Montag, 5. Dezember 2011

Review: Bilskirnir & Barad Dûr - Split EP (LP, Tanhu Records)

Die Klangschmiede Tanhu aus Ungarn kennt man ja schon durch einige Bilskirnir-Veröffentlichungen, so wurden die Splits mit beispielsweise Hunok und Evil dort veröffentlicht. Nun folgt die Bilskirnir Split EP mit den, so schien es mir zumindest, offiziell längst schon aufgelösten Barad Dûr. Beide Bands sind der politisch nicht gerade korrekten Ecke des Black Metals zuzuordnen, wer also ein Problem damit hat, muss diese Rezension logischer Weise ab hier auch nicht mehr weiterlesen.




Beginnen wir mit der Bilskirnir Seite, die da heißt "Lost forever". Gleich zu Anfang wird klar: es handelt sich hier unverkennbar um Bilskirnir, wenngleich dieses Stück eines der wohl intensivsten darstellt, die ich seit langem von diesem Ein-Mann-Projekt gehört habe. Ein wirklich düsteres nostalgisches Lied, welches auch eine gewisse Melancholie und Monotonie nicht verbergen kann. Genau das ist es, was ich von Bilskirnir gewohnt bin, und genau was ich erwarte. Sogar noch etwas mehr. Doch, das sagt mir sehr zu! Da ist es schade, dass von der Band nur dieses eine 7-minütige Stück beigesteuert wurde.
9.0 / 10 Punkte

Barad Dûr liefern mit "Selbstmord" noch einmal ein Stück, nachdem sie sich ja vor ein paar Jahren aufgelöst hatten. Das Lied ist sehr dreckig und sehr rau. Das dürfte wohl aber zum größten Teil an der Demo-gleichen Aufnahme liegen. Rauschen inklusive. Das hat auf jeden Fall Stil und nach ein oder zwei Durchläufen macht der Song auch echt Laune. Musikalisch präsentiert man sich übrigens wie gewohnt eher im Midtempo angesiedelt, nichtsdestotrotz aber aggressiv und wild. Davon hätte es ehrlich gesagt auch noch ein Lied mehr getan. Aber so ist der ganze Spuk dann nach ca. sieben Minuten und 15 Sekunden vorbei.
9.0 / 10 Punkte

Fazit:
Grandiose Arbeit beider Bands. Auch wenn die Lieder unterschiedlicher nicht sein könnten, so sind sie doch jedes für sich sehr ausdrucksstark und repräsentieren gleichzeitig die Grundessenz der beiden Bands. Limitiert auf gerade einmal 500 Exemplare. Die ersten 100 im roten Vinyl.

9.0 / 10 Punkte

Review: Burzum - From The Depths Of Darkness (CD, Byelobog Productions)

Wir schreiben das Jahr 2011 und dies ist nun bereits die zweite Burzum-Veröffentlichung in diesem Jahr. Mir scheint, da hat wohl jemand nach dem Knastaufenthalt wesentlichen Nachholbedarf. Nun denn - "From The Depths Of Darkness" stellt im Gegensatz zu dem genialen Werk "Fallen" kein wirklich neues Album dar - eher eine Art Zusammenstellung mit Neuaufnahmen der Burzum-Klassiker.






So hat Varg für die aktuelle Scheibe seine persönlichen Favoriten der ersten beiden Alben "Burzum" und "Det som engang var" zusammengestellt und diese in ein neues, dem aktuellen Stil Burzum's angepassten Klanggewand gepackt. Und meiner Meinung nach, das sage ich jetzt hier gleich zu Anfang ganz klar und ehrlich, hätte er das lassen sollen. Klar, Produktion usw. klingt alles druckvoller und musikalisch wesentlich ausgefeilter. Aber die Grundatmosphäre dieser Songs wurde komplett mit dem neuen Stil zunichte gemacht. Ich will nicht so weit gehen, und behaupte, dass die Lieder gute Stimmung verbreiten, aber diese disharmonische Melancholie, die den Alt-Werken Burzum's inneliegt, gibt es hier nicht mehr. Das wird auch leider schon direkt beim ersten Song "Feeble Screams From Forests Unknown" deutlich. Übel nehme ich Varg aber vor allem die Interpretation seines Klassikers "A Lost Forgotten Sad Spirit", dessen einstmalige depressiv-hasserfüllte Atmosphäre höchstens noch zu erahnen ist. Hier wirkt er auf Grund der Geschwindigkeit zwar immer noch nostalgisch-melancholisch, aber es ist längst nicht mehr dasselbe. Aber das Album hat auch seine guten Momente, so gefallen mir "Ea, Lord Of The Depths", "My Journey To The Stars" und auch "Key To The Gate" sehr gut. Auch wenn letzteres Stück im neuen Burzum-Gewand eine nicht zu leugnende RAC-Note besitzt und auch wenn die jeweiligen Songs nicht mehr die gleichen Atmosphären besitzen, wie früher. Aber immerhin verstehen es diese Songs wirklich etwas völlig neues aus diesen Liedern zu machen. Klar kennt man die Melodien, aber die Stimmungen, die hier erzeugt werden, wirken den alten Songs nicht zwangsweise aufgedrückt, sondern schaffen es aus etwas Altem etwas Neues zu formen.

Fazit:
Die Meinungen der Anhänger werden Varg sowieso am Arsch vorbeigehen, das zumindest, so könnte man meinen, belegt dieses Album. Blasphemie kann man ihm ja schwerlich vorwerfen, handelt es sich hier doch um seine eigenen Stücke, die er nur neu interpretiert. Ich finde es jetzt auch nicht wirklich schlecht, aber ich sehe es als ein missglücktes Experiment an, was noch nicht einmal von Nöten gewesen wäre. Und aus diesem Grunde ist es eigentlich schon wieder zumindest überflüssig. Andererseits versteht es Varg auch, einige seiner alten Songs mit dem neuen Stil in völlig andere Sphären zu lenken, die aber trotzdem stimmig sind. Ich bin weiterhin sehr zwiegespalten, was diese Veröffentlichung angeht, vor allem weil hier doch in meinen Augen die negativen Seiten überwiegen. Beim Hören dieses Albums könnte man zu der Ansicht gelangen, dass das Projekt Burzum sich selbst überlebt hat. Dass dem eigentlich aber nicht so ist, bewies Varg ja mit dem "Fallen" Album. Mal abwarten, was die Zukunft noch so bringt.

4.5 / 10 Punkte

Review: Winterus - In Carbon Mysticism (CD, Lifeforce Records)

Das Label Lifeforce ist ja eher durch das Veröffentlichen diverser sogenannter Metalcore-Bands bekannt, und deshalb auch nicht wirklich relevant für mich. Auf Anraten eines Bruders hin habe ich mir dann aber doch diese CD aus dem Hause Lifeforce besorgt, soll sie doch recht anspruchsvollen Black Metal enthalten. Nun, Black Metal enthält die Debüt-CD der Amis Winterus auf jeden Fall - wenn auch nicht gerade den innovativsten...





Winterus orientieren sich bei ihrer Art von Black Metal recht stark am Mitt-90er-Black Metal aus Norwegen. So scheinen wohl vor allem Immortal als musikalische Vorbilder Pate gestanden zu haben. Das ist hauptsächlich beim Gesang und beim Drumming heraus zu hören. Beim Gitarrenspiel noch nicht einmal so sehr. Man hört der Band auch ihren Hang zur Perfektion und technischen Spielereien an - das ist zwar einerseits nicht schlecht, macht die Musik aber auch insgesamt unzugänglicher - die Songs gehen nicht direkt ins Hirn. Auch klingt einiges hier doch eine Spur "too much". Zu viel des guten, zu modern, zu mainstream und von der Musik her zu Core-lastig. Für ein wirkliches Voll-Album Debüt wird auch relativ wenig geboten... gerade einmal drei instrumentale Songs, drei Rehearsals am Ende und dann noch drei "wirkliche" Songs - insgesamt kommt man dann auf eine Spielzeit von gut 35 Minuten. Das hätte man besser als Vorab-EP oder als Demo in kleiner Stückzahl vertreiben sollen, den Preis eines Voll-Albums, welches auch über den Underground hinaus im Einzelhandel zu erwerben ist, finde ich hier bei weitem nicht gerechtfertigt! Hinzu kommt, dass ich die Rehearsal- oder Live-Songs wesentlich stärker und emotionaler finde, als den ganzen Rest des Albums!

Fazit:
Die Rehearsals gefallen mir sehr gut - davon ein paar mehr und hübsch als eine schicke Demo veröffentlicht - das wäre der Hammer gewesen. So bleibt lediglich ein (im Einzelhandel) überteuertes Debüt-Album, welches nur halbgar präsentiert wird und nicht wirklich fertig scheint. Trotzdem haben die Songs ihre guten Momente, vor allem, wenn die Mitt-90er-Note in ihrer Musik voll zum tragen kommt - aber allgemein könnte man sich hier als Käufer schon leicht verarscht vorkommen. An dieser Stelle ein Dank an K., der mir sein Exemplar für die Rezension zur Verfügung gestellt hat.

4.0 / 10 Punkte

Sonntag, 4. Dezember 2011

Review: The Midnight Meat Train (Einzel-DVD, Universal Studios)

Endstation: Blutiges Massaker. Zu extrem fürs Kino!!! ... diese und andere schlagkräftigen Worte finden sich auf dem Cover der DVD zu einem der wohl interessantesten Horrorfilme der letzten Jahre. Die Rede ist hier natürlich von oben genannter Filmadoption (2008) einer Kurzgeschichte von Clive Barker mit selben Titel - hierzulande bekannt als "Der Mitternachts-Fleischzug".







Im Gegensatz zu anderen jüngeren Adoptionen dieses Autoren, wie etwa "Book of Blood" oder "Dread" geht es hier, auch dank eines guten Budgets recht heftig und deftig zur Sache. Jedoch bleiben auch andere Punkte, die typisch für die Werke von Clive Barker sind nicht auf der Strecke... so ist der Film wirklich sehr düster von seiner Atmosphäre her, ist psychologisch dicht, hat interessante, kranke Charaktere und natürlich Sex und ein gewisses Maß an Perversion. Natürlich wie eingangs erwähnt auch Hektoliter-weise Blut und herumfliegende Körperteile. Clive Barker stand hier ebenfalls als ausführender Produzent Pate. Worum es genau geht? Leon Kaufman (verkörpert durch Bradley Cooper) ist ein Fotograf. Er betreibt dies jedoch nicht als Hobby - für ihn ist es mehr. Und als er durch einen Freund den Kontakt zu einer angesagten Kunstausstellerin findet, fühlt er sich immer mehr bestätigt. Gleichzeitig versinkt er aber auch immer tiefer in die Abgründe der menschlichen Seele. Er hat sich zur Aufgabe gesetzt, das wahre Gesicht der Stadt New York zu zeigen. Was er findet, reißt ihn nach und nach immer weiter in einen endlosen schwarzen Strudel. So wird er auf den stummen Mahogany (genial: Vinnie Jones) aufmerksam, der ihm nachts vor einer U-Bahn-Haltestelle im Anzug begegnet. Leon ist fasziniert von ihm. Er verfolgt ihn und findet alsbald heraus, dass der Unbekannte als Schlachter arbeitet. Bei seinen weiteren Nachforschungen stellt sich für Leon ein möglicher Zusammenhang zwischen Mahogany und einer brutalen Mordserie in der New Yorker U-Bahn her. Während seiner weiteren Recherchen gerät Leon immer weiter in eine andere dunkle Welt jenseits des Tageslichts, denn alle Spuren führen zu einer verlassenen, längst aufgegebenen U-Bahnstation.

Ein Horror-Thriller, der seines Gleichen sucht. Beängstigend und durchdacht. Kompromisslos, kalt und drastisch. Sowohl in Sachen Atmosphäre und in der Ausführung. Das "Schlachten" der Opfer wird detailreich ausgeführt, und selbst die hier und da eingesetzten CGI verursachen beim Zuschauen Schmerzen. Die Besetzung ist (wenn auch nicht durchweg) gut, die beste Arbeit liefert aber wohl Vinnie Jones ab, dicht gefolgt von Bradley Cooper. Auch sehr lustig ist der Kurzauftritt von Ted Raimi, dem kleinen Bruder von Sam, der auf wirklich beeindruckende Weise sein Leben lässt. Ohne jetzt noch weiter zu viel verraten zu wollen - schließlich soll es immer noch Leute geben, die den Film nicht gesehen haben - ende ich hier jetzt einmal mit der Rezension.

Als Bonus gibt es u.a. ein sehr interessantes Interview mit Clive Barker über den Film, seine Werke und Kunst.

Anbei zum Schluß noch ein interessanter Fakt: nachdem die FSK dem Film in seiner ungeschnittenen Fassung die Freigabe verweigerte, nahmen Universal auch Abstand von einem Deutschland-Release - eine Einstellung, die durchaus begrüßenswert ist, schließlich sollte man der Zensur keine Chance geben.

9.0 / 10 Punkte

Samstag, 3. Dezember 2011

Review: A Forest Of Stars - Opportunistic Thieves of Spring (CD, Prophecy Productions)

Das neue, im letzten Jahr veröffentlichte Album der britischen Band A Forest Of Stars mit dem Titel "Opportunistic Thieves of Spring" kam ursprünglich als CD und LP über das Label Transcendental Creations heraus. Das deutsche Label Prophecy brachte dann für den europäischen Markt noch eine schicke Digi mit der CD und einer DVD raus. Auf diese soll sich diese Rezension auch beziehen.






Die Band habe ich damals zu meiner myspace-zeit eher zufällig und auch beiläufig mal kennengelernt. Ich fand die damaligen Demo-Tracks gelinde gesagt grottig. Ergo hatte ich mich auch nicht mehr wirklich für ihr Debüt-Album "The Corpse of Rebirth" interessiert, und liess dieses einfach an mir vorüber ziehen. Nun bekam ich mehr durch einen glücklichen Umstand das aktuelle Album in die Finger. Und irgendwie interessierte mich ja doch schon, wie diese Band unter professionellen Bedingungen klingen würde. Das Ergebnis hat mich sehr positiv überrascht... hier bietet man eine breite Palette an musikalischem Können. Da wäre natürlich zum einen der sehr avantgardistisch vorgetragende Black Metal, den man auf Grund seines Klanges getrost dem Underground zugehörig zählen kann. Zum anderen klingt das ganze aber auch sehr psychedelisch (was ja quasi auch ein Sinnbild für britische Musik aus der Vergangenheit ist). Ebenso kommen hier klassische Instrumente zum Einsatz wie etwa verschiedene Streicher oder eine Flöte. Dezente Keyboard-Musik ist auch noch zu vernehmen. Insgesamt erinnert die Musik nicht nur einmal an alte nordische Sachen oder auch, um einen Namen zu nennen, an die deutsche Kapelle Die Toten kehren wieder mit dem Wind. Geboten werden insgesamt sechs Songs bei einer Gesamtlaufzeit von guten 75 Minuten! Die DVD indes beinhaltet zwei Videos. Ein offizielles zu "Raven's Eye View" und einen Live-Clip von "Male". Erst genanntes ist handwerklich wirklich gut gemacht und kann sich sehen lassen. Tolle Atmosphäre - was auf das gesamte Album auch zutrifft.

Fazit:
Ein wunderbar nostalgisches Album. Es ist zwar nicht typischer Black Metal, allein schon die Art des Auftetens der Herren erinnert doch eher an Sachen wie The Vision Bleak. Nichtsdestotrotz beinhaltet die Musik hauptsächlich Elemente, die dem rauen Black Metal zuzuordnen sind, auch wenn der Stil hier wirklich sehr weit ausgedehnt wurde. Etwas Besonderes also, auf das man sich allerdings einlassen und für das man sich öffnen muss.

8.5 / 10 Punkte

Samstag, 26. November 2011

Preview: Sale Freux - La Mélancolie des Pennes (MC, Selbstmord Kommando)

Im Dezember diesen Jahres wird es endlich veröffentlicht werden. Die Sprache ist hier natürlich von oben genanntem Album "La Mélancolie des Pennes" der französischen Ein-Mann-Band Sale Freux. Mastermind Dunkel präsentiert dem geneigten Hörer hier das zweite Werk seiner Band, und kann das hohe Niveau, welches er sich mit dem Debüt gesetzt hat, locker halten. Das Werk bietet sogar einige Überraschungen.







So fällt zunächst der Stilwechsel auf... war das Debüt noch durchzogen von einem nicht zu leugnenden Gefühl der Naturverbundenheit, verhält es sich hier doch anders. Sicher - Akustik-Gitarren finden auch hier Verwendung, und das mehr als einmal, aber die Grundatmosphäre ist eine völlig andere. "La Mélancolie des Pennes" scheint tiefer zu gehen. Es ist, wie der Name schon verrät gefühlvoller, leidenschaftlicher, persönlicher. Man lauscht den Klängen, und hat den Eindruck einer sterbenden Seele in ihrem Todeskampf zu zuhören. Übrigens bedeutet der Bandname ins Deutsche übersetzt nicht viel mehr als etwa 'Dreckige Krähe'. Ein besserer Name in Verbindung mit der dargebotenen Musik hätte man wirklich nicht wählen können. Die Musik an sich scheint direkt aus den frühen 90ern Jahren der französischen Black Metal Szene entsprungen zu sein - und doch klingt sie erfreulich unverbraucht. So stellt der hier zelebrierte Black Metal wirklich die Essenz all dessen dar, was ich unter dieser Musik verstehe - Aggressivät, Räudigkeit, Krankheit, Melancholie, Schmerz, Kälte und Hass. Auch wurden in einigen Liedern schwere Streichinstrumente verwendet, die allerdings bewusst dezent im Hintergrund gehalten wurden, und so nur diese drückende, nebelverhangene, düstere Atmosphäre noch mehr unterstreichen. Besonders zum Tragen kommt das in den Songs "Insomnia" und "Averse de Plumes".

Fazit:
Im Vergleich zum ersten Album "Subterranus" ist das neue, hoffentlich baldig kommende, Werk von Sale Freux düsterer und melancholischer ausgefallen. Ein depressiver Black Metal-Klangteppich, mit einer wunderbaren Atmosphäre, die man allerdings erst wirklich auf sich wirken lassen muss. So hat mich das Album schon zwei, drei Durchläufe gekostet, um auf mich seine ganze Essenz zu entfalten - so zeigen sich einem doch erst nach mehr als einmaligem Hören verschiedene Details, wie die erwähnten verwendeten Streicher. Doch die Mühe hat sich definitiv gelohnt. Ein mehr als überzeugendes Machwerk, und wenn das Debüt in meinen Augen schon gut war, dann ist das hier einfach nur grandios! Release ist wie eingangs schon erwähnt im Dezember, ein genauer Termin steht aber noch nicht fest. Für Anfragen meldet euch beim Label unter http://sk-produktionen.blogspot.com.

10 / 10 Punkte

Sonntag, 20. November 2011

Review: Miro Klavier - Der Klang der Natur (CD, Eigenproduktion)

Hinter dem klassischen Piano-Musik-Projekt Miro Klavier steckt, ähnlich wie im Falle dem brasilianischen Klassik-Projekt Lebensessenz, jemand, der eigentlich im Metal beheimatet ist. So hat der Solo-Musiker auch das noch relativ junge Dark Metal-Projekt Stories of a dark soul, bei dem er die Stile des Black und Death Metals mit leichtem Ambient und primitivem Folk-Einfluss mischt.




Doch genug davon. Schließlich soll es hier um Miro Klavier gehen. Und mit diesem präsentiert Miro Lange dem geneigten Hörer Klassik auf... wer hätte es gedacht... dem Klavier. Wie der Name halt schon vermuten lässt. Dabei kommt allerdings kein "richtiges" Klavier/Piano zum Einsatz, sondern eher ein gutes Keyboard mit Piano-Funktion. Das erinnert dann schon wieder eher an Projekte wie Penitent, die ja sogar dem Maestro Beethoven ein gesamtes Album widmeten... apropos Beethoven: "Der Klang der Natur" klingt stellenweise so friedvoll und harmonisch, dass ich unweigerlich an Werke des großen Mannes, wie etwa "Ode an die Freude", denken muss. Durch das verwendete Keyboard offenbaren sich aber natürlich auch Möglichkeiten jenseits der Piano-Klassik... so werden auch einige Aspekte aus dem Ambient verwendet, was natürlich in keinsterweise an Sachen wie Vinterriket heranreicht, aber die Vorbilder zumindest erahnen lässt.

Fazit:
Ein recht schönes, wenn auch sehr kurzes Machwerk klassischer Keyboard-Musik. Miro versteht es mit seiner Musik auf jeden Fall verschiedene Stimmungen einzufangen, die für "Natur" stehen. Kein Wunder also, dass es hier doch eher recht harmonisch zur Sache geht. Allerdings birgen die Lieder auch eine gewisse Sehnsucht in sich, wie mir scheint. Vielleicht die Sehnsucht nach dem Einswerden mit der Natur.

7.0 / 10 Punkte

Nostalgie-Review: Amorphis - The Karelian Isthmus (CD, Relapse Records/Nuclear Blast)

Damit zu Anfang nicht direkt Missverständnisse aufkommen: das erste Album der finnischen Band Amorphis kam damals über das Label Relapse raus, wurde von Nuclear Blast aber für den europäischen Raum lizenziert. Deshalb finden sich halt auch beide Label-Logos auf dem Inlay.








Auf ihren ersten Werken huldigten Amorphis noch dem etwas melodischen Death Metal, benutzten jedoch auch sehr viele Oldschool-Elemente. Aber nicht nur Death Metal fand sich zu der Zeit in ihrer Musik - auch progressive Momente (man nehme da Lied 5 "Black Embrace") sowie Anleihen an die Düsternis des Doom Metal (besonders erwähnenswert in der Hinsicht ist Lied 4 "Warriors Trial"), und einige Chorsamples waren enthalten.
So stellt für mich das erste Album aus dem Jahr 1992 (1993 europaweiter Release-Start) auch gleichzeitig das eindeutig beste Werk der Band dar, auch wenn das nicht minder schlechte Nachfolge-Album "Tales from The Thousand Lakes" durchaus dem Debüt gerecht wird, jedoch auch nichts wirklich neues zum Erstlingswerk zu bieten hatte - die Härte hatte dort sogar etwas nachgelassen und es wurde melodischer. Im Grunde aber definiert sich die Band für mich nur durch ihre ersten beiden Alben, sowie ihrer Demo und den beiden EP's. Letztgenannte wurden im Zuge der Wiederveröffentlichungen der beiden ersten Alben übrigens als Bonustracks beigelegt. Über eine genaue Limitierung weiß ich zwar nichts, aber die Tatsache, dass man die Alben samt EP's neu auflegte, lässt ja vermuten, dass sie in ihren Erstauflagen kaum noch zu ergattern sein werden. Ich habe sie bisher auch nur bei wenigen Gelegenheiten im Second-Hand-Plattenladen oder auf Börsen gesichtet. Wenn ihr also mal die Gelegenheit haben solltet, die Erstauflagen zu ergattern, dann ergreift sie - lohnen tut es sich alle Mal!

Freitag, 18. November 2011

Review: Moloch - Der Schein des schwärzesten Schnees (CD, Sabbathid Records)

Das einstmalige Phänomen Moloch aus der Ukraine scheint sich mit der Zeit immer mehr zu einem sich immer mehr ausbreitendem Geschwür zu entwickeln, was man einfach nicht mehr loszuwerden scheint. Allein dieses Jahr erschienen (bisher) drei Alben... dazu muss man nichts mehr sagen. Doch muss ich zugeben, dass mit dieser Scheibe eins der interessantesten Werke von Moloch veröffentlicht wurde, die ich seit der Split mit Glass Coffin zu hören bekommen habe.




Teilweise hört sich das Album schon an wie die Zwischenstücke auf der ersten Fäulnis "Cholerik"... das beziehe ich hier auf den "Gesang" sowie die Musik, die teils auch in ambientartige Gefilde abdriftet, jedoch nicht so sehr wie auf anderen Alben der Band. Hier steht eindeutig der Black Metal im Vordergrund, der zwar meist hoffnungslos übersteuert ist ("Philosophie der Depression"), und so an Sachen wie etwas Striborg erinnert, aber trotzdem recht interessant klingt. Es gibt einerseits diesen klagenden Schreigesang, Klargesang und das ein oder andere Sample zu hören. "Winterliche Teilnahmslosigkeit" stellt für mich ein Highlight auf der CD dar. Der geht allerdings lediglich knapp über eine Miute und ist auch nur instrumental. "Ein Teil meiner Essenz wird hier immer verweilen" möchte ich auch noch besonders hervorheben, da er wirklich burzum'deske Sphären annimmt und eine unglaubliche Atmosphäre besitzt.

Fazit:
Kein besonderes Album, auch wenn es mit eines der besten neueren Werke Moloch's darstellt. Ab Lied sieben wird die CD eigentlich erst richtig interessant, der letzte Track, ein über 15-minütiges Ambient-Stück, macht da aber wieder vieles zunichte - es ist zwar atmosphärisch sehr gut, aber wer sich das wirklich an einem Stück anhört, muss schon starke Nerven haben, da sich hier auch nicht sehr viel tut. Achso, und zum Abschluss gibt es sogar noch ein Video auf der CD zum Song "Philosophie der Depression"... naja, es ist halt standard, aber es gibt peinlichere Sachen.

6.0 / 10 Punkte

Review: Mordhell - Suffer in Hell (CD, Pagan Records)

Achtung! Die geisteskranken Polen von Mordhell sind wieder unterwegs. Nach drei Jahren des Wartens meldet man sich nun unverhofft mit dem aktuellen Album "Suffer in Hell" zurück. Rotzig und dreckig wie eh und je...









Als ich das erste Mal 2006 von der Band hörte, in Form ihrer EP "Cut yourself and die!!!" und der Split mit Buxen und Aifur, die die gesamte EP "Suicide Blood" enthielt, kam mir spontan eine bereits ältere norwegische Band in den Sinn: Carpathian Forest. Aber mal ehrlich, wer müsste bei so illustren Titeln wie "Alcoholic Titfuckblast", "Graveyard Fuck", "You are my fucking Pornostar", "Shit Blood and Metal Black" oder "Princess-Faeces" nicht an die offensichtlichen Vorbilder aus Norwegen denken?! Genau so ist auch der Stil der Band... rotziger Black 'n' Roll, der auch keinem wirklich weh tut, da die Songs mit Längen zwischen zwei - fünf Minuten recht kurz aber passend gehalten sind. So ist wenigstens sicher gestellt, dass hier nichts unnötig in die Länge gezogen wird. Auch erinnern mich die Mannen an Sachen wie Heretic, als sie noch gut waren, oder Ungod. Ich muss der Band aber auch zugestehen, dass sie sich qualitativ durchaus steigern konnten, und mittlerweile nach mehr als einer bloßen Kopie klingen, da sie es endlich auch schaffen, eine gehörige Portion des typischen osteuropäischen Stils reinzubringen.

Fazit:
Eine Scheibe, die definitiv ihre Anhängerschaft bei den Oldschool Veteranen finden wird. Ich bin auf jeden Fall dabei - auch wenn das Album jetzt nichts besonderes in dem Sinne darstellt. Es ist eher etwas für einen feuchtfröhlichen Abend mit ein paar Brüdern und diversen Kisten Bier. Live bestimmt auch recht amüsant.

7.5 / 10 Punkte

Review: Menneskerhat - Blut und Eisen (CD, Hammerbund)

Die non-p.c. Black Metal-Band aus Österreich hat sich ja jetzt auch schon seit längerer Zeit nach gerade einmal drei Demos (von denen zwei nahezu identisch waren von der Songliste her) und zwei Split-Veröffentlichungen mit Totenburg und Permafrost sowie Annihilation 666 aufgelöst. Quasi als letzte Ehrerbietung veröffentlichte die Schmiede Hammerbund nun diese Best Of-CD.






Enthalten sind auf diesem Album alle Songs von Menneskerhat ab der "Der Weg zum Galgen" Demo, also auch die Aufnahmen der beiden Splits, sowie der Beitrag "Death from the forest" von einer Absurd-Tribut Scheibe und der Song "Blut und Eisen", welcher exklusiv für die Tape-Version der Demo gemacht wurde. Auf Grund dieser Tatsache schwankt die Qualität der Aufnahmen auch enorm, da man die verschiedenen Songs auch nicht normalisiert hat. Trotzdem ein würdiges Denkmal für die Band, bei dem besonders die Beiträge zur Split mit Totenburg hervorstechen, wobei die letzten beiden Lieder von der Split mit Permafrost und Annihilation666 auch nicht zu verachten sind, und an eine melodischere Variante von alten Beherit erinnern.

Fazit:
Schade um dieses Projekt, stellte es doch für mich immer eine der besseren, sagen wir mal politisch nicht korrekten Bands dar. Limitiert ist diese Best Of auf 333 Exemplare, wobei die ersten 100 Stück als handnummerierte Digi daher kommen, und zusätzlich ein Poster enthalten.

8.0 / 10 Punkte

Review: Voluntaria & Trauer - Wintersturm Split (CD, Nocturnal Empire)

Mal wieder Depressive Black Metal... diesmal handelt es sich um ein Split-Release zweier deutscher Underground Bands der gehobeneren Sorte. Voluntaria sagten mir vorher zwar absolut überhaupt nichts, und die Tatsache, dass sie bei S.M.S veröffentlichen macht sie nicht gerade zum Vorzeigeprodukt, aber doch bin ich angenehm überrascht. Trauer werden die einen oder anderen ja bereits kennen (vor allem vielleicht von der Split mit Leichenstätte, Balnasar und Frozen Burial). Wenn nicht, wird man die Musik von Neideck vielleicht von seinen anderen Projekten her kennen, wie etwa Todessehnsucht oder Todeskult.


Fangen wir bei Voluntaria an, die die ersten drei Songs beisteuern, wobei der erste schon eine beachtliche Länge von rund 13 Minuten aufweist. Eingeleitet wird "Nichtig" durch ein meiner Meinung nach viel zu langes Klavier-Intro, zu dem sich hinterher auch en Schlagzeug gesellt. Dann fängt die eigentliche Musik an. Langgezogenes Gitarrenrauschen, langsame Drums samt Bass... nichts neues auf dem Sektor. Der Gesang setzt dann zur fünften Minute ein - der aber in der Hinsicht überrascht, dass er wirklich nach Black Metal klingt. Großes Lob also an die Herren. Wirklich interessant wird das Lied aber erst in der achten bis neunten Minuten, wo es dann mal etwas schneller zur Sache geht und man zeigt, dass man auch wirklich seine Instrumente beherrscht. Der nächste Song "Leere" gefällt mir da von Anfang an schon etwas besser. Verzerrte, rauschende Gitarren, die nicht zu langsam gespielt sind, aber auch nicht übermäßig schnell, genau wie die Drums. Der Song lässt wirklich eine gewisse Melancholie hochkommen - gefällt mir sehr! Schließlich verabschieden sich Voluntaria mit einem Klavier-Outro, welches aber glücklicherweise nicht so lang ist, wie das Intro beim einleitenden Stück.

Kommen wir zu Trauer. Von der Band stammen die letzten beiden Lieder "Durch diese kalte Stille" und "Verloren". Wobei mir hier der erste Song eindeutig besser gefällt. Erinnert er in Sachen Atmosphäre doch an düstere Werke von Burzum oder Nargaroth. Beim zweiten Song wurde der Gesang leider total verhunzt, sorry.

Fazit:
Eine Split, die man haben kann, aber auch nicht unbedingt besitzen muss. Wobei ich von Voluntaria angenehm überrascht bin, auch wenn sie mich jetzt nicht gerade in Euphorie versetzen - aber die Musik geht in Ordnung, vor allem im direkten Vergleich zu anderen Genre-Kollegen. Von Trauer bin ich etwas enttäuscht, während der erste Song richtig gut ist, lässt die Qualität schlagartig mit dem zweiten ab, was wirklich schade ist.

6.5 / 10 Punkte

Review: Nocte Obducta - Verderbnis - der Schnitter kratzt an jeder Tür (CD, MDD)

Das Label MDD ist ja eher für Death Metal und/oder Grind-Releases bekannt. Trotzdem tummeln sich da doch einige mehr oder weniger hörenswerte und interessante Black Metal-Truppen. Zu diesen dürfen sich jetzt auch neuerdings Nocte Obducta zählen - denn das aktuelle Album der wiedergeborenen Band "Verderbnis - der Schnitter kratzt an jeder Tür" erschien ebenfalls über dieses Label.






Satte fünf Jahre war das Schicksal der Black Metal-Kombo aus Mainz ungewiss, und auf Grund der Gründung diverser Projekte (ehemaliger) Mitglieder, sah es auch fast so aus, als wäre es für Nocte Obducta vorbei. Nun sind sie wieder da, mit alten und neuen Gesichtern - musikalisch betrachtet aber im wohlbekannten Gewand. So präsentieren hier die Mannen um Marcel va. Traumschänder das bisher stärkste Nocte Obducta-Album seit dem großartigen zweiten Werk "Taverne (in Schatten schäbiger Spelunken)" oder dem "Galgendämmerung - Von Nebel, Blut und Totgeburten".  Zwar werden hier nicht gänzlich die Wildheit dieser Alben eingefangen, immerhin hat man sich mit der Zeit auch weiterentwickelt, doch in Sachen Atmosphäre kommt es ihnen schon recht nahe. Der Gesang ist teilweise zwar gewöhnungsbedürftig, schallt er auch oft mehr brüllend und gröllend aus den Boxen, so dass sich das ganze dann eher nach aggressivem Rock anhört, denn nach Black Metal, aber das soll der Sache keinen allzu großen Abbruch tun. Anspieltipps meinerseits wären "Schweißnebel", "Niemals gelebt" und "Wenn ihr die Sterne seht".

Fazit:
Ich freue mich, mal wieder etwas von Nocte Obducta zu hören. Vor allem freut es mich, dass sie offensichtlich zu alter Stärke zurückgefunden haben, denn die letzten Veröffentlichungen waren zwar musikalisch gut, aber langweilig... man hat ihnen angemerkt, dass irgendwie die Luft raus war - es fehlte an Seele. Das scheint sich mit "Verderbnis" erledigt zu haben. Wenn es so bleibt, werde ich diese Band wohl wieder ins Auge fassen.

8.5 / 10 Punkte

Dienstag, 15. November 2011

Review: Triebtat - Der Weg in die Depression (CD, Runenstein Records - 2011)

Aus dem Hause Runenstein stammt diese Demo in Pro-CDr-Format. Gut, mal wieder eine depressive Suizid Black Metal Band aus Deutschland... soweit nichts neues also. Das Duo, welches sich aus Fäulnis (u.a. Todessucht, Faulen oder die vor kurzem reviewten Grauzeit) und IRA (Misanthrop) zusammensetzt, versteht es aber doch schon einiges an wirklich depressiver Atmosphäre aufzubauen.






"Leben = Leid", der erste Song nach dem Intro gefällt mir schon ganz gut, eher langsam, mit einer traurigen Melodie und sogar Streicher-Samples. Sogar der Gesang geht hier in Ordnung - immerhin ein Beweis dafür, dass der Sänger auch anders kann. Er ist zwar nicht besonders, typisch für DSBM, aber erträglich und nicht so pseudo-verzweifelt krächzend. Der zweite Song ist mir persönlich etwas zu langgezogen, es passiert nicht wirklich viel - aber die zweite Hälfte ist richtig gut, da hier auch mal schneller zu Werke gegangen wird. Etwas mehr davon hätte dem nächsten Song bestimmt auch sehr gut getan, bei welchem ich aber die auch die Akustikpassage mit den Samples (Chor) zum Mittelteil hin, die sich dann auch bis zum Ende hin durchzieht, sehr gelungen finde. "Asphyxie" fängt harmlos an, kommt etwas polternd daher, wird zum Ende hin aber richtig fies. "Borderline" hat Ähnlichkeiten mit dem Song "Depression" von Permafrost's Erstling "Pervers & Geisteskrank", was mir außerordentlich gefällt, jedoch kann er das Niveau nicht auf Dauer halten. Es folgt ein kurzes Outro und fertig.

Fazit:
Doch, das hier kann man sich definitiv schonmal anhören - vorausgesetzt natürlich, dass man für die Art Black Metal überhaupt was übrig hat. Triebtat stellen jetzt zwar keine Band dar, die man unbedingt einmal gehört haben muss, dafür ist ihre Musik einfach zu gewöhnlich, aber es ist doch ein kleiner Funke, der sie für mich vom Einheitsbrei abhebt... ich komme nur noch nicht genau darauf, was das ist. Wer die CD sein Eigen nennen möchte, dem sei der Kontakt zu Runenstein Records nahegelegt: runensteinrecords.blogspot.com. Limitiert auf 100 handnummerierte Exemplare.

5.5 / 10 Punkte

Review: Oranssi Pazuzu - Kosmonument (CD, Spinefarm Records)

Ja Mann... da denkt man doch, nach Woods of Infinity (dem letzten Review) kann es nicht mehr obskurer werden, und schon wird man hier in Form der Band Oranssi Pazuzu aus Finnland eines besseren belehrt. Psychedelischer Black Metal sag ich nur. Und das ist mal keine angekündigte Untertreibung des Labels. Das hier ist wirklich kranker Hörgenuss.






Man stelle sich eine Mixtur aus 60/70er Psychedelic Rock und Inquisition vor. Dann hat man in etwa eine Vorstellung, wie diese Band klingt (die im Gegensatz zu Inquisition aus fünf Leuten besteht). Verzerrte Klänge, traumwandlerische Melodiesphären, ein drogengeschwängerter Farbwirbel aus Grau, weiß und schwarz. Der Band gelingt es wirklich diese beiden, eigentlich grundverschiedenen Genres perfekt zu vereinen, so dass man auch nicht den Eindruck hat, zweier Stile zu lauschen, die so gar nicht zusammen passen. Dabei entsteht eine sehr dichte, zumeist drückende und eher depressive, aber auch eine sehr rituelle Atmosphäre. Der keifende und kehlige Gesang passt dann noch wie die berühmte Faust auf's Auge. Es stört mich hier sogar nicht weiter, dass man insbesondere mit dem vierten Song einige Industrial-Einflüsse aufweist. Diese finden sich in einigen Songs wieder, aber hier doch besonders. Auch das obligatorische Ambient-Zwischenstück fällt da nicht weiter aus dem Rahmen, ist es mit knappen vier Minuten immerhin noch erträglich und wirkt nicht unnötig in die Länge gezogen. Einzig das instrumentale Ambient-Stück am Ende hätte man sich schenken können, bildet der vorhergegangene Song doch eigentlich schon einen gelungenen Abschluss auf "richtigen" Instrumenten. Zudem ist das Outro mit knappen acht Miuten Spielzeit eindeutig zu lang. Apropos Spielzeit: die Gesamtlaufzeit der CD überschreitet endlich mal wieder die 1-Stunde-Grenze!

Fazit:
Definitiv ein Album, welches nicht für jedermann geeignet ist. Insbesondere Black Metal-Puritisten sollten erst einmal probehören, bevor sie einen Kauf erwägen. Der Stil ist doch sehr speziell. Ich find's super, und so wird die CD auf jeden Fall einen Platz in meiner Sammlung einnehmen. Wären da nicht die erwähnten Wehmutstropfen - das Album hätte die glatte 10 von mir erhalten!

9.0 / 10 Punkte

Montag, 14. November 2011

Review: Woods of Infinity - Förlåt (CD, Obscure Abhorrence)

Ihr seid auf der Suche nach obskurer Musik? Am besten welche, die auf Grundlagen des Black Metal basiert? Na gut, dann wird euch das neue Werk der Band Woods of Infinity aus Schweden sicherlich sehr zusagen. Inzwischen hat sich die Band ja aufgelöst...







Was ich direkt zu Anfang sagen muss... dieses Werk erinnert mich sehr stark in seiner Ausführung an das Erstlingswerk von Deinonychus "The Silence Of December" - vorallem was die Art des Gesangs und die Instrumente anbelangt. Nur halt auf schwedisch, und wesentlich schlechter. Hier kommt auch ebenso Keyboard zum Einsatz... halt total kranker, kurioser Scheiß. Apropos kurios: sehr lustig die Interpretation des Liedes "Walking In The Air", welches ja seiner Zeit eine der besten Balladen der finnischen Band Nightwish war. Die Ballade lässt sich höchstens noch erahnen. "Ganglat fran Valhallavägen" gleicht einem Folk/Humpa-Song, "Ursprung" ist ein weitestgehend instrumentaler Song mit ein wenig Gesang. Was allerdings die letzten beiden Songs darstellen sollen, das entzieht sich wirklich meinem Fassungsvermögen. Was denkt man sich bei so etwas?!

Fazit:
Ein Album voller Obskuritäten... nicht wirklich ernst zu nehmen. Interessant finde ich aber wirklich die Parallelen in der Musik zu Deinonychus' Debüt-Album. Das gefällt mir ja doch schon wieder. Aber leider kommen die ernsten Momente hier leider nur selten durch und es herrschen doch die kuriosen und eher lustig anmutenden Lieder vor. Es ist zwar kein totaler Dreck, aber es kommt dem doch schon sehr nahe. Dies war übrigens mein erstes Woods of Infinity Album, aber wenn der Rest sich auch so anhörte, bin ich nicht wirklich traurig, dass sie sich aufgelöst haben.

2.5 / 10 Punkte

Review: Oppressive Light - Entre les Mains de la Tristesse (CD, Pest Productions)

...und noch eine Scheibe, die die depressive Schiene fährt. Allerdings ist der Unterschied zwischen diesem Werk und meinem letzten Review beinahe wie Tag und Nacht. Oppressive Light ist ein relativ junges Projekt zweier Mannen - der eine aus Frankreich und der andere aus Italien.








Die Tatsache, dass der Sänger aus Italien kommt, ist unüberhörbar. Das gibt von mir schon einmal den ersten fetten Pluspunkt. Die Musik an sich ist gut gespielter Depressiv Black Metal, der stellenweise mal wirkliche Emotionen aufkommen lässt. So bietet man hier auch einige Akustikmomente, was sogar etwas an den Shoegaze/BM Mix von Alcest erinnert, ohne diesen jedoch bewusst kopieren zu wollen. Teilweise kommen hier und da auch Erinnerungen an die alte Werke von Burzum durch, man höre sich da nur mal den letzten Song "Le declin de la vie" an.

Fazit:
Mit "Entre les Mains de la Tristesse" haben Oppressive Light ein überzeugendes Debüt abgelegt. Der sehr gute Gesang und die melancholische Grundstimmung der Musik ergänzen sich prächtig. Somit stellt das Album für mich eine der bisherigen Highlights aus dem Bereich DSBM in diesem Jahr dar.

9.0 / 10 Punkte

Review: Grauzeit - Mein Leben endet.... (MC. Depressive Illusions - 2011)

Eine deutsche DSBM-Band mit Rock-Einschlag... beteiligt sind Mitglieder aus u.a. Trauerquell, Triebtat, Herbstregen und Todessucht. Alle, die jetzt schon aufhören zu lesen, kann ich es nicht einmal verübeln, da einige der hier genannten Bands wirklich zum stupidesten DSBM gehören, der aus dem deutschen Underground kommt.









Bei dem Tape handelt es sich um eine Single. Enthalten ist also ein Song, der aber auch glücklicher Weise noch nicht einmal sonderlich lang ist, mit seinen über sechs Minuten Spielzeit. Musikalisch ist er auch ehrlich gesagt gar nicht einmal so schlecht, wie anfangs gedacht. Typischer Depressiv Black Metal mit einer Prise Depri-Rock. Was nur enorm nervt ist der Gesang. Warum müssen sich eigentlich 90% aller Sänger in Suicidal Black Metal Bands so anhören wie schwule Emos oder ihre lesbischen Freundinnen? Ich kann's nicht verstehen, und auch nicht nachvollziehen, was Leute daran emotional finden... das gibt mir rein überhaupt nichts.

Fazit:
Gut gemeintes Tape, instrumental gesehen besserer Durchschnitt, allerdings macht der Gesang hier einiges an Atmosphäre einfach kaputt. Schade. Wer ein Exemplar haben will... die Kassette ist auf 100 Stück limitiert.

2.0 / 10 Punkte

Review: Agrypnie - Asche (CD, Supreme Chaos)

Mal davon ab, dass ich nicht wusste, ob das Label Supreme Chaos Records überhaupt noch existiert, habe ich auch von der hier genannten Band Agrypnie noch nie etwas gehört. Medizinisch betrachtet bedeutet Agrypnie Schlafstörung... nun diese haben die Mitglieder der gleichnamigen Band wohl auf jeden Fall - anders kann ich mir diese Musik nicht erklären. Dabei sind die Beteiligten bei weitem keine Unbekannten, zumindest zwei der drei Leute... den Gesang übernimmt Torsten, der auch ehemaliger Sänger der Band Nocte Obducta war/ist, sowie Nathanael von Bonjour Tristesse und Heretoir.

Diese einleitenden Worte sind auf keinen Fall negativ aufzufassen: die dargebotene Musik kann sich wahrlich hören lassen, auch wenn es für gestandene Black Metal wohl eher schwer verdauliche Kost sein wird. Auf Grundlage des eher modernen, technisch versierten Death Metals werden hier zu Anfang direkt zwei sehr gute Songs mit Überlänge abgeliefert. Der Gesang ist schön gröllend und erinnert nicht nur einmal an Sachen wie Cities Of Sleep oder Stillhet (diese Dark Rock Band, die es mal gab...). Lied 3 wird durch ein Piano eingeleitet und geht dann in einen instrumentalen Industrial/Ambient-Brei über. Sowas ist gar mal gar nicht mein Fall, auch wenn das hier zu hörende doch Potential aufweist. "Augenblick" ist da wieder eher meine Kragenweite und richtig schön emotional dargeboten, wie bei den ersten beiden Songs. "Kosmos (Omega)" ist ein instrumentales Ambient-Stück und stellt das eigentliche Outro dar. Nur wirkt es mit über sieben Minuten doch enorm in die Länge gezogen. Den Abschluss bildet letztlich noch ein zusätzlicher Song, verkörpert durch die Demo-Version von "Augenblick". Rein instrumental dargeboten und von schlechterer Aufnahme Qualität, aber trotzdem klar und sauber. Nettes Gimmick also.

Fazit:
Anfangs war ich ziemlich angetan von diesem Mini-Album, aber die Ernüchterung folgte doch recht schnell. Bis auf drei gute emotionale Lieder hat die EP nicht viel zu bieten, und den Rest kann man eigentlich als überflüssig betrachten und hätte man lieber weglassen sollen - das wäre auf jeden Fall besser gewesen und hätte den Gesamteindruck doch eher in die Richtung hin tendiert, die diese EP auch verdient hätte.

6.5 / 10 Punkte

Sonntag, 13. November 2011

Review: Geschichten aus der Gruft - Die komplette 5. Staffel (3-DVD-Hartbox, '84 Entertaiment, Uncut)

Hallo, liebe Kinderchen. Euer guter Märchenonkel, der Gruftwächter hat euch wieder etwas mitgebracht... 84 Entertaiment veröffentlichte diesen Monat die mittlerweile fünfte Staffel der Serie. Diese ist mal wieder vollgestopft mit dem Unrat menschlichen Elends wie Sex, Intrigen, Affären usw. usf... aufgespickt mit gehörigem Splatter und Gore. Die Staffel ist episoden-weise wirklich etwas drastischer ausgefallen, vor allem im direkten Vergleich zur letzten, die zwar mehr bekannte Gesichter zu bieten hatte, dafür aber in Sachen Gore-Effekten wie gesagt doch etwas zurückbleibt.




Die Episoden:
DVD 1:
Folge 1 "Der verkaufte Tod" (Regie: Gilbert Adler)
Folge 2 "Die Geister, die ich rief" (Regie: Kyle MacLachlan)
Folge 3 "Ein Souvenir mit Folgen" (Regie: Gary Fleder)
Folge 4 "Der große Zambini" (Regie: Rodman Flender)
Folge 5 "Zwischen Müll und Leichenwagen" (Regie: Russel Mulcahy)

DVD 2:
Folge 6 "Koffer nach Chicago" (Regie: Kevin Hooks)
Folge 7 "Haus des Schreckens" (Regie: Bob Gale)
Folge 8 "Der Zauberlehrling" (Regie: Elliot Silverstein)
Folge 9 "Die unsterbliche Mumie" (Regie: Jeffrey Boam)
Folge 10 "Wenn die Nacht kommt" (Regie: Uli Edel)

DVD 3:
Folge 11 "Öl ist ein besonderer Saft" (Regie: Paul Abascal)
Folge 12 "Die böse Seite" (Regie: Gregory Widen)
Folge 13 "Das Mörderspiel" (Regie: Peter Iliff)
+ Bonus

Meinung:
Wie bereits erwähnt, schraubt diese Staffel episoden-weise noch einmal ordentlich an den Gore/Splatter-Effekten. So gibt es eine Menge zerstückelter und ausgenommener Leichen zu bewundern, auch ekelhafte Zersetzungsprozesse ("Ein Souvenir mit Folgen") werden detailiert dargestellt.  In genannter Episode spielt dann auch gleich einer der bekannten Gesichter mit, nämlich Steve Buscemi. Weitere Bekanntheiten wären etwa Tim Curry, der in "Der verkaufte Tod" gleich drei Rollen spielt, Adam West (bekannt als der "Batman" aus der 70er/80er Serie), Bill Paxton, David Paymer, Martin Sheen (in der Episode "Der Zauberlehrling" ebenfalls gleich drei Rollen verkörpernd), Billy Zane, Brooke Shields, Lou Diamond Phillips, Priscilla Presley, Cheech Marin und Frank Stallone. Letzterer ist übrigens der kleine Bruder von Sylvester, und spielt daher auch eine ähnlich actionreiche Rolle in dem Action-Crime "Das Mörderspiel". Eine sehr gute Kriminal-Geschichte stellt für mich auch die Episode "Koffer nach Chicago" dar. John Kassir, der Sprecher des Cryptkeepers hat in "Öl ist ein besonderer Saft" ebenfalls einen Auftritt. Kyle MacLachlan, bekannt als "Orson" in Desperate Housewifes, der bereits in der letzten Staffel in einer Episode spielen durfte, führt hier sogar Regie bei "Die Geister, die ich rief".

Als Extras winken eine Artworkgalerie, die allerdings recht unspektakulär aufgezogen ist, sowie der obligatorische Episoden-Guide. Sehr interessant ist dagegen das animierte Comic zu "Der verkaufte Tod" ("A Saleman's Death"), welchem das Original-Comic und damit auch die Original-Story zugrunde liegt, und das von John Kassir gelesen wird (mit dt. Untertiteln). Außerdem gibts mal wieder ein Making Of des exklusiven Comics, welches sich im Beiheft findet. Dieses Mal mit dem Titel "Eine göttliche Komödie". Hat etwas vom Phantom der Oper auf Tales from the Crypt, hehe. Schade ist allerdings wieder, dass es bei der englischen Tonspur keine Möglichkeit gibt, dt. Untertitel einzublenden. Allerdings auch nicht weiter schlimm, da für die Dialoge größtenteils sogar mein Schulenglisch ausreicht.

9.0 / 10 Punkte

Samstag, 12. November 2011

Review: Kroda - Schwarzpfad (CD, Purity Through Fire)

Das neue Album der Pagan/Folk Black Metal Band Kroda aus der Ukraine ließ ja geschlagene drei Jahre auf sich warten. Im Vergleich zu anderen Szene-Größen zwar kein langer Zeitraum, aber trotzdem sah ich dem Album doch ungeduldig entgegen.








Großartig verändert hat sich eigentlich nichts. Mal abgesehen von der Tatsache, dass Eisenslav jetzt alleiniger Kopf der Band ist. Auch ist die Musik und die zugrundeliegende Atmosphäre weitaus düsterer geworden, als noch auf den letzten Alben. So beginnt "First snow" ähnlich wie seiner Zeit Nargaroth's "Des alten Kriegers Seelenruh'" vom Herbstleyd-Album - generell herrscht beim ersten Song auch wesentlich mehr Black Metal-Einfluss, eigentlich erst zur Mitte hin wird es pagan-lastig. "Universal Provenances" und "Forefather of Hangmen" sind zwei wahre Pagan Black Metal-Gewitter, die man auch von Kroda gewohnt ist. "Heil Ragnarök!" ist dann wieder eine wahre Hymne und lädt zum headbangen sowie mitgröllen ein. Der letzte Song schließlich "Cold Aurora" ist ein knapp über sieben Minuten langes Instrumental, mit Folk und Ambient.

Fazit:
Ein großartiges Album von Kroda... ich würde sogar fast behaupten, dass "Schwarzpfad" das bisher beste darstellt, was die Band jemals veröffentlicht hat. Klar, das wird bei mir hauptsächlich an der düsteren Atmosphäre liegen, und an der Tatsache, dass hier wesentlich mehr von dem ursprünglichen Black Metal spürbar ist. Da macht es auch nichts, dass Eisenslav jetzt einziger Streiter ist, vielleicht hat auch gerade diese Tatsache der Band ganz gut getan.

9.0 / 10 Punkte

Sonntag, 6. November 2011

Review: Negatum - Suizid: Der Gedanken Schattenspiele (CD, Eigenproduktion)

Was haben wir denn hier? Ein Debüt-Album einer deutschen depressive/suicide Black Metal Band mit Namen Negatum, die noch dazu vorher nie eine Demo veröffentlicht hat? Kann das überhaupt etwas taugen? Meine Antwort in einem Wort: bedingt. Eine ausführlichere Besprechung lest ihr nun im folgendem...







Wie gesagt nennt sich das Duo Negatum, welche sich früher Schattenreich nannten und unter diesem auch eine Demo aufnahmen, und präsentiert mit "Suizid: Der Gedanken Schattenspiele" aus dem Jahr 2008 ihr erstes Lebenszeichen in Form eines selbstveröffentlichten Albums. Die Band zelebriert eine Art Mixtur aus DSBM und einer leichten Prise Doom Metal. Das klingt auf dem ersten Track (ein Instrumental) auch nicht verkehrt. Erinnert ein wenig an die melancholischeren Stücke Nargaroth's. Selbiges gilt für "Finsternis". Allerdings hält das nur an bis zum Einsetzen des Gesangs. Der ist nämlich typisch für depressive Black Metal, wobei ich sagen muss, dass er auch eine gewisse Individualität inne hat. Trotzdem mag ich ihn hier nicht so recht. Da gefällt mir "Suizid" schon bedeutend besser, in instrumentaler als auch in sanglicher Hinsicht. Die beiden letzten Lieder sind etwas doomiger ausgefallen, das gilt vor allem aber für das letzte, welches auch rund 23 Minuten Länge besitzt. Somit kommt man insgesamt auf eine Spielzeit von knapp 51 Minuten. Das ist für ein erstes Lebenszeichen schon beachtlich, und ich muss zugeben: keine verschwendete Zeit.

Fazit:
Es stimmt - das Album von Negatum ist zwar nicht das nonplusultra, aber doch wesentlich besser, als die Releases vieler anderer sogenannter "DSBM" Bands. Es ist erfreulich auch mal Alben dieses sub-sub-genres zu hören, bei denen man mal das Gefühl hat, seine Zeit nicht verschwendet zu haben. Hier kommt sogar eine gute Atmosphäre auf, die sich allerdings nicht bei jedem Song durchgehend halten kann. Ich bin gespannt, ob und in welcher Form man von dieser Band noch einmal was hören wird.


7.5 / 10 Punkte

Review: Old Silver Key - Tales of Wanderings (CD, Season Of Mist)

Das junge Post Rock-Projekt um Mitglieder der Bands Drudkh, Astrofaes und Kladovest aus der Ukraine, sowie dem Kopf der französischen Shoegaze/Black Metal Band Alcest Neige an den Vocals hat dieses Jahr ihr erstes Album "Tales of Wanderings" veröffentlicht.








Was den Stil angeht, so verwundert der mich nicht weiter. Gerade Drudkh und Alcest (insbesondere Neige) fahren ja immer mehr die Post Rock-Schiene. So klangen gerade die jüngsten Drudkh-Werke doch recht modern für Black Metal-Verhältnisse, waren aber trotz allem noch als Drudkh zu erkennen. Anders ist es hier... vor allem wird das daran liegen, dass die gespielte Musik hier wirklich ruhig ist, ja fast schon Pop-Rock-Flair besitzt und natürlich auch am Gesang. Apropos Gesang - ich finde dieser wird hier von Neige nicht vollends ausgereizt, da man ja durch Alcest weiß, zu welchen Stimmlagen dieser Mann fähig ist, wirkt das hier gebotene eher etwas enttäuschend. Alles klingt irgendwie weichgespült und wirkt dadurch aufgesetzt und gekünstelt... halt massentaugliche, leicht zu verdauende Rock-Musik, die sich jeder Pop-Teenie mit Freuden anhören mag, um in seinen pseudo-melancholischen Sphären zu versinken. Ja, das hier hat doch schon einiges an emo-klischees zu bieten, wenn auch die Musik selbst dafür zu seicht ist.

Fazit:
Instrumental gesehen kein wirklich schlechtes Album, wobei hier alles eine Spur zu weichgespült wirkt. Eine wirkliche Atmosphäre will sich mir nicht eröffnen. Vom Gesang bin ich enttäuscht. Ich bin ein großer Anhänger der Werke von Alcest - aber im Vergleich ist das hier einfach nur Müll. Für Pop-Rock-Begeisterte vielleicht zu empfehlen, aber als Metal-Album (und ich spreche hier nicht nur vom Black Metal!) nicht wirklich ernst zu nehmen. Wirklich schade, aber von dieser Konstellation habe ich mir eindeutig mehr erhofft.

3.0 / 10 Punkte

Review: The Dead (Einzel-DVD, Savoy Film, Uncut)

Nach dem gestrigen Abend mit "The Dead" bin ich auch jetzt noch sehr beeindruckt von dem Film...
es handelt sich hier um einen sehr geilen Oldschool-Zombiestreifen der Marke "Dawn of the dead" (Original) oder "Woodoo - Schreckensinsel der Zombies". Als Schauplatz wurde hier Afrika gewählt, was ein wenig an den aktuellen Teil der Resident Evil-Reihe (Game) erinnert - die Story ist simpel, aber wirkungsvoll und für die Art Film akzeptabel.






Fakten: ein gemächlicher, langsam erzählter Film, der die Bilder einfach für sich stehen lässt und auch nichts großartig versucht zu erklären. Pluspunkt. Lansame Zombies, eben herrlich oldschool 70er Jahre. Pluspunkt. Es wird nicht viel geredet... die ersten großen Dialoge (mehr als einen Satz) hat man erst nach knapp 60 Minuten - was sich aber auch dadurch erklärt, dass bis dahin nur ein einziger Überlebender unterwegs ist - und mit wem sollte der sich schließlich unterhalten. Pluspunkt. Handgemachte Splatter/Gore-Effekte, vielleicht 1-2 gut gemachte CGI, aber ansonsten fucking oldschool. Pluspunkt. 70er Jahre-Zombiefilmtypisch gibt es auch ne Menge handfester sozialkritik, vorallem im Hinblick wie der Westen mit Afrika umgeht. Pluspunkt.

Ich kann den Film wärmstens empfehlen, falls ihr die alten Sachen aus dem Zombie-Genre mögt, und nicht unbedingt moderne schnelle Zombies erwartet, wie in jüngeren Werken wie "Dawn of the dead" (Remake) oder auch der actionreiche "Die Horde". Mit guten 100 Minuten Spielzeit genau richtig, Xrated bemängelt zwar eine zwischenzeitliche Langeweile, doch sein wir mal ehrlich: Dawn of the dead (Original) ist da doch wesentlich langatmiger. Dieser Film ist zwar nicht von vorne bis hinten actionreich, und zeigt vielleicht auch nicht so viele Gore-Szenen wie in aktuellen Romero-Streifen (die ich übrigens als schlecht empfinde!), aber er versteht es stets eine beklemmende schleichende Atmosphäre zu erzeugen, und ich habe auch lange nicht mehr so viele Zombie-Mampf-Szenen zu sehen bekommen. Die Schauspieler sind für B-Movie-Charakter sehr gut (bis auf ein paar Ausnahmen). Gedreht wurde übrigens wirklich in Afrika, u.a. Ghanna. Die Zombies sind ausschließlich Einheimische, die als Statisten ins Boot geholt wurden und machen ihre Sache richtig richtig gut. Übrigens sind nicht alles Effekte, was man zu sehen bekommt... einige der Einheimischen sahen wirklich schon so aus... meine Empfehlung: UNBEDINGT ANSCHAUEN!

8.0 / 10 Punkte

Review: Drowning The Light - Catacombs of Blood (LP, Obscure Abhorrence)

In diesem Jahr wurde das Album "Catacombs of Blood" der Band Drowning The Light auch endlich durch das Label Obscure Abhorrence als Vinyl veröffentlicht.










Auch wenn das Original-Artwork einer Alternative weichen musste, so ist das Album ansich immer noch sehr hörenswert. Nach dem Klavier-Intro "Fragmented & Unrealisable" gehts gleich über in räudig gespielten, aber trotzdem sehr melancholisch, atmosphärischen Black Metal. "As Plague Upon The Sheep" ist dabei zum Beispiel noch äußerst aggressiv vorgetragen und "Torn Away By The Shadows" enthält Streicher- und Keyboard-Samples (wahrscheinlich kommen die Streicher auch aus dem Keyboard). Auf die nötigen Details wurde also geachtet. Der Gesang ist wie immer Ansichtssache, und so werden sich auch hier wieder die Geister scheiden. Wobei dieses Album eindeutig zu den besseren Aufnahmen der australischen Bands zu zählen ist. Das Album enthält insgesamt 11 Songs, die ersten sechs befinden sich auf der A-Seite, der Rest tummelt sich auf der B-Seite.

Fazit:
Drowning The Light... von totalem Müll bis zum wirklich hochkarätigen Underground-Album hat diese Band wohl schon alles veröffentlicht. Die Musik poralisiert weiterhin, ohne Frage. Wobei man "Catacombs of Blood" auf jeden Fall zugestehen muss, eindeutig zu den besseren Veröffentlichungen der Band zu zählen. Limitiert ist die LP-Ausgabe auf 500 Exemplare, die ersten 150 wie immer bei diesem Label als farbiges Vinyl und handnummeriert.

8.0 / 10 Punkte

Samstag, 22. Oktober 2011

Review: Geschichten aus der Gruft - Die komplette 4. Staffel (3-DVD-Hartbox, '84 Entertaiment, Uncut)

Die aktuellste veröffentlichte Staffel der 80er/90er Kult-Serie "Geschichten aus der Gruft" bietet mal wieder einen eigenwilligen Mix aus derben Gore/Splatter, makarberen Humor, viel Sex, Gewalt und nackte Haut. Allesamt Geschmacklosigkeiten werden erneut präsentiert von unserem allseits beliebten Gruftie. Auf drei DVDs tummeln sich alle 14 Episoden der vierten Staffel, natürlich unzensiert und ungeschnitten. Und wie immer werden sie eingeleitet von unserem Schauermärchenonkel, der uns hinterher sogar noch eine, wenn auch nicht immer mit dem Gewissen schwacher Gemüter vereinbare Moral mit auf den Weg. Tja, liebe Kinderchen... der Gruftwächter hat noch lange nicht ausgedient.


Wie immer an dieser Stelle - die Episoden:
DVD 1:
Folge 1 "Ball der einsamen Herzen" (Regie: Tom Hanks)
Folge 2 "Tödlicher Denkzettel" (Regie: Robert Longo)
Folge 3 "Brennende Liebe" (Regie: William Friedkin)
Folge 4 "Die Frau ohne Herz" (Regie: Gary Fleder)
Folge 5 "Innere Werte" (Regie: Stephen Hopkins)
Folge 6 "Das Spezialmenü" (Regie: Gilbert Adler)

DVD 2:
Folge 7 "Der Nachfolger" (Regie: Peter Medak)
Folge 8: "Der Revolverheld" (Regie: Richard Donner)
Folge 9: "Die Herausforderung" (Regie: Tom Holland)
Folge 10 "Der Serienmörder" (Regie: John Frankenheimer)
Folge 11 "Doppelt genäht hält besser" (Regie: Joel Silver)
Folge 12 "Der Puppenspieler" (Regie: Kevin Yagher)

DVD 3:
Folge 13 "Das Werwolf-Konzert" (Regie: Steve Perry)
Folge 14 "Das Geheimnis der ewigen Jugend" (Regie: Elliot Silverstein)
+ Extras

Meinung:
Die 4. Staffel bietet mal wieder gewohnte "Tales from the crypt"-Kost, und kommt daher auch locker an die dritte Staffel heran. Einige wirklich kranke Ideen sind hier auch wieder enthalten: wie in "Innere Werte", wo die Wahl zur Miss Autopsy fällt, oder Kannibalismus ("Das Spezialmenü"), sowie Schizophrenie ("Der Serienmörder"). Auch das Thema der "Mörderpuppen" wie z.B. bei Chucky usw. wird hier aufgegriffen und überraschend und frisch inszeniert ("Der Puppenspieler"). Sogar eine Folge mit Zombies/Untoten gibt es mit "Der Revolverheld" - wobei es sich streiten lässt, ob es sich hier um Zombies oder nur Geister handelt. Auch hier fällt wieder eine Folge völlig aus dem Rahmen. "Die Herausforderung" handelt von illegalen Autorennen, und die Geschichte erinnert eher an einen Halbstark-Typen-Film der 80er. Natürlich bietet auch diese Staffel wieder ein Stelldichein der Stars aus TV und Film, der damaligen Zeit bis (zum Teil) heute: Tom Hanks, Sugar Ray, Tia Carrere, Judd Nelson, Christopher Reeve, Meat Loaf, David Warner, Brad Pitt, Timothy Dalton, Kevin McCarthy... um wieder mal nur einige zu nennen. An Extras winken auch dieses Mal einige nette Featurettes: da wären "Die Stars der vierten Staffel" und ein wirklich lustiger "Audiokommentar zu Das Spezialmenü". Wie immer kommt die Staffel in einer Hartbox im Buchformat und enthält neben den drei DVDs noch eine exklusive Comic-Story. Diesmal heißt die Geschichte "I <3 U" und thematisiert die virtuelle Partnersuche und deren Gefahren... sehr lustig gemacht.
Die Zeit der Langeweile wird jedoch nicht lange anhalten - die 5. Staffel erscheint bereits am 1. November!

8.5 / 10 Punkte

Review: Fjeldgaenger - I (MC, Selbstmord Kommando)

Das Ein-Mann-Projekt Fjeldgaenger aus Dänemark formte sich 2010 und besteht aus dem alleinigen Mitglied Loke B., seines Zeichens Live-Drummer bei Angantyr - was mal wieder meine Theroie bestätigt, dass alles, was aus Dänemark doch irgendwie zwangsläufig mit dieser Band in Zusammenhang steht.








Aber nun zur Musik von Fjeldgaenger... die kann sich nämlich hören lassen, bietet sie doch einen erfreulich räudigen, aber dennoch sehr melancholischen Black Metal, ohne direkt die depressive Schiene zu fahren. Insgesamt sind auf dem Tape fünf Songs zu finden, die eine Spielzeit von rund 30 Minuten aufweisen. Dabei ist der dritte Song ein reines Instrumental mit Klaviersonaten. Insgesamt betrachtet ist mir das ganze aber dennoch zu austauschbar. Wirklich neues wird hier nicht geboten, und bei einigen Melodiebögen hat man das Gefühl, sie schon zigmal woanders gehört zu haben. Bleibt noch die Atmosphäre. Und die ist wirklich gelungen, geradezu eisig könnte man sagen. Von daher doch wieder hörenswert.

Fazit:
Gelungene Atmosphäre, aber ehrlich gesagt fehlt mir hier das gewisse Etwas. So wie sich die Musik präsentiert, ist der Black Metal einfach zu standard, irgendwie zu austauschbar. Leider nur ein durchschnittliches Werk, welches allerdings auch einiges an Potential in sich birgt. Limitiert auf 100 handnummerierte Exemplare.

5.0 / 10 Punkte

Review: Geschichten aus der Gruft - Die komplette 3. Staffel (3-DVD-Hartbox, '84 Entertaiment, Uncut)

Wie immer präsentiert durch den Cryptkeeper bietet die dritte Staffel der 80er/90er Horror-Episoden-Serie aus Amiland 14 modrige und bluttriefende Folgen. Zum ersten Mal sind auch jene dabei, die der eine oder andere vielleicht bereits kennen dürfte. Denn Staffel 3 beinhaltet einige der 32 indizierten Folgen, die hierzulande in der Reihe "Tales from the crypt: Masters of horror" bereits schon ein paar Mal  in diversen Boxen veröffentlicht wurden. Allerdings gibt es einen entscheidenen Unterschied - und das ist die Bildqualität, die hier wesentlich besser ausfällt, als es die alten Laser Paradise-Releases boten.



Die Episoden:
DVD 1 enthält die Folgen 1-6, die da im einzelnen lauten:
Folge 1 "Unsterblich verliebt"
Folge 2 "Der Aasgeier"
Folge 3 "Die Falle"
Folge 4 "Abra Kadaver"
Folge 5 "Die Hauptrolle"
Folge 6 "Tödlicher Hinterhalt"

DVD 2 bietet die Episoden 7-12:
Folge 7 "Der schüchterne Vampir"
Folge 8 "Die Farben des Todes"
Folge 9 "Vorsicht Kamera!"
Folge 10 "Das Totengericht"
Folge 11 "Aus eins mach zwei"
Folge 12 "Nur die Story zählt"

DVD 3 hält unterdessen die letzten beiden Folgen 13+14, sowie Bonusmaterial bereit:
Folge 13 "Abel mit dem Kabel"
Folge 14 "Der Feigling"
+ Extras

Meinung:
Die Folgen stammen allesamt aus dem Jahr 1991 und bieten, wie es seit der zweiten Staffel üblich geworden war, eine Menge Stars der damaligen Zeit, als da wären: Andrew McCarthy, Kyle MacLachlan, Beau Bridges, Whoopi Goldberg, Tim Roth, John Glover, Steven Weber, Kirk Douglas, Lance Henriksen... um nur einige zu nennen. Die Liste der beteiligten Regisseure liest sich indes auch wie ein whoiswho der damaligen angesagten und teils heute noch kultigen Filmemacher/Schauspieler: Tobe Hooper, Michael J. Fox, Stephen Hopkins, Robert Zemeckis... Wie auch schon die vorherigen beiden Staffeln kommen die 3 DVDs in einer edlen Hartbox in Buchformat, mit einem exklusiven Geschichten aus der Gruft-Comic. Dieses Mal heißt die Geschichte "Der Superstar" und stellt für mich die bisher beste der Reihe dar. Als Extras winken Featurettes wie "Die Macher einer Legende", "Forumdiskussionen" und das "Crypt Jam Musikvideo". Die einzelnen Folgen ansich sind sehr ausgewogen und bieten eigentlich für jeden etwas. Vorallem aber stehen die Grundelemente der Serie definitiv im Vordergrund, als da wären Splatter/Gore, Sex, Intrigen usw. Zwei Folgen, die wirklich aber wirklich herausstechen, weil sie so ganz anders sind: "Vorsicht Kamera!" dessen Handlung an Grusel-Teeny-Filme ala "Die Goonies", "Stand by Me" oder dem neueren "The Hole" angelehnt zu sein scheint. So bietet man auch mal was für die lieben Blagen, hehe. Die letzte Episode "Der Feigling" erzählt eine Geschichte aus dem ersten Weltkrieg, Szenario und Handlung sind auch hier eher ungewöhnlich für die Serie. Trotzdem oder gerade deshalb auch sehr interessant.

8.5 / 10 Punkte

Dienstag, 18. Oktober 2011

Review: Inquisition - Into The Infernal Regions Of The Ancient Cult (LP, No Colours Records)

Wieder mal Jahre angekündigt war die Neuauflage des ersten Inquisition Albums, welches auch zum ersten Mal Black Metal bot. Die Neuauflage kommt in einer edlen Klapphülle mit DLP, wahlweise im schwarzen (ltd. 100), roten (ltd. 100) und clear Vinyl (unltd.). Zudem gab es bei dem Label Hell's Headbangers die Möglichkeit, die ersten 111 Exemplare der Platte als DPicLP zu ergattern. Diese Fassung enthielt dann auch noch ein Poster und war im Gegensatz zur Fassung von No Colours handnummeriert. Selbstredend, dass diese Version bereits längst vergriffen ist.



Das erste Album der Band sehe ich persönlich immer noch als eines ihrern besten Werke an. "Into the Infernal Regions..." ist nicht zuletzt auch durch die ganzen gut platzierten Einspielungen ein sehr okkultes Black Metal Album, welches in Bezug auf die Atmosphäre seines gleichen sucht. Das Album fängt schon auf Seite A mit den "Hits" der Band an "Unholy Magic Attack" (bei dem ich es zwar nicht genau weiß, da es auch nirgendwo aufgeführt ist, aber ich könnte schwören, dass hier Gast Vocals von Dana Duffey (Demonic Christ) zu hören sind. Wenn es einer besser weiß, immer raus mit den Informationen, hehe. Es folgt der Klassiker "Those Of The Night", der ja auch schon von Bands wie Leichenzug interpretiert wurde (eingedeutscht unter dem Titel "Jene der Nacht"). "The Initiation" mit seinem Tranceartigen Rhythmus wirkt sehr okkult und erinnert vom Instrumentalen her auch etwas andere alteingesessene Ami-Black Metal Bands wie Wind Of The Black Mountains - gerade in den Akkustik-Passagen erinnert mich das Lied an das erste Album "Sing Thou Unholy Servants". Auf Seite B befinden ich das Stück "Empire Of The Luciferian Race", das zwischen etwas schnellerem und langsameren eher hymnischen Black Metal schwankt, sowie das Lied "Summoned by Ancient Wizards Under A Black Moon". Es folgen noch fünf andere Lieder in ähnlichem Gewand. Das Titelstück "Into The Infernal Regions Of The Ancient Cult" stellt dann noch ein Instrumental dar. Mit "Hail The Cult", dem abschliessenden Track hat man sogar Burzum gehuldigt.

Fazit:
Inquisition waren und sind eine Band, die einen ganz eigenen Stil des Black Metal hat, dies wird schon auf dem ersten Album deutlich. Ein solch okkultes Black Metal-Album habe ich selten gehört, und gehört für mich definitiv in jede ernst zu nehmende Sammlung okkulter Musik. Allgemein kann man auch sagen, dass man Inquisition ihre Thrash-Vergangenheit deutlich anhört, sie es aber schaffen mit ihren Liedern Sphären zu erzeugen, die fernab menschlicher Empfindungen liegen. Ich bin froh, dass Album nun endlich auch als Vinyl besitzen zu können.

9.0 / 10 Punkte

Review: Bahrrecht - Nuit de Neige (CD, Ketzer Records)

Bahrrecht ist eine relativ junge Band, die allerdings auch schon seit 10 Jahren besteht, und dabei neben diesem Debüt-Album zwei Demos vorweisen kann. Bahrrecht besteht aktuell aus vier Leuten und stammt aus Frankreich, was man der Band auch eindeutig anhört.








Einmal losgelöst von der Tatsache, dass hier mit Winterhalter ein bekanntes Gesicht der Szene an Land gezogen wurde, hat diese Band doch kaum etwas mit den Projekten zu tun, in welchen der Mann sonst trommelt. Bahrrecht kommen direkt zur Sache, und gleich der erste Song gleicht einem Gemetzel. Es wird zwar nicht durchweg die Highspeed-Schiene gefahren, aber man bewegt sich doch häufig eher im Uptempo. In einigen Songs erinnert das dann nicht nur einmal an ältere Sachen der Norweger von Immortal, insbesondere an ihre Scheibe "Blizzard Beasts". Aber auch dieser typisch französische Stil findet sich hier wieder, sowie einige Passagen, die eher an Oi! erinnern, was mich eher wieder an Kombos wie ihre Landsleute Arianrhod. Zwischendurch kommen dann auch ein paar Dark Ambient Einklänge durch. Insgesamt werden 10 Lieder mit einer Gesamlaufzeit von rund 40 Minuten geboten.

Fazit:
Lohnenswertes Black Metal-Album, für alle die dem etwas erhabeneren leicht rasenden Black Metal, wie ihn beispielsweise Immortal in ihrer Vergangenheit zelebrierten etwas abgewinnen können. Andererseits ist das Album jetzt aber auch keines, was zwar doch irgendwie aus dem Einheitsbrei heraussticht, jedoch auch nicht  zu den wirklich überragenden Werken zählt.

7.5 / 10 Punkte

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Review: Geschichten aus der Gruft - Die komplette 2. Staffel (3-DVD-Hartbox, '84 Entertaiment, Uncut)

"Hallo Freaks, freut mich dass ihr mal wieder vorbeischaut...". Der Gruftwächter meldet sich zurück, um dem geneigten Zuschauer abermals seinen wohligen kuriosen Horror und makabren Humor zu präsentieren. Diesmal hat er sogar aufgestockt: auf drei DVDs tummeln sich 18 Episoden-Geschichten aus dem Buch des verwesten irren Märchenonkels. Das Ganze befindet sich mal wieder aufwendig gestaltet in einer Buchbox. Das Beiheft bietet auch dieses Mal einen Comic namens "Biss in alle Ewigkeit"... anhand des Titels und des Titelbildes weiß man natürlich sofort, auf welche unsägliche Reihe hier angespielt wird, hehe. Es ist halt nur auf "Tales from the crypt"-Humor.



Zu den Episoden:
DVD 1 enthält die ersten sechs Folgen, welche da im einzelnen lauten...
1. "Eine dicke Erschaft"
2. "Das Tauschgeschäft"
3. "Spielerehre"
4. "Auf ewig dein"
5. "Alles Gute zum Hochzeitstag!"
6. "Versprochen ist versprochen"

DVD 2 enthält dann die sechs Episoden
7. "Opfer aus Liebe"
8. "Kleiner Mann im Ohr"
9. "Landliebe"
10. "Die Bauchrednerpuppe"
11. "Wer ist hier die Hexe?"
12. "Der Beileidsonkel"

DVD 3 enthält schliesslich die letzten sechs Episoden
13. "Monster wie im Bilderbuch"
14. "Ein Kind der Liebe"
15. "Die stumme Zeugin"
16. "Hortons Horror"
17. "Nicht ohne meinen Bruder"
18. "Das Geheimnis"

Eine kleine Inhaltsangabe zu den einzelnen Episoden wie im Review zu Staffel eins erspare ich mir an dieser Stelle einmal, da dies doch den Rahmen erheblich sprengen würde.

Meinung:
Zu der zweiten Staffel bleibt zu sagen, dass es im Prinzip eine erste Staffel darstellt, da sich hier das endgültige Konzept der Serie zeigt, welches in der 1. Staffel nur angeschnitten wurde. Die Geschichten drehen sich zumeist um Sex, Rachsucht, Intrigen und dergleichen, weshalb auch immer eine gewisse Moral am Ende der Geschichten steht - denn jeder bekommt hier auf die eine oder andere Weise sein Fett weg und erhält was er verdient. Zudem treten hier zum ersten Mal auch richtige "Filmgrößen" auf - ob vor oder hinter der Kamera, irgendwie kommt einem der ein oder andere Name doch sehr bekannt vor. So spielt z.B. Demi Moore in Folge 1 die weibliche Hauptrolle, während Arnold Schwarzenegger bei Folge 2 die Regie führte und diese Episode auch zusammen mit dem Cryptkeeper einleitet. Andere bekannte Namen sind bspw. Lance Henriksen, Teri Hatcher, Michael Ironside, Iggy Pop... um nur einige zu nennen. Die Qualität der einzelnen Episoden schwankt zwar (wie bei jeder Serie), aber eines haben sie doch gemeinsam - eine hahnebücherne Geschichte, Mord und Totschlag, sowie eine gehörige Portion Splatter und kuriosen Humors.

8.0 / 10 Punkte

Dienstag, 11. Oktober 2011

Review: Molok - Molok (MC, Selbstmord Kommando)

Ein weiteres aktuelles Release aus dem Hause Selbstmord Kommando stellt das selbstbetitelte Kassetten-Album der Band Molok aus Dänemark dar. Selbstredend, dass es sich hier um sehr räudigen Underground Black Metal handelt.









Nach dem instrumentalen Einstieg "Sea Of Flames", geht es auch gleich in die Vollen mit dem Song "As Man Creates The Sun". Wie gesagt präsentiert man sich hier als sehr rau und unverfälscht. Das ist wahrlich Black Metal in seiner Ursprungsform. Dreckig, rockig und hasstriefend! Auch der nächste "The Endless Degradation Of Existence" steht dem in nichts nach. "I Am God" stellt eine Art Zwischenspiel dar, ist es doch ein sehr depressiv und düster gehaltenes Ambient-Stück mit noch düsterem Sprechgesang. Mit "The Silent Voices Of Earth" schaltet man dann einen Gang zurück. Depressiver Black Metal irgendwo zwischen slow-, mid- und uptempo wird geboten. Das hört sich verdammt gut an, vorallem dieser progressive Instrumental-Part zu Beginn gefällt mir sehr gut. Dann folgt eine wahre Hasstriade, und endet schließlich wieder in einem sehr progressiv anmutenden Instrumental. Der letzte "Dancing With Satyrs, Falling With Angels" ist dann wieder ein lupenreiner Black Metal-Song. Klasse und sehr krank vorgetragen.

Fazit:
Eine wirklich lohnenswerte Kassette. Gerade für ein erstes Album (welches auch gleichzeitig erstes Lebenszeichen darstellt) eine gute bis sehr gute Veröffentlichung, die hier und da sehr nette Ideen aufweist und sich generell auch sehr bodenständig präsentiert. Ein sympathisches Album mit Wiedererkennungswert.

9.0 / 10 Punkte

Review: Geschichten aus der Gruft - Die komplette 1. Staffel (2-DVD-Hartbox, '84 Entertaiment, Uncut)

"Oh... hallo Freaks." Diese Einleitung verbindet der Horror-Fan wohl unweigerlich mit der Figur des Gruftwächters, jenem untoten und verwesenden Märchenonkel aus Geschichten aus der Gruft, der die Episoden jeweils einen Prolog und einen Epilog in Form einer kurzen "Gruft"-Sequenz zu jeder Episode bietet.
Nun endlich hat sich nach etwas mehr als 20 Jahren Wartezeit endlich ein Label erbarmt, die Episoden-Horror-Serie komplett und ungeschnitten in deutscher Sprache zu veröffentlichen. Die erste Staffel erschien dabei bereits 2010. Zu verdanken haben wir es den Labels Laser Paradise und '84 Entertaiment, die das Ganze in einer sehr schicken Hartbox in Form eines Buches ausliefern.


Staffel 1 enthält die ersten sechs Folgen der Serie auf DVD 1, DVD 2 hält einige exkulsive Extras bereit. Die Buchbox enthält zudem einen kurzen Comic mit der exklusiven Geschichte "Der gruftige Aufstieg", in der sich die Macher von '84 auch selbst etwas auf die Schippe nehmen.

Die Episoden:
Folge 1 "Wer zuletzt stirbt" erzählt von einem Henker, der auf Grund der Abschaffung der Todesstrafe in seinem Staat, gefeuert wird. Fortan macht er sich zur Aufgabe Verbrechern auf eigene Faust den Garaus zu machen.

Folge 2 "Stille Nacht, blutige Nacht" erzählt von einer Frau, die sich zu Heilig Abend selbst das größte Geschenk macht, und sich ihres Mannes erledigt. Ihr Pech ist nur, dass der Weihnachtsmann der örtlichen Irrenanstalt bereits vor ihrer Tür steht und es ihr vergelten will... seine Axt hat er bereits aus dem Sack geholt.

Folge 3 "Der lebende Tote" erzählt von einem Mann, der sich die neun Leben einer Katze einpflanzen lässt, um fortan als Attraktion in einer Freakshow aufzutreten. Allerdings hätte er vorher in der Schule noch einmal das Rechnen lernen sollen...

In Folge 4 "Schön wie die Sünde" geht es um eine Frau, die ihre Schönheit verpfändet, um sich Schmuck und ähnliches zu leisten, um sich damit einen reichen Kerl zu angeln. Sie schafft es jedoch nicht den Pfand rechtzeitig auszulösen, und so folgt ein Schuss schnell auf den anderen...

Folge 5 "Die perfekte Hochzeitsnacht" erzählt von einem frisch vermählten Paar und von seiner Hochzeitsnacht. Jedoch verläuft die anders, als "er" es sich vorgestellt hat. In einem scheinbar verlassenen Haus offenbart sich die geisterhafte Abstammung seiner Frau. Und das hat ungeahnt blutige Folgen...

Folge 6 "Das Prunkstück der Sammlung" erzählt von einem alten Ehepaar. Er muss gerade in den Ruhestand treten, sie sammlt für ihr Leben gern Sachen und hat ein Herz für Tiere. Auf der Suche nach einem geeigneten Hobby versucht er sich an dem Ausstopfen toter Tiere... sein Pech nur, dass seine Frau sich ebenfalls sehr für dieses Hobby begeistern lässt...


Meinung:
Die sechs Folgen der ersten Staffel sind bisher wirklich nahezu unbekannt gewesen, da sie nicht zu den berüchtigten 36 indizierten Folgen gehören, und somit in Deutschland nie eine DVD-Auswertung erfuhren. Schon hier zeigt sich der bitterböse rabenschwarze Humor, aber auch die typischen Splatter-Einlagen. Das besondere an der Serie war ja auch immer, dass die Geschichten größtenteils eine wirkliche Moral hatten, wenn auch in einer sehr sehr krassen Form. Der beiliegende Comic, der ganz im Stil der Serie gehalten ist, und die Extras runden diese erste Staffel sehr gut ab. Das einzige Manko wird für manche sicher der hohe Preis sein... der beläuft sich nämlich auf rund 30,- Euro. Ob es sich bei sechs Episoden für einen lohnt, muss wie immer jeder für sich selbst entscheiden.

8.5 / 10 Punkte

Review: Aurvandil - Ferd (CD, Eisenwald Tonschmiede)

Das bereits im Jahr 2010 erschienene Mini-Album der französischen Ein-Mann-Formation wurde im Frühjahr diesen Jahres erneut als Digisleeve CD über die deutsche Tonschmiede Eisenwald veröffentlicht, welche ja auch das aktuelle Album auf die Menschheit losgelassen hat.








Geboten werden hier fünf Lieder, die insgesamt eine Länge von etwa 43 Minuten aufweisen, und somit eigentlich schon gar nicht mehr als EP durchgehen, sondern eher als ein fast schon vollständiges Album. Eingeleitet wird das ganze durch einen rein instrumentalen Song, der sich auch gleich schon über sechs Minuten erstreckt. Folklorisch, etwas orientalisch angehaucht, wie ich finde. "Over The Seven Mountains", der erste Black Metal-Song des Albums geht gleich in die Vollen, nach dem ersten Viertel setzt hier sogar ein dezentes Keyboard ein, was an der sehr träumerischen Atmosphäre in diesem Lied nicht ganz unschuldig ist."Through Hordanes Land" wird durch Streicher eingeleitet, begibt sich dann aber auch gleich in düstere, schnell vorgetragene Black Metal Gefilde. Auch hier setzt zeitweise ein Keyboard ein, was dem ganzen eine gewisse Abwechslung bietet - was bei einer Spielzeit von knapp 11 Minuten auch angebracht zu sein scheint. Dabei werden hier ähnliche "epische" Atmosphären geschaffen wie bei Burzum's "Filosofem", bis der Song schließlich mit einem Akustikpart endet. "Still He Walks" geht da etwas räudiger zu Werke, erinnert beinahe an Material von Graveland aus der Epoche des Wandels vom Black Metal zum Viking - nur mit mehr Emotion und Spielfreude. Der letzte Song stellt wieder ein Instrumental dar, der ganz im Stile von Sachen wie beispielsweise alten Immortal gehalten ist.

Fazit:
Gelungene EP mit einer starken Atmosphäre. Hier gibt es in der Tat nicht viel zu meckern. Der Black Metal der hier geboten wird gewinnt vielleicht keinen Innovationspreis, hält aber einige nette Ideen bereit und zeigt sich erfrischend eigenständig und spielfreudig.

9.0 / 10 Punkte

Samstag, 8. Oktober 2011

Nostalgie-Review: Asphyx - The Rack (CD, Century Media)

Dieses Nostalgie-Review war eigentlich ursprünglich schon für letzten Monat geplant. Aus Zeitgründen habe ich es aber leider nicht mehr geschafft. Also veröffentliche ich es einfach jetzt, und somit wird es in diesem Monat zwei Nostalgie-Reviews geben. Lasst euch also überraschen, was das zweite sein wird.







Das Album "The Rack" der Death/Doom Metaller Asphyx aus den Niederlanden stammt aus dem Jahr 1991 und stellt für mich persönlich wohl den Inbegriff dieses Genres dar. Ein Referenztitel, an dem sich alle anderen Vertreter dieser Musik messen lassen müssen (auch die eigenen Scheiben der Band müssen das - und sein wir mal ehrlich... auch wenn die Musik von Asphyx nie sonderlich schlecht war/ist, so wurde die Klasse des Debüts wohl niemehr wirklich gänzlich erreicht). Das Album ist einfach nur eine Ansammlung purer Emotionen, die von Verzweiflung bis zu Wutausbrüchen und Hass auf die Menschheit reichen. Über allem schwebt aber immer der für Doom typische Hang zur Verzweiflung. So kommt es auch, dass sich hier schnelle Lieder an eher melancholischere, fast schon depressive Stücke reihen. DAS Glanzstück der insgesamt neun Songs umfassenden Scheibe ist natürlich das fast schon erhaben-epische Titelstück "The Rack" mit einer Spielzeit von etwas mehr als neun Minuten.

Ein zeitloser Klassiker des Genres, der zwar nicht immer zu jeder Gelegenheit gehört werden sollte, da es sich doch um ein sehr intensives Werk handelt, welches auch eine gewisse Stimmung und atmosphärische Umgebung benötigt, nichtsdestotrotz aber eines der besten Alben des Death/Dooms darstellt, die in meinen Augen jemals veröffentlicht wurden. Die Erstauflage der CD und Vinyl sind out of print, dafür steht auch die Wiederveröffentlichung des Albums aus dem Jahr 2006, die das Album inklusive einer Bonus-CD bietet, die Live-Aufnahmen aus dem Jahr 1991 enthält. Auch diese Version scheint rar geworden zu sein, jedenfalls habe ich sie schon länger nicht mehr gesichtet. Inzwischen hat die Band neun Alben draussen, teils auch mit anderen Sängern, weswegen die Qualität der Scheiben auch hier und da enorm abweicht.

Freitag, 7. Oktober 2011

Review: Hellraiser - Das Tor zur Hölle & Hellbound: Hellraiser II (DVD/Bluray, Kinowelt, Uncut)


Eigentlich ist es überflüssig, überhaupt noch irgendetwas über diese zwei Klassiker des Horrorfilms zu schreiben oder große Worte über sie zu verlieren. Ich mache es trotzdem. Auch gerade aus dem Grund, weil beide Filme endlich, endlich nach Jahrzehnten offiziell und legal auf DVD bzw. Bluray zu beziehen sind.



Hellraiser - Das Tor zur Hölle:
Der Film aus dem Jahre 1987 hat ja mittlerweile Kultstatus. Das dürfte wohl nicht zuletzt daran liegen, dass die Regie bei dem ersten Teil noch von Clive Barker persönlich übernommen wurde, welcher ja im Jahr zuvor schon die Buchvorlage (seine Kurzgeschichte "The Hellbound Heart", hierzulande im Verlag Edition Phantasia erschienen unter dem Titel "Hellraiser") lieferte. Dabei hat diese Geschichte nur entfernt mit dem Film zu tun, da einige Details doch sehr von einander abweichen.

Original-Klappentext:
Frank kauft in einem Café im Orient einen mysteriösen Würfel, dieser soll ihm den Weg zu einer anderen Dimension öffnen: das Tor zur Hölle. Dort wird er von Zenobiten, unter unvorstellbaren Schmerzen, zu Tode gequält. Frank hat nur noch eine Chance, um sich wieder zu materialisieren und den Zenobiten zu entkommen: menschliches Blut.

Meine Meinung:
Auch wenn der Film in einigen Passagen doch vom Buch abweicht, so ist er doch in sich stimmig, und ich glaube Barker hat ihn auch bewusst nicht als 1:1-Kopie des Buches gedreht. Gerade im ersten Teil kommt auch sehr viel von dem vor, was in seinen Büchern allgegenwärtige Themen sind: Perversion, Fleischeslust, Intrigen, allgemein Tabubrüche... und natürlich Massen an Blut und Gedärm. Naja... verhältnismäßig gesehen (also im Bezug auf andere, aktuellere Filmen) sind die Splatter/Gore-Effekte noch nicht einmal so zahlreich vertreten, kommen aber durch die gekonnt in Szene gesetzte drückende und beängstigende Atmosphäre umso heftiger. Natürlich kommt noch hinzu, dass die Effekte damals in den 80ern meiner Meinung nach wesentlich ekelhafter aussahen, als es größtenteils in heutigen Filmen der Fall ist.

9.0 / 10 Punkte

Hellbound - Hellraiser II:
Bei der ein Jahr später erschienen Fortsetzung von Hellraiser übernahm Clive Barker schon nicht mehr die Regie, sondern gab diese an Tony Randel ab. Barker selbst blieb aber als Produzent tätig. So merkt man auch gleich die Unterschiede zur Erzählweise des ersten Teils, denn Hellraiser II ist wesentlich rasanter und actionlastiger. Eine beklemmnde Atmosphäre wie im ersten Teil baut sich zwar gegen Ende auch hier auf, aber nicht in der Intensität.

Original-Klappentext:
Nach den grausamen Vorfällen im Haus ihrer Eltern kommt Kirsty, die einzige Überlebende, in ein Sanatorium. Der Arzt Channard zeigt großes Interesse an Kirstys Fall, aber nicht um ihr zu helfen, sondern um hinter das Geheimnis des Würfels und der Zenobiten zu gelangen. In einem blutigen Ritual lässt er Kirstys tote Mutter wieder auferstehen.

Meine Meinung:
Der zweite Teil kann sich immer noch am ersten messen lassen, keine Frage. Auch wenn es hier wesentlich rasanter zugeht, und quasi eine Splatter-Szene die nächste jagt und dabei weniger auf eine wirklich intensive Atmosphäre gesetzt wurde. Die Grundmotive einer Barker-Produktion finden sich aber auch hier wieder. Insgesamt gesehen noch einer der besseren Fortsetzungen der Reihe, zumal hier erstmalig etwas auf die Geschichte der Zenobiten eingegangen wurde. Schade finde ich aber, dass man eine Spur zu offensichtlich versuchte, die Figur des Pinhead in den Vordergrund zu rücken, um quasi ein Pendant zu anderen Filmfiguren wie Freddy Krueger zu bekommen.

Die beiden Filme wurden wie schon bereits erwähnt in diesem Jahr erstmalig auf DVD bzw. Bluray veröffentlicht. D.h. die beiden ungeprüften (ungekürzten) Fassungen wurden jeweils in einem schicken Mediabook (DVD und Bluray in einer Box) mit Prägedruck des Logos und einem schicken Beiheft in einer wahlweise schwarzen oder weißen Edition veröffentlicht. Limitiert auf jeweils 3000 durchnummerierte Exemplare. Speziell für Deutschland hat Kinowelt dann noch seperat jeweils die DVD und die Bluray auf den Markt geschmissen in einer jeweiligen FSK 18-Fassung. Diese 18 bezieht sich allerdings nur auf vorhandene Trailer der Medien-Discs, die Schnittfassung der Filme ist jeweils FSK 16. So fehlen bei dem ersten Teil satte 3 Minuten, Teil 2 ist sogar um rund 6 Minuten zensiert worden. Volljährigen rate ich also unbedingt vom Kauf dieser Versionen ab, und sage: kauft euch lieber die Mediabooks - welche ich zwar auch für ne Art Abzocke halte, ich mein' entweder hat man DVD oder Bluray - aber im Moment ist es der einzig legale Weg, die Filme ungekürzt erwerben zu können!

8.0 / 10 Punkte

Review: Karg - Von den Winden der Sehnsucht #2 (CD, Karge Welten Kunstverlag)

Das neue, immer noch aktuelle Album von Karg erschien bereits letztes Jahr über den Karge Welten Kunstverlag.











Nach dem grandiosen Debüt und der Split mit Andrarakh folgt nun mit "Von den Winden der Sehnsucht #2" der zweite Teil des Debütalbums. Auf den ersten Blick hat sich nicht viel getan, das Album steckt sowohl in visueller als auch in musikalischer Hinsicht immer noch voller Melancholie. Erst nach und nach erschließen sich einem beim hören die wahren Details und Unterschiede. So scheinen die Songs vom Aufbau her eine Spur aggressiver zu sein als noch auf dem Vorgänger. Auch der Gesang hört sich um einiges wütender aber auch verzweifelter an. Geboten werden, wie schon auf dem ersten Album, sieben überlange Lieder.

Fazit:
Ein sehr starkes, überaus melancholisches Werk, welches perfekt zur momentan grasierenden Jahreszeit passt. Auch wenn es schon fast über ein Jahr alt ist - das ist Musik, die einfach zeitlos zu sein scheint.

9.5 / 10 Punkte