Montag, 15. Januar 2018

Das Jahr 2017 im musikalischen Rückblick - Ein Fazit:



Das Jahr 2017 ist nun seit geraumer Zeit endgültig vorüber und auch dieses brachte wieder einige neue, interessante und wichtige Horden und Veröffentlichungen hervor - jedoch auch so einige enttäuschende Werke, auch von Bands, von denen man dies wahrlich nicht angenommen hätte. Auch dass der Black Metal als reine Musikform längst im Mainstream und Belustigungs-Entertaiment angekommen ist, dürfte wohl auch dem engstirnigsten Gesellen mehr als klar geworden sein. Immer mehr Bands, die mittlerweile auf der Welle des Erfolgs schwimmen, zeigen sich musikalisch vielleicht ausgereift bis zur Gänze, doch präsentieren ihren Schwarzmetall zahm, angepasst und zahnlos. Provokation ja, aber nur solange sie keinem wehtut oder vor den Kopf stößt. Das ist schließlich schlecht für's Geschäft...

Aber hat 2017 einmal mehr gezeigt, dass der nationale und internationale Untergrund nach wie vor sehr vital und aktiv ist. Manche vermochten es sogar, ihm eine Spur neue Facetten zu geben oder längst tot geglaubte Genres in das neue Jahrtausend zu transferieren.

Ein paar ernüchternde Statistiken habe ich natürlich auch noch zu bieten:
So hat der Blog in der zweiten Hälfte des Jahres stolze 11.198 Besucher gezählt,
was eine gesamte Besucherzahl von 21.966 für das Jahr 2017 ergibt.
Insgesamt umfasste das Jahr 138 Rezensionen, direkt aus dem Bauch und dem Herzen heraus.
Der produktivste Monat blieb dabei der Februar mit 20 geschriebenen Besprechungen,
den hintersten Rang mit gerade einmal 5 Beiträgen teilen sich der April, Juli und September.
Zudem kam im zweiten Halbjahr 1 eingetragener Stammleser hinzu, was mich besonders freut,
denn dessen Blog SchädelTrauma - Black Metal & Philosophie (ehemals "...und andere dunkle Künste") ist mehr als lesenswert und enthält in unregelmäßigen Abständen veröffentlichte Beiträge, die sich der Materie in philosophischer und hinterfragender Weise annähern - sei es in Form von kurzen Geschichten, Rezensionen oder textlichen Abhandlungen. Eine Sache, die ich gerne unterstütze!

Seit Mai 2017 läuft auch der offizielle YouTube-Kanal von Unholy Black Art Of Ritual, auf dem ich einfache Song-Videos zu den von mir besprochenen Werken hochlade. Eine Sache, die bis auf eine bisherige Ausnahme auf viel Zuspruch seitens der Bands und der Labels stößt.

Ja, war sonst noch was?! Ich denke eher nicht.
Ich bedanke mich wie jedes Jahr bei allen Horden, Projekten, Labels und Vertriebe, die mir ihr Material vertrauensvoll zur Verfügung stellten und für ihr ehrliches Interesse. Auch wenn ich ehrlich gesagt gerne viel öfter und zeitnaher auf all' die Anfragen und Rückmeldungen reagieren würde, was meine begrenzte Freizeit allerdings selten hergibt.

Nun aber genug Süßholz geraspelt - hier sind meine persönlichen Jahreslisten. Wie immer folgt die Reihenfolge nicht unbedingt einer Beliebtheitsskala, sondern dient lediglich einer Auflistung. Wer meint, die Political-Correctness-Keule rausholen zu müssen, darf seine Meinung trotzdem wie immer für sich behalten. No friends, no trends, no compromisses!


Die Top 20 der von mir wärmstens empfohlenen Alben:

01. ELFSGEDROCH "Op de beenderen van onze voorvaderen" LP (Diaphora Produktion)
02. AMAGUQ "Occult Rituals of Anthropophagous Worship" LP (Impious Desecration Records)
03. SARKRISTA "Summoners of the Serpents Wrath" LP (Purity Through Fire)
04. TYAKRAH "Wintergedanken" CD (Satanath Records)
05. HĀG "In Traumschwebe erstarrt" CD (Wolfmond Production)
06. RUNESPELL "Unhallowed Blood Oath" LP (Iron Bonehead)
07. ACHERONTAS "Amarta अमर्त (Formulas of Reptilian Unification Part II)" LP (W.T.C Productions)
08. RIMRUNA "Der Hatz entronnen" LP (Eigenproduktion / Naturmacht)
09. CULTUS "Gezeteld in zegeruinen" LP (Heidens Hart / New Era)
10. NIGHTBRINGER "Terra Damnata LP (Season of Mist Underground Activists)
11. TOTENSUCHT "Leitbild" CD (Wolfmond Production)
12. GEVLERKT "De Grote Sterfte" MC (New Era Productions)
13. THROMOS "Vergessene Tiefen" CD (Necro Genocide Records)
14. RUNENWACHT "Machtergreifung" CD (Northern Fog)
15. VINDORN "Perdition" MC (Sol Records)
16. ÖRTH "Nocturno Inferno" MC (A Fine Day To Die Records)
17. COLD MIST "From The Dark Hills of the Past" CD (Cold Art Industry)
18. JOYLESS EUPHORIA "Joyless Euphoria" CD (Anthrazit Records)
19. MOSAIC "Old Man's Wyntar" CD (Eisenwald Tonschmiede)
20. ZMORA "Czarne otchłanie i martwe cienie" (Werewolf Promotion)


Erwähnenswerte EPs,Demo-Veröffentlichungen und Eigenproduktionen:

01. SCHATTENTHRON "Qwell der Verderbniß" CD (Sol Records)
02. FULLMOON LUNACY "Invocation" & "Cenotaph" MC (Sol Records)
03. MAGOTH "Anti Terrestrial Black Metal" CD (Eigenproduktion)
04. IUS TALIONIS "Saligia" CD (Eigenproduktion)
05. ZEIT "Konvergenz" CD/MC (Eigenproduktion)
06. SKOGNATT "Ancient Wisdom" Digital (Eigenproduktion)
07. Daudadagr "Vid skuggornas svarta månsken" EP (Purity Through Fire)
08. IMHA TARIKAT "Kenoboros" EP (Terratur Possessions)
09. PESTHEIM "Winterstille im Morgengrauen" CD (Eigenproduktion)
10. KUUTAR "Beyond All Light" MC (Deviant Records)
11. BASTARDI "Promo XXVII" (Caligo Arcanum Productions)
12. HELLEWIJT "Dodenwichelaereij" (Eigenproduktion)
13. Ökomisanthrop - ...I deny MC (Worship Tapes)


Wer es auch etwas doomig mag, dem werden auch die folgenden Empfehlungen gefallen:

01. GAIA & SLOWJOINT "Split" MLP (Virkelighedsfjern)
02. WELTFREMD "Drei" Digital-EP (Eigenproduktion)
03. DIRTY GRAVE "Evil Desire" CD (Grimm Distribution / Todestrieb)


Enttäuschung des Jahres:

HETROERTZEN "Uprising of the Fallen" (Listenable Records)

Sonntag, 14. Januar 2018

Kombi-Review: Fullmoon Lunacy - Invocation (Demo 1) & Cenotaph (Demo 2) (MC, Sol Records - 2017)

Zugegeben hinke ich derzeit etwas mit dem Blog hinterher,
einige eigentlich wichtige Releases habe ich im letzten Jahr nicht mehr
besprechen können und auf andere wurde ich auch erst in letzter Zeit aufmerksam.

So auch auf die beiden Kassetten von FULLMOON LUNACY, die ich aber vor
meinem abschließenden Jahresrückblick 2017 nicht unterschlagen möchte.
Dieser kommt zwar nun auch wieder etwas verspätet - aber wie heißt es so schön:
besser spät, als nie.


Widme ich mich nun jedoch der ersten von beiden Veröffentlichungen. FULLMOON LUNACY agiert hier als Duo, bestehend aus St. an den Gitarren und dem Bass, sowie verantwortlich für den Gesang und das atmosphärische Ambiente und mit M. am Schlagwerk - jedoch lediglich als Session-Instrumentalist. Wer nun nur etwas mit der Materie vertraut ist, wird beim Anblick des Covers wohl auch schnell erkennen, dass die Veröffentlichung über Sol Records nicht von ungefähr kommt. Mehr möchte ich jedoch nicht verraten...






Zelebriert werden in insgesamt fünf Liedern lupenreiner und brachialer Black Metal mit einer ordentlichen Prise Death, was so ein wenig an THORYBOS denken lässt - ein Projekt, welches ebenfalls aus dem Dunstkreis von Deviant Records / Sol Records stammt. Die Musik von FULLMOON LUNACY ist kraftvoll und ursprünglich in ihrer Darbietung, zeigt sich absolut finster und jeder, der hier auch nur einen Hauch von positiver Energie oder tröstlicher Harmonie erwartet, ist definitiv fehl am Platz. Ohne Umschweife und Kompromisse wird hier dem Gehörnten gehuldigt und der Untergang des Menschseins zelebriert, ohne jedoch zu plump zu wirken, sondern von echter Überzeugung getrieben ist.. Seite A enthält dabei den Black/Death-Anteil, während Seite B einen langen Dark Ambient-Song enthält, welcher auf "Invocation Ritual" getauft wurde und an rituelle Ambient-Musik Marke alte MELEK-THA (ich denke da an das 1999er Album "De Magia Naturali Daemoniaca"), sich jedoch als deutlich düsterer und trister erweist. Zudem nicht so viele Sample-Spielereien und schon gar keine Industrial-Anleihen enthält.

Fazit:
Man kann verstehen, wieso dieses Tape lange Zeit nicht für eine breite Masse zugänglich gemacht wurde, wie es auf der Seite des Labels heißt. Diese ursprüngliche Art von FULLMOON LUNACY werden wohl nur die Wenigsten verstehen können und noch weniger werden wohl begreifen, was man hier auszudrücken versucht. Es geht hier nicht darum zu zeigen, wie toll man doch seine Instrumente beherrscht oder um die 100ste Zelebrierung eines ach so eingängigen Riffs, was einmal mehr zeigt, dass der Black Metal in musikalischer Form längst Teil der Mainstream-Maschinerie geworden ist. "Invocation" ist eine Herzensangelegenheit, etwas Besonderes, Dunkelheit, die direkt aus dem Herzen in disharmonische Töne nach außen getragen wurde. Ein Werk, welches trotz seiner brachialen Zelebrierung eine tiefgreifende Wirkung entfaltet. Als Anhang eine Einbettung des vollständigen Streams.

Authentisches Werk und gerade für eine erste Demo-Präsentation absolute Spitze... hier gibt es eigentlich nur die Empfehlung: besorgt euch das Teil!


Darbietungen:
A-01. A Swarm of Insects
A-02. A distant World
A-03. His unborn Sons
A-04. Shadowrealm
B-05. Invocation Ritual

Laufzeit: ca. 24 Minuten






Die zweite Demo hört auf den Namen "Cenotaph" und beinhaltet sechs Lieder, von denen jedoch das erste ein Intro darstellt, ein als Zwischenspiel her hält und das letzte ein Outro ist. Bleiben summa summarum lediglich drei 'wirkliche' Lieder, was für eine Demo-Präsentation aber immer noch ok ist - zudem weisen selbst diese drei Stücke noch eine beachtliche Spiellänge auf. In Sachen Besetzung hat sich hier ein wenig verändert: St. zeichnet immer noch verantwortlich für Gitarren, Bass, Gesang und atmosphärische Untermalungen zuständig, wird hier jedoch von Nargraahl (ex-SVARTHYR) an der Gitarre und Bavragor (BALNASAR, SHORES OF LADON) an den Session-Drums unterstützt.



Abermals kann man das Fundament, auf welchem "Cenotaph" fußt, grob als Black/Death bezeichnen, weist aber im direkten Vergleich zu der ersten Demo mehr Aspekte, Details und feinere Nuancen auf. Schon allein durch die ambienten Einspielungen zwischen den eigentlichen Zelebrierungen entwickelt sich hier eine düstere und unheilvolle Atmosphäre, die sich definitiv anders anfühlt, als auf "Invocation". Dafür sorgen auch die erhabenen Chöre innerhalb der Songs, die zwar spärlich eingesetzt wurden, aber immer mal wieder auftauchen (wie bei "Part III - With broken sighs the vision spake"). Der keifende und bellende Gesang scheint direkt aus dem Schlund der Hölle zu erschallen und macht damit die Symbiose aus ursprünglicher, brachialer Gewalt und satanischer Glorie perfekt. Gerade die Gitarren haben hier und dar unverkennbare Referenzen gerade an alte DARKTHRONE ("Under A Funeral Moon" - have you finally dig it, motherfuckers?).

Fazit:
Auch die zweite Präsentation von FULLMOON LUNACY kann sich mehr als hören lassen. Ein Werk, welches kompromisslose finstere Abartigkeit mit stolzer satanischer Erhabenheit paart. Mit anderen Worten: genau mein Ding! Dabei zeigt man sich auch auf "Cenotaph" erfreulicher Weise frei jeglicher Klischees und Trends, sondern zieht einfach seine eigenen Vorstellungen durch und klingt so wesentlich ehrlicher und stärker als so viele andere angesagte Bands der 'Szene'. No Mosh, No Fun, No Friendship, No Trends - just Black Fucking Metal. Beide Kassetten kommen in transparenter Hülle und als bedrucktes schwarzes Tape mit beidseitig bedrucktem Cover, welches die kompletten Texte enthält (bei "Invocation" sind es lediglich Fragmente, da der größte Teil der Lyrics nicht mehr auffindbar war) und sind auf jeweils 100 Exemplare limitiert. Bestellungen gehen am besten direkt an Sol Records, welche die Tapes für jeweils 6,- Euronnen anbieten. Anbei noch der Stream dws vollständigen Werkes als Einbettung.

Pure Black Metal Art. Weitere Worte braucht es hier nicht. Auch hier vergebe ich eine absolute Kaufempfehlung!


Darbietungen:
A-01. Introduction
A-02. Part I - In Awe and Silence
A-03. Interlude
A-04. Part II - The old foaming Oceans
A-05. Part III - With broken sighs the vision spake
A-06. Outroduction (Invocation Ritual II)

Laufzeit: ca. 34 Minuten





Sonntag, 31. Dezember 2017

Review: Cold Mist - From The Dark Hills Of The Past (CD, Cold Art Industry / Tolkiean Records / My Dark Desires Records / Wolfblasphemer Distro / Haeretikus Productions / Extreme Sound - 2017)

Black Metal aus Brasilien ist und bleibt wohl immer eine Sache, bei der ich grundsätzlich etwas skeptischer bin. Dass es aber durchaus auch Horden gibt, bzw. gab, die es wirklich verstehen (oder verstanden) authentischen und packenden Black Metal zu zelebrieren, bewiesen nicht zuletzt solche Bands wie SPELL FOREST, VOBISCUM INFERNI, DIABÁLLEIN oder die inzwischen leider aufgelösten LUPUS NOCTEM. Ob sich COLD MIST mit ihrem hier vorliegenden Debüt, welches anno 2017 einer Demo-Präsentation aus dem Jahr 2008 folgte, in diesem Reigen hinzugesellen können, erfahrt ihr im folgenden...



Zunächst einmal ist festzuhalten: "From The Dark Hills Of The Past" ist ein sehr geiler Titel für ein Album, welches sich zum Ziel gesetzt hat, Musik im Stile der 90er zu zelebrieren.  Nach dem Titel gebenden Intro, in dem die Tasten reichlich Einsatz finden, jedoch nicht zu verspielt oder gar fröhlich daherkommen, sondern, im Gegenteil, zum Ende hin eine wirklich triste und bedrohliche Stimmung erzeugen, geht es mit "Night And Mysteries" auch gleich in die Vollen. Räudige und ungezügelte Wildheit trifft auf epische Sphären und satanischen Stolz. Instrumental gesehen wird hier einiges aufgefahren und auch der Gesang präsentiert sich im Verlauf sehr facettenreich, wenngleich er meist auch lediglich einen grimmigen Grundton inne hat. Kleinere Breaks werden durch Klargesang unterlegt, zudem weist man bereits hier ein hohes Maß an Abwechslung auf, bietet Tempowechsel sowie epische Keyboard-Passagen. Ähnlich geht es auch bei "A Funeral Frost" zu. Einen Gang legt man dann bei "Triumph Of Cruelty" zu, der mit seinem Wechselspiel zwischen grimmiger Kälte, epischer Naturromantik, nächtlicher Poesie und misanthropischer Erhabenheit an die glorreichen alten Werke längst erloschener Sterne des nordischen Schwarzmetalls erinnert - ich sage nur GEHENNA's "Seen Through The Veils Of Darkness (The Second Spell)" oder DIMMU BORGIR's Klassiker "Stormblåst". Aber auch aktuelle Horden dieses Schlages wie etwa das deutsche Solo-Projekt PESTHEIM in der Schaffensperiode seit "Nocturnal Symphonies" können hier als Vergleich herangezogen werden. Die folgenden Lieder sind von etwa gleicher Stimmung und bieten gekonnte Mixturen aus melodischer Traumschwebe und alles vernichtenden höllischen Rhythmen. Eine Ausnahme bildet da noch "Emotions Of A Full Terror", der großartige instrumentale Passagen bietet. Von Spannungsbögen verstehen die Herren definitiv etwas.

Fazit:
COLD MIST haben mich mit ihrem Erstlings-Werk vollends in ihren Bann gezogen. Machten sich am Anfang doch noch die einen oder anderen Zweifel breit, so verflog dieser Eindruck doch relativ schnell, als mir das Album dann seine schwarze Essenz vollends offenbarte. Ein großartiges Werk, welches auf gekonnte Art und Weise stimmungsvolle melodische Atmosphären mit räudiger Misanthropie und kalter Finsternis verbindet. Gleichzeitig ist das gesamte Werk eine einzige Hommage an die stolzen Mid-90ies - und für die bin ich schließlich (fast) immer zu haben. Die CD erschien als Silberling im Jewelcase mit mehrseitigem Beiheft, welches alle Texte enthält, in einer Auflage von 1000 Exemplaren. Interessenten aus Deutschland wenden sich zwecks einer Bestellung am besten an Wolfmond Production, der noch ein paar Stück in seinem Mailorder haben sollte.

Eine tiefe Verneigung vor den Helden der Mitt-90er - dabei jedoch mehr als eine schlichte Kopie. Mehr als empfehlenswert!


Darbietungen:
01. From The Dark Hills Of The Past
02. Night And Mysteries
03. A Funeral Frost
04. Triumph Of Cruelty
05. Manuscripts From Beyond
06. Deadly Mist
07. Emotions Of A Full Terror
08. Old Domains
09. Fullmoon Tragedies

Laufzeit: ca. 41 Minuten




Review: ShadowWolf - Guardian of the Forest (CD, Wolfmond Production - 2017)

Nachdem das Solo-Projekt aus Kanada letztes Jahr sein selbst betiteltes Debüt-Album vorlegte (lest die Rezension zu diesem >>hier<<), erschien nun ein paar Wochen das zweite Album von SHADOWWOLF. Und eines wird gleich beim ersten zaghaften reinhören deutlich: Alleinunterhalter Knjaz Vlad weicht hier keinen Deut von seinem Stil ab...






Die bedeutet im Klartext, dass alle diejenigen, die mit räudigem Black Metal, der dennoch eine gewisse Atmosphäre aufweist, nichts anfangen können, brauchen diese Zeilen wohl erst gar nicht zu lesen und können um dieses Projekt getrost einen Bogen machen, was ich ihnen hiermit auch empfehlen würde. Anhänger eben jenes räudigen und unverfälschten Stils jedoch wird das Werk gefallen, da bin ich mir sicher. Nach dem relativ stimmigen, aber auch unspektakulären Intro "Dusk" geht es dann auch gleich ohne Umschweife los. "Guardian of the Forest" gibt direkt die Richtung vor, in die man sich die nächste gute halbe Stunde bewegen wird. Räudig produzierter Schwarzmetall, der mal im klassischen Midtempo zelebriert wird, jedoch auch nicht schnelleren Gangarten scheut. Der Gesang erinnert mich dabei allerdings an weniger glorreiche Horden, die instrumentale Darbietung ist simpel gestrickt, bietet allgemein auch wenig Überraschungen im Aufbau und wäre auch in die Kategorie "belanglos" einzuordnen, wenn es dann nicht doch ein paar Lichtblicke geben würde, in denen die Musik schon fast Züge von MOONBLOOD annimmt. Aber eben auch nur fast. Für die atmosphärische Abwechslung sorgen unterdessen noch ein instrumentales Zwischenspiel ("Leshiy's Grove") und das Outro "Dawn".

Fazit:
SHADOWWOLF lässt mit "Guardian of the Forest" einmal mehr seine Interpretation des Raw Underground Black Metal auf die Menschheit los, und eines ist gewiss - er macht keine Gefangenen. Wie auch schon beim Debüt handelt es sich hier wohl eher nicht um ein Highlight oder 'Must-have', jedoch bekommt man als Anhänger des räudigen Stil ein authentisches Album um die Ohren geknallt, welches dank seiner atmosphärischen Einschübe zu gefallen weiß. Wolfmond Production veröffentlichte das Werk als Pro-CDr im Jewelcase mit doppelseitigem Cover, limitiert auf 100 Exemplare. Interessierte können dieses für 5,- Euronnen direkt beim Label erwerben.

Räudiger Untergrund. Nicht mehr, nicht weniger!


Darbietungen:
01. Dusk (Intro)
02. Guardian of the Forest
03. Nocturnal Hunt
04. Wolf's Moon
05. Leshiy's Grove
06. To the Battle Rides Vityaz
07. The Army of Rus Rises Against Mongol-Tatar Horde
08. The Summoning (Svarog's Spell of Fire)
09. Spectral Wanderer's Journey
10. Dawn (Outro)

Laufzeit: ca. 31 Minuten