auch noch mal ordentlich Gas gegeben. Auch gute Arbeit leistet hier Sänger Krankheit, dessen Geschreie wieder einmal, dem Namen entsprechend, sehr krank klingt und einem einen Schauer nach dem anderen beschert.
Leichenstätte: 9.5 / 10 Punkte

Das zweite Gespann schimpft auf den Namen Halla. Ich könnte jetzt sagen, der Name ist Programm - denn hallend klingt es auf jeden Fall. Das Trio stammt übrigens aus dem Iran, daher auch der Name (Allah, rückwärts geschrieben), also ne ziemlich exotische Sache. Die Musik ist jedoch mehr oder minder Standard-Kost, was rauen Suizid Black Metal anbelangt (und von der Stimme her ist es auf jeden Fall Suizid Black Metal). Es passiert nicht wirklich viel, bis auf das einfach mal drauf los geknüppelt wird. Dazu noch ein absolut kränklicher Gesang - wie bereits schon erwähnt, schlägt dieser wirklich mehr in die Richtung des typischen DSBM. Was die Band jedoch vor der Nichtigkeit bewahrt, sind die gut platzierten Breaks, Einspielungen, Ambient-Einflüsse (zum Schluss) und Tempowechsel, sowie der ab und an einsetzende rituelle "Sprechgesang". So werden die gut 13 Minuten Spielzeit nicht allzu schlimm, wie ich befürchtet hatte.
Halla: 7.0 / 10 Punkte

Calth nennt sich das nun folgende Ein-Mann-Kommando aus Bulgarien. Von dieser Band hatte ich zuvor auch, wie im Fall von Halla, noch nie etwas gehört. Sehr wohl aber von dem zweiten Projekt des Herrn mit Namen Raggradarh, welches musikalisch gesehen aber kaum was mit Calth zu tun hat. Hier wird reinrassiger, rasend-treibender Underground Black Metal zelebriert, ohne Respekt vor heutigen Glanzproduktionen und Trends. Einfach nur Misanthropie, Dunkelheit und Satan - was braucht ursprünglicher Black Metal mehr?!
Calth: 9.0 / 10 Punkte

Die letzten vier grimmigen Beiträge steuert die Solo-Band Råten aus dem sonnigen Spanien bei. Über die Schreibweise des Namens war man sich wohl nicht ganz eins, denn auf der Hülle wird die Band als Raaten präsentiert, vielleicht aber auch beabsichtigt um so den verwendeten Akzent zu vermeiden. Wie dem auch sei, Nargaash bietet mit der Musik von Råten schnörkellosen satanischen Underground Black Metal, nicht so rasend wie Calth und mit mehr - nennen wir es mal "Groove", aber dennoch schnell gespielt. "Scheiß auf gute Produktion und Nachbearbeitung" scheint das Motto zu sein, und genau so klingt es dann auch... dreckig, rotzig, hasserfüllt - da weiß man auch wieder warum die CD "Misanthropic Death" heißt. Das ganze erinnert mich an Sachen von alten Beherit bis ältere Werke von Inquisition mit einer Prise neueren Einflüssen wie das erste Obskene Sonare Demo.
Råten: 9.5 / 10 Punkte

Fazit:
Leichenstätte präsentieren mit ihrem Lied wieder einmal sehr feine depressive Tonkunst, meiner Meinung nach das beste Material bisher! Halla überzeugen mich nur teilweise und stellen somit in meinen Augen den schwächsten Beitrag. Calth und Råten repräsentieren auf dieser Split den alten Geist des Black Metal und machen dem Titel der CD alle Ehre, besonders von letzter Band bin ich angenehm überrascht. Alles in allem eine lohnenswerte Split-Veröffenltichung, die zwar nicht nur Stärken besitzt, aber immerhin überwiegend gute Momente bietet. Limitiert ist die CD auf 500 handnummerierte Exemplare - also schnell sein!
Resultat:



9.0 / 10 Punkte
(original geschrieben am 22. April 2010)